Bitte oder Registrieren, um Beiträge und Themen zu erstellen.

Rote Beete im Smoothie – wie kriegt man den Erdgeschmack weg?

VorherigeSeite 3 von 3

kleines Update weil ich mich nochmal melden wollte - ich hab die Knolle tatsächlich gekocht, letzten Samstag abend noch. Bissfest wie @ms_77 das gesagt hat, das hab ich mir gemerkt. Und ehrlich gesagt hat das was verändert. Nicht dramatisch, aber der Unterschied zu dem labberigen Zeug aus dem Glas ist real. Das war irgendwie... konkreter im Geschmack? Weniger dieser diffuse Erdigkram, mehr einfach Gemüse. Mit Apfelessig und einem Schuss Olivenöl hab ich das dann gegessen und es war okay. Wirklich okay, nicht "ich rede mir ein dass es passt"-okay.

Zitat von ms_77

bissfest kochen, das macht nen Unterschied

ja das stimmt tatsächlich, und das hätte ich mir früher sparen können wenn ich das einfach mal probiert hätte statt ewig im Thread rumzudiskutieren. Ein bisschen peinlich wenn ich ehrlich bin 😄

Was sich aber geändert hat in meiner Einschätzung: ich glaub der Smoothie-Ansatz ist für mich wirklich der falsche Weg. Nicht weil der Geschmack so schlimm ist sondern weil ich da immer wieder anfange zu optimieren - Ingwer mehr, Apfel mehr, Eiswürfel rein. Das nervt mich an mir selbst. Als Beilage ist es einfacher weil es einfach am Teller liegt und fertig. Ob ich das jetzt zwei mal die Woche durchhalte - schauen wir mal. Diese Woche hab ich es jedenfalls zweimal gemacht, einmal mit Kümmel drüber weil ich das irgendwo aufgeschnappt hab und das war tatsächlich nicht schlecht.

melde mich nochmal weil ich was vergessen hab zu erwähnen - beim letzten Mal hab ich den Kümmel drübergestreut und das war gut, aber jetzt hab ich das auch mal mit etwas frischem Meerrettich probiert. Kleines bisschen nur, so vom Stück das noch im Kühlschrank lag. Und das war ehrlich gesagt eine ganz andere Hausnummer. Der Erdgeschmack tritt komplett in den Hintergrund weil der Meerrettich so dominant ist - vielleicht zu dominant wenn man empfindlich ist, aber für mich hat das gepasst. Was mich gerade nochmal beschäftigt - und das ist eigentlich die Frage die im ganzen Thread nicht aufgetaucht ist: macht es einen Unterschied ob man die Beete warm oder kalt isst? Ich hab sie bisher immer abgekühlt gegessen, so Zimmertemperatur oder kälter. Heute hab ich zufällig noch eine warme Portion erwischt weil ich zu faul war zu warten und ich glaub der Geschmack war intensiver. Oder bild ich mir das nur ein weil ich drauf geachtet hab? @ms_77 du hast den Tipp mit bissfest gegeben, hast du da auch eine Meinung dazu? Ich frag weil ich nicht weiß ob das schon bekannt ist oder ob ich da einfach einen komischen Abend hatte. Das mit dem Einlegen hab ich jetzt auch kurz angedacht - ich glaub beim klassischen Einlegen mit Essig muss man gar nicht lang warten, oder? also ich hab mal irgendwo gelesen dass

@leni_k zur Temperaturfrage - das ist kein eingebildeter Abend. warm riecht mehr, und was mehr riecht schmeckt auch intensiver. das ist keine Magie sondern einfach Physik. flüchtige Aromastoffe oder so, hab ich mal irgendwo aufgeschnappt. meine Frau macht das immer kalt weil sie die Beete eh vorher kocht und dann in den Kühlschrank packt. ich hab das letztens warm probiert als ich ungeduldig war - ja, intensiver. ob das gut oder schlecht ist kommt drauf an was man will.

