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Rote Bete roh probiert – warum hat mir das keiner vorher gesagt?

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@derbär

Zitat von derbär

du nimmst das Zeug trotzdem noch?

die Frage find ich interessant weil sie eigentlich auf mich genauso zutrifft. Ich nehm's noch, ja - aber ehrlich gesagt hab ich nach meiner Geschäftsreiseepisode angefangen das anders zu rahmen. Nicht mehr "wirkt das oder nicht" sondern eher: ich mach's weil ich eine Routine haben will, und die Routine beruhigt mich irgendwie vor langen Läufen. Ob das der Nitrat-Peak ist oder das Ritual - ich kann's nicht sauber trennen und ich glaub ich hab auch aufgehört das krampfhaft zu wollen. Was mich bei deiner Frage aber mehr beschäftigt: du hast zwei Jahre Garmin-Daten. Das ist eigentlich ein Schatz den die wenigsten haben. Ich hab meiner Trainingspartnerin letztes Jahr geholfen ihre HF-Daten mal rauszuziehen und zu glätten, weil sie auch immer nur Kilometer angeschaut hatte - und das war so ein Moment wo man merkt, dass man die ganze Zeit an Daten vorbeigelebt hat. Wenn du das mal machst, würd mich wirklich interessieren was du siehst. Nicht wegen Rote Bete speziell, sondern wegen dem was @markus_b82 gesagt hat mit den vielen Variablen. Vielleicht ist dein Körper ein besseres Messgerät als meiner, keine Ahnung.

@derbär

Zitat von derbär

du nimmst das Zeug trotzdem noch?

Ja, nehm ich noch. Aber meine ehrliche Antwort ist: nicht weil ich überzeugt bin dass es bei mir messbar wirkt, sondern weil der Aufwand gering ist und das Risiko null. Das ist eine andere Kalkulation als "es funktioniert nachweislich". Was mich bei @jana_w ihrem Punkt mit den Garmin-Daten aber einhakt: das klingt einfacher als es ist. Ich hab das bei mir selbst mal versucht sauber auszuwerten, und das Problem ist nicht die Datenmenge - die ist riesig - sondern die Normalisierung. HF bei gleicher Pace ist nur aussagekräftig wenn du Temperatur, Tageszeit und Müdigkeit rausrechnest. Das macht kein Garmin-Dashboard automatisch. Ich hab das damals mit einem Python-Skript halbwegs hingebogen, aber das ist schon ein bisschen Aufwand den die meisten nicht treiben wollen. Was ich eigentlich sagen will: selbst wenn du zwei Jahre Daten hast, wirst du wahrscheinlich keinen sauberen Nitrat-Effekt rausfiltern. Zu viele konfundierende Variablen, zu unregelmäßige Supplementation in der Vergangenheit. Das ist kein Vorwurf, das ist einfach wie Alltagsdaten aussehen. Was ich interessanter fände - und das hab ich selbst noch nicht gemacht - wäre ein prospektives Protokoll. Also ab jetzt, mit bewusstem Design. Nicht rückwirkend auswerten was war, sondern vorne anfangen. Aber das erfordert dann halt wirklich Disziplin beim Logging, und da kenn ich mich selbst gut genug um zu wissen dass ich das nach drei Wochen wieder schleifen lasse.

@markus_b82

Zitat von markus_b82

ab jetzt mit bewusstem Design

okay das klingt vernünftig - aber ich kenn mich da auch selbst gut genug. Ich werd das nicht drei Wochen durchziehen ohne dass irgendwas dazwischenkommt. Urlaub, Überstunden, Wetter. Echt jetzt. Was mich bei deinem Python-Skript-Kommentar aber erwischt hat: ich hab das nie so gedacht dass die Normalisierung das eigentliche Problem ist. Ich dachte immer die Daten liegen da, man guckt drauf, man sieht was. Dass Temperatur und Tageszeit da schon reinschlagen - logisch wenn ichs höre, aber ich hätt's nicht von alleine gesagt. Ich frag mich grad ob das prospektive Ding vielleicht einfacher ist als ich denke wenn man's nicht zu groß aufzieht. Nicht "Studie" sondern einfach - selbe Strecke, immer morgens, sechs Wochen. Ich fahr sowieso jeden Samstag die gleiche Runde Richtung Witten, so 55km, fast kein Höhenunterschied. Die wäre eigentlich ideal dafür. Das einzige was ich bräuchte wäre Disziplin beim Notieren was ich vorher gemacht hab - Konzentrat ja/nein, Schlaf grob, Temperatur. Mehr nicht. Ob ich das wirklich mache weiß ich noch nicht. Aber die Idee ist weniger nervig als ich dachte

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Schaltwerk ölen ist auch Ernährung.

