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Rote Beete einlegen - wie lange hält es wirklich?

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@markus_hh88 okay das mit den Betacyaninen nehm ich mit das ist tatsächlich neu für mich. und der Hinweis mit dem Licht - das hätte ich nicht gedacht ich hab meine Gläser früher mal auf einem Regal stehen gehabt das nicht ganz dunkel war. könnte erklären warum die so schnell so ein komisches Grau bekommen haben.

Zitat von markus_hh88

das ist keine Meinung, das ist Lebensmittelkunde

ja, stimmt. und ich frag mich grad ob ich mit meinen Tipps hier nicht auch ein bisschen zur Verunsicherung beigetragen hab statt zur Beruhigung. der Säuregehalt-Hinweis war gut gemeint, aber irgendwann war da so eine Eigendynamik drin. merkt man wenn man den Thread so durchliest. was mich aber trotzdem beschäftigt - und das ist jetzt wirklich eine offene Frage, nicht Grübelei - ist der Punkt mit dem Licht bei Gläsern im Küchenschrank. @lisab_93 hat ja erwähnt dass sie die Gläser im dunklen Schrank hat, und da hab ich gar nicht nachgehakt ob der wirklich dunkel ist oder nur "nicht direkt Sonne". weil ein helles Küchenschrank-Inneres ist ja nicht das gleiche wie ein Keller. da wäre dein Hinweis mit dem Licht eigentlich wichtiger als alles was wir über Sterilisieren geredet haben, wenn jemand keinen Keller hat.

@markus_hh88 das mit den Betacyaninen und dem Licht - das hätte ich wirklich nicht gedacht. Ich habe meine Gläser immer im Keller stehen, also im Dunkeln, aber jetzt frage ich mich ob das vielleicht auch der Grund ist warum meine eingelegten Rüben im Vergleich zu dem was ich manchmal im Laden sehe noch relativ kräftig aussehen. Das beruhigt mich irgendwie. Was mich aber gerade beschäftigt ist etwas ganz anderes.

Zitat von markus_hh88

Die hat das Handwerk, nur das Vertrauen darin hat kurz gewackelt

- ja, genau das ist es. Und jetzt wo ich das hier lese, merke ich dass dieser ganze Thread mir eigentlich auch wieder Vertrauen gibt. Nicht weil ich jetzt zehn neue Techniken gelernt habe, sondern weil - wie Sie sagen - das alles eigentlich funktioniert hat. Dieses eine muffige Glas war die Ausnahme, nicht die Regel. Ich werde meine fünfzehn Gläser nicht wegschmeißen und auch nicht anfangen, irgendwelche Kapseln zu kaufen. Ich öffne sie wöchentlich esse sie auf, und nächstes Jahr mache ich kleinere Chargen. Das ist es. Die Sache mit dem Licht im Küchenschrank für @lisab_93 - da haben Sie recht dass das wichtiger ist als ich dachte. Ich werde meine Gläser definitiv nicht umsortieren, aber wenn jemand keinen Keller hat, sollte man vielleicht wirklich danauf achten dass der Schrank wirklich dunkel ist, nicht nur "nicht direkt in der Sonne". Das ist eine gute praktische Information die hätte ich selbst nicht so formuliert.

@elvira_k das klingt jetzt wirklich ruhiger als am Anfang, und das ist gut. aber was mich an deinem letzten Satz beschäftigt - "danauf achten" statt "darauf" - ich glaub du tippst das gerade auf einem Tablet oder so, kenn ich 😄

