Rote Beete Saft vs. frisches Gemüse - lohnt sich der Hype?
Zitat von fk_1988 am Juli 23, 2026, 10:21 UhrZitat von rote_socke_83ich würd deinem Kumpel ehrlich gesagt sagen er soll mal drei Wochen einfach weniger Salz und mehr Wasser - und dann erst schauen ob er überhaupt noch was braucht
Das ist wahrscheinlich der praktischste Rat. Nur - und ich kenn das von meiner Familie - wenn man jemandem sagt "mach erstmal die Basics, dann sehen wir weiter", hört der das oft als "das reicht nicht, du brauchst mehr". Mein Kumpel ist eher der Typ der will sofort was Konkretes in der Hand haben, nicht erst drei Wochen warten und hoffen dass es hilft. Was mich jetzt aber eher beschäftigt: du hast erwähnt dass dein echtes Problem beim Radfahren war dass du nach 80km leer warst. Das ist ja was ganz anderes als Blutdruck-Messung. Das ist direkt körperlich spürbar. Meine Frage - und das ist jetzt wirklich ne echte Frage - gibt es sowas auch beim Blutdruck? Also irgendein Symptom wo man wirklich merkt "hey jetzt ist was anders", ohne ständig zu messen? Bei meinem Kumpel hab ich noch nie gehört dass ihm schlecht ist oder Kopfweh hat. Er fühlt sich auch nicht besser. Er guckt nur auf die Zahlen. Und das finde ich halt komisch. Wenn ich ihn fragen würde "wie fühlst du dich denn", würde er wahrscheinlich sagen "weiß nicht, aber die Werte sind besser". Das ist halt Zirkellogik.
Zitat von rote_socke_83ich würd deinem Kumpel ehrlich gesagt sagen er soll mal drei Wochen einfach weniger Salz und mehr Wasser - und dann erst schauen ob er überhaupt noch was braucht
Das ist wahrscheinlich der praktischste Rat. Nur - und ich kenn das von meiner Familie - wenn man jemandem sagt "mach erstmal die Basics, dann sehen wir weiter", hört der das oft als "das reicht nicht, du brauchst mehr". Mein Kumpel ist eher der Typ der will sofort was Konkretes in der Hand haben, nicht erst drei Wochen warten und hoffen dass es hilft. Was mich jetzt aber eher beschäftigt: du hast erwähnt dass dein echtes Problem beim Radfahren war dass du nach 80km leer warst. Das ist ja was ganz anderes als Blutdruck-Messung. Das ist direkt körperlich spürbar. Meine Frage - und das ist jetzt wirklich ne echte Frage - gibt es sowas auch beim Blutdruck? Also irgendein Symptom wo man wirklich merkt "hey jetzt ist was anders", ohne ständig zu messen? Bei meinem Kumpel hab ich noch nie gehört dass ihm schlecht ist oder Kopfweh hat. Er fühlt sich auch nicht besser. Er guckt nur auf die Zahlen. Und das finde ich halt komisch. Wenn ich ihn fragen würde "wie fühlst du dich denn", würde er wahrscheinlich sagen "weiß nicht, aber die Werte sind besser". Das ist halt Zirkellogik.
Zitat von rote_socke_83 am Juli 23, 2026, 10:29 UhrZitat von fk_1988wenn ich ihn fragen würde "wie fühlst du dich denn" würde er wahrscheinlich sagen "weiß nicht, aber die Werte sind besser"
Das ist eigentlich das interessanteste was du heute geschrieben hast. Weil das genau das Problem beschreibt das mich an dem ganzen Selbstmess-Ding stört. Der Mensch wird zur Nebenfigur in seiner eigenen Gesundheitsgeschichte und die Zahl wird zur Hauptfigur. Zu deiner Frage ob man hohen Blutdruck irgendwie spürt ohne Gerät: ehrlich gesagt, meistens nicht. Das ist ja das Tückische. Kopfschmerzen können tausend Gründe haben. Mein Bruder hat seit Jahren leicht erhöhte Werte und merkt absolut nichts davon. Der würde dir auch sagen "ich fühle mich gut". Das heißt aber nicht dass da nix ist. Das Problem bei deinem Kumpel ist wahrscheinlich ein anderes. Er misst weil er Kontrolle haben will über etwas das er nicht spüren kann. Das ist psychologisch nachvollziehbar. Aber dann kommt die Rote Beete und die Manschette und auf einmal hat er das Gefühl er tut aktiv was. Ob die Zahlen wirklich besser sind oder ob er nur die guten Messungen erinnert, das ist dann egal weil er sich besser fühlt dabei. Das ist nicht Zirkellogik, das ist fast schon therapeutisch - nur halt mit nem Gemüsesaft statt mit nem Therapeuten. Ich sag das ohne Ironie. Manchmal ist das Ritual das Wichtige, nicht der Wirkstoff. Ich fahr auch manchmal nur um des Fahrens willen raus, nicht um Watt zu messen.
