Rote Bete roh vs. gekocht vs. Konzentrat – merkt ihr einen Unterschied?
Zitat von rennradrenate am Juli 8, 2026, 04:40 UhrIch frage mich das schon eine Weile, und ein konkreter Anlass hat das heute wieder hochgespült. Ich habe am Wochenende zum ersten Mal seit längerem wieder frisch gekochte Rote Bete gegessen - nicht als Konzentrat, nicht geraspelt, sondern ganz klassisch gegart, lauwarm mit etwas Meerrettich. Und ich hatte danach subjektiv ein anderes Körpergefühl als nach dem Konzentrat. Ruhiger irgendwie, nicht so ein schneller "Schub", wenn man das überhaupt so nennen kann. Jetzt frage ich mich, ob das an der Zubereitungsform liegt oder ob ich das einfach hineininterpretiere, weil ich weiß was ich gegessen habe. Das Konzentrat nehme ich vor langen Ausfahrten, da ist das Ziel ein anderes - schnell verfügbar, dosierbar, kein großes Kochen. Aber für den Alltag und vor allem für den Blutdruck, den mein Arzt im Blick behält, frage ich mich ob die Form überhaupt eine Rolle spielt. Meine Hausärztin hat dazu ehrlich gesagt keine klare Meinung geäußert, nur gesagt "Gemüse ist gut, Salz weniger". Was ich bisher gemerkt habe: Roh geraspelt schmeckt deutlich erdiger und intensiver als gegart. Das Konzentrat schmeckt nach gar nichts, was ich als Vorteil sehe wenn ich es morgens nüchtern nehme. Aber ob die Nitrat-Verfügbarkeit sich wirklich unterscheidet, das weiß ich nicht. Ich hab dazu letztens etwas gelesen, aber die Quelle war nicht gerade vertrauenswürdig - ein Blogger, kein Paper. Hat jemand hier konkret damit experimentiert, also bewusst über Wochen verschiedene Formen ausprobiert und auf sein Körpergefühl geachtet? Mich interessiert vor allem ob jemand beim Blutdruck einen Unterschied bemerkt hat, nicht nur bei Ausdauerleistung.
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Rennrad ist kein Hobby, das ist Therapie.
Ich frage mich das schon eine Weile, und ein konkreter Anlass hat das heute wieder hochgespült. Ich habe am Wochenende zum ersten Mal seit längerem wieder frisch gekochte Rote Bete gegessen - nicht als Konzentrat, nicht geraspelt, sondern ganz klassisch gegart, lauwarm mit etwas Meerrettich. Und ich hatte danach subjektiv ein anderes Körpergefühl als nach dem Konzentrat. Ruhiger irgendwie, nicht so ein schneller "Schub", wenn man das überhaupt so nennen kann. Jetzt frage ich mich, ob das an der Zubereitungsform liegt oder ob ich das einfach hineininterpretiere, weil ich weiß was ich gegessen habe. Das Konzentrat nehme ich vor langen Ausfahrten, da ist das Ziel ein anderes - schnell verfügbar, dosierbar, kein großes Kochen. Aber für den Alltag und vor allem für den Blutdruck, den mein Arzt im Blick behält, frage ich mich ob die Form überhaupt eine Rolle spielt. Meine Hausärztin hat dazu ehrlich gesagt keine klare Meinung geäußert, nur gesagt "Gemüse ist gut, Salz weniger". Was ich bisher gemerkt habe: Roh geraspelt schmeckt deutlich erdiger und intensiver als gegart. Das Konzentrat schmeckt nach gar nichts, was ich als Vorteil sehe wenn ich es morgens nüchtern nehme. Aber ob die Nitrat-Verfügbarkeit sich wirklich unterscheidet, das weiß ich nicht. Ich hab dazu letztens etwas gelesen, aber die Quelle war nicht gerade vertrauenswürdig - ein Blogger, kein Paper. Hat jemand hier konkret damit experimentiert, also bewusst über Wochen verschiedene Formen ausprobiert und auf sein Körpergefühl geachtet? Mich interessiert vor allem ob jemand beim Blutdruck einen Unterschied bemerkt hat, nicht nur bei Ausdauerleistung.
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Rennrad ist kein Hobby, das ist Therapie.
