Rote Bete frisch vs. Konzentrat – merkt ihr wirklich einen Unterschied?
Zitat von jana_w am Juli 8, 2026, 14:36 UhrIch frag mich das schon eine Weile, weil ich beides parallel benutze und irgendwie nicht klar komme. Das Konzentrat ist mein Morgenritual vor dem Lauf, das kennt ihr ja. Aber letzte Woche hab ich auf dem Markt frische Knollen gekauft, einfach weil die so schön aussahen, und dann mal einen Saft selbst gemacht - mit dem Entsafter meiner Mitbewohnerin. Und ich muss sagen, der Geschmack ist wirklich ein anderer. Viel erdiger, fast ein bisschen scharf, während das Konzentrat halt süßer und irgendwie zahmer schmeckt. Ob das auch biochemisch einen Unterschied macht, keine Ahnung. Ich hab irgendwo gelesen dass der Nitratgehalt bei frischer Rote Bete stark variiert je nach Boden und Lagerung, aber das war ein Blogbeitrag, keine Ahnung wie seriös das war. Was mich aber wirklich interessiert: hat jemand von euch das direkt verglichen, also nicht nur vom Geschmack her sondern auch wie ihr euch dabei fühlt? Ich weiß, das ist mega subjektiv. Aber genau darum gehts mir ja - ich mein, wir reden hier eh alle von Körpergefühl, nicht von Labormessungen. Ich hätte ja erwartet dass frisch = besser, so ein Bauchgefühl, aber ehrlich gesagt war nach dem frischen Saft mein Magen etwas unruhig beim Abendlauf. Vielleicht zu viel auf einmal, ich hab echt eine große Knolle verarbeitet. Das Konzentrat vertrag ich besser, zumindest vom Bauch her. Die Farbe von frischem Saft ist übrigens nochmal eine Kategorie für sich - ich hab quasi alles in der Küche angemalt 😅 das Konzentrat ist da deutlich zivilisierter in der Handhabung.
Ich frag mich das schon eine Weile, weil ich beides parallel benutze und irgendwie nicht klar komme. Das Konzentrat ist mein Morgenritual vor dem Lauf, das kennt ihr ja. Aber letzte Woche hab ich auf dem Markt frische Knollen gekauft, einfach weil die so schön aussahen, und dann mal einen Saft selbst gemacht - mit dem Entsafter meiner Mitbewohnerin. Und ich muss sagen, der Geschmack ist wirklich ein anderer. Viel erdiger, fast ein bisschen scharf, während das Konzentrat halt süßer und irgendwie zahmer schmeckt. Ob das auch biochemisch einen Unterschied macht, keine Ahnung. Ich hab irgendwo gelesen dass der Nitratgehalt bei frischer Rote Bete stark variiert je nach Boden und Lagerung, aber das war ein Blogbeitrag, keine Ahnung wie seriös das war. Was mich aber wirklich interessiert: hat jemand von euch das direkt verglichen, also nicht nur vom Geschmack her sondern auch wie ihr euch dabei fühlt? Ich weiß, das ist mega subjektiv. Aber genau darum gehts mir ja - ich mein, wir reden hier eh alle von Körpergefühl, nicht von Labormessungen. Ich hätte ja erwartet dass frisch = besser, so ein Bauchgefühl, aber ehrlich gesagt war nach dem frischen Saft mein Magen etwas unruhig beim Abendlauf. Vielleicht zu viel auf einmal, ich hab echt eine große Knolle verarbeitet. Das Konzentrat vertrag ich besser, zumindest vom Bauch her. Die Farbe von frischem Saft ist übrigens nochmal eine Kategorie für sich - ich hab quasi alles in der Küche angemalt 😅 das Konzentrat ist da deutlich zivilisierter in der Handhabung.
