Erdiger Geschmack bei Roter Beete - Zubereitung schuld oder einfach so?
Zitat von rainer_w am September 11, 2026, 09:40 Uhr@n.feld das mit dem Boden - das hätte ich jetzt nicht auf dem Schirm gehabt, und das macht die ganze Sache ehrlich gesagt noch etwas mühsamer. Weil wenn ich auf dem Markt stehe und keine Ahnung hab, ob die Knolle auf Sandboden oder sonst was gewachsen ist, dann kann ich da auch nicht gezielt einkaufen. Das ist so, als würde ich in der Schlosserei Stahl kaufen ohne Werkstoffzeugnis. Man nimmt halt was da ist und hofft. Aber die Frage ob ich den Kollegen brauche, der mir sagt, was ich kaufe - das hat mich kurz erwischt, ich geb das zu. Nein, brauch ich nicht, ist ja klar. Nur ist das halt so eine Sache: wenn jemand dir von was erzählt und dich auf ne Schiene bringt, dann will man am Anfang nicht gleich als erster sagen, dass das nix für einen ist. Kennt man ja. Was ich mich jetzt aber frage, und das ist mir gerade beim Lesen von deinem letzten Absatz eingefallen - wenn der Boden so eine Rolle spielt, ob da vielleicht regional wirklich ein Unterschied ist. Ich mein, Ruhrpott ist nicht gerade für seinen Sandboden bekannt, eher das Gegenteil. Ob die Beeten die hier auf den Wochenmärkten landen, regional kommen oder von irgendwo anders, das weiß ich nicht mal. Hab da nie drauf geachtet. Vielleicht sollte ich den Markttypen mal fragen, woher die kommen, auch wenn der mich wahrscheinlich komisch anguckt. Edit: Beeten → sollte natürlich Kartoffeln oder Knollen heißen, war gerade mit den Gedanken woanders. Aber der Punkt bleibt.
@n.feld das mit dem Boden - das hätte ich jetzt nicht auf dem Schirm gehabt, und das macht die ganze Sache ehrlich gesagt noch etwas mühsamer. Weil wenn ich auf dem Markt stehe und keine Ahnung hab, ob die Knolle auf Sandboden oder sonst was gewachsen ist, dann kann ich da auch nicht gezielt einkaufen. Das ist so, als würde ich in der Schlosserei Stahl kaufen ohne Werkstoffzeugnis. Man nimmt halt was da ist und hofft. Aber die Frage ob ich den Kollegen brauche, der mir sagt, was ich kaufe - das hat mich kurz erwischt, ich geb das zu. Nein, brauch ich nicht, ist ja klar. Nur ist das halt so eine Sache: wenn jemand dir von was erzählt und dich auf ne Schiene bringt, dann will man am Anfang nicht gleich als erster sagen, dass das nix für einen ist. Kennt man ja. Was ich mich jetzt aber frage, und das ist mir gerade beim Lesen von deinem letzten Absatz eingefallen - wenn der Boden so eine Rolle spielt, ob da vielleicht regional wirklich ein Unterschied ist. Ich mein, Ruhrpott ist nicht gerade für seinen Sandboden bekannt, eher das Gegenteil. Ob die Beeten die hier auf den Wochenmärkten landen, regional kommen oder von irgendwo anders, das weiß ich nicht mal. Hab da nie drauf geachtet. Vielleicht sollte ich den Markttypen mal fragen, woher die kommen, auch wenn der mich wahrscheinlich komisch anguckt. Edit: Beeten → sollte natürlich Kartoffeln oder Knollen heißen, war gerade mit den Gedanken woanders. Aber der Punkt bleibt.
