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Rote Beete roh essen – schmeckt das wirklich besser oder bin ich da auf nem Trip?

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@markus_hh88 okay jetzt bin ich ehrlich gesagt überfordert von deinem Post, aber nicht böse gemeint. Du redest von Geosmin und Vasodilatation und ich sitze hier und denk mir "ah okay wissenschaft" aber gleichzeitig fragst du dann ob mein Hausarzt konkrete Mengen gesagt hat. Das Problem ist - ich hab keinen Hausarzt der mir sowas empfohlen hat, das war bei @elvira_k. Und jetzt frag ich mich ob das ganze Ding mit der regelmäßigkeit überhaupt noch relevant ist für mich wenn ich die Beete eh nur kaufe weil ich gerade Lust drauf hab und nicht weil ich Blutdruck senken muss oder so. Ich glaub das ist auch das was mich die ganze Zeit verwirrt hat in diesem Thread - am Anfang ging es mir um die Frage ob ich mir den besseren Geschmack einbilde und jetzt reden wir irgendwie über Dosierung und Blutdruck und ob man das regelmäßig machen muss. Das ist wie wenn du eine Frage zum Kohlrabi stellst und am Ende spricht jemand über Hypertonie, oder 😅

Aber was mich grad wirklich interessiert - @elvira_k du sagst nach ein paar Wochen regelmäßig wird das normal mit dem Geschmack. Aber wie regelmäßig ist "regelmäßig" für dich - redest du von zweimal die Woche oder täglich oder wie oft machst du was damit?

@leni_bk der Kohlrabi-Vergleich hat mich kurz lachen lassen, aber du hast recht - der Thread ist irgendwie weggedriftet. Und @markus_hh88 ich find das mit dem Geosmin ehrlich gesagt interessant, aber der Sprung von "schmeckt die roh besser" zu "reicht einmal die Woche für den Blutdruck" ist halt groß. Was mich bei deiner Frage an @elvira_k aber wirklich beschäftigt - ich glaub "regelmäßig" ist da so eine Vokabel die für jeden was anderes bedeutet. Bei mir wäre schon zweimal die Woche was wo ich denke, okay das ist Gewohnheit. Täglich ist für mich bei fast allem unrealistisch, außer Kaffee vielleicht. Und das ist eigentlich das was ich mich frage - ob der Gewöhnungseffekt beim Geschmack wirklich von der Häufigkeit abhängt oder eher davon wie lange man dranbleibt. Also ob zweimal die Woche über zwei Monate denselben Effekt hat wie täglich über drei Wochen. Das klingt jetzt auch schon wieder nach Optimierung... aber ich mein das ehrlich als praktische Frage weil ich mir vorstelle dreimal die Woche Rote Beete zu irgendwas zu machen ist halt für mich grad nicht wo ich bin. Ich hab momentan genug damit dass ich überhaupt regelmäßig zum Laufen komme.

Zitat von flo_g

das ist vielleicht sogar realer als irgendwelche Nährstoff-Geschichten die man nirgends nachprüfen kann wenn man kein Labor hat

Das hat mich gestern noch beschäftigt, bin erst heute wieder reingekommen. Und @leni_k - deine Frage zur Frequenz ist eigentlich die interessanteste die hier seit einer Weile gestellt wurde, weil sie eine Antwort hat, die nicht nach Optimierung klingt. Der Gewöhnungseffekt beim Geschmack hängt tatsächlich eher von der Regelmäßigkeit über Zeit ab als von der täglichen Dosis. Zweimal die Woche über zwei Monate ist da wahrscheinlich wirksamer als täglich für drei Wochen und dann nie wieder - das gilt übrigens auch für andere Geschmackserfahrungen, nicht nur Rote Beete. Hab das in der Praxis schon öfter bei Patienten beobachtet, die nach Operationen bestimmte Nahrungsmittel neu einführen mussten. Kein Labor nötig, einfach Erfahrungswert. Was mich aber an der ganzen Frequenz-Diskussion stört: ihr dreht das gerade wieder in eine Optimierungsfrage. Zweimal die Woche, dreimal, wie lang, welcher Effekt - das ist genau das Muster, das leni_bk am Anfang rausgebracht hat. Realistisch betrachtet ist das egal. Wenn du dreimal die Woche Lust drauf hast, iss es dreimal. Wenn nur einmal, dann einmal. Das mit dem Kaffee-Vergleich von @leni_k ist übrigens nicht schlecht - Kaffee trinkt auch niemand wegen Optimierung, der hat einfach irgendwann angefangen und hört nicht mehr auf. So läuft das mit Gewohnheiten.

