Rote Beete / Nitrat-Supplements beim Laufen - lohnt sich das wirklich??
Zitat von miramira am Juli 29, 2026, 12:02 Uhrich bin jetzt schon eine Weile am Überlegen ob ich da reinvestieren soll. Hab angefangen wegen Halbmarathon-Training mehr über Ausdauer und Ernährung zu lesen und bin dann irgendwie bei Nitrat-Supplements gelandet. Die Idee dahinter klingt ja g'scheit - mehr Stickstoffmonoxid bessere Durchblutung, Muskeln kriegen effizienter Sauerstoff usw. Hab das in einem sportwissenschaftlichen Artikel gelesen der in unserem Seminar erwähnt wurde, also nicht irgendein Blog. Konkret hab ich mir das Betanio PLUS angeschaut weil das hier öfter empfohlen wird. Aber der Preis... heftig. Für das Geld kauf ich lieber ein kg Rote Beete beim Markt 😅
Was mich eh beschäftigt ist die Frage ob man das wirklich merkt oder ob das eher eine dieser Sachen ist die "theoretisch funktionieren" laut Labordaten aber im echten Training kaum spürbar sind. Ich bin keine Profiläuferin ich mach das Hobby-mäßig. Meine Trainingspartnerin hat mal so ein Konzentrat probiert und meinte es war super - aber sie hat gleichzeitig ihren Schlaf verbessert und mehr gegessen also... wie soll man das auseinanderdividieren?? Außerdem frag ich mich ob man das auch einfach über normale Ernährung abdecken kann. Rote Beete, Spinat, Rucola - die haben doch alle Nitrat. Wäre das nicht dasselbe nur billiger? Oder fehlt da irgendwas bei der Bioverfügbarkeit im vergleich zu konzentrierten Präparaten? Falls hier jemand mit Ausdauersport Erfahrung hat besonders Laufen - habt ihr einen echten Unterschied gemerkt oder ist das eher Wunschdenken. Und wenns wer ausprobiert hat: ab wann, Distanz, wie lang eingenommen?
ich bin jetzt schon eine Weile am Überlegen ob ich da reinvestieren soll. Hab angefangen wegen Halbmarathon-Training mehr über Ausdauer und Ernährung zu lesen und bin dann irgendwie bei Nitrat-Supplements gelandet. Die Idee dahinter klingt ja g'scheit - mehr Stickstoffmonoxid bessere Durchblutung, Muskeln kriegen effizienter Sauerstoff usw. Hab das in einem sportwissenschaftlichen Artikel gelesen der in unserem Seminar erwähnt wurde, also nicht irgendein Blog. Konkret hab ich mir das Betanio PLUS angeschaut weil das hier öfter empfohlen wird. Aber der Preis... heftig. Für das Geld kauf ich lieber ein kg Rote Beete beim Markt 😅
Was mich eh beschäftigt ist die Frage ob man das wirklich merkt oder ob das eher eine dieser Sachen ist die "theoretisch funktionieren" laut Labordaten aber im echten Training kaum spürbar sind. Ich bin keine Profiläuferin ich mach das Hobby-mäßig. Meine Trainingspartnerin hat mal so ein Konzentrat probiert und meinte es war super - aber sie hat gleichzeitig ihren Schlaf verbessert und mehr gegessen also... wie soll man das auseinanderdividieren?? Außerdem frag ich mich ob man das auch einfach über normale Ernährung abdecken kann. Rote Beete, Spinat, Rucola - die haben doch alle Nitrat. Wäre das nicht dasselbe nur billiger? Oder fehlt da irgendwas bei der Bioverfügbarkeit im vergleich zu konzentrierten Präparaten? Falls hier jemand mit Ausdauersport Erfahrung hat besonders Laufen - habt ihr einen echten Unterschied gemerkt oder ist das eher Wunschdenken. Und wenns wer ausprobiert hat: ab wann, Distanz, wie lang eingenommen?