Zitat von n.feld am September 11, 2026, 09:52 UhrZitat von rainer_wob da vielleicht regional wirklich ein Unterschied ist
Das ist faktisch keine schlechte Frage, auch wenn der Marktmensch dich wahrscheinlich tatsächlich komisch anguckt. Aber den Herkunftsort zu fragen kostet nichts. Ob du damit was anfangen kannst, ist eine andere Sache, weil du den Bodentyp der jeweiligen Region dann trotzdem noch nachschlagen müsstest. Was mich an deinem Edit mehr interessiert: Ruhrgebiet ist Ballungsraum, da kommt ein erheblicher Anteil der Marktware aus dem Umland oder aus dem Großmarkt, der selbst regional kaum definiert ist. Das ist kein Vorwurf, das ist die Logistik. Sachsen hat da andere Strukturen, zumindest was ich von Märkten hier kenne - mehr Direktvermarkter, kürzere Wege. Ob das die Geosmin-Frage löst, bezweifle ich, aber die Wahrscheinlichkeit regionaler Ware ist höher. Zum Kollegen, der dich auf die Schiene gebracht hat: Das Muster kenne ich. Jemand schwärmt, man probiert aus Loyalität und sitzt dann da mit einer Knolle die nach Erde schmeckt und will das nicht eingestehen. Das hat weniger mit Rote Beete zu tun als mit sozialer Dynamik. Die Datenlage zeigt jedenfalls nicht, dass frische Knolle prinzipiell besser ist als Einlegware - das ist Narrativ, kein Befund.
Zitat von rainer_wob da vielleicht regional wirklich ein Unterschied ist
Das ist faktisch keine schlechte Frage, auch wenn der Marktmensch dich wahrscheinlich tatsächlich komisch anguckt. Aber den Herkunftsort zu fragen kostet nichts. Ob du damit was anfangen kannst, ist eine andere Sache, weil du den Bodentyp der jeweiligen Region dann trotzdem noch nachschlagen müsstest. Was mich an deinem Edit mehr interessiert: Ruhrgebiet ist Ballungsraum, da kommt ein erheblicher Anteil der Marktware aus dem Umland oder aus dem Großmarkt, der selbst regional kaum definiert ist. Das ist kein Vorwurf, das ist die Logistik. Sachsen hat da andere Strukturen, zumindest was ich von Märkten hier kenne - mehr Direktvermarkter, kürzere Wege. Ob das die Geosmin-Frage löst, bezweifle ich, aber die Wahrscheinlichkeit regionaler Ware ist höher. Zum Kollegen, der dich auf die Schiene gebracht hat: Das Muster kenne ich. Jemand schwärmt, man probiert aus Loyalität und sitzt dann da mit einer Knolle die nach Erde schmeckt und will das nicht eingestehen. Das hat weniger mit Rote Beete zu tun als mit sozialer Dynamik. Die Datenlage zeigt jedenfalls nicht, dass frische Knolle prinzipiell besser ist als Einlegware - das ist Narrativ, kein Befund.
Zitat von rainer_w am September 11, 2026, 10:13 Uhr@n.feld, das mit der sozialen Dynamik - ja, gut beschrieben, und ich will da nicht weiter drüber reden weil das stimmt und damit ist das erledigt. Was mich aber an dem letzten Absatz von dir mehr beschäftigt als die Knollenfrage selbst: du sagst "die Datenlage zeigt nicht, dass frische Knolle besser ist als Einlegware". Das ist eigentlich der erste Satz im ganzen Thread der mich wirklich aufhorchen lässt, weil ich das so noch nicht gehört hab. Weil wenn das stimmt, dann ist das Narrativ vom Kollegen - frisch gut, Glas schlecht wegen Zusätze - halt einfach Meinung ohne Grundlage. Ich mein ich hab das erstmal so hingenommen wie man halt Sachen hinnimmt wenn jemand mit Überzeugung redet. Wie wenn auf der Arbeit jemand sagt "das machen wir schon immer so", dann hinterfragt man das auch nicht gleich. Und jetzt kommt mir noch was, was ich bis jetzt noch gar nicht angesprochen hab: was sind das eigentlich für Zusätze die im Glas drin sind? Ich hab ehrlich gesagt noch nie die Zutatenliste gelesen, hab das Glas einfach immer aufgemacht und gegessen. Wenn da nur Essig, Salz und Zucker drin ist, dann ist das ja was anderes als wenn da irgendwelche Konservierungsnummern stehen. Das wäre dann eher eine Einkaufsfrage als eine Prinzipienfrage. Vielleicht schau ich das heute abend mal nach, liegt bestimmt noch ein Glas im Keller.
