Rote Beete roh essen - macht das wirklich jemand ernsthaft?
Zitat von ms_77 am August 7, 2026, 10:09 UhrIch les hier öfter dass Leute die Dinger roh essen und das dann auch noch besser finden als gekocht. Meine Frau macht das manchmal, hobelt die roh übers Essen. Ich hab das jetzt letzte Woche auch mal probiert weil sie mich so lange bekniet hat. Also. Geschmack war nochmal erdiger als gekocht, Textur wie ein harter Rettich. Nicht schlimm aber auch nichts wo ich sage - ja das will ich nochmal. Meine Frau sagt man muss das mit Zitrone machen und dünner schneiden. Mag sein. Ich bin halt kein Feinschmecker. Was mich aber wirklich interessiert: gibt es da irgendnen tatsächlichen Unterschied beim Kochen? Ich mein, meine Frau behauptet roh ist gesünder weil beim Kochen irgendwas kaputt geht. Das sagen die Leute ja bei jedem Gemüse. Klingt für mich nach dem üblichen Gerede das man überall liest ohne dass einer genau weiß warum. Ich hab jetzt schon ein paarmal gegoogelt und find da mal dies mal das, nichts Eindeutiges. Unsere Hausarztpraxis hab ich das noch nicht gefragt, ist ja auch eher ein komisches Thema für einen Arzttermin. Mir geht es auch nicht um Kapseln oder Extrakte, das ist sowieso Quatsch für Leute mit zu viel Geld auf der Tasche. Geht mir ums Gemüse selbst. Lohnt sich der Aufwand roh wirklich oder ist das einer dieser Foodblogger-Trends wo man am Ende einfach mehr Schneidarbeit hat und ein rotes Küchenbrett dazu. Fragt sich jedenfalls wer von euch das regelmäßig roh isst und ob ihr da wirklich nen Unterschied merkt zum gekochten. Nicht im Bauchgefühl sondern handfest irgendwie.
Ich les hier öfter dass Leute die Dinger roh essen und das dann auch noch besser finden als gekocht. Meine Frau macht das manchmal, hobelt die roh übers Essen. Ich hab das jetzt letzte Woche auch mal probiert weil sie mich so lange bekniet hat. Also. Geschmack war nochmal erdiger als gekocht, Textur wie ein harter Rettich. Nicht schlimm aber auch nichts wo ich sage - ja das will ich nochmal. Meine Frau sagt man muss das mit Zitrone machen und dünner schneiden. Mag sein. Ich bin halt kein Feinschmecker. Was mich aber wirklich interessiert: gibt es da irgendnen tatsächlichen Unterschied beim Kochen? Ich mein, meine Frau behauptet roh ist gesünder weil beim Kochen irgendwas kaputt geht. Das sagen die Leute ja bei jedem Gemüse. Klingt für mich nach dem üblichen Gerede das man überall liest ohne dass einer genau weiß warum. Ich hab jetzt schon ein paarmal gegoogelt und find da mal dies mal das, nichts Eindeutiges. Unsere Hausarztpraxis hab ich das noch nicht gefragt, ist ja auch eher ein komisches Thema für einen Arzttermin. Mir geht es auch nicht um Kapseln oder Extrakte, das ist sowieso Quatsch für Leute mit zu viel Geld auf der Tasche. Geht mir ums Gemüse selbst. Lohnt sich der Aufwand roh wirklich oder ist das einer dieser Foodblogger-Trends wo man am Ende einfach mehr Schneidarbeit hat und ein rotes Küchenbrett dazu. Fragt sich jedenfalls wer von euch das regelmäßig roh isst und ob ihr da wirklich nen Unterschied merkt zum gekochten. Nicht im Bauchgefühl sondern handfest irgendwie.