Zitat von mh_82 am Juli 29, 2026, 13:35 UhrZitat von miramiraob man das auch einfach über normale Ernährung abdecken kann
Das ist eigentlich die Kernfrage, die ich bei Patienten auch immer stelle bevor wir über Präparate reden. Und die ehrliche Antwort ist: kommt drauf an, wie viel du tatsächlich isst. 100g Rucola haben grob 250mg Nitrat, eine Portion Rote Beete ähnlich viel. Die oft zitierten Mengen aus Studien - ich glaube es war irgendwas um 400-500mg akut - kriegst du über normale Mahlzeiten hin, aber du müsstest das dann auch wirklich konsequent machen, nicht "mal ein Salatblatt". Was mich bei Betanio PLUS konkret interessieren würde: steht da eine genaue Nitratmenge drauf? Weil viele Hersteller werben mit "Rote-Beete-Extrakt" aber schreiben keine mg-Angabe zum Nitratgehalt. Das ist mir zu vage. Wenn ich das mit einem Patienten bespreche und kann nicht sagen "du kriegst x mg Nitrat pro Portion", dann ist das schlechte Grundlage. @miramira das mit deiner Trainingspartnerin ist übrigens ein klassisches Confounding-Problem. Schlaf und Kalorienaufnahme beeinflussen Ausdauerleistung so stark, dass ein Nitrat-Effekt da komplett untergeht. Das ist kein Vorwurf, das ist einfach wie subjektive Erfahrung funktioniert. Deshalb sind mir die kontrollierten Studien da lieber - auch wenn die oft mit trainierten Männern gemacht werden und die Übertragbarkeit auf Hobbyläuferinnen begrenzt ist. Konkret gefragt: hat jemand hier Betanio PLUS mit einer konkreten Mengenangabe auf der Packung gesehen?
Zitat von miramiraob man das auch einfach über normale Ernährung abdecken kann
Das ist eigentlich die Kernfrage, die ich bei Patienten auch immer stelle bevor wir über Präparate reden. Und die ehrliche Antwort ist: kommt drauf an, wie viel du tatsächlich isst. 100g Rucola haben grob 250mg Nitrat, eine Portion Rote Beete ähnlich viel. Die oft zitierten Mengen aus Studien - ich glaube es war irgendwas um 400-500mg akut - kriegst du über normale Mahlzeiten hin, aber du müsstest das dann auch wirklich konsequent machen, nicht "mal ein Salatblatt". Was mich bei Betanio PLUS konkret interessieren würde: steht da eine genaue Nitratmenge drauf? Weil viele Hersteller werben mit "Rote-Beete-Extrakt" aber schreiben keine mg-Angabe zum Nitratgehalt. Das ist mir zu vage. Wenn ich das mit einem Patienten bespreche und kann nicht sagen "du kriegst x mg Nitrat pro Portion", dann ist das schlechte Grundlage. @miramira das mit deiner Trainingspartnerin ist übrigens ein klassisches Confounding-Problem. Schlaf und Kalorienaufnahme beeinflussen Ausdauerleistung so stark, dass ein Nitrat-Effekt da komplett untergeht. Das ist kein Vorwurf, das ist einfach wie subjektive Erfahrung funktioniert. Deshalb sind mir die kontrollierten Studien da lieber - auch wenn die oft mit trainierten Männern gemacht werden und die Übertragbarkeit auf Hobbyläuferinnen begrenzt ist. Konkret gefragt: hat jemand hier Betanio PLUS mit einer konkreten Mengenangabe auf der Packung gesehen?