@n.feld, das mit der sozialen Dynamik - ja, gut beschrieben, und ich will da nicht weiter drüber reden weil das stimmt und damit ist das erledigt. Was mich aber an dem letzten Absatz von dir mehr beschäftigt als die Knollenfrage selbst: du sagst "die Datenlage zeigt nicht, dass frische Knolle besser ist als Einlegware". Das ist eigentlich der erste Satz im ganzen Thread der mich wirklich aufhorchen lässt, weil ich das so noch nicht gehört hab. Weil wenn das stimmt, dann ist das Narrativ vom Kollegen - frisch gut, Glas schlecht wegen Zusätze - halt einfach Meinung ohne Grundlage. Ich mein ich hab das erstmal so hingenommen wie man halt Sachen hinnimmt wenn jemand mit Überzeugung redet. Wie wenn auf der Arbeit jemand sagt "das machen wir schon immer so", dann hinterfragt man das auch nicht gleich. Und jetzt kommt mir noch was, was ich bis jetzt noch gar nicht angesprochen hab: was sind das eigentlich für Zusätze die im Glas drin sind? Ich hab ehrlich gesagt noch nie die Zutatenliste gelesen, hab das Glas einfach immer aufgemacht und gegessen. Wenn da nur Essig, Salz und Zucker drin ist, dann ist das ja was anderes als wenn da irgendwelche Konservierungsnummern stehen. Das wäre dann eher eine Einkaufsfrage als eine Prinzipienfrage. Vielleicht schau ich das heute abend mal nach, liegt bestimmt noch ein Glas im Keller.
Zitat von n.feld am September 11, 2026, 10:54 UhrDas ist faktisch die richtige Frage, und sie hätte früher kommen können. Die meisten Einlegegläser, die ich kenne, haben eine überschaubare Zutatenliste: Rote Beete, Wasser, Essig, Zucker, Salz, manchmal Gewürze. Das war's. Konservierungsstoffe sind da seltener als das Narrativ vermuten lässt, weil das saure Milieu das weitgehend übernimmt. Sterilisierung macht den Rest. Das Wort "Zusätze" ist in dem Kontext meistens Marketingsprache in umgekehrter Richtung - nicht um ein Produkt zu verkaufen, sondern um das andere schlechtzureden. Funktioniert genauso gut. @rainer_w, wenn du das Glas aus dem Keller holst: schau auf den pH-Wert, der steht manchmal drauf, öfter aber nicht. Was du siehst ist die Zutatenliste, und wenn da kein E-Nummer-Block steht, ist das Glas wahrscheinlich unspektakulärer als dein Kollege dir glauben machen will. Die Frage, ob Vitamine durch den Pasteurisierungsprozess verloren gehen, ist realer, aber das ist ein anderes Thema und ob das für jemanden relevant ist, der gelegentlich Rote Beete isst, bezweifle ich. Konkret gesagt: frisch versus Glas ist keine Prinzipienfrage, sondern eine Frage, was du gerade brauchst. Wer das zur Prinzipienfrage macht, hat meistens andere Interessen. Edit: Kleine Kommakorrektur bei den Einlegegläsern und bei den Fragen. Das liest sich flüssiger.
Das ist faktisch die richtige Frage, und sie hätte früher kommen können. Die meisten Einlegegläser, die ich kenne, haben eine überschaubare Zutatenliste: Rote Beete, Wasser, Essig, Zucker, Salz, manchmal Gewürze. Das war's. Konservierungsstoffe sind da seltener als das Narrativ vermuten lässt, weil das saure Milieu das weitgehend übernimmt. Sterilisierung macht den Rest. Das Wort "Zusätze" ist in dem Kontext meistens Marketingsprache in umgekehrter Richtung - nicht um ein Produkt zu verkaufen, sondern um das andere schlechtzureden. Funktioniert genauso gut. @rainer_w, wenn du das Glas aus dem Keller holst: schau auf den pH-Wert, der steht manchmal drauf, öfter aber nicht. Was du siehst ist die Zutatenliste, und wenn da kein E-Nummer-Block steht, ist das Glas wahrscheinlich unspektakulärer als dein Kollege dir glauben machen will. Die Frage, ob Vitamine durch den Pasteurisierungsprozess verloren gehen, ist realer, aber das ist ein anderes Thema und ob das für jemanden relevant ist, der gelegentlich Rote Beete isst, bezweifle ich. Konkret gesagt: frisch versus Glas ist keine Prinzipienfrage, sondern eine Frage, was du gerade brauchst. Wer das zur Prinzipienfrage macht, hat meistens andere Interessen. Edit: Kleine Kommakorrektur bei den Einlegegläsern und bei den Fragen. Das liest sich flüssiger.