Zitat von fk_1988wenn ich ihn fragen würde "wie fühlst du dich denn" würde er wahrscheinlich sagen "weiß nicht, aber die Werte sind besser"
Das ist eigentlich das interessanteste was du heute geschrieben hast. Weil das genau das Problem beschreibt das mich an dem ganzen Selbstmess-Ding stört. Der Mensch wird zur Nebenfigur in seiner eigenen Gesundheitsgeschichte und die Zahl wird zur Hauptfigur. Zu deiner Frage ob man hohen Blutdruck irgendwie spürt ohne Gerät: ehrlich gesagt, meistens nicht. Das ist ja das Tückische. Kopfschmerzen können tausend Gründe haben. Mein Bruder hat seit Jahren leicht erhöhte Werte und merkt absolut nichts davon. Der würde dir auch sagen "ich fühle mich gut". Das heißt aber nicht dass da nix ist. Das Problem bei deinem Kumpel ist wahrscheinlich ein anderes. Er misst weil er Kontrolle haben will über etwas das er nicht spüren kann. Das ist psychologisch nachvollziehbar. Aber dann kommt die Rote Beete und die Manschette und auf einmal hat er das Gefühl er tut aktiv was. Ob die Zahlen wirklich besser sind oder ob er nur die guten Messungen erinnert, das ist dann egal weil er sich besser fühlt dabei. Das ist nicht Zirkellogik, das ist fast schon therapeutisch - nur halt mit nem Gemüsesaft statt mit nem Therapeuten. Ich sag das ohne Ironie. Manchmal ist das Ritual das Wichtige, nicht der Wirkstoff. Ich fahr auch manchmal nur um des Fahrens willen raus, nicht um Watt zu messen.
Zitat von fk_1988 am Juli 23, 2026, 10:42 UhrZitat von rote_socke_83Manchmal ist das Ritual das Wichtige, nicht der Wirkstoff.
Haha ja okay, das setzt mich gerade in Bewegung. Weil das ist eigentlich das erste Mal dass ich das so höre und es macht irgendwie Sinn. Bei mir persönlich - ich trink meinen Kaffee nach der Schicht, und ob der jetzt Bio ist oder nicht, der Effekt ist zu nem großen Teil dass ich mich hinsetze und fünf Minuten Ruhe hab. Der Kaffee ist fast Nebensache. Aber - und das ist mein Problem damit - wenn mein Kumpel merkt dass das Ritual hilft, nicht die Rote Beete, dann könnte er ja auch einfach jeden Tag ne halbe Stunde spazieren gehen oder sich nen Tee kochen. Warum muss es ausgerechnet dieses Konzentrat sein das er da gekauft hat. Ich glaub das ist auch so ein Marketing-Ding, oder. Die brauchen dir einreden dass es das spezielle Ding sein muss, nicht irgendein anderes Ritual. Was mich noch reizt: du hast gesagt mein Bruder spürt seinen hohen Blutdruck gar nicht. Das heißt aber auch dass die Zahlen für ihn persönlich weniger bedeuten, oder. Er könnte auch nie messen und hätte keine neuen Sorgen. Bei meinem Kumpel ist es so dass er jetzt weiß dass er erhöhte Werte hat und kann das nicht mehr ignorieren. Das ist wie wenn du nen Arzttermin hast und zwei Wochen vorher fängst du an dich krankzufühlen, obwohl dir vorher nix gefehlt hat. Die Information verändert das Erleben. Vielleicht hätte der Arzt ihm gar nicht sagen sollen dass er Blutdruck-Probleme hat. Klingt hart aber...