Zitat von rennradrenate am Juli 8, 2026, 16:32 UhrZitat von jana_wmein Magen etwas unruhig beim Abendlauf
Das kenne ich, und ich glaube das ist kein Zufall. Bei mir war es so, dass frischer Saft - gerade wenn man wirklich eine große Knolle nimmt - eine andere Wirkung auf den Darm hat als Konzentrat. Das hat wahrscheinlich mit der Rohfaser zu tun, auch wenn beim Entsaften vieles rausgefiltert wird. Meine Hausärztin hat mich da mal drauf hingewiesen, dass frischer Gemüsesaft manchen Menschen einfach mehr "arbeitet" im Darm, besonders wenn man ihn nicht gewöhnt ist. Was mich an deinem Beitrag aber wirklich beschäftigt, ist der Punkt mit dem Nitratgehalt. Der variiert tatsächlich stark - das habe ich auch gelesen, und nicht nur in Blogbeiträgen. Boden, Lagerung, sogar die Sorte macht einen Unterschied. Das heißt konkret gesagt: du weißt beim frischen Saft nie wirklich, was du kriegst. Beim Konzentrat ist das standardisierter, zumindest wenn man ein halbwegs vernünftiges Produkt nimmt. Ich finde das ist der Punkt, über den hier zu wenig geredet wird. Die Frage "frisch oder Konzentrat" klingt nach einer klaren Antwort, ist aber keine. Wenn frisch bedeutet, dass du jedes Mal eine andere Nitratdosis hast je nach Knolle, dann ist der Vergleich mit dem Konzentrat schon methodisch schief. Wobei - @jana_w, hat du irgendwo notiert, wieviel Saft du genau gemacht hast? Mich würde interessieren ob es wirklich die Menge war oder einfach die Gewöhnung.
--
Rennrad ist kein Hobby, das ist Therapie.
Zitat von jana_wmein Magen etwas unruhig beim Abendlauf
Das kenne ich, und ich glaube das ist kein Zufall. Bei mir war es so, dass frischer Saft - gerade wenn man wirklich eine große Knolle nimmt - eine andere Wirkung auf den Darm hat als Konzentrat. Das hat wahrscheinlich mit der Rohfaser zu tun, auch wenn beim Entsaften vieles rausgefiltert wird. Meine Hausärztin hat mich da mal drauf hingewiesen, dass frischer Gemüsesaft manchen Menschen einfach mehr "arbeitet" im Darm, besonders wenn man ihn nicht gewöhnt ist. Was mich an deinem Beitrag aber wirklich beschäftigt, ist der Punkt mit dem Nitratgehalt. Der variiert tatsächlich stark - das habe ich auch gelesen, und nicht nur in Blogbeiträgen. Boden, Lagerung, sogar die Sorte macht einen Unterschied. Das heißt konkret gesagt: du weißt beim frischen Saft nie wirklich, was du kriegst. Beim Konzentrat ist das standardisierter, zumindest wenn man ein halbwegs vernünftiges Produkt nimmt. Ich finde das ist der Punkt, über den hier zu wenig geredet wird. Die Frage "frisch oder Konzentrat" klingt nach einer klaren Antwort, ist aber keine. Wenn frisch bedeutet, dass du jedes Mal eine andere Nitratdosis hast je nach Knolle, dann ist der Vergleich mit dem Konzentrat schon methodisch schief. Wobei - @jana_w, hat du irgendwo notiert, wieviel Saft du genau gemacht hast? Mich würde interessieren ob es wirklich die Menge war oder einfach die Gewöhnung.
--
Rennrad ist kein Hobby, das ist Therapie.
Zitat von markus_b82 am Juli 8, 2026, 17:30 UhrZitat von rennradrenatedu weißt beim frischen Saft nie wirklich, was du kriegst
Das ist der Punkt, der mich bei dieser ganzen Debatte am meisten beschäftigt, und ich hab das bisher in diesem Thread noch nicht so klar formuliert gesehen. Es ist im Kern ein Reproduzierbarkeitsproblem. Wenn ich ein Training plane und vorher Nitrat zur Leistungsunterstützung nehme (ich red hier von Ausdauertraining, nicht von irgendwelchen Wundermitteln), dann ist eine unbekannte Dosis eigentlich nutzlos als Variable. Das deckt sich mit dem, was ich vor einer Weile in einer Zusammenfassung zu Wylie et al. gelesen hab - die haben bei ihren Probanden mit standardisierten Nitratmengen gearbeitet, weil eben genau diese Variabilität bei frischem Gemüse die Ergebnisse verfälscht. Hast du da eine Quelle für, @rennradrenate, wo der Bodeneffekt auf Nitratgehalt konkret beziffert wird? Ich kenne Studien wo der Faktor 2-3x Unterschied zwischen Proben war, aber ich müsste das nochmal raussuchen. Was mich noch interessiert, und das ist ein Gedanke der mir gerade erst kommt: die Konzentrate werden ja auch aus frischen Knollen hergestellt, mit all dieser Variabilität. Die Frage ist also, ob der Hersteller wirklich auf einen konstanten Nitratgehalt normiert - und nicht einfach nur das Volumen standardisiert. Bei Betanio hab ich das auf der Verpackung nicht eindeutig gesehen, zumindest nicht so dass ich sagen könnte "x mg Nitrat pro Portion" steht da klar drauf. @jana_w die Magenfrage würde mich auch interessieren - war das das erste Mal mit frischem Saft oder hattest du das schon öfter?
