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Rote Beete färbt alles ein - lohnt sich der Aufwand überhaupt?

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Zitat von ms_77

keiner hat mal gesagt wie lange kocht man das Zeug eigentlich

haha ja, das ist tatsächlich das einzige was hier wirklich praktisch hilft. 45 Minuten steinhart klingt aber auch danach dass du vielleicht kleinere genommen hast oder die Hitze zu niedrig war. Aber egal, @leni_k hat recht dass man da vorher recherchieren muss. Was mich aber gerade mehr beschäftigt - @ms_77 du vergleichst ständig mit deinem Beruf und mit Messwerten, und ich versteh den Punkt. Nur: bei Gemüse ist das halt ne andere Liga. Ich merke bei mir auch nicht ob es die Rote Beete ist oder ob ich einfach besseres Wetter hab an dem Tag oder ob ich mehr geschlafen hab. Das ist kein Placebo-Effekt, das ist einfach die Realität von Alltags-Beobachtungen - die sind immer unscharf. Ich hab das nie weiterverfolgt weil mir das ehrlich gesagt auch egal ist. Ich ess sie nicht weil ich ne Studie machen will, sondern weil ich mal gelesen hab dass es helfen könnte und ich dachte ok, versuch ichs halt. Aber hier ist der Punkt wo ich dich ein bisschen anders sehe als @leni_k - du hast recht dass man da nicht anfangen sollte verrückt zu spielen und alles zu dokumentieren. Das ist unrealistisch und macht keinem Spaß. Wenn du keine Lust auf Rote Beete hast dann hast du keine Lust drauf, da hilft auch keine perfekte Kochzeit. Das ist ok.

@lisab_93 Zitat von lisab_93Wenn du keine Lust auf Rote Beete hast dann hast du keine Lust drauf, da hilft auch keine perfekte Kochzeit. das stimmt schon, aber ich find das ein bisschen zu versöhnlich als Abschluss. @ms_77 hat die Dinger unter echten Bedingungen getestet - und ich mein, er hat sie immerhin gegessen. Das ist mehr als viele machen. Mich stört eher dass der Thread jetzt so in Richtung "ist halt so, jeder wie er mag" abdriftet. Was ich noch nie im Forum gelesen hab und mich grad beschäftigt: hat wer Erfahrung damit wie sich der Geschmack verändert wenn man die Beete im Ofen macht statt kocht? Ich hab das einmal probiert - in Alufolie gewickelt, 180 Grad, so 70 Minuten - und der Unterschied war für mich wirklich merkbar. Viel konzentrierter, fast ein bisschen süßlich. Kein Erdgeschmack mehr der so auf der Zunge liegt. Ich frag mich ob das für jemanden wie @ms_77 vielleicht überhaupt der realistischere Einstieg gewesen wäre - Ofen an und fertig kein Topf, kein Vollspritzen. Nur halt auch länger. Ich sag das nicht um das Thema nochmal aufzurollen sondern weil ich glaub dass "Rote Beete schmeckt wie feuchte Erde" oft einfach eine Frage der Methode ist, nicht des Gemüses selbst. Danke schon mal falls wer da Erfahrung hat. Edit: Kleine Ergänzung - falls jemand die Ofenmethode testet: Ich pack die Beete immer einzeln ein, nicht alle zusammen. Scheint besser zu funktionieren.

@leni_k das mit dem Ofen ist interessant muss ich zugeben. Ich hab das noch nie gemacht aber jetzt bin ich neugierig ob das wirklich so einen Unterschied macht. Das Problem ist halt - und da muss ich ehrlich sein - dass ich das Gemüse einfach nicht oft genug esse um sowas zu testen. Für mich persönlich lohnt sich der mentale Aufwand nicht, mich da reinzusteigern. Aber was mich gerade mehr beschäftigt: du schreibst

Zitat von leni_k

"Rote Beete schmeckt wie feuchte Erde" oft einfach eine Frage der Methode ist

und das könnte stimmen. Bei mir ist es aber andersrum - ich hab die auch schon in Restaurants gegessen, da war sie zubereitet von jemandem der das kann, und trotzdem war mein Fazit: ok, interessant, aber ich brauch das nicht regelmäßig. Das war nicht wegen der Zubereitung sondern weil der Geschmack mir einfach nicht so liegt wie zum Beispiel Brokkoli oder Karotten. Das ist kein Fehler bei der Methode, das ist einfach Geschmack. Ich glaub der Punkt wo ich @ms_77 verstehe ist genau das: wenn du nach der Arbeit heimkommst und dein Gehirn ist schon auf Autopilot, dann fragst du dich nicht "wie zubereite ich das optimal", sondern "will ich das überhaupt essen". Und wenn die Antwort nein ist dann ist jede Zubereitungsmethode verschwendet Zeit. Das ist nicht böse gemeint gegen dich - du hast einfach nen anderen Grund dafür zu essen als er.

