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Rote Beete schälen – lohnt sich das Vorkochen oder lieber roh ran?

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@elvira_k das Kochwasser weiterverwenden - ehrlich gesagt ist das eine Frage, die ich mir so konkret noch nicht gestellt habe. Rein chemisch spricht nichts dagegen, das Wasser der ersten Charge für die zweite zu nehmen. Es ist ja nicht kontaminiert oder so. Ob die Nitratkonzentration im Wasser nach einer Charge so hoch ist, dass es sich lohnt, das gezielt zu nutzen, wage ich zu bezweifeln - aber schaden tut es definitiv nicht. Was mich bei Ihrer Frage aber mehr beschäftigt: Wenn Sie die Knollen eh zeitversetzt garen, haben Sie sowieso das Problem, dass das Wasser vom ersten Durchgang inzwischen abgekühlt ist. Neu aufheizen kostet Zeit und Energie, und ob das Wasser dann noch irgendeinen relevanten Vorteil hat gegenüber frischem - ich glaube, das ist eher eine gefühlte Sache als eine messbare. Was ich praktisch machen würde: Wasser einfach warmhalten wenn Sie vorhaben, direkt nachzulegen. Das spart zumindest Zeit beim Aufheizen. Mehr steckt da wahrscheinlich nicht drin. Was mich aber wirklich neugierig macht - Sie sagen, kleinere Knollen sind manchmal schon fast zerfallen. Haben Sie da Sorten, die tendenziell sehr unterschiedlich wachsen, oder ist das einfach Streuung in der Ernte? Ich frage, weil ich vom Markt meistens kalibrierte Ware bekomme und das Problem kaum habe.

Kleines Update, weil ich mich nochmal melde: Ich hab die Sache mit dem Sortieren nach Größe letzte Woche tatsächlich selbst konsequenter durchgezogen als sonst - hatte einen Samstag mit mehr Zeit und hab die Knollen vom Wochenmarkt mal wirklich in zwei Gruppen aufgeteilt. Der Unterschied beim Garpunkt war deutlich spürbarer als ich erwartet hätte, auch wenn ich das eigentlich wissen sollte.

Zitat von elvira_k

Sorten, die tendenziell sehr unterschiedlich wachsen

Das ist tatsächlich eine Frage, die ich mir so noch nicht gestellt habe - ob das Sorte ist oder einfach Standort im Beet. Aus meiner Erfahrung mit Patientinnen und Patienten, die Garten machen, kenne ich das eher als Boden- und Bewässerungsproblem als als Sortenfrage. Knollen, die an einer Stelle mehr Feuchtigkeit hatten, wachsen oft schneller und bleiben wasserreicher, was sich dann auch in der Textur nach dem Garen zeigt. Ob das bei Ihnen der Fall ist, lässt sich von hier aus schlecht sagen. Was mich bei dem ganzen Thread rückblickend etwas beschäftigt: Wir haben sehr viel über Zubereitung geredet und relativ wenig darüber, was @elvira_k eigentlich mit dem Salat mit Zwiebeln und Dill macht, den sie haltbar macht. Das klingt nach Einlegen - und da wäre die Frage nach Nitrat eigentlich nochmal interessant, weil Essigsäure da auch reinspielt. Aber das ist vielleicht ein anderer Thread.

@markus_hh88, das mit dem Einlegen und der Essigsäure - ja, das interessiert mich tatsächlich selbst, weil ich das seit Jahren mache und nie wirklich bewusst darüber nachgedacht habe, was da chemisch passiert. Mein Salat mit Zwiebeln und Dill ist im Grunde ein klassisches Einlegegemüse, die Rote Beete wird gekocht, dann in Essig und Zucker eingelegt und hält sich bei mir monatelang im Keller. Der Hausarzt hat mir ja geraten, regelmäßig Rote Beete zu essen, und ehrlich gesagt habe ich das bisher so interpretiert, dass die eingelegte Variante genauso zählt wie frisch gekochte. Aber wenn der Essig da tatsächlich noch eine Rolle spielt - ob das Nitrat dann anders wirkt oder ob das sowieso verloren ist - das weiß ich gar nicht.