Zitat von rote_socke_83Manchmal ist das Ritual das Wichtige, nicht der Wirkstoff.
Haha ja okay, das setzt mich gerade in Bewegung. Weil das ist eigentlich das erste Mal dass ich das so höre und es macht irgendwie Sinn. Bei mir persönlich - ich trink meinen Kaffee nach der Schicht, und ob der jetzt Bio ist oder nicht, der Effekt ist zu nem großen Teil dass ich mich hinsetze und fünf Minuten Ruhe hab. Der Kaffee ist fast Nebensache. Aber - und das ist mein Problem damit - wenn mein Kumpel merkt dass das Ritual hilft, nicht die Rote Beete, dann könnte er ja auch einfach jeden Tag ne halbe Stunde spazieren gehen oder sich nen Tee kochen. Warum muss es ausgerechnet dieses Konzentrat sein das er da gekauft hat. Ich glaub das ist auch so ein Marketing-Ding, oder. Die brauchen dir einreden dass es das spezielle Ding sein muss, nicht irgendein anderes Ritual. Was mich noch reizt: du hast gesagt mein Bruder spürt seinen hohen Blutdruck gar nicht. Das heißt aber auch dass die Zahlen für ihn persönlich weniger bedeuten, oder. Er könnte auch nie messen und hätte keine neuen Sorgen. Bei meinem Kumpel ist es so dass er jetzt weiß dass er erhöhte Werte hat und kann das nicht mehr ignorieren. Das ist wie wenn du nen Arzttermin hast und zwei Wochen vorher fängst du an dich krankzufühlen, obwohl dir vorher nix gefehlt hat. Die Information verändert das Erleben. Vielleicht hätte der Arzt ihm gar nicht sagen sollen dass er Blutdruck-Probleme hat. Klingt hart aber...
Zitat von rote_socke_83 am Juli 23, 2026, 10:56 UhrZitat von fk_1988Vielleicht hätte der Arzt ihm gar nicht sagen sollen dass er Blutdruck-Probleme hat
Nee, da widerspreche ich dir hart. Das ist eine gefährliche Richtung. Der Arzt hat eine Aufklärungspflicht und die ist nicht optional. Was du beschreibst - das Erleben verändert sich durch die Information - das stimmt, das kenn ich. Aber die Alternative ist nicht Unwissenheit, die Alternative ist besser mit der Information umgehen lernen. Was mich an deinem letzten Satz aber wirklich stört: du machst den Arzt irgendwie verantwortlich dafür dass dein Kumpel jetzt in der Meß-Spirale sitzt. Das ist sein Kumpel der sich selbst da reingesteigert hat, nicht der Arzt der ihm gesagt hat dass er aufpassen soll. @fk_1988 ich sag dir was ich interessanter finde als die ganze Rote-Beete-Diskussion: du redest die ganze Zeit über deinen Kumpel. Aber du hast selbst Konzentrat gekauft, selbst probiert, selbst nix gemerkt. Und jetzt überlegst du ob du kaltgepressten Saft testest. Was ist eigentlich dein Ziel dabei? Blutdruck interessiert dich nach eigener Aussage kaum. Leistung beim Laufen - da hast du selbst gesagt du willst keine Daten sammeln. Irgendwo zwischen diesen Positionen läufst du im Kreis, nicht dein Kumpel. Das meine ich nicht böse. Ich kenn das von mir selbst, Mittwoch letzte Woche hab ich nach der Spätschicht noch nen halben Artikel über Nitratgehalt in Gemüse gelesen. Warum eigentlich.
