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Rote Bete, Magnesium, Protein - wer hat wirklich aufgehört und was passierte dann?

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@kb_91 die Frage an deinen Kollegen ist eigentlich ziemlich gut. Ob er es auch nähme wenn keiner zuschaut. Das ist eine Frage die ich mir für das Rote-Bete-Konzentrat gerade selbst stelle - und die Antwort ist ja, ich nehme es auch bei Ausfahrten wo ich allein unterwegs bin und niemandem davon erzähle. Was nicht heißt, dass ich damit beweise dass es wirkt. Aber es heißt zumindest, dass der soziale Anteil bei mir da kleiner ist als beim Magnesium damals.

Zitat von kb_91

viele leute vermischen das einfach

Ja, das stimmt. Und ich glaube, ich mache das auch - aber mit einem gewissen Bewusstsein dafür. Das klingt jetzt wie eine Ausrede, ist es vielleicht auch. Was mich bei deinem Beitrag aber mehr beschäftigt als die Aminosäuren-Anekdote: du sagst "das reicht" in Bezug auf Gefühl als Orientierung. Ich bin da nicht ganz so entspannt. Nicht weil ich glaube, dass man alles messen muss. Sondern weil "das reicht" manchmal dazu führt, dass man gar nicht mehr nachfragt. Und das ist ja genau das Muster das wir seit heute Mittag beschreiben - man hört auf zu fragen weil das Gefühl angenehm genug ist. Wobei ich zugebe, dass ich das gerade möglicherweise zu weit treibe. Manchmal ist eine Banane einfach eine Banane.

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Rennrad ist kein Hobby, das ist Therapie.

@rennradrenate die Bananen-Kurve am Ende gefällt mir, aber da ist noch was dran das mich stört.

Zitat von kb_91

ob er das auch nähme wenn er allein trainiert und keiner sieht dass ers nimmt

Hab ich selbst getestet, kann ich sagen. Ich nehm mein Rote Bete-Zeug vor Ausfahrten auch wenn ich allein rausfahre und niemandem davon erzähl. Aber ich nehm es nicht vor jedem kurzen Tritt nach der Arbeit. Nur wenn ich was vorhab. Und das ist eigentlich der Punkt der hier noch fehlt: die meisten von uns nehmen Zeug nicht einfach täglich blind, sondern situationsabhängig. Das ist schon eine Art Filter. Kein Protokoll, aber auch nicht gar nichts. Was mich bei dem ganzen Thread gerade mehr aufregt: ihr dreht euch um die Frage ob Erleben reicht oder nicht - aber keiner hat gefragt was eigentlich der Unterschied ist zwischen "nichts gemerkt beim Absetzen" und "hat nicht geschadet beim Nehmen". Das ist nämlich nicht dasselbe. Wenn ich drei Monate Betanio PLUS genommen hab und beim Absetzen nichts merke, heißt das nicht zwingend dass es vorher nichts gemacht hat. Könnte sein dass der Effekt real war aber weggefallen ist ohne dass ich den Wegfall als Einbruch registrier. Der Körper adaptiert halt. Ich sag damit nicht dass Magnesium wirkt wenn man's nicht braucht. Das Ding ist: "kein Unterschied beim Absetzen" ist genauso wenig Beweis wie "kein Unterschied beim Nehmen". Beide Richtungen haben das gleiche Problem.

@rennradwolf der Punkt mit der Adaptation ist tatsächlich neu in diesem Thread und ich finde, er verdient mehr als eine kurze Erwähnung.

Zitat von rennradwolf

kein Unterschied beim Absetzen ist genauso wenig Beweis wie kein Unterschied beim Nehmen

Ja. Das stimmt formal. Aber ich glaube, da steckt eine Asymmetrie drin, die du ein bisschen übersiehst. Wenn der Körper sich an einen Effekt so vollständig adaptiert hat, dass ich beim Absetzen gar nichts merke - dann stellt sich die Frage, was genau da eigentlich noch geleistet wird. Eine Adaptation die so gründlich ist, dass sie unsichtbar wird, ist für den Alltag funktional dasselbe wie kein Effekt. Das klingt jetzt spitzfindig, ich weiß. Was mich aber bei deinem Beitrag wirklich beschäftigt ist das Wort "situationsabhängig". Das hast du beiläufig reingeworfen, aber ich finde das interessanter als die ganze Adaptations-Debatte. Ich mache das beim Rote-Bete-Konzentrat genauso - nicht vor jeder Runde, sondern wenn ich etwas vorhabe. Und das ist, wenn ich ehrlich bin, ein anderer Umgang als "täglich eine Tablette weil das halt dazugehört". Das eine ist eine Entscheidung, das andere ist Gewohnheit die sich selbst unsichtbar gemacht hat. Ob das einen Unterschied in der Wirkung macht, weiß ich nicht. Aber ich glaube, es macht einen Unterschied darin, ob man überhaupt noch merkt was man da eigentlich tut.

