Rote Bete, Magnesium, Protein - wer hat wirklich aufgehört und was passierte dann?
Zitat von rennradrenate am Juni 8, 2026, 04:45 UhrMich beschäftigt gerade die Absetzen-Frage. Nicht theoretisch, sondern weil ich seit ein paar Wochen mein Magnesium weggelassen habe - erstmal versuchsweise, weil die Packung leer war und ich nicht sofort nachgekauft habe. Das war so ein "mal schauen" Moment. Ehrlich gesagt: Ich merke keinen Unterschied. Keine schlechteren Beine, keine Krämpfe, nichts. Und das wirft bei mir Fragen auf, die ich vorher so nicht hatte. Das Rote-Bete-Konzentrat nehme ich weiterhin vor langen Ausfahrten - da habe ich das Weglassen nicht ausprobiert, weil ich da subjektiv wirklich etwas spüre und das für mich kein reiner Apotheken-Supplement-Kontext ist. Aber beim Magnesium war ich offenbar schon länger überzeugt ohne Grundlage. Was mich interessiert: Hat hier jemand systematisch aufgehört - nicht nur ein Mittel, sondern alles auf einmal - und sich wirklich notiert, was sich verändert? Ich bin ja Lehrerin, ich kenne das mit Protokollen, aber bei mir selbst mache ich das scheinbar nicht konsequent. Das Problem ist doch: Man setzt etwas ab, und gleichzeitig schläft man zwei Nächte besser oder schlechter, die Ausfahrt war ungewöhnlich flach oder der Stresspegel gerade hoch. Wie soll man da irgendetwas herausrechnen ohne externe Kontrolle? Ich glaube, viele von uns haben gar keine wirkliche Ausgangslage, gegen die sie vergleichen könnten. Man fängt an, weil irgendwas "Sinn macht", und hört dann nie wirklich auf - oder wenn doch, dann nicht methodisch genug um was zu lernen. Das nervt mich an mir selbst gerade ein bisschen.
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Rennrad ist kein Hobby, das ist Therapie.
Mich beschäftigt gerade die Absetzen-Frage. Nicht theoretisch, sondern weil ich seit ein paar Wochen mein Magnesium weggelassen habe - erstmal versuchsweise, weil die Packung leer war und ich nicht sofort nachgekauft habe. Das war so ein "mal schauen" Moment. Ehrlich gesagt: Ich merke keinen Unterschied. Keine schlechteren Beine, keine Krämpfe, nichts. Und das wirft bei mir Fragen auf, die ich vorher so nicht hatte. Das Rote-Bete-Konzentrat nehme ich weiterhin vor langen Ausfahrten - da habe ich das Weglassen nicht ausprobiert, weil ich da subjektiv wirklich etwas spüre und das für mich kein reiner Apotheken-Supplement-Kontext ist. Aber beim Magnesium war ich offenbar schon länger überzeugt ohne Grundlage. Was mich interessiert: Hat hier jemand systematisch aufgehört - nicht nur ein Mittel, sondern alles auf einmal - und sich wirklich notiert, was sich verändert? Ich bin ja Lehrerin, ich kenne das mit Protokollen, aber bei mir selbst mache ich das scheinbar nicht konsequent. Das Problem ist doch: Man setzt etwas ab, und gleichzeitig schläft man zwei Nächte besser oder schlechter, die Ausfahrt war ungewöhnlich flach oder der Stresspegel gerade hoch. Wie soll man da irgendetwas herausrechnen ohne externe Kontrolle? Ich glaube, viele von uns haben gar keine wirkliche Ausgangslage, gegen die sie vergleichen könnten. Man fängt an, weil irgendwas "Sinn macht", und hört dann nie wirklich auf - oder wenn doch, dann nicht methodisch genug um was zu lernen. Das nervt mich an mir selbst gerade ein bisschen.
