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Rote Beete einlegen - wie lange hält es wirklich?

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Hallo zusammen ich habe dieses Jahr wieder viel zu viel geerntet und möchte einen großen Teil einlegen, damit ich über den Winter versorgt bin. Das habe ich früher regelmäßig gemacht, aber ehrlich gesagt bin ich mir nicht mehr so sicher, wie lange die eingelegten Rüben wirklich haltbar sind. Im Moment lagere ich sie im Keller in Gläsern mit Essig und Zucker, wie ich das immer gemacht habe. Mein Mann hat das früher mitgemacht, aber seit er weg ist, kümmere ich mich allein darum und irgendwie zweifle ich jetzt mehr als sonst. Letzten Winter habe ich ein Glas geöffnet und mir war nicht ganz wohl dabei, aber ich bin mir nicht sicher, ob das normal war oder ob ich es zu lange gelagert hatte. Wie macht ihr das? Wie lange lagert ihr eingelegte Rote Beete, bevor ihr sie verbraucht? Gibt es da eine Faustregel, oder kommt es ganz auf die Zubereitung an? Ich möchte ja nicht, dass mir alles verdirbt, und auf der anderen möchte ich auch nicht zu vorsichtig sein und die ganze Arbeit für nichts gewesen ist. Außerdem interessiert mich, ob vakuumverpackte eingelegte Rote Beete aus dem Supermarkt länger halten als das, was ich selbst mache. Der Hausarzt hat mir ja geraten, regelmäßig Rote Beete zu essen, da wäre es praktisch wenn ich mich da auf meine eigenen Gläser verlassen könnte statt immer im Laden nachzukaufen.

@elvira_k das mit dem Glas das dir komisch vorgekommen ist würd mich interessieren - was genau hat dich gestört? Geruch Farbe, Textur? Weil bei Essig-Einlagen passiert ja eigentlich nicht so viel wenn die Gläser ordentlich sterilisiert waren. ich frag weil meine Oma das auch immer gemacht hat und die hat gesagt: riecht es noch nach Essig und schimmelt nix, ist es gut. klingt simpel, aber ich glaub da ist was dran. was mich bei deinem Post aber wirklich beschäftigt ist der Vergleich mit vakuumverpackten aus dem Supermarkt. da würd ich spontan sagen: die halten länger weil die industriell pasteurisiert werden, aber ob die noch irgendwas an Nährstoffen haben - da bin ich skeptisch. hab mal irgendwo gelesen dass gerade beim Nitrat (das ist ja der Stoff der für die Ausdauerleistung relevant ist laut dem Artikel den ich gelesen hab) der Gehalt bei verarbeiteten Produkten stark schwankt. ob das auch für eingelegte gilt weiß ich ehrlich gesagt nicht. also wenn dein Hausarzt dir Rote Beete empfiehlt - machst du das wegen einem konkreten Wert oder einfach allgemein? das interessiert mich grad. draußen ist schon wieder so ein Augustgewitter, ich sitz hier am Laptop und frag mich was ich heute noch produktiv hinkrieg 😄

@leni_k das mit dem Geruch - ja, genau das war es. Es roch irgendwie muffig, nicht mehr nach Essig sondern eher pilzig, wenn das Sinn macht. Das hat mir Unbehagen bereitet und ich habe das Glas dann weggeschüttet. Aber vielleicht war ich da auch zu vorsichtig, wer weiß. Was du über deine Oma schreibst, beruhigt mich ein wenig. Das mit dem Essiggeruch und keine Schimmelflöckchen - das kann ich ja kontrollieren. Nur manchmal zweifle ich, ob mein Auge noch scharf genug ist für so etwas, besonders bei den dunkelroten Rüben im Glas. Das mit dem Nitrat interessiert mich ehrlich gesagt nicht so sehr. Der Hausarzt hat mir geraten, mehr Rote Beete zu essen wegen des Blutdrucks, nicht wegen irgendwelcher Leistungswerte. Ich bin Rentnerin, da brauche ich keine Ausdauer für Sport. Aber wenn ich das selbst einlege, weiß ich wenigstens, dass drin ist, was ich selbst reingetan habe - keine Zusatzstoffe, kein Gedöns. Das ist mir wichtiger als diese ganzen Nährstoff-Diskussionen. Meine Frage wäre eher praktisch: wie sterilisierst du deine Gläser denn? Im Backofen oder kochend? Ich mache das immer im Backofen, aber vielleicht ist das nicht gründlich genug.

