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Rote Bete frisch vs. Konzentrat – merkt ihr wirklich einen Unterschied?

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Zitat von markus_hh88

Tageszeit der Einnahme, Essen vorher oder nüchtern, Intensität des Trainings danach

das trifft mich grad weil ich genau das nie systematisch gemacht hab. ich nehm das Konzentrat immer nüchtern, direkt vor der Ausfahrt, aber ob das überhaupt der richtige Zeitpunkt ist hab ich nie wirklich hinterfragt. ich hab das halt so übernommen wie's im Podcast erklärt wurde und dann nie mehr dran gedreht. was mich bei dem ganzen Chlorhexidin-Punkt beschäftigt - ich selber nutz sowas net, aber ich kenn das aus dem Handwerk. nach Zahnsanierungen kriegt man das manchmal verschrieben und man schluckt es halt einfach runter als Routine ohne groß nachzudenken. das würd ich im Leben net mit Rote Bete Konsum in Verbindung bringen wenn ich kein Forum-Thread wäre. @markus_hh88 du fragst das inzwischen aktiv ab - aber wie machst du das praktisch? fragst du wirklich nach der Zahnpflegeliste oder kommt das eher so nebenbei raus? ich stell mir vor wie das klingt wenn jemand mit Blutdruck-Thema kommt und du fragst erstmal nach der Mundspülung. was mich aber insgesamt beschäftigt: je mehr ich hier lese desto mehr hab ich das Gefühl dass die Variable "macht man's überhaupt regelmäßig" alles andere in den Schatten stellt. ob frisch, Konzentrat, nüchtern oder net - wenn jemand drei Wochen dabei bleibt und dann aufhört weil's umständlich ist, dann ist die ganze Optimierung wurscht.

Zitat von rennradhorst

die Variable "macht man's überhaupt regelmäßig" alles andere in den Schatten stellt

Das ist ehrlich gesagt der unbequemste Punkt im ganzen Thread, weil er alles, was wir hier über Nitrat-Standardisierung und Mundspülung diskutiert haben, ein bisschen relativiert. Ich würd dem aber nicht vollständig zustimmen - Regelmäßigkeit ist eine notwendige Bedingung, keine hinreichende. Wenn jemand täglich eine große Menge eines Produkts nimmt, das schlecht verträglich ist, hört er auch auf. Also hängt die Adhärenz auch wieder an den Details. Was mich an deinem Beitrag aber mehr beschäftigt: der Punkt mit dem Podcast. Du hast das Timing so übernommen wie jemand es erklärt hat, ohne je nachzufragen welche Quelle dahintersteht. Das kenn ich - ich hab das mit dem "2-3 Stunden vor dem Training"-Fenster auch eine Weile so gehandhabt, weil das in mehreren Quellen so stand, ohne dass ich geprüft hab ob das auf mein Trainingsformat überhaupt passt. Bei mir sind das meistens Läufe kurz nach der Arbeit, also abends um 18-19 Uhr, da ist das Timing mit dem Frühstücks-Shot schon rein logistisch sinnlos. @markus_hh88 kurze Rückfrage zum Govoni-Paper: war das eine Crossover-Studie oder haben die verschiedene Gruppen verglichen? Ich frag weil der Effekt bei Crossover viel klarer zu interpretieren ist - gleiche Person, andere Bedingung. Falls du da den Volltext kennst, wäre ich dankbar.

@markus_b82 zum Govoni-Paper: ja, das war Crossover, gleiche Probanden mit und ohne Chlorhexidin-Spülung. Daher ist der Effekt da so sauber zu sehen - kein Gruppen-Bias, keine Confounding-Probleme durch individuelle Unterschiede in der oralen Flora. Volltext hab ich nicht mehr griffbereit, aber PubMed-ID 18522944 sollte stimmen, da kannst du zumindest das Abstract prüfen.

Zitat von markus_b82

Bei mir sind das meistens Läufe kurz nach der Arbeit, also abends um 18-19 Uhr, da ist das Timing mit dem Frühstücks-Shot schon rein logistisch sinnlos

Das ist ein Punkt, der mich gerade mehr beschäftigt als die ganze Standardisierungsdiskussion. Der Effekt des Nitrat-Protokolls hängt auch davon ab, ob der NO-Spiegel zum Zeitpunkt der Belastung überhaupt erhöht ist - und das Peak-Fenster liegt grob 2-3 Stunden nach Aufnahme. Wer das Konzentrat morgens nimmt und abends trainiert, hat dieses Fenster schlicht verpasst. Ich hab das selbst eine Weile falsch gemacht, bis ich das irgendwann mal nachgerechnet hab. Klingt trivial, ist aber der Typ Fehler der im Alltag konstant passiert weil keiner auf der Packung steht wann genau. Was mich bei rennradhorsts Punkt mit der Adhärenz noch beschäftigt: ich glaub das ist eigentlich kein Gegenargument zur Optimierung, sondern eine andere Ebene. Wer das Zeug nicht verträgt oder sich die Routine nicht aufbaut, für den ist alles andere egal - stimmt. Aber wer dran bleibt, für den macht das Timing trotzdem einen Unterschied.

