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Rote Beete schälen - wie macht ihr das ohne komplett versaut auszusehen?

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meine Frau hat jetzt die vakuumverpackten aus dem Supermarkt genommen weil ihr der Aufwand zu groß ist. und ich versteh das ehrlich gesagt. ich hab letzte Woche mal kurz zugeschaut als sie die frische vom Markt verarbeitet hat. da war die Küche danach aus wie nach einem Unfall. Hände rot, Schneidebrett rot, das helle Handtuch - vergiss es. jetzt interessiert mich das eigentlich mal praktisch. wie macht ihr das. die die hier frische nehmen. Handschuhe hab ich gelesen, okay, aber welche. die dünnen Einwegdinger aus der Apotheke oder reicht irgendwas anderes. meine Frau hat die Latexhandschuhe von mir aus dem Betrieb genommen (die dickeren) und meinte die sind zu klobig zum Schälen. und schält ihr die roh oder erst nach dem kochen. das hab ich jetzt unterschiedlich gelesen hier. wenn man die erst kocht soll sich die Schale leichter abziehen lassen, hat jemand hier mal geschrieben. aber dann ist das Gemüse ja schon durch und man kann nciht mehr frei entscheiden wie gar man die haben will. das Schneidebrett ist auch so eine Sache. wir haben eins aus hellem Holz. das war nach dem letzten Mal quasi unbrauchbar, also optisch. meine Frau hat versucht das mit Zitrone zu rubbeln. hat ein bisschen geholfen aber nicht viel. ich frag das nicht weil ich jetzt plötzlich Fan bin. das Zeug bleibt Gemüse für mich, nicht mehr. aber wenn meine Frau das schon macht dann soll wenigstens die Küche hinterher noch bewohnbar sein.

@ms_77 das mit dem Schneidebrett habe ich auch jahrelang so gemacht wie Ihre Frau - reiben, fluchen, irgendwann akzeptiert dass es jetzt halt ein rotes Brett ist. Das Problem ist aber dass Sie wahrscheinlich das Brett noch warm schälen, wenn die Rote Beete gerade aus dem Wasser kommt. Bei mir im Garten habe ich festgestellt, dass die Färbung viel weniger haftet wenn das Gemüse komplett ausgekühlt ist. Ich würde Ihrer Frau ehrlich empfehlen, die gekochten Knollen erst über Nacht im Kühlschrank liegen zu lassen, bevor sie die schält. Dann ist die Schale auch wirklich locker - das stimmt was Sie gelesen haben - aber vor allem lässt sich die Färbung leichter abwaschen. Kalte Oberfläche, weniger Eindringen sozusagen. Bei den Handschuhen: ich nehme seit kurzem diese dünnen Baumwoll-Handschuhe aus dem Baumarkt, die kosten fast nichts. Nicht aus Latex sondern Stoff, und man spürt beim Schälen deutlich mehr. Die Einwegdinger aus der Apotheke sind mir auch zu dünn, ich kriege da kein Gefühl für den Messerrücken. Das Zitronenreiben ist leider Augenwischerei, das habe ich da gute Erfahrungen gemacht mit einem einfachen Topf-Schwamm und etwas Essig wenn das Brett noch relativ frisch gefärbt ist. Aber wenn es schon eingezogen ist - naja, dann ist es halt bunt. Ihre Frau könnte sich auch einfach ein billiges dunkles Schneidebrett für Rote Beete kaufen, dann sieht man die Flecken gar nicht.

Zitat von elvira_k

die Färbung viel weniger haftet wenn das Gemüse komplett ausgekühlt ist

Das deckt sich mit dem, was ich beruflich über Gewebeporen weiß - also nicht direkt Rote Beete, aber das Prinzip ist dasselbe. Warme Oberflächen nehmen Farbstoffe schlicht leichter auf, egal ob Haut oder Holz. Was ich noch ergänzen würde, und das ist mir heute Morgen beim Frühstück aufgefallen, als ich den Rest von gestern verarbeitet hab: das Brett-Problem lässt sich auch durch die Reihenfolge minimieren. Wenn man die Beete auf Backpapier schält - also das Brett komplett rauslässt - entfällt das ganze Thema. Klingt banal, aber ich hab das irgendwann einfach mal ausprobiert und seitdem kein Fleckenproblem mehr auf Holz. @ms_77 der Punkt mit den Baumwollhandschuhen von elvira_k ist interessant, würde mich aber wundern ob die wirklich fleckendicht sind. Stoff nimmt den Betacyanin-Farbstoff doch erst recht auf. Vielleicht kurz testen bevor man die als Dauerlösung nimmt. Realistisch betrachtet ist das separate Brett für Rote Beete die pragmatischste Lösung. Muss auch kein Holz sein - ein günstiges Kunststoffbrett aus dem Haushaltswarenregal, das färbt sich zwar auch, lässt sich aber deutlich leichter reinigen als Holz.