Zitat von rennradrenatedu weißt beim frischen Saft nie wirklich, was du kriegst
Das ist der Punkt, der mich bei dieser ganzen Debatte am meisten beschäftigt, und ich hab das bisher in diesem Thread noch nicht so klar formuliert gesehen. Es ist im Kern ein Reproduzierbarkeitsproblem. Wenn ich ein Training plane und vorher Nitrat zur Leistungsunterstützung nehme (ich red hier von Ausdauertraining, nicht von irgendwelchen Wundermitteln), dann ist eine unbekannte Dosis eigentlich nutzlos als Variable. Das deckt sich mit dem, was ich vor einer Weile in einer Zusammenfassung zu Wylie et al. gelesen hab - die haben bei ihren Probanden mit standardisierten Nitratmengen gearbeitet, weil eben genau diese Variabilität bei frischem Gemüse die Ergebnisse verfälscht. Hast du da eine Quelle für, @rennradrenate, wo der Bodeneffekt auf Nitratgehalt konkret beziffert wird? Ich kenne Studien wo der Faktor 2-3x Unterschied zwischen Proben war, aber ich müsste das nochmal raussuchen. Was mich noch interessiert, und das ist ein Gedanke der mir gerade erst kommt: die Konzentrate werden ja auch aus frischen Knollen hergestellt, mit all dieser Variabilität. Die Frage ist also, ob der Hersteller wirklich auf einen konstanten Nitratgehalt normiert - und nicht einfach nur das Volumen standardisiert. Bei Betanio hab ich das auf der Verpackung nicht eindeutig gesehen, zumindest nicht so dass ich sagen könnte "x mg Nitrat pro Portion" steht da klar drauf. @jana_w die Magenfrage würde mich auch interessieren - war das das erste Mal mit frischem Saft oder hattest du das schon öfter?
Zitat von rennradrenate am Juli 8, 2026, 18:11 UhrZitat von markus_b82ob der Hersteller wirklich auf einen konstanten Nitratgehalt normiert
Das ist die Frage, die ich mir auch stelle, @markus_b82 - und ich habe da keine befriedigende Antwort. Ich habe mal beim Hersteller meines Konzentrats direkt nachgefragt, per Mail, weil mich das beschäftigt hat. Die Antwort war freundlich aber nichtssagend: "standardisierter Herstellungsprozess", kein konkreter Nitrat-Wert pro Portion. Das fand ich bezeichnend. Was mich bei deinem Punkt mit Wylie et al. aber einhakt: wenn die Studien mit standardisierten Mengen arbeiten und wir im Alltag eben diese Standardisierung nicht haben - weder bei frisch noch verlässlich beim Konzentrat - dann ist die Frage, was wir überhaupt vergleichen. Körpergefühl ja, aber das ist eben kein Maß für Nitrataufnahme. Ich sage das nicht um die Diskussion zu beenden. Ich sage das weil es mich ehrlich gesagt ein bisschen ärgert, wie oft das Konzentrat als die saubere, kontrollierte Lösung hingestellt wird. Wenn die Normierung nicht wirklich da ist, ist das Argument dünn. Was ich noch nicht gehört habe in diesem Thread: hat jemand Produkte verglichen, die tatsächlich den Nitratgehalt angeben? Ich kenne eines aus dem Sportbereich, das macht das - aber das ist dann schon nah an einem Supplement, und da wird mir dann wieder unwohl.
--
Rennrad ist kein Hobby, das ist Therapie.
