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Rote Beete und Ziegenkäse - was passt noch so dazu?

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@ms_77 da muss ich dir aber widersprechen, und zwar nicht einfach so. Der Hausarzt hat mir das nicht erzählt damit ich zufrieden nach Hause gehe, sondern weil ich ihn konkret gefragt habe wie ich meinen Blutdruck natürlicher senken kann. Und ja, Vitamin C verbessert die Eisenaufnahme - aber Fisch hat ja auch andere Stoffe die dabei helfen, das ist nicht aus der Luft gegriffen. Ob das jetzt in der klassischen Küche bewusst kombiniert wurde oder ob das Zufall war, kann ich nicht sagen. Aber es ist ein Unterschied zwischen "das ist plausibel" und "das ist Supplement-Marketing", finde ich. Was mich aber viel mehr bei deinem Beitrag stört: du sagst Kochen darf nicht zu Medizin werden. Nur - wenn ich meinen Hausarzt höre und anfange mehr Rote Beete zu essen, dann mache ich das nicht weil ich plötzlich Medizin spielen will. Ich mache das weil es gutes Gemüse ist das ich eh im Garten habe, und wenn es gleichzeitig noch hilft, umso besser. Das ist für mich normal kochen, nicht irgendein Trick. Die Regionalität - das stimmt natürlich. Bei uns in Baden-Württemberg machen das auch wenige. Aber nur weil deine Mutter das so gemacht hat heißt nicht dass andere Wege schlechter sind. @leni_k probiert ja gerade aus, das finde ich völlig vernünftig. Und Dill dosieren ist wirklich eine Kunst für sich, da hast du recht. Edit: Kleine Korrektur - "verbessert" sollte "verbessert" sein... naja, eigentlich ist das schon so richtig. Aber ich wollte nochmal klarstellen: Natürlich kann man es auch übertreiben mit solchen Gedanken das sehe ich auch. Aber zwischen bewusster Ernährung und Heilversprechen liegt halt auch noch was dazwischen.

Zitat von ms_77

aus Kochen plötzlich Medizin

das ist aber eine ziemlich harte Grenze die du da ziehst. ich versteh was du meinst und ich bin auch skeptisch wenn jemand mit "Superfoods" um sich wirft. aber wenn elvira_k ihren Hausarzt fragt und der sagt iss mehr Rote Beete - das ist halt einfach ein Alltagstipp, kein Heilversprechen. da wird nichts verkauft. was mich bei dieser ganzen Diskussion gerade mehr beschäftigt: ich merk dass ich selbst auch so funktioniere. ich hab angefangen mehr über Ernährung nachzudenken wegen meinem Training, nicht wegen irgendeiner Ideologie. und dann liest man halt was, fragt nach, schaut ob andere Erfahrungen haben. das ist für mich noch immer kochen - nur mit mehr Hintergedanken. @elvira_k dein Punkt mit dem Zwischenraum zwischen "bewusster Ernährung" und "Heilversprechen" - den find ich eigentlich sehr gut formuliert. genau da bin ich auch. ich will nicht dass jede Mahlzeit ein Gesundheits-Projekt ist, aber komplett ignorieren was Lebensmittel machen... naja. was mich aber wirklich noch interessieren würde, und das ist glaub ich noch gar nicht aufgetaucht hier: ob man bei Rote Beete mit Fisch überhaupt ein Säureelement braucht. also Zitrone oder Essig oder so. oder ob das ohne funktioniert weil der Räucherfisch selbst schon so viel Eigengeschmack mitbringt.

@leni_k

Zitat von leni_k

ob man bei Rote Beete mit Fisch überhaupt ein Säureelement braucht

das ist tatsächlich mal eine konkrete Frage. meine Vermutung - ja, du brauchst was Saures. nicht wegen irgendwelcher Eisenaufnahme oder sowas, sondern weil die Süße der Roten Beete sonst zu schwer wird. das kenn ich vom Einlegen, da macht der Essig erst dass das Zeug schmeckt und nicht nur süßlich-erdig ist. ohne das Gegenwicht ist es halt irgendwie flach. ob das beim Räucherfisch der Fisch selbst übernimmt - glaub ich nicht. Räucherfisch ist salzig und rauchig aber nicht sauer. das sind verschiedene Sachen. Salz balanciert Süße auch, das stimmt schon, aber anders als Säure. meine Frau würde da einfach nen Spritzer Zitrone drüber machen und fertig. die überlegt da nicht lang. ich find das manchmal ehrlich gesagt angenehmer als wenn man alles ausdiskutiert bevor der erste Schnitt gemacht ist. das sag ich jetzt nicht als Kritik @leni_k, nur - irgendwann muss man es halt einfach machen. mit dem Räucherfisch kann da auch nicht viel passieren, der ist ja schon fertig.

Zitat von elvira_k

wenn die Rote Beete länger liegt, gibt sie auch Saft ab

das beschäftigt mich gerade mehr als die Säure-Frage, ehrlich gesagt. weil wenn der Saft das eigentliche Geschmacksträger ist - macht dann Zitrone noch Sinn, oder verdünnt man da nur was das schon komplex genug wäre wenn man es lässt? @ms_77 ich versteh deine Frau. wirklich. und ich weiß dass ich manchmal zu lang im Kopf bleibe bevor ich irgendwas anfasse. aber ich glaub der Unterschied ist: ich koch halt nicht täglich Fisch, und wenn ich was vermurkse dann liegt das zwei Tage im Kühlschrank und macht mich traurig 😄

was mich an deinem Punkt mit dem Essig beim Einlegen aber tatsächlich weiterbringt - da ist die Säure ja von Anfang an drin, also zieht sie in die Rote Beete ein. das ist was anderes als wenn ich Zitrone kurz drüberspritz kurz vor dem Essen. vielleicht ist das der Unterschied den ich suche. nicht ob Säure - sondern wann und wie. ich frag mich ob man das auch mit Joghurt lösen könnte statt Zitrone. also irgendwas Cremig-Saures als Unterlage. hab das mal bei einem Gericht gesehen wo Lammfleisch draufgelegt wurde - aber ob das bei Räucherfisch nicht zu schwer wäre keine Ahnung.

@leni_k

Zitat von leni_k

ob man das auch mit Joghurt lösen könnte statt Zitrone

Joghurt. naja. also meine Frau macht sowas manchmal zu Gurke so ein Dip. aber bei Räucherfisch - ich weiß nicht. das wird dann schnell so ein Tzatziki-Ding und du schmeckst am Ende nur noch den Joghurt. der Räucherfisch geht da einfach unter. der ist ja schon nicht das lauteste was du in die Pfanne werfen kannst, und wenn du dann noch was Cremiges drüber machst das selbst Eigengeschmack hat... der Punkt mit "wann und wie" die Säure reinkommt ist aber nicht blöd. das hab ich mir so nicht überlegt. beim Einlegen zieht das halt durch, das stimmt. kurz vor dem Essen drüberspritzen ist was komplett anderes. ob das dann noch was bringt außer Frische - gute Frage. vielleicht ist es tatsächlich eher Frische als Ausgleich. also du merkst den Unterschied nicht weil die Süße weg ist sondern weil das Gericht irgendwie wacher wirkt. kenn ich vom Schnitzel, da macht mein Vater immer Zitrone drüber und ich hab das als Kind gehasst, heute find ichs richtig. ist vielleicht das gleiche Prinzip. aber Joghurt. nee. das würde ich weglassen.

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