Zitat von miramira am Juli 29, 2026, 13:49 UhrZitat von mh_82viele Hersteller werben mit "Rote-Beete-Extrakt" aber schreiben keine mg-Angabe zum Nitratgehalt
@mh_82 okay das ist ein richtig guter Punkt und ich hab jetzt grad nochmal schnell auf die Betanio PLUS Seite geschaut - und tatsächlich steht da irgendwas von "hochkonzentriertem Extrakt" aber ich find auf Anhieb keine konkrete mg-Zahl zum Nitrat. Vielleicht übersehe ich was keine Ahnung. Aber wenn selbst du als - ich nehm mal an Mediziner oder sowas in der Richtung?? - das als schlechte Grundlage siehst dann ist das irgendwie schon aussagekräftig. Was mich aber gerade noch beschäftigt ist was du über die Studien sagst. Trainierte Männer, Übertragbarkeit begrenzt. Das höre ich in der Uni auch öfter bei anderen Themen und es nervt mich ehrlich gesagt. Ich bin eine 27-jährige Hobbyläuferin mit okay-Trainingsumfang, vielleicht 40-50km die Woche wenn's gut läuft. Die Datenlage für genau mich ist dann was ein Fragezeichen??? Das macht das Ganze noch schwieriger einzuschätzen. Ich könnte theoretisch einfach mal eine Woche konsequent Rote Beete essen und schauen was passiert - aber dann fehlt mir ja trotzdem der Vergleich weil ich nicht weiß wie ich "ohne" performt hätte an denselben Tagen.
Zitat von mh_82viele Hersteller werben mit "Rote-Beete-Extrakt" aber schreiben keine mg-Angabe zum Nitratgehalt
@mh_82 okay das ist ein richtig guter Punkt und ich hab jetzt grad nochmal schnell auf die Betanio PLUS Seite geschaut - und tatsächlich steht da irgendwas von "hochkonzentriertem Extrakt" aber ich find auf Anhieb keine konkrete mg-Zahl zum Nitrat. Vielleicht übersehe ich was keine Ahnung. Aber wenn selbst du als - ich nehm mal an Mediziner oder sowas in der Richtung?? - das als schlechte Grundlage siehst dann ist das irgendwie schon aussagekräftig. Was mich aber gerade noch beschäftigt ist was du über die Studien sagst. Trainierte Männer, Übertragbarkeit begrenzt. Das höre ich in der Uni auch öfter bei anderen Themen und es nervt mich ehrlich gesagt. Ich bin eine 27-jährige Hobbyläuferin mit okay-Trainingsumfang, vielleicht 40-50km die Woche wenn's gut läuft. Die Datenlage für genau mich ist dann was ein Fragezeichen??? Das macht das Ganze noch schwieriger einzuschätzen. Ich könnte theoretisch einfach mal eine Woche konsequent Rote Beete essen und schauen was passiert - aber dann fehlt mir ja trotzdem der Vergleich weil ich nicht weiß wie ich "ohne" performt hätte an denselben Tagen.
Zitat von mh_82 am Juli 29, 2026, 14:27 UhrZitat von miramiraich bin eine 27-jährige Hobbyläuferin mit okay-Trainingsumfang
@miramira Physio, kein Arzt - nur damit das klar ist. Aber ich arbeite halt täglich mit Leuten die ähnliche Fragen haben. Zum Selbstversuch: du sagst du hättest keinen Vergleich. Das stimmt so nicht ganz. Es gibt Protokolle wo man im Training gezielt gleiche Strecken unter gleichen Bedingungen läuft - Herzfrequenz, Tempo, Tageszeit möglichst identisch. Kein Labor, aber besser als "fühlt sich gut an". Das machen manche Patienten bei mir auch, einfach mit einer simplen Lauf-App. Kein perfekter RCT, aber für eine persönliche Einschätzung reicht das oft. Was mich an deiner Situation konkret interessiert: 40-50km die Woche ist kein kleines Volumen. Hast du da überhaupt schon mal deine tatsächliche Nitrataufnahme über die normale Ernährung abgeschätzt? Ich frage weil ich bei manchen Sportlern in der Praxis den Eindruck habe, dass die schon über die Ernährung gar nicht so schlecht dastehen - und das Supplement dann kaum noch Raum hat um etwas beizusteuern. Das ist die Mundflora-Geschichte nochmal aus anderem Blickwinkel: wenn die Ausgangsbasis schon okay ist, wird der Effekt kleiner. Für den Selbstversuch würde ich ehrlich gesagt zuerst zwei Wochen konsequent dokumentieren was du isst, bevor du irgendwas kaufst. Ein paar Kollegen haben mir erzählt dass allein das Tracking schon Muster aufdeckt die vorher unsichtbar waren.