Zitat von markus_hh88

Knollen, die an einer Stelle mehr Feuchtigkeit hatten, wachsen oft schneller

- das könnte tatsächlich mein Problem sein. Ich habe ein Beet das nach Regen immer länger feucht bleibt als der Rest, und da wachsen die Knollen wirklich ungleichmäßig. Das habe ich bisher eher als Pech gesehen, aber wenn das erklärbar ist durch Bewässerung, kann ich da ja nächstes Jahr gezielter gegensteuern. Was mich aber gerade beschäftigt: Wenn ich meine Portionen zeitversetzt gare und die kleinen Knollen schneller durch sind - macht es dann Sinn, die direkt nach dem Garen einzulegen, während die großen noch kochen? Oder sollte alles zusammen fertig sein bevor ich anfange einzumachen?

Zitat von elvira_k

macht es dann Sinn, die direkt nach dem Garen einzulegen, während die großen noch kochen

@elvira_k rein praktisch: ja, das geht problemlos. Sie müssen nicht warten bis alles auf einmal fertig ist. Einlegen beginnt bei Ihnen eh erst wenn die Knolle auf Zimmertemperatur ist, also haben Sie sowieso eine Pause dazwischen. Was mich aber mehr beschäftigt ist die andere Frage - ob eingelegte Rote Beete "genauso zählt". Da würde ich ehrlich sagen: für die allgemeine Gemüse-Empfehlung Ihres Hausarztes wahrscheinlich ja. Für einen gezielten Nitrat-Effekt auf den Blutdruck ist die Antwort komplizierter. Essigsäure verändert das Milieu, und es gibt Hinweise dass die Nitrat-zu-Nitrit-Umwandlung im Mund - die eigentlich der erste Schritt im Mechanismus ist - durch einen sehr sauren pH beeinflusst wird. Ob das bei der Konzentration, die in einem Einlegegemüse landet, klinisch relevant ist, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Da müsste ich selbst suchen. Was ich aus dem Praxisalltag kenne: Patientinnen, die eingelegte Varianten essen, berichten nicht systematisch andere Effekte als die, die frisch kochen - aber das ist Anekdote, kein Vergleich. Die meisten essen auch beides, also schwer zu trennen. Wenn Ihr Hausarzt das wirklich gezielt wegen Blutdruck empfohlen hat und nicht nur "mehr Gemüse", lohnt es sich das nächste Mal direkt nachzufragen ob er die eingelegte Form explizit meinte.

Zitat von markus_hh88

ob eingelegte Rote Beete "genauso zählt"

das ist eigentlich die Frage die mich hier am meisten beschäftigt, weil ich mich das bei Konzentraten und Säften auch schon gefragt hab. Also nicht nur bei @elvira_k ihrer Einlege-Variante sondern generell: was kommt eigentlich noch an, wenn das Gemüse mehrfach verarbeitet wurde. @markus_hh88 dein Hinweis mit dem pH und der Nitrit-Umwandlung im Mund - das kannte ich so noch nicht. Ich hab mal einen Artikel gelesen (war glaub auf einer Sportphysiologie-Seite, nicht von einem Supplement-Hersteller, das ist mir wichtig) der meinte, dass genau dieser Schritt im Mund entscheidend ist und Mundspülungen mit Antibakterielles das komplett killen können. Das fand ich damals schon faszin... also das hat mich überrascht. Und wenn Essig ähnlich reinspielt wäre das dann ja eigentlich ein Problem für alle die Rote Beete wegen Blutdruck essen und sie immer einlegen. @elvira_k ich würd das wirklich beim Hausarzt direkt ansprechen, so wie markus_hh88 das sagt. Nicht weil die eingelegte Variante schlecht ist - die klingt ehrlich gesagt gut Dill und Zwiebeln - sondern weil du dann weißt ob er das überhaupt bedacht hat oder ob das wirklich nur "mehr Gemüse" war. mich würd jetzt noch interessieren ob frisch geraspelt roh da theoretisch am meisten bringen würd, weil kein Kochen, kein Essig...

