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Rote Bete fermentiert – lohnt sich der Aufwand wirklich?

Ich hab jetzt öfter gelesen dass fermentierte Rote Bete nochmal eine andere Wirkung haben soll als gekochte oder rohe. Irgendwas mit Probiotika und besserer Bioverfügbarkeit von dem Nitratzeug. Klingt logisch, ich weiß aber nicht woher der Typ das hatte der das geschrieben hat, war irgendein Forum wie dieses hier. Also nicht unbedingt belastbar. Was mich interessiert: hat das jemand von euch wirklich selbst gemacht? Fermentieren, meine ich. Nicht das Einlegen in Essig wie meine Oma das kannte - das ist ja was anderes, das ist eigentlich nur Konservieren. Ich meine das mit Salzlake und ohne Hitze, wo tatsächlich was passiert mit den Bakterien. Ich hab mir das auf YouTube angeschaut und dachte - ok klingt machbar. Salz, Wasser, Glas, zwei Wochen warten. Aber dann kam meine Frau und hat gefragt wo ich das hinstellen will weil die Küche eh schon voll ist und ich hab das Projekt erst mal auf Eis gelegt. Ehrlich gesagt frag ich mich ob der Unterschied groß genug ist um den Aufwand zu rechtfertigen. Ich hab mit Betanio PLUS schon was gemerkt, also mit konzentriertem Saft. Wenn fermentiert wirklich besser ist, gut. Wenn nicht, bleib ich beim Einfachen. Was mich auch interessiert: schmeckt das noch nach Rote Bete oder wird das so ein Sauerkraut-Ding? Den Geschmack von Rote Bete find ich inzwischen ok aber wenn das zu sehr in Richtung Essig geht ist das nix für mich. Mein Jüngerer würde das sowieso komplett verweigern. Falls jemand eigene Erfahrung hat - her damit. Keine Theorie, lieber was aus der Praxis.

@rote_socke_83

Zitat von rote_socke_83

Irgendwas mit Probiotika und besserer Bioverfügbarkeit von dem Nitratzeug

Das ist tatsächlich zweierlei, was man da auseinanderhalten sollte. Die Probiotika-Seite ist das eine - ob die nach Fermentation in relevanter Menge und Vielfalt vorhanden sind, hängt stark von Temperatur, Salzkonzentration und Ausgangskeimbesatz ab, das ist keine Selbstverständlichkeit. Die Nitrat-Bioverfügbarkeit ist eine andere Baustelle: Nitrat an sich ist thermostabil, also warum Fermentation da helfen soll, hab ich noch keine überzeugende Erklärung gesehen. Hast du da eine Quelle für, irgendwas Konkretes? Der Punkt mit dem Geschmack ist aber interessant, weil ich das von einem Kollegen kenne der das wirklich regelmäßig macht: nach zwei Wochen ist das deutlich milder als Sauerkraut, die Erdigkeit bleibt, es kommt eine leichte Säure dazu die er als angenehm beschreibt. Kein Essig-Profil, eher so ein weiches Ferment. Er verwendet relativ wenig Salz, irgendwas um die 1,5-2% Gewichtsanteil. Was mich dabei aber immer beschäftigt: wenn man eh schon auf konzentrierten Saft setzt (Betanio PLUS oder ähnliches), dann ist der Fermentationsweg für die Nitrat-Geschichte schlicht redundant. Der einzig plausible Mehrwert wäre dann wirklich die mikrobielle Seite - und ob die bei Rote Bete so ausgeprägt ausfällt wie bei Kohl, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Heute bei 33 Grad in der Küche stehen und zwei Wochen warten - das klingt für mich nach einem Experiment für den Herbst.