Zitat von miramiraich bin eine 27-jährige Hobbyläuferin mit okay-Trainingsumfang
@miramira Physio, kein Arzt - nur damit das klar ist. Aber ich arbeite halt täglich mit Leuten die ähnliche Fragen haben. Zum Selbstversuch: du sagst du hättest keinen Vergleich. Das stimmt so nicht ganz. Es gibt Protokolle wo man im Training gezielt gleiche Strecken unter gleichen Bedingungen läuft - Herzfrequenz, Tempo, Tageszeit möglichst identisch. Kein Labor, aber besser als "fühlt sich gut an". Das machen manche Patienten bei mir auch, einfach mit einer simplen Lauf-App. Kein perfekter RCT, aber für eine persönliche Einschätzung reicht das oft. Was mich an deiner Situation konkret interessiert: 40-50km die Woche ist kein kleines Volumen. Hast du da überhaupt schon mal deine tatsächliche Nitrataufnahme über die normale Ernährung abgeschätzt? Ich frage weil ich bei manchen Sportlern in der Praxis den Eindruck habe, dass die schon über die Ernährung gar nicht so schlecht dastehen - und das Supplement dann kaum noch Raum hat um etwas beizusteuern. Das ist die Mundflora-Geschichte nochmal aus anderem Blickwinkel: wenn die Ausgangsbasis schon okay ist, wird der Effekt kleiner. Für den Selbstversuch würde ich ehrlich gesagt zuerst zwei Wochen konsequent dokumentieren was du isst, bevor du irgendwas kaufst. Ein paar Kollegen haben mir erzählt dass allein das Tracking schon Muster aufdeckt die vorher unsichtbar waren.
Zitat von miramira am Juli 29, 2026, 14:55 Uhr@mh_82 okay das mit dem Tracking klingt eh sinnvoll aber ich muss ehrlich sein - ich hab noch nie wirklich aufgeschrieben was ich esse. So grob weiß ich es halt. Rote Beete hab ich eigentlich kaum auf dem Speiseplan bisher, Rucola manchmal im Salat, Spinat vielleicht einmal die Woche. Also wahrscheinlich eher unterdurchschnittlich was Nitrat angeht?? Was mich gerade beschäftigt ist die Mundflora-Geschichte die du kurz erwähnt hast. Das hab ich ehrlich gesagt nicht ganz verstanden. Irgendwas damit dass die Bakterien im Mund das Nitrat erst umwandeln müssen?? Keine Ahnung ob ich das richtig im Kopf hab. Weil wenn das so ist dann würde ja auch Mundspülung und so ein Thema werden... klingt übertrieben aber ich frag mich ob das in der Praxis wirklich relevant ist oder eher so ein Randdetail das man in Studien findet aber im Alltag kaum Rolle spielt. Und zum Tracking - ich schau mir das an. Ich nutze eh schon Garmin für die Läufe also die Herzfrequenzdaten hab ich sowieso schon. Strecke und Tempo zu vergleichen wäre nicht kompliziert. Nur das Ernährungs-Tracking würd ich wahrscheinlich nach drei Tagen wieder vergessen 😅 kenn mich da selbst zu gut
@mh_82 okay das mit dem Tracking klingt eh sinnvoll aber ich muss ehrlich sein - ich hab noch nie wirklich aufgeschrieben was ich esse. So grob weiß ich es halt. Rote Beete hab ich eigentlich kaum auf dem Speiseplan bisher, Rucola manchmal im Salat, Spinat vielleicht einmal die Woche. Also wahrscheinlich eher unterdurchschnittlich was Nitrat angeht?? Was mich gerade beschäftigt ist die Mundflora-Geschichte die du kurz erwähnt hast. Das hab ich ehrlich gesagt nicht ganz verstanden. Irgendwas damit dass die Bakterien im Mund das Nitrat erst umwandeln müssen?? Keine Ahnung ob ich das richtig im Kopf hab. Weil wenn das so ist dann würde ja auch Mundspülung und so ein Thema werden... klingt übertrieben aber ich frag mich ob das in der Praxis wirklich relevant ist oder eher so ein Randdetail das man in Studien findet aber im Alltag kaum Rolle spielt. Und zum Tracking - ich schau mir das an. Ich nutze eh schon Garmin für die Läufe also die Herzfrequenzdaten hab ich sowieso schon. Strecke und Tempo zu vergleichen wäre nicht kompliziert. Nur das Ernährungs-Tracking würd ich wahrscheinlich nach drei Tagen wieder vergessen 😅 kenn mich da selbst zu gut