@leni_k das mit dem frisch geraspelt roh - das probiere ich dann wohl auch mal aus, auch wenn ich ehrlich gesagt skeptisch bin ob das geschmacklich was für mich ist. Ich mag die Rote Beete gekocht einfach lieber, die ist dann weniger erdig im Geschmack. Aber die Frage ist berechtigt wenn es um den Blutdruck geht. Was mich aber gerade mehr beschäftigt ist das mit den Mundspülungen, das hat @markus_hh88 aufgegriffen - also dass Antibakterielles die ganze Sache killt. Das bedeutet ja, wenn ich nach dem Essen von Rote Beete mit so etwas spüle, geht der positive Effekt flöten. Das habe ich nie bedacht. Ich putze mir natürlich die Zähne wie jeder andere auch, aber ob das mit speziellen Mundwässern ist oder nur normales Wasser - das macht dann einen Unterschied? Das finde ich fast wichtiger als die Frage ob gekocht oder roh oder eingelegt.

Zitat von markus_hh88

Wenn Ihr Hausarzt das wirklich gezielt wegen Blutdruck empfohlen hat

- ja, ich werde das beim nächsten Termin konkret nachfragen. Das ist eine gute Idee, weil ich bisher wirklich nur gehört habe "essen Sie regelmäßig Rote Beete" ohne dass ich genau verstanden habe ob er da bestimmte Formen meint oder einfach pauschal. Vielleicht hat er ja auch eine konkrete Vorstellung gehabt und hat das einfach nicht ausformuliert. Dann weiß ich wenigstens wo ich dranbleiben soll statt hier selbst rumzuraten.

@elvira_k das mit den Mundspülungen finde ich auch krass, das hat mich damals echt erwischt als ichs gelesen hab. Aber ich glaub normales Zähneputzen ist da weniger das Problem - das Antibakterielles in manchen Mundwässern (Chlorhexidin zum Beispiel, das nehm ich nach Zahnarztbesuchen) ist da deutlich aggressiver weil es gezielt die Mundflora killt. Normales Wasser spülen dürfte da wurscht sein, würd ich meinen. Was mich aber bei deinem Post @elvira_k tatsächlich mehr aufhält: du sagst gekocht schmeckt weniger erdig. Das stimmt, das kenn ich auch so. Aber roh geraspelt mit ein bisschen Zitrone drüber - das ist nochmal was anderes als einfach roh reinbeißen. Die Säure macht da irgendwas mit dem Geschmack, hab ich das Gefühl. Ich hab das mal als schnellen Salat probiert, geraspelt, Zitrone, etwas Olivenöl, vielleicht noch Apfel dazu - das war ehrlich gesagt überraschend wenig erdig. Ob das für den Nitrat-Aspekt dann trotzdem besser ist als dein Einleggemüse weiß ich nicht, weil da ja auch Säure reinkommt, nur halt von der Zitrone statt Essig. Ich frag mich ob der pH-Unterschied zwischen Zitronen- und Essigsäure da überhaupt relevant ist oder ob das zu weit gedacht ist...

@leni_k das mit der Zitrone statt Essig - ja, das macht mich auch neugierig. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung ob Zitronensäure und Essigsäure da so unterschiedlich wirken oder ob ich da gerade ein Problem konstruiere, das gar nicht existiert. Aber immerhin klingt ein Rohsalat mit Zitrone und Apfel deutlich unkomplizierter als mein ganzes Einlegeprozedere im Keller, wenn der Effekt am Ende sowieso ähnlich ist. Das Problem ist nur - und das muss ich ehrlich sagen - ich bin da skeptisch ob ich das regelmäßig durchhalte. Gekochte Rote Beete einzulegen, das habe ich jahrelang gemacht, das läuft automatisch ab. Aber jedes Mal frisch raspeln und dann sofort verbrauchen das erfordert eine andere Planung. Mein Hausarzt wird mir beim nächsten Termin hoffentlich mehr Klarheit geben, wie konkret das alles gemeint ist. Vielleicht ist meine eingelegte Variante völlig ausreichend und ich mache mir da Gedanken umsonst. Was mich aber gerade beschäftigt - wenn ich das mit der Zitrone probiere und es mir geschmacklich gefällt, könnte ich das dann auch einlegen statt frisch zu essen? Also gekocht, dann mit Zitrone statt Essig eingelegt - oder wäre das wieder das gleiche Problem mit dem pH wie beim Essig? Edit: Kleine Ergänzung - falls jemand weiß, ob Zitroneneinlegungen genauso lange haltbar sind wie Essig-Eingelegtes, würde mich das echt interessieren!