@markus_hh88 das mit dem Kaffee-Vergleich hat mich gerade irgendwie wach gerüttelt, ehrlich gesagt. Weil du hast recht - bei Kaffee denk ich null drüber nach ob das optimal ist oder wie oft ich das trinken sollte. Ich trink einfach Kaffee weil ich will und dann ist gut. Und bei der Roten Beete - warum mach ich das nicht genauso einfach. Aber was mich grad beschäftigt - @leni_k du hast gesagt dass du momentan genug damit hast regelmäßig zum Laufen zu kommen. Und da dachte ich mir, ja genau das bin ich auch. Ich hab diese Woche wieder im Kindergarten gemerkt wie stressig das werden kann und dann denk ich mir echt nicht "heute muss ich noch Rote Beete planen". Das würde ja nur noch mehr Druck aufbauen. Also ich glaub ich zieh das jetzt einfach so durch - wenn ich beim Markt vorbeigeh und die Beete sieht gut aus dann nehm ich eine mit, wenn nicht dann nicht. Und wenn ich dann vergesse sie zu verarbeiten weil Leben dazwischen kommt dann ist das halt so. Das klingt jetzt wahrscheinlich nach "ja ja mach ich aber eigentlich nicht" aber dieses Mal mein ich das ernst weil ich merklich gerade dass ich mir selbst unnötig im Weg steh mit meinen eigenen Erwartungen. Der Kaffee-Vergleich hat mir da irgendwie geholfen 😅

@leni_bk der Kaffee-Vergleich war eigentlich mehr als Illustration gedacht, nicht als Lebensweisheit - aber schön wenn der was auslöst. Was mich bei deinem letzten Post aber ehrlich irritiert: du sagst "dieses Mal mein ich das ernst", und das ist genau der Satz der mich skeptisch macht. Nicht weil ich dir nicht glaube, sondern weil er zeigt dass du das immer noch als Vorsatz rahmst. Kaffee trinkt niemand "dieses Mal ernst". Der ist einfach da morgens. Das ist kein Vorwurf, das ist eine Beobachtung die ich aus der Praxis kenne. Wir haben manchmal Patienten nach Reha, die "ab jetzt wirklich" mit den Übungen anfangen wollen. Die halten das auch selten durch. Die die es einfach machen ohne große Ansage - die machen es meistens. [quote=leni_bkwenn ich beim Markt vorbeigeh und die Beete sieht gut aus dann nehm ich eine mit[/quote]

Das ist eigentlich das Richtige. Nur den zweiten Teil - "dieses Mal mein ich das ernst" - den kannst du weglassen. Der macht das Ganze wieder schwerer als es ist. Und jetzt mal was anderes, weil mich das schon länger beschäftigt im Thread: hat eigentlich jemand die frische Beete mal roh mit etwas Fettem kombiniert? Also nicht Dressing aus Essig und Öl, sondern wirklich etwas Cremiges - Tahini, Joghurt, sowas. Der Geosmin-Geschmack bindet sich an Fette deutlich anders als an Säure, das dämpft das Erdige ohne es zu neutralisieren. Aus meiner Erfahrung funktioniert das besser als der reflexartige Griff zur Zitrone.

