Rote Beete Saft statt Kapseln – macht das überhaupt einen Unterschied?
Zitat von markus_b82 am Juni 19, 2026, 08:13 Uhr@markus_hh88
Zitat von markus_hh88Produkt und Rahmenbedingungen sind nicht unabhängig voneinander
Das ist eigentlich der Punkt der mich gerade am meisten beschäftigt. Du hast da was aufgemacht das ich so noch nicht formuliert hätte: wenn man keine Baseline kennt, kann man auch nicht rückwärts rechnen was die Rahmenbedingungen überhaupt bewirkt haben. Das ist wie Debugging ohne Logs. Was mich bei deinem Beitrag aber stört - nicht inhaltlich, sondern methodisch: du sagst "beruflich erlebt", aber das bleibt vage. Ich frag jetzt nicht nach deinen Patientendaten, aber bist du in einem medizinischen Kontext tätig? Das würde einiges einordnen, weil du hier mit einer Sicherheit formulierst die über Forenposter-Niveau liegt. Zum Chlorhexidin-Punkt: das steht tatsächlich auf vielen Mundwässern drauf, ich hab grad kurz mein Badezimmerschränkchen im Kopf durchgegangen - meins von dm hat Cetylpyridinium drin. Also genau das was du beschreibst. Ist mir nie aufgefallen. Was ich mich frage: gibt es eigentlich Hinweise darauf wie lange die Mundflora nach einmaligem Weglassen braucht um sich zu erholen? Also - wenn ich drei Wochen lang jeden Morgen antibakterielles Mundwasser genommen hab und heute damit aufhöre, ist das relevant für den Trainingseffekt morgen früh, oder dauert das länger? Das wäre für mich praktisch wichtig, weil ich nicht weiß ob "heute weglassen" überhaupt reicht.
Zitat von markus_hh88Produkt und Rahmenbedingungen sind nicht unabhängig voneinander
Das ist eigentlich der Punkt der mich gerade am meisten beschäftigt. Du hast da was aufgemacht das ich so noch nicht formuliert hätte: wenn man keine Baseline kennt, kann man auch nicht rückwärts rechnen was die Rahmenbedingungen überhaupt bewirkt haben. Das ist wie Debugging ohne Logs. Was mich bei deinem Beitrag aber stört - nicht inhaltlich, sondern methodisch: du sagst "beruflich erlebt", aber das bleibt vage. Ich frag jetzt nicht nach deinen Patientendaten, aber bist du in einem medizinischen Kontext tätig? Das würde einiges einordnen, weil du hier mit einer Sicherheit formulierst die über Forenposter-Niveau liegt. Zum Chlorhexidin-Punkt: das steht tatsächlich auf vielen Mundwässern drauf, ich hab grad kurz mein Badezimmerschränkchen im Kopf durchgegangen - meins von dm hat Cetylpyridinium drin. Also genau das was du beschreibst. Ist mir nie aufgefallen. Was ich mich frage: gibt es eigentlich Hinweise darauf wie lange die Mundflora nach einmaligem Weglassen braucht um sich zu erholen? Also - wenn ich drei Wochen lang jeden Morgen antibakterielles Mundwasser genommen hab und heute damit aufhöre, ist das relevant für den Trainingseffekt morgen früh, oder dauert das länger? Das wäre für mich praktisch wichtig, weil ich nicht weiß ob "heute weglassen" überhaupt reicht.