Zitat von fk_1988Vielleicht hätte der Arzt ihm gar nicht sagen sollen dass er Blutdruck-Probleme hat
Nee, da widerspreche ich dir hart. Das ist eine gefährliche Richtung. Der Arzt hat eine Aufklärungspflicht und die ist nicht optional. Was du beschreibst - das Erleben verändert sich durch die Information - das stimmt, das kenn ich. Aber die Alternative ist nicht Unwissenheit, die Alternative ist besser mit der Information umgehen lernen. Was mich an deinem letzten Satz aber wirklich stört: du machst den Arzt irgendwie verantwortlich dafür dass dein Kumpel jetzt in der Meß-Spirale sitzt. Das ist sein Kumpel der sich selbst da reingesteigert hat, nicht der Arzt der ihm gesagt hat dass er aufpassen soll. @fk_1988 ich sag dir was ich interessanter finde als die ganze Rote-Beete-Diskussion: du redest die ganze Zeit über deinen Kumpel. Aber du hast selbst Konzentrat gekauft, selbst probiert, selbst nix gemerkt. Und jetzt überlegst du ob du kaltgepressten Saft testest. Was ist eigentlich dein Ziel dabei? Blutdruck interessiert dich nach eigener Aussage kaum. Leistung beim Laufen - da hast du selbst gesagt du willst keine Daten sammeln. Irgendwo zwischen diesen Positionen läufst du im Kreis, nicht dein Kumpel. Das meine ich nicht böse. Ich kenn das von mir selbst, Mittwoch letzte Woche hab ich nach der Spätschicht noch nen halben Artikel über Nitratgehalt in Gemüse gelesen. Warum eigentlich.
Zitat von fk_1988 am Juli 23, 2026, 12:11 UhrZitat von rote_socke_83du redest die ganze Zeit über deinen Kumpel. Aber du hast selbst Konzentrat gekauft, selbst probiert, selbst nix gemerkt
Okay fair point, das trifft. Aber ich glaub du missverstehst mein Ziel dabei. Ich bin nicht auf der Suche nach nem Wundermittel oder so. Mich interessiert einfach - und das ist eher akademisch - ob es nen messbaren Unterschied gibt zwischen teuer und billig, oder ob das Marketing ist. Das ist ne andere Frage als "will ich das selbst regelmäßig trinken". Bei der Sache mit meinem Kumpel hast du aber recht, dass ich da zu sehr seine Geschichte erzähle statt mich selbst anzuschauen. Nur - und das ist wichtig - ich hab keinen Blutdruck-Grund um überhaupt Rote Beete zu testen. Der Arzt hat mir nicht gesagt, ich soll was dagegen tun. Mein Blutdruck war beim letzten Check normal. Warum sollte ich da anfangen, täglich nen Saft zu trinken? Das ist ja genau das Problem, das ich bei meinem Kumpel sehe - er hat nen echtes Problem (erhöhte Werte), ich hab keins. Das ist nicht vergleichbar. Was mich aber gerade beschäftigt - und das ist ne echte Frage an dich - du hast gesagt manchmal ist das Ritual wichtiger als der Wirkstoff. Aber wenn jemand wie mein Kumpel nur deswegen Saft trinkt um ein Ritual zu haben, und der Arzt ihm gar nicht geraten hat, täglich zu messen... sollte ich ihm das nicht sagen? Einfach um ihm die Obsession zu ersparen. Oder ist das auch wieder Bevormundung von meiner Seite? Edit: Kleine Klarstellung - mit "täglich messen" meine ich den Blutdruck, nicht den Saftkonsum. Das war missverständlich formuliert.
Zitat von rote_socke_83du redest die ganze Zeit über deinen Kumpel. Aber du hast selbst Konzentrat gekauft, selbst probiert, selbst nix gemerkt
Okay fair point, das trifft. Aber ich glaub du missverstehst mein Ziel dabei. Ich bin nicht auf der Suche nach nem Wundermittel oder so. Mich interessiert einfach - und das ist eher akademisch - ob es nen messbaren Unterschied gibt zwischen teuer und billig, oder ob das Marketing ist. Das ist ne andere Frage als "will ich das selbst regelmäßig trinken". Bei der Sache mit meinem Kumpel hast du aber recht, dass ich da zu sehr seine Geschichte erzähle statt mich selbst anzuschauen. Nur - und das ist wichtig - ich hab keinen Blutdruck-Grund um überhaupt Rote Beete zu testen. Der Arzt hat mir nicht gesagt, ich soll was dagegen tun. Mein Blutdruck war beim letzten Check normal. Warum sollte ich da anfangen, täglich nen Saft zu trinken? Das ist ja genau das Problem, das ich bei meinem Kumpel sehe - er hat nen echtes Problem (erhöhte Werte), ich hab keins. Das ist nicht vergleichbar. Was mich aber gerade beschäftigt - und das ist ne echte Frage an dich - du hast gesagt manchmal ist das Ritual wichtiger als der Wirkstoff. Aber wenn jemand wie mein Kumpel nur deswegen Saft trinkt um ein Ritual zu haben, und der Arzt ihm gar nicht geraten hat, täglich zu messen... sollte ich ihm das nicht sagen? Einfach um ihm die Obsession zu ersparen. Oder ist das auch wieder Bevormundung von meiner Seite? Edit: Kleine Klarstellung - mit "täglich messen" meine ich den Blutdruck, nicht den Saftkonsum. Das war missverständlich formuliert.
