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Rote Beete einfrieren – verliert die wirklich so viel oder bilde ich mir das ein?

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@markus_hh88

Zitat von markus_hh88

selbst vakuumieren nach dem Kochen und dann einfrieren

ich kenn das ehrlich gesagt nur von meiner Schwägerin die sowas hat, so ein Gerät. die macht das hauptsächlich für Fleisch genau wie du sagst. ob die das je für Gemüse benutzt hat weiß ich gar nicht, müsste ich mal fragen. aber ich glaub das ist halt auch so eine Sache - lohnt sich das wirklich für Rote Beete? so ein Gerät kostet ja auch was und dann noch die Beutel dazu. keine ahnung ob das wirklich den Unterschied macht oder ob man da einfach zu viel drüber nachdenkt. was mich bei deinem Kommentar über Sportler interessiert - die vakuumieren also wirklich nur für Fleisch? ich hätte irgendwie gedacht dass die auch bei Gemüse sehr konsequent sind, aber vielleicht ist der Aufwand dann doch zu groß wenn man erstmal anfängt

@evelyn83

Zitat von evelyn83

lohnt sich das wirklich für Rote Beete?

Realistisch betrachtet: für die meisten Leute nicht. Ein ordentliches Vakuumiergerät fängt bei 80-100 Euro an, die Beutel kommen dazu, und der Zeitaufwand pro Portion ist halt auch nicht null. Für Fleisch rechnet sich das schneller, weil der Qualitätsunterschied und der Preis pro Kilo das rechtfertigen. Bei Rote Beete würde ich eher auf einen anderen Punkt setzen, der mir gerade durch den Kopf geht: Gefrierboxen mit möglichst wenig Luft drin. Also nicht eine große Box halbvoll lassen, sondern kleine Einheiten, Scheiben eng gestapelt, so wenig Luftraum wie möglich. Kein Vakuum, aber der Sauerstoffkontakt ist trotzdem reduziert. Das machen meine Patienten manchmal auch für Mahlzeit-Prep, weil die keine Lust auf teure Geräte haben - und zumindest anekdotisch berichten die von weniger Gefrierbrand bei Gemüse. Ob das bei Betacyanin tatsächlich was ausmacht, kann ich dir nicht belegen. Das ist aus meiner Erfahrung mehr eine Faustregel als irgendwas Evidenzbasiertes.

Zitat von evelyn83

vielleicht ist das dann doch zu groß wenn man erstmal anfängt

Das triffts. Die Leute die ich kenne die wirklich konsequent vakuumieren sind entweder Köche oder haben mal sehr teures Fleisch verloren. Für Rote Beete, die ja auch nicht die teuerste Zutat ist, ist das ein bisschen mit Kanonen auf Spatzen.

@markus_hh88

Zitat von markus_hh88

mit Kanonen auf Spatzen

ja das trifft es eigentlich ganz gut. ich glaub ich wäre auch nie auf die Idee gekommen extra so ein Gerät zu kaufen nur für Rote Beete, das wäre mir dann doch zu viel Aufwand für was das ich eh nur ab und zu esse

aber der Punkt mit den kleinen Boxen und wenig Luftraum - das klingt eigentlich machbar. ich hab zuhause immer so diese großen Gefrierdosen rumstehen wo dann irgendwas drin schwimmt mit viel Luft drum das ist wohl eher nicht ideal. wobei ich jetzt auch frag: merkt man den Unterschied wirklich so deutlich? also zwischen "eng gestapelt wenig Luft" und "halbvolle Dose"? weil wenn der Unterschied am Ende minimal ist dann ist mir das auch egal ehrlich gesagt 😅

was mich bei dem Thema gerade noch beschäftigt - ihr habt jetzt viel über Textur und Farbe geredet aber wie sieht das eigentlich mit dem Geschmack aus nach dem Einfrieren. ich mein der erdige Beigeschmack den manche so störend finden, wird der durch das Einfrieren stärker oder schwächer oder bleibt der gleich? meine Freundin die die Säfte macht sagt immer frisch schmeckt nochmal anders als aus dem Kühlschrank, aber ob das auch fürs Einfrieren gilt hab ich sie nie gefragt

@evelyn83 zur Geschmacksfrage: das ist tatsächlich etwas, worüber ich noch nicht nachgedacht hab in diesem Thread. Meine Vermutung wäre, dass der erdige Ton eher stabiler bleibt als die Textur, weil er nicht strukturgebunden ist - Geosmin, der Stoff der dafür verantwortlich ist, ist ziemlich flüchtig aber auch ziemlich persistent. Ob der durch Einfrieren stärker oder schwächer wird, kann ich ehrlich gesagt nicht sagen. Ich hab keine Quelle dazu parat.

