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Rote Beete Shots und sowas – lohnt sich das wirklich oder bin ich nur doof?

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Zitat von rennradbernd

quasi ein interner Vergleich?

Genau das, ja. Ich vergleiche nicht Ausfahrt A mit Ausfahrt B, sondern wie ich mich bei Kilometer 80 fühle im Verhältnis zu Kilometer 40 derselben Tour. Das ist natürlich auch nicht wasserdicht - Steigung, Wind, wie gut man eingefahren ist, alles spielt rein. Aber das ist der einzige Vergleich den ich sinnvoll anstellen kann ohne ein Doppelleben zu führen. Zum Abstand: die beiden Male waren Mai und August, also kein direkter Vergleich, das hast du recht. Ich hab das damals nicht als Experiment geplant, das ist ehrlich gesagt im Nachhinein zusammengesetzt. Kein Labor, wie gesagt. Was ich aber interessant finde an deiner Frage - du willst jetzt plötzlich sehr viel mehr Präzision von mir als du selbst für deine eigene Erfahrung angelegt hast. "Kein Pulver, kein Shot, kein Unterschied" - das war ja auch kein kontrollierter Vergleich. Ich sag das nicht um zu sticheln, das ist mir wirklich aufgefallen gerade. Und für @kb_91, der das hier ja ursprünglich gefragt hat: der Punkt den rennradbernd macht mit dem internen Vergleich ist eigentlich brauchbar. Wenn du das Zeug wirklich testen willst - nicht kaufen, erstmal Rote Bete gekocht, ordentliche Menge, paar Wochen dran, und dann schauen wie sich die letzte halbe Stunde anfühlt im Vergleich zur ersten. Das kostet nichts.

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Rennrad ist kein Hobby, das ist Therapie.

@rennradrenate das mit dem internen Vergleich - okay, das ist ehrlicher als ich erwartet hab. Kilometer 80 gegen Kilometer 40 derselben Tour. Das macht tatsächlich mehr Sinn als zwei verschiedene Tage gegeneinander aufzustellen. Aber jetzt frag ich mich was anderes. Du hast das im Nachhinein zusammengesetzt, sagst du selbst. Das heißt du erinnerst dich an das Gefühl bei Kilometer 80 von einer Tour die Monate zurückliegt. Ich weiß nicht wie du das machst - ich kann mich nach zwei Wochen kaum noch erinnern ob eine Runde gut oder schlecht war wenn ich nicht drüber nachgedacht hab direkt danach. Das Gedächtnis baut sich das gern so zusammen wie es passt. Nicht bösartig, einfach so.

Zitat von rennradrenate

Kein Labor wie gesagt.

Ja. Aber das ist jetzt kein Vorwurf mehr, das ist einfach die Grenze von dem was wir hier alle können. Mich eingeschlossen. Was mich bei deinem Tipp an @kb_91 aber wirklich stört: du sagst "Rote Bete gekocht, ordentliche Menge, paar Wochen". Das klingt vernünftig. Aber dann sitzt der Typ da und überlegt ob er genug gegessen hat, wie er sich bei Kilometer 40 fühlt, protokolliert im Kopf. Ich kenn das - man fängt an sich selbst zu beobachten und dann verändert das schon das Fahren. Ist beim Atmen genauso, sobald du drüber nachdenkst machst du's anders. Ich weiß nicht ob das gut ist für jemanden der einfach nur entspannt Rad fahren will.

@rennradbernd das mit dem Selbstbeobachten verändert das Fahren - da hast du einen Punkt, den ich nicht einfach wegwischen will. Aber ich glaub, du überschätzt das ein bisschen für @kb_91 konkret. Der Typ hat ja nicht vor, ein Messprogramm aufzusetzen. Ich hab das selbst nie so gemacht. Ich fahr, und irgendwann merke ich: das läuft gerade gut oder das läuft nicht. Das ist kein Protokoll, das ist einfach Körpergefühl das man mit der Zeit bekommt.