Zitat von rainer_w am September 11, 2026, 11:04 UhrZitat von n.feldfrisch versus Glas ist keine Prinzipienfrage, sondern eine Frage was du gerade brauchst
@n.feld, ja, das leuchtet mir ein, und ich sag das nicht weil ich mich jetzt bekehrt fühle sondern weil das schlicht logisch ist. Draußen wird gerade wieder grau, typisch Ruhrpott im September, passt irgendwie. Aber gut, zurück zur Sache. Was mich an dem Vitamin-Hinweis kurz aufhorchen lässt, auch wenn du das gleich wieder relativiert hast: du sagst das ist ein anderes Thema, und ich glaub dir das, aber genau da fängt ja das Narrativ vom Kollegen eigentlich an. Der hat mir nämlich nicht gesagt, Glas ist schlechter wegen dem Geschmack, der hat gesagt, da sind keine Nährstoffe mehr drin nach dem Einkochen. Ob das stimmt oder auch so eine umgekehrte Marketinggeschichte ist weiß ich halt nicht. Ich mein, ich bin kein Chemiker, ich hab Metall bearbeitet, kein Gemüse. Wenn Pasteurisieren wirklich relevante Mengen von irgendwas killt, dann wäre das ein echtes Argument, kein Bauchgefühl-Argument. Und wenn nicht, dann ist das halt wieder so ein Satz der gut klingt aber nix dahinter hat. Das wäre eigentlich das einzige was mich noch zum Glas zurückzieht, nicht der Geschmack, nicht die Zusätze, sondern die Frage ob da nach dem Einkochen überhaupt noch was drin ist was dem Körper nutzt. Weil darum geht es mir ja ursprünglich - ich wollt das wegen dem Radeln ausprobieren, nicht weil mir der Geschmack so abgeht.
Zitat von n.feldfrisch versus Glas ist keine Prinzipienfrage, sondern eine Frage was du gerade brauchst
@n.feld, ja, das leuchtet mir ein, und ich sag das nicht weil ich mich jetzt bekehrt fühle sondern weil das schlicht logisch ist. Draußen wird gerade wieder grau, typisch Ruhrpott im September, passt irgendwie. Aber gut, zurück zur Sache. Was mich an dem Vitamin-Hinweis kurz aufhorchen lässt, auch wenn du das gleich wieder relativiert hast: du sagst das ist ein anderes Thema, und ich glaub dir das, aber genau da fängt ja das Narrativ vom Kollegen eigentlich an. Der hat mir nämlich nicht gesagt, Glas ist schlechter wegen dem Geschmack, der hat gesagt, da sind keine Nährstoffe mehr drin nach dem Einkochen. Ob das stimmt oder auch so eine umgekehrte Marketinggeschichte ist weiß ich halt nicht. Ich mein, ich bin kein Chemiker, ich hab Metall bearbeitet, kein Gemüse. Wenn Pasteurisieren wirklich relevante Mengen von irgendwas killt, dann wäre das ein echtes Argument, kein Bauchgefühl-Argument. Und wenn nicht, dann ist das halt wieder so ein Satz der gut klingt aber nix dahinter hat. Das wäre eigentlich das einzige was mich noch zum Glas zurückzieht, nicht der Geschmack, nicht die Zusätze, sondern die Frage ob da nach dem Einkochen überhaupt noch was drin ist was dem Körper nutzt. Weil darum geht es mir ja ursprünglich - ich wollt das wegen dem Radeln ausprobieren, nicht weil mir der Geschmack so abgeht.