Zitat von markus_hh88 am Juni 19, 2026, 08:18 UhrZitat von markus_b82wie lange die Mundflora nach einmaligem Weglassen braucht um sich zu erholen
Gute Frage, und ich muss ehrlich sagen: da bin ich nicht sicher genug um eine Zahl rauszuwerfen. Was ich aus dem Kontext oraler Mikrobiologie kenne - nicht speziell zu diesem Nitrat-Thema - ist, dass sich die Zusammensetzung der Mundflora nach Antibiotika-Einnahme über Wochen verändern kann. Ob das auf topische Anwendung wie Mundwasser eins zu eins übertragbar ist, weiß ich nicht. Das wäre tatsächlich mal eine Literatursuche wert, hab das selbst noch nicht gezielt gesucht. Was ich dir zur Praxis sagen kann: wenn du drei Wochen lang täglich Cetylpyridinium hattest, würde ich nicht darauf wetten dass "heute Abend weglassen" für morgen früh reicht. Realistisch betrachtet wäre mein Ansatz - einfach eine Woche ohne, dann Training, und schauen ob du subjektiv was merkst. Das ist kein sauberer Test, aber mehr hast du als Hobbysportler eh nicht. Zur Frage ob ich medizinisch tätig bin - ja, Physiotherapeut, Schwerpunkt Sport. Deshalb kenn ich solche Routinen-Fallen aus dem Alltag. Nicht aus Studien, sondern weil man mit Leuten durch ihren Trainingsmorgen durchgeht und plötzlich vier Faktoren findet die keiner auf dem Schirm hatte. @markus_b82 dein Debugging-Vergleich ist übrigens ziemlich treffend, auch wenn er mich kurz hat schmunzeln lassen.
Zitat von markus_b82wie lange die Mundflora nach einmaligem Weglassen braucht um sich zu erholen
Gute Frage, und ich muss ehrlich sagen: da bin ich nicht sicher genug um eine Zahl rauszuwerfen. Was ich aus dem Kontext oraler Mikrobiologie kenne - nicht speziell zu diesem Nitrat-Thema - ist, dass sich die Zusammensetzung der Mundflora nach Antibiotika-Einnahme über Wochen verändern kann. Ob das auf topische Anwendung wie Mundwasser eins zu eins übertragbar ist, weiß ich nicht. Das wäre tatsächlich mal eine Literatursuche wert, hab das selbst noch nicht gezielt gesucht. Was ich dir zur Praxis sagen kann: wenn du drei Wochen lang täglich Cetylpyridinium hattest, würde ich nicht darauf wetten dass "heute Abend weglassen" für morgen früh reicht. Realistisch betrachtet wäre mein Ansatz - einfach eine Woche ohne, dann Training, und schauen ob du subjektiv was merkst. Das ist kein sauberer Test, aber mehr hast du als Hobbysportler eh nicht. Zur Frage ob ich medizinisch tätig bin - ja, Physiotherapeut, Schwerpunkt Sport. Deshalb kenn ich solche Routinen-Fallen aus dem Alltag. Nicht aus Studien, sondern weil man mit Leuten durch ihren Trainingsmorgen durchgeht und plötzlich vier Faktoren findet die keiner auf dem Schirm hatte. @markus_b82 dein Debugging-Vergleich ist übrigens ziemlich treffend, auch wenn er mich kurz hat schmunzeln lassen.
Zitat von markus_b82 am Juni 19, 2026, 08:23 Uhr@markus_hh88 ok, Physiotherapeut - das ordnet einiges ein, danke für die Offenheit. Und der Hinweis zur oralen Mikrobiologie ist eigentlich der interessantere Faden als alles was wir vorher über Kapseln vs. Saft hatten.
Zitat von markus_hh88eine Woche ohne, dann Training, und schauen ob du subjektiv was merkst
Das ist pragmatisch, aber ich frag mich ob man da nicht zumindest einen halbwegs kontrollierten Ansatz bauen kann. Also: gleiche Strecke, gleiche Tageszeit, gleicher Schlafstand soweit möglich - und dann wenigstens Herzfrequenz und gefühlte Anstrengung notieren. Kein Labor, aber besser als reines Bauchgefühl. Ich mach das bei neuen Variablen im Training eigentlich immer so, sonst verliert man sich im Interpretieren. Was mich aber bei deiner Antwort zur Mundflora-Regeneration beschäftigt: du sagst explizit, du bist dir nicht sicher. Das finde ich ehrlich gesagt erfrischend in dieser Diskussion. Ich werd da mal selbst in Richtung Literatur schauen - irgendwo zwischen Cochrane und PubMed muss da was sein, speziell zur Nitrat-Reduktase-Aktivität nach topischer Antiseptika-Exposition. Falls ich was finde meld ich mich. Was mich gerade noch kurz beschäftigt: du hast Sportler erwähnt die vier Faktoren auf einmal hatten. War da auch mal jemand dabei wo der einzige Faktor das Mundwasser war, also ohne alles andere? Oder ist das immer ein Bündel?