das mit dem Backpapier ist ja clever, @markus_hh88 - aber ehrlich gesagt hab ich das Problem noch gar nicht so konkret gehabt weil ich die vakuumverpackten nehme. ich weiß, das ist für viele hier quasi Blasphemie, aber wenn ich nach der Arbeit nach Hause komme und noch schnell was kochen will... dann fahr ich halt nicht extra zum Markt. was mich aber grad neugierig macht: @elvira_k du schreibst dass du die im Garten anbaust - wie lange brauchst du denn von der Ernte bis zum Verarbeiten bis die Färbung nicht mehr so haftet. also wenn ich das richtig verstehe legst du die über Nacht in den Kühlschrank. aber ist das nicht auch ein Akt, die erst zu kochen und dann einen Tag zu warten? ich meine, wer hat denn die Zeit wenn es spontan sein soll. und zum Stoff-Handschuh - @markus_hh88 hat da recht dass ich das skeptisch sehe. Stoff färbt sich doch sofort. oder sind die so behandelt dass das nicht passiert. hab das noch nie gehört von behandelten Arbeitshandschuhen. vielleicht sollte ich die doch mal ausprobieren wenn ich sowieso mal beim Baumarkt vorbeilaufe aber ich glaub kaum dass die besser sind als die dünnen Latex-Dinger aus der Apotheke. weiß nicht ob das stimmt aber ich hab da nie nen großen Unterschied gemerkt was die Handhabung angeht

@leni_bk die Frage nach dem Stoff-Handschuh ist berechtigt, aber ich glaub du vermischst da zwei verschiedene Zwecke. elvira_k meinte das wohl eher für die Griffigkeit - also damit man die Knolle beim Schälen nicht verliert. Ob die dann hinterher rot sind, ist ihr wahrscheinlich egal, weil es Baumarkt-Zeug ist das man wegwirft oder für sowas reserviert. Was mich aber eigentlich mehr beschäftigt: du sagst vakuumverpackt aus Zeitgründen, und ich versteh das pragmatisch. Nur - bei denen ist das Schälproblem ja eh keins, weil die schon gegart und fertig sind. Der ganze Thread hier ist im Grunde eine Debatte für Leute, die mit dem frischen Zeug arbeiten. Wenn man die Vakuum-Variante nimmt, fällt der Aufwand komplett weg, aber man kauft sich damit gleichzeitig ein, dass man keine Kontrolle mehr über den Garpunkt hat. Das Brett-Problem stellt sich dann gar nicht. Was ich noch nicht in diesem Thread gesehen hab: Einfrieren als Mittelweg. Ich kenn das aus der Praxis, dass manche Patienten, die viel vorkochen, die Beete gegart einfrieren und dann portionsweise auftauen. Nicht für jeden sinnvoll, aber wenn man sowieso mal einen freien Samstagnachmittag hat, kann man einen größeren Schwung verarbeiten und hat dann wochenlang Ruhe. Die Textur leidet etwas, aber für Suppe oder Püree ist das eigentlich egal.

ah, das mit dem Einfrieren ist interessant @markus_hh88. Das hab ich ehrlich gesagt noch nie überlegt. Bei mir im Kindergarten kochen wir manchmal größere Mengen vor und das könnte tatsächlich praktisch sein wenn ich da einen Schwung Rote Beete mitverarbeite statt immer diese einzelnen verpackten Dinger. Aber jetzt muss ich dumm fragen - wenn ich die gekocht einfriere, braucht die dann wieder Platz im Gefrierfach oder kann man die irgendwie clever portionieren. Bei uns ist das immer so eng dass ich da eher Angst habe alles vollzustellen. Und wie lange halten die dann ungefähr, also mehrere Monate oder eher nur ein paar Wochen. Das mit dem Garpunkt versteh ich @markus_hh88, das ist fair. Aber zu meiner Verteidigung - ich koch die Vakuum-Dinger dann sowieso nochmal kurz auf wenn ich sie warm mag, also völlig weich sind sie auch nicht. Und ehrlich gesagt wenn ich nach nem langen Tag mit 20 Kindern nach Hause komme und ich hab Lust auf was Warmes dann ist mir das praktisch egal ob die jetzt super knackig sind oder nicht, hauptsache schnell ud83dude05

Aber das Einfrieren könnte ich mir tatsächlich vorstellen wenn ich mal Zeit hab. Muss dann nur schauen wo ich das unterbringen würde...

Zitat von leni_bk

wie lange halten die dann ungefähr

Zur Haltbarkeit: Rote Beete gegart eingefroren hält problemlos drei bis vier Monate, ohne dass da irgendwas passiert. Ich würde die in Portionen von 150-200g einfrieren, also ungefähr eine Mahlzeit, dann hat man keine Entscheidungsprobleme beim Auftauen. Silikon-Eiswürfelformen in groß eignen sich da gut für kleinere Mengen, danach ab in einen Gefrierbeutel - das spart deutlich Platz gegenüber Dosen. Was mich bei deiner Antwort aber kurz stutzen lässt: du sagst, du kochst die Vakuum-Variante nochmal auf. Das macht die dann eigentlich noch weicher als sie schon sind, weil die beim Pasteurisieren ja schon Hitze abgekriegt haben. Wenn du die warm willst, reicht kurz in der Pfanne mit etwas Öl anbraten - das gibt auch noch Röstaromen, was den Eigengeschmack meiner Meinung nach deutlich verbessert. Den erdigen Ton, den viele unangenehm finden, nimmt das ein bisschen weg. Zum Gefrierfach-Platz kann ich nichts sagen, das ist individuell. Aber der Ansatz, einen größeren Schwung auf einmal zu verarbeiten, ist aus meiner Erfahrung das Sinnvollste wenn man unter der Woche keine Zeit hat. Ich mach das mit mehreren Sachen gleichzeitig, nicht nur Rote Beete, und dann ist ein Nachmittag Küchenarbeit für zwei Wochen erledigt.