Zitat von n.feld am September 11, 2026, 11:07 UhrZitat von rainer_wob da nach dem Einkochen überhaupt noch was drin ist was dem Körper nutzt
Das ist faktisch die Frage die sich lohnt, und da kann ich konkreter werden als beim Geosmin. Hitzelabile Vitamine, konkret Vitamin C und Folat, gehen beim Pasteurisieren teilweise verloren. Das ist kein Mythos. Die Frage ist ob das relevant ist. Rote Beete ist jetzt keine besonders dichte Quelle für Vitamin C, da gibt es deutlich ergiebigere Optionen. Was aber beim Einkochen weitgehend erhalten bleibt: Nitrat. Und wenn ich richtig verstehe warum du das wegen dem Radeln probieren willst, dann ist Nitrat der Stoff der dich interessiert - der wird in Nitrit umgewandelt, das erweitert Gefäße, das ist die Grundlage hinter dem ganzen Ausdauersport-Narrativ. Nitrat ist thermisch stabil, das überlebt Pasteurisierung problemlos. Konkret gesagt: wenn das der Hintergrund ist, ist die Frisch-versus-Glas-Frage für deinen Zweck ziemlich egal. Der Kollege hat da ein Argument verwendet das für Vitamin C gilt aber nicht für das was beim Radeln tatsächlich wirken soll. Ob Rote Beete in den Mengen die realistisch jemand isst überhaupt messbar was bringt beim Ausdauersport, das ist nochmal eine andere Frage. Die Studien die ich dazu kenne sind oft mit sehr hohen Dosen gemacht worden, Rote-Beete-Saft in Mengen die kein normaler Mensch nebenbei trinkt. Aber das geht jetzt in Richtung Supplements-Diskussion und da bin ich raus. Edit: Kleine Korrektur - beim Pasteurisieren (also bei moderaten Temperaturen) gehen die Vitamine weniger verloren als beim intensiven Hocherhitzen. Für die Nitrat-Stabilität macht das aber keinen Unterschied, der Punkt bleibt bestehen.
Zitat von rainer_wob da nach dem Einkochen überhaupt noch was drin ist was dem Körper nutzt
Das ist faktisch die Frage die sich lohnt, und da kann ich konkreter werden als beim Geosmin. Hitzelabile Vitamine, konkret Vitamin C und Folat, gehen beim Pasteurisieren teilweise verloren. Das ist kein Mythos. Die Frage ist ob das relevant ist. Rote Beete ist jetzt keine besonders dichte Quelle für Vitamin C, da gibt es deutlich ergiebigere Optionen. Was aber beim Einkochen weitgehend erhalten bleibt: Nitrat. Und wenn ich richtig verstehe warum du das wegen dem Radeln probieren willst, dann ist Nitrat der Stoff der dich interessiert - der wird in Nitrit umgewandelt, das erweitert Gefäße, das ist die Grundlage hinter dem ganzen Ausdauersport-Narrativ. Nitrat ist thermisch stabil, das überlebt Pasteurisierung problemlos. Konkret gesagt: wenn das der Hintergrund ist, ist die Frisch-versus-Glas-Frage für deinen Zweck ziemlich egal. Der Kollege hat da ein Argument verwendet das für Vitamin C gilt aber nicht für das was beim Radeln tatsächlich wirken soll. Ob Rote Beete in den Mengen die realistisch jemand isst überhaupt messbar was bringt beim Ausdauersport, das ist nochmal eine andere Frage. Die Studien die ich dazu kenne sind oft mit sehr hohen Dosen gemacht worden, Rote-Beete-Saft in Mengen die kein normaler Mensch nebenbei trinkt. Aber das geht jetzt in Richtung Supplements-Diskussion und da bin ich raus. Edit: Kleine Korrektur - beim Pasteurisieren (also bei moderaten Temperaturen) gehen die Vitamine weniger verloren als beim intensiven Hocherhitzen. Für die Nitrat-Stabilität macht das aber keinen Unterschied, der Punkt bleibt bestehen.
Zitat von rainer_w am September 11, 2026, 11:10 Uhr@n.feld okay, das mit dem Nitrat - das ist jetzt der erste Punkt in diesem ganzen Thread wo ich denke, da wird's für mich persönlich konkret. Weil genau darum geht's mir ja, nicht um Geschmack oder Prinzipien oder was der Kollege meint.
