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Rote Beete Konzentrat vor dem Training - spürt ihr wirklich was oder redet ihr euch das ein?

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@rainerw ok, Salz als die eine Sache - das leuchtet mir ein. Mehr als ich erwartet hätte wenn ich ehrlich bin. Ich hab gerade kurz überlegt was das konkret bedeutet. Wir kaufen das Brot meistens beim Discounter, so ein normales Toastbrot plus ein Graubrot vom Backautomaten. Aufschnitt ist bei uns Käse und Fleischwurst, das ist Ruhrpott-Standard seit ich denken kann. Wenn da wirklich so viel Natrium drinsteckt wie deine Frau beim Toast gesehen hat, dann ist das bei uns über den Tag addiert wahrscheinlich kein kleiner Posten.

Zitat von rainerw

ich schau mittlerweile wenigstens auf den Natriumwert

Das ist der Punkt wo ich zugeben muss dass ich das nie gemacht hab. Ich lese auf Verpackungen eigentlich gar nichts. Kalorien manchmal, sonst nix. Das ist vielleicht das was ich diese Woche ändern kann, einfach mal draufschauen ohne gleich alles umzustellen. Was mich aber noch beschäftigt: du sagst Salz ist die Variable die der Körper "direkt merkt". Wie lange hat das bei dir gedauert bis du irgendwas bemerkt hast? Wochen? Ich frag weil ich für die Granfondo jetzt noch ungefähr zwei Monate hab und ich wissen will ob das überhaupt in dem Zeitfenster was bringt oder ob ich das eher als langfristige Geschichte einplanen soll. Das wäre dann nämlich ein anderer Rahmen.

Zitat von rote_socke_83

zwei Monate hab und ich wissen will ob das überhaupt in dem Zeitfenster was bringt

also da kann ich dir was sagen aus eigener Erfahrung. Ich hab das Salz nicht von heute auf morgen runtergeschraubt sondern erstmal nur beim Nachsalzen aufgehört. Nicht beim Kochen, nur am Tisch. Und nach vielleicht drei Wochen hat mein Arzt bei der Routine-Messung gefragt ob ich was geändert hab. Das war nicht dramatisch aber er hats bemerkt. Zwei Monate reichen also schon für irgendeinen Effekt, zumindest war das bei mir so. Aber ich sag dir - das hängt davon ab wie viel Spielraum du überhaupt noch hast. Wenn du sowieso wenig Salz isst bringt das Weglassen nix. Wenn du täglich Fleischwurst und Discounter-Graubrot isst, dann ist da Luft drin. Bei dir klingt das so als wäre da noch einiges zu holen. Was mich bei deiner Frage aber stört - du rahmst das immer noch als "bringt das was für die Granfondo". Das ist halt nicht dasselbe wie Blutdruck langfristig im Griff haben. Für ne Ausfahrt im August wirst du mit Salzreduktion wahrscheinlich keinen spürbaren Leistungsunterschied merken. Das ist kein Sportmittel. Das ist Körperpflege auf lange Sicht. Ich weiß nicht ob dir das hilft wenn du auf zwei Monate schaust. Mir wärs das trotzdem wert.

@rainer_w64 der Punkt trifft eigentlich genau das was mich die ganze Zeit stört an meiner eigenen Fragestellung. Ich pack alles in die Schublade "nützt das was vor der Granfondo" und das ist halt die falsche Schublade für Salzreduktion. Das stimmt.

Zitat von rainer_w64

Das ist kein Sportmittel. Das ist Körperpflege auf lange Sicht.

Kann ich so nicht unterschreiben dass das bedeutet ich soll es deshalb ignorieren - aber du hast recht dass ich den Rahmen falsch gesetzt hab. Meine Hausärztin hat das vor nem Jahr auch nicht gesagt "pass auf für dein nächstes Rennen" die hat gesagt 135/85 ist was das du langfristig im Blick behalten solltest. Das sind zwei verschiedene Zeiträume und ich hab die ganze Zeit so getan als wären sie eins. Was mich bei deinem Bericht mit den drei Wochen bis der Arzt was bemerkt hat aber wundert: du hast nur das Nachsalzen weggelassen, nicht das Salz beim Kochen. Ich frag mich ob das bei uns überhaupt was bringt weil wir am Tisch eigentlich wenig nachsalzen. Meine Frau kocht eher würzig. Das heißt der Hebel wäre bei uns vermutlich woanders - eher beim Aufschnitt und Brot als am Tisch. Ich muss das mal eine Woche lang wirklich aufschreiben was wir essen, nicht nur die Messwerte. Ich merk dass ich gerade zwei komplett verschiedene Projekte vermischt hab ohne das zu merken.