Zitat von markus_b82ob der Hersteller wirklich auf einen konstanten Nitratgehalt normiert
Das ist die Frage, die ich mir auch stelle, @markus_b82 - und ich habe da keine befriedigende Antwort. Ich habe mal beim Hersteller meines Konzentrats direkt nachgefragt, per Mail, weil mich das beschäftigt hat. Die Antwort war freundlich aber nichtssagend: "standardisierter Herstellungsprozess", kein konkreter Nitrat-Wert pro Portion. Das fand ich bezeichnend. Was mich bei deinem Punkt mit Wylie et al. aber einhakt: wenn die Studien mit standardisierten Mengen arbeiten und wir im Alltag eben diese Standardisierung nicht haben - weder bei frisch noch verlässlich beim Konzentrat - dann ist die Frage, was wir überhaupt vergleichen. Körpergefühl ja, aber das ist eben kein Maß für Nitrataufnahme. Ich sage das nicht um die Diskussion zu beenden. Ich sage das weil es mich ehrlich gesagt ein bisschen ärgert, wie oft das Konzentrat als die saubere, kontrollierte Lösung hingestellt wird. Wenn die Normierung nicht wirklich da ist, ist das Argument dünn. Was ich noch nicht gehört habe in diesem Thread: hat jemand Produkte verglichen, die tatsächlich den Nitratgehalt angeben? Ich kenne eines aus dem Sportbereich, das macht das - aber das ist dann schon nah an einem Supplement, und da wird mir dann wieder unwohl.
--
Rennrad ist kein Hobby, das ist Therapie.
Zitat von markus_b82 am Juli 8, 2026, 18:31 UhrZitat von rennradrenatehat jemand Produkte verglichen, die tatsächlich den Nitratgehalt angeben
Ja, das gibt es tatsächlich - ich kenne Beet It Sport von James White Drinks, die geben 400mg Nitrat pro 70ml-Shot an. Das ist zumindest ein Anfang, auch wenn ich nicht weiß, wie verlässlich deren Analytik ist und ob das ein Mittelwert über Chargen ist oder eine Untergrenze. Aber immerhin steht da eine Zahl. Was mich bei deinem Punkt mit dem "nah an einem Supplement" einhakt: ich find die Grenze da eigentlich nicht so trennscharf. Wenn ein Konzentrat ohne Nitratangabe als Lebensmittel durchgeht und eines mit Angabe plötzlich wie ein Supplement wirkt - das ist eher eine Frage des Marketings als der Zusammensetzung. Der Inhalt ist derselbe, der Hersteller hat nur mehr Aufwand in die Qualitätskontrolle gesteckt. Wobei - und das ist der Gedanke, der mir gerade kommt - wenn wir über Alltagskonsum reden und nicht über Rennvorbereitung, dann ist die genaue Dosis vielleicht gar nicht der entscheidende Faktor. Chronische niedrige Nitratexposition über Gemüse ist in der Literatur anders bewertet als die akuten Hochdosis-Protokolle aus Sportstudien. Ich hab das bei Bryan & Loscalzo (2011, "Nitrite and Nitrate in Human Health and Disease") gelesen, die machen da eine klare Unterscheidung. Was ich noch nicht weiß: ob diese Unterscheidung im Alltag auch praktisch etwas ändert. @jana_w hast du eigentlich inzwischen geantwortet auf die Mengenfrage von @rennradrenate? Hab das vielleicht übersehen. Edit: Kleine Korrektur bei der Quelle - das Paper ist von Bryan & Loscalzo aus 2011, nicht 2010 wie ich anfangs dachte. Falls jemand das nachschlagen will, das ist wichtig für die richtige Recherche.
Zitat von rennradrenatehat jemand Produkte verglichen, die tatsächlich den Nitratgehalt angeben
Ja, das gibt es tatsächlich - ich kenne Beet It Sport von James White Drinks, die geben 400mg Nitrat pro 70ml-Shot an. Das ist zumindest ein Anfang, auch wenn ich nicht weiß, wie verlässlich deren Analytik ist und ob das ein Mittelwert über Chargen ist oder eine Untergrenze. Aber immerhin steht da eine Zahl. Was mich bei deinem Punkt mit dem "nah an einem Supplement" einhakt: ich find die Grenze da eigentlich nicht so trennscharf. Wenn ein Konzentrat ohne Nitratangabe als Lebensmittel durchgeht und eines mit Angabe plötzlich wie ein Supplement wirkt - das ist eher eine Frage des Marketings als der Zusammensetzung. Der Inhalt ist derselbe, der Hersteller hat nur mehr Aufwand in die Qualitätskontrolle gesteckt. Wobei - und das ist der Gedanke, der mir gerade kommt - wenn wir über Alltagskonsum reden und nicht über Rennvorbereitung, dann ist die genaue Dosis vielleicht gar nicht der entscheidende Faktor. Chronische niedrige Nitratexposition über Gemüse ist in der Literatur anders bewertet als die akuten Hochdosis-Protokolle aus Sportstudien. Ich hab das bei Bryan & Loscalzo (2011, "Nitrite and Nitrate in Human Health and Disease") gelesen, die machen da eine klare Unterscheidung. Was ich noch nicht weiß: ob diese Unterscheidung im Alltag auch praktisch etwas ändert. @jana_w hast du eigentlich inzwischen geantwortet auf die Mengenfrage von @rennradrenate? Hab das vielleicht übersehen. Edit: Kleine Korrektur bei der Quelle - das Paper ist von Bryan & Loscalzo aus 2011, nicht 2010 wie ich anfangs dachte. Falls jemand das nachschlagen will, das ist wichtig für die richtige Recherche.