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Zitat von rennradbernd am Juni 8, 2026, 08:02 Uhr@rennradrenate das mit dem Protokoll kenn ich. Hab ich auch mal kurz versucht nach zwei Wochen aufgehört weil's mich genervt hat. Aber du hast da einen Punkt den ich so noch nie gehört hab - dass man gar keine echte Ausgangslage kennt. Ich fahr seit 20 Jahren Rad und könnte dir heute nicht sagen wie sich meine Beine ohne irgendwelche Spielereien anfühlen würden, weil ich irgendwann mal angefangen hab rumzuprobieren und seitdem nie wirklich null hatte. Beim Magnesium hab ich das genau andersrum erlebt. Hab's jahrelang nicht genommen, dann hat mein Vereinskollege damit angefangen und irgendwann hab ich's auch probiert. Keinen Unterschied gemerkt - aber dann hörte ich auf und dachte einige Wochen später ich hätte mehr Krämpfe. Ob das Einbildung war? Keine Ahnung. War auch grad Hochsommer und ich hab zu wenig getrunken. Is halt so, man kann das nicht sauber trennen. Das Rote Bete lass ich jetzt mal aus der Diskussion, da haben wir eh verschiedene Meinungen. Was mich aber an deinem Post stört - nicht böse gemeint - ist das Wort "systematisch". Ich glaub das ist der Denkfehler. Wir sind keine Versuchslabore. Ich bin Schreiner, ich merk ob eine Hobel gut liegt oder nicht, aber ich mach auch kein Protokoll dabei. Der Körper gibt Signale wenn was wirklich fehlt. Nicht so subtile "ich glaub vielleicht"-Signale sondern richtige. Wenn du nach Wochen ohne Magnesium keine Krämpfe hast, dann brauchst du es halt nicht.
@rennradrenate das mit dem Protokoll kenn ich. Hab ich auch mal kurz versucht nach zwei Wochen aufgehört weil's mich genervt hat. Aber du hast da einen Punkt den ich so noch nie gehört hab - dass man gar keine echte Ausgangslage kennt. Ich fahr seit 20 Jahren Rad und könnte dir heute nicht sagen wie sich meine Beine ohne irgendwelche Spielereien anfühlen würden, weil ich irgendwann mal angefangen hab rumzuprobieren und seitdem nie wirklich null hatte. Beim Magnesium hab ich das genau andersrum erlebt. Hab's jahrelang nicht genommen, dann hat mein Vereinskollege damit angefangen und irgendwann hab ich's auch probiert. Keinen Unterschied gemerkt - aber dann hörte ich auf und dachte einige Wochen später ich hätte mehr Krämpfe. Ob das Einbildung war? Keine Ahnung. War auch grad Hochsommer und ich hab zu wenig getrunken. Is halt so, man kann das nicht sauber trennen. Das Rote Bete lass ich jetzt mal aus der Diskussion, da haben wir eh verschiedene Meinungen. Was mich aber an deinem Post stört - nicht böse gemeint - ist das Wort "systematisch". Ich glaub das ist der Denkfehler. Wir sind keine Versuchslabore. Ich bin Schreiner, ich merk ob eine Hobel gut liegt oder nicht, aber ich mach auch kein Protokoll dabei. Der Körper gibt Signale wenn was wirklich fehlt. Nicht so subtile "ich glaub vielleicht"-Signale sondern richtige. Wenn du nach Wochen ohne Magnesium keine Krämpfe hast, dann brauchst du es halt nicht.
Zitat von rennradrenate am Juni 8, 2026, 11:32 Uhr@rennradbernd der Hobel-Vergleich ist charmant, aber ich glaube, er hinkt an einer Stelle. Eine schlecht liegende Hobel gibt dir sofortiges Feedback - Schnittkante, Gefühl in der Hand, Ergebnis auf dem Holz. Der Körper bei Magnesium gibt dir das eben nicht in Echtzeit. Das ist doch genau das Problem.
Zitat von rennradberndDer Körper gibt Signale wenn was wirklich fehlt.
