Placebo oder echt – wie merkt man das bei sich selbst überhaupt??
Zitat von leni_bk am August 15, 2026, 18:11 Uhr@markus_hh88
Zitat von markus_hh88die Leute die am meisten über Gewohnheiten nachdenken meistens die sind, die am schwersten anfangen
- okay das trifft mich gerade echt hart weil ich merk gerade dass ich genau das tue. Ich sitze hier und schreib dir Essays über warum ich das Handy nicht rausnehm statt es einfach zu machen. Das ist so... meta-blöd wenn ich das selbst sehe und trotzdem weitermach. Was mich aber gerade anders beschäftigt ist etwas das du nebenbei erwähnt hast - du hast nach der Arbeit gelaufen und gemerkt dass das Wetter noch angenehm is. Und du hast nicht nach drei Kilometern angefangen zu messen ob du schneller wirst. Du bist einfach gelaufen. Und ich glaub das ist genau das was ich nicht kann - einfach machen ohne gleichzeitig zu bewerten ob ichs richtig mach. Bei mir im Kindergarten seh ich das auch jetzt - wenn ich mit den Kindern was Neues ausprobier bin ich sofort im Modus "funktioniert das oder nicht" statt einfach nur... dabei zu sein während es passiert. Und wenn ich ehrlich bin hab ich das Handy auch noch nicht rausgenommen weil ich unbewusst weiß dass es dann keine Messbarkeit mehr gibt. Keine Pace-Verbesserung, keine Bestätigung. Nur eben... besser schlafen vielleicht. Und das ist nicht greifbar genug. Jetzt frag ich mich ob das überhaupt was wird mit mir und den Gewohnheiten oder ob ich einfach zu sehr im Kopf bin dafür. Weil selbst wenn ich das Handy rausnehm werde ich wahrscheinlich jeden Tag dran denken und dann fühlt es sich nicht nach Gewohnheit an sondern nach Verzicht. Oder is das auch wieder so ein Gedanke der mich blockiert?
Zitat von markus_hh88die Leute die am meisten über Gewohnheiten nachdenken meistens die sind, die am schwersten anfangen
- okay das trifft mich gerade echt hart weil ich merk gerade dass ich genau das tue. Ich sitze hier und schreib dir Essays über warum ich das Handy nicht rausnehm statt es einfach zu machen. Das ist so... meta-blöd wenn ich das selbst sehe und trotzdem weitermach. Was mich aber gerade anders beschäftigt ist etwas das du nebenbei erwähnt hast - du hast nach der Arbeit gelaufen und gemerkt dass das Wetter noch angenehm is. Und du hast nicht nach drei Kilometern angefangen zu messen ob du schneller wirst. Du bist einfach gelaufen. Und ich glaub das ist genau das was ich nicht kann - einfach machen ohne gleichzeitig zu bewerten ob ichs richtig mach. Bei mir im Kindergarten seh ich das auch jetzt - wenn ich mit den Kindern was Neues ausprobier bin ich sofort im Modus "funktioniert das oder nicht" statt einfach nur... dabei zu sein während es passiert. Und wenn ich ehrlich bin hab ich das Handy auch noch nicht rausgenommen weil ich unbewusst weiß dass es dann keine Messbarkeit mehr gibt. Keine Pace-Verbesserung, keine Bestätigung. Nur eben... besser schlafen vielleicht. Und das ist nicht greifbar genug. Jetzt frag ich mich ob das überhaupt was wird mit mir und den Gewohnheiten oder ob ich einfach zu sehr im Kopf bin dafür. Weil selbst wenn ich das Handy rausnehm werde ich wahrscheinlich jeden Tag dran denken und dann fühlt es sich nicht nach Gewohnheit an sondern nach Verzicht. Oder is das auch wieder so ein Gedanke der mich blockiert?