Zitat von mh_82 am Juli 29, 2026, 16:29 UhrZitat von miramiranach drei Tagen wieder vergessen
@miramira Das kenn ich von Patienten. Drei Tage, dann bricht es ab. Mein Tipp daher: nicht alles tracken, nur die nitratreichen Quellen. Also konkret - hast du Rote Beete, Rucola, Spinat, Mangold, Sellerie gegessen, ja oder nein, wie viel ungefähr. Das geht in 30 Sekunden abends. Mehr brauchst du für diese Frage nicht. Zur Mundflora kurz weil du gefragt hast: Ja, du hast das richtig im Kopf. Die Umwandlung von Nitrat zu Nitrit passiert im Mund durch bestimmte Bakterien, bevor der eigentliche NO-Weg weiterlaufen kann. Wenn die Mundflora gestört ist - durch Antiseptika, bestimmte Mundspülungen - funktioniert das schlechter. Das ist kein Randdetail, das ist tatsächlich mehrfach repliziert worden, u.a. in einer Arbeit von Lansley et al. und dann nochmal in einer Folgestudie die ich grad nicht auswendig zitieren kann. Ob das für dich im Alltag relevant ist, hängt davon ab ob du regelmäßig sowas verwendest. Was mich bei deinem Profil jetzt aber eigentlich mehr beschäftigt: du läufst 40-50km die Woche und isst kaum Nitratquellen. Das ist nicht nichts. Bevor ich in deiner Lage überhaupt über Betanio PLUS nachdenke, würde ich einfach vier Wochen Rote Beete in den Speiseplan nehmen - 200-300g täglich, roh oder als Saft. Günstig, kontrollierbar, und du weißt was drin ist. Wenn da nichts passiert, kannst du immernoch entscheiden ob ein Konzentrat Sinn macht.
Zitat von miramiranach drei Tagen wieder vergessen
@miramira Das kenn ich von Patienten. Drei Tage, dann bricht es ab. Mein Tipp daher: nicht alles tracken, nur die nitratreichen Quellen. Also konkret - hast du Rote Beete, Rucola, Spinat, Mangold, Sellerie gegessen, ja oder nein, wie viel ungefähr. Das geht in 30 Sekunden abends. Mehr brauchst du für diese Frage nicht. Zur Mundflora kurz weil du gefragt hast: Ja, du hast das richtig im Kopf. Die Umwandlung von Nitrat zu Nitrit passiert im Mund durch bestimmte Bakterien, bevor der eigentliche NO-Weg weiterlaufen kann. Wenn die Mundflora gestört ist - durch Antiseptika, bestimmte Mundspülungen - funktioniert das schlechter. Das ist kein Randdetail, das ist tatsächlich mehrfach repliziert worden, u.a. in einer Arbeit von Lansley et al. und dann nochmal in einer Folgestudie die ich grad nicht auswendig zitieren kann. Ob das für dich im Alltag relevant ist, hängt davon ab ob du regelmäßig sowas verwendest. Was mich bei deinem Profil jetzt aber eigentlich mehr beschäftigt: du läufst 40-50km die Woche und isst kaum Nitratquellen. Das ist nicht nichts. Bevor ich in deiner Lage überhaupt über Betanio PLUS nachdenke, würde ich einfach vier Wochen Rote Beete in den Speiseplan nehmen - 200-300g täglich, roh oder als Saft. Günstig, kontrollierbar, und du weißt was drin ist. Wenn da nichts passiert, kannst du immernoch entscheiden ob ein Konzentrat Sinn macht.