Stimmt, bei echter Defizienz ja. Aber ich glaube, die meisten von uns, ich eingeschlossen, liegen da irgendwo in einem Graubereich wo gar kein richtiger Mangel vorliegt. Da kommt dann kein deutliches Signal. Da kommt nichts. Und trotzdem schluckt man seit drei Jahren jeden Abend eine Tablette. Was mich jetzt tatsächlich beschäftigt ist ein anderer Gedanke: Ich habe das Magnesium damals nicht aus einem Mangel heraus angefangen. Ich habe es angefangen weil eine Kollegin im Lehrerzimmer davon schwärmte und es "bei Sportlern sinnvoll" klang. Das war kein Körpersignal. Das war soziale Ansteckung - und ich finde es ehrlich gesagt leicht komisch, dass ich das erst jetzt, nach Jahren, so klar sehe. Vielleicht ist die eigentliche Frage nicht ob Magnesium wirkt, sondern warum ich anfange bevor ich überhaupt weiß ob ich etwas brauche. Das wäre mal interessant zu hören ob anderen das auch so geht.
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@rennradbernd der Hobel-Vergleich ist charmant, aber ich glaube, er hinkt an einer Stelle. Eine schlecht liegende Hobel gibt dir sofortiges Feedback - Schnittkante, Gefühl in der Hand, Ergebnis auf dem Holz. Der Körper bei Magnesium gibt dir das eben nicht in Echtzeit. Das ist doch genau das Problem.
Zitat von rennradberndDer Körper gibt Signale wenn was wirklich fehlt.
Stimmt, bei echter Defizienz ja. Aber ich glaube, die meisten von uns, ich eingeschlossen, liegen da irgendwo in einem Graubereich wo gar kein richtiger Mangel vorliegt. Da kommt dann kein deutliches Signal. Da kommt nichts. Und trotzdem schluckt man seit drei Jahren jeden Abend eine Tablette. Was mich jetzt tatsächlich beschäftigt ist ein anderer Gedanke: Ich habe das Magnesium damals nicht aus einem Mangel heraus angefangen. Ich habe es angefangen weil eine Kollegin im Lehrerzimmer davon schwärmte und es "bei Sportlern sinnvoll" klang. Das war kein Körpersignal. Das war soziale Ansteckung - und ich finde es ehrlich gesagt leicht komisch, dass ich das erst jetzt, nach Jahren, so klar sehe. Vielleicht ist die eigentliche Frage nicht ob Magnesium wirkt, sondern warum ich anfange bevor ich überhaupt weiß ob ich etwas brauche. Das wäre mal interessant zu hören ob anderen das auch so geht.
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Zitat von rennradbernd am Juni 8, 2026, 12:02 UhrZitat von rennradrenatewarum ich anfange bevor ich überhaupt weiß ob ich etwas brauche
ja. genau das. und ich glaub das ist nicht mal Naivität - das ist einfach wie's läuft. Man sieht jemanden der fit wirkt und irgendwas schluckt, und das Hirn macht dann den Kurzschluss: vielleicht ist das der Grund. Dabei hat man null Ahnung ob der Typ ohne das genauso fit wär. Beim Hobel-Vergleich geb ich dir recht, der hat an der Stelle gehakt. Aber jetzt wo ich drüber nachdenk - der eigentliche Unterschied ist dass ich beim Handwerk weiß was ich erreichen will und das sofort seh. Beim Körper bin ich oft schon nicht sicher was überhaupt das Ziel ist. Weniger Krämpfe? Schneller erholen? Besser schlafen? Das verschwimmt alles und dann kauft man halt irgendwas das "für Sportler" draufsteht. Was mich bei deinem letzten Post aber wirklich stört - nicht böse gemeint - ist das Wort soziale Ansteckung. Klingt fast ein bisschen zu clean für das was du beschreibst. Ich kenn das bei mir als: man will nicht der sein der nichts probiert. Das ist was anderes. Das ist mehr so ein leises "vielleicht hab ich was verpasst wenn ich's nicht mach". Und dagegen ist man als vernünftiger Mensch erstaunlich schlecht geschützt. Mein Vereinskollege mit den Rote-Bete-Shots - der hat mich damals auch kurz erwischt mit genau dem.
