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Rote Beete schälen - macht ihr das roh oder erst nach dem Kochen?

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Ich frag mich das gerade weil ich gestern zum ersten Mal seit Jahren wieder frische Rote Beete gekauft hab, nicht das Glaszeug, sondern richtig mit Erde dran vom Wochenmarkt. Und dann steh ich in der Küche und frag mich wie man das am besten angeht. Ich hab sie erstmal roh geschält, mit dem normalen Kartoffelschäler, und ich sag euch - meine Hände haben danach ausgesehen als hätte ich irgendwas Kriminelles gemacht. Die Arbeitsplatte auch, obwohl ich ein altes Brett druntergelegt hab. Mein Kollege Horst, der hat mir damals von dem Rote-Beete-Saft erzählt wegen der Ausdauer beim Radeln, der meinte man soll die erst kochen und dann schälen, weil die Haut dann einfach abgeht. Hab ich dann ausprobiert und ja, das stimmt irgendwie, aber gefühlt hab ich dann dreimal so lang in der Küche gestanden. Mal ehrlich, für jemanden der 35 Jahre lang mit Stahl und Werkzeug zu tun hatte, bin ich ja nicht grundsätzlich zimperlich was Arbeit angeht. Aber dieser Aufwand für ein Gemüse, dat muss doch einfacher gehen, ne. Gibt es da irgendein Werkzeug das wirklich hilft, oder ist das tatsächlich so eine Fummelei egal wie man es macht? Und die Frage ist auch - macht das Kochen vor dem Schälen eigentlich was mit dem Geschmack? Ich mein, der Saft den ich hinterher hatte war ganz ordentlich, aber ich frag mich ob man roh irgendwas verliert oder gewinnt. Ich bin da kein Experte, ich kenn das halt sonst nur aus dem Glas.

Naja das mit den Einmalhandschuhen is mir schnuppe, hab ich auch probiert - helfen aber nur bedingt. Die Farbe geht trotzdem irgendwie durch, zumindest bei mir. Und ehrlich gesagt wenn ich eh schon Handschuhe anzieh, dann fühlt sich das für mich wie noch mehr Aufwand an, nicht weniger. Was mich mehr interessiert - ihr sagt die gekochte Beete schmeckt milder. Aber is das gut oder schlecht? Ich mein, wenn ich die roh schäl, ist der Geschmack intensiver, oder? Ich hatte damals immer das Gefühl die schmeckt wie feuchte Erde, und ich dachte das liegt daran dass ich die falsch zubereitet hab. Aber vielleicht is das einfach... wie die schmeckt. Punkt. Und noch ne Frage - wenn ich die gekocht schäl, kann ich die dann einfach direkt essen oder muss die noch irgendwie verarbeitet werden? Mein Plan war eigentlich die kleinzuschneiden und irgendwie in den Salat zu hauen, aber ich weiß nicht ob das dann noch schmeckt nach Rote Beete oder ob das zu verwässert is nach dem Kochen. Horst schwört ja auf den Saft, aber das is ne ganz andere Baustelle. Der is halt im Radl-Modus, der trinkt das Zeug aus der Flasche. Für mich reicht's wenn ich das Gemüse einfach essen kann ohne dass ich danach aussehe wie ein Schlachthaus.

ok ich glaub ich hab jetzt meinen Fehler gefunden - ich hab die nämlich zu lang gekocht. Ich mein, ich hab die einfach so lange dringelassen bis sie "weich" waren, und dann war die halt matschig und fade. Vielleicht liegt das also gar nicht am Kochen an sich sondern daran dass ich da keine Ahnung von der richtigen Zeit hab. Mit Stahl weiß ich genau was ich tu, aber Gemüse garen ist halt ne andere Wissenschaft. Was mich gerade beschäftigt: der erdige Geschmack, den ich beschrieben hab - meine Frau meinte heute Abend beim Essen, die Beete die ich gekauft hab riecht schon ungewöhnlich stark. Ich dachte erst sie übertreibt, aber vielleicht hat die tatsächlich recht. Kann das sein dass frische Rote Beete vom Markt deutlich intensiver ist als das vakuumierte Zeug einfach weil die noch nicht irgendwie behandelt wurde? Das würde zumindest erklären warum ich früher mit dem Glaszeug nie dieses Erd-Thema hatte. Ich frag mich auch ob Essig irgendwas macht. Das Zeug aus dem Glas ist ja immer eingelegt, und ich hab das immer für normal gehalten. Aber vielleicht ist das genau der Punkt - der Essig killt einfach den Eigengeschmack und man denkt die Beete schmeckt "normal" obwohl man eigentlich nur Essig schmeckt. Keine Ahnung ob das so stimmt, das ist jetzt meine Theorie vom Sofa aus.