@markus_hh88 mit Tahini oder Joghurt probiert hab ich das noch nicht, aber jetzt wo du das sagst... das macht irgendwie Sinn. Ich mein bei mir daheim im Kindergarten machen wir manchmal so Gemüse-Dips mit Joghurt und Kräutern, und die Kinder essen das tatsächlich lieber als wenn man ihnen einfach rohes Gemüse hinstellt. Also warum nicht auch bei mir selbst, oder. Was mich aber mehr beschäftigt von dem was du geschrieben hast - das mit "dieses Mal mein ich das ernst" und dass das schon wieder wie ein Vorsatz klingt. Das hat mich irgendwie getroffen weil... ja das stimmt. Ich merk das gerade dass ich das ständig mach, auch beim Laufen manchmal. "Ab nächste Woche trainier ich wirklich konsistent" und dann kommt Leben dazwischen. Aber das ist ja gar nicht so schlimm wenn ich das akzeptiere statt mich selbst dafür zu verurteilen, oder? Oder mach ich da grad wieder die gleiche Falle wo ich mir selbst zuschaue beim Nicht-Durchziehen 😅

Das mit dem Kaffee - okay ja, das ist einfach da. Ich hab nicht drüber nachgedacht Kaffee zu trinken, das kam einfach. Aber bei der Beete... ich glaub ich muss einfach aufhören sie zu beobachten. Wenn ich die beim Markt sehe und Lust drauf hab nehm ich eine mit, wenn nicht dann nicht. Punkt. Und dann werd ich sie auch nicht wegschmeißen weil ich vergesse sie zu schälen. Das ist einfach wie es läuft.

@leni_bk das mit dem Tahini freut mich, probier das wirklich mal. Aber was mich an deinem letzten Absatz mehr beschäftigt als die Beete selbst: du fragst ob du "die Falle" wieder machst, weil du dich beim Nicht-Durchziehen beobachtest. Das ist schon die dritte Metaebene in einem Post über Gemüse. Ich sag das nicht um dich zu nerven, sondern weil ich das aus der Praxis kenne - Leute die sich beim Nicht-Durchziehen zuschauen und sich dann für das Zuschauen verurteilen, und dann nochmal eine Ebene drüber, und so weiter. Das ändert nichts am Verhalten, kostet aber Energie. [quote=leni_bkwenn nicht dann nicht. Punkt.[/quote]

Genau der. Den Punkt einfach lassen, nicht nochmal kommentieren. Was mich aber wirklich interessiert nach diesem Thread - das Tahini-Thema hab ich reingeworfen weil mich konkret beschäftigt, was beim Mischen mit Fett chemisch passiert. Geosmin ist lipophil, bindet sich also an Fette. Deshalb ist das kein Geschmackstrick sondern hat einen Mechanismus dahinter. Hab das mal in einem Paper zu Bitterstoff-Wahrnehmung gelesen, weiß nicht mehr genau welchem, aber der Effekt ist reproduzierbar wenn man es selbst testet. Säure überdeckt eher, Fett verändert die Wahrnehmung anders - weniger scharf, mehr rund. Falls jemand das wirklich ausprobiert: rohe Beete fein gehobelt, Tahini mit etwas Zitrone verdünnt, drüber. Keine große Sache. Ob das dann "regelmäßig" wird oder nicht ist dabei vollkommen egal.

@markus_hh88 das mit dem Tahini probier ich auf jeden Fall aus, aber ehrlich - das mit den Metaebenen hat mich gerade zum Lachen gebracht. Weil du hast recht ich mach das ständig. Beobachte mich beim Nicht-Durchziehen, beobachte mich beim Beobachten... das ist ja auch irgendwie anstrengend wenn ich drüber nachdenk 😅