Zitat von rennradrenatewarum ich anfange bevor ich überhaupt weiß ob ich etwas brauche
ja. genau das. und ich glaub das ist nicht mal Naivität - das ist einfach wie's läuft. Man sieht jemanden der fit wirkt und irgendwas schluckt, und das Hirn macht dann den Kurzschluss: vielleicht ist das der Grund. Dabei hat man null Ahnung ob der Typ ohne das genauso fit wär. Beim Hobel-Vergleich geb ich dir recht, der hat an der Stelle gehakt. Aber jetzt wo ich drüber nachdenk - der eigentliche Unterschied ist dass ich beim Handwerk weiß was ich erreichen will und das sofort seh. Beim Körper bin ich oft schon nicht sicher was überhaupt das Ziel ist. Weniger Krämpfe? Schneller erholen? Besser schlafen? Das verschwimmt alles und dann kauft man halt irgendwas das "für Sportler" draufsteht. Was mich bei deinem letzten Post aber wirklich stört - nicht böse gemeint - ist das Wort soziale Ansteckung. Klingt fast ein bisschen zu clean für das was du beschreibst. Ich kenn das bei mir als: man will nicht der sein der nichts probiert. Das ist was anderes. Das ist mehr so ein leises "vielleicht hab ich was verpasst wenn ich's nicht mach". Und dagegen ist man als vernünftiger Mensch erstaunlich schlecht geschützt. Mein Vereinskollege mit den Rote-Bete-Shots - der hat mich damals auch kurz erwischt mit genau dem.
Zitat von rennradrenate am Juni 8, 2026, 12:23 Uhr@rennradbernd das mit dem "vielleicht hab ich was verpasst" trifft es wahrscheinlich besser als mein Wort. Das ist weniger ein Gedanke als ein Gefühl, und gegen Gefühle hilft kein Gegenargument. Was mich aber jetzt gerade beschäftigt, weil du das mit deinem Vereinskollegen und den Shots erwähnst: Ich frage mich ob der Ausgangspunkt überhaupt eine Rolle spielt, wenn man rückblickend bewertet. Also konkret gesagt - wenn ich drei Jahre Magnesium schlucke ohne Mangel, ohne merkbaren Effekt, und dann aufhöre und ebenfalls nichts merke, hat die Einstiegsgeschichte dann noch Gewicht? Ich finde irgendwie schon. Wer anfängt weil ein Arzt einen Mangel festgestellt hat, hat eine andere Erwartungshaltung als jemand der anfängt weil's im Lehrerzimmer empfohlen wurde. Und die Erwartungshaltung formt, was man anschließend wahrnimmt. Da bin ich mir ziemlich sicher.
Zitat von rennradbernddas ist einfach wie's läuft
Ja, wahrscheinlich. Nur macht mich das nicht weniger unruhig dabei. Draußen ist es heute grau und ungemütlich, da sitzt man halt und denkt nach. Aber im Ernst: mich würde interessieren ob du bei dir selbst so eine Einstiegsgeschichte findest, die du im Nachhinein anders bewertest. Nicht beim Magnesium, das hatten wir, aber bei irgendwas anderem.
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@rennradbernd das mit dem "vielleicht hab ich was verpasst" trifft es wahrscheinlich besser als mein Wort. Das ist weniger ein Gedanke als ein Gefühl, und gegen Gefühle hilft kein Gegenargument. Was mich aber jetzt gerade beschäftigt, weil du das mit deinem Vereinskollegen und den Shots erwähnst: Ich frage mich ob der Ausgangspunkt überhaupt eine Rolle spielt, wenn man rückblickend bewertet. Also konkret gesagt - wenn ich drei Jahre Magnesium schlucke ohne Mangel, ohne merkbaren Effekt, und dann aufhöre und ebenfalls nichts merke, hat die Einstiegsgeschichte dann noch Gewicht? Ich finde irgendwie schon. Wer anfängt weil ein Arzt einen Mangel festgestellt hat, hat eine andere Erwartungshaltung als jemand der anfängt weil's im Lehrerzimmer empfohlen wurde. Und die Erwartungshaltung formt, was man anschließend wahrnimmt. Da bin ich mir ziemlich sicher.