Zitat von markus_hh88 am August 15, 2026, 18:23 Uhr@leni_bk
Zitat von leni_bkselbst wenn ich das Handy rausnehm werde ich wahrscheinlich jeden Tag dran denken
Ja, wahrscheinlich. Die ersten paar Tage schon. Und dann nicht mehr. Aber ich merk gerade dass wir seit einer Weile im Kreis drehen - nicht weil du nicht verstehst was ich meine, sondern weil du das Verstehen selbst als Aktivität verwendest. Jede Antwort von mir wird zu einem neuen Gedanken den du weiterdenkst, und das Handy liegt immer noch da wo es lag. Das ist kein Vorwurf. Ich kenn das. Ich hab mal fast ein halbes Jahr lang "Kältebäder nach dem Training" recherchiert, Studien gelesen, mit Kollegen diskutiert - und bin einfach nie reingegangen. Irgendwann hab ich es einfach gemacht weil ich keine Lust mehr hatte drüber nachzudenken. Nicht weil ich überzeugt war. Was mich bei deiner Frage aber wirklich aufhält: du fragst ob das was wird "mit dir und den Gewohnheiten". Das ist die falsche Einheit. Nicht "mit mir und Gewohnheiten allgemein" - das ist zu groß. Das Handy ist konkret, das Schlafzimmer ist konkret, heute Abend ist konkret. Ich glaub du weißt das selbst. Und ich glaub ich hab dir heute genug Gesprächspartner gegeben um das Nichtmachen zu rechtfertigen. Das mein ich nicht hart, aber ich sags trotzdem.
Zitat von leni_bkselbst wenn ich das Handy rausnehm werde ich wahrscheinlich jeden Tag dran denken
Ja, wahrscheinlich. Die ersten paar Tage schon. Und dann nicht mehr. Aber ich merk gerade dass wir seit einer Weile im Kreis drehen - nicht weil du nicht verstehst was ich meine, sondern weil du das Verstehen selbst als Aktivität verwendest. Jede Antwort von mir wird zu einem neuen Gedanken den du weiterdenkst, und das Handy liegt immer noch da wo es lag. Das ist kein Vorwurf. Ich kenn das. Ich hab mal fast ein halbes Jahr lang "Kältebäder nach dem Training" recherchiert, Studien gelesen, mit Kollegen diskutiert - und bin einfach nie reingegangen. Irgendwann hab ich es einfach gemacht weil ich keine Lust mehr hatte drüber nachzudenken. Nicht weil ich überzeugt war. Was mich bei deiner Frage aber wirklich aufhält: du fragst ob das was wird "mit dir und den Gewohnheiten". Das ist die falsche Einheit. Nicht "mit mir und Gewohnheiten allgemein" - das ist zu groß. Das Handy ist konkret, das Schlafzimmer ist konkret, heute Abend ist konkret. Ich glaub du weißt das selbst. Und ich glaub ich hab dir heute genug Gesprächspartner gegeben um das Nichtmachen zu rechtfertigen. Das mein ich nicht hart, aber ich sags trotzdem.
Zitat von leni_bk am August 15, 2026, 18:39 Uhr@markus_hh88 ouch ja okay. Das war jetzt echt nicht das was ich hören wollte aber... richtig. Ich sitze hier und mach Essays statt einfach das Ding zu tun. Das ist so frustrierend weil ich es selbst seh und gleichzeitig kann ich gar nicht anders, oder. Es ist wie wenn ich weiß dass ich ins kalte Wasser muss und ich steh dann am Rand und erklär dir warum das Wasser kalt ist statt einfach reinzuspringen. Das blöde ist - und ich merk das jetzt gerade beim Schreiben - dass ich im Kindergarten mit den Kindern überhaupt nicht so bin. Da passieren Sachen einfach, ich mach was und dann is es da. Aber bei mir selbst... da muss ich erst alles verstanden haben bevor ich was mach. Und du hast recht, das ist das Problem nicht die Lösung. Okay. Handy kommt heute Abend raus aus dem Schlafzimmer. Nicht morgen, nicht nächste Woche. Heute. Und nein ich werde dir wahrscheinlich nicht berichten ob es funktioniert hat weil das würde wieder bedeuten dass ich drüber nachdenk statt es einfach zu lassen. Das Notizbuch schreib ich weiter, die drei Sätze, egal ob interessant oder nicht. Ich glaub ich bin jetzt fertig mit dem Thread ehrlich. Danke dass ihr (also du und miramira und die anderen) mich da so durchgeschüttelt habt. Das hat mehr gebracht als alle Rote-Beete-Studien der Welt.