Aber was mich grad mehr beschäftigt ist eigentlich was @markus_hh88 über Fett und Geosmin geschrieben hat. Das ist jetzt nicht mehr die Frage ob ich mir das einbilde oder nicht, sondern so n konkretes Ding das man einfach testen kann. Und das find ich irgendwie beruhigend? Weil dann ist es nicht "oh je ich muss rausfinden wie oft und wie viel" sondern einfach "ah okay wenn ich Tahini dran mach schmeckt es anders weil Chemie". Das ist weniger Druck irgendwie. Ich glaub ich kauf mir beim nächsten Marktbesuch einfach ne Beete und Tahini und probier das aus. Und wenn das funktioniert dann mach ich das vielleicht öfter, wenn nicht dann nicht. Ohne drüber nachzudenken dass ich drüber nachdenke, wenn das Sinn macht. Der Punkt bleibt einfach ein Punkt. Edit: *Chemie großgeschrieben, weil mich das sonst gerade noch beim Lesen stört 😄

Zitat von elvira_k

der Hausarzt hat mir geraten mehr Rote Beete zu essen wegen dem Blutdruck

Das ist ne Frage die mich schon bei Beitrag 29 beschäftigt hat, aber ich bin nicht drauf eingegangen: hat dein Hausarzt da wirklich Rote Beete spezifisch gemeint oder war das eher "iss mehr Gemüse, Elvira"? Die Datenlage zu Nitrat und Blutdruck ist tatsächlich nicht schlecht - ich hab mir vor einem Jahr mal die Webb-Studie aus dem British Journal of Nutrition angeschaut, da waren es 500ml Rote-Beete-Saft täglich die messbare Effekte gezeigt haben. 500ml. Das ist eine ganze Menge und keine Prise im Salat zweimal die Woche. Das sage ich nicht um den Effekt kleinzureden, der Mechanismus ist real. Aber das ist genau die Lücke zwischen "Hausarzt empfiehlt mehr Rote Beete" und dem was tatsächlich in kontrollierten Bedingungen gemessen wurde. Aus meiner Erfahrung - sowohl in der Praxis als auch wenn ich Leute vor dem Laufen über Supplements reden höre - wird diese Lücke fast nie thematisiert. @leni_bk das mit dem Tahini und der Chemie-Erkenntnis find ich ehrlich gesagt sympathischer als der ganze Metaebenen-Kram vorher. Das ist der richtige Ansatz: konkrete Frage, konkreter Test, kein Erwartungsmanagement. Das Edit am Ende deines Posts mit dem großgeschriebenen Chemie hat mich aber kurz irritiert - der Punkt stand doch schon.

@markus_hh88 das mit der Webb-Studie und 500ml täglich - das ist eigentlich das erste Mal in diesem Thread wo ich denke, okay, das verschiebt das Bild wirklich. Nicht weil ich jetzt anfange Rote-Beete-Saft literweise zu trinken, sondern weil das so ein klares Beispiel ist, wo zwischen "Hausarzt sagt mehr Gemüse" und "messbar was bewegt sich" eine riesige Lücke klafft. Zitat von markus_hh88: die Datenlage zu Nitrat und Blutdruck ist tatsächlich nicht schlecht

okay aber jetzt frag ich mich ob das dann für Betanio PLUS genauso gilt. Weil wenn 500ml Saft täglich der Maßstab ist - was steht dann auf dem Fläschchen das ich im Drogeriemarkt gesehen hab? Da war irgendwas von "konzentriert" drauf, aber ob das dann die Menge trifft die in so einer Studie gemessen wird... das hat mir damals keiner gesagt und ich hab auch nicht nachgefragt. Ich bin halt einfach weitergelaufen und hab gedacht na ja, ist wahrscheinlich eh Placebo. Was mich aber mehr beschäftigt als das Betanio-Zeug: @elvira_k hat nie geantwortet ob ihr Hausarzt das wirklich Rote-Beete-spezifisch gemeint hat. Das wäre für mich eigentlich die interessanteste Antwort in dem ganzen Thread gewesen, weil das dann erklärt ob der Ausgangspunkt von dem ganzen Gespräch hier überhaupt stimmt. Heute ist so ein grauer Dienstag wo ich das eh nicht ausprobieren würde. Aber das Tahini-Ding notier ich mir. Edit: kleine Korrektur - natürlich Zitat-Formatierung oben vergessen gehabt.

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