Zitat von leni_k

beim klassischen Einlegen mit Essig muss man gar nicht lang warten

da hab ich meine Frau nochmal gefragt heute abend. sie sagt mindestens über Nacht, lieber zwei Tage. nicht wegen Haltbarkeit sondern weil der Essig sonst nur an der Oberfläche sitzt und nicht durchzieht. eine Stunde ist ihr zufolge zu wenig wenn mans wirklich schmecken soll. aber ich bin da kein Experte, ich ess das ja nur wenn's vor mir steht. was mich bei deinem Update mehr interessiert: du sagst Meerrettich war eine andere Hausnummer. das kann ich mir vorstellen - das ist eigentlich derselbe Trick wie wenn ich bei manchen Sachen mit scharfem Senf arbeite damit man das eigentliche Zeug nicht mehr so rausschmeckt. überdecken statt ergänzen hast du ja anfangs schon gefragt ob das der richtige Ansatz ist. anscheinend doch für dich.

@leni_k das freut mich ehrlich gesagt dass Sie das mit bissfest ausprobiert haben und dass es was gebracht hat. Das ist genau das was ich meine - manchmal liegt die Antwort nicht in der großen Theorie sondern einfach in der Zubereitung. Und zum Meerrettich - ja, da stimme ich @ms_77 zu, das ist dann wirklich überdecken statt ergänzen. Ich würde da nur vorsichtig sein, weil wenn Sie jedes Mal eine neue Zutat drüber packen müssen damit es passt, landen Sie wieder bei dem gleichen Problem wie beim Smoothie. Dann optimieren Sie wieder ständig rum statt es einfach zu essen. Was mich aber neugierig macht - Sie sagen Kümmel war auch gut. Das ist ja ganz anders als Meerrettich, das ergänzt eher als dass es überdeckt.

Zitat von leni_k

Ob ich das jetzt zwei mal die Woche durchhalte - schauen wir mal

- ich würde sagen, zwei mal die Woche mit Kümmel ist wahrscheinlich stabiler für Sie als jede Woche eine andere Kombination. Nicht weil das das Beste ist, sondern weil es zur Routine wird. Bei mir im Garten hab ich festgestellt, dass die Leute regelmäßiger dabei bleiben wenn sie sich ein System suchen und nicht ständig experimentieren. Eine fixe Kombination - Beete, Kümmel, Öl, Essig - das ist leichter im Kopf als "nächste Woche probier ich Meerrettich". Das mit warm versus kalt - ja, das macht absolut Sinn. Ich koche meine Rote Beete manchmal auch noch am Vortag, damit ist die ganz kalt wenn ich sie esse, und das nimmt diesem intensiven Geschmack tatsächlich etwas weg.

@elvira_k ja okay, da hast du absolut recht dass ich wieder anfangen könnte zu experimentieren. Das mit der fixen Routine - Beete, Kümmel, Öl, Essig - das klingt ehrlich gesagt viel weniger anstrengend als ständig neue Kombinationen zu testen. Meerrettich war interessant aber vielleicht auch nur weil's neu war weißt du? Das Problem kenn ich von mir selbst - sobald ich anfang zu optimieren verlier ich wieder die Lust. Was mich aber gerade beschäftigt: ich hab jetzt zweimal die Woche gemacht seit letztem Samstag, also drei mal insgesamt. Und ich glaub der Geschmack wird tatsächlich weniger intensiv erdig für mich - oder ich hab mich einfach dran gewöhnt, keine Ahnung. Aber der Punkt ist, es wird leichter. Und das mit warm versus kalt - ich glaub ich bleib dabei dass ich die kalt esse, das passt einfach besser zu meinem Rhythmus. Morgens kurz aus dem Kühlschrank, zum Frühstück nebenbei. Was mich nochmal wundert - und das ist vielleicht auch ne blöde Frage - aber du hast erwähnt dass die Leute bei dir im Garten regelmäßiger bleiben wenn sie sich ein System suchen. Wie lange hat das bei dir gedauert bis das normal war? Also bis du nicht mehr drüber nachdenken musstest? Ich frag weil ich gerade merke dass ich es noch bewusst mache - "okay jetzt ess ich die Beete" - und ich weiß nicht ob das irgendwann so automatisch wird wie Kaffee trinken oder ob das immer eine kleine Überwindung bleibt. Vielleicht ist das auch okay, weiß nicht.

