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Rote Beete roh vs. gekocht – schmeckt das wirklich so anders?

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ich bin grad ein bisschen verwirrt, ehrlich gesagt. Hab letzte Woche am Naschmarkt frische Rote Beete mitgenommen (das erste Mal nicht vakuumverpackt seit Jahren) und die dann einfach roh in einen Salat gehobelt. Dachte mir, schauen wir mal was passiert. Und irgendwie... war das komplett anders als ich erwartet hab? Der erdige Geschmack war da, aber viel milder, fast süßlich. Die Textur hat mich überrascht, fast wie rohe Karotte. Ich hatte die Rote Beete vorher immer nur gekocht oder aus dem Vakuumbeutel, und das kenne ich halt als dieses weiche, intensive, manchmal fast muffige Ding auf dem Teller. Jetzt frag ich mich ob ich bisher einfach die falschen Zubereitungsarten probiert hab oder ob das wirklich so einen Unterschied macht. Ich lauf seit drei Jahren Halbmarathon und hab angefangen, mehr auf sowas zu achten was ich ess - da ist mir Rote Beete natürlich auch wegen der ganzen Nitrat-Geschichte untergekommen. Aber wenn ich ehrlich bin interessiert mich gerade mehr der Geschmack als der Sportnutzen. Hat wer Erfahrung damit, was mit dem Aroma passiert wenn man die Beete röstet statt kocht? In einem Rezept hab ich das gelesen, klang gut, ich hab aber Angst dass mein Backofen alles lila färbt 😅

Ach ja und das mit dem Schälen - ich hab mir die Finger und das halbe Schneidbrett eingefärbt, Handschuhe hab ich natürlich erst danach gefunden. Irgendwelche Tipps wie man das halbwegs zivilisiert hinkriegt ohne dass die Küche ausschaut wie ein Tatortbefund?

@leni_k alter das ist krass dass du das so anders wahrgenommen hast! Ich muss ehrlich sagen, roh hatte ich noch nie probiert, immer nur gekocht oder aus der Packung. Aber wenn die Süße durchkommt macht das total Sinn - beim Kochen geht wahrscheinlich einfach viel von den guten Stoffen flöten, ne. Das mit dem Rösten würde ich auf jeden Fall machen bruder vertrau mir. Ich hab das bei nem Kumpel gesehen der viel kocht, der schneidet die in dicke Scheiben, ein bisschen Öl drauf und dann in den Ofen so 20-30 Minuten. Der Backofen färbt sich glaub gar nicht so wild wie befürchtet, die Flecken gehen auch weg wenn man mal durchlüftet. Und der Geschmack soll noch intensiver werden, fast karamellisiert. Das echte Problem ist halt wirklich das Schälen 😅 Ich hab nach nem harten Tag im Lager null Lust auf pinke Hände. Aber jetzt wo ich weiß dass frische Beeten so anders schmecken, werd ich mir wahrscheinlich doch mal Handschuhe kaufen und das durchziehen. Vakuumverpackt war mir eh zu langweilig, das ist wie Plastik-Geschmack irgendwie. Hast du schon überlegt die geriebene Variante zu machen? Also wie Rohkostsalat, hab ich bei Instagram oder so gesehen dass Profis das essen

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Zitat von derbastifast karamellisiert
okay das klingt jetzt wirklich gut, da krieg ich Appetit. @derbasti den Rohkostsalat hab ich tatsächlich schon spontan gemacht, war das mit dem Hobeln in meinem ersten Post. Aber gerieben ist nochmal was anderes, oder? Ich stell mir das feiner vor, fast wie ein Möhrensalat von der Konsistenz. Was mich aber bei deiner Röst-Beschreibung interessiert: dein Kumpel schält die vor dem Rösten oder danach? Ich hab irgendwo gelesen dass man sie mit Schale röstet und die dann quasi abziehen kann wenn sie weich sind. Das würde das ganze Schälchaos vorher umgehen und ich wäre dabei 😄

Und 20-30 Minuten klingt kurz, muss ich sagen. Ich hab ein altes Backrohr das ewig braucht um auf Temperatur zu kommen, bei mir wärs wahrscheinlich eher 45. Edit: Moment, ich hab gerade nochmal überlegt. Beim Rösten mit Schale würde ich wahrscheinlich vorher nochmal kurz abspülen, damit nicht so viel Erde dran ist. Nur falls das jemand anders auch probiert!