@markus_hh88 ok, Physiotherapeut - das ordnet einiges ein, danke für die Offenheit. Und der Hinweis zur oralen Mikrobiologie ist eigentlich der interessantere Faden als alles was wir vorher über Kapseln vs. Saft hatten.
Zitat von markus_hh88eine Woche ohne, dann Training, und schauen ob du subjektiv was merkst
Das ist pragmatisch, aber ich frag mich ob man da nicht zumindest einen halbwegs kontrollierten Ansatz bauen kann. Also: gleiche Strecke, gleiche Tageszeit, gleicher Schlafstand soweit möglich - und dann wenigstens Herzfrequenz und gefühlte Anstrengung notieren. Kein Labor, aber besser als reines Bauchgefühl. Ich mach das bei neuen Variablen im Training eigentlich immer so, sonst verliert man sich im Interpretieren. Was mich aber bei deiner Antwort zur Mundflora-Regeneration beschäftigt: du sagst explizit, du bist dir nicht sicher. Das finde ich ehrlich gesagt erfrischend in dieser Diskussion. Ich werd da mal selbst in Richtung Literatur schauen - irgendwo zwischen Cochrane und PubMed muss da was sein, speziell zur Nitrat-Reduktase-Aktivität nach topischer Antiseptika-Exposition. Falls ich was finde meld ich mich. Was mich gerade noch kurz beschäftigt: du hast Sportler erwähnt die vier Faktoren auf einmal hatten. War da auch mal jemand dabei wo der einzige Faktor das Mundwasser war, also ohne alles andere? Oder ist das immer ein Bündel?
Zitat von markus_hh88 am Juni 19, 2026, 08:34 UhrZitat von markus_b82war da auch mal jemand dabei wo der einzige Faktor das Mundwasser war
Ehrlich gesagt - nein, nicht als Einzelfaktor. Was ich beruflich sehe ist meistens ein Bündel, und das macht es ja so schwer zu isolieren. Jemand schläft schlecht, isst vor dem Training irgendwas Ungünstiges, nimmt Ibuprofen wegen Knieschmerzen und putzt mit Listerine. Dann fragt der mich warum der Rote-Beete-Shot nichts bringt. Rein das Mundwasser als Einzelvariable - das wäre eigentlich ein interessantes Studiendesign, und ich bin mir nicht sicher ob das so isoliert schon gemacht wurde. Zumindest hab ich das nicht auf dem Schirm. Falls du bei PubMed was findest, wäre ich da tatsächlich neugierig. Dein Ansatz mit gleicher Strecke, gleicher Tageszeit und HF-Notizen ist vernünftig. Ich würde da noch RPE dazunehmen, also das subjektive Belastungsempfinden auf der Borg-Skala - das ist nicht perfekt, aber zumindest ein zweiter Datenpunkt neben der nackten Herzfrequenz. HF allein ist manchmal zu rauschig um kleine Effekte rauszulesen, gerade wenn Schlaf oder Stress schwanken. Was mich bei dem ganzen Thread jetzt rückblickend beschäftigt: wir haben angefangen mit "Kapseln oder Saft" und sind bei oraler Mikrobiologie gelandet. Das ist kein Umweg, das ist eigentlich genau der richtige Weg. Wer das Produkt optimiert ohne die Rahmenbedingungen zu kennen, debuggt wirklich ohne Logs.
Zitat von markus_b82war da auch mal jemand dabei wo der einzige Faktor das Mundwasser war
Ehrlich gesagt - nein, nicht als Einzelfaktor. Was ich beruflich sehe ist meistens ein Bündel, und das macht es ja so schwer zu isolieren. Jemand schläft schlecht, isst vor dem Training irgendwas Ungünstiges, nimmt Ibuprofen wegen Knieschmerzen und putzt mit Listerine. Dann fragt der mich warum der Rote-Beete-Shot nichts bringt. Rein das Mundwasser als Einzelvariable - das wäre eigentlich ein interessantes Studiendesign, und ich bin mir nicht sicher ob das so isoliert schon gemacht wurde. Zumindest hab ich das nicht auf dem Schirm. Falls du bei PubMed was findest, wäre ich da tatsächlich neugierig. Dein Ansatz mit gleicher Strecke, gleicher Tageszeit und HF-Notizen ist vernünftig. Ich würde da noch RPE dazunehmen, also das subjektive Belastungsempfinden auf der Borg-Skala - das ist nicht perfekt, aber zumindest ein zweiter Datenpunkt neben der nackten Herzfrequenz. HF allein ist manchmal zu rauschig um kleine Effekte rauszulesen, gerade wenn Schlaf oder Stress schwanken. Was mich bei dem ganzen Thread jetzt rückblickend beschäftigt: wir haben angefangen mit "Kapseln oder Saft" und sind bei oraler Mikrobiologie gelandet. Das ist kein Umweg, das ist eigentlich genau der richtige Weg. Wer das Produkt optimiert ohne die Rahmenbedingungen zu kennen, debuggt wirklich ohne Logs.
