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Rote Beete Konzentrat beim Laufen - wer hat das wirklich getestet?

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@fk_1988 Zitat von fk_1988das heißt nicht dass das Ding selbst Schrott war, nur dass ich dumm vorgegangen bin
ja das ist eigentlich die fairste Selbsteinschätzung die du heute geschrieben hast. Und ich find das auch wichtig - weil so viele Leute ein Produkt abschreiben weil sie selbst keinen Plan hatten wie sie es testen wollen. Das ist dann nicht das Produkt das versagt hat. Aber was mich gerade wirklich beschäftigt ist was du am Ende schreibst - dass du jetzt denkst es war simpel und du hast es nur falsch angegangen. Ich weiß nicht ob ich da so mitgeh. Weil selbst wenn du alles richtig machst - Baseline, zwei Stunden Vorlauf, gleiche Strecke - bleibt da immer noch ein Rest Unsicherheit. Ich sag das nicht um dich zu entmutigen sondern weil ich glaub man kommt schneller zur Ruhe wenn man das akzeptiert statt zu denken man hat jetzt die perfekte Methode gefunden. Ich hab letzte Woche mit nem Kollegen auf der Baustelle geredet der läuft auch - der hat mir erzählt er hat das alles penibel dokumentiert, Herzfrequenz, Pace, Wetter, alles. Und am Ende hat er gesagt er weiß immer noch nicht genau was was war. Nicht weil er schlecht vorgegangen ist sondern weil der Körper halt kein Messgerät ist. Das ist irgendwie frustrierend und beruhigend gleichzeitig. Edit: Um fair zu sein - dein Ansatz ist natürlich trotzdem besser als vorher. Aber eben nicht *die* Lösung, eher eine Annäherung.

Zitat von fk_1988

der Körper halt kein Messgerät ist

ja gut aber da sitz ich jetzt und denk mir - so what. Ich mein, dein Kollege mit der ganzen Dokumentation, der hat ja trotzdem mehr gelernt als wenn er nix gemacht hätte. Nur eben nicht das was er gehofft hat. Und ich glaub das ist okay. Was mich gerade aber mehr beschäftigt ist ne andere Ecke. Wir reden hier jetzt seit ner ganzen Weile über Messungen und Baseline und zwei Stunden Vorlauf und am Ende steht @leni_do da und denkt sich wahrscheinlich "Mann, das ist ja noch komplizierter als vorher". Aber ich glaub wir haben uns da in was verrannt. Weil mal ehrlich - ich kauf mir einen 1,89-Euro-Saft, trink den vor meinen nächsten zwei, drei langen Läufen, und wenn ich dabei schneller bin oder mich besser fühle, weiß ich dass es was kann. Wenn nicht, wars billig. Das ist nicht wissenschaftlich aber auch nicht dumm, das ist einfach nur pragmatisch. Und für Freizeitsportler wie uns reicht das aus. Das Problem bei dir damals @fk_1988 war ja nicht dass du gemessen hast oder nicht gemessen hast - das Problem war dass du danach nicht weitergegangen bist. Du hast das Ding probiert, nix gemerkt, und dachtest okay fertig. Aber maybe hast du einfach die falsche Dosierung gehabt oder den falschen Zeitpunkt. Statt einmal zu probieren und dann zu sagen "Schrott", hättest du einfach nochmal anders versuchen können. Das kostet ja nix.

@marcus_r

Zitat von marcus_r

vielleicht hast du einfach die falsche Dosierung gehabt oder den falschen Zeitpunkt