@rainer_w deine Essig-Theorie stimmt doch eigentlich. Das Glaszeug schmeckt halt nach Essig-Gemüse nicht nach Roter Beete. Das war mir früher auch nicht klar. Aber mal ehrlich - du machst dir da gerade sehr viele Gedanken für ein Gemüse. Ich sach das nicht gemein. Ich kenn das halt auch so vom Kochen, man denkt man hat irgendwas falsch gemacht und dann sucht man den Fehler überall. Dabei ist es bei dir schlicht die Garzeit gewesen, das klingt eindeutig. Zitat von rainer_wfrische Rote Beete vom Markt deutlich intensiver

Ja, logisch. Die vom Markt ist frisch und nicht wochen- oder monatelang irgendwo gelagert. Meine Frau kauft die manchmal beim Gemüsetypen in Markranstädt und die riecht tatsächlich stark nach Erde - das ist einfach so. Ich find das nicht schlimm, sie schon. Was ich mich bei deinem Post frage - du willst die in den Salat haun, fertig gekocht. Warum nicht einfach probieren? Klein schneiden, drüber, Öl dran, fertig. Wenn's dir zu intensiv ist kommt halt Essig dazu, dann hast du im Prinzip wieder dein Glaszeug aber selbst gemacht. Da muss ich lachen, irgendwie läuft das immer auf dasselbe raus. Das mit dem Saft von deinem Horst lass ich mal außen vor. Edit: Kleine Anmerkung - vielleicht auch mal mit Orangenschale probieren? Soll ganz gut passen zu Roter Beete und nimmt etwas von der Intensität.

@ms_77

Zitat von ms_77

dann hast du im Prinzip wieder dein Glaszeug aber selbst gemacht

ja das hat mich grad zum Lachen gebracht, weil es so verdammt stimmt. Man macht den ganzen Aufwand und landet wieder am Ausgangspunkt. Aber ich glaub da steckt doch was drin, das mich beschäftigt. Wenn ich selbst Essig drübergebe, dann bestimme ich wie viel. Das Glaszeug hat ja immer so eine Menge Säure drin dass man am Ende wirklich nicht mehr weiß ob das Gemüse überhaupt noch einen Eigengeschmack hat. Meine Frau macht manchmal Rotkohl selbst und der ist halt komplett anders als aus der Dose, obwohl Essig auch dran kommt. Vielleicht ist das der Punkt. Was mich eigentlich mehr umtreibt jetzt: du sagst einfach probieren. Klingt logisch, und ich weiß auch dass du recht hast. Aber ich bin halt einer der erst wissen will wie das Werkzeug funktioniert bevor er anfängt. 35 Jahre Schlosserei macht das so, du planst bevor du schneidest. Beim Kochen klappt das halt nicht genauso. Ich werd die nächste Beete jetzt kürzer kochen, das ist klar. Und dann einfach draufbeißen und schauen was passiert. Die hat meine Frau übrigens heute Morgen noch in den Kühlschrank gepackt weil sie dachte ich mach sonst nochmal ein Chaos in der Küche. Womit sie nicht ganz unrecht hat.

@ms_77 dein Punkt mit dem Rotkohl hat mir gerade was klargemacht. Ich glaub das Problem war nicht mal die Essig-Menge sondern dass ich die ganze Zeit gedacht hab es gibt nur eine richtige Art das zu machen. Entweder wie aus'm Glas oder gar nicht. Dabei is es ja wie bei der Metallbearbeitung - es kommt drauf an was du am Ende raushaben willst. Aber jetzt eine andere Frage die mich gerade beschäftigt: wenn ich die gekochte Beete im Salat verwende und die is noch warm oder auch nur lauwarm, verliert die dann noch mehr an Geschmack? Oder is das schnuppe. Ich mein, meine Frau würde die wahrscheinlich kalt essen wollen, aber ich frag mich ob die warm vielleicht sogar besser schmeckt, so wie beim Kartoffelsalat zum Beispiel. Bei dem macht's ja einen riesigen Unterschied. Und die Frage die mich auch noch irritiert - wie lange die Dinger eigentlich halten wenn die mal gekocht und geschält sind. Kann ich die ein paar Tage im Kühlschrank lagern oder werden die dann komisch. Samstag is Markt wieder und ich glaub ich probier's dieses Mal. Aber diesmal richtig - nicht zu lang kochen, kalt machen, und dann einfach klein schneiden. Weniger Planung, mehr einfach machen wie du gesagt hast. Ist hart für mich aber naja.

Zitat von ms_77

die stellt in dem Kontext kaum jemand

stimmt und deswegen frag ich jetzt mal direkt: was machst du mit dem Kochwasser? Ich hab das gestern einfach weggekippt und hinterher gedacht - das war vielleicht blöd. Das Wasser war ja knallrot, also muss da irgendwas drin sein. Ob das jetzt Nitrat ist oder was auch immer Horst mir erklärt hätte, keine Ahnung. Aber wegschütten wenn die Farbe so intensiv ist, das fühlt sich falsch an, irgendwie. Und die Sache mit warm oder kalt im Salat, die lässt mich nicht los. Ich kenn das vom Kartoffelsalat aus dem Pott - der muss warm angemacht werden, sonst zieht das Dressing nicht rein. Ob das bei Roter Beete genauso is, dat weiß ich nicht. Vielleicht komplett andere Baustelle weil die Textur ja dichter ist. Wär mal interessant zu wissen ob sich das Öl bei warmer Beete anders verhält. Ich hab da keine Ahnung von, ich bin halt kein Koch. Samstag ist ja wieder Markt und ich hab mir vorgenommen diesmal eine vernünftige Menge zu holen, nicht wieder nur eine einzelne Knolle wie ein Tourist. Wenn ich schon den Aufwand mach, dann auch richtig.

