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Frisch vs. vakuumverpackt – lohnt der Mehraufwand wirklich?

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Zitat von leni_k

gibt es hier überhaupt jemanden der Rote-Beete-Konzentrat bewusst fürs Training nimmt und wirklich was beschreiben kann

Das halte ich für eine gute Frage, aber ich würde die Erwartung direkt dämpfen: was du hier bekommen wirst sind Anekdoten, keine kontrollierten Beobachtungen. Das ist kein Vorwurf, das ist einfach die Struktur von Forendiskussionen. @derbasti sagt selbst, er kann keinen Effekt benennen - das ist tatsächlich der ehrlichste Bericht den man kriegen kann, weil er keine Erwartungserfüllung betreibt. Was mich bei dem ganzen Kapsel-Strang aber stört, unabhängig vom Trainingseffekt: die Ausgangsfrage war frisch vs. vakuumverpackt. Und jetzt landen wir bei getrockneten, konzentrierten, verkapselten Extrakten. Das ist produktionstechnisch nochmal drei Stufen weiter entfernt vom Ausgangsprodukt. Ob da die Aromastoffe, die wir gerade als flüchtig identifiziert haben, überhaupt noch in relevanter Form vorhanden sind, weiß ich nicht. Die Datenlage zu Betanin-Stabilität unter Hitze und Trocknung ist mir zu unklar um da was zu behaupten. @leni_k: für Halbmarathon gibt es tatsächlich ein paar Studien zu Rote-Beete-Saft und Nitrat-Supplementation, die Exeter-Gruppe hat da einiges publiziert, das ist nicht nur Influencer-Content. Aber das ist eine andere Diskussion als ob frische Beete aus dem Küchentopf besser schmeckt als die aus der Packung.

@n.feld danke für den Link-Tipp mit Exeter, das merk ich mir mal. aber @leni_k - du hast recht dass ich die Kapseln einfach so weiter nehm ohne zu wissen ob was passiert, das ist dumm von mir ehrlich. aber ich glaub das ist auch genau das Problem warum ich das tue - weil ich mir selbst nicht zutraue das zu messen. ich mein wie merkst du denn ob du 2% mehr Ausdauer hast oder nicht, das is ja nicht wie beim Gewicht heben wo du direkt siehst ob die Hantel schwerer wird oder nicht. aber jetzt wo n.feld das mit den drei Stufen Verarbeitung sagt - das hat mich grad zum Nachdenken gebracht. wenn ich die frische Beete koche und den Saft aufmache statt wegzuschmeißen, dann bin ich ja näher am Original als wenn ich die Kapsel nehme. also wenn das mit den Nitratpumpern echt funktioniert - warum kauf ich mir nicht einfach nen Saft statt Kapseln? der ist immer noch konzentriert aber nicht so krass verarbeitet wie die Dinger. @leni_k hast du mal mit Saft experimentiert oder is das auch nicht dein Ding? weil ich glaub wenn ich das ernst nehmen will muss ich da anders anfangen als nur YouTube-Videos zu glauben

weniger reden mehr heben

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weniger reden mehr heben

@derbasti die Frage ob Saft besser ist als Kapsel ist legitim, aber ich würde das nicht mit "näher am Original" begründen. Das ist kein Qualitätsmerkmal per se. Gepresster, pasteurisierter Flaschensaft ist auch verarbeitet, nur anders. Die relevante Frage wäre: was ist noch drin nach dem Pasteurisieren, und in welcher Konzentration. Das weiß ich nicht, und du vermutlich auch nicht.