@markus_hh88 ouch ja okay. Das war jetzt echt nicht das was ich hören wollte aber... richtig. Ich sitze hier und mach Essays statt einfach das Ding zu tun. Das ist so frustrierend weil ich es selbst seh und gleichzeitig kann ich gar nicht anders, oder. Es ist wie wenn ich weiß dass ich ins kalte Wasser muss und ich steh dann am Rand und erklär dir warum das Wasser kalt ist statt einfach reinzuspringen. Das blöde ist - und ich merk das jetzt gerade beim Schreiben - dass ich im Kindergarten mit den Kindern überhaupt nicht so bin. Da passieren Sachen einfach, ich mach was und dann is es da. Aber bei mir selbst... da muss ich erst alles verstanden haben bevor ich was mach. Und du hast recht, das ist das Problem nicht die Lösung. Okay. Handy kommt heute Abend raus aus dem Schlafzimmer. Nicht morgen, nicht nächste Woche. Heute. Und nein ich werde dir wahrscheinlich nicht berichten ob es funktioniert hat weil das würde wieder bedeuten dass ich drüber nachdenk statt es einfach zu lassen. Das Notizbuch schreib ich weiter, die drei Sätze, egal ob interessant oder nicht. Ich glaub ich bin jetzt fertig mit dem Thread ehrlich. Danke dass ihr (also du und miramira und die anderen) mich da so durchgeschüttelt habt. Das hat mehr gebracht als alle Rote-Beete-Studien der Welt.
Zitat von markus_hh88 am August 15, 2026, 18:53 UhrZitat von leni_bkselbst wenn ich das Handy rausnehm werde ich wahrscheinlich jeden Tag dran denken
Das stimmt. Und das ist völlig in Ordnung - das Denken daran ist kein Zeichen dass es nicht klappt, sondern einfach nur der Anfang. Nach ein, zwei Wochen wird es langweilig, und dann ist es eine Gewohnheit. Was mich bei deinem letzten Post aber wirklich aufhält - du sagst du wirst nicht berichten ob es funktioniert hat. Das finde ich eigentlich gut. Nicht weil Austausch schlecht wäre, sondern weil du gerade zum ersten Mal in diesem Thread etwas formuliert hast ohne gleichzeitig die Rückmeldung schon einzuplanen. Das ist ein anderer Modus als alles davor. Ich merk auch gerade dass dieser Thread eigentlich irgendwo anders geendet ist als er angefangen hat. miramira hat nach Rote-Beete-Saft gefragt, und rausgekommen ist etwas über Prokrastination, Selbstwirksamkeit und warum wir Produkte bevorzugen wenn die echte Antwort unbequem ist. Das ist aus meiner Erfahrung kein Zufall - das passiert fast immer wenn man die Supplement-Frage wirklich ernstnimmt statt sie zu bejahen oder abzuwimmeln. Aus meiner Erfahrung mit Patienten ist übrigens dieser Moment - "ich berichte nicht, ich mach es einfach" - oft der einzige der tatsächlich was verändert. Nicht die Einsicht, nicht das Gespräch. Der Moment wo man aufhört zu dokumentieren dass man anfängt.