Zitat von rennradbernddas ist einfach wie's läuft
Ja, wahrscheinlich. Nur macht mich das nicht weniger unruhig dabei. Draußen ist es heute grau und ungemütlich, da sitzt man halt und denkt nach. Aber im Ernst: mich würde interessieren ob du bei dir selbst so eine Einstiegsgeschichte findest, die du im Nachhinein anders bewertest. Nicht beim Magnesium, das hatten wir, aber bei irgendwas anderem.
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Zitat von rennradbernd am Juni 8, 2026, 12:46 Uhr@rennradrenate okay, die Frage mit der Einstiegsgeschichte - da muss ich kurz überlegen. Ja, hab ich. Nicht bei Magnesium. Bei Protein-Pulver, vor vielleicht acht Jahren. Hab damals angefangen weil ein Typ im Verein immer nach der Ausfahrt sein Shaker-Fläschchen rausgeholt hat und das so aussah als wär das halt einfach was man macht wenn man's ernst meint. Ich hab mir dann auch eins gekauft. Hab das ein halbes Jahr lang brav genommen. Irgendwann war die Dose leer und ich hab sie nicht nachgekauft - nicht bewusst abgesetzt, einfach vergessen. Und dann nichts. Kein Unterschied. Keiner. Aber hier ist der Punkt den ich damals nicht so klar gesehen hab: ich hab das Pulver danach trotzdem noch ein paar mal empfohlen. Weil ich dachte "hat mir nicht geschadet". Als ob das ein Argument wär.
Zitat von rennradrenatedie Einstiegsgeschichte hat dann noch Gewicht
ja ich glaub du hast da was. Wer mit Arzt-Diagnose anfängt, schaut danach anders hin als ich damals mit meinem Schaker-Vorbild. Der sucht einen Effekt der messbar sein soll. Ich hab einfach mitgemacht und dann nie wirklich hingeschaut ob was passiert ist. Was mich aber mehr stört rückblickend: ich hab's empfohlen. Ohne Grundlage. Das find ich ehrlich gesagt blöder als das Kaufen selbst.
@rennradrenate okay, die Frage mit der Einstiegsgeschichte - da muss ich kurz überlegen. Ja, hab ich. Nicht bei Magnesium. Bei Protein-Pulver, vor vielleicht acht Jahren. Hab damals angefangen weil ein Typ im Verein immer nach der Ausfahrt sein Shaker-Fläschchen rausgeholt hat und das so aussah als wär das halt einfach was man macht wenn man's ernst meint. Ich hab mir dann auch eins gekauft. Hab das ein halbes Jahr lang brav genommen. Irgendwann war die Dose leer und ich hab sie nicht nachgekauft - nicht bewusst abgesetzt, einfach vergessen. Und dann nichts. Kein Unterschied. Keiner. Aber hier ist der Punkt den ich damals nicht so klar gesehen hab: ich hab das Pulver danach trotzdem noch ein paar mal empfohlen. Weil ich dachte "hat mir nicht geschadet". Als ob das ein Argument wär.
Zitat von rennradrenatedie Einstiegsgeschichte hat dann noch Gewicht
ja ich glaub du hast da was. Wer mit Arzt-Diagnose anfängt, schaut danach anders hin als ich damals mit meinem Schaker-Vorbild. Der sucht einen Effekt der messbar sein soll. Ich hab einfach mitgemacht und dann nie wirklich hingeschaut ob was passiert ist. Was mich aber mehr stört rückblickend: ich hab's empfohlen. Ohne Grundlage. Das find ich ehrlich gesagt blöder als das Kaufen selbst.
Zitat von rennradrenate am Juni 8, 2026, 13:03 Uhr@rennradbernd das mit dem Empfehlen ohne Grundlage - das ist tatsächlich der Punkt, der mich am meisten beschäftigt gerade. Weil ich mich frage ob ich das auch gemacht habe, ohne es so klar zu sehen wie du das gerade formulierst.
