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Rote Beete schälen - was zieht ihr eigentlich an?

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@leni_bk [quote=leni_bkMachst du das irgendwie fest oder einfach wann du grad Lust drauf hast[/quote]

wann ich Lust hab ehrlich gesagt. aber "Lust" ist vielleicht das falsche Wort - es ist eher dass ich's gekoppelt hab an was anderes. ich koch die Beete meistens wenn ich sowieso schon den Ofen an hab oder irgendwas auf dem Herd steht. dann ist das kein extra Schritt mehr sondern läuft nebenbei. das ist der eigentliche Trick, nicht irgendein fixer Wochentag. was mich bei deinem Post aber gerade aufhält: du sagst "20 Minuten Sonntag". das klingt realistisch aber stimmt das? weil aktive Zeit ist was anderes als Gesamtzeit. kochen dauert 40-50 Minuten, die meiste Zeit machst du eh was anderes dabei. du musst nicht danebenstehen. das ist so ein Denkfehler den ich lange auch hatte - "Aufwand" war für mich immer die Gesamtzeit bis es fertig ist, nicht wie lang ich wirklich beschäftigt bin. aktiv schälen und einräumen, das ist vielleicht 5 Minuten. und der Teufelskreis den du beschreibst - roh im Kühlschrank, dann doch Betanio weil's schneller geht - das ist halt genau das was die Leute die sowas verkaufen sich wünschen. nicht böse gemeint, das ist einfach wie das funktioniert. die leben davon dass die Knolle noch roh liegt. ich bin da jetzt neugierig: hast du eigentlich einen Kochtopf der groß genug ist für fünf Knollen auf einmal? klingt blöd aber bei mir war das früher auch so ein stiller Grund warum ich's immer nur mit zwei gemacht hab.

Zitat von leni_k

aktiv schälen und einräumen das ist vielleicht 5 Minuten

das ist eigentlich der Punkt der mir bei dem ganzen Thread am meisten einleuchtet. ich hab das bei mir auch lange falsch kalkuliert - Gesamtzeit ist nicht gleich meine Zeit. beim Radputzen ist das genauso, Kette entfetten dauert 20 Minuten aber ich steh da vielleicht 4 Minuten aktiv dran. @leni_bk die Topffrage von leni_k ist übrigens nicht blöd - ich hab das ernsthaft mal nachgemessen weil mich das interessiert hat. fünf mittelgroße Knollen brauchen mehr Platz als man denkt, die sollen ja nicht aufeinander liegen sonst garen die ungleichmäßig. also wenn du einen 20er Topf hast passt das, mit nem 16er wird's eng. das ist vielleicht wirklich so ein stiller Bremser der nie ausgesprochen wird. was mich bei dem ganzen Betanio-Teufelskreis-Thema aber noch beschäftigt - ich hab das Zeug selbst probiert und ich sag nicht dass es Müll ist. aber der Grund warum man zur Flasche greift ist meistens nicht "das ist besser" sondern "die Knolle liegt noch roh rum". das ist halt Logistik, kein Produktvorteil. wenn du das eine mal anders organisiert hast - also Sonntag gekocht, ungschält, fertig - dann fällt der Grund weg. und dann kannst du immer noch entscheiden ob du das Konzentrat willst. aber wenigstens aus Überzeugung und nicht aus Bequemlichkeit.

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Schaltwerk ölen ist auch Ernährung.