Zitat von leni_do am August 7, 2026, 13:19 UhrZitat von ms_77gibt es da irgendnen tatsächlichen Unterschied beim Kochen
- also das würde mich ehrlich auch interessieren, aber aus nem anderen Grund. Bei mir ist das nämlich andersherum ich find roh eigentlich ganz okay wenn ich's dünn schneid, aber mir geht's weniger um "gesünder" sondern eher um... naja, praktikabilität irgendwie. Ich mein, roh hobeln braucht Zeit, und wenn ich nach'm Laufen nach Hause komm und will schnell was essen, dann koche ich die Beete lieber 20 Minuten im Ofen als dass ich mich mit ner Reibe rumquäl und hinterher überall rosa Flecken hab. Das ist für mich das echte Argument, nicht ob jetzt 5% Vitamin C verloren geht oder nicht. @ms_77 deine Frau hat mit der Zitrone aber nicht ganz unrecht - das macht geschmacklich schon was aus. Aber ob das den ganzen Extraaufwand rechtfertigt... bin mir nicht sicher ob das wirklich jeder braucht. Ich glaub es kommt auch drauf an ob man die Dinger eh immer im Haus hat oder nur gelegentlich. Wenn ich's eh koche weil ich grad ein paar davon habe, warum dann noch ne zweite Variante probieren, ne
Zitat von ms_77gibt es da irgendnen tatsächlichen Unterschied beim Kochen
- also das würde mich ehrlich auch interessieren, aber aus nem anderen Grund. Bei mir ist das nämlich andersherum ich find roh eigentlich ganz okay wenn ich's dünn schneid, aber mir geht's weniger um "gesünder" sondern eher um... naja, praktikabilität irgendwie. Ich mein, roh hobeln braucht Zeit, und wenn ich nach'm Laufen nach Hause komm und will schnell was essen, dann koche ich die Beete lieber 20 Minuten im Ofen als dass ich mich mit ner Reibe rumquäl und hinterher überall rosa Flecken hab. Das ist für mich das echte Argument, nicht ob jetzt 5% Vitamin C verloren geht oder nicht. @ms_77 deine Frau hat mit der Zitrone aber nicht ganz unrecht - das macht geschmacklich schon was aus. Aber ob das den ganzen Extraaufwand rechtfertigt... bin mir nicht sicher ob das wirklich jeder braucht. Ich glaub es kommt auch drauf an ob man die Dinger eh immer im Haus hat oder nur gelegentlich. Wenn ich's eh koche weil ich grad ein paar davon habe, warum dann noch ne zweite Variante probieren, ne
Zitat von leni_k am August 7, 2026, 13:34 Uhr@leni_do der Punkt mit der Praktikabilität trifft's für mich eigentlich genau. Ich lauf meistens morgens und danach will ich nicht erstmal 20 Minuten mit der Reibe kämpfen. Was mich bei dem ganzen roh-vs-gekocht-Thema eigentlich mehr beschäftigt: ich hab neulich irgendwo gelesen dass das Nitrat, also der Stoff um den's eigentlich geht wenn man von "gesünder" redet, durch Kochen nicht wirklich verschwindet sondern eher durch langes Einkochen in Gläsern. Also frisch gekochte Rote Beete wär da angeblich gar kein so großes Problem. Woher genau das war weiß ich nicht mehr, war irgendein Artikel den ich überflogen hab, also kein Evangelium. Und @ms_77 - ich glaub die Frau deiner Frau hat da auch irgendwie recht, aber das Argument "beim Kochen geht was kaputt" taugt bei Roter Beete halt weniger als zum Beispiel bei Brokkoli. Das ist nicht dasselbe Gemüse und die Leute werfen das gerne in einen Topf. Ich persönlich mach's ehrlich gesagt situationsabhängig - wenn ich sowieso koche, dann koche ich die Beete mit. Roh probier ich manchmal einen Chip wenn ich beim Schneiden bin, mehr nicht eigentlich.
@leni_do der Punkt mit der Praktikabilität trifft's für mich eigentlich genau. Ich lauf meistens morgens und danach will ich nicht erstmal 20 Minuten mit der Reibe kämpfen. Was mich bei dem ganzen roh-vs-gekocht-Thema eigentlich mehr beschäftigt: ich hab neulich irgendwo gelesen dass das Nitrat, also der Stoff um den's eigentlich geht wenn man von "gesünder" redet, durch Kochen nicht wirklich verschwindet sondern eher durch langes Einkochen in Gläsern. Also frisch gekochte Rote Beete wär da angeblich gar kein so großes Problem. Woher genau das war weiß ich nicht mehr, war irgendein Artikel den ich überflogen hab, also kein Evangelium. Und @ms_77 - ich glaub die Frau deiner Frau hat da auch irgendwie recht, aber das Argument "beim Kochen geht was kaputt" taugt bei Roter Beete halt weniger als zum Beispiel bei Brokkoli. Das ist nicht dasselbe Gemüse und die Leute werfen das gerne in einen Topf. Ich persönlich mach's ehrlich gesagt situationsabhängig - wenn ich sowieso koche, dann koche ich die Beete mit. Roh probier ich manchmal einen Chip wenn ich beim Schneiden bin, mehr nicht eigentlich.