haha okay das mit dem Rösten in der Pfanne ist ja eigentlich ein guter Punkt @markus_hh88. Das probier ich beim nächsten Mal aus, weil ehrlich gesagt hab ich die Vakuum-Dinger immer einfach in der Mikrowelle warm gemacht oder kurz in den Topf geworfen. Dass das noch matschiger macht hatte ich so gar nicht auf dem Schirm, aber jetzt wo du es sagst ergibt das total Sinn. Das mit dem Vorkochen am Samstag klingt theoretisch super, aber praktisch... naja. Bei uns im Kindergarten machen wir das manchmal mit Gemüse für die Woche und dann denk ich mir jedes Mal wie aufwändig das ist. Und zuhause hab ich dann am Samstag auch noch anderes zu tun (Wetter ist heute zum Beispiel super, da will ich eher raus als in der Küche stehen). Aber die Eiswürfelform-Idee ist wirklich clever, das könnte ich mir eher vorstellen weil das ja nicht so viel Platz braucht. Eine Frage hab ich aber noch - wenn ich die in den Eiswürfelbehältern einfriere, brauchen die Zeit zum Auftauen oder kann ich die direkt in die Pfanne werfen. Weil wenn ich da wieder 20 Minuten warten muss bis alles aufgetaut ist, dann bin ich wieder bei meinem Zeitproblem. Mit den Vakuum-Dingen geht mir das einfach schneller von der Hand, auch wenn sie vielleicht nicht so der Hit sind.

@leni_bk

Zitat von leni_bk

kann ich die direkt in die Pfanne werfen

ja kannst du. gefrorenes Gemüse direkt in die heiße Pfanne, das machen wir im Betrieb manchmal mit Tiefkühlkost wenn wir auf der Baustelle was schnelles brauchen. funktioniert, bisschen mehr Wasser zieht raus aber das verdampft. kein Thema. was mich hier aber mehr beschäftigt - ihr redet jetzt seit gefühlt zwanzig Beiträgen über Einfrieren und Eiswürfelformen und ich frag mich ob das nicht alles etwas weit weg ist vom eigentlichen Thema. @markus_hh88 du kennst offenbar Patienten die viel vorkochen, bist du Arzt oder was. frag ich mich schon ne Weile. und das mit dem Rösten in der Pfanne - das klingt ehrlich gesagt interessanter als ich dachte. nicht wegen irgendwelcher Nährstoffe oder sowas das ist mir schnuppe. aber meine Frau macht das Gemüse meistens nur gekocht und das schmeckt dann halt nach Gemüse. wenn das Rösten den erdigen Geschmack wegnimmt wäre das vielleicht was für sie. sie mag das Erdige auch nicht besonders. die nimmt die vakuumverpackten ja gerade genau deswegen, weil die irgendwie milder schmecken als die frischen. ob das wirklich am Rösten liegt oder ob da einfach die Säure in den vakuumverpackten das überdeckt - keine Ahnung.

ah das mit dem Rösten interessiert mich jetzt auch ehrlich gesagt. @ms_77 du sprichst da was an das ich gar nicht so auf dem Schirm hatte - dass die vakuumverpackten milder schmecken. Das dachte ich immer ist nur Einbildung weil ich ja weiß dass die praktischer sind und mir das dann irgendwie einredet 😄 aber wenn das wirklich an der Säure liegt... dann könnte man das ja bei den frischen auch irgendwie hinkriegen? also mit etwas Essig oder so beim Rösten? Wobei ich ehrlich zugeben muss dass ich den erdigen Geschmack gar nicht so schlimm finde wie andere hier. Aber meine Kolleginnen im Kindergarten rümpfen immer die Nase wenn ich Rote Beete mitbringe zum Vorkochen. Eine von denen hat mal zu mir gesagt dass das für sie schmeckt wie Waldboden und seitdem muss ich jedes Mal dran denken wenn ich eine esse haha. @markus_hh88 - danke dass du das mit den Eiswürfelformen erklärt hast. Das macht tatsächlich Sinn wenn ich die direkt in die heiße Pfanne werfen kann. Dann könnte ich mir das wirklich mal für einen freien Nachmittag überlegen. Nur - und jetzt bin ich ehrlich - wenn ich dann die gefrorenen Würfel auspacke und in die Pfanne haue und die gleich mitröste... ist das nicht wieder fast genauso viel Aufwand wie wenn ich sie frisch mache? Ich meine der Vorteil ist ja dass ich die vorher schon gekocht hab, aber die Zubereitung selbst dauert dann immer noch ungefähr gleich lange oder?

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