@derbär was du gerade schreibst trifft einen Punkt den ich selbst auch lange übersehen habe. Bei mir im Garten war es ähnlich - ich hab die Rote Beete geerntet, dann lagen die noch Tage rum und ich hab mir eingeredet dass es zu aufwändig ist sie gleich zu verarbeiten. Das Ergebnis war dass ich sie gar nicht verarbeitet hab sondern sie sind verrottet. Das ist mir mehrmals passiert bevor ich kapiert habe dass die Planung das Wichtigste ist, nicht die eigentliche Arbeit. Was mich bei leni_bk aber gerade beschäftigt - sie sagt immer wieder dass Sonntag kochen für sie realistisch ist aber dann schafft sie's trotzdem nicht weil die Knollen noch roh im Kühlschrank liegen. Das ist für mich ein Zeichen dass das System nicht passt. Wenn ich etwas regelmäßig nicht schaffe, dann ist nicht die Person faul, sondern der Plan ist falsch. Bei mir funktioniert das gekoppelt an was anderes, wie ich geschrieben hab. Aber vielleicht braucht sie gar keine feste Planung, sondern einfach - die Knollen kaufen und sofort kochen. Noch im gleichen Einkauf. Dann liegen nie rohe da rum. Das mit dem Topf ist übrigens bei mir auch so, ich hab einen großen Emailletopf der ist ideal dafür. Wer so was nicht hat, der schmeißt halt zwei Portionen hintereinander ins kochende Wasser - geht genauso, dauert nur doppelt so lang. Aber länger beschäftigt bist du dich nicht, wie du richtig sagst.

kleines Update von mir, weil ich heute beim Einkaufen war und die Sache mit dem Sofort-Kochen von @elvira_k im Kopf hatte.

Zitat von derbär

der Grund warum man zur Flasche greift ist meistens nicht "das ist besser" sondern "die Knolle liegt noch roh rum"

ja, das ist eigentlich der ganze Thread in einem Satz. und ich find's interessant dass das ausgerechnet jemand so klar formuliert der selbst das Konzentrat probiert hat. was ich heute gemacht hab, fast aus Reflex: Beete gekauft, direkt nach Hause, Topf an. nicht nachgedacht einfach gemacht. und ich hab dabei gemerkt dass ich das deswegen so leicht tu weil ich gar keinen Entscheidungsmoment mehr hab. die Knolle kommt ins Wasser, ich setz mich an die Arbeit, 50 Minuten später ist es erledigt. @leni_bk das ist vielleicht was dich unterscheidet - du kaufst und lässt dann die Frage offen wann du kochst. der Moment wo du entscheiden musst ist dann der stressige Freitagabend, und da verliert die Knolle halt gegen die Flasche. was mich bei @elvira_k aber noch beschäftigt: du schreibst "die kaufen und sofort kochen" - aber das setzt voraus dass man nach dem Einkaufen auch wirklich Zeit hat. ich hab heute das Glück gehabt dass kein Termin dazwischenkam. an einem normalen Dienstag mit drei Projekten gleichzeitig schau ich da auch anders. ich glaub das eigentliche Problem ist nicht der Plan sondern der Puffer. wenn kein Puffer da ist fällt alles auseinander.

@leni_k das mit dem Puffer ist ein gutes Stichwort, aber ich glaube du machst dir selbst da etwas vor. Oder anders gesagt - ich hab das lange auch so gesehen. Der Punkt ist nicht dass du keinen Puffer hast, sondern dass die Rote Beete im Puffer-Moment nicht die Priorität kriegt. Das ist ehrlich gesagt völlig normal und auch ok, das ist nicht schlimm. Aber dann sollte man nicht so tun als ob es an den äußeren Bedingungen liegt. Bei mir im Garten war es ähnlich - ich hab mir immer eingeredet dass ich die Beete verarbeite wenn ich Zeit hab, und die Zeit kam einfach nicht. Irgendwann hab ich kapiert dass das nicht stimmt. Die Zeit war da, ich hab sie nur für andere Sachen verwendet. Und das ist völlig legitim, ich musste nur ehrlich damit sein. Wenn ich wirklich wollte dass es passiert, dann brauchte ich einen anderen Ansatz. Bei mir war das eben - nicht wählen wo ich koche, sondern: Ernte kommt direkt in den Topf. Punkt. Keine Option zu überlegen. Was mich bei dir aber interessiert - du schreibst du hast das heute gemacht, Beete gekauft und sofort gekocht. Wie war das Gefühl hinterher? Nicht ob's dir geholfen hat beim Laufen, sondern - war das entspannter als wenn die noch roh rumgelegen hätte? Weil das ist für mich der eigentliche Gewinn nicht irgendwelche Nitrate oder Puls-Zahlen. Weniger Gedankenchaos unter der Woche.

