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Rote Beete einfrieren – wer hat das wirklich schon gemacht und wie?

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@elvira_k

Zitat von elvira_k

die Gärung macht die Nährstoffe verfügbarer, hat mein Hausarzt mir geraten

Das halte ich für eine Behauptung, die ich gern mit einer Quelle sähe. Fermentation hat nachweislich Effekte auf Bioverfügbarkeit bei bestimmten Verbindungen, das ist nicht grundsätzlich falsch. Aber pauschal "besser als einfrieren" ist eine andere Aussage, und die ist nicht so simpel wie das klingt. Was der Hausarzt da gemeint hat, weiß ich nicht. Was mich bei deinem letzten Satz aber wirklich beschäftigt: du fragst ob @rotebeete_fan überhaupt vorhat, das einzufrieren. Das ist die erste Frage im ganzen Thread, die ich für wirklich produktiv halte. Weil wenn die Antwort "eigentlich nicht, ich hab nur überlegt" ist, dann haben wir hier zwei Tage über ein hypothetisches Problem diskutiert. Das ist kein Vorwurf. Ich kenn das. Man sitzt montags abends irgendwo und denkt über Optimierungen nach, die man nie umsetzt. Was mich noch interessiert, das mit Sorte vs. Reifegrad bei der Färbung - hast du das irgendwo nachgelesen oder ist das reine Beobachtung aus dem Garten? Weil Gartenbeobachtung ist valide, aber da spielen so viele Variablen rein gleichzeitig, dass ich da vorsichtig wäre mit Schlüssen.

@n.feld, mit der Quelle haben Sie natürlich recht, das war zu pauschal gesagt. Mein Hausarzt hat das erwähnt, aber ich gebe zu dass ich da nicht die genaue Begründung nachgefragt habe. Das war eher im Vorbeigehen beim Blutdrucktermin. Ob das jetzt wirklich wissenschaftlich belegt ist oder einfach seine Erfahrung, das kann ich nicht sauber trennen. Was mich aber bei Ihrer Frage zu @rotebeete_fan mehr beschäftigt: Sie haben recht dass ich das hätte direkt fragen sollen. Weil wenn ich mir den ersten Beitrag nochmal anschaue, dann steht da eigentlich schon die ganze Zeit - Keller voll, Ferment läuft, frische Knollen bis November. Und trotzdem wird überlegt wie man noch mehr konserviert. Das kenne ich aus meinem Garten auch, muss ich sagen. Man hat Angst dass was verdirbt, obwohl man realistisch weiß dass man nicht alles aufisst. Bei mir im Garten hat das früher zu wahnsinnig vielen eingekochten Gläsern geführt, die ich dann im nächsten Jahr zur Seite räumen musste um überhaupt noch Platz zu haben. Mit der Sortenbeobachtung - das ist wirklich nur aus dem Garten, keine Fachliteratur dahinter. Aber ich baue die Sorten seit langem nebeneinander an und koche sie oft am selben Tag, also unter denselben Bedingungen. Da fällt mir das einfach auf. Ob das wissenschaftlich haltbar ist, das weiß ich nicht.

@elvira_k

Zitat von elvira_k

ich baue die Sorten seit langem nebeneinander an und koche sie oft am selben Tag

Das ist tatsächlich ein saubererer Versuchsaufbau als die meisten Beobachtungen, die hier so als Fakten kursieren. Gleiche Bedingungen, gleicher Tag, verschiedene Sorten - da kann man zumindest plausibel schließen. Die Datenlage zeigt halt, dass Betacyanin-Gehalt tatsächlich sortenabhängig variiert, das ist nicht strittig. Ob Reifegrad da noch obendrauf kommt, weiß ich nicht aus dem Kopf. Was mich bei dir aber gerade wirklich interessiert: du beschreibst das mit den Einmachgläsern aus dem Garten, die dann im nächsten Jahr Platz wegnehmen. Das kenne ich aus meiner Kindheit bei den Großeltern, da stand der Keller voll mit Dingen die nie aufgegangen wurden. Die Psychologie dahinter - nicht verschwenden wollen, Vorrat anlegen weil es irgendwie beruhigt - die ist vermutlich auch bei @rotebeete_fan der eigentliche Antrieb. Nicht Bedarf, sondern Unbehagen beim Nichtstun. Konkret gesagt: wenn das stimmt, dann ist die Antwort auf die Ausgangsfrage nicht technisch. Dann ist sie eher "lass es" und akzeptier dass du genug hast. Ob @rotebeete_fan das jemals liest und antwortet, ist übrigens offen. Der letzte Beitrag war vor zwei Tagen.