Zitat von rote_socke_83 am Juli 23, 2026, 12:43 UhrZitat von fk_1988sollte ich ihm das nicht sagen? Einfach um ihm die Obsession zu ersparen
@fk_1988 ich würd da vorsichtig sein. Nicht weil das Bevormundung ist - das ist es vielleicht auch, aber das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist: was willst du ihm eigentlich sagen? "Dein Ritual hilft dir psychologisch aber der Wirkstoff ist egal"? Das klingt für jemanden der täglich misst und sich ernsthaft Sorgen macht ziemlich herablassend, auch wenn du das nicht so meinst. Ich hab das mal bei meinem Schwager versucht, der sich in Vitamintabletten reingesteigert hat. Hab ihm erklärt warum das alles rausgemessenes Geld ist. Ergebnis: der hat danach dreimal so viele gekauft weil er sich nicht ernst genommen gefühlt hat. Seitdem halt ich da die Klappe. Was aber deine eigentliche Frage angeht - ob teuer vs. billig Marketing ist: ich glaub da wirst du keine befriedigende Antwort kriegen. Weil die Hersteller da keine neutralen Daten rausrücken und ich kenn keine unabhängige Quelle die das wirklich sauber verglichen hat. Meine Hausärztin hat das abgetan als ich danach gefragt hab einfach "interessiert mich nicht, essen Sie mehr Gemüse". Punkt. Das ehrlichste was ich dir sagen kann: kauf ne Flasche kaltgepressten aus dem Kühlregal, trink den vier Wochen vor dem Laufen, schau ob der Garmin was anderes zeigt. Mehr wissenschaft wirst du da privat nicht hinkriegen.
Zitat von fk_1988sollte ich ihm das nicht sagen? Einfach um ihm die Obsession zu ersparen
@fk_1988 ich würd da vorsichtig sein. Nicht weil das Bevormundung ist - das ist es vielleicht auch, aber das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist: was willst du ihm eigentlich sagen? "Dein Ritual hilft dir psychologisch aber der Wirkstoff ist egal"? Das klingt für jemanden der täglich misst und sich ernsthaft Sorgen macht ziemlich herablassend, auch wenn du das nicht so meinst. Ich hab das mal bei meinem Schwager versucht, der sich in Vitamintabletten reingesteigert hat. Hab ihm erklärt warum das alles rausgemessenes Geld ist. Ergebnis: der hat danach dreimal so viele gekauft weil er sich nicht ernst genommen gefühlt hat. Seitdem halt ich da die Klappe. Was aber deine eigentliche Frage angeht - ob teuer vs. billig Marketing ist: ich glaub da wirst du keine befriedigende Antwort kriegen. Weil die Hersteller da keine neutralen Daten rausrücken und ich kenn keine unabhängige Quelle die das wirklich sauber verglichen hat. Meine Hausärztin hat das abgetan als ich danach gefragt hab einfach "interessiert mich nicht, essen Sie mehr Gemüse". Punkt. Das ehrlichste was ich dir sagen kann: kauf ne Flasche kaltgepressten aus dem Kühlregal, trink den vier Wochen vor dem Laufen, schau ob der Garmin was anderes zeigt. Mehr wissenschaft wirst du da privat nicht hinkriegen.