Zitat von rennradrenate am Juli 8, 2026, 18:53 UhrZitat von markus_b82chronische niedrige Nitratexposition über Gemüse ist in der Literatur anders bewertet
Das ist der Punkt, der mich gerade am meisten beschäftigt, @markus_b82. Weil das eigentlich die ganze Diskussion verschiebt. Wenn die akute Hochdosis-Logik der Sportstudien gar nicht das ist, was im Alltag zählt - dann ist die Frage "400mg oder nicht" vielleicht die falsche Frage für jemanden wie mich. Ich fahre nicht jeden Tag Wettkampf. Ich fahre zweimal die Woche morgens, manchmal mehr, und esse Rote Bete weil ich das Gefühl habe, dass es mir gut tut. Das ist kein Protokoll, das ist Ernährungsalltag. Und in dem Rahmen klingt eine chronisch niedrige Exposition über echtes Gemüse ehrlich gesagt sinnvoller als ein optimierter Shot vor der Ausfahrt. Was mich daran aber irritiert: wenn das so ist, dann ist der ganze Konzentrat-vs-frisch-Vergleich für Alltagsanwender womöglich schlicht egal. Nicht im Sinne von "macht keinen Unterschied", sondern im Sinne von - der Unterschied liegt woanders. Regelmäßigkeit vielleicht. Oder einfach ob man das Zeug überhaupt isst. Bryan & Loscalzo kenne ich nicht, ich schreibe mir das auf. Gibt es da auch was zur Frage, ob Erhitzen den Nitratgehalt wesentlich verändert? Ich koche die Knollen meist, und das hat mich schon länger beschäftigt - aber ich habe da bisher nichts Verlässliches gefunden.
--
Rennrad ist kein Hobby, das ist Therapie.
Zitat von markus_b82chronische niedrige Nitratexposition über Gemüse ist in der Literatur anders bewertet
Das ist der Punkt, der mich gerade am meisten beschäftigt, @markus_b82. Weil das eigentlich die ganze Diskussion verschiebt. Wenn die akute Hochdosis-Logik der Sportstudien gar nicht das ist, was im Alltag zählt - dann ist die Frage "400mg oder nicht" vielleicht die falsche Frage für jemanden wie mich. Ich fahre nicht jeden Tag Wettkampf. Ich fahre zweimal die Woche morgens, manchmal mehr, und esse Rote Bete weil ich das Gefühl habe, dass es mir gut tut. Das ist kein Protokoll, das ist Ernährungsalltag. Und in dem Rahmen klingt eine chronisch niedrige Exposition über echtes Gemüse ehrlich gesagt sinnvoller als ein optimierter Shot vor der Ausfahrt. Was mich daran aber irritiert: wenn das so ist, dann ist der ganze Konzentrat-vs-frisch-Vergleich für Alltagsanwender womöglich schlicht egal. Nicht im Sinne von "macht keinen Unterschied", sondern im Sinne von - der Unterschied liegt woanders. Regelmäßigkeit vielleicht. Oder einfach ob man das Zeug überhaupt isst. Bryan & Loscalzo kenne ich nicht, ich schreibe mir das auf. Gibt es da auch was zur Frage, ob Erhitzen den Nitratgehalt wesentlich verändert? Ich koche die Knollen meist, und das hat mich schon länger beschäftigt - aber ich habe da bisher nichts Verlässliches gefunden.
--
Rennrad ist kein Hobby, das ist Therapie.