Zitat von jana_w am Juli 8, 2026, 13:19 Uhr@rennradrenate das mit dem "ruhigeren Gefühl" nach der gekochten Variante kenn ich tatsächlich auch, und ich hab lange überlegt woran das liegt. Ehrlich gesagt glaub ich, dass da auch einfach der Kontext mitspielt - Konzentrat nimmt man gezielt vor dem Training, da ist man schon in einem anderen Modus, schon leicht angespannt, wartet auf irgendwas. Die gekochte Rote Bete isst man halt einfach so beim Essen. Das Körpergefühl danach ist dann zwangsläufig anders, weil die Situation eine andere ist. Was mich bei deinem Post aber wirklich beschäftigt ist die Nitrat-Frage. Ich mein, ich nehm seit über einem Jahr Betanio PLUS und hab dazu auch mal in nem Podcast was gehört (Runners' Lab, glaub ich, bin aber nicht hundertprozentig sicher) - da wurde gesagt dass Erhitzen einen Teil der Nitrate abbaut, aber "einen Teil" ist halt keine Zahl. Wie viel das praktisch ausmacht, keine Ahnung. Das wäre eigentlich mal eine echte Antwort wert, die ich nicht habe.
Zitat von rennradrenateob die Nitrat-Verfügbarkeit sich wirklich unterscheidet
genau das würde mich auch interessieren, gerade weil du sagst dein Arzt schaut auf den Blutdruck. Das ist nochmal ein anderer Kontext als Ausdauerleistung, und ich hab keine Ahnung ob die Wirkweise da dieselbe ist oder ob das überhaupt vergleichbar ist. Meine Hausärztin hat das Thema nie wirklich ernst genommen wenn ich ehrlich bin, da kam auch immer nur "Gemüse ist gut" und fertig.
@rennradrenate das mit dem "ruhigeren Gefühl" nach der gekochten Variante kenn ich tatsächlich auch, und ich hab lange überlegt woran das liegt. Ehrlich gesagt glaub ich, dass da auch einfach der Kontext mitspielt - Konzentrat nimmt man gezielt vor dem Training, da ist man schon in einem anderen Modus, schon leicht angespannt, wartet auf irgendwas. Die gekochte Rote Bete isst man halt einfach so beim Essen. Das Körpergefühl danach ist dann zwangsläufig anders, weil die Situation eine andere ist. Was mich bei deinem Post aber wirklich beschäftigt ist die Nitrat-Frage. Ich mein, ich nehm seit über einem Jahr Betanio PLUS und hab dazu auch mal in nem Podcast was gehört (Runners' Lab, glaub ich, bin aber nicht hundertprozentig sicher) - da wurde gesagt dass Erhitzen einen Teil der Nitrate abbaut, aber "einen Teil" ist halt keine Zahl. Wie viel das praktisch ausmacht, keine Ahnung. Das wäre eigentlich mal eine echte Antwort wert, die ich nicht habe.
Zitat von rennradrenateob die Nitrat-Verfügbarkeit sich wirklich unterscheidet
genau das würde mich auch interessieren, gerade weil du sagst dein Arzt schaut auf den Blutdruck. Das ist nochmal ein anderer Kontext als Ausdauerleistung, und ich hab keine Ahnung ob die Wirkweise da dieselbe ist oder ob das überhaupt vergleichbar ist. Meine Hausärztin hat das Thema nie wirklich ernst genommen wenn ich ehrlich bin, da kam auch immer nur "Gemüse ist gut" und fertig.
Zitat von markus_b82 am Juli 9, 2026, 14:25 UhrZitat von jana_wErhitzen einen Teil der Nitrate abbaut, aber "einen Teil" ist halt keine Zahl
Genau das ist das Problem. Ich hab dazu mal in einem Paper von Bryan & Loscalzo (2011, "Nitrite and Nitrate: Cardiovascular Risk or Benefit") quergelesen - die Nitratzahlen in Rohmaterial vs. Gekochtem variieren stark, je nach Kochzeit und Wassermenge. Kochen mit viel Wasser zieht Nitrate heraus, dämpfen oder Backen hält mehr davon im Gemüse. Das ist kein Randeffekt, das macht schon einen messbaren Unterschied. Was mich bei jana_ws Punkt zum Kontext trotzdem beschäftigt: Ich glaub nicht, dass das die ganze Erklärung ist. Wenn du vor dem Training Konzentrat nimmst, hast du gleichzeitig auch nüchternen Magen, andere Durchblutungssituation, anderes Timing. Da ist Kontext schon ein Faktor - aber Bioverfügbarkeit ist ein anderer, und die beiden lassen sich schlecht auseinanderhalten ohne kontrolliertere Bedingungen. Ich hab selbst über drei Wochen morgens jeweils Betanio PLUS oder frisch gepressten Saft (ca. 200ml, selbst gemacht) abwechselnd genommen und dabei Ruhepuls und subjektives Wohlbefinden notiert. Kein Unterschied den ich irgendwie sauber zuordnen konnte. Aber das ist halt n=1 ohne Blutdruckmessprotokoll, das sagt wenig. @rennradrenate zur Blutdruckfrage: Da wäre ein Paper von Kapil et al. (2015, Hypertension) interessant, die haben explizit Nitrat-Supplementation bei Hypertonie untersucht. Hast du das schon auf dem Radar?