@lisab_93 ok aber da vermischst du gerade zwei Sachen. Der Punkt "will ich das überhaupt essen" ist eine Motivationsfrage, und der Punkt "wie schmeckts mir" ist eine Geschmacksfrage. Die sind nicht dasselbe. Du sagst das Restaurant hat es gut gemacht und trotzdem war dein Fazit: brauch ich nicht. Das glaub ich dir. Aber bei @ms_77 war die Ausgangslage eine andere - der hat es pur gegessen, steinhart, ohne Kontext. Das ist keine Geschmackspräferenz die sich da gezeigt hat, das war schlicht ein suboptimales Erlebnis. Ob er es wirklich nicht mag, weiß er selbst noch nicht. Was mich aber bei deinem letzten Post ehrlich gesagt leicht nervt: du machst das so als ob Geschmack was komplett Fixes wäre. Ich hab früher auch gedacht ich mag keinen Fenchel. Dann hab ich ihn irgendwann geröstet gegessen, mit Parmesan drüber, und das war so ein "aha, ok" -Moment. Nicht weil ich mich überreden hab lassen, sondern weil es wirklich anders war. Ob das bei Roter Beete für jeden so funktioniert - keine Ahnung. Vielleicht nicht. Aber "ich mags nicht aus dem Restaurant also ist die Methode egal" ist halt auch kein wasserdichtes Argument.

Zitat von leni_k

ob das bei Roter Beete für jeden so funktioniert - keine Ahnung

na wenigstens das gibst du zu. Ich sitz hier und les das und irgendwann dreht sich das im Kreis. Fenchel geröstet mit Parmesan - @leni_k ich glaub dir das ja. Aber das ist halt auch schon wieder mehr Aufwand und mehr Zeugs das man dafür braucht. Parmesan hab ich nicht immer im Kühlschrank. Was mich aber gerade wirklich beschäftigt an dem ganzen Hin und Her zwischen euch beiden: ihr redet die ganze Zeit darüber ob ich die Rote Beete wirklich getestet hab oder nicht. Ich habs gegessen. Das war kein Blindtest im Labor aber ich hab gekaut und geschluckt und gedacht - ok, geht. Mehr war das nicht. Weder Begeisterung noch Ekel. Einfach Gemüse. Und jetzt komm ich mir vor als müsst ich das irgendwie verteidigen dass ich kein zweites Mal stundenlang in der Küche steh um rauszufinden obs doch besser geht. Bei meiner Arbeit würd ich auch nicht dreimal dieselbe Leitung neu ziehen damit der Kunde vielleicht irgendwann sagt "ach ja stimmt, die alte war schlechter". Das Ofending von @leni_k klingt ehrlich gesagt nicht völlig bescheuert. Reinschmeißen, Tür zu, warten. Das könnt ich mir theoretisch vorstellen. Aber 70 Minuten - das ist noch länger als meine 45 Minuten Chaos im Topf.

Zitat von lisab_93

ich brauch das nicht regelmäßig

das kenn ich als Aussage, aber bei dir klingt das so als wärst du schon mit dem Urteil reingegangen. Ist okay, echt. Aber das interessiert mich weniger. @ms_77 zu den 70 Minuten - du hast das grad so hingeschrieben als wäre das automatisch mehr Aufwand als der Topf. Ist es aber nicht wirklich. Du steckst sie rein, machst die Tür zu, und kannst in der Zeit duschen, auf der Couch liegen, was auch immer. Der Topf braucht mehr Aufmerksamkeit - zumindest wenn man nicht will dass das Wasser weg ist. Im Ofen passiert das nicht. Das ist eigentlich der Vorteil den ich hätte früher erwähnen sollen. Was mich aber an deinem letzten Post kurz gestört hat: du sagst du würdest nicht dreimal dieselbe Leitung neu ziehen. Stimmt. Aber du hast sie auch nicht einmal richtig verlegt, wenn ich das so sagen darf - steinhart, pur, unter Stress. Das ist halt kein fairer Test, auch wenns sich für dich so angefühlt hat. Ich sag das nicht um dich zu überreden, ich glaub wirklich dass du Rote Beete vielleicht einfach nicht magst. Aber das weißt du nach diesem einen Mal noch immer nicht sicher. Und Parmesan - den hab ich auch nicht immer. Das war nur ein Beispiel wie sich Geschmackswahrnehmung verschiebt, nicht ein Rezeptvorschlag.

@leni_k ok, das mit dem Ofen und "du kannst in der Zeit duschen" - das ist eigentlich das erste Argument das mich nicht kalt lässt. Das stimmt ja. Ich stell den Ofen an und das Ding macht sich selbst. Kenn ich ja vom Beruf - Timer setzen, System läuft, ich muss nicht danebenstehen. Aber ich muss kurz was sagen zu dem "nicht richtig verlegt" Vergleich. Das hat mich ehrlich gesagt ein bisschen geärgert. Ich hab gekocht was ich wusste. Wenn mir keiner sagt dass das 90 Minuten braucht, dann kochs ich halt 45. Das ist kein Fehler von mir, das ist fehlende Info. Und die hätte mein Schwager mir geben können bevor er mich damit nerft. Was ich mich grad frage - und das ist neu für mich in diesem Thread - wenn ich die Dinger in Alufolie mach im Ofen, schmutz ich dann auch alles ein? Das war ja mein Ausgangsproblem. Weil wenn das Zeug in der Folie bleibt bis es fertig ist und ich dann mit Handschuhen drangehn kann... das wär wenigstens ein Argument für die Methode. Meine Frau würd das auch mehr schätzen als das Schlachtfeld letztes Wochenende. Mehr will ich dazu eigentlich gar nicht sagen. Ich bin kein Rote-Beete-Fan geworden, das wird sich auch nicht ändern. Aber Ofenmethode - wenn ich ehrlich bin - das klingt weniger bescheuert als ich dachte.