@rote_socke_83

Zitat von rote_socke_83

eher beim Aufschnitt und Brot als am Tisch

ja das glaub ich dir sofort. Bei uns war das nämlich auch so - meine Frau kocht schon immer eher sparsam mit Salz am Herd aber der Aufschnitt war das Problem. Fleischwurst, Leberwurst, Käse - das summiert sich über den Tag. Ich hab das erst gecheckt als meine Frau wirklich angefangen hat die Packungen zu vergleichen. Es gibt bei Fleischwurst Unterschiede von fast 30-40% im Natriumgehalt je nach Hersteller, selbe Sorte, selber Discounter, andere Marke. Das hat mich echt überrascht. Was du mit den zwei Projekten sagst - das finde ich eigentlich den klarsten Satz im ganzen Thread bisher. Kurzfristig für die Granfondo optimieren ist das eine. Blutdruck langfristig im Blick behalten ist was anderes. Wer das vermischt kauft sich Konzentrate und hofft dass die für beides gut sind. Das ist dann halt doch nur das gute Gefühl wovon du selbst vorhin geredet hast. Wenn du jetzt anfängst aufzuschreiben was ihr esst - ich würd da nicht zu kleinteilig werden. Ich hab das eine Weile versucht mit so einer App und dann nach vier Tagen aufgehört weil's mich genervt hat. Einfach mal eine Woche die Packungen anschauen und den Natriumwert notieren reicht schon um zu sehen wo der Großteil herkommt.

Zitat von rainer_w64

Unterschiede von fast 30-40% im Natriumgehalt je nach Hersteller

Das wusste ich wirklich nicht. Selbe Sorte anderer Hersteller - das hätte ich nicht erwartet. Ich dachte Fleischwurst ist Fleischwurst. Ich überleg gerade ob ich das heute Abend einfach mal mache, also Packungen aus dem Kühlschrank rausholen und nachschauen. Wir haben noch Aufschnitt vom Wochenendeinkauf. Das kostet mich fünf Minuten und ich hab zumindest einen ersten Anhaltspunkt. Die App-Variante lass ich, da hast du recht, das macht man vier Tage und dann wars das. Was mich bei dem 30-40% Unterschied aber konkret beschäftigt: wenn das so ist, dann wäre der einfachste Hebel gar nicht "weniger Fleischwurst" sondern "andere Fleischwurst". Das wäre für mich deutlich realistischer als komplett umzustellen. Meine Frau wird mir nicht erklären müssen warum wir jetzt kein Brot mehr essen. Ich muss nur wissen welche Marke weniger Natrium hat. Das klingt fast zu einfach. Ich frag mich ob das in der Praxis wirklich so klar lesbar ist auf den Packungen. Natriumwert vs. Salzäquivalent, das sind zwei verschiedene Angaben die ich schonmal durcheinandergebracht hab.

Zitat von rote_socke_83

Natriumwert vs. Salzäquivalent das sind zwei verschiedene Angaben

@rote_socke_83 ja das ist tatsächlich ein echter Stolperstein. Einfache Regel die mir meine Frau beigebracht hat: Salzäquivalent ist immer höher als der Natriumwert weil da noch der Chlorid-Anteil draufgerechnet wird. Faktor ist ungefähr 2,5. Also wenn da 0,8g Natrium steht, sind das rund 2g Salz. Die EU-Packungen müssen seit ein paar Jahren das Salzäquivalent angeben, nicht mehr nur Natrium - aber ältere Bestände oder billige Eigenmarken haben manchmal noch die alte Angabe. Wenn du also beide siehst auf verschiedenen Packungen, immer Salzäquivalent vergleichen, nicht Natrium. Sonst vergleichst du Äpfel mit Birnen. Was mich bei deinem Ansatz "andere Fleischwurst statt weniger Fleischwurst" ehrlich gesagt überrascht - das ist eigentlich vernünftig gedacht. Ich war am Anfang auch auf dem Trip alles weglassen zu müssen. Hat nicht funktioniert, man fühlt sich nur schlecht dabei. Die Version mit bewusstem Auswählen ist nachhaltiger. Meine Frau hat das genauso gemacht, einfach beim gleichen Einkauf die Packung mit weniger Salzäquivalent genommen. Schmeckt meistens kaum anders. Heute abend Packungen checken ist eine gute Idee. Ich würd aber auch aufs Graubrot schauen - da steckt manchmal mehr drin als man denkt und das isst man in größeren Mengen als Aufschnitt.

Zitat von rainer_w64

Faktor ist ungefähr 2,5

ok das ist der Punkt der mir gerade den Kopf verdreht. Ich hab heute Morgen noch auf ne Packung geschaut und den Natriumwert notiert, und dann hab ich hochgerechnet und dachte das klingt doch ganz ok. Aber wenn ich den mal 2,5 nehme ist das schon anders. Das hätte ich heute Abend falsch verglichen ohne dass ich's gemerkt hätte. @rainer_w64 das mit dem Graubrot - ich hab jetzt kurz überlegt. Wir kaufen das immer beim Discounter-Backautomaten, da gibt's keine Packung mit Nährwerttabelle. Da steht irgendwo ein Schild mit Zutaten aber ob da ein Salzäquivalent drauf ist, bezweifle ich. Das ist dann wieder eine Lücke in meinem "einfach die Packung anschauen"-Plan. Ich weiß grad nicht wie ich da rankomme ohne online zu suchen oder den Discounter direkt zu fragen, was ich ehrlich gesagt nicht machen werde. Das frustriert mich ein bisschen. Der Ansatz war simpel: Kühlschrank aufmachen, Packungen vergleichen, fertig. Und jetzt stellt sich raus dass genau das Brot das wir am meisten essen gar keine vergleichbare Angabe hat. Das ist typisch. Ich schau heute Abend trotzdem erstmal was bei Fleischwurst und Käse rauskommt. Das ist wenigstens was ich tatsächlich vergleichen kann.