Zitat von jana_wErhitzen einen Teil der Nitrate abbaut, aber "einen Teil" ist halt keine Zahl
Genau das ist das Problem. Ich hab dazu mal in einem Paper von Bryan & Loscalzo (2011, "Nitrite and Nitrate: Cardiovascular Risk or Benefit") quergelesen - die Nitratzahlen in Rohmaterial vs. Gekochtem variieren stark, je nach Kochzeit und Wassermenge. Kochen mit viel Wasser zieht Nitrate heraus, dämpfen oder Backen hält mehr davon im Gemüse. Das ist kein Randeffekt, das macht schon einen messbaren Unterschied. Was mich bei jana_ws Punkt zum Kontext trotzdem beschäftigt: Ich glaub nicht, dass das die ganze Erklärung ist. Wenn du vor dem Training Konzentrat nimmst, hast du gleichzeitig auch nüchternen Magen, andere Durchblutungssituation, anderes Timing. Da ist Kontext schon ein Faktor - aber Bioverfügbarkeit ist ein anderer, und die beiden lassen sich schlecht auseinanderhalten ohne kontrolliertere Bedingungen. Ich hab selbst über drei Wochen morgens jeweils Betanio PLUS oder frisch gepressten Saft (ca. 200ml, selbst gemacht) abwechselnd genommen und dabei Ruhepuls und subjektives Wohlbefinden notiert. Kein Unterschied den ich irgendwie sauber zuordnen konnte. Aber das ist halt n=1 ohne Blutdruckmessprotokoll, das sagt wenig. @rennradrenate zur Blutdruckfrage: Da wäre ein Paper von Kapil et al. (2015, Hypertension) interessant, die haben explizit Nitrat-Supplementation bei Hypertonie untersucht. Hast du das schon auf dem Radar?
Zitat von jana_w am Juli 9, 2026, 14:51 Uhr@markus_b82 okay, das mit dämpfen vs. kochen in viel Wasser wusste ich so nicht, das ist tatsächlich ein neuer Punkt für mich. Ich koch die immer klassisch in Wasser, wenn ich frische nehm - heißt ich zieh da wahrscheinlich die Hälfte raus und schütt sie dann weg. Bisschen deprimierend wenn man's so sieht.
Zitat von markus_b82n=1 ohne Blutdruckmessprotokoll, das sagt wenig
ja, aber ich mein - was haben wir denn sonst hier? Wir sind alle n=1. Ich find dein Vorgehen trotzdem nicht wertlos, du hast wenigstens was aufgeschrieben und nicht nur ein Bauchgefühl. Das macht schon einen Unterschied zu "ich glaub schon dass es was bringt". Was mich bei deinem Paper-Hinweis beschäftigt: Kapil et al. klingt nach einer vernünftigen Quelle, aber ich frag mich ob die da mit Konzentrat gearbeitet haben oder mit echtem Saft oder Kapseln. Das würd mich ehrlich gesagt mehr interessieren als das Ergebnis selbst, weil man das sonst auf nichts übertragen kann was man zuhause macht. Weißt du das noch? Und @rennradrenate, rein praktisch, hast du schon mal versucht die Bete zu dämpfen statt zu kochen? Ich hab das noch nie so gezielt ausprobiert, ich glaub das wär eigentlich der einfachste Test den man machen könnte ohne irgendwas zu kaufen oder zu protokollieren.
@markus_b82 okay, das mit dämpfen vs. kochen in viel Wasser wusste ich so nicht, das ist tatsächlich ein neuer Punkt für mich. Ich koch die immer klassisch in Wasser, wenn ich frische nehm - heißt ich zieh da wahrscheinlich die Hälfte raus und schütt sie dann weg. Bisschen deprimierend wenn man's so sieht.