was ich aber eigentlich sagen wollte: @markus_hh88 hat den Punkt mit dem pH-Wert unter 4,6 so hingestellt als wäre das das Ende der Diskussion, und irgendwie... stimmt das ja auch. aber ich frag mich ob das für die meisten Leute hier überhaupt operativ nützlich ist. pH messen tu ich zuhause nicht, du auch nicht. also was macht man damit? im Grunde landet man wieder beim selben Punkt - Essig mit ausreichend Säuregehalt kaufen, fertig. was mich aber wirklich noch umtreibt ist eine Sache die ich glaub ich noch nirgends gelesen hab in dem Thread: machen die Gewürze einen Unterschied bei der Haltbarkeit? ich leg immer mit Lorbeer und Pfefferkörnern ein, weil meine Oma das so gemacht hat. ob die irgendwas tun außer Geschmack geben - keine Ahnung. ich hab irgendwo mal was gelesen über antimikrobielle Wirkung von Gewürzen, aber ob das im Essigsud überhaupt noch eine Rolle spielt wenn das saure Milieu eh die Hauptarbeit macht - das weiß ich wirklich nicht. vielleicht ist das wieder so eine Sache die man einfach macht weil mans immer so gemacht hat.

@leni_k mit den Gewürzen - ja, das frage ich mich auch schon lange. Meine Großmutter hat immer Senfsamen mit reingemacht, und ich habe das einfach weitergegeben bekommen, weil es so gerochen hat wie "richtig". Aber ob die Senfsamen oder der Lorbeer jetzt konservierend wirken oder nur das Aroma machen - ehrlich gesagt weiß ich das nicht. Ich mache es trotzdem immer so, weil mir der Geschmack damit einfach besser gefällt. Was mich aber gerade bei dem ganzen Thread etwas beschäftigt ist eine ganz praktische Sache die ich vorhin überlesen habe. @markus_hh88 schreibt von pH unter 4,6 und sagt das sei "Lebensmittelkunde" - und natürlich hat er recht. Aber dann sitze ich hier als Rentnerin mit meinen Gläsern und frage mich: woher weiß ich denn ob mein Essig diese 4,6 unterschreitet? Ich schaue auf die Flasche und sehe "Säuregehalt 5%" stehen. Das bedeutet das, oder? Und wenn ja - reicht das aus, oder muss es noch höher sein? Das mit dem "mindestens 5% haben" was @leni_k damals sagte - das merke ich mir beim nächsten Einkauf. Aber ehrlich gesagt bin ich auch froh dass ich das nicht täglich überdenken muss. Der Hausarzt hat mir geraten mehr Rote Beete zu essen, nicht dass ich eine Lebensmittelanalytikerin werde.

@elvira_k die Frage mit den 5% ist eigentlich die einzige in diesem Thread, die ich wirklich beantworten kann ohne zu raten. 5% Säuregehalt bedeutet 5g Essigsäure pro 100ml. Das entspricht einem pH-Wert von ungefähr 2,4 bis 2,5, also deutlich unter dem kritischen Wert den @markus_hh88 genannt hat. Das ist faktisch kein Problem, solange du die Lake nicht zu stark verdünnst. Der Punkt ist: wenn du die Essig-Lake mit Wasser streckst und da kein klares Verhältnis einhältst, kann der Gesamt-pH im Glas trotzdem höher liegen als der Essig alleine. Das ist vermutlich das einzige Szenario wo 5% knapp werden könnten.

Zitat von elvira_k

woher weiß ich denn ob mein Essig diese 4,6 unterschreitet

Der Essig selbst unterschreitet den locker. Die Frage ist eher was du damit machst. Konkret gesagt: wenn du Essig mit Wasser mischst, und das Verhältnis ist so ungefähr 1:1 oder essiglastiger, bist du safe. Manche Rezepte gehen auf 1 Teil Essig zu 2 Teilen Wasser, da fängt es an grenzwertig zu werden. Ob du das messen musst - nein. Aber einmal das eigene Rezept anschauen ob das Verhältnis irgendwo festgehalten ist, das lohnt sich. Bei meiner Mutter steht das in einem handgeschriebenen Heft aus den 80ern, da ist das Verhältnis drauf. Funktioniert seit vierzig Jahren.

