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Rote-Bete-Konzentrat vs. frischer Saft – spürt ihr da wirklich einen Unterschied?

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Zitat von markus_b82

die ganze Konzentrat-vs.-frisch-Debatte vielleicht die falsche Ebene

ok das trifft mich gerade ehrlich gesagt. Weil ich den Thread ja selbst aufgemacht hab mit genau dieser Frage, und jetzt habe ich das Gefühl wir haben uns sehr weit davon weg bewegt - was aber nicht schlimm ist, ich fands interessant. Aber was ich noch nicht gefragt hab und was mich jetzt beschäftigt: @markus_b82 du schreibst, du weißt nicht warum manche kaum reagieren. Ich frag mich ob das auch mit dem Zeitpunkt im Trainingszyklus zusammenhängt. Ich mein, mein Körper in einer Aufbauphase ist nicht derselbe wie in der Woche vor einem Wettkampf, der Puls reagiert anders, die Erholung ist anders - müsste dann nicht auch die Reaktion auf Nitrat variieren? Das hab ich noch nirgends gelesen, könnte aber kompletter Unsinn sein. Und zu der Blattgemüse-Sache von @markus_hh88 - ich ess tatsächlich viel Rucola, weil ich den einfach mag auf fast allem. Ob mein Baseline-Nitratspiegel dadurch anders ist als bei jemandem der das nicht macht, keine Ahnung. Das würde aber erklären warum ich vielleicht weniger "merke" als jemand der sonst kaum Nitrat über die Ernährung reinbekommt. Schlafen gehen um fast 4 Uhr wegen Rote-Bete-Diskussion ist übrigens ein Statement, @markus_b82.

@jana_w

Zitat von jana_w

Schlafen gehen um fast 4 Uhr wegen Rote-Bete-Diskussion ist übrigens ein Statement

Ja, das war nicht mein klügster Moment. Bin jetzt seit sechs Stunden wach und bereue es leicht. Zur Trainingszyklus-Frage aber: das ist nicht kompletter Unsinn. Ich hab das bisher nie so formuliert gesehen, aber es gibt zumindest einen Mechanismus der da reinspielt - nämlich dass die Gefäßreaktivität auf NO-Signale sich unter hoher Trainingsbelastung verändert. Ob das dann auch die Nitrat-Wirkung moduliert, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Ich hab dazu nichts gelesen das das direkt untersucht hätte. Hast du da eine Quelle für, oder ist das eine Vermutung die sich grad gut anfühlt? Was mich an deinem Rucola-Punkt aber stört: du sagst, das würde erklären warum du weniger merkst. Das stimmt vielleicht - aber nur wenn dein Baseline-Spiegel dadurch wirklich schon so hoch ist, dass die zusätzliche Zufuhr keinen Gradienten mehr erzeugt. Ob ein paar Handvoll Rucola täglich das wirklich ausreizt, da bin ich skeptisch. Die Mengen in Studien die sowas untersucht haben sind oft höher als man intuitiv denkt. Und der Hinweis von @markus_hh88 zur oralen Bakterienflora nervt mich gerade wieder, weil ich kurz vor dem letzten Halbmarathon tatsächlich Antibiotika hatte. Ich hab das damals komplett ignoriert in meiner Einnahmeplanung. Das war vermutlich nicht schlau.

@markus_b82 der Antibiotika-Punkt ist tatsächlich relevant, und ich versteh dass dich das jetzt im Nachhinein ärgert. Aber ich würd das nicht zu hart bewerten - die wenigsten Leute denken beim Schlucken von Amoxicillin daran, dass sie damit gerade ihre orale Nitratreduktion sabotieren. Das ist Wissen das selbst in der Sportmedizin nicht wirklich verbreitet ist.