Zitat von markus_hh88

Wer das Konzentrat morgens nimmt und abends trainiert hat dieses Fenster schlicht verpasst

das ist eigentlich das was mich jetzt grad wirklich erwischt. ich fahr meistens samstags früh, da passt das noch halbwegs. aber unter der Woche - ich bin Elektriker, selbständig, da bin ich manchmal bis 18 Uhr auf der Baustelle und dann noch schnell raus für eine Stunde. und ich hab das Konzentrat immer morgens beim Kaffee genommen weil's halt in die Morgenroutine gepasst hat. net weil ich irgendwas ausgerechnet hätte. was mich dabei beschäftigt: wenn das Peak-Fenster wirklich so eng ist - 2-3 Stunden - dann müsste ich bei Feierabendausfahrten das Konzentrat also irgendwann nachmittags nehmen. auf der Baustelle. zwischen zwei Abschnittsklemmen. klingt bescheuert aber ich mein das ernst, das ist die reale Logistik. @markus_b82 du sagst Adhärenz hängt auch an der Verträglichkeit - stimmt, aber ich glaub da steckt noch was anderes drin. wenn die optimale Einnahme so unkomfortabel in den Alltag passt, dann macht man's halt falsch oder man lässt es. das ist net Disziplinproblem sondern Alltagsrealität. und ich frag mich ob das in irgendeinem dieser Protokolle überhaupt vorkommt - Testpersonen die auf Baustellen arbeiten und nicht nach Plan essen können. @markus_hh88 gibt's da überhaupt Daten zu Schichtarbeitern oder Leuten mit unregelmäßigen Trainingszeiten? ich kann mir vorstellen dass das komplett fehlt

@rennradhorst der Punkt mit der Baustelle trifft mich grad wirklich, weil ich das aus einer anderen Perspektive kenne. Ich bin selbständig, Grafikdesign, und manche Tage hab ich Calls bis 17 Uhr und dann will ich noch laufen - und das Konzentrat hab ich natürlich morgens genommen. Einfach weil's da in die Routine passt. Ich hab das Timing-Problem ehrlich gesagt nie so konkret durchgerechnet. Das ist unangenehm zu realisieren, nach fast einem Jahr. Aber was mich bei der ganzen Diskussion jetzt beschäftigt, ist was anderes. Wir reden die ganze Zeit über das Peak-Fenster und Standardisierung und Mundspülung - und ich frag mich ob das überhaupt die relevante Frage ist für jemanden der keinen Wettkampf plant. @rennradhorst du hast das vorhin schon angetippt mit der Regelmäßigkeit, und ich glaub da steckt noch was drin das wir nicht wirklich aufgemacht haben. Ich mein - wenn die chronische niedrige Exposition der eigentliche Wirkmechanismus im Alltag ist, dann ist das Peak-Fenster für Hobbyläufer vielleicht schlicht irrelevant. Dann wäre die Konsequenz: nimm's wann du es schaffst, und hör auf dir Gedanken über 2-3 Stunden vorher zu machen. Das klingt fast zu simpel nach dieser ganzen Diskussion hier. Aber ich weiß nicht ob simpel falsch bedeutet. @markus_hh88 gibt's eigentlich irgendwas dazu, ob die chronische Exposition überhaupt tageszeit-abhängig ist - oder ist das nur beim akuten Protokoll relevant?

Zitat von markus_b82

ob das auf mein Trainingsformat überhaupt passt

Das ist eigentlich der Kern von dem, was jana_w gerade fragt - und ich glaub, die Antwort ist relativ klar, auch wenn sie unbefriedigend klingt: für das chronische Protokoll gibt es nach meiner Kenntnis keine belastbaren Daten zur Tageszeit-Abhängigkeit. Die Logik dahinter ist, dass du bei regelmäßiger Aufnahme über Tage und Wochen ohnehin keine scharfen Peak-Fenster mehr hast - der Nitrat-Pool wird über die Zeit anders gespeist. Das akute Protokoll und das chronische sind wirklich zwei verschiedene Paar Schuhe, und ich hab den Eindruck, dass viele Empfehlungen aus dem Sportkosmos das akute Modell einfach auf den Alltag übertragen, weil's sauberer kommunizierbar ist. Was mich dabei aber ehrlich etwas skeptisch macht: die Datenlage zum chronischen Effekt bei Nicht-Hochleistungssportlern ist deutlich dünner als die Studien, die immer zitiert werden. Die meisten Papers arbeiten mit trainierten Athleten, akuten Einzel-Dosen, kontrollierten Bedingungen - was genau das Gegenteil von rennradhorsts Feierabend-Ausfahrt ist. @jana_w deine Schlussfolgerung "nimm's wann du's schaffst" klingt simpel, ist aber aus meiner Erfahrung für Hobbyathleten wahrscheinlich pragmatisch richtig. Ich würd's nur nicht als "das macht dann genauso viel aus wie das optimierte Protokoll" verkaufen. Der Effekt ist sowieso kleiner als die meisten erwarten - da muss man nicht noch durch schlechtes Timing draufzahlen, wenn man es vermeiden kann.