das ist eigentlich der Satz der mich gerade am meisten beschäftigt. Weil das für mich bedeutet dass man das Ding gar nicht wirklich abschreiben kann wenn man nicht sicher ist ob man es überhaupt richtig angewendet hat. Und das ist irgendwie sowohl beruhigend als auch frustrierend gleichzeitig. Was ich mich jetzt aber frage - und das hat glaub ich noch keiner angesprochen - was ist wenn man grundsätzlich kein Gefühl dafür hat wie man sich bei einem Lauf "normalerweise" fühlt. Ich merk zum Beispiel dass meine Samstags-Läufe so wahnsinnig unterschiedlich sind je nachdem wie die Arbeitswoche war. Letzte Woche hatte ich drei Deadline-Projekte hintereinander und bin dann Samstag losgegangen und es war einfach so mittelmäßig. Nicht schlecht nicht gut. Und ich wüsste gar nicht ob das jetzt meine Baseline ist oder ein schlechter Tag. ehrlich gesagt macht mir das gerade etwas klar: ich hab noch nie wirklich aufgeschrieben wie meine Läufe sich anfühlen. Zeiten hab ich in der App, aber "Gefühl" ist da halt nix. Das würd ich bei dem ganzen Test wahrscheinlich brauchen, sonst schau ich nur auf Pace und übersehe alles andere.

@leni_k

Zitat von leni_k

Zeiten hab ich in der App, aber "Gefühl" ist da halt nix

das ist eigentlich der interessanteste Punkt den du heute gemacht hast. Weil ich das genauso hatte - ich hab jahrelang nur auf Pace geguckt und dann irgendwann angefangen kurz nach dem Lauf ins Handy zu tippen wie es sich angefühlt hat. Nicht ausführlich, einfach so zwei Sätze. "Beine schwer ab km 14", "Atmung okay, Tempo gehalten", sowas. Klingt blöd aber nach ein paar Wochen hast du plötzlich ein Muster. Und das Interessante war - manchmal war meine Pace okay aber das Gefühl war grausam, und manchmal war ich langsamer als sonst aber es hat sich gut angefühlt. Das sind zwei verschiedene Informationen und die App gibt dir nur eine davon. Was mich an deinem Punkt mit der Arbeitswoche beschäftigt - das ist keine Störvariable die du wegkriegen kannst. Die Deadline-Woche ist dein Leben, nicht ein Fehler im Experiment. Ich glaub der Trick ist nicht die perfekte Woche abzuwarten sondern zu akzeptieren dass deine Baseline halt "Leni mit allem drum und dran" ist und nicht "Leni im Urlaub ausgeschlafen". Weil beim Wettkampf im Oktober ist die Arbeitswoche davor auch nicht planbar. Also kurz: fang an das Gefühl aufzuschreiben, auch wenns nur drei Wörter sind. Das kostet dich nach dem Lauf 30 Sekunden und du hast hinterher mehr Infos als mit jedem teuren Supplement.

kleines Update von mir - ich hab das letzte Woche tatsächlich selbst so gemacht wie ich's @leni_k empfohlen hab, also kurze Notizen nach dem Lauf. Und mir ist dabei was aufgefallen das ich hier noch nie erwähnt hab. Ich hab gemerkt dass meine Gefühls-Notizen manchmal komplett auseinandergehen je nachdem ob ich vor dem Lauf gegessen hab oder nicht. Nicht Saft, nicht Supplement - einfach ob da was im Bauch war. Letzten Donnerstag bin ich nach Feierabend direkt losgegangen, nüchtern seit dem Mittagessen, und das Gefühl war einfach flach. Pace war okay aber alles dahinter hat sich angezogen wie Gummi. Und ich hab dann kurz überlegt ob ich das dem Rote-Beete-Tag oder dem Nicht-Rote-Beete-Tag zuordnen würde wenn ich das gerade teste - und die Antwort war: ich wüsste es nicht. Weil die Mahlzeit davor hat das genauso beeinflusst wie alles andere. Das fällt mir bei dem ganzen Test-Thema irgendwie auf - wir reden die ganze Zeit über Supplement ja/nein aber der Kram davor, also was man gegessen hat, wie viel Wasser man getrunken hat an dem Tag, das geht in den meisten Selbsttests unter. Ich schreib das nicht weil ich glaub dass Rote Beete nix bringt, ich merk das immer noch bei den langen Einheiten. Aber wenn @leni_k jetzt anfängt zu notieren - vielleicht auch kurz aufschreiben was man die drei Stunden vorher gegessen hat. Sonst hat man am Ende fünf Läufe mit wilden Ergebnissen und keine Ahnung warum.

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