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Rennrad ist kein Hobby, das ist Therapie.

@rennradrenate

Zitat von rennradrenate

eine Adaptation die so gründlich ist, dass sie unsichtbar wird, ist für den Alltag funktional dasselbe wie kein Effekt

Nein, das stimmt so nicht. Funktional dasselbe klingt logisch, ist aber ein Denkfehler. Wenn ich mein Hinterrad aufpumpe und danach normal fahre, merk ich auch nicht aktiv dass das Rad aufgepumpt ist. Der Effekt ist trotzdem real. Das "nicht merken" sagt nichts über die Ursache. Aber ich will eigentlich auf was anderes raus. Du machst hier seit heute Mittag einen Unterschied zwischen Entscheidung und Gewohnheit, und ich glaub das ist zwar nett formuliert, aber am Ende auch wieder ein Gefühl. Ich nehme das Rote Bete situationsabhängig ja. Aber warum genau vor einer langen Ausfahrt und nicht vor einer kurzen? Weil ich irgendwann entschieden hab dass es "Sinn macht ab einer gewissen Belastung". Das war keine Analyse. Das war Bauchgefühl das sich dann als System verkleidet hat. Das Ding ist: unsere ganzen Entscheidungen im Sport sehen im Nachhinein strukturierter aus als sie es im Moment waren. Ich kenn das von mir. Ich erzähl dann "ich nehm das nur situationsabhängig" und das klingt reflektiert. War aber ursprünglich einfach so entstanden weil ich mal keine Lust hatte es vor einer Feierabendrunde rauszukramen. Ich will damit nicht sagen dass der Unterschied zwischen Gewohnheit und Entscheidung egal ist. Aber er ist kleiner als er in deinem Post klingt.

@rennradwolf das Hinterrad-Beispiel ist gut, kann ich so nicht unterschreiben aber ich versteh worauf du raus willst. Was mich da aber stört: beim Hinterrad weißt du vorher, was aufgepumpt wurde und auf welchen Druck. Du hast eine Ausgangsgröße. Das fehlt doch bei fast allem was wir hier diskutieren komplett. Ich weiß nicht wie viel Nitrat ich ohne Betanio PLUS über die Woche aufnehme - je nachdem was ich gegessen hab variiert das doch eh schon stark.

Zitat von rennradwolf

ursprünglich einfach so entstanden weil ich mal keine Lust hatte

das ist ehrlich, Punkt. Aber ich glaub genau da liegt was, das noch keiner in diesem Thread angesprochen hat. Zwischen "ich hab keine Lust" und "ich entscheid mich bewusst dagegen" liegt im Moment selbst vielleicht kein Unterschied - aber danach schon. Was du draus machst, ob du dir das nächste mal wieder sagst "ach egal" oder ob du irgendwann merkst dass du immer bei kurzen Runden drauf verzichtest ohne Einbuße - das ist der Lerneffekt. Oder eben nicht. Ich hab das letzte Woche gemerkt. Freitagabend nach dem Spätdienst, kurze Runde um den Kopf frei zu kriegen. Kein Rote Bete, keine Zeit, kein Unterschied. War ne gute Runde. Aber ich wüsste trotzdem nicht ob ich das jetzt als Beweis werte oder als Zufall.

melde mich nochmal kurz war die letzten Tage viel um die Ohren in der Werkstatt.

Zitat von rennradrenate

ich nehme das auch bei Ausfahrten wo ich allein unterwegs bin

das hat mich ehrlich gesagt länger beschäftigt als ich gedacht hätte. Weil ich genau das als Argument nicht gelten lassen will - und trotzdem ist da was dran. @rote_socke_83 dein Freitagsbeispiel trifft mich mehr als der ganze Adaptations-Diskurs davor. Kurze Runde, kein Zeug, gute Runde. Und dann weißt du nicht was du damit anfangen sollst. Das kenn ich. Aber ich glaub das ist eigentlich die ehrlichste Aussage die man machen kann - und die meisten machen sie nicht, weil sie sich dann fragen müssten warum sie überhaupt was kaufen. Kleines Update von mir: ich hab die letzten zwei Wochen vor jeder Ausfahrt bewusst drauf geachtet wie ich in die ersten zwanzig Minuten reinkomme. Ohne irgendwas vorher. Ergebnis - nix Besonderes. Weder besser noch schlechter. Aber ich hab gemerkt dass ich das früher nie so gemacht hab. Ich hab einfach irgendwas probiert ohne vorher zu wissen wie der Ausgangszustand ist. Das hat mich @rennradrenate eigentlich schon im ersten Post erwischt, ich hab's damals nur nicht direkt zugegeben. Was mich jetzt aber wirklich stört: ich hab das meinem Sohn letzte Woche noch empfohlen, vor nem Vereinsrennen. Irgendwas mit Elektrolyten. Ohne Grundlage. Schon wieder.