Zitat von leni_bkselbst wenn ich das Handy rausnehm werde ich wahrscheinlich jeden Tag dran denken
Das stimmt. Und das ist völlig in Ordnung - das Denken daran ist kein Zeichen dass es nicht klappt, sondern einfach nur der Anfang. Nach ein, zwei Wochen wird es langweilig, und dann ist es eine Gewohnheit. Was mich bei deinem letzten Post aber wirklich aufhält - du sagst du wirst nicht berichten ob es funktioniert hat. Das finde ich eigentlich gut. Nicht weil Austausch schlecht wäre, sondern weil du gerade zum ersten Mal in diesem Thread etwas formuliert hast ohne gleichzeitig die Rückmeldung schon einzuplanen. Das ist ein anderer Modus als alles davor. Ich merk auch gerade dass dieser Thread eigentlich irgendwo anders geendet ist als er angefangen hat. miramira hat nach Rote-Beete-Saft gefragt, und rausgekommen ist etwas über Prokrastination, Selbstwirksamkeit und warum wir Produkte bevorzugen wenn die echte Antwort unbequem ist. Das ist aus meiner Erfahrung kein Zufall - das passiert fast immer wenn man die Supplement-Frage wirklich ernstnimmt statt sie zu bejahen oder abzuwimmeln. Aus meiner Erfahrung mit Patienten ist übrigens dieser Moment - "ich berichte nicht, ich mach es einfach" - oft der einzige der tatsächlich was verändert. Nicht die Einsicht, nicht das Gespräch. Der Moment wo man aufhört zu dokumentieren dass man anfängt.
Zitat von leni_bk am August 15, 2026, 19:07 Uhr@markus_hh88 das mit "aufhören zu dokumentieren dass man anfängt" - ja okay, das sitzt mir gerade komisch im Bauch weil ich merke dass ich gerade wieder dabei bin mich selbst zu beobachten wie ich das Handy rausnehm, sozusagen. Also ich hab es heute Abend tatsächlich gemacht, aber dann war ich sofort im Modus "okay wie fühlt sich das an" statt es einfach zu lassen. Das ist so ein blödes Ding weil ich weiß dass ich das mach und trotzdem kann ich nicht nicht-hinschauen, wenn das Sinn macht. Was mich aber gerade anders beschäftigt - und das ist vielleicht ne doofe Beobachtung - ist dass ich beim Kindergarten ganz anders bin. Da bin ich einfach präsent ohne mich selbst zuzuschauen. Und ich glaub jetzt erst merke ich warum das mit meinem Training nicht funktioniert. Ich bring da diese ganze Selbst-Analyse mit rein die da gar nicht hingehört. Bei den Kindern is es halt Alltag, keine Optimierung. Nur... wie krieg ich das auch beim Laufen hin? Also nicht dass ich anfang drüber nachzudenken wie ich nicht nachdenk, das dreht sich ja auch wieder im Kreis. Ich glaub das Problem ist dass beim Training immer irgendwie diese... Erwartung mitschwingt dass es um Verbesserung gehen soll. Aber vielleicht muss ich das einfach so sehen wie mit den Kindern - dass ich hinlauf und dann ist es halt ne Stunde wo ich laufe, nicht mehr. Keine Messung keine Bestätigung ob es "gut" war. Nur eben... laufen.
@markus_hh88 das mit "aufhören zu dokumentieren dass man anfängt" - ja okay, das sitzt mir gerade komisch im Bauch weil ich merke dass ich gerade wieder dabei bin mich selbst zu beobachten wie ich das Handy rausnehm, sozusagen. Also ich hab es heute Abend tatsächlich gemacht, aber dann war ich sofort im Modus "okay wie fühlt sich das an" statt es einfach zu lassen. Das ist so ein blödes Ding weil ich weiß dass ich das mach und trotzdem kann ich nicht nicht-hinschauen, wenn das Sinn macht. Was mich aber gerade anders beschäftigt - und das ist vielleicht ne doofe Beobachtung - ist dass ich beim Kindergarten ganz anders bin. Da bin ich einfach präsent ohne mich selbst zuzuschauen. Und ich glaub jetzt erst merke ich warum das mit meinem Training nicht funktioniert. Ich bring da diese ganze Selbst-Analyse mit rein die da gar nicht hingehört. Bei den Kindern is es halt Alltag, keine Optimierung. Nur... wie krieg ich das auch beim Laufen hin? Also nicht dass ich anfang drüber nachzudenken wie ich nicht nachdenk, das dreht sich ja auch wieder im Kreis. Ich glaub das Problem ist dass beim Training immer irgendwie diese... Erwartung mitschwingt dass es um Verbesserung gehen soll. Aber vielleicht muss ich das einfach so sehen wie mit den Kindern - dass ich hinlauf und dann ist es halt ne Stunde wo ich laufe, nicht mehr. Keine Messung keine Bestätigung ob es "gut" war. Nur eben... laufen.