Zitat von ms_77 am August 7, 2026, 13:55 UhrZitat von leni_kdas Nitrat durch Kochen nicht wirklich verschwindet
okay das klingt eigentlich plausibel. also wenn ich das richtig versteh - der Stoff um den sich das ganze Gerede dreht bleibt beim normalen Kochen eh drin, nur beim stundenlangen Einkochen geht der verloren. dann macht das ganze "roh ist gesünder"-Argument bei Roter Beete ja noch weniger Sinn als ich dachte. sag mir einer. @leni_do das mit den 20 Minuten Ofen - meine Frau macht das auch so manchmal. aber ich glaub bei uns ist das Problem eher dass sie die Dinger dann vergisst weil sie nebenbei noch was anderes macht und dann sind die entweder zu weich oder sie steht plötzlich mit vier fertig gegarten Roten Beeten da und keiner will davon essen außer ihr. was mich jetzt aber noch interessiert - @leni_k du sagst du probierst einen Chip wenn du beim Schneiden bist. das kenn ich auch, ich mein man probiert halt mal. aber ist das nicht einfach nur weil man gerade am Schneiden ist und Hunger hat und nicht weil roh irgendwie besser wäre. ich glaub die meisten Leute die sagen "ich ess das gerne roh" tun das auch nur so nebenbei und würden sich nie extra hinsetzen und ne Portion rohe Rote Beete essen. oder irre ich mich da.
Zitat von leni_kdas Nitrat durch Kochen nicht wirklich verschwindet
okay das klingt eigentlich plausibel. also wenn ich das richtig versteh - der Stoff um den sich das ganze Gerede dreht bleibt beim normalen Kochen eh drin, nur beim stundenlangen Einkochen geht der verloren. dann macht das ganze "roh ist gesünder"-Argument bei Roter Beete ja noch weniger Sinn als ich dachte. sag mir einer. @leni_do das mit den 20 Minuten Ofen - meine Frau macht das auch so manchmal. aber ich glaub bei uns ist das Problem eher dass sie die Dinger dann vergisst weil sie nebenbei noch was anderes macht und dann sind die entweder zu weich oder sie steht plötzlich mit vier fertig gegarten Roten Beeten da und keiner will davon essen außer ihr. was mich jetzt aber noch interessiert - @leni_k du sagst du probierst einen Chip wenn du beim Schneiden bist. das kenn ich auch, ich mein man probiert halt mal. aber ist das nicht einfach nur weil man gerade am Schneiden ist und Hunger hat und nicht weil roh irgendwie besser wäre. ich glaub die meisten Leute die sagen "ich ess das gerne roh" tun das auch nur so nebenbei und würden sich nie extra hinsetzen und ne Portion rohe Rote Beete essen. oder irre ich mich da.
Zitat von leni_k am August 7, 2026, 14:00 Uhr@ms_77 stimmt eigentlich - ich glaub du hast da nen Punkt. Ich würd mir nie extra eine Schüssel roh hinmachen, das ist ehrlich gesagt mehr so ein "liegt gerade vor mir, kostet nix"-Ding. Ich kenn niemanden der sich hinsetzt und sagt okay heute Abend: rohe Rote Beete, Gabel, fertig.
Zitat von ms_77ich glaub die meisten Leute die sagen "ich ess das gerne roh" tun das auch nur so nebenbei
Ja. Und ich frag mich ob das dann überhaupt als "roh essen" zählt im Sinne von dem was die Foodblogger meinen. Die zeigen ja immer Carpaccio-artige Teller mit dünn gehobelten Scheiben, Orangendressing, Walnüsse drüber - das ist dann schon eine Zubereitung, also kein "ich esss roh weil gesünder". Das ist ein Rezept. Und ein aufwändiges noch dazu. Was mich bei dem Thema wirklich wundert: warum wird roh bei Roter Beete automatisch mit "gesünder" gleichgesetzt, aber beim Kürbis zum Beispiel fragt das keiner. Den kocht jeder und niemand diskutiert ob man da was verliert. Irgendwie hat sich Rote Beete so einen besonderen Status erarbeitet wo jede Zubereitungsform plötzlich eine Ideologie ist.