Zitat von elvira_k

könnte ich das dann auch einlegen statt frisch zu essen?

@elvira_k also zu der Haltbarkeit - das ist glaub ich das Problem. Zitrone hat einfach nicht die konservierende Kraft von Essig, da brauchst du schon deutlich mehr Säure um das Zeug monatelang im Keller stehen zu lassen ohne dass was schiefgeht. Ich hätt da ehrlich gesagt Respekt vor, das selber zu versuchen. Was mich aber bei dem ganzen Thread jetzt mehr beschäftigt - und das ist vielleicht ne doofe Frage - aber wieso machen wir das eigentlich alle so kompliziert? @markus_hh88 und @leni_k reden da über pH-Werte und Nitrit-Umwandlung im Mund und @elvira_k sortiert nach Größe und überlegt ob Zitrone oder Essig... und ich steh da im Hintergrund und denk mir: moment, der Hausarzt hat einfach gesagt "iss Rote Beete". Nicht "iss sie roh mit Zitrone nach wissenschaftlichen Kriterien". Ich kauf mir Betanio PLUS weil die anderen das auch nehmen, obwohl ich selber nicht weiß ob das was bringt - und hier reden wir dann über die perfekte Zubereitung. Das ist irgendwie... ich weiß nicht inkonsequent? Oder bin ich die einzige die das komisch findet. Ich mein, wenn @elvira_k das Einlegen seit Jahren macht und es ihr schmeckt, dann würd ich das einfach weitermachen und beim nächsten Hausarzt-Termin fragen ob das passt. Statt jetzt noch Rohsalate zu probieren die sie wahrscheinlich eh nicht regelmäßig macht weil sie gekochte lieber mag.

@leni_bk, Sie sprechen mir da aus dem Herzen, um ehrlich zu sein. Ich bin gerade dabei mir selbst zuzuhören wie ich über pH-Werte und Nitrit-Umwandlung nachdenke, und gleichzeitig denke ich - moment, mein Hausarzt hat mir nicht gesagt ich soll Chemie studieren, er hat gesagt ich soll Rote Beete essen. Das ist ein wichtiger Unterschied. Was Sie mit dem Betanio PLUS sagen - das trifft mich auch ein bisschen, weil ich genau das gleiche gemacht habe, Jahre lang, ohne zu wissen ob das überhaupt nötig ist. Ich habe das nur gekauft weil die Nachbarin es nimmt und immer davon erzählt hat. Und jetzt bin ich hier im Forum und fange an, Dinge kompliziert zu machen, die eigentlich ganz simpel sind.

Zitat von leni_bk

wenn @elvira_k das Einlegen seit Jahren macht und es ihr schmeckt, dann würd ich das einfach weitermachen

- ja, das ergibt Sinn. Meine eingelegte Rote Beete mit Zwiebeln und Dill schmeckt mir wirklich gut, und ich mache das seit ich denken kann. Das ist kein Experiment, das ist etwas das funktioniert. Wenn der Hausarzt beim nächsten Termin sagt "ja, das ist völlig ausreichend", dann kann ich mir all diese Überlegungen sparen. Aber ehrlich - ich glaube das Problem ist dass ich anfangs so viele Details in den Raum gestellt habe und dann wurde ich einfach mitgezogen. Dann fängt man an zu grübeln. Ich werde das nächste Woche beim Termin konkret fragen, und dann weiß ich wo ich dran bin. Danke dass Sie das so direkt sagen.

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