@n.feld danke für diese klare Erklärung, das hilft mir wirklich weiter. Ich bin gerade in meinen alten Aufzeichnungen nachgeschaut - meine Großmutter hatte das Verhältnis tatsächlich irgendwo notiert, und bei mir ist es immer so gewesen, dass ich den Essig mit ungefähr gleich viel Wasser mische, manchmal auch ein bisschen weniger Wasser. Das heißt, ich bin da wahrscheinlich auf der sicheren Seite, oder? Das beruhigt mich ehrlich gesagt sehr. Was mich aber gerade beschäftigt - und vielleicht kann mir da jemand helfen - ist eine ganz andere Praktische Frage. @leni_k hat vorhin gefragt ob die Gewürze einen Unterschied machen, und ich habe das auch nie wirklich hinterfragt. Aber jetzt frage ich mich: wenn ich nächstes Jahr kleinere Chargen mache, wie mache ich das denn sinnvoll? Soll ich dann mehrere kleine Gläser mit unterschiedlichen Gewürzkombinationen machen und gucken was mir am besten schmeckt, oder ist das Schnickschnack? Weil ehrlich gesagt - im Moment mache ich immer alles gleich, und ich bin zufrieden damit. Aber wenn ich eh nur noch kleinere Mengen einlege, könnte ich ja auch mal experimentieren ohne große Verluste wenn mir was nicht schmeckt. Oder bin ich da schon wieder zu kompliziert am Denken?

@elvira_k das mit den verschiedenen Gewürzkombinationen - ich mein das klingt erstmal nach Aufwand, ist es aber nicht wirklich. ich mach das bei anderen Sachen auch so, einfach zwei kleine Gläser anders bestücken und dann ein paar Wochen warten. du lernst dabei mehr über dein eigenes Geschmacksempfinden als durch zehn Threads lesen, ehrlich gesagt. was mich bei deinem Beitrag aber mehr beschäftigt: du fragst ob das Schnickschnack ist - und ich glaub das ist die falsche Frage. Schnickschnack wäre es wenn du dich dabei stresst. wenn du einfach mal ein Glas mit Wacholderbeeren machst und eins ohne, ist das kein Projekt, das ist neugierig sein.

Zitat von elvira_k

könnte ich ja auch mal experimentieren ohne große Verluste

genau das. kleine Charge kleines Risiko, und du kriegst ne ehrliche Antwort auf eine Frage die du dir schon lang stellst. das ist eigentlich das Schönste an kleineren Mengen, das Ausprobieren wird weniger riskant. was mich übrigens noch interessiert, das hat @leni_k angesprochen und ich hab's seitdem nicht losgelassen - die Farbfrage bei rohen Scheiben. ich hatte das Gefühl dass meine roh eingelegten Scheiben nach ein paar Wochen noch deutlich kräftiger aussahen als die vorgekochten Variante die ich daneben hatte. @markus_hh88 hat das ja mit den Betacyaninen erklärt, macht Sinn. aber ob das auch geschmacklich bleibt oder ob die rohen Scheiben irgendwann kippen - da hab ich keine verlässliche Antwort drauf weil ich das nie nebeneinander verglichen hab bis zum Ende.

@jana_w das mit den Wacholderbeeren hat mich jetzt wirklich erwischt weil ich die tatsächlich noch nie beim Einlegen verwendet hab. Immer nur Lorbeer und Senfkörner, wie von meiner Mutter übernommen. Wacholderbeeren kenn ich eher vom Sauerkraut oder vom Wildgulasch, aber warum eigentlich nicht auch bei der Roten Beete. Zitat von jana_w: ob die rohen Scheiben irgendwann kippen