Zitat von markus_b82

Bin jetzt seit sechs Stunden wach und bereue es leicht

Das merkt man der Diskussion übrigens nicht an, muss ich sagen. Mir geht's umgekehrt - ich hab heute früh drei Patienten vor der Mittagspause und bin trotzdem hier. Was mich an jana_ws Trainingszyklus-Frage aber noch beschäftigt: die Idee ist nicht falsch, nur wahrscheinlich schwer zu isolieren. Es gibt Hinweise dass chronische Ausdauerbelastung die eNOS-Aktivität hochreguliert - der Körper produziert dann selbst mehr NO über den enzymatischen Weg. Wenn das stimmt, wäre der relative Beitrag von exogenem Nitrat in Hochbelastungsphasen möglicherweise kleiner, nicht weil der Effekt wegfällt, sondern weil der Körper da schon eigenständig mehr in die Richtung arbeitet. Das ist aber meine Interpretation aus dem was ich kenne, keine direkte Studienlage dazu. Ich hab da keine Quelle die das konkret für Nitrat-Supplementierung und Trainingszyklus untersucht. Realistisch betrachtet ist das vermutlich einer der vielen Punkte wo die Forschung einfach noch nicht hingekommen ist, weil solche Designs teuer und aufwändig sind. Sportwissenschaft hat halt nicht das Budget der Pharmaindustrie.

@markus_hh88

Zitat von markus_hh88

Sportwissenschaft hat halt nicht das Budget der Pharmaindustrie

Das stimmt, und ich finde das ist ein Punkt der oft untergeht wenn Leute Nitrat-Studien mit Pharmastudien vergleichen. Die Stichprobengrößen sind oft so klein, dass Inter-Individuum-Varianz gar nicht sauber erfasst werden kann - und dann wundert man sich warum die Effekte in der Praxis nicht reproduzierbar wirken. Was mich an deinem eNOS-Argument aber noch beschäftigt: wenn das stimmt, also dass gut trainierte Ausdauersportler über den enzymatischen Weg schon mehr NO produzieren, dann wäre das eigentlich ein Argument dafür, dass Rote-Bete-Supplementierung für Anfänger oder weniger Trainierte einen größeren messbaren Effekt hätte. Das deckt sich tatsächlich mit dem was ich in der Vanhatalo-Literatur am Rand mitgelesen hab - die Effekte sind bei untrainierten Probanden konsistenter. Ob das dann jana_ws Erfahrung erklärt, weiß ich nicht, aber es wäre zumindest eine Hypothese die sich nicht komplett selbst widerlegt. Was mich aber ehrlich gesagt jetzt mehr beschäftigt als der eNOS-Mechanismus: du hast drei Patienten vor der Mittagspause und bist trotzdem hier. Ich sitz seit einer Stunde am Rechner bevor ich die erste Zeile Code geschrieben hab. Das sagt vermutlich mehr über diesen Thread als alles was wir bisher diskutiert haben. Hast du übrigens eine konkrete Quelle für die eNOS-Hochregulation bei chronischer Ausdauerbelastung? Das würde ich mir gerne selbst anschauen, weil das einen Teil meiner Trainingslog-Interpretation verändern würde.

moin, ich les hier seit zwei Tagen mit und muss jetzt mal was reinwerfen.

Zitat von markus_b82

bei untrainierten Probanden konsistenter

Das trifft mich gerade weil ich genau da reinfall, zumindest war ich das noch vor drei Jahren. Ich fahr jetzt regelmäßig und hab Betanio PLUS damals ausprobiert als ich noch deutlich weniger Grundfitness hatte - und hab tatsächlich was gespürt, oder geglaubt zu spüren. Jetzt bin ich trainierter und merke... ehrlich gesagt weniger. Ich hatte das immer auf das Produkt geschoben, dachte die Charge ist schlechter oder ich dosier falsch. Aber wenn das stimmt was du sagst - dass gut trainierte Körper da schon eigenständig mehr machen - dann wäre das eigentlich die naheliegendere Erklärung. Kann ich so nicht beweisen, ist mein subjektiver Eindruck. Aber das wäre zumindest kohärent. Was mich an dem ganzen Thread aber gerade beschäftigt: ihr redet sehr viel über Mechanismen und Studienlage. Ist mir zu abstrakt für die Praxis. Ich steh morgens um halb sechs auf, Frühschicht, will wissen ob ich vor der langen Ausfahrt am Wochenende was einnehmen soll oder nicht. Da hilft mir der eNOS-Mechanismus erstmal wenig. @markus_hh88 du bist der Einzige hier der anscheinend fachlichen Hintergrund hat - was würdest du einem Hobbyfahrer mit Granfondo-Ziel konkret empfehlen? Nicht als medizinischen Rat, einfach so wie du das einem Bekannten sagen würdest.

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