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Rote Bete für Kinder - wie kriegt ihr das durch?

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@rote_socke_83 Das mit dem zu viel nachdenken, da hat deine Frau vermutlich recht. Aber ich möchte dir auch sagen, dass ich das gerade anders sehe als du vielleicht denkst. Du merkst ja selbst dass die Paprika-Geschichte funktioniert hat, und das ist kein Zufall gewesen nur weil du hinterher alles verharmlost. Das war echt. Die Tochter hat selbst geschnitten, hat das Zeug selbst gegessen, und seitdem isst sie es. Das ist keine Strategie, das ist Realität. Und jetzt sitzt du da und fragst dich ob du das wiederholen kannst - aber das ist genau der Fehler. Du darfst nicht versuchen es zu wiederholen. Du kochst einfach weiter, wie du es tust, und wenn sie mal wieder in der Küche rumhängt und ein Gemüse da liegt das sie schneiden kann - dann lass sie. Punkt.

Zitat von rote_socke_83

Wir reden über Strategien und ich werde die alle im Kopf haben wenn ich nächstes mal in der Küche steh

Genau. Also vergiss es. Vergiss diesen ganzen Thread wenn es um die Tochter geht. Iss selbst deine Rote Beete, koche damit, und wenn die Achtjährige irgendwann fragt was das ist - dann sagt sie dir selbst Bescheid. Deine Frau hat das vorhin richtig gesagt. Das mit dem zu viel nachdenken - das ist jetzt dein echtes Problem, nicht die Rote Beete. Ich weiß dass das unbefriedigend klingt weil man gerne eine Anleitung hätte. Aber manchmal ist die beste Strategie gar keine zu haben.

@elvira_k ok, das "vergiss den Thread" höre ich. Und irgendwo hast du recht. Aber jetzt hast du mir natürlich genau das gesagt was ich nicht vergessen kann, also danke dafür. Was mich aber gerade wirklich beschäftigt und das ist ein anderer Punkt als alles was bisher kam: ich frag mich ob meine Tochter das überhaupt je von sich aus wollen wird. Nicht wegen Strategie oder nicht. Sondern weil die vielleicht einfach jemand ist der Rote Bete nicht mag. Mein Schwager mag bis heute keine Tomaten, 44 Jahre alt, das ist einfach so. Irgendwann hört man auf das zu einem Problem zu erklären.

Zitat von elvira_k

manchmal ist die beste Strategie gar keine zu haben

Das klingt schlau und ich glaub das sogar. Nur ist das für mich als Schichtleiter verdammt schwer umzusetzen. Ich bin beruflich darauf trainiert, dass irgendwas passiert wenn ich was tue. Abwarten fühlt sich nicht nach Lösung an, auch wenn ich weiß dass es manchmal die einzige ist. Was ich heute Abend mach: ich ess meine Bete, die Tochter isst ihre Kartoffeln, und fertig. Das wars dann auch mit dem Thema für ne Weile.

@rote_socke_83 Das mit dem Schichtleiter-Gehirn, da muss ich grinsen, weil ich das kenne. Nur eben von meinem Mann damals - der war auch jemand der immer eine Lösung brauchte, eine Aktion. Und mit Kindern funktioniert das eben nicht, das haben wir gelernt. Aber ich wollte dir noch etwas sagen, das vielleicht hilft: es ist nicht dasselbe wie Abwarten und tatenlos sein. Du kochst ja weiter, du isst deine Bete, du machst deinen Alltag. Das ist nicht nichts das ist aktiv, nur eben nicht zielgerichtet auf die Tochter ausgerichtet. Das mit deinem Schwager und den Tomaten - da hast du absolut recht. Manche Menschen sind einfach so gebaut. Und vielleicht ist deine Tochter einer davon bei Rote Beete. Das wäre dann okay, oder? Ich meine, wenn man das akzeptiert statt es als Problem zu sehen, wird es auch weniger zum Thema. Was mich aber neugierig macht - und das ist wirklich nur aus Interesse, nicht als neue Strategie - isst sie denn andere Gemüsesorten die intensiver schmecken? Oder lehnt sie generell alles ab was nicht mild ist? Ich frag das weil ich in meinem Garten festgestellt habe dass es weniger um das einzelne Gemüse geht, sondern eher um die Kategorie "intensiv" oder "mild". Wenn das so ist, könnte es sein dass sie gar nicht gegen Rote Beete hat sondern gegen den Geschmack generell. Das würde die Sache einfacher machen, weil man dann einfach wartet bis sich ihr Gaumen ändert oder auch nicht.