@leni_k ah ja stimmt, mit der Schale macht total Sinn! Mein Kumpel macht das tatsächlich so, schält die nicht vorher sondern wirft die ganzen Dinger rein. Die Schale platzt dann irgendwann auf und man kann die einfach abziehen - hat er mir mal gezeigt. Spart dir echt die Sauerei vorher. Aber hier muss ich ehrlich sagen, 45 Minuten ist heftig. Bei dir im Ofen vielleicht ja aber normal sollte das schon bei 200 Grad oder so in 25-35 Minuten durch sein, je nachdem wie groß die sind. Wenn dein Backrohr lange braucht um warm zu werden, würde ich einfach früher anschalten und dann mit Alufolie abdecken falls die Ränder zu dunkel werden. Das hat mir meine Oma mal beigebracht für sowas. Das mit dem Geriebenen - ja krass anders als gehobelt! Wenn ich es gerieben sehe wird das viel feiner und absorbiert mehr von ner Vinaigrette oder sowas weil mehr Oberfläche. Aber ehrlich gesagt bin ich da etwas faul, die Reibe auszupacken nach nem langen Tag im Lager 😅 Der Hobel geht schneller und die Konsistenz find ich auch geil genug. Mich würde echt interessieren wie das bei dir schmeckt wenn dus röstest. Mach doch Bescheid wenn du es probierst, ich bin neugierig ob das bei dir ähnlich krass anders ist wie roh für dich war!

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@derbasti okay die Alufolie-Tipp von deiner Oma ist eigentlich gold wert das merk ich mir. Und ja, ich glaub mein Backrohr ist wirklich einfach alt und langsam, das ist kein Rote-Beete-Problem 😄

Was mich jetzt aber mehr beschäftigt als die Röstzeit: ich frag mich ob man da irgendwas dazugeben soll beim Rösten. Also nur Öl und Salz, oder lohnt sich da Kräuter oder sowas? Ich hab mal gehört dass Thymian gut passt aber ich weiß nicht ob das den eigentlichen Beete-Geschmack erschlägt den ich ja grad erst kennen lerne. Würd mich ärgen wenn ich das dann wieder nicht rausschmeck weil zu viel drum rum passiert. Und Bescheid geben mach ich auf jeden Fall wenn ichs probier - aber das wird frühestens Wochenende sein, grad ist die Woche noch voll. Was ich zwischenzeitlich noch wissen will: du hast geschrieben dein Kumpel wirft die ganzen Dinger rein - meinst du wirklich ganz ganze Beete, ungeschnitten? Weil dann würde mir die 25-35 Minuten noch weniger reichen glaube ich, die Dinger die ich am Naschmarkt geholt hab waren nicht klein.

@leni_k ey gute Frage mit den Kräutern! Also ehrlich, ich würde die ganzen Beeten auch ungeschnitten reintun ja. Die sind halt nicht so mega groß dass die nicht durchgaren, aber wenn deine wirklich riesig sind dann schneid die vielleicht halbiert - macht aber mehr Arbeit beim Schälen nachher. Zum Thymian - mein Gefühl sagt mir, probier's lieber ohne oder nur ganz minimal, wenn du den Geschmack grad erst für dich entdeckst. Thymian ist krass intensiv und könnte dir echt im Weg stehen. Vielleicht einfach danach würzen wenn du schon weißt wie das pure Ding schmeckt, ja? Was mich aber grad mehr interessiert - du fragst wegen der Temperatur und den Minuten, aber hast du schon überlegt ob du die vorher ein bisschen anritzst? Also kleine Schnitte in die Schale damit der Dampf besser raus kann und die nicht platzen wie verrückt im Ofen. Das hat mir ein Kumpel von meiner Freundin gezeigt und seitdem geht das viel sauberer ab. Die Schale reißt dann nicht überall hin sondern kontrolliert an den Stellen wo du die Schnitte gemacht hast. Wochenende ist sowieso besser, im Lager brauch ich da auch erstmal Ruhe von allem 😅 Aber dann mach mir Bescheid wie's war, bin echt neugierig

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Zitat von leni_k

erschlägt den ich ja grad erst kennen lerne

das ist eigentlich der vernünftigste Satz hier. Thymian weglassen, ja. Öl und Salz reicht völlig. Wer das Gemüse gerade erst entdeckt und dann direkt mit Kräutern drüber geht - da muss ich lachen, das macht man doch auch nicht bei anderem Gemüse. @derbasti das mit dem Anritzen hab ich noch nie gehört, klingt aber nicht verkehrt. Wobei ich das ehrlich gesagt einfach in Alufolie einwickeln würde, dann platzt da gar nichts. Meine Frau macht das so wenn sie ganze Knollen gart, schon seit Jahren. Kein Theater. Was mich hier aber ein bischen stört - ihr redet die ganze Zeit über Garzeiten und Temperaturen ohne zu sagen bei wieviel Grad eigentlich. 200 Grad hat @derbasti mal irgendwo hingeschrieben, aber Umluft oder Ober-/Unterhitze? Das macht locker 10-15 Minuten Unterschied, das weiß ich aus dem Alltag weil ich öfter mal beim Kunden Backöfen anschließe und die Leute dann fragen warum das nicht klappt. Meistens Umluft zu Ober-/Unterhitze verwechselt. Das nur mal so als Hinweis. Den Rest hier les ich eher mit weil mein Schwager mir wieder was von Rote-Beete-Extrakt geschickt hat und ich ihm erklären will dass das Gemüse selber für 80 Cent die Arbeit auch tut.

