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Rote Beete roh essen – wann wird es zu viel?

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Ich habe da eine Frage, die mich seit ein paar Tagen beschäftigt. Mein Hausarzt hat mir ja geraten, mehr Rote Beete zu essen wegen meines Blutdrucks, und wie ich festgestellt habe, schmeckt das Zeug aus dem eigenen Garten einfach um Welten besser als alles andere. Seitdem experimentiere ich auch viel herum und habe angefangen dünn geschnittene rohe Scheiben zum Salat zu machen statt nur alles zu kochen und einzulegen wie früher. Das Problem ist nur: Ich merke, dass ich das jetzt täglich esse, manchmal sogar zweimal. Die rohe Variante ist einfach viel praktischer und schneller, und ehrlich gesagt schmeckt mir der intensivere Geschmack inzwischen besser als die weiche gekochte Version. Aber irgendwie habe ich ein ungutes Gefühl dabei, ob man das wirklich jeden Tag in solchen Mengen essen sollte. Ich glaube, ich habe letztens gelesen, dass Rote Beete auch Oxalsäure oder so etwas enthält, und jetzt frage ich mich, ob ich da nicht übertreibe. Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht? Gibt es da irgendwelche Grenzen, die ich beachten sollte, oder bin ich da paranoid? Mein Arzt hat nur gesagt, dass Rote Beete gut für den Blutdruck ist, aber nicht explizit erwähnt, wie viel davon täglich okay ist. Ich wollte da jetzt nicht einfach anrufen und fragen, aber wenn das jemand von euch weiß oder auch schon probiert hat, würde mich das wirklich interessieren.

Zitat von elvira_k

ob man das wirklich jeden Tag in solchen Mengen essen sollte

@elvira_k die Oxalsäure-Sache ist tatsächlich real, aber ich glaub der Kontext fehlt meistens wenn das jemand erwähnt. Ich hab vor ein paar Monaten meiner Hausärztin davon erzählt (ich esse Rote Beete auch öfter wegen dem Nitrat-Thema, Ausdauerleistung und so) und sie hat gemeint, für gesunde Erwachsene ist das bei normalen Portionen kein Problem. Relevant wird's halt wenn man zur Nierenstein-Fraktion gehört, weil Oxalat da mitspielen kann. Hast du da eine Vorgeschichte? Dann wär der Anruf beim Arzt wirklich sinnvoll, auch wenn er sich blöd anfühlt. Was mich bei deinem Post aber mehr beschäftigt: zweimal täglich roh ist schon eine Menge, nicht weil's gefährlich ist, sondern weil der Darm das manchmal einfach nicht so cool findet. Roh ist halt deutlich schwerer verdaulich als gekocht. Magst du da überhaupt keine Beschwerden, Blähungen oder so? Ich frag weil ich selbst gemerkt hab, dass roh in größeren Mengen bei mir irgendwann... sagen wir mal unangenehm wird 😅 Einmal täglich eine kleinere Portion, das passt. Aber täglich zweimal und das über Wochen da würde ich einfach schauen wie mein Körper reagiert und das als Signal nehmen.

Zitat von leni_k

der Darm das manchmal einfach nicht so cool findet

ja genau das. Ich hab selbst mal ne Phase gehabt wo ich gedacht hab täglich Rote Beete im Smoothie ist ja super praktisch für die Ausdauer, und nach zwei Wochen war einfach Schluss - Verdauung im Chaos. Seitdem nehm ich das deutlich lockerer. @elvira_k aber ehrlich gesagt interessiert mich jetzt mehr: du sagst, du isst das roh weil es praktischer ist. Hast du denn auch einfach gekochte Variante ausprobiert - nicht eingelegt, sondern nur gekocht und dann kalt gegessen? Weil das ist für mich das beste Mittelding. Schnell, du kannst größere Mengen auf einmal machen, und der Darm freut sich auch mehr drüber als bei roh. Schmeckt weniger intensiv als roh, aber immer noch deutlich besser als eingelegt finde ich. Das mit dem zweimal täglich würde ich echt sein lassen, nicht wegen Panik sondern einfach aus Erfahrung - dein Körper sagt dir wahrscheinlich irgendwann Bescheid wenn das zu viel wird, und dann ist es eher ungeil. Einmal täglich, dafür regelmäßig, macht mehr Sinn wenn es dir um den Blutdruck geht.

@lisab_93 guter Hinweis mit dem einfach-nur-gekocht-und-kalt, das vergisst man irgendwie immer. Ich mach das selbst manchmal so, einfach ein paar Knollen am Sonntag in den Backofen und dann die Woche über aus dem Kühlschrank essen. Geht schneller als man denkt und der Geschmack ist nochmal anders als gekocht im Topf - irgendwie konzentrierter.