Zitat von derbasti

warum kauf ich mir nicht einfach nen Saft statt Kapseln

Konkret gesagt: weil du dann immer noch nicht weißt ob es was bringt, du sparst nur den Kapselschritt. Das Grundproblem bleibt identisch. Was mich bei dem ganzen Dreh aber interessiert - und das ist noch nicht im Thread aufgetaucht: du misst das komplett subjektiv, ohne Baseline. Wenn du wirklich wissen willst ob Nitrat-Supplementation bei dir was tut, müsstest du eine Strecke unter kontrollierten Bedingungen mehrfach laufen, einmal mit, einmal ohne, mit Abstand dazwischen. Das macht natürlich niemand ernsthaft im Alltag. Aber dann ist die Antwort eben: du weißt es nicht, und kannst es auch nicht wissen ohne diesen Aufwand. Das ist keine Kritik, das ist die Situation. Ich frage mich übrigens ob die Exeter-Studien die ich erwähnt hab überhaupt mit Kapseln gearbeitet haben oder mit frischem Saft. Das wäre relevant für den Vergleich.

@n.feld alter das mit der Baseline ist ja krass deprimierend ehrlich gesagt. also wenn ich das richtig verstanden hab heißt das im Grunde - ich kann eh nicht wissen ob die Kapseln oder der Saft was bringen, egal wie lange ich das nehme. weil ohne dass ich ne Strecke zweimal laufe und alles misst bin ich eh im dunkeln. das ist jetzt nicht so motivierend ngl. aber moment - heißt das nicht auch dass die ganze Diskussion ob frisch oder vakuum geschmacklich was unterschied macht, am Ende auch nur subjektiv ist? weil n.feld und @leni_k ihr habt das ja auch nur probiert und gefühlt, nicht gemessen. ich mein die mineralische Note die @n.feld beschreibt - das ist ja auch so ne Geschmackssache die man nicht objektiv festhalten kann ohne irgendne Messung oder so. was mich grad denken lässt - vielleicht is das ganze Thema eh nur relevant wenn man drauf achtet. also wenn ich mir einfach ne vakuumpackung schnapp und in die Suppe hau ohne zu wissen dass die angeblich flacher sein soll, merk ich den Unterschied vielleicht gar nicht. aber sobald ich weiß dass frische "besser" sein soll, schmecke ich das plötzlich raus. Placebo quasi aber für Gemüse. anyway - ich glaub ich muss einfach mal selbst den Saft aufmachen wenn ich frische koche statt den wegzukippen. das kostet ja nix außer nen Behälter, und dann kann ich selbst schauen ob das intensiver schmeckt als die Packung. aber @leni_k - du hast ja eigentlich die Frage gestellt wem das was bringt. hast du selbst schon probiert oder fragst du nur um zu checken was andere machen? weniger reden mehr heben

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weniger reden mehr heben

@derbasti

Zitat von derbasti

hast du selbst schon probiert oder fragst du nur um zu checken was andere machen?

beides. ich hab den Rote-Beete-Saft-Kram noch nicht systematisch ausprobiert - hab Betanio PLUS im Drogeriemarkt gesehen und dann nicht gekauft, weil mir genau das gefehlt hat was ich hier gesucht hab: irgendwer der sagt "ich hab das X Wochen genommen und bei langen Läufen gemerkt dass..." und nicht "der Typ sagt das ist gut". und was ich hier gekriegt hab ist @derbasti der sagt er merkt nichts, und n.feld der auf Exeter verweist. das ist ehrlich gesagt hilfreicher als die meisten Forendiskussionen die ich kenn. aber zu deiner Placebo-Frage: das stimmt natürlich, Erwartung färbt Wahrnehmung. das gilt aber nicht symmetrisch. wenn jemand sagt "ich hab nix gemerkt" obwohl er eigentlich erwartet hat dass es was bringt - das ist schwerer wegzureden als positive Wahrnehmung. derbasti hat die Kapseln genommen weil er was erwartet hat, und trotzdem nichts beschreiben können. das ist für mich relevanter als wenn jemand sagt "ja fühl ich voll". was mich aber bei deiner Frage grad wirklich beschäftigt: du fragst ob ich "nur checke was andere machen" - als ob das weniger wäre. für mich ist das genau die richtige Reihenfolge. erst schauen was echte Leute erleben, dann entscheiden ob ich selbst Geld ausgebe und meinen Körper als Testinstanz benutze.