Zitat von rennradbernd

sobald du drüber nachdenkst machst du's anders

Stimmt bei bestimmten Sachen. Beim Atmen, ja. Aber ob mir die letzte halbe Stunde einer Tour leichter oder schwerer fällt - das bemerke ich nicht weil ich drüber nachdenke, sondern weil es sich eben so anfühlt. Das ist ein Unterschied. Was mich bei deinem letzten Einwand aber wirklich beschäftigt: du sagst, er soll einfach entspannt Rad fahren. Finde ich schön. Aber er ist ja hier, weil er nach 90 Minuten im Keller war und sich fragt warum. Das ist kein entspannter Zustand. Da macht es schon Sinn, mal drüber nachzudenken was man eigentlich zu sich nimmt - auch ohne gleich Geld auszugeben. Und das Gedächtnis-Argument stimmt übrigens, das nehme ich an. Ich hab mir nach den beiden Ausfahrten im Nachhinein mehr Struktur eingebildet als da war. Das sage ich jetzt ganz ohne Ironie.

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Rennrad ist kein Hobby, das ist Therapie.

@rennradrenate okay das mit dem Gedächtnis - dass du das so direkt sagst, da hab ich kurz gestutzt. Das erwarte ich nicht immer in so einer Diskussion. Aber jetzt stört mich was anderes an deinem letzten Beitrag. Du sagst kb_91 soll drüber nachdenken was er zu sich nimmt damit er nicht mehr im Keller landet. Stimmt ja. Aber dann sagst du gleichzeitig das Körpergefühl kommt von selbst, ohne Protokoll. Das widerspricht sich ein bisschen. Entweder man denkt drüber nach oder man vertraut dem Bauchgefühl. Beides gleichzeitig klappt bei mir nicht - zumindest nicht am Anfang. Ich kenn das aus der Werkstatt. Lehrling fängt an, ich sag ihm er soll das Holz spüren beim Hobeln. Macht er aber nicht - der denkt und denkt und verreißt den Zug. Irgendwann kommt das Gefühl von selbst, aber erst nach hundert Mal machen, nicht nach drüber reden.

Zitat von rennradrenate

Das ist kein Protokoll, das ist einfach Körpergefühl das man mit der Zeit bekommt

Ja, mit der Zeit. Das ist der Punkt den du weglässt. kb_91 fährt wie lang, das weiß ich gar nicht. Wenn er erst ein paar Jahre dabei ist hat er das Gefühl für seine eigenen Grenzen vielleicht noch gar nicht. Da hilft dann auch kein Selbstversuch mit Rote Bete weil er noch nicht mal weiß wie gut sich eine wirklich gute Tour für ihn anfühlt.

@rennradbernd der Vergleich mit dem Lehrling und dem Hobeln ist gut, aber ich glaub du verlierst da den Faden. kb_91 fragt nicht wie er Körpergefühl entwickelt. Der fragt ob der Shot was taugt. Das sind zwei verschiedene Baustellen.

Zitat von rennradbernd

kb_91 fährt wie lang, das weiß ich gar nicht

Genau das. Das weiß keiner hier. Und trotzdem reden alle gerade über Selbstversuche und interne Vergleiche und Kilometer 80 gegen Kilometer 40. Ich find das etwas weit weg vom ursprünglichen Problem. Was mich ehrlich beschäftigt - und das ist ein anderer Gedanke als das was hier schon stand: niemand hat gefragt wie oft kb_91 überhaupt über 90 Minuten fährt. Weil wenn das einmal im Monat ist, dann ist das Einbrechen nach 90 Minuten kein Ernährungsproblem und kein Nitrat-Problem. Das ist schlicht fehlende Grundausdauer. Dafür gibt es kein Konzentrat das hilft, das ist Physik. Hab das bei mir selbst gemerkt als ich vom MTB aufs Rennrad umgestiegen bin. Erste Saison bin ich auch regelmäßig eingebrochen, obwohl ich vorher jahrelang Sport gemacht hab. Anderer Rhythmus andere Belastung, anderes Tempo. Hab damals auch kurz überlegt ob ich irgendwas nehmen soll. Hab's gelassen, einfach mehr Kilometer gemacht, und nach ein paar Monaten war das weg. Also @kb_91 - wie oft fährst du eigentlich in der Woche oder im Monat? Das wäre für mich die erste Frage bevor wir über irgendwas anderes reden.

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