Zitat von miramira am Juli 29, 2026, 20:05 Uhr@mh_82 okay die Mundflora-Sache ist echt interessant und irgendwie logisch wenn mans erklärt bekommt. Ich benutz eigentlich keine Antiseptika-Spülung, nur normales Zähneputzen - also da sollte das eh passen?? Aber was mich jetzt beim letzten Post beschäftigt: du schreibst 200-300g täglich. Das ist... viel. Ich mein ich mag Rote Beete grundsätzlich aber das wäre halt fast jeden Tag. Ich frag mich ob das realistisch ist ohne dass man irgendwann keine Lust mehr drauf hat. Und ob Saft wirklich gleichwertig ist - da hab ich irgendwo gelesen dass beim Pressen manchmal die Mundflora-Geschichte dann anders läuft weil man anders schluckt oder so? Keine Ahnung ob ich das falsch im Kopf hab. Was mich aber gerade noch mehr beschäftigt - ich hab vorhin kurz mit einer Kommilitonin gesprochen (wir hatten heut Vormittag noch Seminar) und die meinte sie hat irgendwann aufgehört Rote Beete zu essen weil sie das Ausfärben beim... naja du weißt schon... komplett vergessen hatte und sich halb zu Tode erschreckt hat 😂 das ist jetzt kein wissenschaftliches Argument aber irgendwie typisch wie man das dann doch wieder aufhört. Also ich glaub ich probier das mit dem reduzierten Tracking. Nur die Nitratquellen, abends kurz. Mal schauen ob ich länger als drei Tage durchhalte als ich selbst vermutet hab.
@mh_82 okay die Mundflora-Sache ist echt interessant und irgendwie logisch wenn mans erklärt bekommt. Ich benutz eigentlich keine Antiseptika-Spülung, nur normales Zähneputzen - also da sollte das eh passen?? Aber was mich jetzt beim letzten Post beschäftigt: du schreibst 200-300g täglich. Das ist... viel. Ich mein ich mag Rote Beete grundsätzlich aber das wäre halt fast jeden Tag. Ich frag mich ob das realistisch ist ohne dass man irgendwann keine Lust mehr drauf hat. Und ob Saft wirklich gleichwertig ist - da hab ich irgendwo gelesen dass beim Pressen manchmal die Mundflora-Geschichte dann anders läuft weil man anders schluckt oder so? Keine Ahnung ob ich das falsch im Kopf hab. Was mich aber gerade noch mehr beschäftigt - ich hab vorhin kurz mit einer Kommilitonin gesprochen (wir hatten heut Vormittag noch Seminar) und die meinte sie hat irgendwann aufgehört Rote Beete zu essen weil sie das Ausfärben beim... naja du weißt schon... komplett vergessen hatte und sich halb zu Tode erschreckt hat 😂 das ist jetzt kein wissenschaftliches Argument aber irgendwie typisch wie man das dann doch wieder aufhört. Also ich glaub ich probier das mit dem reduzierten Tracking. Nur die Nitratquellen, abends kurz. Mal schauen ob ich länger als drei Tage durchhalte als ich selbst vermutet hab.
Zitat von mh_82 am Juli 29, 2026, 20:17 UhrZitat von miramirasich halb zu Tode erschreckt hat
@miramira Das kenne ich tatsächlich - hab das schon zweimal in der Praxis gehört. Nennt sich Beturie, ist harmlos aber der Schrecken sitzt. Kein Wunder dass Leute dann aufhören. Zum Saft: Die Variante mit Schlucken und Mundflora ist nicht ganz falsch gedacht, aber der Effekt läuft trotzdem über die Speicheldrüsen, die Nitrat aktiv aus dem Blut zurück in den Mund pumpen. Also auch Saft funktioniert - vorausgesetzt du spülst nicht danach mit Mundwasser. Konkret gefragt: trinkst du den Saft dann einfach und lässt ihn kurz im Mund bevor du schluckst? Das ist zumindest was manche Studien empfehlen, damit der Kontakt mit der Mundschleimhaut länger ist. 200-300g täglich klingt viel, aber das muss keine gekochte Rote Beete sein. Vorgegarte Vakuumpackung, abends in den Salat, fertig. Kostet vielleicht 10 Minuten Aufwand die Woche insgesamt. Ich hab Patienten die das so machen und nach zwei Wochen ist es Routine. Was mich aber gerade ehrlich gesagt mehr interessiert als die Logistikfrage: du läufst schon eine Weile auf diesem Volumen - merkst du aktuell irgendwas, das dich überhaupt auf die Idee gebracht hat dass da etwas fehlt? Also ein konkretes Problem beim Training oder eher rein theoretisches Interesse weil du den Artikel gelesen hast?