@leni_k [quote=leni_kwar das entspannter als wenn die noch roh rumgelegen hätte[/quote] genau, das interessiert mich auch noch von dir. Weil ich glaube da sitzt der eigentliche Punkt, nicht die Frage ob die Beete dir beim Laufen hilft oder nicht. Was mich aber gerade aufhält - du schreibst dass du heute das Glück hattest dass kein Termin dazwischenkam. Und ich verstehe das wirklich, aber ich muss sagen dass ich da anders denke mittlerweile. Bei mir im Garten hab ich festgestellt - und das klingt jetzt vielleicht hart - dass ich auch an vollgepackten Tagen eine halbe Stunde Zeit für was Wichtiges finde wenn ich es wirklich will. Das Problem war nie die Zeit, sondern dass ich nicht klar gemacht hab was mir wichtig ist. Das mit den drei Projekten gleichzeitig das kenne ich von früher noch aus der Buchhaltung, da war auch immer was Dringendes. Aber irgendwann hab ich gemerkt - es gibt immer was Dringendes. Das ist kein Grund dass die eigenen Sachen nicht passieren. Und ganz ehrlich gesagt bin ich auch skeptisch bei dieser Aussage von dir dass du keinen Puffer hast. Das mit dem Puffer - das ist ja nicht etwas das dir passiert, das organisierst du selbst. Auch wenn es sich nicht so anfühlt.

@elvira_k [quote=elvira_kDas organisierst du selbst[/quote] ja, okay, das ist fair. und ich will das nicht wegdiskutieren. aber ich glaub da ist trotzdem ein Unterschied zwischen "du könntest wenn du wolltest" und "es ist immer möglich". weil heute zum Beispiel hab ich zwischen zwei Calls um 14 Uhr buchstäblich 20 Minuten gehabt und in der Zeit hab ich nicht mal Mittagessen gemacht. das ist nicht Priorität, das ist manchmal einfach Arithmetik. was mich bei deinem Beitrag aber wirklich aufhält: du fragst jetzt zum zweiten Mal wie sich das "entspannter" angefühlt hat nachher. und ich merk dass ich das immer noch nicht wirklich beantwortet hab. also ehrlich: ja schon. ich hab den Rest des Abends nicht mehr dran gedacht. das ist vielleicht der unspektakulärste Gewinn den man sich vorstellen kann aber er ist real. keine offene Sache die im Hinterkopf rumgeistert. was ich mich aber gerade frage - und das ist ein Gedanke der mir jetzt erst kommt: du hast das durch deinen Garten gelernt. also durch eine Situation wo du sowieso schon in einem anderen Rhythmus warst, Ernte, direkt verarbeiten, das hat einen natürlichen Ablauf. ich hab den nicht. ich kauf im Supermarkt, geh nach Hause, da ist kein äußerer Rhythmus der mich zwingt. das heißt ich muss mir den selbst bauen was eben tatsächlich schwieriger ist als wenn die Situation ihn vorgibt. bin ich da zu weit weg von der Ausgangsfrage oder macht das für dich Sinn.