Zitat von markus_hh88 am August 15, 2026, 19:17 Uhr@leni_bk
Zitat von leni_bkNur eben… laufen.
Das ist eigentlich der erste Satz in diesem Thread der kein Fragezeichen braucht. Was mich dabei aber wirklich aufhält: du beschreibst das als Ziel - "einfach nur laufen" - aber ich glaub das ist kein Ziel das du ansteuern kannst. Das passiert einfach irgendwann, wenn du aufgehört hast es als Ziel zu behandeln. Klingt zynisch, mein ich aber nicht so. Was du über die Kinder sagst ist interessant, weil ich das von Patienten in der Reha kenne - die die am schnellsten wieder auf normales Niveau kommen sind oft die die ihren Beruf körperlich fordern und gar keine Zeit haben sich selbst beim Heilen zuzuschauen. Ein Handwerker der wieder anfangen muss Kisten zu tragen macht das einfach, weil er muss. Kein Monitoring, keine Skala von 1 bis 10 wie das Knie sich anfühlt. Und irgendwie funktioniert das. Das heißt nicht dass du dir Arbeitsdruck einbauen sollst. Aber vielleicht ist die Frage "wie hör ich auf nachzudenken" tatsächlich die falsche. Die richtige wäre eher: wann hast du beim Laufen zuletzt einfach an was anderes gedacht. Nicht an Pace, nicht an Schlaf, nicht an Supplement. Einfach irgendwas anderes. Ich weiß bei mir: wenn ich auf einem langen Rad-Intervall an einem Arbeitsproblem rumkaue, ist das hinterher meistens mein bester Abschnitt. Weil ich nicht dabei war.
Zitat von leni_bkNur eben… laufen.
Das ist eigentlich der erste Satz in diesem Thread der kein Fragezeichen braucht. Was mich dabei aber wirklich aufhält: du beschreibst das als Ziel - "einfach nur laufen" - aber ich glaub das ist kein Ziel das du ansteuern kannst. Das passiert einfach irgendwann, wenn du aufgehört hast es als Ziel zu behandeln. Klingt zynisch, mein ich aber nicht so. Was du über die Kinder sagst ist interessant, weil ich das von Patienten in der Reha kenne - die die am schnellsten wieder auf normales Niveau kommen sind oft die die ihren Beruf körperlich fordern und gar keine Zeit haben sich selbst beim Heilen zuzuschauen. Ein Handwerker der wieder anfangen muss Kisten zu tragen macht das einfach, weil er muss. Kein Monitoring, keine Skala von 1 bis 10 wie das Knie sich anfühlt. Und irgendwie funktioniert das. Das heißt nicht dass du dir Arbeitsdruck einbauen sollst. Aber vielleicht ist die Frage "wie hör ich auf nachzudenken" tatsächlich die falsche. Die richtige wäre eher: wann hast du beim Laufen zuletzt einfach an was anderes gedacht. Nicht an Pace, nicht an Schlaf, nicht an Supplement. Einfach irgendwas anderes. Ich weiß bei mir: wenn ich auf einem langen Rad-Intervall an einem Arbeitsproblem rumkaue, ist das hinterher meistens mein bester Abschnitt. Weil ich nicht dabei war.