Zitat von markus_b82n=1 ohne Blutdruckmessprotokoll, das sagt wenig
ja, aber ich mein - was haben wir denn sonst hier? Wir sind alle n=1. Ich find dein Vorgehen trotzdem nicht wertlos, du hast wenigstens was aufgeschrieben und nicht nur ein Bauchgefühl. Das macht schon einen Unterschied zu "ich glaub schon dass es was bringt". Was mich bei deinem Paper-Hinweis beschäftigt: Kapil et al. klingt nach einer vernünftigen Quelle, aber ich frag mich ob die da mit Konzentrat gearbeitet haben oder mit echtem Saft oder Kapseln. Das würd mich ehrlich gesagt mehr interessieren als das Ergebnis selbst, weil man das sonst auf nichts übertragen kann was man zuhause macht. Weißt du das noch? Und @rennradrenate, rein praktisch, hast du schon mal versucht die Bete zu dämpfen statt zu kochen? Ich hab das noch nie so gezielt ausprobiert, ich glaub das wär eigentlich der einfachste Test den man machen könnte ohne irgendwas zu kaufen oder zu protokollieren.
Zitat von markus_b82 am Juli 9, 2026, 15:26 UhrZitat von jana_wob die da mit Konzentrat gearbeitet haben oder mit echtem Saft oder Kapseln
Ja, das weiß ich noch - Kapil et al. haben mit einem standardisierten Nitratsaft gearbeitet, ungefähr 250ml mit definiertem Nitratgehalt (wenn ich mich richtig erinnere, waren das ~6,4 mmol). Kein Konzentrat im Sinne von Kapseln oder Pulver. Das schränkt die Übertragbarkeit tatsächlich ein, wenn man selbst mit Betanio oder irgendwas in Kapselform arbeitet, weil da Bioverfügbarkeit und Resorptionskinetik nochmal anders sein können. Ob das in der Praxis groß ins Gewicht fällt, da hab ich ehrlich keine belastbare Antwort. Was mich bei deinem Punkt aber noch beschäftigt, @jana_w: Du fragst nach dem "einfachsten Test ohne zu protokollieren" - ich glaub aber, dass genau das das Problem ist. Dämpfen vs. kochen macht laut dem Bryan/Loscalzo-Paper einen Unterschied im Nitratgehalt, klar. Aber wenn man das nicht irgendwie misst oder zumindest konsistent Rahmenbedingungen hält, merkt man subjektiv wahrscheinlich gar nichts. Zu viele Variablen - Schlaf, Stress, was man sonst noch gegessen hat. Ich bin heute nach einer langen Nacht nicht wirklich im Zustand für tiefere Schlussfolgerungen, aber die eigentliche Frage die ich mir stelle: Gibt es überhaupt Daten dazu, ab welcher Nitratzufuhr beim gesunden Erwachsenen ohne Hypertonie ein messbarer Effekt auf Ruhewerte eintritt? Weil wenn der Schwellenwert relativ hoch liegt, sind die Unterschiede zwischen Zubereitungsformen vielleicht gar nicht das relevante Problem.
Zitat von jana_wob die da mit Konzentrat gearbeitet haben oder mit echtem Saft oder Kapseln
Ja, das weiß ich noch - Kapil et al. haben mit einem standardisierten Nitratsaft gearbeitet, ungefähr 250ml mit definiertem Nitratgehalt (wenn ich mich richtig erinnere, waren das ~6,4 mmol). Kein Konzentrat im Sinne von Kapseln oder Pulver. Das schränkt die Übertragbarkeit tatsächlich ein, wenn man selbst mit Betanio oder irgendwas in Kapselform arbeitet, weil da Bioverfügbarkeit und Resorptionskinetik nochmal anders sein können. Ob das in der Praxis groß ins Gewicht fällt, da hab ich ehrlich keine belastbare Antwort. Was mich bei deinem Punkt aber noch beschäftigt, @jana_w: Du fragst nach dem "einfachsten Test ohne zu protokollieren" - ich glaub aber, dass genau das das Problem ist. Dämpfen vs. kochen macht laut dem Bryan/Loscalzo-Paper einen Unterschied im Nitratgehalt, klar. Aber wenn man das nicht irgendwie misst oder zumindest konsistent Rahmenbedingungen hält, merkt man subjektiv wahrscheinlich gar nichts. Zu viele Variablen - Schlaf, Stress, was man sonst noch gegessen hat. Ich bin heute nach einer langen Nacht nicht wirklich im Zustand für tiefere Schlussfolgerungen, aber die eigentliche Frage die ich mir stelle: Gibt es überhaupt Daten dazu, ab welcher Nitratzufuhr beim gesunden Erwachsenen ohne Hypertonie ein messbarer Effekt auf Ruhewerte eintritt? Weil wenn der Schwellenwert relativ hoch liegt, sind die Unterschiede zwischen Zubereitungsformen vielleicht gar nicht das relevante Problem.