Zitat von elvira_k

im Backofen oder kochend

@elvira_k ich mach das kochend also Gläser und Deckel für mindestens 10 Minuten in sprudelnd kochendes Wasser. Meine Oma hat das so gemacht und ich hab das einfach übernommen. Ob der Backofen schlechter ist weiß ich ehrlich gesagt nicht genau - ich hab mal gehört dass die feuchte Hitze beim Auskochen gründlicher ist weil sie auch in alle Ritzen kommt, aber ob das stimmt oder nur Hörensagen ist... keine Ahnung. was mich bei deinem letzten Beitrag aber mehr beschäftigt: das muffig-pilzige. wenn der Essiggeruch komplett weg war, war das wahrscheinlich wirklich kein gutes Zeichen. Essig hält ja gerade wegen des sauren Milieus - wenn das kippt, kippt auch die Konservierung. du warst da also nicht zu vorsichtig, glaub ich. und dass du das wegen Blutdruck machst finde ich eigentlich interessant, weil das genau das ist worum es in dem Artikel ging den ich gelesen hab - nur eben aus anderem Blickwinkel. der Stoff ist derselbe, nur der Anwendungsfall halt ein anderer. eine Sache noch: hast du beim Einlegen Salz dabei? ich frag weil meine Oma da immer auch Salz rein hat und ich nicht weiß ob das die Haltbarkeit beeinflusst oder eher den Geschmack.

@leni_k mit dem Salz hast du mich gerade erwischt - ich nehme tatsächlich Salz mit rein, aber mehr aus Gewohnheit als aus echtem Wissen heraus. Mein Mann hat das immer so gemacht und ich habe es einfach weitergegeben bekommen wenn das Sinn macht. Ob das jetzt für die Haltbarkeit entscheidend ist oder nur für den Geschmack, das habe ich mich ehrlich gesagt nie gefragt. Aber was mich gerade mehr beschäftigt: dieses muffig-pilzige, das du ernst nimmst - das beruhigt mich irgendwie und macht mir auch gleichzeitig Sorgen. Wenn das wirklich ein Zeichen dafür ist, dass das saure Milieu kippt, dann muss ich wohl noch aufmerksamer sein beim Sterilisieren. Das kochend auszukochen stelle ich mir aufwendiger vor als mein Backofen-Verfahren, aber wenn das zuverlässiger ist, dann mache ich das vielleicht beim nächsten Mal so. Zehn Minuten sprudelnd kochend - das merke ich mir. Was mich aber wirklich neugierig macht: wenn das Essig-Milieu so wichtig ist - nutzt du dann einen bestimmten Essig? Ich nehme immer weißen Speiseessig aus dem Supermarkt, und ich frage mich jetzt, ob da auch Unterschiede sind, die eine Rolle spielen. Oder ist das wieder Überdenken mauf einer seite?

@elvira_k der Essig ist tatsächlich nicht egal, würde ich sagen. weißer Speiseessig passt, aber entscheidend ist der Säuregehalt - der sollte mindestens 5% haben, das steht meistens klein auf der Flasche. billiger Supermarktessig hat den oft, aber ich hab schonmal einen erwischt der nur 4% hatte und das reicht halt knapp nicht so gut fürs Milieu.

Zitat von elvira_k

ist das wieder Überdenken

nein ehrlich gesagt nicht - das ist genau der richtige Gedanke. weil wenn der Essig zu schwach ist, hast du alles richtig gemacht beim Sterilisieren und trotzdem kippts irgendwann. was ich noch nie ausprobiert hab aber öfter gelesen hab: manche mischen Apfelessig rein, halb-halb mit weißem. soll geschmacklich milder werden und der Säuregehalt bleibt trotzdem ok. keine Ahnung ob das bei dir gut ankäme, du klingst eher nach klassisch 😄

zum Salz - ich glaub das ist primär Geschmack, nicht Konservierung. das Saure macht die eigentliche Arbeit. aber ich bin auch keine Expertin, das ist nur mein Gefühl nach allem was ich so gelesen und von meiner Oma mitbekommen hab.

@leni_k mit dem Säuregehalt auf der Flasche - das ist ja eigentlich logisch aber ich gebe zu, dass ich da nie drauf geschaut habe. Ich kaufe immer die gleiche Marke, und vermutlich habe ich Glück gehabt dass die in Ordnung ist. Aber jetzt werde ich beim nächsten Einkauf definitiv mal auf die Prozentangabe achten, das ist ein guter praktischer Tipp. Das mit Apfelessig und weißem halb-halb - da muss ich grinsen, weil du mich richtig eingeschätzt hast. Klassisch ist mir lieber, und ehrlich gesagt habe ich meine Großmutter noch im Kopf, wie sie das gemacht hat, und die hat auch nur weißen genommen. Aber vielleicht probiere ich das mal mit einer kleineren Charge aus, nur um zu sehen wie es schmeckt. Wenn der Blutdruck sowieso ein Thema ist, könnte die mildere Variante ja auch ganz interessant sein. Was mich gerade beschäftigt - und vielleicht kannst du da auch nur raten: Wenn ich jetzt auf kochendes Wasser beim Sterilisieren umsteige, muss ich die Gläser noch heiß mit der Essig-Mischung füllen oder sollen sie vorher wieder abkühlen? Bei meinem Backofen-Verfahren waren die Gläser ja noch warm, wenn ich sie gefüllt habe. Ich stelle mir vor dass die Temperaturunterschiede beim Auskochen größer sind und das könnte ja theoretisch problematisch sein für die Gläser?