@leni_k ja okay das leuchtet mir ein, wenn du erwartest dass was passiert und merkst trotzdem nix ist das aussagekräftiger als wenn jemand begeistert erzählt. aber was mich grad beschäftigt ist ein anderer Punkt - du sagst du schaust erst was andere erleben bevor du Geld ausgibst und deinen Körper testest. und das macht Sinn. aber bei der Roten Beete selbst machst du das ja nicht so, oder? also du hast den Saft von selbstgekochter Beete probiert und mit Vakuum verglichen du hast fermentiert, du schaust welcher Garpunkt was macht. da investierst du die Zeit und den Aufwand ohne dass du vorher fragst ob das sinnvoll ist. wieso ist das bei dir beim Gemüse anders als beim Supplement? ich mein das ist keine Kritik, mich interessiert echt die Logik dahinter. weil bei mir ist das gerade umgekehrt - beim Essen bin ich faul und nehm was praktisch ist, aber bei den Kapseln denk ich "ja muss sein weil Profis" obwohl ich null Beweis hab. vielleicht sollte ich das einfach umdrehen - mehr Zeit beim Kochen investieren weniger Geld bei unnötigen Kapseln. aber dazu müsste ich halt anfangen den Saft wirklich aufzufangen statt zu verschwenden. erste Frage - wo bewahrst du den auf wenn du ihn gekocht hast? im Kühlschrank im Behälter oder wie? weniger reden mehr heben

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weniger reden mehr heben

Zitat von derbasti

wo bewahrst du den auf wenn du ihn gekocht hast?

im normalen Schraubglas im Kühlschrank, hält bei mir locker drei Tage. länger hab ich das noch nicht getestet, aber nach drei Tagen schmeckt er schon merklich säuerlicher also würd ich das nicht riskieren. aber jetzt zu deiner eigentlichen Frage, die hat mich ehrlich grad länger beschäftigt als ich erwartet hätte. du fragst warum ich beim Gemüse einfach ausprobiere aber beim Supplement erst frage. ich glaub der Unterschied ist: beim Kochen riskier ich nichts außer Zeit und ein paar Cent für die Knolle. wenn der Saft scheiße schmeckt, ist das okay. beim Supplement geht es um Geld, aber auch darum dass ich meinen Körper nicht einfach zum Testlabor für irgendwas mache das ich nicht einschätzen kann. das ist für mich kein Widerspruch sondern Verhältnismäßigkeit. und noch was das mir grad auffällt: du sagst "mehr Zeit beim Kochen, weniger Geld bei Kapseln" - das klingt nach einem Plan, aber ich glaub das funktioniert nur wenn du das wirklich willst und nicht weil du denkst du solltest. ich hab das Rote-Beete-Ding auch nicht wegen Ausdauer angefangen das hat sich so ergeben. zuerst einfach weil mir das Dressing gut geschmeckt hat nach dem Kochen letzten Herbst. ob das dann irgendwann auch einen Trainingseffekt hat - schauen wir mal.

Zitat von leni_k

das hat sich so ergeben

Das ist der Punkt der mich am meisten interessiert, wenn ich ehrlich bin. Nicht als Kritik an @derbasti, aber der Kontrast ist auffällig: wer anfängt weil ein Ergebnis gewünscht wird, misst immer gegen diese Erwartung. Wer anfängt weil was gut schmeckt, hat keinen Erfolgsdruck und bleibt trotzdem dabei. Das ist faktisch kein Argument gegen Supplement-Nutzung, aber es erklärt vielleicht warum @derbasti nach Wochen nichts benennen kann. Nicht weil nichts passiert ist, sondern weil die Erwartung zu diffus war. "Mehr Pump" ist kein messbarer Ausgangspunkt. Was mich bei leni_ks Beitrag aber noch beschäftigt: drei Tage im Schraubglas, danach säuerlicher. Das klingt nach beginnender Fermentation, nicht nach Verderb im eigentlichen Sinn. Ich hab das noch nie separat aufgefangen, immer zusammen mit dem Kochansatz verwendet oder weggeschüttet. Ob der Saft nach zwei Tagen Kühlschrank noch andere Aromastoffe hat als frisch aufgefangen, weiß ich nicht. Die Frage ist ob das Säuern den Charakter verändert oder nur intensiviert. Ich würde vermuten verändert, weil Betanin nicht säurestabil ist, aber das ist eine Vermutung ohne Quelle.