Zitat von markus_hh88 am Juli 9, 2026, 15:59 UhrZitat von rennradrenateob die Nitrat-Verfügbarkeit sich wirklich unterscheidet
Die kurze Antwort: ja, sie unterscheidet sich - aber wahrscheinlich weniger als man denkt, wenn man nicht gerade die Bete 40 Minuten in Unmengen Wasser kocht und das Kochwasser wegschüttet (was @jana_w glaube ich gerade realisiert hat, haha). @markus_b82 deine Schwellenwert-Frage am Ende find ich interessant, weil sie in eine Richtung zeigt, über die hier noch niemand gesprochen hat. Aus meiner Erfahrung mit der Literatur dazu - ich hab vor ein paar Monaten einen Review von Larsen et al. quergelesen, der genau das adressiert - liegt der Bereich, ab dem bei normotensiven Erwachsenen überhaupt messbare Effekte auf Ruhewerte auftreten, tatsächlich relativ hoch. Irgendwo um 400-500mg Nitrat pro Tag, wenn ich mich recht entsinne. Eine mittelgroße Bete bringt je nach Anbau und Lagerung vielleicht 150-250mg. Das heißt, wer einmal pro Woche Bete dämpft und sich davon eine Blutdrucksenkung erhofft, rechnet sich das schön. Was ich damit sagen will: Die Debatte roh vs. gekocht vs. Konzentrat ist vielleicht gar nicht der entscheidende Hebel. Die Gesamtdosis und die Konsistenz über die Woche dürften deutlich mehr ausmachen. Draußen ist gerade wieder so ein typischer Hamburger Nieseldienstag, da denkt man halt über solche Sachen nach. Ob Betanio PLUS da irgendwas besser macht als normaler Saft - da muss ich widersprechen, dass das irgendwer seriös belegen könnte.
Zitat von rennradrenateob die Nitrat-Verfügbarkeit sich wirklich unterscheidet
Die kurze Antwort: ja, sie unterscheidet sich - aber wahrscheinlich weniger als man denkt, wenn man nicht gerade die Bete 40 Minuten in Unmengen Wasser kocht und das Kochwasser wegschüttet (was @jana_w glaube ich gerade realisiert hat, haha). @markus_b82 deine Schwellenwert-Frage am Ende find ich interessant, weil sie in eine Richtung zeigt, über die hier noch niemand gesprochen hat. Aus meiner Erfahrung mit der Literatur dazu - ich hab vor ein paar Monaten einen Review von Larsen et al. quergelesen, der genau das adressiert - liegt der Bereich, ab dem bei normotensiven Erwachsenen überhaupt messbare Effekte auf Ruhewerte auftreten, tatsächlich relativ hoch. Irgendwo um 400-500mg Nitrat pro Tag, wenn ich mich recht entsinne. Eine mittelgroße Bete bringt je nach Anbau und Lagerung vielleicht 150-250mg. Das heißt, wer einmal pro Woche Bete dämpft und sich davon eine Blutdrucksenkung erhofft, rechnet sich das schön. Was ich damit sagen will: Die Debatte roh vs. gekocht vs. Konzentrat ist vielleicht gar nicht der entscheidende Hebel. Die Gesamtdosis und die Konsistenz über die Woche dürften deutlich mehr ausmachen. Draußen ist gerade wieder so ein typischer Hamburger Nieseldienstag, da denkt man halt über solche Sachen nach. Ob Betanio PLUS da irgendwas besser macht als normaler Saft - da muss ich widersprechen, dass das irgendwer seriös belegen könnte.