Zitat von derbasti

du fragst wegen der Temperatur und den Minuten, aber hast du schon überlegt ob du die vorher ein bisschen anritzst

- da muss ich @ms_77 recht geben, die Alufolie ist ehrlich gesagt die elegantere Lösung. In meinem Garten habe ich das mit den Roten Beeten auch schon versucht, und wenn man sie einwickelt, spart man sich hinterher die ganze Fragerei ob sie jetzt richtig gar sind oder nicht. Was mich aber bei dieser ganzen Diskussion etwas stört, ist dass ihr immer noch nicht geklärt habt warum frische Beeten überhaupt so anders schmecken als die vakuumverpackten. @leni_k deine Überraschung über den milderen Geschmack - das ist völlig normal! Die vakuumverpackten haben oft schon mehrere Tage hinter sich, und der Zucker wird dabei teilweise abgebaut. Das ist wie wenn ich meine Beeten aus dem Garten sofort verarbeite oder erst mal zwei Wochen lagere, da schmeckt man einen deutlichen Unterschied. Ich koche meine Roten Beeten immer noch am liebsten selbst, weil der Hausarzt mir das geraten hat wegen meines Blutdrucks, und ich habe da gute Erfahrungen gemacht damit. Aber wenn ich sie roh esse, dann wirklich nur wenn sie vom Markt oder direkt aus meinem Beet kommen - nicht älter als zwei Tage idealerweise. Sonst verliert sich das Süßliche nämlich wieder.

Zitat von elvira_k

der Zucker wird dabei teilweise abgebaut

okay das wusste ich ehrlich gesagt nicht. klingt plausibel. ist ähnlich wie bei Mais - frisch vom Feld süß zwei Tage später schon deutlich flacher. hab ich mal gelesen irgendwo, weiß nicht mehr wo genau. was mich bei @elvira_k aber trotzdem stört: du sagst dein Hausarzt hat dir das geraten wegen Blutdruck. ich frag mich immer wenn ich sowas lese - hat er Rote Beete als Gemüse empfohlen oder gleich mit Extrakt und Kapseln angefangen. weil das ist nämlich genau der Punkt wo mein Schwager immer abdriftet. fängt vernünftig an und endet bei irgendeinem Pulver für 35 Euro. das Gemüse selber tut doch denselben Job. und @leni_k nochmal kurz - du fragst dich ob das Rösten was verändert. ich sag mal so: das Karamellisieren was @derbasti beschreibt passiert weil Zucker unter Hitze reagiert. das ist keine Magie sondern einfach Maillard-Reaktion oder Karamellisierung je nach Temperatur. das hat mir mal ein Bekannter erklärt der Koch ist. bedeutet auch: bei zu viel Hitze wird's bitter statt süß. also lieber 180 als 220. ob das jetzt Umluft oder nicht ist hab ich ja schon gesagt.

Zitat von ms_77

das Karamellisieren was @derbasti beschreibt passiert weil Zucker unter Hitze reagiert

- ja, das macht Sinn. Aber ich muss ehrlich sagen, bei mir im Garten merke ich das auch ganz praktisch: wenn ich die Beeten zu lange lagere, bevor ich sie verarbeite, wird genau dieses Süßliche weniger. Das hat aber auch mit Lagerung zu tun, nicht nur mit der Zubereitung. Was mich bei der ganzen Diskussion aber ein bisschen nervt, ist dass wir immer noch nicht über das Wichtigste sprechen - nämlich wie man die dinger überhaupt lagert, wenn man sie nicht sofort verarbeitet. @leni_k du hast die Beeten am Naschmarkt gekauft, aber wo bewahrst du die auf bis du sie röstest? Im Kühlschrank? Dunkel? Das macht nämlich auch einen großen Unterschied aus meiner Erfahrung. Ich lagere meine aus dem Garten im kühlen Keller, und die halten sich da deutlich besser als wenn ich sie oben in der Küche auf dem Tisch liegen lasse. Das mit dem Rösten in Alufolie finde ich auch praktischer als dieses Anritzen. Bei mir funktioniert das schon seit Jahren so, und ehrlich gesagt spare ich mir damit auch die Überlegungen ob die jetzt richtig gar sind oder nicht. Die Folie macht's einfach.

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