Das ist die Frage die mich auch beschäftigt, weil ich roh einlegen noch nie gemacht hab. Ich frag mich ob das nicht auch von der Scheibendicke abhängt. Sehr dünne Scheiben ziehen ja schneller durch, aber weichen vielleicht auch schneller auf? Das wäre bei mir im Garten ein interessanter Versuch für nächstes Jahr - einmal grob gehobelt, einmal fein, und dann nach vier Wochen vergleichen. Ich hab sowieso vor, nächstes Jahr kleinere Chargen zu machen, da könnte ich das gleich einbauen. Was mich bei dem ganzen Thread übrigens noch beschäftigt - und das hat niemand angesprochen - ist ob man beim Experimentieren mit Gewürzkombinationen eigentlich notieren sollte was man gemacht hat. Ich mach das meistens nicht und ärgere mich dann hinterher, wenn mir was gut schmeckt und ich nicht mehr weiß ob ich zwei oder drei Lorbeerblätter drin hatte. Mein Mann hat das früher aufgeschrieben, ich hab das nie so genau genommen. Edit: Das sollte ich mir wirklich abgucken - ein einfaches Notizbuch neben den Gläsern wäre wahrscheinlich die beste Lösung für mich! --
Selbstgemacht schmeckt's immer besser 🥰

@rotebeete_fan das mit dem Notizbuch - ja ich kenn das Elend. ich hab das mal kurz versucht, so ein kleines Heft neben den Gläsern, und dann steht da drei Einträge und dann nix mehr. irgendwie passiert das immer. was ich inzwischen mache ist einfach ein Klebezettel direkt auf den Deckel - Datum, Gewürze, und ob roh oder vorgekocht. das hält sich wenigstens solange das Glas da ist, danach ist es egal.

Zitat von rotebeete_fan

ob das nicht auch von der Scheibendicke abhängt

das ist eigentlich der Punkt den ich mir auch noch nicht richtig beantwortet habe. ich hab beim rohen Einlegen immer sehr dünn gehobelt, so 2-3mm ungefähr, und die waren nach vier Wochen noch bissfest aber deutlich weicher als frisch. ob dickere Scheiben das besser halten würden oder einfach nur langsamer durchziehen - keine Ahnung. mein Gefühl sagt letzteres, aber ich hab das wirklich nie parallel getestet. was mich bei deiner Idee mit dem Jahresvergleich übrigens reizt: du willst grob gegen fein vergleichen, ich würd da glatt noch eine dritte Variable reinschmeißen - rohe Scheiben mit Wacholderbeeren gegen die klassische Lorbeer-Senfsamen-Variante. wäre eigentlich interessant ob der Wacholder das Erdige der Roten Beete dämpft oder ob der einfach drüberliegt.

@jana_w das mit dem Wacholder gegen Lorbeer-Senfsamen parallel testen - das klingt nach einem echten Plan. Ich glaub ich mach das tatsächlich so, drei kleine Gläser nebeneinander, und dann wirklich mit Zettel drauf wie du sagst. Klebezettel auf dem Deckel ist viel pragmatischer als ein Heft das nach drei Einträgen verstaubt, das kenn ich von mir selbst zu gut. Was mich bei deiner Scheibendicken-Überlegung aber noch weiter beschäftigt ist etwas anderes - nämlich ob rohe Rote Beete überhaupt gleichmäßig durchzieht wenn die Scheiben unterschiedlich dick sind. Bei mir im Garten sind die Rüben nie alle gleich groß, das heißt selbst wenn ich eine bestimmte Dicke anstrebe, kommt aus dem äußeren Rand der Rübe was anderes als aus der Mitte. Bei vorgekochten Scheiben spielt das keine so große Rolle mehr weil die eh weich sind aber roh stelle ich mir das als echte Variable vor. Und noch was das mich grad beschäftigt - beim Klebezettel auf dem Deckel: wie machst du das, wenn das Glas im Keller steht und feucht wird? Bei mir lösen sich normale Aufkleber nach ein paar Wochen ab. Ich hab das früher mit einem wasserfesten Stift direkt auf den Deckel geschrieben, aber das geht dann beim Einmachen nicht mehr wenn man die Deckel wiederverwenden will.

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