Zitat von markus_b82 am Juli 9, 2026, 16:17 UhrZitat von markus_hh88irgendwo um 400-500mg Nitrat pro Tag
Das würde ich gern mit einer Quelle sehen, @markus_hh88. Nicht weil ich's grundsätzlich bezweifle, aber "Larsen et al." ist ein bisschen vage - welches Paper genau, welches Jahr? Bei Larsen gibt es einige Arbeiten zu dem Thema, und die ziehen je nach Studiendesign recht unterschiedliche Schlüsse. Was mich an deinem Punkt aber tatsächlich beschäftigt: Wenn der Schwellenwert so liegt, dann würde das erklären warum viele der positiven Selbstberichte aus Sportler-Populationen kommen und nicht aus der Allgemeinbevölkerung. Ausdauersportler, die täglich Saft oder Konzentrat nehmen, kommen eher in diesen Bereich als jemand der zweimal die Woche Bete als Beilage isst. Das wäre dann weniger eine Frage von roh vs. gekocht als von überhaupt ausreichend Menge. Was ich nicht ganz nachvollziehe: Du schreibst, Betanio PLUS könne niemand seriös belegen. Hast du da konkret nach Herstellerangaben oder Studien gesucht, die die Firma selbst referenziert? Ich hab da mal kurz nachgeschaut und fand die Quellenangaben eher dünn, aber "niemand kann es belegen" ist eine stärkere Aussage als "ich hab nichts gefunden". @rennradrenate hat sich übrigens noch gar nicht zu ihrem Blutdruckmessprotokoll geäußert - ich würd wirklich gern wissen ob sie da irgendwas systematischer trackt.
Zitat von markus_hh88irgendwo um 400-500mg Nitrat pro Tag
Das würde ich gern mit einer Quelle sehen, @markus_hh88. Nicht weil ich's grundsätzlich bezweifle, aber "Larsen et al." ist ein bisschen vage - welches Paper genau, welches Jahr? Bei Larsen gibt es einige Arbeiten zu dem Thema, und die ziehen je nach Studiendesign recht unterschiedliche Schlüsse. Was mich an deinem Punkt aber tatsächlich beschäftigt: Wenn der Schwellenwert so liegt, dann würde das erklären warum viele der positiven Selbstberichte aus Sportler-Populationen kommen und nicht aus der Allgemeinbevölkerung. Ausdauersportler, die täglich Saft oder Konzentrat nehmen, kommen eher in diesen Bereich als jemand der zweimal die Woche Bete als Beilage isst. Das wäre dann weniger eine Frage von roh vs. gekocht als von überhaupt ausreichend Menge. Was ich nicht ganz nachvollziehe: Du schreibst, Betanio PLUS könne niemand seriös belegen. Hast du da konkret nach Herstellerangaben oder Studien gesucht, die die Firma selbst referenziert? Ich hab da mal kurz nachgeschaut und fand die Quellenangaben eher dünn, aber "niemand kann es belegen" ist eine stärkere Aussage als "ich hab nichts gefunden". @rennradrenate hat sich übrigens noch gar nicht zu ihrem Blutdruckmessprotokoll geäußert - ich würd wirklich gern wissen ob sie da irgendwas systematischer trackt.
Zitat von markus_hh88 am Juli 9, 2026, 16:38 Uhr@markus_b82 zur Quellengenauigkeit: das war Larsen et al. 2011, "Dietary nitrate reduces resting metabolic rate...", Journal of Physiology. Ich geb zu, das war ungenau von mir, danke für den Hinweis. Zum Betanio-Punkt: ich hab nicht geschrieben, dass niemand es belegen kann - ich hab geschrieben, dass niemand seriös belegen könnte, dass es besser ist als normaler Saft. Das ist ein Unterschied. Die Firma referenziert auf ihrer Webseite allgemeine Nitrat-Literatur, aber keine Studie die ihr spezifisches Produkt mit einer Vergleichsgruppe getestet hat. Das ist halt der klassische Trick - man reitet auf solidem Grundlagenwissen mit, ohne das eigene Produkt je zu testen. Wenn du da was anderes gefunden hast, bin ich neugierig.
Zitat von markus_b82eher in diesen Bereich als jemand der zweimal die Woche Bete als Beilage isst
Ja, genau. Und das ist der Punkt, der in der ganzen roh-vs-gekocht-Debatte untergeht. Wer wirklich auf Dosis kommen will, muss das täglich und konsistent machen - da wird Zubereitung irgendwann zu einer Frage der Praktikabilität, nicht der Physiologie. Frisch dämpfen ist optimal, aber wer macht das jeden Morgen vor der Arbeit. Was mich bei @rennradrenates ursprünglicher Frage nach dem Blutdruck noch beschäftigt: Kapil et al. haben da übrigens mit Hypertensiven gearbeitet, nicht mit normotensiven Probanden. Der Effekt bei Leuten mit ohnehin erhöhtem Blutdruck ist wahrscheinlich größer als bei jemandem, dessen Werte im Normbereich liegen. Das wäre für ihre Situation relevant, falls der Arzt da wirklich einen erhöhten Ausgangswert im Blick hat.