@ms_77 stimmt eigentlich - ich glaub du hast da nen Punkt. Ich würd mir nie extra eine Schüssel roh hinmachen, das ist ehrlich gesagt mehr so ein "liegt gerade vor mir, kostet nix"-Ding. Ich kenn niemanden der sich hinsetzt und sagt okay heute Abend: rohe Rote Beete, Gabel, fertig.
Zitat von ms_77ich glaub die meisten Leute die sagen "ich ess das gerne roh" tun das auch nur so nebenbei
Ja. Und ich frag mich ob das dann überhaupt als "roh essen" zählt im Sinne von dem was die Foodblogger meinen. Die zeigen ja immer Carpaccio-artige Teller mit dünn gehobelten Scheiben, Orangendressing, Walnüsse drüber - das ist dann schon eine Zubereitung, also kein "ich esss roh weil gesünder". Das ist ein Rezept. Und ein aufwändiges noch dazu. Was mich bei dem Thema wirklich wundert: warum wird roh bei Roter Beete automatisch mit "gesünder" gleichgesetzt, aber beim Kürbis zum Beispiel fragt das keiner. Den kocht jeder und niemand diskutiert ob man da was verliert. Irgendwie hat sich Rote Beete so einen besonderen Status erarbeitet wo jede Zubereitungsform plötzlich eine Ideologie ist.
Zitat von ms_77 am August 7, 2026, 14:59 Uhr@leni_k
Zitat von leni_kIrgendwie hat sich Rote Beete so einen besonderen Status erarbeitet
da triffst du was. ich überleg grad warum das so ist. Karotte roh - kein Thema, macht jeder, kein Mensch diskutiert das. Sellerie roh - auch normal. Aber Rote Beete roh und auf einmal ist das eine Aussage über sich selbst. Fast so wie bei Leuten die stolz erzählen dass sie keinen Fernseher haben. ich glaub das kommt weil das Gemüse halt so eine komische Nische hat zwischen "oma's saure Einlegerei" und "Superfood für Leute die morgens um 6 laufen gehen". Da ist irgendwie beides drauf und je nachdem wer drüber redet klingt es anders. Mein Schwager ist so einer - der kauft sich dann Kapseln davon, das ist doch Quatsch. Aber das ist ein anderes Thema. was mich aber wundert: beim Kürbis hast du recht, da fragt keiner. Ich glaub das liegt auch daran dass Kürbis halt wirklich niemand roh isst, also gibt's auch keine Diskussion. Rote Beete kann man technisch roh essen und schwupps fangen Leute an drüber zu reden ob man es auch sollte. Das reicht schon. ich frag mich ob das in 10 Jahren wieder weg ist und dann ist irgendein anderes Gemüse dran das plötzlich eine Ideologie braucht.
Zitat von leni_kIrgendwie hat sich Rote Beete so einen besonderen Status erarbeitet
da triffst du was. ich überleg grad warum das so ist. Karotte roh - kein Thema, macht jeder, kein Mensch diskutiert das. Sellerie roh - auch normal. Aber Rote Beete roh und auf einmal ist das eine Aussage über sich selbst. Fast so wie bei Leuten die stolz erzählen dass sie keinen Fernseher haben. ich glaub das kommt weil das Gemüse halt so eine komische Nische hat zwischen "oma's saure Einlegerei" und "Superfood für Leute die morgens um 6 laufen gehen". Da ist irgendwie beides drauf und je nachdem wer drüber redet klingt es anders. Mein Schwager ist so einer - der kauft sich dann Kapseln davon, das ist doch Quatsch. Aber das ist ein anderes Thema. was mich aber wundert: beim Kürbis hast du recht, da fragt keiner. Ich glaub das liegt auch daran dass Kürbis halt wirklich niemand roh isst, also gibt's auch keine Diskussion. Rote Beete kann man technisch roh essen und schwupps fangen Leute an drüber zu reden ob man es auch sollte. Das reicht schon. ich frag mich ob das in 10 Jahren wieder weg ist und dann ist irgendein anderes Gemüse dran das plötzlich eine Ideologie braucht.