Zitat von n.feldDie Studien die ich dazu kenne sind oft mit sehr hohen Dosen gemacht worden
das kenn ich von woanders her, dieses Muster. In der Schlosserei gab's auch immer Datenblätter wo Materialeigenschaften unter Laborbedingungen angegeben waren, und dann hast du in der Praxis gemerkt, dass das unter normalen Bedingungen halb so wild ist. Ich glaub dir das also sofort. Was mich jetzt aber wirklich beschäftigt: wenn die Studien mit Saft in hohen Dosen gemacht wurden, was heißt das konkret für die Menge die ich bräuchte um überhaupt irgendwas zu merken beim Radeln. Ich mach keine Wettkampftouren, ich fahr halt meine 50, 60 km, manchmal mehr, aber kein Leistungssport. Ob da ein normales Glas Rote Beete einmal die Woche irgendwas bewegt, da hab ich meine Zweifel, mal ehrlich. Das klingt eher nach einer Menge die man täglich runterschütten müsste, und dann wäre ich wieder bei dem Betanio-Kram oder sowas ähnlichem, und das wollte ich eigentlich nicht. Vielleicht ist das das ernüchterndste Fazit von allem: ich hab mir da was erhofft und die Realität ist, dass es für meinen Anwendungsfall schlicht zu wenig ist um einen echten Unterschied zu machen. Oder ich merk's einfach nicht weil ich kein Messgerät bin.
@n.feld okay, das mit dem Nitrat - das ist jetzt der erste Punkt in diesem ganzen Thread wo ich denke, da wird's für mich persönlich konkret. Weil genau darum geht's mir ja, nicht um Geschmack oder Prinzipien oder was der Kollege meint.
Zitat von n.feldDie Studien die ich dazu kenne sind oft mit sehr hohen Dosen gemacht worden
das kenn ich von woanders her, dieses Muster. In der Schlosserei gab's auch immer Datenblätter wo Materialeigenschaften unter Laborbedingungen angegeben waren, und dann hast du in der Praxis gemerkt, dass das unter normalen Bedingungen halb so wild ist. Ich glaub dir das also sofort. Was mich jetzt aber wirklich beschäftigt: wenn die Studien mit Saft in hohen Dosen gemacht wurden, was heißt das konkret für die Menge die ich bräuchte um überhaupt irgendwas zu merken beim Radeln. Ich mach keine Wettkampftouren, ich fahr halt meine 50, 60 km, manchmal mehr, aber kein Leistungssport. Ob da ein normales Glas Rote Beete einmal die Woche irgendwas bewegt, da hab ich meine Zweifel, mal ehrlich. Das klingt eher nach einer Menge die man täglich runterschütten müsste, und dann wäre ich wieder bei dem Betanio-Kram oder sowas ähnlichem, und das wollte ich eigentlich nicht. Vielleicht ist das das ernüchterndste Fazit von allem: ich hab mir da was erhofft und die Realität ist, dass es für meinen Anwendungsfall schlicht zu wenig ist um einen echten Unterschied zu machen. Oder ich merk's einfach nicht weil ich kein Messgerät bin.
Zitat von n.feld am September 11, 2026, 11:24 UhrZitat von rainer_wich merk's einfach nicht weil ich kein Messgerät bin
Das ist faktisch die ehrlichste Einschätzung im ganzen Thread, und ich sehe das ähnlich. 50-60 km Radeln ohne Wettkampfanspruch - da ist die Frage ob man überhaupt eine Wirkung messen könnte, selbst wenn sie real wäre. Der menschliche Körper ist ein schlechtes Messinstrument für kleine Effekte, weil zu viele Variablen gleichzeitig laufen. Schlaf, Tagesform, Strecke, Wind. Was ich noch nicht gesagt habe: die Studien mit Rote-Beete-Saft die ich kenne haben oft mit 500ml aufwärts gearbeitet, täglich, über Wochen. Das ist kein Glas Einlegeknolle einmal die Woche, das ist eine andere Größenordnung. Ob du da jemals einen Unterschied spürst, bezweifle ich nicht aus Pessimismus sondern weil die Dosis einfach nicht passt. Was ich dir aber nicht sagen will: lass es deshalb bleiben. Rote Beete ist ein Lebensmittel, kein Supplement. Wenn es dir schmeckt, isst du es. Wenn nicht, nicht. Der Fehler passiert meistens wenn Leute anfangen, Essen nach Wirkstoffprofilen zu optimieren anstatt danach ob es ihnen gut tut und sie es mögen. Das Betanio-Kram-Muster, das du selbst angesprochen hast, ist genau das. @rainer_w, ich glaub du hast das eigentlich schon selbst eingeordnet.