Zitat von leni_bk am August 15, 2026, 19:31 Uhr@markus_hh88 das mit "an was anderes denken" - ja okay das ist witzig weil ich gerade beim Laufen heute morgen tatsächlich in so einer Art Gedankenschleife war. Ich bin losgegangen und dacht die ganze Zeit an ein Kind aus meiner Gruppe das grad schwierig ist, und erst beim Heimkommen hab ich gemerkt dass ich gar nicht auf meine Pace geachtet hab. Und ehrlich... der Lauf war völlig okay obwohl ich nicht einen Moment drüber nachgedacht hab ob er "gut" war oder nicht. Was mich aber gerade komisch beschäftigt ist - und das ist vielleicht ne blöde Frage - aber wie krieg ich das auch absichtlich hin? Also nicht dass es zufällig passiert weil ich gerade was anderes im Kopf hab. Oder is das genau der Punkt, dass ich es gar nicht "absichtlich hinkriegen" kann sondern dass es einfach passiert wenn ich anfang zu laufen statt vorher schon wieder zu planen wie ich nicht-planen kann. Ich glaub das Handy ist jetzt auch schon drei Tage weg aus dem Zimmer und irgendwie... merk ich weniger davon als ich dacht hab. Nicht dass ich sofort besser schlaf oder so, aber diese ganze "verfügbar sein"-Spannung is einfach weg und das is irgendwie entspannender als ich erwartet hab. Kein Ritual, keine Messung, einfach... nicht da. Das ist seltsam, weil es so einfach ist dass ich mich frag ob ich was vergessen hab 😅
@markus_hh88 das mit "an was anderes denken" - ja okay das ist witzig weil ich gerade beim Laufen heute morgen tatsächlich in so einer Art Gedankenschleife war. Ich bin losgegangen und dacht die ganze Zeit an ein Kind aus meiner Gruppe das grad schwierig ist, und erst beim Heimkommen hab ich gemerkt dass ich gar nicht auf meine Pace geachtet hab. Und ehrlich... der Lauf war völlig okay obwohl ich nicht einen Moment drüber nachgedacht hab ob er "gut" war oder nicht. Was mich aber gerade komisch beschäftigt ist - und das ist vielleicht ne blöde Frage - aber wie krieg ich das auch absichtlich hin? Also nicht dass es zufällig passiert weil ich gerade was anderes im Kopf hab. Oder is das genau der Punkt, dass ich es gar nicht "absichtlich hinkriegen" kann sondern dass es einfach passiert wenn ich anfang zu laufen statt vorher schon wieder zu planen wie ich nicht-planen kann. Ich glaub das Handy ist jetzt auch schon drei Tage weg aus dem Zimmer und irgendwie... merk ich weniger davon als ich dacht hab. Nicht dass ich sofort besser schlaf oder so, aber diese ganze "verfügbar sein"-Spannung is einfach weg und das is irgendwie entspannender als ich erwartet hab. Kein Ritual, keine Messung, einfach... nicht da. Das ist seltsam, weil es so einfach ist dass ich mich frag ob ich was vergessen hab 😅
Zitat von markus_hh88 am August 15, 2026, 19:48 Uhr@leni_bk
Zitat von leni_bkob ich was vergessen hab
Nein, du hast nichts vergessen. Das ist einfach wie es sich anfühlt wenn etwas funktioniert ohne dass man es bewacht. Was mich an deinem letzten Post wirklich aufhält - du fragst wie du das "absichtlich hinkriegst", an was anderes zu denken. Aber die Frage beantwortet sich selbst, oder. Sobald du es absichtlich machst, ist es wieder Monitoring, nur mit anderem Inhalt. Der Lauf heute morgen hat funktioniert weil das Kind aus deiner Gruppe echte Aufmerksamkeit gebraucht hat - nicht weil du dir vorgenommen hattest abgelenkt zu sein. Das ist übrigens kein Trick den du replizieren kannst. Das ist einfach ein Leben das groß genug ist um das Training zu füllen ohne dass du dich selbst dabei beaufsichtigen musst. Was mich dabei fachlich kurz interessiert - und das ist jetzt wirklich nur eine Beobachtung, kein Ratschlag - ist dass du den Kindergartenalltag und das Laufen die ganze Zeit als getrennte Welten behandelst. Dabei ist das offensichtlich nicht so. Das eine schiebt das andere gerade an, ohne dass du was dafür tun musst. Drei Tage Handy weg, ein Lauf wo du nicht dabei warst - das ist realistisch betrachtet mehr als die meisten in so kurzer Zeit hinkriegen. Ohne Saft, ohne Produkt, ohne System.