Zitat von lisab_93

dein Körper sagt dir wahrscheinlich irgendwann Bescheid

ja, aber ehrlich gesagt wäre es mir lieber wenn @elvira_k nicht erst wartet bis der Körper laut wird. Das klingt jetzt strenger als ich's mein, aber zweimal täglich roh über Wochen und dann überrascht sein wenn was nicht stimmt... schauen wir mal. Jeder merkt das halt anders. Was mich gerade noch beschäftigt: elvira_k hat erwähnt dass das Gemüse aus dem eigenen Garten ist. Frisch geerntete Rote Beete roh, das ist nochmal intensiver als irgendwas vom Markt - sowohl vom Geschmack als auch von der Menge an allem was da drin ist. Ich weiß nicht ob das bei der Einschätzung einen Unterschied macht, aber ich würd's zumindest im Hinterkopf behalten.

@leni_k mit dem Backofen-Trick - ja das mit dem konzentrierteren Geschmack hört sich interessant an. Das muss ich mal ausprobieren, ehrlich gesagt klingt das wie eine gute Kompromisslösung zwischen praktisch und nicht so roh-schwer für den Magen. Aber was mich gerade mehr beschäftigt ist dein letzter Punkt mit der frisch geernteten Beete aus dem Garten. Du hast recht, dass das wahrscheinlich intensiver ist als gekaufte, aber ich muss zugeben dass ich da nie wirklich drüber nachgedacht habe wie sehr sich das unterscheidet. Mein Mann hat früher auch immer gesagt, je frischer desto mehr Kraft - aber ob das jetzt bei der Oxalsäure oder beim Nitrat auch relevant ist, oder ob das nur eine alte Gärtner-Weisheit ist, das weiß ich ehrlich nicht. Kann es sein dass eine drei Tage alte Beete vom Markt weniger intensiv wirkt als eine, die ich gestern geerntet habe? Weil wenn das stimmt, dann isst du da möglicherweise wirklich was ganz anderes als ich mit meinen gekauften Scheiben. Und zur Verdauung - nein, Beschwerden habe ich bisher keine, aber @lisab_93 hat mich eben zum Nachdenken gebracht. Vielleicht warte ich wirklich nicht bis der Körper laut wird. Das Risiko einzugehen finde ich doch nicht so klug. Einmal täglich klingt vernünftiger, wenn mein Arzt ja eigentlich nur gesagt hat dass es gut ist, nicht dass ich es stapeln soll.

Kleines Update, weil ich das jetzt doch ausprobiert habe. Ich bin tatsächlich auf den Backofen-Trick von @leni_k eingegangen und habe letzte Woche ein paar Knollen gemacht. Das Ergebnis: völlig anderer Geschmack! Intensiver, aber nicht so rau wie roh, wenn das Sinn macht. Und die Praktikabilität ist tatsächlich besser als ich gedacht hätte - ich habe jetzt immer drei, vier Scheiben in einer Dose im Kühlschrank und esse die über die Woche verteilt. Einmal täglich, wie ich mir das überlegt habe. Was mich aber jetzt noch interessiert - und das beschäftigt mich ehrlich gesagt mehr:

Zitat von leni_k

je frischer desto mehr Kraft

, das hat mich wirklich zum Nachdenken gebracht. Mein Mann hat das auch immer gesagt, aber ich glaube, das war eher so eine philosophische Gärtner-Aussage und nicht wirklich wissenschaftlich gemeint. Aber wenn das tatsächlich auf die Nährstoffe ankommt - wie schnell verliert so eine Beete denn ihre Wirkung? Weil wenn ich aus meinem Garten ernte und direkt esse, ist das natürlich was ganz anderes als wenn ich donnerstags im Supermarkt kaufe und montags verarbeite. Ist das relevant für meinen Blutdruck, oder bin ich jetzt zu detailorientiert? Mein Hausarzt wird mir da wahrscheinlich auch nicht die perfekte Antwort geben, der sagt einfach nur "essen Sie mehr davon". Aber ich habe da gute Erfahrungen gemacht mit meinem Garten generell - je direkter vom Beet in die Pfanne, desto besser schmeckt's. Vielleicht ist das ja bei der Gesundheit auch so.