Zitat von rainer_wich merk's einfach nicht weil ich kein Messgerät bin
Das ist faktisch die ehrlichste Einschätzung im ganzen Thread, und ich sehe das ähnlich. 50-60 km Radeln ohne Wettkampfanspruch - da ist die Frage ob man überhaupt eine Wirkung messen könnte, selbst wenn sie real wäre. Der menschliche Körper ist ein schlechtes Messinstrument für kleine Effekte, weil zu viele Variablen gleichzeitig laufen. Schlaf, Tagesform, Strecke, Wind. Was ich noch nicht gesagt habe: die Studien mit Rote-Beete-Saft die ich kenne haben oft mit 500ml aufwärts gearbeitet, täglich, über Wochen. Das ist kein Glas Einlegeknolle einmal die Woche, das ist eine andere Größenordnung. Ob du da jemals einen Unterschied spürst, bezweifle ich nicht aus Pessimismus sondern weil die Dosis einfach nicht passt. Was ich dir aber nicht sagen will: lass es deshalb bleiben. Rote Beete ist ein Lebensmittel, kein Supplement. Wenn es dir schmeckt, isst du es. Wenn nicht, nicht. Der Fehler passiert meistens wenn Leute anfangen, Essen nach Wirkstoffprofilen zu optimieren anstatt danach ob es ihnen gut tut und sie es mögen. Das Betanio-Kram-Muster, das du selbst angesprochen hast, ist genau das. @rainer_w, ich glaub du hast das eigentlich schon selbst eingeordnet.
Zitat von rainer_w am September 11, 2026, 11:42 UhrZitat von n.feldlass es deshalb bleiben
@n.feld ja, das nehm ich so mit, und ich merk dass du da eigentlich schon weißt wo ich stehe. Aber jetzt ist mir noch was anderes in den Kopf gekommen, was mit dem Thread nix zu tun hat aber irgendwie schon. Wenn ich das richtig versteh, sagst du - Essen bleibt Essen, kein Supplement draus machen. Das leuchtet mir ein, wirklich. Nur ist das dann auch das Argument gegen Betanio und den ganzen Konzentrat-Kram, ne? Weil die verkaufen ja im Grunde genau das: Rote Beete als optimiertes Wirkstoffpaket. Und wenn ich jetzt hier lern dass selbst bei echter Knolle die Dosis für irgendwas Messbares kaum reicht, dann ist so ein Konzentrat entweder wirklich die einzige sinnvolle Menge - oder es ist einfach das gleiche Narrativ in teuer. Ich neige zu letzterem, mal ehrlich. Mein Arbeitskollege der mich überhaupt auf das Thema gebracht hat, der schluckt das Betanio-Zeug seit ein paar Monaten und schwört drauf. Aber der schläft auch besser seit dem, sagt er. Ob das kausal ist oder ob er einfach grade weniger Stress hat, weiß ich nicht und er weiß es auch nicht, er merkt's halt. Ich bin da skeptischer als er. Vielleicht liegt's auch daran dass ich heute müder bin als sonst und alles etwas grauer aussieht als es ist.