Zitat von leni_bkob ich was vergessen hab
Nein, du hast nichts vergessen. Das ist einfach wie es sich anfühlt wenn etwas funktioniert ohne dass man es bewacht. Was mich an deinem letzten Post wirklich aufhält - du fragst wie du das "absichtlich hinkriegst", an was anderes zu denken. Aber die Frage beantwortet sich selbst, oder. Sobald du es absichtlich machst, ist es wieder Monitoring, nur mit anderem Inhalt. Der Lauf heute morgen hat funktioniert weil das Kind aus deiner Gruppe echte Aufmerksamkeit gebraucht hat - nicht weil du dir vorgenommen hattest abgelenkt zu sein. Das ist übrigens kein Trick den du replizieren kannst. Das ist einfach ein Leben das groß genug ist um das Training zu füllen ohne dass du dich selbst dabei beaufsichtigen musst. Was mich dabei fachlich kurz interessiert - und das ist jetzt wirklich nur eine Beobachtung, kein Ratschlag - ist dass du den Kindergartenalltag und das Laufen die ganze Zeit als getrennte Welten behandelst. Dabei ist das offensichtlich nicht so. Das eine schiebt das andere gerade an, ohne dass du was dafür tun musst. Drei Tage Handy weg, ein Lauf wo du nicht dabei warst - das ist realistisch betrachtet mehr als die meisten in so kurzer Zeit hinkriegen. Ohne Saft, ohne Produkt, ohne System.
Zitat von leni_bk am August 15, 2026, 19:55 Uhr@markus_hh88
Zitat von markus_hh88Das ist einfach ein Leben das groß genug ist um das Training zu füllen ohne dass du dich selbst dabei beaufsichtigen musst
das sitzt mir gerade komisch weil ich merke dass ich das immer noch nicht ganz glaub. Also nicht intellektuell aber... praktisch? Bei mir im Kindergarten ist das klar - ich hab so viel um mich rum dass ich gar nicht anders kann als präsent zu sein. Aber beim Laufen fühlt sich das immer noch nach Luxus an, so ein "ich lauf einfach und denk an was anderes"-Ding. Weil das bedeutet ja dass ich gar keine Zeit für die Selbstbeobachtung hab und irgendwie brauch ich die noch, glaub ich. Nicht um zu optimieren, sondern um mich selbst zu... bestätigen dass ich das tue? Was mich aber gerade anders fragt - und das is vielleicht die erste echte Frage statt dieses Kreisdenken - ist ob das auch nur bei mir so ist oder ob das ein generelles Ding ist. Also dass man bei Sachen die man beruflich macht automatisch präsent is, aber bei sowas Eigenem wie Sport immer noch diese ganze Bewertungsschicht mitbringt. Weil wenn das normal ist würde mich das irgendwie... weniger doof fühlen dabei 😅
Aber ehrlich gesagt merke ich auch dass ich gerade wieder in diesen Modus rutsch wo ich versuche das zu verstehen statt es einfach... sein zu lassen. Das ist so frustrierend weil ich es seh und gleichzeitig passiert es trotzdem.