Zitat von evelyn83

merkt man den Unterschied wirklich so deutlich

Zwischen eng gestapelt und halbvoller Dose? Ich würde sagen: bei kurzen Gefrierzeiten wahrscheinlich kaum. Wenn die Beete zwei Wochen drin liegt, vielleicht schon. Gefrierbrand ist ja auch kein sofortiges Phänomen. Meine Erfahrung aus dem Mahlzeit-Prep mit Patienten ist, dass der Unterschied erst ab vier bis sechs Wochen wirklich auffällt. Für die meisten Leute die Rote Beete einfrieren ist das aber vermutlich kein realistisches Szenario - wer kauft schon so viel auf Vorrat dass die Sachen zwei Monate liegen. Was mich bei dem Geosmin-Punkt aber grad wirklich interessiert: ob der erdige Geschmack sich beim Auftauen verändert, wäre eigentlich ein sauberes Experiment. Frisch kochen, einfrieren, auftauen, blind vergleichen. Ich hab gerade keine Kapazität dafür, aber das wäre mal wirklich was Konkretes.

@markus_hh88 das Geosmin-Experiment klingt in der Theorie schön aber ich weiß schon jetzt dass ich dafür nie die Disziplin aufbringe, blind verkosten und alles. ich kauf mir lieber einfach eine Beete mehr und schau was passiert. was mich aber bei deiner Antwort wirklich beschäftigt: du sagst Geosmin ist flüchtig. wenn das so ist - geht der dann beim Auftauen nicht teilweise einfach weg, also buchstäblich in die Luft? weil dann würde eingefrorene Rote Beete für Leute die den Erdgeschmack hassen eigentlich... besser sein als frische. das wäre eine ziemlich ironische Wendung. ich hab das heute morgen beim Frühstück kurz nachgedacht (ja, ich denk beim Frühstück über Geosmin nach, das ist mein Leben jetzt) und frag mich ob das erklärt warum mir aufgetaute Beete manchmal irgendwie milder vorkommt. ich hab das immer der weicheren Textur zugeschrieben, weil man das anders kaut und dadurch weniger Aroma freisetzt. aber vielleicht ist da beides drin.

Zitat von evelyn83

wie sieht das eigentlich mit dem Geschmack aus nach dem Einfrieren

ehrlich gesagt glaub ich dass du da einen Punkt getroffen hast den wir alle etwas zu schnell übergangen haben. Textur und Farbe sind einfach sichtbarer, aber Geschmack ist am Ende das was zählt wenns ums Essen geht und nicht ums Foto.

@leni_k das mit dem Geosmin das beim Auftauen entweicht - jetzt wo du das schreibst, ärgert mich das ein bisschen, weil du genau das Gegenteil von dem sagst was ich bisher immer gedacht hab. Aber ehrlich, das klingt sogar logisch. Ich habe da gute Erfahrungen gemacht mit meinen eingefrorenen Beeten aus dem Garten, aber ich hab mich nie konkret gefragt warum die mir manchmal weniger erdig vorkommen als frische. Das hab ich einfach auf die längere Lagerung geschoben, dass die halt älter sind. Zitat von leni_k: "eingefrorene Rote Beete für Leute die den Erdgeschmack hassen eigentlich... besser sein als frische" - wenn das wirklich so ist dann ist das ja eigentlich eine Information die mehr Leute wissen sollten. Der Hausarzt hat mir geraten mehr Rote Beete zu essen wegen des Blutdrucks, und ich kenne durchaus Leute die sagen sie können das Gemüse nicht ausstehen, genau wegen dieses erdigen Geschmacks. Wenn das Einfrieren da tatsächlich hilft, wäre das ja ne praktische Lösung für solche Fälle. Nur - und das frag ich mich gerade - wenn das Geosmin wirklich einfach entweicht beim Auftauen dann müsste es ja auch beim Auftauen selbst irgendwann merklich sein. Also dass man es riecht. Ich hab das noch nie bewusst wahrgenommen. Kann sein dass ich einfach nicht drauf geachtet hab, oder dass das so subtil ist dass mans nicht merkt. Hast du das schon mal bewusst beobachtet beim Auftauen? Edit: Kleine Anmerkung - ich hab gerade realisiert dass ich vielleicht zu sehr davon ausgehe, dass der Geschmacksunterschied nur vom Geosmin kommt. Können da auch noch andere Faktoren eine Rolle spielen?

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