Zitat von fk_1988 am Juli 23, 2026, 13:12 UhrZitat von rote_socke_83kauf ne Flasche kaltgepressten aus dem Kühlregal trink den vier Wochen vor dem Laufen, schau ob der Garmin was anderes zeigt
Okay das mach ich. Das ist praktisch genug dass ich das hinkrieg ohne mich dabei selbst zu nerven. Vier Wochen, gleiche Strecke, Garmin-Daten anschauen - passt. Was mich aber jetzt bei deinem Schwager-Beispiel beschäftigt: du hast ihm gesagt dass die Tabletten rausgemessenes Geld sind und dann hat er noch mehr gekauft. Das ist ja fast das Gegenteil von dem was du mir bei meinem Kumpel rätst. Bei dem sollst ich die Klappe halten damit er nicht noch tiefer reinfällt, bei deinem Schwager hast du es versucht und es ist schiefgelaufen. Aber mein Kumpel ist ja nicht süchtig nach Rote-Beete-Saft, der könnte morgen aufhören. Der ist süchtig nach dem Messen. Das ist was anderes. Und wenn ich ihm sage "schau, die Schwankungen sind normal, du brauchst das nicht täglich zu machen" - ist das nicht eine andere Liga als "deine Vitamine sind unnötig"? Ich glaub mein echtes Problem ist dass ich nicht weiß ob ich damit helfen würde oder ihn nur nerven würde. Und ehrlich, vielleicht ist das auch gar nicht mein Job. Er ist erwachsen. Zum kaltgepressten Saft - wo kaufst du den? Edeka-Bioladen oder eher solche speziellen Saftläden? Ich kenn mich da null aus, die Kühlregale im Supermarkt hier sind eher klein.
Zitat von rote_socke_83kauf ne Flasche kaltgepressten aus dem Kühlregal trink den vier Wochen vor dem Laufen, schau ob der Garmin was anderes zeigt
Okay das mach ich. Das ist praktisch genug dass ich das hinkrieg ohne mich dabei selbst zu nerven. Vier Wochen, gleiche Strecke, Garmin-Daten anschauen - passt. Was mich aber jetzt bei deinem Schwager-Beispiel beschäftigt: du hast ihm gesagt dass die Tabletten rausgemessenes Geld sind und dann hat er noch mehr gekauft. Das ist ja fast das Gegenteil von dem was du mir bei meinem Kumpel rätst. Bei dem sollst ich die Klappe halten damit er nicht noch tiefer reinfällt, bei deinem Schwager hast du es versucht und es ist schiefgelaufen. Aber mein Kumpel ist ja nicht süchtig nach Rote-Beete-Saft, der könnte morgen aufhören. Der ist süchtig nach dem Messen. Das ist was anderes. Und wenn ich ihm sage "schau, die Schwankungen sind normal, du brauchst das nicht täglich zu machen" - ist das nicht eine andere Liga als "deine Vitamine sind unnötig"? Ich glaub mein echtes Problem ist dass ich nicht weiß ob ich damit helfen würde oder ihn nur nerven würde. Und ehrlich, vielleicht ist das auch gar nicht mein Job. Er ist erwachsen. Zum kaltgepressten Saft - wo kaufst du den? Edeka-Bioladen oder eher solche speziellen Saftläden? Ich kenn mich da null aus, die Kühlregale im Supermarkt hier sind eher klein.
Zitat von rote_socke_83 am Juli 23, 2026, 13:46 UhrZitat von fk_1988wo kaufst du den? Edeka-Bioladen oder eher solche speziellen Saftläden?
@fk_1988 ich hab den meistens im Rewe-Kühlregal gefunden, so ne kleine Flasche, 250ml oder so, steht dann "kaltgepresst" drauf und kostet irgendwas um die 2,50. Manche Bioläden haben das auch aber die sind bei mir im Pott nicht immer gut sortiert. Einfach mal bei den gekühlten Säften schauen, nicht das Regal mit den Haltbarkeits-Tetra-Packs. Aber zum anderen Punkt - du fragst ob es ein Unterschied ist, deinem Kumpel die Messspirale zu erklären versus meinem Schwager die Vitamine. Ja ich glaub schon dass das ne andere Nummer ist. Messen macht eine Person unruhiger als Saft trinken. Das ist meine Einschätzung, kein Beweis. Aber wenn dein Kumpel nach einem langen Tag immer als erstes die Manschette anlegt statt sich hinzusetzen, dann hat das schon eine andere Qualität. Was ich aber nicht sagen würde: "deine Schwankungen sind normal." Das klingt nach Google-Diagnose und da hört keiner drauf, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Wenn dann eher so: frag ihn ob er die Werte beim nächsten Termin mitnimmt. Das ist kein Ratschlag, das ist ne Frage. Und dann ist es sein Arzt der das einordnet, nicht du.