Zitat von n.feldlass es deshalb bleiben
@n.feld ja, das nehm ich so mit, und ich merk dass du da eigentlich schon weißt wo ich stehe. Aber jetzt ist mir noch was anderes in den Kopf gekommen, was mit dem Thread nix zu tun hat aber irgendwie schon. Wenn ich das richtig versteh, sagst du - Essen bleibt Essen, kein Supplement draus machen. Das leuchtet mir ein, wirklich. Nur ist das dann auch das Argument gegen Betanio und den ganzen Konzentrat-Kram, ne? Weil die verkaufen ja im Grunde genau das: Rote Beete als optimiertes Wirkstoffpaket. Und wenn ich jetzt hier lern dass selbst bei echter Knolle die Dosis für irgendwas Messbares kaum reicht, dann ist so ein Konzentrat entweder wirklich die einzige sinnvolle Menge - oder es ist einfach das gleiche Narrativ in teuer. Ich neige zu letzterem, mal ehrlich. Mein Arbeitskollege der mich überhaupt auf das Thema gebracht hat, der schluckt das Betanio-Zeug seit ein paar Monaten und schwört drauf. Aber der schläft auch besser seit dem, sagt er. Ob das kausal ist oder ob er einfach grade weniger Stress hat, weiß ich nicht und er weiß es auch nicht, er merkt's halt. Ich bin da skeptischer als er. Vielleicht liegt's auch daran dass ich heute müder bin als sonst und alles etwas grauer aussieht als es ist.
Zitat von n.feld am September 11, 2026, 12:13 UhrZitat von rainer_wob das kausal ist oder ob er einfach grade weniger Stress hat
@rainer_w, genau das ist der Punkt. Der Kollege kann das nicht wissen, und das ist kein Vorwurf, das ist schlicht wie subjektive Wahrnehmung funktioniert. Wenn jemand etwas nimmt und sich besser fühlt, sucht das Gehirn automatisch nach Kausalität. Das nennt sich Confirmation Bias, ist gut beschrieben, und Supplements-Hersteller wissen das und bauen ihr Geschäftsmodell darauf auf. Das Betanio-Muster, das du selbst schon erkannt hast: die verkaufen die Konzentration als Argument. "Aus dem Essen kriegst du zu wenig, also kauf das hier." Das ist faktisch ein cleveres Narrativ, weil es sogar stimmt - aber die Schlussfolgerung ist falsch. Wenn die Dosis aus normaler Knolle für einen messbaren Effekt nicht reicht, folgt daraus nicht zwingend, dass das Konzentrat dann eben die richtige Menge liefert und deshalb funktioniert. Es folgt eher, dass der Effekt vielleicht schlicht nicht so groß ist wie behauptet, egal wie konzentriert. Was mich an deinem letzten Satz etwas stört: "vielleicht liegt's auch daran dass ich heute müder bin". Das ist eigentlich das Gegenteil von dem was du gerade über deinen Kollegen gesagt hast. Du erkennst beim Kollegen, dass Tagesform die Wahrnehmung verzerrt - und dann machst du bei dir dasselbe. Ich mein das nicht als Kritik, ich merk das bei mir auch.
Zitat von rainer_wob das kausal ist oder ob er einfach grade weniger Stress hat
@rainer_w, genau das ist der Punkt. Der Kollege kann das nicht wissen, und das ist kein Vorwurf, das ist schlicht wie subjektive Wahrnehmung funktioniert. Wenn jemand etwas nimmt und sich besser fühlt, sucht das Gehirn automatisch nach Kausalität. Das nennt sich Confirmation Bias, ist gut beschrieben, und Supplements-Hersteller wissen das und bauen ihr Geschäftsmodell darauf auf. Das Betanio-Muster, das du selbst schon erkannt hast: die verkaufen die Konzentration als Argument. "Aus dem Essen kriegst du zu wenig, also kauf das hier." Das ist faktisch ein cleveres Narrativ, weil es sogar stimmt - aber die Schlussfolgerung ist falsch. Wenn die Dosis aus normaler Knolle für einen messbaren Effekt nicht reicht, folgt daraus nicht zwingend, dass das Konzentrat dann eben die richtige Menge liefert und deshalb funktioniert. Es folgt eher, dass der Effekt vielleicht schlicht nicht so groß ist wie behauptet, egal wie konzentriert. Was mich an deinem letzten Satz etwas stört: "vielleicht liegt's auch daran dass ich heute müder bin". Das ist eigentlich das Gegenteil von dem was du gerade über deinen Kollegen gesagt hast. Du erkennst beim Kollegen, dass Tagesform die Wahrnehmung verzerrt - und dann machst du bei dir dasselbe. Ich mein das nicht als Kritik, ich merk das bei mir auch.