Zitat von markus_b82 am Juli 8, 2026, 19:16 UhrZitat von rennradrenateob Erhitzen den Nitratgehalt wesentlich verändert
Ja, das ist tatsächlich ein Punkt, den ich noch nicht explizit hatte - und ich hab kurz überlegt, ob ich da was in Erinnerung habe. Nitrat selbst ist thermostabil, das übersteht Kochtemperaturen relativ unbeschadet. Was sich beim Erhitzen verändert, ist eher das Nitrit und die enzymatischen Prozesse, die aus Nitrat Nitrit machen - konkret die bakterielle Reduktion im Mundraum, die aber erst nach dem Schlucken relevant wird. Klingt seltsam, aber der Speichel ist da ein entscheidender Faktor, das hab ich bei Lundberg et al. (2008, "The nitrate-nitrite-nitric oxide pathway in physiology and therapeutics") gelesen. Der eigentliche Schritt passiert also nicht in der Knolle, sondern in dir. Was mich daran aber praktisch interessiert: wenn du die Knolle kochst und dann isst, ist der Nitratgehalt selbst weitgehend erhalten. Verluste entstehen eher durchs Kochwasser, falls du das wegschüttest. Das wäre dann ein Argument für Dampfgaren oder Backen im Ganzen - das mach ich inzwischen öfter, einfach in Alufolie bei 180 Grad, dauert zwar länger aber ist weniger Arbeit als schälen vorher. @rennradrenate dein Punkt mit der Regelmäßigkeit ist eigentlich das, was ich gedanklich noch nicht weitergedacht hatte. Ob das in der chronischen Exposition wirklich über die Zubereitungsform entscheidet - oder einfach über die Frequenz - das wäre eine andere Frage als die, die wir hier die ganze Zeit diskutieren.
Zitat von rennradrenateob Erhitzen den Nitratgehalt wesentlich verändert
Ja, das ist tatsächlich ein Punkt, den ich noch nicht explizit hatte - und ich hab kurz überlegt, ob ich da was in Erinnerung habe. Nitrat selbst ist thermostabil, das übersteht Kochtemperaturen relativ unbeschadet. Was sich beim Erhitzen verändert, ist eher das Nitrit und die enzymatischen Prozesse, die aus Nitrat Nitrit machen - konkret die bakterielle Reduktion im Mundraum, die aber erst nach dem Schlucken relevant wird. Klingt seltsam, aber der Speichel ist da ein entscheidender Faktor, das hab ich bei Lundberg et al. (2008, "The nitrate-nitrite-nitric oxide pathway in physiology and therapeutics") gelesen. Der eigentliche Schritt passiert also nicht in der Knolle, sondern in dir. Was mich daran aber praktisch interessiert: wenn du die Knolle kochst und dann isst, ist der Nitratgehalt selbst weitgehend erhalten. Verluste entstehen eher durchs Kochwasser, falls du das wegschüttest. Das wäre dann ein Argument für Dampfgaren oder Backen im Ganzen - das mach ich inzwischen öfter, einfach in Alufolie bei 180 Grad, dauert zwar länger aber ist weniger Arbeit als schälen vorher. @rennradrenate dein Punkt mit der Regelmäßigkeit ist eigentlich das, was ich gedanklich noch nicht weitergedacht hatte. Ob das in der chronischen Exposition wirklich über die Zubereitungsform entscheidet - oder einfach über die Frequenz - das wäre eine andere Frage als die, die wir hier die ganze Zeit diskutieren.
Zitat von markus_hh88 am Juli 8, 2026, 20:00 UhrZitat von markus_b82Verluste entstehen eher durchs Kochwasser, falls du das wegschüttest
Das ist aus meiner Erfahrung tatsächlich der unterschätzte Punkt in der Praxis. Ich sag das auch Patienten gelegentlich, wenn Ernährung Thema wird - kochen ist nicht gleich kochen. Das Kochwasser von Roter Bete ist im Grunde ein nitrathaltiger Extrakt, den die meisten einfach wegkippen. Was mich aber beim letzten Beitrag von @markus_b82 noch beschäftigt, ist der Speichel-Faktor. Das stimmt, und der Punkt wird fast nie erwähnt. Was das konkret bedeutet: Mundspülungen mit Antiseptika - Chlorhexidin zum Beispiel - können die orale Bakterienflora so weit reduzieren, dass die Nitrat-Nitrit-Reduktion massiv einbricht. Da gibt es tatsächlich eine Studie von Govoni et al. (2008), die gezeigt hat, dass Blutdruckeffekte nach Nitratgabe mit Chlorhexidin-Spülung komplett wegfallen. Das heißt, wer morgens vor dem Lauf noch schnell Mundspülung macht, könnte den Effekt weitgehend neutralisieren - egal ob frisch oder Konzentrat. Das ist kein Randproblem, Sportler benutzen sowas wegen Zahnpflege relativ häufig. Realistisch betrachtet ist das eine Variable, die im Alltag kaum jemand auf dem Schirm hat. @jana_w, hast du sowas in deiner Morgenroutine? Würde mich wirklich interessieren, nicht um dir etwas zu unterstellen, sondern weil das die Vergleichbarkeit von Erfahrungen im Thread ziemlich verändert.