Zitat von rennradberndich hab's empfohlen. Ohne Grundlage.
Das ist nämlich eine andere Qualität als einfach nur selbst etwas zu schlucken. Da gibt man die eigene Unklarheit weiter - und der andere denkt, man hätte irgendwas geprüft. Ich glaube, bei mir war das beim Magnesium genau so. Ich bin ziemlich sicher, dass ich das meiner Schwägerin irgendwann mal erwähnt habe, positiv, als sie über Beinkrämpfe beim Laufen geredet hat. Mit dem Gestus von "ich nehme das auch, bei Sportlern hat das Sinn". Ohne zu wissen ob ich selbst davon profitiert hatte. Was mich dabei stört ist das Muster dahinter. Man empfiehlt nicht weil man einen Effekt nachgewiesen hat, sondern weil man selbst keine negativen Erfahrungen gemacht hat. Und "hat nicht geschadet" reist dann halt als Argument durch die Gegend. Wobei ich jetzt frage ob das bei echten Lebensmitteln genauso läuft. Ich empfehle das Rote-Bete-Konzentrat ja auch - aber da fühlt es sich anders an, weil ich da ein subjektives Erleben habe, das ich benennen kann. Oder rede ich mir das nur ein, weil mir das Thema wichtig ist.
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@rennradbernd das mit dem Empfehlen ohne Grundlage - das ist tatsächlich der Punkt, der mich am meisten beschäftigt gerade. Weil ich mich frage ob ich das auch gemacht habe, ohne es so klar zu sehen wie du das gerade formulierst.
Zitat von rennradberndich hab's empfohlen. Ohne Grundlage.
Das ist nämlich eine andere Qualität als einfach nur selbst etwas zu schlucken. Da gibt man die eigene Unklarheit weiter - und der andere denkt, man hätte irgendwas geprüft. Ich glaube, bei mir war das beim Magnesium genau so. Ich bin ziemlich sicher, dass ich das meiner Schwägerin irgendwann mal erwähnt habe, positiv, als sie über Beinkrämpfe beim Laufen geredet hat. Mit dem Gestus von "ich nehme das auch, bei Sportlern hat das Sinn". Ohne zu wissen ob ich selbst davon profitiert hatte. Was mich dabei stört ist das Muster dahinter. Man empfiehlt nicht weil man einen Effekt nachgewiesen hat, sondern weil man selbst keine negativen Erfahrungen gemacht hat. Und "hat nicht geschadet" reist dann halt als Argument durch die Gegend. Wobei ich jetzt frage ob das bei echten Lebensmitteln genauso läuft. Ich empfehle das Rote-Bete-Konzentrat ja auch - aber da fühlt es sich anders an, weil ich da ein subjektives Erleben habe, das ich benennen kann. Oder rede ich mir das nur ein, weil mir das Thema wichtig ist.
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Rennrad ist kein Hobby, das ist Therapie.
Zitat von rennradbernd am Juni 8, 2026, 13:18 Uhr@rennradrenate
Zitat von rennradrenateweil ich da ein subjektives Erleben habe, das ich benennen kann
ja und genau da ist das Problem. Du kannst es benennen - aber kannst du es von allem anderen trennen? Das ist die Frage die mich grad stört. Ich kenn das von mir. Wenn ich nach einer langen Ausfahrt sage "heute lief's gut", dann steckt da drin: wie ich geschlafen hab, was ich gegessen hab, ob der Wind günstig war, ob ich entspannt in den Tag gestartet bin oder ob die Werkstatt schon morgens Stress gemacht hat. Das Rote-Bete-Konzentrat war auch dabei, ja. Aber es war halt nicht allein dabei. Das mit der Schwägerin übrigens - das kenn ich in der Form. Ich hab meiner Frau mal erklärt warum sie Magnesium nehmen soll. Mit vollem Überzeugungsgestus. Rückblickend: keine Ahnung worauf ich mich da gestützt hab. Was mich aber jetzt wirklich beschäftigt ist was du mit dem Muster meinst. "Hat nicht geschadet" als Argument. Das ist eigentlich das Schlimmste daran, weil's so ungreifbar ist. Dagegen kann man nichts sagen. Kein Gegenargument greift. Und gleichzeitig ist es halt auch kein Argument für irgendwas. Es ist einfach nichts. Ich frag mich ob das beim Essen genauso läuft und wir's da nur nicht merken weil Essen halt normal ist. Niemand sagt "ich hab drei Jahre Bananen gegessen ohne Grundlage".