@elvira_k gute Frage, ehrlich gesagt hab ich mir das beim ersten Mal auch nicht gedacht. die Gläser sollten nicht eiskalt sein wenn du sie füllst - da hast du recht, das Glas kann springen wenn der Temperaturunterschied zu groß ist. ich lass sie nach dem Auskochen kurz abtropfen und stell sie verkehrt rum auf ein sauberes Tuch, vielleicht 5 Minuten, nicht länger. dann sind sie noch warm genug aber nicht mehr kochend heiß. und dann direkt füllen und sofort verschließen, das ist wichtig.

Zitat von elvira_k

noch heiß mit der Essig-Mischung füllen

die Essig-Lake würd ich auch warm einfüllen, nicht kochend aber so 70-80 Grad schätz ich - das macht nochmal einen kleinen Extraschritt Sicherheit. ich kipp die fertige Lake kurz in einen Topf, erwärm sie nochmal und dann rein damit. ob das jetzt wissenschaftlich belegbar ist oder Oma-Logik, kann ich dir nicht sagen, aber irgendwie macht es mir Sinn. was ich mich übrigens bei deiner ursprünglichen Frage noch frage - wie lange lagerst du die Gläser normalerweise bevor du das erste öffnest? ich mein gibt's bei dir sowas wie eine Mindesteinfziehzeit oder öffnest du die einfach wenn du sie brauchst? bei meiner Oma war das glaub immer mindestens vier Wochen, aber ich weiß nicht ob das nötig ist oder sie das einfach so gemacht hat.

@leni_k mit der Einfziehzeit - das ist ja eine interessante Frage, und ehrlich gesagt habe ich da auch nie wirklich drauf geachtet. Ich öffne die Gläser einfach wenn ich sie brauche, manchmal schon nach zwei, drei Wochen. Aber jetzt wo du das fragst frage ich mich ob die Rüben nicht besser durchziehen wenn man ihnen mehr Zeit gibt. Vier Wochen klingt nach einer Faustregel die Sinn macht, aber ob das nur Geschmack ist oder auch die Haltbarkeit beeinflusst - das weiß ich nicht. Was mich gerade aber mehr beschäftigt ist diese Sache mit der warmen Lake. Das mit 70-80 Grad klingt logisch, aber ehrlich gesagt bin ich da auch wieder unsicher wie man das praktisch misst ohne irgendein Thermometer in der Küche zu haben. Ich bin da eher die Typ die nach Gefühl arbeitet - wenn es noch dampft aber nicht mehr sprudelt, dachte ich mir das passt. Aber vielleicht bin ich da zu salopp. Und noch eine andere Gedanke: wenn ich jetzt anfange umzusteigen auf kochendes Auskochen und wärmere Lake, müsste ich ja eigentlich auch meine bisherigen Gläser von diesem Jahr überprüfen bevor ich sie im Winter esse. Die habe ich ja mit dem Backofen-Verfahren gemacht. Wie würde ich denn merken ob eine ältere Charge anfängt problematisch zu werden, bevor ich sie öffne? Nur optisch durchs Glas schauen?

@elvira_k die Frage mit dem Durchschauen durchs Glas - da kann ich dir was sagen aus eigener Erfahrung. du achtest auf drei Sachen: ob der Deckel noch nach innen gewölbt ist (also konkav), ob die Lake trüb oder flockig aussieht, und ob du beim Öffnen ein leises Plopp-Geräusch hörst. das Plopp ist das Vakuum, das sich beim Abkühlen gebildet hat - wenn das fehlt und der Deckel sich nach oben wölbt, würd ich das Glas nicht mehr essen. Zitat von elvira_knur optisch durchs Glas schauen

das reicht eigentlich meistens ja. Schimmel siehst du, Trübung siehst du. das Tückische ist eher wenn es optisch ok ausschaut aber der Geruch dann wie bei deinem Glas letzten Winter eben nicht passt. da ist der Geruchstest beim Öffnen wirklich das wichtigste Signal. zum Backofen-Verfahren - ich würd da jetzt nicht in Panik verfallen. wenn die Gläser gut verschlossen sind und der Deckel noch Vakuum hat, ist das wahrscheinlich okay. die Frage ist halt ob dein Backofen-Verfahren zuverlässig genug war, und das weißt du eigentlich schon an den Deckeln. was ich noch interessant find: du sagst du arbeitest nach Gefühl mit der Temperatur. dampft aber sprudelt nicht - das ist eigentlich gar keine schlechte Faustregel, ehrlich gesagt. irgendwo bei 80-90 Grad, und das reicht meist aus. Edit: kleine Korrektur - beim Plopp-Geräusch: das funktioniert natürlich nur bei Deckeln, die ein solches Vakuum überhaupt zulassen (also nicht bei den ganz alten Gummiring-Varianten).

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