Zitat von leni_k am August 7, 2026, 15:09 Uhr@ms_77
Zitat von ms_77in 10 Jahren wieder weg ist und dann ist irgendein anderes Gemüse dran
ja das glaub ich auch. Wobei ich mich frag ob das zyklisch ist oder ob die Kandidaten wechseln. Topinambur hatte ja auch mal seinen Moment, dann war's vorbei. Jetzt liegt der im Supermarkt rum und keiner schaut hin. Was mich bei deinem Kapseln-Schwager-Kommentar aber kurz aufgehalten hat - das ist nämlich genau der Punkt wo ich auch immer stuzig werd. Das Gemüse selbst hat irgendwie einen guten Ruf, zu recht oder nicht, und dann springt die Industrie drauf und macht Kapseln draus. Und plötzlich wird das Gemüse selbst fast schon zur Nebensache, weil die Kapsel ja "konzentrierter" ist oder was auch immer draufsteht. Ich hab das Betanio PLUS Zeugs neulich im Drogeriemarkt gesehen und hab kurz drüber nachgedacht ob das irgendwas bringt fürs Laufen. Hab's dann aber liegen lassen weil mir kein Mensch aus meinem Umfeld sagen kann ob das wirklich was tut oder ob man das Geld auch gleich für frische Beete ausgeben kann. Das ist vielleicht der eigentliche Grund warum Rote Beete diese komische Doppelidentität hat die du beschreibst. Oma's Einlegerei kostet nichts, das Superfood-Extrakt kostet 30 Euro. Dazwischen irgendwo liegt das echte Gemüse und niemand weiß so genau wo er es einordnen soll.
Zitat von ms_77in 10 Jahren wieder weg ist und dann ist irgendein anderes Gemüse dran
ja das glaub ich auch. Wobei ich mich frag ob das zyklisch ist oder ob die Kandidaten wechseln. Topinambur hatte ja auch mal seinen Moment, dann war's vorbei. Jetzt liegt der im Supermarkt rum und keiner schaut hin. Was mich bei deinem Kapseln-Schwager-Kommentar aber kurz aufgehalten hat - das ist nämlich genau der Punkt wo ich auch immer stuzig werd. Das Gemüse selbst hat irgendwie einen guten Ruf, zu recht oder nicht, und dann springt die Industrie drauf und macht Kapseln draus. Und plötzlich wird das Gemüse selbst fast schon zur Nebensache, weil die Kapsel ja "konzentrierter" ist oder was auch immer draufsteht. Ich hab das Betanio PLUS Zeugs neulich im Drogeriemarkt gesehen und hab kurz drüber nachgedacht ob das irgendwas bringt fürs Laufen. Hab's dann aber liegen lassen weil mir kein Mensch aus meinem Umfeld sagen kann ob das wirklich was tut oder ob man das Geld auch gleich für frische Beete ausgeben kann. Das ist vielleicht der eigentliche Grund warum Rote Beete diese komische Doppelidentität hat die du beschreibst. Oma's Einlegerei kostet nichts, das Superfood-Extrakt kostet 30 Euro. Dazwischen irgendwo liegt das echte Gemüse und niemand weiß so genau wo er es einordnen soll.
Zitat von leni_bk am August 7, 2026, 16:01 Uhr@leni_k ja das mit dem Betanio PLUS - genau da sitzen wir im selben Boot. Ich hab das auch schon kaufen wollen weil meine Kolleginnen in der Arbeit das nehmen und immer davon erzählen wie toll es für die Ausdauer sein soll. Aber wenn ich dann nachfrag ob sie das wirklich merken oder ob sie das nur nehmen weil alle es nehmen... dann wird's plötzlich vage. "ja irgendwie schon" und "ich glaub schon" - okay, danke der Nachfrage. Das Problem ist halt dass ich nicht weiß wie ich das selbst testen soll. Wenn ich frische Beete esse und gleichzeitig Kapseln nehm, weiß ich ja nicht welche von den beiden was macht. Und wenn ich nur eine Variante probiere ist das ja auch kein echter Vergleich. Das ist irgendwie frustrierend weil man gerne wissen würde ob man da sein Geld rausschmeißt oder nicht. @ms_77 deine Sache mit dem Fernseher-nicht-haben-Vergleich hat mich zum Lachen gebracht. Das trifft's ehrlich gesagt ziemlich gut. Ich glaub aber auch dass es bei Rote Beete noch nen anderen Grund gibt - das ist eines der wenigen Gemüse wo man diese ganze "Nitrat-Gesundheit-Geschichte" so oft hört. Bei Karotte redet keiner davon, da ist einfach nur Vitamin A drin und fertig. Rote Beete hat diesen mystischen Ruf weil die Inhaltsstoffe irgendwie komplizierter klingen. Nitrat, Betalain, blablah... und wenn was kompliziert klingt wird's automatisch zur Ideologie.
