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Rote Beete / Nitrat - wer hat echte Erfahrung beim Laufen gemacht??

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Ich beschäftige mich grad ein bisschen damit weil ich für den Halbmarathon irgendwie an meiner Ausdauer schrauben will. Hab in einem Sportwissenschaft-Paper (für ein Seminar) gelesen dass Nitrat aus Rote Beete die Sauerstoffverwertung im Muskel effizienter machen soll, klingt erstmal logisch aber... keine Ahnung ob das bei Hobbyläufern überhaupt messbar ist. Das Betanio PLUS ist mir aufgefallen, aber der Preis ist heftig für eine Studentin lol. Und ich frag mich ob man das nicht einfach über echte Rote Beete hinbekommt. Also einfach vor dem Lauf ein Glas Saft oder so. Was mich eh beschäftigt ist die Frage ob man das überhaupt spürt. Bei Koffein ist das klar das merkt man. Aber Nitrat?? Wie soll ich da einschätzen ob es was macht oder nicht. Placebo ist bei sowas so schwer auszuschließen weil man automatisch mehr auf sich achtet wenn man was genommen hat. Ich hab das letzten Dienstag mal mit einem Rote-Beete-Saft aus dem Supermarkt probiert vor einer Einheit, war ein guter Lauf aber ich hatte auch ausgeschlafen und gutes Wetter also... keine Ahnung ob das irgendwas mit dem Saft zu tun hatte. Meine Frage ist eigentlich: macht es Sinn zuerst einfach mit natürlichen Quellen zu experimentieren bevor man irgendwas kauft? Oder ist der Nitratgehalt in normalen Produkten zu variabel um eine echte Wirkung zu testen. Das hab ich nämlich auch gelesen, dass bei verarbeiteten Säften oft sehr unterschiedliche Mengen drin sind. Hat hier jemand konkrete Erfahrung mit Rote Beete im Ausdauersport, egal ob Saft oder Supplement?? Edit: Falls es wen interessiert. Die Studien die ich gefunden hab sprechen von etwa 500ml Saft pro Einnahme und mindestens 2-3 Stunden vor dem Training. Vielleicht war mein Versuch zu spontan.

@miramira hm ich glaub dein Problem ist dass du versuchst das wissenschaftlich nachzuweisen bei dir selbst, dabei bist du ja einfach nur ne Hobbyläuferin die schneller werden will. Das ist ein anderer Maßstab als ne Studie

Zitat von miramiraweiß aber nicht ob das bei Hobbyläufern überhaupt messbar ist
. Genau da würde ich andersrum denken. Wenn es überhaupt was bringt dann merkst dus ja bei dir selbst, egal ob die Wissenschaft das auch misst. Ich laufe seit drei Jahren und hab gemerkt dass es mir hilft wenn ich gut gegessen hab vorher. Punkt. Ich weiß nicht warum und mir ists auch schnuppe, es hilft mir halt

Mit dem Rote-Beete-Saft wars bei mir ähnlich wie bei dir. Meine Kollegin hat mir das ganze Zeug mitgebracht und ich hab das einfach ausprobiert, aber ehrlich gesagt kann ich nicht sagen ob es was bringt oder ob ich einfach nur besser drauf war. Das ist ja das Fiese daran. Aber weil meine Kollegin davon schwärmt, probiere ich es weiter, einfach weil kostengünstig genug wenn ich mir die Packung teile

Vielleicht solltest du weniger auf die Timing-Details und Nitratmilligramm schauen und einfach merken ob du dich danach anders fühlst beim Laufen, ja? Wenn nicht nach zwei, drei Versuchen, dann hast du deine Antwort

Edit: Soll natürlich heißen "merken" nicht "merkn". Autocorrect hatte ne schlechte Stunde 😅

@leni_do

Zitat von leni_do

einfach merkn ob du dich danach anders fühlst beim Laufen

okay ich versteh den Ansatz aber genau da hängt's bei mir irgendwie. Ich studiere halt Sportwissenschaft und da kriegt man so eingetrichtert dass Eigenwahrnehmung total unzuverlässig ist... das macht das schwieriger weil ich meiner eigenen Einschätzung gar nicht mehr so vertraue lol

Was mich aber grade mehr beschäftigt ist der Punkt mit deiner Kollegin die die Packung teilt. Ich frag mich ob das mit dem normalen Supermarktsaft genauso funktionieren würde, rein von der Nitratmenge her. Weil wenn die Menge eh so variabel ist von Produkt zu Produkt dann ist der Preisunterschied zum Supplement vielleicht gar nicht so irrelevant wie ich gedacht hab. Nicht dass ich jetzt das Betanio kaufe, bei dem Preis erstmal nicht. Aber so ein bisschen frag ich mich ob man mit billigem Saft überhaupt auf eine halbwegs konsistente Dosis kommt um irgendetwas überhaupt testen zu können. Das Timing-Zeug lass ich mal beiseite du hast eh recht dass ich mich da zu sehr reinsteigere.