@n.feld

Zitat von n.feld

Betanin nicht säurestabil

das ist interessant, weil das würde ja bedeuten dass der Saft nach zwei Tagen nicht nur anders schmeckt sondern auch farblich was verliert - und das hab ich tatsächlich beobachtet. der wird deutlich dunkler, fast bräunlich an den Rändern. ich hab das immer als "wird halt alt" abgehakt aber wenn Betanin säurelabil ist dann passiert da vermutlich wirklich was strukturell. was mich jetzt beschäftigt: wenn das stimmt, und der Saft nach zwei Tagen Kühlschrank schon abgebaut hat - was heißt das dann für frisch gepressten Saft aus dem Supermarkt? der steht da unter Umständen viel länger als drei Tage. also selbst wenn du den ungekochten Rohsaft kaufst statt Kapseln oder Vakuumpackung, hast du unter Umständen dasselbe Problem wie ich mit meinem Schraubglas, nur auf industrieller Ebene und ohne dass du das Datum des Pressens kennst. ich hab mal im Reformhaus kurz auf die Etiketten geschaut - da stand Mindesthaltbarkeit und Pasteurisiert, aber kein Hinweis wie lang nach Öffnung. das ist so ein Punkt wo mir Transparenz wirklich fehlt. vielleicht ist die eigentlich logische Konsequenz: wenn man den Saft will, dann frisch pressen und sofort trinken. aber dann brauchst du einen Entsafter und das ist wieder eine Anschaffung und ein Aufwand der einen anderen Abend komplett frisst.

Zitat von derbasti

ich nehme die roten sachen eher aus der kapsel für die nitrate und das pump-ding

Das ist der Punkt der mich hier eigentlich am meisten beschäftigt, weil er direkt zu @leni_ks Beobachtung passt: wenn Betanin säurelabil ist und im Kühlschrank nach zwei Tagen schon abbaut, dann stellt sich die Frage was beim Trocknungs- und Verkapselungsprozess überhaupt noch stabil bleibt. Hitze, Druck, Trocknung - das sind alles Bedingungen die Betanin nicht mag, soweit ich das einschätzen kann. Ob da noch was Relevantes drin ist, weiß ich nicht, und ich hab keine Quelle die das für konkrete Kapselprodukte aufschlüsselt. @leni_k: der Entsafter-Punkt ist real. Ich hab vor Jahren mal überlegt, das ist dann aber an den Reinigungsaufwand gescheitert, nicht an der Anschaffung. Das Gerät steht, der Aufwand bleibt. Was mich bei deiner Reformhaus-Beobachtung aber interessiert: Pasteurisiert sagt ja nichts darüber aus bei welcher Temperatur und wie lang. Hochkurzzeiterhitzung ist was anderes als klassisches Pasteurisieren, und für Betanin dürfte das einen Unterschied machen. Ob das auf den Etiketten steht - vermutlich nicht. Die Datenlage zu frisch gepresstem Rote-Beete-Saft als flüchtigstem Optimum klingt überzeugend in der Theorie, ist im Alltag aber kaum umsetzbar ohne erheblichen Aufwand. Und dann wäre man wieder bei der Ausgangsfrage: lohnt der Mehraufwand wirklich.

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