@leni_bk das mit der Automatisierung - ehrlich gesagt ich glaube das dauert länger als man denkt. Bei mir im Garten sehe ich das immer wieder: die Leute, die wirklich dabei bleiben, die brauchen meistens zwei bis drei Monate bis es nicht mehr bewusst ist. Und manche brauchen auch länger das ist völlig normal. Aber ich muss Sie auch was fragen, weil Sie da gerade was interessantes gesagt haben - Sie essen die Beete morgens zum Frühstück aus dem Kühlschrank, nebenbei. Das ist ja schon ein System, nicht wahr? Das ist nicht mehr "ich muss mir jetzt Zeit nehmen und die zubereiten", sondern einfach eine kleine Portion die schon da liegt. Das ist schon mehr als die Hälfte der Arbeit, wenn ich das richtig sehe. Bei mir war es ähnlich - nicht dass es automatisch wurde wie Kaffee trinken, aber dass es irgendwann einfach zum Morgenritual gehörte ohne großes Nachdenken. Was mich neugierig macht: Sie sagen der Geschmack wird weniger intensiv erdig. Das könnte beides sein - echte Gewöhnung oder einfach dass Sie inzwischen wissen wie Sie es mögen, und das macht es leichter. Und vielleicht ist das auch gar nicht so wichtig zu unterscheiden. Wichtig ist dass es funktioniert, nicht warum. Aber eine Sache - passen Sie auf dass Sie nicht wieder anfangen zu analysieren. Sie haben jetzt ein System gefunden das läuft, Kümmel, Essig, kalt zum Frühstück. Das ist gut. Mehr braucht es nicht, [quote=leni_bksobald ich anfang zu optimieren verlier ich wieder die Lust[/quote] - das wissen Sie ja selbst von sich.

Ich lese das hier jetzt zum ersten Mal komplett durch und muss kurz was einwerfen, weil mich das Nitrat-Thema direkt angeht - beruflich wie sportlich. @gg1987 hat "Placebo" gesagt und @ms_77 hat das abgenickt. Da muss ich widersprechen, zumindest halb. Die Datenlage zum Nitrat-Mechanismus ist nicht Halbwissen - der physiologische Weg über Nitrat zu Nitrit zu NO ist gut dokumentiert, u.a. in Arbeiten von Lansley et al. (2011) und mehreren Folgestudien. Das Problem ist nicht, dass es nicht funktioniert, sondern dass der Effekt deutlich kleiner ist als die Werbung suggeriert. Und er ist vor allem relevant bei untrainierten bis moderat trainierten Leuten. Bei gut trainierten Ausdauersportlern flacht die Kurve deutlich ab. Was das für @leni_k bedeutet: wenn du Halbmarathons läufst und schon ne Weile dabei bist, reden wir über marginale Verbesserungen. Lohnenswerter als Nitrat-Optimierung wäre wahrscheinlich der Schlaf oder das Pacing. Zu Betanio PLUS - das ist halt ein Markenname auf einem Standardprodukt, da bin ich skeptisch. Realistisch betrachtet zahlst du da vor allem das Marketing. Was mich aber an dem Thread gerade mehr interessiert: @leni_bk hat jetzt dreimal gekochte Beete als Beilage gegessen und sagt der Geschmack wird leichter. Das deckt sich mit meiner Erfahrung aus der Praxis - Geschmacksgewöhnung hat tatsächlich eine neurologische Komponente, Stichwort Habituation. Das ist kein Einreden, das ist Physiologie. Ob das bei Roten Beete so funktioniert wie bei bitterem Gemüse, da bin ich nicht sicher genug um das zu behaupten, aber der Mechanismus wäre derselbe.

VorherigeSeite 3 von 3