Zitat von markus_b82Verluste entstehen eher durchs Kochwasser, falls du das wegschüttest
Das ist aus meiner Erfahrung tatsächlich der unterschätzte Punkt in der Praxis. Ich sag das auch Patienten gelegentlich, wenn Ernährung Thema wird - kochen ist nicht gleich kochen. Das Kochwasser von Roter Bete ist im Grunde ein nitrathaltiger Extrakt, den die meisten einfach wegkippen. Was mich aber beim letzten Beitrag von @markus_b82 noch beschäftigt, ist der Speichel-Faktor. Das stimmt, und der Punkt wird fast nie erwähnt. Was das konkret bedeutet: Mundspülungen mit Antiseptika - Chlorhexidin zum Beispiel - können die orale Bakterienflora so weit reduzieren, dass die Nitrat-Nitrit-Reduktion massiv einbricht. Da gibt es tatsächlich eine Studie von Govoni et al. (2008), die gezeigt hat, dass Blutdruckeffekte nach Nitratgabe mit Chlorhexidin-Spülung komplett wegfallen. Das heißt, wer morgens vor dem Lauf noch schnell Mundspülung macht, könnte den Effekt weitgehend neutralisieren - egal ob frisch oder Konzentrat. Das ist kein Randproblem, Sportler benutzen sowas wegen Zahnpflege relativ häufig. Realistisch betrachtet ist das eine Variable, die im Alltag kaum jemand auf dem Schirm hat. @jana_w, hast du sowas in deiner Morgenroutine? Würde mich wirklich interessieren, nicht um dir etwas zu unterstellen, sondern weil das die Vergleichbarkeit von Erfahrungen im Thread ziemlich verändert.
Zitat von mh_82 am Juli 8, 2026, 20:23 UhrZitat von markus_hh88Mundspülungen mit Antiseptika - Chlorhexidin zum Beispiel - können die orale Bakterienflora so weit reduzieren
Das ist ein Punkt, den ich hier in der Praxis tatsächlich noch nie aktiv auf dem Schirm hatte. Ich mein, ich weiß von Lundberg und dem Speichel-Faktor, aber Chlorhexidin als konkreter Störfaktor - das ist eine andere Qualität. Govoni et al. kannte ich nicht, ich schau mir das raus. Konkret gefragt: gilt das auch für normale Fluorid-Mundspülungen, oder nur für die antiseptischen? Das würde den Kreis der Betroffenen deutlich erweitern. Chlorhexidin ist ja eher Kurzzeitanwendung - aber viele Sportler nutzen halt morgens irgendein Mundwasser, ohne groß drüber nachzudenken. Was mich dabei noch beschäftigt: wenn das wirklich so einen starken Einfluss hat, dann erklärt das vielleicht auch, warum die subjektiven Erfahrungen hier so streuen. Jana beschreibt keinen Effekt, andere schwören drauf. Da müsste man mal schauen was die Morgenroutinen unterscheidet - nicht nur Dosis oder frisch vs. Konzentrat. In der Praxis sieht das anders aus als in Studien. Meine Patienten würden niemals von selbst auf die Idee kommen, Zahnpflege als Variable zu nennen wenn ich nach Ernährungs-Effekten frage.