Zitat von markus_hh88Das ist einfach ein Leben das groß genug ist um das Training zu füllen ohne dass du dich selbst dabei beaufsichtigen musst
das sitzt mir gerade komisch weil ich merke dass ich das immer noch nicht ganz glaub. Also nicht intellektuell aber... praktisch? Bei mir im Kindergarten ist das klar - ich hab so viel um mich rum dass ich gar nicht anders kann als präsent zu sein. Aber beim Laufen fühlt sich das immer noch nach Luxus an, so ein "ich lauf einfach und denk an was anderes"-Ding. Weil das bedeutet ja dass ich gar keine Zeit für die Selbstbeobachtung hab und irgendwie brauch ich die noch, glaub ich. Nicht um zu optimieren, sondern um mich selbst zu... bestätigen dass ich das tue? Was mich aber gerade anders fragt - und das is vielleicht die erste echte Frage statt dieses Kreisdenken - ist ob das auch nur bei mir so ist oder ob das ein generelles Ding ist. Also dass man bei Sachen die man beruflich macht automatisch präsent is, aber bei sowas Eigenem wie Sport immer noch diese ganze Bewertungsschicht mitbringt. Weil wenn das normal ist würde mich das irgendwie... weniger doof fühlen dabei 😅
Aber ehrlich gesagt merke ich auch dass ich gerade wieder in diesen Modus rutsch wo ich versuche das zu verstehen statt es einfach... sein zu lassen. Das ist so frustrierend weil ich es seh und gleichzeitig passiert es trotzdem.
Zitat von markus_hh88 am August 15, 2026, 20:13 Uhr@leni_bk
Zitat von leni_bkob das normal ist würde mich das irgendwie weniger doof fühlen
Ja, das ist normal. Und nein, das macht es nicht weniger frustrierend. Aber ich merk gerade dass du die Frage anders gestellt hast als vorher. Nicht mehr "wie krieg ich das hin" sondern "ist das bei anderen auch so". Das ist tatsächlich ein anderer Modus - du suchst keine Lösung, du willst einfach wissen ob du allein damit bist. Die Antwort ist: nein. Ich seh das bei Patienten ständig. Leute die als Handwerker, Erzieherinnen, Pflegepersonal den ganzen Tag vollkommen funktional sind - und die dann beim Thema eigenes Training plötzlich anfangen alles zu analysieren was sie beruflich nie tun würden. Ich glaub das hat damit zu tun dass der Job eine klare Außenanforderung hat. Das Kind braucht dich jetzt, also bist du jetzt da. Beim Sport bist du die einzige Außenanforderung für dich selbst, und das ist eine komische Position. Was mich dabei aber wirklich interessiert - und das frag ich dich wirklich, nicht rhetorisch - gibt es irgendeine sportliche Situation wo du das nicht hattest? Irgendwas wo du einfach gemacht hast ohne Bewertungsschicht? Nicht als Kind unbedingt, kann auch letzte Woche gewesen sein. Weil wenn ja, dann weißt du dass du es kannst. Dann ist die Frage nicht ob, sondern wann es wieder passiert.
Zitat von leni_bkob das normal ist würde mich das irgendwie weniger doof fühlen
Ja, das ist normal. Und nein, das macht es nicht weniger frustrierend. Aber ich merk gerade dass du die Frage anders gestellt hast als vorher. Nicht mehr "wie krieg ich das hin" sondern "ist das bei anderen auch so". Das ist tatsächlich ein anderer Modus - du suchst keine Lösung, du willst einfach wissen ob du allein damit bist. Die Antwort ist: nein. Ich seh das bei Patienten ständig. Leute die als Handwerker, Erzieherinnen, Pflegepersonal den ganzen Tag vollkommen funktional sind - und die dann beim Thema eigenes Training plötzlich anfangen alles zu analysieren was sie beruflich nie tun würden. Ich glaub das hat damit zu tun dass der Job eine klare Außenanforderung hat. Das Kind braucht dich jetzt, also bist du jetzt da. Beim Sport bist du die einzige Außenanforderung für dich selbst, und das ist eine komische Position. Was mich dabei aber wirklich interessiert - und das frag ich dich wirklich, nicht rhetorisch - gibt es irgendeine sportliche Situation wo du das nicht hattest? Irgendwas wo du einfach gemacht hast ohne Bewertungsschicht? Nicht als Kind unbedingt, kann auch letzte Woche gewesen sein. Weil wenn ja, dann weißt du dass du es kannst. Dann ist die Frage nicht ob, sondern wann es wieder passiert.