@elvira_k @leni_k yo ich muss hier was sagen weil ich das gerade lese und mir geht mir das ein bisschen zu philosophisch ab alter. [quote=elvira_kdu könntest wenn du wolltest[/quote] - ja klar, aber das ist auch irgendwie unfair weil du den Garten nicht planst, der läuft einfach. Das ist schon was anderes. Aber was mich eigentlich mehr interessiert - und das is völlig off-topic vom Schälen - ihr redet jetzt so viel über Prioritäten und Puffer und ob die Zeit da ist oder nicht, und ich denk mir: vielleicht is das Problem auch einfach dass die Beete für euch beide nicht so wichtig ist wie ihr euch einredet? Und das is gar nicht böse gemeint digga, das ist ehrlich. Ich mein, ich mach viel für mein Training weil das mir wirklich was bedeutet. Da find ich immer Zeit. Aber wenn mir was egal ist, dann find ich auch keine Zeit dafür, egal wie sehr ich mir selbst einred dass ich es machen will. Das is nur natürlich. Was mich aber neugierig macht - @leni_k du hast jetzt diesen einen Tag gemacht mit dem sofort Kochen und es war entspannter. Machst du das jetzt öfter oder war das ein einmaliges Ding? Weil wenn's wirklich so viel besser war, dann würde ich erwarten dass du's wiederholst. Wenn du's nicht wiederholst, dann war's dir vielleicht doch nicht so wichtig wie du denkst, oder?

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weniger reden mehr heben

@derbasti [quote=derbastiwenn du's nicht wiederholst, dann war's dir vielleicht doch nicht so wichtig[/quote] okay das ist jetzt eine Frage die ich mir nicht wegreden kann. und ja, ich hab's diese Woche nicht wiederholt. aber nicht weil mir's egal ist - sondern weil ich Mittwoch spontan Vakuum-Beete aus dem Supermarkt mitgenommen hab weil ich eh schon da war und die Zeit nicht hatte. was ich dabei aber gemerkt hab: ich hab die genommen und dabei kurz gedacht "das ist jetzt genau das was derbär gemeint hat". also die Knolle lag nicht mal roh rum, die Situation hat mich einfach in die andere Richtung gezogen. was mich an deiner Frage aber wirklich beschäftigt - das "wichtig genug" Argument funktioniert für mich nur bis zu einem Punkt. weil es gibt Sachen die mir wichtig sind und die ich trotzdem nicht immer durchziehe. meine langen Läufe zum Beispiel. ich weiß dass Sonntag der beste Tag dafür wäre, und manchmal passiert's trotzdem nicht. das bedeutet nicht dass mir Laufen egal ist. ich glaub das Ehrlichere ist: einmal gemacht und gut gefühlt reicht nicht um eine Gewohnheit zu bauen. das brauch mehr Wiederholungen bevor es automatisch wird. das eine Mal Beete-sofort-kochen war kein Systemwechsel, das war ein Versuch. und ich bin neugierig ob sich das irgendwann von selbst festigt oder ob ich das aktiv pushen muss.

Zitat von leni_bk

einmal gemacht und gut gefühlt reicht nicht um eine Gewohnheit zu bauen

das ist jetzt eigentlich der erste Satz in diesem ganzen Thread der mich wirklich aufhält. weil das stimmt. und das gilt für alles, nicht nur Rote Beete. ich les das hier seit einer Weile mit und ehrlich gesagt geht mir die Supplement-Schiene komplett am Allerwertesten vorbei, das ist Quatsch für Leute die zu viel Geld haben, da sag ich nix neues. aber das hier ist was anderes. @leni_k du beschreibst das bei dir wie ein Projekt das du planst. "aktiv pushen", "Systemwechsel", "Versuch". ich kenn das von der Arbeit. wenn ich einem Kunden sag er soll seine Anlage umrüsten, dann kann ich ihm erklären warum das sinnvoll ist bis ich blau bin. wenn der das aber jedes Mal vergisst anzustellen weil der Schalter an der falschen Stelle sitzt, dann ist das kein Willensproblem. dann muss der Schalter woanders hin. bei dir ist der Schalter falsch. du kaufst roh, dann liegt das rum, dann kommt irgendwas dazwischen. das ist keine Frage von Priorität oder Puffer oder wie wichtig dir die Beete ist. das ist eine schlechte Schaltung. ob du das jetzt mit Rote Beete oder mit irgendsowas wie Betanio löst ist mir schnuppe. aber das "ich warte auf den richtigen Moment" funktioniert halt nie. das weiß ich aus eigener Erfahrung ich hab drei Jahre auf den richtigen Moment gewartet meinen Keller zu entrümpeln.

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