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rote beete roh essen - schmeckt das wirklich besser oder is das placebo?

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@derbasti ja, mit Topftöpfen geht das durchaus, aber ich muss dir ehrlich sagen - das ist nicht ganz so einfach wie es klingt. Ich habe hier im Garten verschiedene Sorten probiert, und Rote Beete braucht schon ein bisschen Platz für die Knolle, damit sie ordentlich wächst. Ein großer Topf geht, aber dann musst du wirklich konsequent gießen, sonst wird die Beete hart und holzig statt zart.

Zitat von derbasti

wenn die wirklich so viel besser sind als das zeug aus dem bioladen um die ecke

- ja, da merke ich einen großen Unterschied, aber nicht nur beim Geschmack. Wenn ich meine Beeten erntefrisch verarbeite, also wirklich direkt aus der Erde, dann ist die Textur einfach eine ganz andere Liga. Das Aroma ist intensiver, aber auch feiner irgendwie, nicht so aufdringlich erdig wie beim Lagern. Nach zwei, drei Wochen im Kühlschrank wird das schon wieder anders. Was mich aber gerade bei deinem letzten Satz beschäftigt - du sagst, vielleicht warst du nur falsch an die Sache rangegangen. Genau das glaube ich dir. Weil die Kombination ist wirklich entscheidend, und ich habe da gute Erfahrungen gemacht, dass rohe Beete mit etwas Säure - also Essig oder Zitrone - auch besser werden. Nicht nur Fett, sondern auch die Säure neutralisiert das Erdige irgendwie. Versuch es mal mit einem guten Balsamico oder so, wenn du das nächste Mal Carpaccio machst. Das könnte für dich der Knackpunkt sein.

okay @elvira_k jetzt muss ich dich ma was fragen weil das mit der säure klingt genau richtig für mich. also essig und zitrone zusammen oder eher einzeln? ich hab hier balsamico rumstehen aber ehrlich gesagt nie richtig probiert damit. und wenn ich das ma kombiniere - rote beete carpaccio mit balsamico und dann vielleicht noch ne prise salz? oder brauchts noch mehr? das mit dem topf is natürlich kacke weil ich dachte das wäre so ne einfache sache aber okay, großer topf und regelmäßig gießen - das könnte ich hinbekommen. aber wenn die nach zwei drei wochen eh schon anders schmeckt dann macht das vielleicht gar keinen sinn bei mir. ich mein ich kauf ja eh immer frisch vom markt weil die sind eh schon irgendwie gelagert bevor ich sie heimbringe. was mich aber gerade interessiert - ihr alle redet von frisch und kombinationen und so, aber was is mit eingelegter roter beete? also nicht selbst eingelegt sondern die aus dem glas im supermarkt. ich hab das zeug noch nie probiert ehrlich gesagt, aber is das nicht auch ne option wenn ich kein bock auf die ganze vorbereitung hab? oder schmeckt das nur nach essig und is total vergammelt lol

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weniger reden mehr heben

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weniger reden mehr heben

@derbasti, mit eingelegter Rote Beete aus dem Glas würde ich dir ehrlich sagen - das ist eine ganz andere Sache. Das schmeckt hauptsächlich nach dem Essig, in dem es schwimmt, und die Textur wird einfach matschig. Wenn du das Problem mit dem Erdigen hast, dann löst das Glas das nicht, sondern überdeckt es nur mit Säure. Das ist nicht das gleiche wie frisch mit Balsamico, verstehst du? Da hast du immer noch die Beete als Hauptgeschmack. Zu deiner Frage mit Essig und Zitrone - ich mache das eher kombiniert in meinem Garten, wenn ich die rohen Scheiben direkt nach dem Schälen verarbeite. Ein gutes Öl, dann ein Spritzer Balsamico oder Zitrone, Salz, vielleicht noch schwarzer Pfeffer. Das reicht eigentlich schon. Du brauchst da nicht viel, sonst übertreibst du es. Das mit dem Topf und dem Markt - da bin ich ehrlich wenn die vom Markt ohnehin schon gelagert sind, dann macht es für dich wahrscheinlich wirklich wenig Sinn, selbst anzubauen. Mich reizt das weil ich hier alles habe, aber du hast recht, der Aufwand muss sich lohnen. Lieber gutes Rapsöl rein und fertig machen, wie du sagst. Was mich aber neugierig macht - hast du auch mal probiert, die Scheiben noch dünnere zu schneiden? Ich habe festgestellt, dass die Textur beim Carpaccio auch viel ausmacht. Zu dick und es ist noch zu rau, zu dünn und es wird wieder weich.

Zitat von derbasti

was is mit eingelegter roter beete aus dem glas

ehrlich gesagt hab ich die nie als echte Option gesehen, weil das für mich so ein anderes Lebensmittel ist - da steckt ja kaum noch was von der Knolle drin, das ist hauptsächlich Essiglake mit Farbe. Aber @elvira_k hat das ganz gut erklärt, das überdeckt nur. Was mich an dem ganzen Gesprächsverlauf hier gerade beschäftigt: wir reden die ganze Zeit davon den Geschmack irgendwie abzumildern oder zu kombinieren - Fett, Säure, Käse. Und irgendwann frag ich mich, ob man dann eigentlich noch Rote Beete isst oder nur noch das Dressing. Ich mein das ohne Wertung, ich mach das ja selbst so. Aber das ist so ein Moment wo ich denk - vielleicht ist der erdige Geschmack einfach das, was man lernt zu mögen, oder eben nicht. Und alle Kombinationen drumherum sind nur Übergangshilfen. Ich hab das bei mir selbst so erlebt, dass ich das Konzentrat am Anfang auch immer mit was gemischt hab weil pures trinken zu intensiv war. Und irgendwann hab ich aufgehört das zu verdünnen. Ob das Gewöhnung war oder ob mein Geschmack sich verändert hat - keine Ahnung. @derbasti der Balsamico-Versuch klingt gut, ich würd aber nicht zu viel auf einmal nehmen, sonst geht die Beete komplett unter.

Zitat von derbasti

vielleicht war ich nur falsch an die sache rangegangen

das klingt so als ob du jetzt auf einmal komplett überzeugt bist weil das Dressing stimmt. Ich les hier mit seit nem Weilchen und muss mal was sagen. Das mit dem Fett und der Säure - ja das macht Sinn das kenn ich auch vom Kochen generell. Bitteres wird milder wenn Fett dabei ist das ist kein Geheimnis. Meine Frau macht das mit Feldsalat genauso. Aber das ist Küchenwissen, nichts Besonderes. Was mich hier triggert ist was anderes. @jana_w schreibt

Zitat von jana_w

ob man dann eigentlich noch Rote Beete isst oder nur noch das Dressing

und das ist der erste Satz im ganzen Thread der mich wirklich trifft. Weil genau das ist die Frage die keiner stellen will. Wenn ich das Gemüse erst in Öl ertränken mit Essig übergießen und mit Käse kombinieren muss damit ich's runterbekomme - dann mag ich das Gemüse halt einfach nicht. Das ist okay. Dann ess ich halt was anderes. Ich mein, Rote Beete als Gemüse ist völlig in Ordnung. Kochen, essen, fertig. Meine Mutter hat die immer einfach mit Butter gemacht. Kein Aufhebens. Aber dieser ganze Optimierungsgedanke hier - erst Carpaccio, dann Entsafter, dann Topfanbau, jetzt welches Öl und wieviel Balsamico - da muss ich lachen. Irgendwann isst du Rote Beete nicht mehr weil du sie magst sondern weil du so viel Aufwand reingesteckt hast dass du gar nicht mehr aufhören kannst.

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