@miramira ah okay das ist interessant, also du traust deiner eigenen Wahrnehmung nicht weil du zu viel Theorie im Kopf hast. Das ist irgendwie das Gegenteil von meinem Problem lol

aber zum Punkt mit der Dosierung - ja das macht schon Sinn was du sagst. Wenn die Säfte alle unterschiedlich viel Nitrat haben dann kannst du damit schlecht vergleichen ob es dir hilft oder nicht, weil du nicht weißt was du überhaupt nimmst. Meine Kollegin kauft immer die gleiche Marke deswegen kann sie zumindest konsistent bleiben wenn sie das probiert

Allerdings - und jetzt bin ich ehrlich - ich glaub nicht dass das für uns als Hobbyläufer so ein großes Problem ist. Wenn du merkst "mit diesem einen Saft vor meinen Läufen bin ich schneller" dann ist das doch schon die Antwort, egal ob 480 oder 520 mg Nitrat drin sind. Das ist nicht wie bei nem Wettkampf wo jedes Prozent zählt. Vielleicht versuchst du da zu viel Genauigkeit reinzubringen wo sie gar nicht nötig ist

Meine Frage wäre eher - hast du die Möglichkeit eine Weile lang immer den gleichen Saft zu nehmen und einfach zu gucken ob sich dein Trainingslog irgendwann anders anfühlt? Nicht die Nitratmilligramme tracken sondern einfach deine Zeiten anschauen nach ein paar Wochen

@leni_do

Zitat von leni_do

einfach deine Zeiten anschauen nach ein paar Wochen

okay ja das wäre eigentlich der pragmatischste Ansatz. Ich hab eh Strava also Zeiten tracken wäre kein Problem. Aber da kommt schon das nächste Problem: meine Läufe sind halt nicht kontrolliert. Mal flach mal mit Höhenmeter, mal ausgeschlafen mal nach der Uni wenn ich schon vier Stunden gesessen bin. Da sagen mir meine Zeiten nach drei Wochen trotzdem nichts g'scheites. Was mich grad eher beschäftigt ist was du mit "Trainingslog anfühlt" meinst. Du meinst ja nicht nur die Zeiten sondern so ein subjektives Gefühl beim Laufen. Und jetzt drehe ich mich wieder im Kreis weil ich ja genau das nicht vertraue lol

Ich glaub das eigentliche Problem ist dass ich das mit zu vielen Variablen gleichzeitig teste. Saft ja/nein, Schlaf, Strecke, wie die Woche war. Das ist halt kein Experiment mehr das ist einfach mein Leben. Vielleicht wäre es realistischer erst die Grundbedingungen zu stabilisieren - also erstmal konsequenter auf Schlaf und Ernährung generell schauen bevor ich irgendwas mit Nitrat überhaupt anfange zu tracken. Das klingt so offensichtlich wenn ich es aufschreibe...

@miramira ja also das ist jetzt irgendwie lustig weil du merkst gerade selbst dass du dir das schwerer machst als nötig. Und das ist ehrlich gesagt bei dir als Sportwissenschaftlerin auch verständlich, aber... ich glaub du verwechselst hier zwei verschiedene Dinge. Klar, für ne echte Studie brauchst du Kontrolle über alle Variablen. Aber du bist nicht in ner Studie, du trainierst für dich selbst. Das heißt du kannst ruhig unordentlicher vorgehen. Mein Punkt war ja nicht dass du perfekt messen sollst, sondern dass du einfach merkst - über mehrere Wochen - ob du dich mit dem Saft besser fühlst beim Laufen oder nicht. Punkt. Schlecht geschlafen, bergig, egal. Wenn das ein echtes Muster ist dass du schneller vorankommst wenn du den Saft nimmst, wirst du das merken auch wenn die Variablen wild durcheinander sind. Also ehrlich, versuch mal den pragmatischen Weg. Nimm die nächsten vier Wochen immer vor deinen Läufen den gleichen Saft, schreib dir einfach danach kurz auf wie du dich gefühlt hast - nicht deine Zeiten, nicht Nitratmilligramm, nur "gut drauf" oder "schlecht drauf" oder "normal". Und dann schaust du ob da was rauskummt. Wenn nein, dann weißt du dass dieser Saft für dich irrelevant ist. Wenn ja, gut, dann probierst du vielleicht später ob andere Säfte genauso funktionieren. Das ist kein Experiment, das ist einfach nur ausprobieren. Und dafür brauchst du keine kontrollierten Bedingungen