Zitat von rennradrenateweil ich da ein subjektives Erleben habe, das ich benennen kann
ja und genau da ist das Problem. Du kannst es benennen - aber kannst du es von allem anderen trennen? Das ist die Frage die mich grad stört. Ich kenn das von mir. Wenn ich nach einer langen Ausfahrt sage "heute lief's gut", dann steckt da drin: wie ich geschlafen hab, was ich gegessen hab, ob der Wind günstig war, ob ich entspannt in den Tag gestartet bin oder ob die Werkstatt schon morgens Stress gemacht hat. Das Rote-Bete-Konzentrat war auch dabei, ja. Aber es war halt nicht allein dabei. Das mit der Schwägerin übrigens - das kenn ich in der Form. Ich hab meiner Frau mal erklärt warum sie Magnesium nehmen soll. Mit vollem Überzeugungsgestus. Rückblickend: keine Ahnung worauf ich mich da gestützt hab. Was mich aber jetzt wirklich beschäftigt ist was du mit dem Muster meinst. "Hat nicht geschadet" als Argument. Das ist eigentlich das Schlimmste daran, weil's so ungreifbar ist. Dagegen kann man nichts sagen. Kein Gegenargument greift. Und gleichzeitig ist es halt auch kein Argument für irgendwas. Es ist einfach nichts. Ich frag mich ob das beim Essen genauso läuft und wir's da nur nicht merken weil Essen halt normal ist. Niemand sagt "ich hab drei Jahre Bananen gegessen ohne Grundlage".
Zitat von rennradrenate am Juni 8, 2026, 13:48 UhrZitat von rennradberndNiemand sagt "ich hab drei Jahre Bananen gegessen ohne Grundlage"
Das ist eigentlich der witzigste Satz in diesem ganzen Thread - und gleichzeitig der treffendste. Weil er zeigt, dass das Problem nicht das Schlucken selbst ist, sondern der Rahmen drumherum. Die Kapsel hat einen Versprechen-Kontext, die Banane nicht. Aber ich frage mich ob das nicht sogar ein bisschen zu einfach gedacht ist. Ich kenne Leute die Goji-Beeren kaufen mit exakt derselben Erwartungshaltung wie andere ihr Protein-Pulver. Gleiches Muster, andere Verpackung - und weil's ein Lebensmittel ist, fühlt es sich irgendwie legitimer an. Das ist mir bei mir selbst auch passiert, wenn ich ehrlich bin. Das Rote-Bete-Konzentrat hat in meinem Kopf einen anderen Status als Magnesium-Tabletten, und einen Teil davon kann ich begründen, aber nicht alles.
Zitat von rennradberndkannst du es von allem anderen trennen
Nein. Kann ich nicht. Das weiß ich. Was mich dabei aber beschäftigt - nicht als Gegenargument, sondern wirklich als Frage: Macht das den Unterschied zwischen subjektivem Erleben und keinem Erleben komplett wertlos? Weil wenn ja, dann müsste man eigentlich sehr vieles aus dem Alltag rauswerfen, was man für sich als Orientierung nimmt. Ich fahr nicht mit Powermeter, ich fahr nach Gefühl. Das ist auch nicht trennbar. Wobei ich zugebe dass das vielleicht eine bequeme Ausweichbewegung ist.