Zitat von derbär

selbe Strecke, immer morgens, sechs Wochen

Das ist eigentlich das sinnvollste Minimal-Design das ich in diesem Thread gehört hab - und ich mein das nicht ironisch. Der Samstag-Fixpunkt ist ein echter Vorteil, weil du die Tageszeit-Variable damit fast rausnimmst. Was ich aber noch einwerfen würde: Schlaf "grob" zu notieren ist zu unscharf. Nicht weil ich da pingelig bin, sondern weil HF extrem sensibel auf Schlaf reagiert - ich hab das an mir selbst gemerkt, nach Nächten unter 6 Stunden liegt meine Ruheherzfrequenz schon mal 5-8 Schläge höher, und das schleppt sich in die Belastungs-HF rein. Wenn du das nicht sauber trennst, vergleichst du am Ende eine gute Nacht mit Konzentrat gegen eine schlechte ohne - und denkst du siehst einen Nitrat-Effekt. Garmin trackt doch Schlaf auch, oder? Die Genauigkeit ist diskutabel, aber für grobe Kategorien (gut/mittel/schlecht) reicht das wahrscheinlich. Was ich wirklich nicht weiß - und da würde mich deine Strecke konkret interessieren: fährst du die 55km im gleichen Tempo oder nach Gefühl? Weil wenn du nach Gefühl fährst, ist HF als Proxy sowieso schwierig. Du müsstest eigentlich ein festes Pace-Ziel setzen und dann die HF beobachten, nicht umgekehrt. Ich sag das nicht um das Vorhaben kaputtzumachen. Eher weil die zwei Anpassungen - Schlaf sauber tracken, Tempo fixieren - aus einem "naja mal schauen" ein tatsächlich lesbares Protokoll machen würden.

@markus_b82 Zitat von markus_b82fährst du die 55km im gleichen Tempo oder nach Gefühl? nach Gefühl ja. immer. ich hab noch nie bewusst ein Tempo-Ziel gesetzt auf der Runde - ich fahr einfach wie meine Beine das wollen. Jetzt wo du das sagst klingt das halt mal ziemlich blöd für jemanden der irgendwas messen will. aber da ist noch was das ich grad merke: ich fahr die Runde samstags auch KOMPLETT anders je nachdem ob ich Freitagabend noch was hatte oder nicht. Letzte Woche Kumpel besucht, danach müde ins Bett - Samstag war die Runde zäh. Davor zwei Wochen ruhig geblieben - Samstag lief die Sache wie von selbst. Konzentrat hatte ich beides mal. Was sagt mir das also. Nix. das Ding mit fixem Tempo ist aber auch so eine Sache - ich weiß nicht ob ich das wirklich durchhalte. Ich fahr nach Gefühl weil das für mich Spaß macht. Sobald ich da anfange mit Watt-Zielen oder Pace-Vorgaben, wird das für mich Arbeit. Und dann fahr ich wahrscheinlich einfach gar nicht mehr samstags. ich glaub ich muss ehrlich sein: das Protokoll-Ding reizt mich intellektuell aber ich weiß schon dass ich's nicht so machen werde wie du's beschreibst. Vielleicht ist meine reale Version - Konzentrat ja/nein notieren, Schlaf vom Garmin nehmen, und dann einfach gucken ob sich nach acht Wochen irgendwas abzeichnet. Kein fixes Tempo, dafür wenigstens konsequent dasselbe Gerät. ob das dann auswertbar ist... @markus_b82 du wirst wahrscheinlich nein sagen

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Schaltwerk ölen ist auch Ernährung. Edit: kleine Klarstellung - mit "Konzentrat" mein ich natürlich die Koffein-Dinger, falls das unklar war.

@derbär

Zitat von derbär

ob das dann auswertbar ist... @markus_b82 du wirst wahrscheinlich nein sagen

ich les hier seit zwei Tagen mit und muss jetzt mal was sagen. @markus_b82 ist fachlich okay drauf keine Frage, aber irgendwann wird aus "das ist methodisch sauber" einfach eine Spirale die dazu führt dass du gar nichts mehr machst weil's nie gut genug ist. Das kenn ich aus dem Lager bei uns - wenn jemand ein Prozess perfekt plant statt ihn einfach mal zu starten, läuft am Ende gar nichts. Dein abgespecktes Protokoll ist völlig in Ordnung. Ehrlich gesagt ist die einzige Variable die du wirklich sauber brauchst: hast du in den drei Stunden vor der Runde was genommen oder nicht. Das ist der Kern. Alles andere - Schlaf, Temperatur, Freitagabend - das mittelt sich über acht Wochen irgendwann raus wenn du oft genug Datenpunkte hast. Was mich an dem Edit am Ende wirklich kurz gestoppt hat: du meinst mit "Konzentrat" die Koffein-Dinger? Warte mal. Ich dachte die ganze Zeit wir reden über Rote Beete Konzentrat. Das ist dann nochmal ein ganz anderes Gespräch, oder? Weil Koffein und Nitrat sind komplett verschiedene Baustellen. Ich will das nicht falsch verstehen.

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