@elvira_k ja schön und gut mit dem Backofen-Trick, aber jetzt verlierst du dich da ein bissel in Details, findest du nicht? Dein Hausarzt hat gesagt iss mehr Rote Beete wegen des Blutdrucks - nicht iss die frischeste, die optimalste, die wissenschaftlich perfekteste Beete. Das ist doch viel zu kompliziert. Ich mach das schon seit Jahren so: Im Herbst ernten, einlegen im Glas - fertig. Das hält Wochen, schmeckt toll, und ich weiß genau was drin ist. Keine Gedanken über Frische und Nährstoffverlust. Das mit "je frischer desto mehr Kraft" - das ist halt Gärtner-Philosophie, nicht Ernährung. Meine Mutter hat gesagt, was gekocht und richtig gelagert ist, das ist genauso wertvoll. Und ehrlich, ihr Blutdruck war besser als meiner heute. Das Wichtigste ist doch nicht die perfekte Herkunfts-Minute sondern dass du es regelmäßig isst und es dir schmeckt. Einmal täglich, wie du jetzt machst - das ist vernünftig. Ob die Beete jetzt gestern oder vorgestern geerntet wurde, macht für deinen Blutdruck keinen Unterschied. Dafür brauchst du keine Studien. Probier's einfach aus, achte auf deinen Körper, und gut ist.

@ingrid.w Sie haben da einen Punkt, den ich mir selbst nicht so gerne eingestehe. Ich merke gerade, dass ich anfange mir Gedanken über die Details zu machen, obwohl der Hausarzt eigentlich nur gesagt hat, essen Sie mehr davon. Punkt. Das ist schon ein bisschen zu viel Grübeln für etwas, das eigentlich ganz einfach sein sollte.

Zitat von ingrid.w

das ist halt Gärtner-Philosophie, nicht Ernährung

- ja, das stimmt wahrscheinlich. Mein Mann war auch Gärtner und hat immer alles philosophisch gesehen, aber damit hat er nicht unbedingt recht gehabt bei solchen Fragen. Ich glaube, ich versuche da gerade, mir selbst wichtig zu machen, weil ich mich vielleicht ein bisschen schuldig fühle, dass ich nicht alles perfekt mache, wenn es um meine Gesundheit geht. Das mit dem Einlegen im Herbst ist eigentlich genau das, was ich früher immer gemacht habe, bevor ich mit dem rohen Zeug angefangen habe. Vielleicht sollte ich das wieder aufgreifen, zumindest für einen Teil. Im Garten habe ich ja genug Ertrag, da könnte ich beides machen - die schnelle frische Variante wenn ich gerade Zeit habe, und im Herbst wieder die eingelegten Gläser machen wie früher. Das würde auch bedeuten, dass ich nicht ständig überlegen muss, was der optimale Weg ist. Danke, dass Sie mich da ein bisschen auf den Boden zurückgeholt haben. Manchmal braucht man das.

das kenn ich irgendwie, dieses Grübeln ob man alles richtig macht mit dem Essen 😄 ich mach das bei Supplements auch immer so und dann irgendwann denk ich, okay jetzt ist genug. @ingrid.w hat aber ehrlich gesagt was gesagt was mich beschäftigt - dieses Einlegen im Herbst. ich hab das noch nie selbst gemacht, meine freundin kauft immer die Gläser aus dem Supermarkt. aber selbst einlegen klingt nach ganz schön viel Aufwand, oder? wie lange macht man das eigentlich, hat man da wirklich den ganzen Tag damit zu tun? keine ahnung ob das bei drei Kindern so realistisch ist bei mir zumindest nicht so einfach

@evelyn83 naja, Aufwand ist relativ. Ich mach das immer an einem Vormittag - Beeten putzen, klein schneiden, in die Gläser, Essig-Zucker-Wasser drüber, fertig. Eine zwei Stunden vielleicht, dann hast du für Wochen was. Bei drei Kindern versteh ich aber dass das schwierig ist, da brauchst du echt einen ruhigen Moment. Aber ehrlich - du musst das nicht selbst machen. Das ist ja das was ich @elvira_k sagen wollte. Es geht nicht darum die perfekte Variante zu finden. Gekaufte eingelegte Beeten aus dem Glas sind genauso gut wie selbst gemachte. Meine Mutter hat gesagt, wer nicht selber einlegen will oder kann, der kauft sich halt welche. Punkt. Der Blutdruck kümmert sich nicht darum ob du drei Stunden in der Küche gestanden hast oder nicht. Das Problem ist eher - und das sehe ich immer wieder - dass Leute anfangen zu denken es muss alles selbst gemacht, frisch, optimal sein um zu wirken. Das ist Unsinn. Regelmäßig essen, fertig. Ob das jetzt aus deinem Garten kommt oder aus der Dose, ist für die Gesundheit schnuppe. Solange du nicht gerade Fertig-Salate kaufst wo die Beete seit zwei Wochen im Plastik liegt. Das mit den Supplements - da nicke ich dir zu. Das ist noch schlimmer. Da fangen die Leute an zu rechnen was wann wie viel und verlieren völlig aus den Augen dass normale Ernährung völlig ausreicht.

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