Zitat von markus_hh88

ich würd's nur nicht als "das macht dann genauso viel aus wie das optimierte Protokoll" verkaufen

ok das ist fair, und ich nehm das so an. Ich hab das auch nicht so gemeint - eher als Entlastung für Leute die sich sonst in Details verrennen und dann gar nichts mehr machen. Was mich aber grad beschäftigt ist was ganz anderes, was im Thread noch gar nicht aufgekommen ist. Ihr redet die ganze Zeit über Nitrat-Wirkung als ob die einzige Frage ist "wie viel kommt an und wann". Aber ich frag mich ob das für mein subjektives Körpergefühl überhaupt die richtige Ebene ist. Ich mein - ich lauf seit drei Jahren, ich kenn meinen Körper einigermaßen. Und das Gefühl das ich nach dem Konzentrat hab, das ist kein Peak-Fenster-Effekt, das ist eher... ich weiß nicht, eine Art Kontinuität? Als wär da was das sich über Wochen aufbaut. Das klingt vage, ich weiß. Aber @markus_hh88 du hast selbst gesagt, die Datenlage zum chronischen Effekt bei Nicht-Hochleistungssportlern ist dünn. Wenn die Forschung da noch nicht wirklich ist, dann ist Selbstbeobachtung über Monate vielleicht nicht nutzlos - auch wenn sie kein Maß für Nitrataufnahme ist, wie @rennradrenate das mal gesagt hat. Ich glaub ich werd das mal bewusster beobachten, einfach notieren wie ich mich fühl, ohne draus eine Studie zu machen. Gerade ist es Mittwoch abend und ich bin eigentlich zu müde um das noch vernünftig zu durchdenken.

Zitat von jana_w

Selbstbeobachtung über Monate vielleicht nicht nutzlos

Das würd ich unterschreiben, mit einem Vorbehalt: der Wert hängt daran, ob du eine Baseline hast. Wenn du einfach weiter machst wie bisher und "beobachtest", dann merkst du vor allem Tage wo du gut drauf bist vs. Tage wo nicht - und das hat so viele Einflussvariablen (Schlaf, Stress, Volumen der Vorwoche), dass die Rote Bete darin kaum isolierbar ist. Was ich mir konkret überlegt hatte, als ich mal dasselbe vorhatte: zwei Wochen weglassen, dann wieder einführen, und dabei alles andere konstant halten. Klingt einfacher als es ist, weil man natürlich gleichzeitig mehr schläft oder weniger Stress hat oder die Strecke wechselt. Ich hab das damals nach zehn Tagen aufgegeben weil eine Erkältung dazwischenkam. Was mich an deiner Beobachtung mit der "Kontinuität über Wochen" aber tatsächlich interessiert: das wäre, wenn überhaupt, ein Hinweis auf einen anderen Mechanismus als den Nitrat-NO-Pfad. Es gibt Hinweise auf Betalain-Wirkungen (also der Farbstoff, nicht das Nitrat) auf oxidativen Stress, das ist aber noch dünner belegte Literatur. Hast du da eine Quelle für, @markus_hh88? Ich hab dazu mal was überflogen aber nichts wirklich Belastbares gefunden. Und @jana_w - ob du das notierst oder nicht, ich fänd es ehrlich gesagt interessant wenn du nach vier Wochen kurz berichtest was dabei rausgekommen ist. Nicht als Studie, einfach als Datenpunkt.

Zitat von markus_b82

ob du das notierst oder nicht, ich fänd es ehrlich gesagt interessant wenn du nach vier Wochen kurz berichtest

Ich auch - aber ich glaub das passiert nicht. Nicht weil jana_w das nicht ernst meint, sondern weil vier Wochen im Forum-Kontext eine Ewigkeit sind. Das kenn ich von mir selbst. Was mich bei dem Betalain-Punkt mehr beschäftigt als die Frage nach der Quelle: wenn das ein anderer Wirkmechanismus ist als Nitrat, dann hätten Konzentrate die auf Nitratgehalt optimiert sind möglicherweise gar nicht mehr Betalaine als frische Knolle - oder sogar weniger, je nachdem wie der Herstellungsprozess aussieht. Das weiß ich nicht. Ich hab beim Betanio PLUS mal auf die Zutatenliste geschaut und da steht halt "Rote-Bete-Konzentrat", mehr nicht. Kein Wort über Betalaine. Was ich da drin hab weiß ich also schlicht nicht. Ehrlich gesagt ist das mein grundsätzliches Problem mit dem ganzen Markt. Du zahlst einen happigen Preis und weißt nicht mal genau wofür. Beim Betanio sind das knapp 40 Euro für den Monatsvorrat, und ich kann nicht nachvollziehen ob ich da für Nitrat zahle, für Betalaine, oder einfach für die Marke. @markus_b82 der Erkältungs-Einwand ist übrigens real. Ich hab letzten Herbst mal versucht meine Granfondo-Vorbereitung systematischer zu beobachten und dann kam eine Woche Schicht-Chaos dazwischen, danach war die Baseline weg.

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