Zitat von miramirasich halb zu Tode erschreckt hat
@miramira Das kenne ich tatsächlich - hab das schon zweimal in der Praxis gehört. Nennt sich Beturie, ist harmlos aber der Schrecken sitzt. Kein Wunder dass Leute dann aufhören. Zum Saft: Die Variante mit Schlucken und Mundflora ist nicht ganz falsch gedacht, aber der Effekt läuft trotzdem über die Speicheldrüsen, die Nitrat aktiv aus dem Blut zurück in den Mund pumpen. Also auch Saft funktioniert - vorausgesetzt du spülst nicht danach mit Mundwasser. Konkret gefragt: trinkst du den Saft dann einfach und lässt ihn kurz im Mund bevor du schluckst? Das ist zumindest was manche Studien empfehlen, damit der Kontakt mit der Mundschleimhaut länger ist. 200-300g täglich klingt viel, aber das muss keine gekochte Rote Beete sein. Vorgegarte Vakuumpackung, abends in den Salat, fertig. Kostet vielleicht 10 Minuten Aufwand die Woche insgesamt. Ich hab Patienten die das so machen und nach zwei Wochen ist es Routine. Was mich aber gerade ehrlich gesagt mehr interessiert als die Logistikfrage: du läufst schon eine Weile auf diesem Volumen - merkst du aktuell irgendwas, das dich überhaupt auf die Idee gebracht hat dass da etwas fehlt? Also ein konkretes Problem beim Training oder eher rein theoretisches Interesse weil du den Artikel gelesen hast?
Zitat von miramira am Juli 29, 2026, 20:28 Uhr@mh_82 okay die Frage trifft mich gerade ehrlich gesagt ein bisschen unvorbereitet 😅
also... konkretes Problem? Nicht wirklich. Ich hab keine Einbrüche im Training, keine Erschöpfung die mich besorgt. Eher so ein diffuses "könnte besser sein" - meine letzten zwei Läufe fühlten sich zäher an als die Zahlen rechtfertigen würden, Herzfrequenz war normal, Tempo auch, aber ich war irgendwie früher fertig im Kopf als die Beine. Keine Ahnung ob das überhaupt was mit Nitrat zu tun hat oder einfach Schlaf war oder der Stress vor dem Seminar. Also ja, wahrscheinlich hauptsächlich theoretisches Interesse ausgelöst durch den Artikel. Was ich mir aber jetzt gerade überleg - ist das dann überhaupt der richtige Einstiegspunkt für sowas? Ich mein wenn kein klares Defizit da ist, ist der potenzielle Effekt dann nicht eh minimal? Das klingt fast wie... Optimierung auf hohem Niveau aber ich bin ja kein Hochleistungssport, ich will nur nicht beim Halbmarathon nach km 16 das Gefühl haben dass mein Körper aufgibt bevor ich es tue.
Zitat von mh_82ein konkretes Problem beim Training oder eher rein theoretisches Interesse
vielleicht ist meine eigentliche Frage gar nicht "lohnt sich Nitrat" sondern eher wann es sich lohnt. Also ab welchem Punkt macht das Sinn anzufangen - wenn man schon ein Problem spürt oder präventiv davor?