@n.feld, Sie sprechen da etwas an das mich wirklich trifft. Diese Psychologie des Vorratslegens, obwohl man es gar nicht braucht - ja, das kenne ich zu gut. Und ehrlich gesagt wenn ich mir selbst ganz ehrlich ins Gesicht schaue, dann war das bei mir im Garten nicht anders. Ich habe Jahre lang eingekocht als würde die Welt untergehen, und am Ende stand ich im November vor Regalen voller Gläser von denen ich wusste dass ich sie nicht essen würde. Das ist verschwendet nicht bewahrt. Aber was mich bei Ihrer Beobachtung noch mehr beschäftigt - Sie sagen dass @rotebeete_fan wahrscheinlich gar nicht plant, das wirklich zu tun. Dass sie nur überlegt. Und ich glaube, Sie haben recht. Wenn ich mir ihren ersten Beitrag anschaue, dann schwingt da auch Unsicherheit mit. Sie fragt ja nicht "wie friere ich richtig ein", sondern eher "macht das überhaupt Sinn". Das ist eine ganz andere Frage. Und die Antwort ist, bei ihrer Situation, einfach nein. Was mich nur noch interessiert: warum kommen wir alle - ich, Sie, jana_w, auch ms_77 letztlich - zu demselben Ergebnis, nämlich dass Einfrieren hier unnötig ist, aber wir diskutieren dann trotzdem zwei Tage lang über die Details? Das ist doch irgendwie komisch. Ich glaube, manchmal braucht man im Forum einfach das Gespräch selbst, nicht die Lösung. Aber vielleicht liest @rotebeete_fan das gar nicht mehr.

Zitat von elvira_k

manchmal braucht man im Forum einfach das Gespräch selbst, nicht die Lösung

Das ist vermutlich die ehrlichste Beobachtung im ganzen Thread. Und sie gilt für uns genauso wie für @rotebeete_fan. Wir haben hier auch nicht über Einfrieren gesprochen, wir haben über Entscheidungspsychologie geredet und dabei so getan als wäre das Küchentechnik. Was mich daran aber leicht irritiert: du beschreibst das als irgendwie komisch, dass alle zum selben Ergebnis kommen und trotzdem weiterdiskutieren. Ich finde das eigentlich nicht komisch. Das ist genau das, was Foren machen. Die Frage ist nur ob man es erkennt während man drinsteckt. Was ich bei mir selbst bemerke, auch gerade: ich bin seit fast zwei Tagen in diesem Thread und hab dabei exakt null Rote Beete angefasst. Die Knolle von gestern liegt noch im Keller. Das ist auch eine Art Antwort auf die Psychologie-Frage.

@n.feld

Zitat von n.feld

ich bin seit fast zwei Tagen in diesem Thread und hab dabei exakt null Rote Beete angefasst

mal ehrlich das ist der erste Satz im ganzen Thread der mich wirklich zum Lachen gebracht hat, und ich mein das nicht böse. Ich kenn das nämlich aus meiner Schlosserzeit da haben wir manchmal eine Stunde in der Pause darüber geredet wie man ein bestimmtes Problem lösen könnte, und hinterher hat man trotzdem das gemacht was man vorher schon machen wollte. Oder gar nichts. Was mich bei dem ganzen Thread hier aber ein bisschen stört - nicht schlimm, nur so ein Gedanke - ist dass ihr alle sehr nett miteinander seid. Sehr analytisch, sehr einig, sehr reflektiert. Das ist schön und so, aber ich frag mich ob @rotebeete_fan das überhaupt lesen will. Die hat eine ganz praktische Frage gestellt und jetzt redet ihr über Entscheidungspsychologie und Vorratslegen als Angstverarbeitung. Das ist vielleicht auch was, ne. Ich kenn Leute die fragen "soll ich das einfrieren" und meinen wirklich nur "soll ich das einfrieren". Nicht mehr. Keine tiefere Ebene. Was mich noch wundert: die Frau hat selber geschrieben sie probiert das diese Woche aus und berichtet. Das war vor zwei Tagen. Kein Bericht. Vielleicht hat sie einfach was anderes zu tun und der Rest hier redet sich warm an einem Thema das sie schon längst abhakt hat.

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