Zitat von markus_hh88Mundspülungen mit Antiseptika - Chlorhexidin zum Beispiel - können die orale Bakterienflora so weit reduzieren
Das ist ein Punkt, den ich hier in der Praxis tatsächlich noch nie aktiv auf dem Schirm hatte. Ich mein, ich weiß von Lundberg und dem Speichel-Faktor, aber Chlorhexidin als konkreter Störfaktor - das ist eine andere Qualität. Govoni et al. kannte ich nicht, ich schau mir das raus. Konkret gefragt: gilt das auch für normale Fluorid-Mundspülungen, oder nur für die antiseptischen? Das würde den Kreis der Betroffenen deutlich erweitern. Chlorhexidin ist ja eher Kurzzeitanwendung - aber viele Sportler nutzen halt morgens irgendein Mundwasser, ohne groß drüber nachzudenken. Was mich dabei noch beschäftigt: wenn das wirklich so einen starken Einfluss hat, dann erklärt das vielleicht auch, warum die subjektiven Erfahrungen hier so streuen. Jana beschreibt keinen Effekt, andere schwören drauf. Da müsste man mal schauen was die Morgenroutinen unterscheidet - nicht nur Dosis oder frisch vs. Konzentrat. In der Praxis sieht das anders aus als in Studien. Meine Patienten würden niemals von selbst auf die Idee kommen, Zahnpflege als Variable zu nennen wenn ich nach Ernährungs-Effekten frage.
Zitat von markus_hh88 am Juli 8, 2026, 20:36 UhrZitat von mh_82gilt das auch für normale Fluorid-Mundspülungen, oder nur für die antiseptischen
Gute Frage, und ich glaube da lohnt es sich, genau zu trennen. Fluorid-Mundspülungen ohne antiseptischen Wirkstoff haben auf die orale Bakterienflora keinen relevanten Effekt - die sind pH-neutral und zielen auf den Zahnschmelz, nicht auf die Mikroorganismen. Das Problem ist wirklich spezifisch für Substanzen mit antimikrobieller Wirkung: Chlorhexidin, Cetylpyridiniumchlorid, auch Alkohol in hoher Konzentration kann die Flora kurzfristig stören. Normales Elmex oder Vergleichbares - ich würde da nicht davon ausgehen, dass das die Nitrat-Nitrit-Kette nennenswert unterbricht. Was mich aber bei deinem Punkt mit der Streuung der subjektiven Erfahrungen beschäftigt: ich glaub, da spielen noch mehr Variablen rein als Zahnpflege. Tageszeit der Einnahme, Essen vorher oder nüchtern, Intensität des Trainings danach - das alles verändert, ob überhaupt ein messbarer Effekt entstehen kann. Und dann reden hier alle von "Körpergefühl", was per se schon eine schwierige Messgröße ist. Das ist kein Vorwurf an jana_w oder sonst jemanden im Thread, das ist halt die Realität von Selbstbeobachtung ohne Kontrollbedingung. @mh_82 du schreibst, deine Patienten würden Zahnpflege nicht spontan als Variable nennen - bei mir ist das genauso. Ich frag das inzwischen manchmal aktiv ab wenn jemand über Nahrungsergänzung spricht, aber das ist eher Ausnahme.
Zitat von mh_82gilt das auch für normale Fluorid-Mundspülungen, oder nur für die antiseptischen
Gute Frage, und ich glaube da lohnt es sich, genau zu trennen. Fluorid-Mundspülungen ohne antiseptischen Wirkstoff haben auf die orale Bakterienflora keinen relevanten Effekt - die sind pH-neutral und zielen auf den Zahnschmelz, nicht auf die Mikroorganismen. Das Problem ist wirklich spezifisch für Substanzen mit antimikrobieller Wirkung: Chlorhexidin, Cetylpyridiniumchlorid, auch Alkohol in hoher Konzentration kann die Flora kurzfristig stören. Normales Elmex oder Vergleichbares - ich würde da nicht davon ausgehen, dass das die Nitrat-Nitrit-Kette nennenswert unterbricht. Was mich aber bei deinem Punkt mit der Streuung der subjektiven Erfahrungen beschäftigt: ich glaub, da spielen noch mehr Variablen rein als Zahnpflege. Tageszeit der Einnahme, Essen vorher oder nüchtern, Intensität des Trainings danach - das alles verändert, ob überhaupt ein messbarer Effekt entstehen kann. Und dann reden hier alle von "Körpergefühl", was per se schon eine schwierige Messgröße ist. Das ist kein Vorwurf an jana_w oder sonst jemanden im Thread, das ist halt die Realität von Selbstbeobachtung ohne Kontrollbedingung. @mh_82 du schreibst, deine Patienten würden Zahnpflege nicht spontan als Variable nennen - bei mir ist das genauso. Ich frag das inzwischen manchmal aktiv ab wenn jemand über Nahrungsergänzung spricht, aber das ist eher Ausnahme.