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Zitat von rennradberndNiemand sagt "ich hab drei Jahre Bananen gegessen ohne Grundlage"
Das ist eigentlich der witzigste Satz in diesem ganzen Thread - und gleichzeitig der treffendste. Weil er zeigt, dass das Problem nicht das Schlucken selbst ist, sondern der Rahmen drumherum. Die Kapsel hat einen Versprechen-Kontext, die Banane nicht. Aber ich frage mich ob das nicht sogar ein bisschen zu einfach gedacht ist. Ich kenne Leute die Goji-Beeren kaufen mit exakt derselben Erwartungshaltung wie andere ihr Protein-Pulver. Gleiches Muster, andere Verpackung - und weil's ein Lebensmittel ist, fühlt es sich irgendwie legitimer an. Das ist mir bei mir selbst auch passiert, wenn ich ehrlich bin. Das Rote-Bete-Konzentrat hat in meinem Kopf einen anderen Status als Magnesium-Tabletten, und einen Teil davon kann ich begründen, aber nicht alles.
Zitat von rennradberndkannst du es von allem anderen trennen
Nein. Kann ich nicht. Das weiß ich. Was mich dabei aber beschäftigt - nicht als Gegenargument, sondern wirklich als Frage: Macht das den Unterschied zwischen subjektivem Erleben und keinem Erleben komplett wertlos? Weil wenn ja, dann müsste man eigentlich sehr vieles aus dem Alltag rauswerfen, was man für sich als Orientierung nimmt. Ich fahr nicht mit Powermeter, ich fahr nach Gefühl. Das ist auch nicht trennbar. Wobei ich zugebe dass das vielleicht eine bequeme Ausweichbewegung ist.
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Zitat von kb_91 am Juni 8, 2026, 14:28 Uhrnaja @rennradrenate du merkst gerade dass du im kreis denkst oder. du fragst ob subjektives erleben wertlos ist wenn mans nicht trennen kann und dann sagst du selbst "ich fahr nach gefühl" - und das ist halt ok. das reicht. das problem ist gar nicht dass man nach gefühl fährt oder dass magnesium vielleicht hilft oder nicht. das problem ist dass man danach mit voller überzeugung andern sachen verkauft die man selbst gar nicht geprüft hat. das ist ne andere baustelle.
Zitat von rennradrenatemacht das den unterschied zwischen subjektivem erleben und keinem erleben komplett wertlos
nein. aber es macht nen unterschied ob ich sage "ich nehme das und mir geht's gut" oder ob ich sage "das ist wissenschaftlich belegt". die eine aussage ist über mich. die andere ist über die sache. und ich glaub viele leute vermischen das einfach. ich hab letztens mit nem kollegen geredet der schwört auf irgendwelche aminosäuren. ich fragte ihn ernsthaft ob er das auch nähme wenn er allein trainiert und keiner sieht dass ers nimmt. da wurde er irgendwie stil. das sagt halt auch was. ehrlich gesagt find ich das moment interessanter als die ganze magnesium-frage
naja @rennradrenate du merkst gerade dass du im kreis denkst oder. du fragst ob subjektives erleben wertlos ist wenn mans nicht trennen kann und dann sagst du selbst "ich fahr nach gefühl" - und das ist halt ok. das reicht. das problem ist gar nicht dass man nach gefühl fährt oder dass magnesium vielleicht hilft oder nicht. das problem ist dass man danach mit voller überzeugung andern sachen verkauft die man selbst gar nicht geprüft hat. das ist ne andere baustelle.
Zitat von rennradrenatemacht das den unterschied zwischen subjektivem erleben und keinem erleben komplett wertlos
nein. aber es macht nen unterschied ob ich sage "ich nehme das und mir geht's gut" oder ob ich sage "das ist wissenschaftlich belegt". die eine aussage ist über mich. die andere ist über die sache. und ich glaub viele leute vermischen das einfach. ich hab letztens mit nem kollegen geredet der schwört auf irgendwelche aminosäuren. ich fragte ihn ernsthaft ob er das auch nähme wenn er allein trainiert und keiner sieht dass ers nimmt. da wurde er irgendwie stil. das sagt halt auch was. ehrlich gesagt find ich das moment interessanter als die ganze magnesium-frage