@markus_b82 zur Quellengenauigkeit: das war Larsen et al. 2011, "Dietary nitrate reduces resting metabolic rate...", Journal of Physiology. Ich geb zu, das war ungenau von mir, danke für den Hinweis. Zum Betanio-Punkt: ich hab nicht geschrieben, dass niemand es belegen kann - ich hab geschrieben, dass niemand seriös belegen könnte, dass es besser ist als normaler Saft. Das ist ein Unterschied. Die Firma referenziert auf ihrer Webseite allgemeine Nitrat-Literatur, aber keine Studie die ihr spezifisches Produkt mit einer Vergleichsgruppe getestet hat. Das ist halt der klassische Trick - man reitet auf solidem Grundlagenwissen mit, ohne das eigene Produkt je zu testen. Wenn du da was anderes gefunden hast, bin ich neugierig.
Zitat von markus_b82eher in diesen Bereich als jemand der zweimal die Woche Bete als Beilage isst
Ja, genau. Und das ist der Punkt, der in der ganzen roh-vs-gekocht-Debatte untergeht. Wer wirklich auf Dosis kommen will, muss das täglich und konsistent machen - da wird Zubereitung irgendwann zu einer Frage der Praktikabilität, nicht der Physiologie. Frisch dämpfen ist optimal, aber wer macht das jeden Morgen vor der Arbeit. Was mich bei @rennradrenates ursprünglicher Frage nach dem Blutdruck noch beschäftigt: Kapil et al. haben da übrigens mit Hypertensiven gearbeitet, nicht mit normotensiven Probanden. Der Effekt bei Leuten mit ohnehin erhöhtem Blutdruck ist wahrscheinlich größer als bei jemandem, dessen Werte im Normbereich liegen. Das wäre für ihre Situation relevant, falls der Arzt da wirklich einen erhöhten Ausgangswert im Blick hat.
Zitat von markus_b82 am Juli 9, 2026, 17:03 UhrZitat von markus_hh88Kapil et al. haben da übrigens mit Hypertensiven gearbeitet
Das stimmt, und das ist eigentlich ein wichtiger Einwand - den ich selbst hätte machen sollen, ehrlich gesagt. Ich hab das Paper damals quergelesen und das im Kopf behalten, ohne den Punkt wirklich sauber zu trennen. Normotensiv vs. hypertensiv macht bei solchen Effektgrößen einen erheblichen Unterschied, weil der Ausgangsdruck bestimmt, wie viel Spielraum überhaupt da ist. Was mich jetzt aber eigentlich mehr beschäftigt, ist ein anderer Punkt, der im ganzen Thread noch nicht aufgetaucht ist: Mundflora. Nitrat wird ja erst durch orale Bakterien zu Nitrit reduziert, bevor es systemisch wirkt - das ist der eigentliche Schritt, der die Bioverfügbarkeit bestimmt. Es gibt ein Paper von Vanhatalo et al. (2018, ich mein das war im European Journal of Nutrition, bin aber nicht hundertprozent sicher), die gezeigt haben dass Mundspülen mit Antiseptikum den Nitrateffekt quasi eliminiert. Das heißt: wer morgens vor dem Konzentrat Mundwasser nimmt, sabotiert sich selbst. Ich hab das damals gelesen und seitdem lasse ich Mundspülung vor langen Läufen bewusst weg. Was das für die roh-vs-gekocht-Frage bedeutet: Wenn die orale Konversionsrate individuell so stark variiert, dann ist die Zubereitungsform vielleicht wirklich der kleinere Hebel - die Mundflora des Konsumenten ist der größere. Das würde auch einige der n=1-Widersprüche erklären die hier auftauchen. @markus_hh88 hast du bei Larsen 2011 nachgeschaut ob die auf den Mundflora-Faktor eingegangen sind? Das Paper ist alt genug, dass das vielleicht noch gar kein Thema war.