@mh_82 okay die Frage trifft mich gerade ehrlich gesagt ein bisschen unvorbereitet 😅
also... konkretes Problem? Nicht wirklich. Ich hab keine Einbrüche im Training, keine Erschöpfung die mich besorgt. Eher so ein diffuses "könnte besser sein" - meine letzten zwei Läufe fühlten sich zäher an als die Zahlen rechtfertigen würden, Herzfrequenz war normal, Tempo auch, aber ich war irgendwie früher fertig im Kopf als die Beine. Keine Ahnung ob das überhaupt was mit Nitrat zu tun hat oder einfach Schlaf war oder der Stress vor dem Seminar. Also ja, wahrscheinlich hauptsächlich theoretisches Interesse ausgelöst durch den Artikel. Was ich mir aber jetzt gerade überleg - ist das dann überhaupt der richtige Einstiegspunkt für sowas? Ich mein wenn kein klares Defizit da ist, ist der potenzielle Effekt dann nicht eh minimal? Das klingt fast wie... Optimierung auf hohem Niveau aber ich bin ja kein Hochleistungssport, ich will nur nicht beim Halbmarathon nach km 16 das Gefühl haben dass mein Körper aufgibt bevor ich es tue.
Zitat von mh_82ein konkretes Problem beim Training oder eher rein theoretisches Interesse
vielleicht ist meine eigentliche Frage gar nicht "lohnt sich Nitrat" sondern eher wann es sich lohnt. Also ab welchem Punkt macht das Sinn anzufangen - wenn man schon ein Problem spürt oder präventiv davor?
Zitat von mh_82 am Juli 29, 2026, 20:45 UhrZitat von miramirawann es sich lohnt
@miramira Das ist eigentlich die präzisere Frage, ja. Und ehrlich gesagt gibt es dafür keine saubere Schwelle. Was ich aus der Literatur kenne - hauptsächlich aus Überblicksarbeiten zu Ausdauerleistung, nicht aus einer einzelnen Studie - ist dass der Effekt bei untrainierten oder moderat trainierten Leuten tendenziell größer ist als bei Hochtrainierten. Die haben nämlich oft schon eine bessere NO-Grundversorgung über die Gefäßanpassung. Das würde für dich als Hobbyläuferin also eher positiv sprechen, nicht negativ. Aber was du beschreibst - Herzfrequenz normal, Tempo stimmt, du bist mental früher weg - das klingt für mich weniger nach Nitratmangel und mehr nach etwas anderem. Schlaf, Stresslast vor dem Seminar, vielleicht auch einfach kumulierte Ermüdung wenn das Volumen gerade hoch war. Nitrat wirkt auf Sauerstoffeffizienz im Muskel, nicht auf die mentale Komponente des Laufens. Das ist ein anderer Mechanismus. Konkret gefragt: wie sieht dein Schlaf gerade aus, die letzten zwei Wochen? Weil wenn das die Variable ist, kannst du Rote Beete essen so viel du willst und wirst an diesem "früher fertig im Kopf" nichts ändern.
Zitat von miramirawann es sich lohnt
@miramira Das ist eigentlich die präzisere Frage, ja. Und ehrlich gesagt gibt es dafür keine saubere Schwelle. Was ich aus der Literatur kenne - hauptsächlich aus Überblicksarbeiten zu Ausdauerleistung, nicht aus einer einzelnen Studie - ist dass der Effekt bei untrainierten oder moderat trainierten Leuten tendenziell größer ist als bei Hochtrainierten. Die haben nämlich oft schon eine bessere NO-Grundversorgung über die Gefäßanpassung. Das würde für dich als Hobbyläuferin also eher positiv sprechen, nicht negativ. Aber was du beschreibst - Herzfrequenz normal, Tempo stimmt, du bist mental früher weg - das klingt für mich weniger nach Nitratmangel und mehr nach etwas anderem. Schlaf, Stresslast vor dem Seminar, vielleicht auch einfach kumulierte Ermüdung wenn das Volumen gerade hoch war. Nitrat wirkt auf Sauerstoffeffizienz im Muskel, nicht auf die mentale Komponente des Laufens. Das ist ein anderer Mechanismus. Konkret gefragt: wie sieht dein Schlaf gerade aus, die letzten zwei Wochen? Weil wenn das die Variable ist, kannst du Rote Beete essen so viel du willst und wirst an diesem "früher fertig im Kopf" nichts ändern.