@leni_k ja das mit dem Betanio PLUS - genau da sitzen wir im selben Boot. Ich hab das auch schon kaufen wollen weil meine Kolleginnen in der Arbeit das nehmen und immer davon erzählen wie toll es für die Ausdauer sein soll. Aber wenn ich dann nachfrag ob sie das wirklich merken oder ob sie das nur nehmen weil alle es nehmen... dann wird's plötzlich vage. "ja irgendwie schon" und "ich glaub schon" - okay, danke der Nachfrage. Das Problem ist halt dass ich nicht weiß wie ich das selbst testen soll. Wenn ich frische Beete esse und gleichzeitig Kapseln nehm, weiß ich ja nicht welche von den beiden was macht. Und wenn ich nur eine Variante probiere ist das ja auch kein echter Vergleich. Das ist irgendwie frustrierend weil man gerne wissen würde ob man da sein Geld rausschmeißt oder nicht. @ms_77 deine Sache mit dem Fernseher-nicht-haben-Vergleich hat mich zum Lachen gebracht. Das trifft's ehrlich gesagt ziemlich gut. Ich glaub aber auch dass es bei Rote Beete noch nen anderen Grund gibt - das ist eines der wenigen Gemüse wo man diese ganze "Nitrat-Gesundheit-Geschichte" so oft hört. Bei Karotte redet keiner davon, da ist einfach nur Vitamin A drin und fertig. Rote Beete hat diesen mystischen Ruf weil die Inhaltsstoffe irgendwie komplizierter klingen. Nitrat, Betalain, blablah... und wenn was kompliziert klingt wird's automatisch zur Ideologie.
Zitat von leni_k am August 7, 2026, 16:23 Uhr@leni_bk das mit dem "irgendwie schon" kenn ich so gut, das ist genau das was mich bei dem ganzen Kapsel-Thema nervt. Weil das klingt nach Placebo der sich selbst nicht traut das zu sagen.
Zitat von leni_bkich hab das auch schon kaufen wollen weil meine Kolleginnen in der Arbeit das nehmen
Das ist aber auch das Problem mit dem Testen generell - du kannst das im Alltag kaum sauber auseinanderhalten. Ich lauf dreimal die Woche und zwischen gutem Schlaf, was ich gegessen hab, wie gestresst ich grad bin... da geht ein Kapsel-Effekt komplett unter. Selbst wenn was dran wär, würd ich's wahrscheinlich nicht merken weil zu viele andere Variablen rumschwirren. Was mich bei deinem Betalain-Nitrat-blablah Punkt aber eigentlich mehr beschäftigt: ich glaub das ist auch ein Sprache-Ding. Wenn jemand sagt "Karotte hat Betacarotin" klingt das irgendwie normal. Sagt jemand "Rote Beete hat Betalaine und anorganisches Nitrat" - kling das plötzlich nach Labor. Obwohl das dasselbe ist, einfach ein Pflanzenstoff der nen Namen hat. Ich glaub Rote Beete hat Pech gehabt dass ihre Inhaltsstoffe so nach Chemie klingen obwohl sie halt einfach... ein Gemüse ist. Wie jedes andere. Wobei, jetzt bin ich neugierig: @leni_bk haben deine Kolleginnen das überhaupt schon länger als einen Monat genommen oder ist das so eine 2-Wochen-Phase und dann steht die Packung im Schrank?
@leni_bk das mit dem "irgendwie schon" kenn ich so gut, das ist genau das was mich bei dem ganzen Kapsel-Thema nervt. Weil das klingt nach Placebo der sich selbst nicht traut das zu sagen.