@ms_77 zur Alufolie-Frage: ja, genau deswegen ist das Methode so angenehm. Die Beete bleibt komplett eingewickelt bis sie fertig und abgekühlt ist, und dann schälst du sie mit Handschuhen - die Schale geht nach dem Garen sowieso fast von selbst ab, so ein leichtes Abreiben und das wars. Das Schlachtfeld passiert hauptsächlich wenn man sie roh anschneidet oder noch heiß. Im Ofen-Szenario hast du eigentlich den ruhigsten Moment zum Schälen weil du dir die Zeit einteilen kannst.

Zitat von ms_77

das ist kein Fehler von mir, das ist fehlende Info

da geb ich dir recht, das war ungeschickt formuliert von mir. Du hast das gemacht was du wusstest, und das Ergebnis war vorhersehbar suboptimal - nicht weil du was falsch gemacht hast, sondern weil Rote Beete einfach ein Gemüse ist das null verzeiht wenn man die Grundinfos nicht hat. Kein anderer Hinweis irgendwo auf der Packung, kein Schwager der das erklärt. Das ist fair. Was mich aber jetzt wirklich interessiert - du sagst deine Frau würd das mehr schätzen. Kocht sie das dann selbst wenn du das Ofending mal durchziehst, oder ist das so ein gemeinsames Projekt? Weil wenn sie eh den Salat macht mit dem Vakuumzeug, könnt ihr das genauso gut mal mit ofengerösteter probieren, der Unterschied ist da nochmal deutlicher als frisch vs. vakuumverpackt gekocht.

Zitat von leni_k

könnt ihr das genauso gut mal mit ofengerösteter probieren

das ist jetzt ehrlich gesagt die erste konkrete Idee die ich mit nach Hause nehmen kann. Nicht weil ich jetzt plötzlich Rote-Beete-Enthusiast bin, das wird nicht passieren. Aber meine Frau macht eh manchmal Salat am Wochenende und wenn ich dann das Ofending vorbereite und sie macht den Rest - das klingt nach Arbeitsteilung die ich verstehe. Was ich aber noch nicht weiß: schmeckt die dann nach dem Ofen auch noch so durch und durch erdig, oder verändert sich das wirklich so stark wie du sagst. Weil wenn die am Ende genauso schmeckt wie meine steinhart-45-Minuten-Version dann ist das kein Fortschritt nur weniger Chaos. @leni_k du schreibst die Schale geht fast von selbst ab nach dem Garen. Das glaub ich dir mal. Kenn ich ähnlich von Kabeln die man richtig angewärmt hat - geht dann leichter. Macht Sinn. Aber eine Sache die hier noch gar keiner angesprochen hat: was macht man mit dem Zeug danach wenn mans nicht sofort verbraucht. Meine Frau hat letztes Wochenende die Hälfte von dem was ich gekauft hatte im Kühlschrank gelassen und ich weiß nicht mal ob das jetzt noch gut ist. Liegt da schon seit Samstag.

@ms_77 zur Haltbarkeit: wenn die seit Samstag im Kühlschrank liegt und schon gekocht war, dann hast du noch so zwei, drei Tage - je nachdem wie sie verpackt ist. In einer geschlossenen Dose oder Tupperdose geht das, offen auf einem Teller eher nicht so lang. Rohe, ungekochte Beete hält sich im Kühlschrank deutlich länger, so zwei bis drei Wochen problemlos. Was sich verändert im Ofen - ja, der Erdgeschmack bleibt nicht so aufdringlich weil beim Rösten ein bisschen mehr Süße rauskommt, das Gemüse verliert weniger an Flüssigkeit als im Kochwasser. Ich würd sagen es schmeckt konzentrierter aber weniger muffig-erdig. Ob dir das gefällt weiß ich immer noch nicht, das ist deine Sache. Aber es ist definitiv nicht dasselbe wie deine steinhart-45-Minuten-Version.

Zitat von ms_77

Kenn ich ähnlich von Kabeln die man richtig angewärmt hat

ok das ist jetzt das dritte Mal dass du Rote Beete mit deinem Beruf vergleichst und irgendwie passt es jedes Mal halbwegs. Ich glaub du bist unwissentlich offener für das Thema als du zugibst. Aber die Beete vom Samstag - kurz draufschauen, wenn sie noch fest ist und nicht komisch riecht ist die wahrscheinlich noch ok. Ich würd sie nicht mehr eine Woche liegen lassen.

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