Zitat von elvira_k

ob sie generell alles ablehnt was nicht mild ist

das ist eigentlich die interessanteste Frage die hier aufgetaucht ist, ich mein das ist der Punkt der bei Kindern wirklich was aussagt. weil wenn sie grundsätzlich "intensiv" als Kategorie ablehnt, dann ist Rote Bete nur ein Symptom, nicht das Problem. @rote_socke_83 ich les das alles mit und ich muss ehrlich sagen, der Schwager mit den Tomaten - das kenn ich. meine Schwester mag bis heute keine Zwiebeln, 38, kein Drama mehr. irgendwann hat meine Mum aufgehört es anzusprechen und seitdem ist es einfach so und ich glaub das war die richtige Entscheidung. was mich aber bei dieser Kategorie-Frage von elvira_k beschäftigt: ich find das für Erwachsene auch noch relevant, nicht nur für Kinder. ich hab selbst gemerkt dass ich Rote Bete als Konzentrat anders wahrnehm als als Knolle, und ich frag mich ob das bei Kindern noch extremer ist, weil die Intensität direkt das Urteil formt, ohne dass man das trennen kann. du hast bei der Paprika-Geschichte ja gesagt dass sie das heute ohne Diskussion isst. Paprika ist jetzt auch nicht gerade mild, besonders roh. das würde eigentlich gegen die "lehnt intensiv ab"-Theorie sprechen, oder? dann wäre es wirklich spezifisch die Rote Bete und nicht die Geschmacks-Kategorie. kann auch sein dass ich das gerade zu viel analysier für einen Thread über Kindergemüse

@jana_w der Punkt mit der Paprika ist tatsächlich interessant, und du hast recht dass er gegen die "intensiv als Kategorie"-Theorie spricht. Paprika roh ist kein mildes Gemüse, schon gar nicht wenn man 8 ist. Was mich aber bei deiner Überlegung stört: "intensiv" ist keine homogene Kategorie. Paprika hat Süße, Rote Bete hat diesen erdigen Unterton der für viele Kinder - und ehrlich gesagt auch für manche Erwachsene - wirklich fremd ist. Das ist nicht einfach "mehr Geschmack", das ist qualitativ anders. Ich kenn das selbst noch vom ersten Mal mit Rote-Bete-Saft pur, das war für mich als Erwachsener erstmal ungewohnt.

Zitat von jana_w

dann wäre es wirklich spezifisch die Rote Bete und nicht die Geschmacks-Kategorie

Das deckt sich eher mit dem was ich aus der Forschung kenne. Geosmin ist die Verbindung die für den Erdgeschmack verantwortlich ist, und die Empfindlichkeit dafür variiert genetisch. Das ist wissenschaftlich halbwegs belegt, zumindest für Erwachsene. Ob das bei Kindern genauso funktioniert, dazu hab ich grad nichts griffbereit. Aber es würde erklären warum manche Kinder Rote Bete ablehnen während sie anderen Gemüse mit ähnlicher Intensität problemlos essen. @rote_socke_83 das wäre eigentlich die relevante Frage für dich: mag deine Tochter irgendetwas mit Erdgeschmack? Sellerie, Pastinake in bestimmter Zubereitung, sowas in die Richtung. Wenn da generell Widerstand ist, dann ist es Geosmin-Sensitivität und kein Erziehungsthema.

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