Zitat von leni_bkich hab das auch schon kaufen wollen weil meine Kolleginnen in der Arbeit das nehmen
Das ist aber auch das Problem mit dem Testen generell - du kannst das im Alltag kaum sauber auseinanderhalten. Ich lauf dreimal die Woche und zwischen gutem Schlaf, was ich gegessen hab, wie gestresst ich grad bin... da geht ein Kapsel-Effekt komplett unter. Selbst wenn was dran wär, würd ich's wahrscheinlich nicht merken weil zu viele andere Variablen rumschwirren. Was mich bei deinem Betalain-Nitrat-blablah Punkt aber eigentlich mehr beschäftigt: ich glaub das ist auch ein Sprache-Ding. Wenn jemand sagt "Karotte hat Betacarotin" klingt das irgendwie normal. Sagt jemand "Rote Beete hat Betalaine und anorganisches Nitrat" - kling das plötzlich nach Labor. Obwohl das dasselbe ist, einfach ein Pflanzenstoff der nen Namen hat. Ich glaub Rote Beete hat Pech gehabt dass ihre Inhaltsstoffe so nach Chemie klingen obwohl sie halt einfach... ein Gemüse ist. Wie jedes andere. Wobei, jetzt bin ich neugierig: @leni_bk haben deine Kolleginnen das überhaupt schon länger als einen Monat genommen oder ist das so eine 2-Wochen-Phase und dann steht die Packung im Schrank?
Zitat von leni_bk am August 7, 2026, 16:41 Uhr@leni_k haha ja die Packungen im Schrank - ich glaub bei einer Kollegin steht das Betanio PLUS seit März rum und jedes Mal wenn ich sie frag ob sie's noch nimmt sagt sie "ach ja stimmt, irgendwann". Also so überzeugend klingt das nicht gerade. Aber jetzt wo du das mit der Sprache ansprichst... das ist eigentlich was Interessantes. Weil ich glaub das Problem ist noch größer als nur die Chemie-Vokabeln. Wenn ich frische Rote Beete kaufe sagen mir die Verkäufer im Supermarkt absolut nichts über Nitrat oder Betalain oder sonstwas. Da sag ich nur "ja gib mir drei" und gut is. Aber sobald's eine Kapsel wird steht auf der Packung eine halbe Seite Text über Wirkstoffe und Bioverfügbarkeit und was noch alles. Das schafft diese ganze Aura von "das is was Spezielles, das is nicht nur Gemüse". Und dann zahlt man auch so viel mehr und denkt automatisch "da muss ja was Großes dran sein". Ich glaub das ist auch der Grund warum ich mich bei frischen Beeten nie so unwohl fühle wie bei den Kapseln. Bei den Beeten denk ich einfach "esse ich oder nicht" - fertig. Bei der Kapsel denk ich
Zitat von leni_kdas ist Placebo der sich selbst nicht traut
und ob ich da gerade mein Geld rausschmeißt oder nicht. Vielleicht ist das auch der echte Grund warum die Kolleginnen sich so unsicher sind - nicht weil es nicht wirkt sondern weil sie das Gefühl haben dass sie daran glauben MÜSSEN damit es wirkt, wenn das Sinn macht.
@leni_k haha ja die Packungen im Schrank - ich glaub bei einer Kollegin steht das Betanio PLUS seit März rum und jedes Mal wenn ich sie frag ob sie's noch nimmt sagt sie "ach ja stimmt, irgendwann". Also so überzeugend klingt das nicht gerade. Aber jetzt wo du das mit der Sprache ansprichst... das ist eigentlich was Interessantes. Weil ich glaub das Problem ist noch größer als nur die Chemie-Vokabeln. Wenn ich frische Rote Beete kaufe sagen mir die Verkäufer im Supermarkt absolut nichts über Nitrat oder Betalain oder sonstwas. Da sag ich nur "ja gib mir drei" und gut is. Aber sobald's eine Kapsel wird steht auf der Packung eine halbe Seite Text über Wirkstoffe und Bioverfügbarkeit und was noch alles. Das schafft diese ganze Aura von "das is was Spezielles, das is nicht nur Gemüse". Und dann zahlt man auch so viel mehr und denkt automatisch "da muss ja was Großes dran sein". Ich glaub das ist auch der Grund warum ich mich bei frischen Beeten nie so unwohl fühle wie bei den Kapseln. Bei den Beeten denk ich einfach "esse ich oder nicht" - fertig. Bei der Kapsel denk ich
Zitat von leni_kdas ist Placebo der sich selbst nicht traut
und ob ich da gerade mein Geld rausschmeißt oder nicht. Vielleicht ist das auch der echte Grund warum die Kolleginnen sich so unsicher sind - nicht weil es nicht wirkt sondern weil sie das Gefühl haben dass sie daran glauben MÜSSEN damit es wirkt, wenn das Sinn macht.