Zitat von fk_1988wo kaufst du den? Edeka-Bioladen oder eher solche speziellen Saftläden?
@fk_1988 ich hab den meistens im Rewe-Kühlregal gefunden, so ne kleine Flasche, 250ml oder so, steht dann "kaltgepresst" drauf und kostet irgendwas um die 2,50. Manche Bioläden haben das auch aber die sind bei mir im Pott nicht immer gut sortiert. Einfach mal bei den gekühlten Säften schauen, nicht das Regal mit den Haltbarkeits-Tetra-Packs. Aber zum anderen Punkt - du fragst ob es ein Unterschied ist, deinem Kumpel die Messspirale zu erklären versus meinem Schwager die Vitamine. Ja ich glaub schon dass das ne andere Nummer ist. Messen macht eine Person unruhiger als Saft trinken. Das ist meine Einschätzung, kein Beweis. Aber wenn dein Kumpel nach einem langen Tag immer als erstes die Manschette anlegt statt sich hinzusetzen, dann hat das schon eine andere Qualität. Was ich aber nicht sagen würde: "deine Schwankungen sind normal." Das klingt nach Google-Diagnose und da hört keiner drauf, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Wenn dann eher so: frag ihn ob er die Werte beim nächsten Termin mitnimmt. Das ist kein Ratschlag, das ist ne Frage. Und dann ist es sein Arzt der das einordnet, nicht du.
Zitat von markus_hh88 am Juli 23, 2026, 15:22 UhrZitat von rote_socke_83frag ihn ob er die Werte beim nächsten Termin mitnimmt
Das ist der pragmatischste Vorschlag den ich hier heute gelesen hab. Kein Ratschlag, keine Diagnose, einfach eine Frage die den Ball zum Arzt zurückspielt. Das würde ich @fk_1988 auch so empfehlen. Was mich an dem ganzen Thread aber beschäftigt - und das ist ein Punkt der bisher nicht aufgetaucht ist: ihr redet die ganze Zeit über Blutdruckschwankungen als wären die grundsätzlich ein Problem. Sind sie nicht. Blutdruck ist ein dynamischer Wert, der reagiert auf Tageszeit, Körperlage, Atemfrequenz, Stresslevel in den letzten 20 Minuten. Aus der Praxis kenne ich das gut: ich hab Patienten die kommen morgens rein, messe kurz, und der Wert ist schon erhöht weil sie sich beim Einparken geärgert haben. Das ist keine Hypertonie, das ist Physiologie. Das Problem mit täglichem Messen ist nicht die Häufigkeit an sich. Es ist dass die meisten Leute nicht wissen wann sie messen sollen - immer zur gleichen Zeit, nach 5 Minuten Sitzen, kein Kaffee vorher, gleicher Arm. Wenn das nicht stimmt, sind die Daten sowieso nicht vergleichbar, egal ob Rote Beete dabei ist oder nicht. Ich tippe darauf dass der Kumpel das alles nicht systematisch macht und deshalb auch zufällige Ausschläge nach oben und unten hat, die er dann selbst interpretiert. Und dann kommt der Saft ins Spiel als vermeintliche Erklärung für die guten Tage.