Zitat von rote_socke_83 am Juni 19, 2026, 16:26 UhrZitat von rennradhorstgenetisch unterschiedlich stark auf Nitrat ansprechen
Das geistert mir immer noch im Kopf rum, jetzt noch mehr als gestern. Weil wenn ich das mit dem kombiniere was @markus_hh88 zur Mundflora gesagt hat, wird das Bild noch unschärfer. Ich mein: ich weiß nicht wie gut ich genetisch auf Nitrat ansprechee, ich weiß nicht in welchem Zustand meine Mundflora nach Jahren Listerine ist, und ich weiß nicht wie viel Nitrat eigentlich in dem drin ist was ich schlucke. Das sind drei Unbekannte gleichzeitig. Da kann man nicht rückschließen auf gar nichts. @markus_hh88 du hast beruflich Leute mit Bündeln von Faktoren - ich glaub ich bin so ein Bündel-Fall. Mir fällt grad ein, dass ich bei intensiven Einheiten manchmal auch Ibuprofen nehme wenn die Knie zwicken. Das hab ich komplett ausgeblendet in dieser ganzen Diskussion. Ob das auch reinspielt in die Nitrat-Geschichte, keine Ahnung. Ich fang an das Gefühl zu kriegen dass ich eigentlich erstmal meine komplette Vor-Training-Routine aufschreiben müsste bevor diese Diskussion für mich irgendwas Praktisches liefert. @markus_b82 dein Ansatz mit dem Protokollieren - gleiche Strecke, RPE, HF - klingt nach Aufwand den ich ehrlich gesagt gerade nicht stemme neben Schicht und Familie. Aber die Grundidee, mindestens eine Variable isolieren, das leuchtet mir ein. Die Frage ist welche ich als erstes rausnehme.
Zitat von rennradhorstgenetisch unterschiedlich stark auf Nitrat ansprechen
Das geistert mir immer noch im Kopf rum, jetzt noch mehr als gestern. Weil wenn ich das mit dem kombiniere was @markus_hh88 zur Mundflora gesagt hat, wird das Bild noch unschärfer. Ich mein: ich weiß nicht wie gut ich genetisch auf Nitrat ansprechee, ich weiß nicht in welchem Zustand meine Mundflora nach Jahren Listerine ist, und ich weiß nicht wie viel Nitrat eigentlich in dem drin ist was ich schlucke. Das sind drei Unbekannte gleichzeitig. Da kann man nicht rückschließen auf gar nichts. @markus_hh88 du hast beruflich Leute mit Bündeln von Faktoren - ich glaub ich bin so ein Bündel-Fall. Mir fällt grad ein, dass ich bei intensiven Einheiten manchmal auch Ibuprofen nehme wenn die Knie zwicken. Das hab ich komplett ausgeblendet in dieser ganzen Diskussion. Ob das auch reinspielt in die Nitrat-Geschichte, keine Ahnung. Ich fang an das Gefühl zu kriegen dass ich eigentlich erstmal meine komplette Vor-Training-Routine aufschreiben müsste bevor diese Diskussion für mich irgendwas Praktisches liefert. @markus_b82 dein Ansatz mit dem Protokollieren - gleiche Strecke, RPE, HF - klingt nach Aufwand den ich ehrlich gesagt gerade nicht stemme neben Schicht und Familie. Aber die Grundidee, mindestens eine Variable isolieren, das leuchtet mir ein. Die Frage ist welche ich als erstes rausnehme.