Zitat von markus_hh88Kapil et al. haben da übrigens mit Hypertensiven gearbeitet
Das stimmt, und das ist eigentlich ein wichtiger Einwand - den ich selbst hätte machen sollen, ehrlich gesagt. Ich hab das Paper damals quergelesen und das im Kopf behalten, ohne den Punkt wirklich sauber zu trennen. Normotensiv vs. hypertensiv macht bei solchen Effektgrößen einen erheblichen Unterschied, weil der Ausgangsdruck bestimmt, wie viel Spielraum überhaupt da ist. Was mich jetzt aber eigentlich mehr beschäftigt, ist ein anderer Punkt, der im ganzen Thread noch nicht aufgetaucht ist: Mundflora. Nitrat wird ja erst durch orale Bakterien zu Nitrit reduziert, bevor es systemisch wirkt - das ist der eigentliche Schritt, der die Bioverfügbarkeit bestimmt. Es gibt ein Paper von Vanhatalo et al. (2018, ich mein das war im European Journal of Nutrition, bin aber nicht hundertprozent sicher), die gezeigt haben dass Mundspülen mit Antiseptikum den Nitrateffekt quasi eliminiert. Das heißt: wer morgens vor dem Konzentrat Mundwasser nimmt, sabotiert sich selbst. Ich hab das damals gelesen und seitdem lasse ich Mundspülung vor langen Läufen bewusst weg. Was das für die roh-vs-gekocht-Frage bedeutet: Wenn die orale Konversionsrate individuell so stark variiert, dann ist die Zubereitungsform vielleicht wirklich der kleinere Hebel - die Mundflora des Konsumenten ist der größere. Das würde auch einige der n=1-Widersprüche erklären die hier auftauchen. @markus_hh88 hast du bei Larsen 2011 nachgeschaut ob die auf den Mundflora-Faktor eingegangen sind? Das Paper ist alt genug, dass das vielleicht noch gar kein Thema war.
Zitat von markus_hh88 am Juli 9, 2026, 17:22 Uhr@markus_b82 der Mundflora-Punkt ist gut, den hätte ich hier auch irgendwann gebracht. Vanhatalo 2018 kenn ich, das war glaube ich Free Radical Biology and Medicine, nicht European Journal of Nutrition - aber ich bin auch nicht hundertprozentig sicher, ich hab das damals nicht abgespeichert. Zu deiner Frage, ob Larsen 2011 da drauf eingeht: nein, eigentlich nicht. Das Paper ist aus einer Zeit, wo der orale Konversionsschritt zwar bekannt war, aber noch nicht so im Fokus stand. Die haben sich mehr auf die metabolischen Effekte konzentriert. Was mich bei deinem Mundflora-Argument aber stört: Du sagst, das erkläre die n=1-Widersprüche hier im Thread. Das stimmt - aber es macht die Debatte auch ein bisschen unbefriedigend, oder? Weil dann ist der Effekt nicht nur dosisabhängig und zubereitungsabhängig, sondern auch noch stark personenabhängig auf eine Art, die man selbst kaum kontrollieren kann. Individuell verschiedene Mundflora ist kein Parameter, den irgendjemand hier zuhause optimiert. Aus meiner Erfahrung in der Praxis - ich hab Patienten, die sich wirklich penibel an Empfehlungen halten und trotzdem keine messbaren Veränderungen berichten. Das ist halt keine Überraschung mehr, wenn man all das zusammennimmt.
Zitat von markus_b82sabotiert sich selbst
Das sollte übrigens auf die Betanio-Werbung draufstehen. Schöner Effekt, und du nimmst morgens Mundwasser weil das auf der Verpackung nicht steht.
@markus_b82 der Mundflora-Punkt ist gut, den hätte ich hier auch irgendwann gebracht. Vanhatalo 2018 kenn ich, das war glaube ich Free Radical Biology and Medicine, nicht European Journal of Nutrition - aber ich bin auch nicht hundertprozentig sicher, ich hab das damals nicht abgespeichert. Zu deiner Frage, ob Larsen 2011 da drauf eingeht: nein, eigentlich nicht. Das Paper ist aus einer Zeit, wo der orale Konversionsschritt zwar bekannt war, aber noch nicht so im Fokus stand. Die haben sich mehr auf die metabolischen Effekte konzentriert. Was mich bei deinem Mundflora-Argument aber stört: Du sagst, das erkläre die n=1-Widersprüche hier im Thread. Das stimmt - aber es macht die Debatte auch ein bisschen unbefriedigend, oder? Weil dann ist der Effekt nicht nur dosisabhängig und zubereitungsabhängig, sondern auch noch stark personenabhängig auf eine Art, die man selbst kaum kontrollieren kann. Individuell verschiedene Mundflora ist kein Parameter, den irgendjemand hier zuhause optimiert. Aus meiner Erfahrung in der Praxis - ich hab Patienten, die sich wirklich penibel an Empfehlungen halten und trotzdem keine messbaren Veränderungen berichten. Das ist halt keine Überraschung mehr, wenn man all das zusammennimmt.
Zitat von markus_b82sabotiert sich selbst
Das sollte übrigens auf die Betanio-Werbung draufstehen. Schöner Effekt, und du nimmst morgens Mundwasser weil das auf der Verpackung nicht steht.