Moment, das mit dem Kochwasser - das hab ich ja auch nie hinterfragt. Bei uns in der Wartung werfen wir auch immer Zeug weg was uns später leid tut. Aber Rote Beete Wasser wegkippen, das fühlt sich tatsächlich verschwendet an wenn man sieht wie intensiv die Farbe is. Ich glaub aber ehrlich gesagt nicht dass man da noch was mit anfangen kann außer vielleicht zum Färben von sowas, keine Ahnung. Horst hätte wahrscheinlich ne ganze Theorie dazu aber der is mir da zu wissenschaftlich. Was mich jetzt eher interessiert - ich hab gerade gemerkt dass ich die ganze Zeit von Salat rede aber eigentlich bin ich ja eher der Typ der sagt lass mich das Gemüse einfach mit Butter und Salz essen, fertig. Und jetzt frag ich mich ob das bei gekochter Beete überhaupt funktioniert oder ob die dann zu dünn schmeckt ohne drum rum. Bei Kartoffeln geht das ja, aber Beete is ja ne ganz andere Konsistenz. Samstag beim Markt werde ich auch mal fragen wie lange die Dinger ungekocht halten. Ich mein, wenn ich die erst Sonntag verarbeite, is die dann noch gut oder sollte ich die direkt machen. Das is wahrscheinlich auch so ne Sache die keiner fragt weil es alle einfach wissen außer mir.

also jetzt mal ehrlich - ich hab mich selbst grad ertappt. Ich frag die ganze Zeit nach Salat, Dressing, warm oder kalt, und dabei is mein eigentlicher Plan gewesen: einfach mit Butter essen. Punkt. Das hab ich irgendwie aus den Augen verloren.

Zitat von rainer_w

ob die dann zu dünn schmeckt ohne drum rum

die Frage stell ich mir selbst und ich weiß die Antwort noch nicht mal. Bei Möhren geht das ja auch - einfach gekocht, bisschen Salz, fertig. Warum nicht bei Beete. Vielleicht is das sogar der ehrlichste Test, ob die was taugt oder nicht. Ohne Essig, ohne Öl, ohne dass man sich hinterher fragt ob man eigentlich nur das Dressing schmeckt. Was mich jetzt noch beschäftigt, und das is ne echte Frage weil ich's wirklich nicht weiß: ändert sich der erdige Geschmack eigentlich je nach Saison oder Boden? Ich mein, beim Spargel is das ja bekannt dass Sandböden anders schmecken als schwere Böden, das hat mir mal ein Kollege aus dem Münsterland erklärt. Ob das bei Roter Beete ähnlich is, keine Ahnung. Die Knolle vom Markt letzte Woche hat meine Frau ja schon beim Reinbringen gerochen. Vielleicht war das einfach ne besonders erdenstarke Sorte. Samstag frag ich den Marktypen einfach mal wo die herkommt. Mal schauen ob der überhaupt ne Antwort drauf hat oder ob ich dann angeguckt werd wie jemand der zu viele Fragen stellt.

Zitat von rainer_w

ändert sich der erdige Geschmack eigentlich je nach Saison oder Boden

jetzt fragst du was. Das mit dem Spargel und Sandböden, das kenne ich auch noch von irgendwo. Aber ehrlich gesagt - ob das bei Beete so is, das kann ich dir nicht sagen. Ich kauf die ja sonst immer aus'm Glas und da merkst du sowas null. Was mich gerade beschäftigt is eher was ganz anderes. Du schreibst überall vom Markt und dass du den Typen fragen willst, aber ich frag mich - hast du die Beete eigentlich schon probiert, einfach mit Butter und Salz wie du gesagt hast? Ohne den ganzen Plan darum? Ich mein du redest jetzt schon ne Weile drüber, aber ausprobiert hast du das glaub ich noch nicht wirklich. Bei uns in der Wartung sag ich manchmal zum Azubi - hör auf zu denken, versuch's einfach. Und dann funktioniert's doch anders als man vorher gedacht hat. Das Problem is glaub ich du machst das wie mit nem Werkstück. Du willst erst alle Infos haben, den Plan, die richtige Temperatur, die richtige Zeit. Aber Kochen is halt - zumindest für mich - nicht so. Mit Butter und Salz kann man da nicht viel falsch machen. Wenn die Beete gut is, schmeckt die gut. Punkt. Und wenn sie nach Erde schmeckt, dann schmeckt sie nach Erde. Dann weißt du zumindest woran du bist statt noch ne Woche drüber nachzudenken. Samstag beim Markt - kauf dir zwei, drei Stück. Eine machst du am Sonntag, kochst sie bis sie weich is - nicht zu lang - und dann einfach rein damit. Ohne Drama.

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