@rennradbernd das mit dem Sohn ist das einzige in diesem ganzen Thread, das mich wirklich kurz gestoppt hat. Nicht weil's schlimm ist - sondern weil du's diesmal selbst gemerkt hast. Direkt danach. Das ist eigentlich der Unterschied zu früher, oder?

Zitat von rennradbernd

schon wieder

Ja. Aber "schon wieder" mit Bewusstsein ist was anderes als einfach so. Ich will das nicht schönreden, aber ich find das ehrlich gesagt relevanter als die ganze Adaptations-Debatte der letzten Beiträge. Was mich dabei beschäftigt - und das ist noch nicht drin im Thread - ist die Frage wem gegenüber wir eigentlich rechenschaftspflichtig sind. Bei meinen Kindern würd ich nie was empfehlen ohne kurz nachzudenken ob ich das selbst überprüft hab. Und trotzdem rutsche ich da vermutlich genauso rein. Meine Älteste fragt mich manchmal Sachen über Training und ich red dann mit einer Selbstsicherheit die ich bei näherer Betrachtung gar nicht hab. Das ist ne andere Qualität als wenn man's einem Vereinskollegen erzählt. Der kann selbst einschätzen. Kinder filtern das nicht so. Ich weiß nicht warum mir das erst jetzt auffällt, nach 40 Minuten Lesen hier.

@rote_socke_83 der Punkt mit den Kindern ist tatsächlich der, der mich hier reinholt.

Zitat von rote_socke_83

Kinder filtern das nicht so

Ja. Und ich glaube, da liegt ein Mechanismus drin, den man im Sport-Supplement-Kontext fast nie benennt. Wenn ich einem Patienten in der Praxis etwas sage, dann weiß der, dass ich einen Beruf habe und Interessen - der kann gegenfragen, der hat eine eigene Einschätzung. Bei Kindern oder Teenagern ist das anders. Die konstruieren sich gerade erst, wie Glaubwürdigkeit aussieht. Und wenn jemand mit Autorität - Vater, Trainer, älterer Vereinskollege - sagt "nimm das vor dem Rennen", dann sitzt das. Was mich dabei beruflich beschäftigt: ich sehe das in der Praxis bei jungen Sportlern. Die kommen manchmal mit einem Supplement-Stack der eindeutig nicht von ihnen selbst zusammengestellt wurde. Und wenn man fragt woher, kommt fast immer ein Erwachsener als Quelle. Kein böser Wille dahinter, das ist mir klar. Aber die Kette "hat mir nicht geschadet" weiterempfehlen, die @rennradbernd schon früh im Thread beschrieben hat, die trifft Jüngere anders als Gleichaltrige. Das Samstag-Rennen-Szenario kenne ich übrigens auch von mir - ich hab meiner Nichte mal erklärt warum Magnesium "bei Muskeln generell gut" sei. War irgendwann letztes Jahr. Ich hab keine Ahnung mehr warum ich das so sicher klang.

@markus_hh88 das mit der Nichte und dem "generell gut" - ehrlich gesagt kenn ich das von mir selbst, dieses Selbstsicherheits-Gefühl das aus dem Nichts kommt. Aber was mich bei deinem Beitrag mehr beschäftigt als die Kinder-Frage ist was dahinter steckt.

Zitat von markus_hh88

die kommen manchmal mit einem Supplement-Stack der eindeutig nicht von ihnen selbst zusammengestellt wurde

das glaub ich sofort. Und ich frag mich ob das nicht auch umgekehrt funktioniert. Ich mein: nicht nur von oben nach unten, Erwachsener empfiehlt Kind - sondern auch horizontal. Mein Kollege im Logistikzentrum, Mitte 20, hat angefangen irgendwelche Aminosäuren zu nehmen. Hat mir das erzählt. Ich hab genickt und nix gesagt, aber innerlich war da kurz so ein "vielleicht schau ich mir das mal an". Obwohl der keinen Sport macht der auch nur annähernd mit dem vergleichbar wäre was ich grad trainiere. Das war kein Nachdenken, das war Reflex. Was mich dabei stört ist dass Glaubwürdigkeit im Supplement-Kontext offenbar gar nicht vom Kontext abhängt. Der Typ muss nichtmal fit sein oder mehr Ahnung haben. Es reicht dass er's mit Überzeugung sagt. Ich hab das bei Betanio PLUS selbst erlebt - mein Kollege hat mir das empfohlen und ich hab hinterher selbst nicht mehr genau gewusst ob ich's probiert hab weil ich's sinnvoll fand oder weil er so überzeugt klang.

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