@leni_do

Zitat von leni_do

nur "gut drauf" oder "schlecht drauf" oder "normal"

okay ja das klingt machbar. Aber ich merk gerade dass mein eigentliches Problem vielleicht nicht das Tracking ist sondern dass ich gar nicht weiß ob ich das vier Wochen lang konsequent durchziehe. Ich bin ehrlich - ich hab letzten Herbst auch mal angefangen ein Schlaftagebuch zu führen für ein Seminar und das war nach zehn Tagen tot. Was mich grad eher beschäftigt: du sagst "wenn da was rauskommt" - aber was machst du dann eigentlich mit der Info? Wenn du nach vier Wochen das Gefühl hast ja macht irgendwie was - kaufst du dann doch das teurere Supplement oder bleibst du beim Saft?? Ich frag das weil ich glaube da ist mein eigentlicher Knackpunkt. Nicht ob es wirkt sondern was ich dann damit mache. Weil wenn der Saft eh "funktioniert" brauch ich das Betanio nicht und wenn er's nicht tut auch nicht. Dann wäre die ganze Frage eigentlich schon beantwortet ohne dass ich irgendwas kaufe. Keine Ahnung ob ich grad zu simpel denke 😄

@miramira haha okay jetzt redest du mir aus der Seele. Ehrlich, du denkst da viel zu weit voraus. Also bei mir ist das so - ich nehm den Saft, weil meine Kollegin mir den mitbringt und weil er billig genug ist dass ich nicht drüber nachdenke. Wenn ich merken würde "wow damit lauf ich deutlich besser" würde ich wahrscheinlich weitermachen, aber nicht unbedingt zum teuren Zeug wechseln, sondern halt weiterhin den gleichen Saft kaufen. Punkt. Zitat von miramiraWenn der Saft eh "funktioniert" brauch ich das Betanio nicht

Genau. Und ehrlich für mich persönlich - ich bin mir nicht sicher ob diese ganzen Supplements den Preis wert sind. Bei mir hat irgendwie immer mehr gebracht dass ich einfach darauf geachtet hab zwei Stunden vorher was zu essen statt direkt vorher noch was reinzustopfen. Das merke ich deutlich mehr als irgendwelche Shots. Aber das ist vielleicht auch das Ding - du musst die Frage gar nicht beantworten bevor du anfängst. Nimm vier Wochen den Saft, guck ob es dir was bringt. Und wenn ja dann fragst du dir danach ob dir das reicht oder ob du mehr willst. Nicht andersrum. Du blockierst dich gerade selbst mit "aber was mach ich dann" obwohl du noch gar nicht weißt ob du überhaupt was brauchst. Edit: Klar, das funktioniert nicht für jeden gleich - manche merken da halt auch gar keinen Unterschied. Aber genau deswegen: erst testen, dann überlegen!

@leni_do okay ja ich glaub du hast recht dass ich mich selbst blockiere. Aber was du sagst mit dem Essen zwei Stunden vorher - das ist ehrlich gesagt was ich eh schon länger ignoriere. Ich lauf meistens abends direkt nach der Uni und hab dann manchmal seit dem Mittagessen nichts mehr gegessen weil ich vergess es oder keine Zeit. Vielleicht ist das eh der größere Hebel als irgendein Saft. Das klingt jetzt so offensichtlich dass ich mich ein bisschen schäme es aufzuschreiben 😅

Aber ich merke gerade - ich hab die ganze Zeit über Nitrat geredet und dabei nicht mal die Basics am Laufen. Keine Ahnung ob das bei dir auch so war am Anfang oder ob du das von Anfang an besser im Griff hattest.

@miramira haha naja ehrlich gesagt war ich da nicht besser. Bei mir war das eher andersrum - ich bin einfach gelaufen ohne was zu tracken und hab erst nach nem Jahr gemerkt dass ich überhaupt auf Essen achten sollte. Aber es ist nicht so dass ich das dann sofort perfekt gemacht hab, du schreibst dir da selbst Druck auf

Das mit dem Mittagessen vergessen - kann ich total nachvollziehen, bei mir in der Verwaltung ist das ähnlich. Ich hab dann irgendwann angefangen mir einfach einen Riegel einzustecken und den gegen drei Uhr zu essen, nicht weil ich das geplant hab sondern weil ich gemerkt hab dass ich sonst beim Laufen am Limit bin. War jetzt keine große Umstellung, hat aber mehr gebracht als alles andere

Was mich grad interessiert - wenn du merkst dass deine Grundlagen vielleicht nicht so optimal sind, macht es dann überhaupt Sinn gerade jetzt mit nem Saft zu experimentieren? Oder solltest du erst die Basics sortieren und dann später gucken ob du noch mehr brauchst. Ich meine, wenn du zwei Stunden vorher ordentlich isst und dann merkst "wow das ist ja krass besser" - dann weißt du ja schon dass der Hebel wo anders liegt als bei irgendwelchen Supplements

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