Zitat von rote_socke_83frag ihn ob er die Werte beim nächsten Termin mitnimmt
Das ist der pragmatischste Vorschlag den ich hier heute gelesen hab. Kein Ratschlag, keine Diagnose, einfach eine Frage die den Ball zum Arzt zurückspielt. Das würde ich @fk_1988 auch so empfehlen. Was mich an dem ganzen Thread aber beschäftigt - und das ist ein Punkt der bisher nicht aufgetaucht ist: ihr redet die ganze Zeit über Blutdruckschwankungen als wären die grundsätzlich ein Problem. Sind sie nicht. Blutdruck ist ein dynamischer Wert, der reagiert auf Tageszeit, Körperlage, Atemfrequenz, Stresslevel in den letzten 20 Minuten. Aus der Praxis kenne ich das gut: ich hab Patienten die kommen morgens rein, messe kurz, und der Wert ist schon erhöht weil sie sich beim Einparken geärgert haben. Das ist keine Hypertonie, das ist Physiologie. Das Problem mit täglichem Messen ist nicht die Häufigkeit an sich. Es ist dass die meisten Leute nicht wissen wann sie messen sollen - immer zur gleichen Zeit, nach 5 Minuten Sitzen, kein Kaffee vorher, gleicher Arm. Wenn das nicht stimmt, sind die Daten sowieso nicht vergleichbar, egal ob Rote Beete dabei ist oder nicht. Ich tippe darauf dass der Kumpel das alles nicht systematisch macht und deshalb auch zufällige Ausschläge nach oben und unten hat, die er dann selbst interpretiert. Und dann kommt der Saft ins Spiel als vermeintliche Erklärung für die guten Tage.
Zitat von fk_1988 am Juli 23, 2026, 15:47 Uhr@markus_hh88 okay das ist ne wichtige Ergänzung die ich so gar nicht auf dem Schirm hatte. Du hast recht - mein Kumpel misst wahrscheinlich völlig unsystematisch. Der sitzt auf der Couch, guckt TV, misst kurz und denkt sich seinen Reim drauf. Das erklär tatsächlich einiges. Aber - und das ist meine nächste Frage an dich - wenn die Messmethode selbst so fehlerhaft ist, warum sollte er die Werte dann überhaupt zum Arzt mitnehmen? Ich mein @rote_socke_83 hat gesagt das würde den Ball zurückspelen, aber wenn die Daten sowieso Müll sind, dann bringt das dem Arzt nix, oder. Der wird das sofort sehen dass da was nicht stimmt und dann sitzt mein Kumpel da mit ner Exceltabelle voller Datenmüll. Das könnte auch dazu führen dass der sich noch dümmer fühlt. Was mich aber auch beschäftigt - du schreibst "immer zur gleichen Zeit, nach 5 Minuten Sitzen, gleicher Arm". Das ist ja ne ziemlich genaue Anleitung. Die Frage ist: hat sein Arzt ihm das überhaupt gesagt oder hat er das selbst rausfinden müssen? Weil wenn der Arzt das nicht erwähnt hat und mein Kumpel einfach wild drauf los misst, dann ist das ja fast schon fahrlässig von der ärztlichen Seite, ihm ein Gerät zu empfehlen ohne zu sagen wie mans richtig macht. Oder geb ich dem Arzt da zu viel Schuld für etwas das mein Kumpel selbst hätte fragen können.
@markus_hh88 okay das ist ne wichtige Ergänzung die ich so gar nicht auf dem Schirm hatte. Du hast recht - mein Kumpel misst wahrscheinlich völlig unsystematisch. Der sitzt auf der Couch, guckt TV, misst kurz und denkt sich seinen Reim drauf. Das erklär tatsächlich einiges. Aber - und das ist meine nächste Frage an dich - wenn die Messmethode selbst so fehlerhaft ist, warum sollte er die Werte dann überhaupt zum Arzt mitnehmen? Ich mein @rote_socke_83 hat gesagt das würde den Ball zurückspelen, aber wenn die Daten sowieso Müll sind, dann bringt das dem Arzt nix, oder. Der wird das sofort sehen dass da was nicht stimmt und dann sitzt mein Kumpel da mit ner Exceltabelle voller Datenmüll. Das könnte auch dazu führen dass der sich noch dümmer fühlt. Was mich aber auch beschäftigt - du schreibst "immer zur gleichen Zeit, nach 5 Minuten Sitzen, gleicher Arm". Das ist ja ne ziemlich genaue Anleitung. Die Frage ist: hat sein Arzt ihm das überhaupt gesagt oder hat er das selbst rausfinden müssen? Weil wenn der Arzt das nicht erwähnt hat und mein Kumpel einfach wild drauf los misst, dann ist das ja fast schon fahrlässig von der ärztlichen Seite, ihm ein Gerät zu empfehlen ohne zu sagen wie mans richtig macht. Oder geb ich dem Arzt da zu viel Schuld für etwas das mein Kumpel selbst hätte fragen können.