@rote_socke_83

Zitat von rote_socke_83

Das frustriert mich ein bisschen

ja das kenn ich. Aber mal ehrlich - der Backautomaten-Discounter-Fall ist kein Einzelfall. Das ist bei losen Waren generell so, Bäcker, Metzker, Backstation. Da hast du rechtlich kaum Anspruch auf ne vollständige Nährwerttabelle am Regal. Was du trotzdem machen kannst: einfach mal ein abgepacktes Graubrot kaufen, einmal, nur zum Vergleich. Nicht dauerhaft umstellen. Nur um eine Zahl zu haben. Dann weißt du zumindest in welchem Bereich du dich bewegst und kannst abschätzen ob der Backautomat wahrscheinlich drüber oder drunter liegt. Ich hab das so gemacht bei unserem Bäcker um die Ecke. Der hat auf Nachfrage tatsächlich ein Infoblatt rausgekramt stand da aber nur "je nach Rezeptur". Das war dann auch nicht wirklich hilfreich. Also hab ich einmal das verpackte Pendant aus dem Edeka genommen, nachgeschaut, und dann gedacht - ok das ist der ungefähre Richtwert. Ist kein perfektes Vorgehen. Aber du wolltest keinen Labor-Ansatz sondern einen alltagstauglichen. Das ist einer.

@rainer_w64 der Tipp mit dem abgepackten Graubrot einmal kaufen nur zum Vergleich - das ist eigentlich das vernünftigste was heute hier gesagt wurde. Ich hätte das nicht so gedacht, ich bin immer gleich bei "entweder ich weiß es genau oder ich lass es". Aber du hast recht, ein ungefährer Richtwert ist besser als gar keiner. Was mich jetzt aber noch beschäftigt: wenn ich heute Abend Fleischwurst und Käse vergleiche und da tatsächlich große Unterschiede sehe - ab wann lohnt sich das Umstellen wirklich? Ich mein, wenn Marke A 0,2g weniger Salzäquivalent pro 100g hat als Marke B, ist das dann im Alltag überhaupt messbar oder reden wir über Mengen die im Rauschen verschwinden? Ich frag das weil ich aus der Logistik weiß dass kleine Abweichungen pro Einheit über Volumen groß werden können. Aber ich weiß nicht ob das bei Salz und Blutdruck genauso funktioniert. Also ob 0,2g Unterschied pro Scheibe Fleischwurst bei vier Scheiben täglich über Wochen tatsächlich irgendwas am oberen Wert macht - oder ob ich dann immer noch im Messrauschen stecke das wir vorhin schon beim Kaffee-Thema hatten. Das wäre meine Frage bevor ich heute Abend Packungen vergleiche und dann nicht weiß was ich mit dem Ergebnis anfangen soll.

@rote_socke_83 die 0,2g Frage - da muss ich kurz bremsen. Ich bin kein Arzt und kein Ernährungswissenschaftler, also nimm das mit Vorsicht. Aber mein gesunder Menschenverstand sagt: wenn du vier Scheiben täglich isst, sind das über einen Monat vielleicht 24g weniger Salz insgesamt. Ob das messbar ist? Wahrscheinlich nicht allein. Aber du isst ja nicht nur Fleischwurst. Brot, Käse, vielleicht noch Fertigsoße oder was auch immer. Die 0,2g addieren sich an mehreren Stellen gleichzeitig.

Zitat von rote_socke_83

ob ich dann immer noch im Messrauschen stecke

Das ist die richtige Frage, aber ich glaub du denkst das zu kleinteilig. Der Punkt ist doch nicht ob eine Scheibe Fleischwurst deinen Blutdruck senkt. Der Punkt ist ob du über den ganzen Tag konsistent weniger reinkippst. Das ist kein Präzisionsjob, das ist eher wie beim Schlosser - du drehst nicht eine Schraube nach, du prüfst die ganze Verbindung. Was ich mich ehrlich frage: du kommst aus der Logistik, denkst in Prozessen. Hast du eigentlich mal grob überschlagen wieviel Salzäquivalent du täglich zu dir nimmst - nicht genau nur Hausnummer? Weil das wäre der erste Schritt bevor ich anfange Marken zu vergleichen. Wenn du bei 6g am Tag bist ist das anders als bei 12g. Die WHO sagt irgendwas von unter 5g, ich weiß das weil mein Arzt das mal hingeschrieben hat auf einen Zettel. Ich bin selbst nie über diese Hausnummer-Rechnung rausgekommen, war mir zu aufwändig.

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