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Rote Beete einfrieren - verliert die dann komplett ihren Biss?

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Zitat von markus_hh88

was hast du denn sonst noch so im Mixer

ah okay das ist ne gute Frage. Ehrlich gesagt mach ich die meistens mit Banane, manchmal noch ne Hand voll Spinat wenn ich versuche gesund zu sein, und Joghurt oder Milch je nachdem. Manchmal auch Haferflocken rein. Also eher so Basic-Smoothies, nichts Fancy. Die Rote Beete würde ich dann wahrscheinlich einfach dazu werfen ohne vorher irgendwas Verrücktes zu machen. Aber jetzt denkst du wahrscheinlich ich bin komplett faul, aber irgendwie stresst mich die ganze Entscheidung grad. Ich hab die Beeten jetzt seit Samstag da liegen und manche fangen schon an ein bisschen runzelig zu werden. Vielleicht bin ich mir einfach zu viele Gedanken am machen, ja? Ich mein, ich lauf ja Halbmarathon, da bin ich gewöhnt dass Training ne Planung braucht - aber beim Essen versuch ich das auch zu optimieren und dann merke ich dass ich mir selbst im Weg steh. Ich glaub ich mach das jetzt einfach so: einen Bund heute noch verarbeiten, roh, für die nächsten paar Smoothies. Und die anderen zwei gare ich schnell ab und friere ein. Fertig. Das ist praktisch und ich quatsch nicht mehr drüber nach. Danke dass du das alles so auseinander genommen hast, ehrlich gesagt hilft mir das wenn jemand einfach sagt "okay das ist die Option die für dich passt" statt dass ich selbst raten muss.

Zitat von leni_bk

ich lauf ja Halbmarathon

Das erklärt dann einiges - du weißt wie man sich selbst sabotiert durch zu viel Analyse vor dem Start. Kenn ich gut. Dein Plan klingt solide. Einen Bund roh, zwei garen und einfrieren. Das ist keine schlechte Entscheidung, das ist einfach eine pragmatische. Und die Banane-Spinat-Joghurt-Kombi verträgt sich gut mit Roter Beete, da musst du dir keine Sorgen machen um irgendwelche Geschmackskonflikte. Der Biss der Beete geht im Smoothie sowieso unter, da zählt nur die Süße und die Farbe. Was ich noch kurz loswerden will, weil du "runzelig" sagst: wenn die Schale anfängt zu schrumpeln ist das kein Alarmsignal, die sind noch gut. Das Gewebe darunter ist meistens noch fest. Erst wenn die wirklich weich werden beim Draufdrücken oder innen anfangen hohl zu werden, wird's kritisch. Du hast also noch Luft, musst heute nicht in Panik alles auf einmal verarbeiten. @leni_bk der Zitronensaft-Tipp den ich vorhin zur Farb-Stabilisierung erwähnt hatte gilt übrigens auch für Smoothies - ein kleiner Spritzer in den Mixer, das hält die Farbe lebendiger. Bei deiner Banane-Kombination schmeckst du das kaum raus.

Zitat von markus_hh88

der Biss der Beete geht im Smoothie sowieso unter

ah okay gut das nimmt mir auch ne Last ab. Ich hab mich da irgendwie immer schuldig gefühlt wenn ich was "schlecht verarbeite" obwohl's eh keiner merkt. Aber mit dem Zitronensaft - ich hab das ehrlich gesagt noch nie gemacht, immer nur bei Apfelschorle oder sowas. Klingt aber logisch dass das bei der Farbe hilft. Muss ich den vorher rein oder kann ich den auch einfach noch dazu werfen wenn ich den Smoothie gerade trink? Weil wenn's nur ne Farbsache ist würde ich die auch mit Zitrone nachbessern können statt vorher schon zu planen. Aber jetzt noch was anderes - ich hab grad überlegt dass ich die Beete ja auch roh raspeln könnte und die dann so, also nicht eingefroren sondern frisch geraspelt, einfach in ner Box im Kühlschrank lagern. Wie lange hält denn roh geraspelte Rote Beete im Kühlschrank? Ich mein die haben ja diese ganze erdige Feuchte, da verderben die bestimmt schneller als ganz? Und muss man die dann mit irgendwas konservieren oder einfach rein in die Box? Weil wenn die ne Woche hält könnte ich die ja einfach portionieren und dann ständig frische raspeln im Kühlschrank haben ohne einfrieren. Das wäre ehrlich gesagt noch praktischer für meine Spontan-Köchin-Ader.

Zitat von leni_bk

roh geraspelte Rote Beete im Kühlschrank

Das ist ehrlich gesagt ne gute Frage, aber die Antwort ist etwas frustrierend - roh geraspelt hält die bei mir maximal 2-3 Tage bevor sie anfängt zu oxydieren und irgendwie grau-braun zu werden. Nicht verdorben, aber optisch unschön. Wenn du die mit Zitronensaft oder Essig vermischt lagerst geht's länger, aber dann änderst du ja schon wieder den Geschmack für deinen Smoothie. Was ich selbst eher mach - und das hab ich hier noch gar nicht erwähnt - ist dass ich die Beete manchmal einfach im Ganzen im Kühlschrank lass und erst ganz spontan verarbeite wenn ich Lust drauf hab. Drei Tage vorher garen ist auch blöd wenn ich weiß dass ich sie nicht brauche. Bei dir vom Markt sind die ja klein, die halten locker ne Woche wenn du sie in nem feuchten Tuch lagern. Dann kannst du wirklich spontan entscheiden ob du sie jetzt raspelst oder doch lieber einfrierst. Zum Zitronensaft noch - ja, du kannst den auch hinterher reinwerfen wenn du trinkst, aber die Farb-Stabilisierung funktioniert besser wenn er vorher schon drin ist. Ist aber auch nicht so dramatisch bei nem Smoothie, das ist eher für sowas wie Säfte relevant wo die Farbe länger stehen muss. Ich glaub du machst dir da echt zu viele Gedanken. Einfach einen Bund heute essen und den Rest wie geplant einfrieren. Fertig.

Zitat von lisab_93

Drei Tage vorher garen ist auch blöd wenn ich weiß dass ich sie nicht brauche

ah ja genau das ist der Punkt der mich grad am meisten nervt. Ich hab jetzt so viel über Planung nachgedacht dass ich gar nicht mehr sehe was ich eigentlich WILL. Dein Tipp mit im Ganzen lagern macht irgendwie mehr Sinn für mich - dann bin ich flexibel und muss nicht vorausplanen wie verrückt. Also okay, neuer Plan: die Beeten bleiben erst mal ganz im Kühlschrank, ich verarbeite die wirklich nur wenn ich Lust drauf hab. Und dann wenn ich's irgendwann nicht mehr schaffe weil sie zu alt werden, DANN friere ich ein. Nicht andersrum. Das ist ehrlich gesagt viel weniger stressig als jetzt alles gleich zu garen und einzufrieren. Aber @markus_hh88 jetzt hab ich noch ne Frage die mir gerade in den Kopf kam - du hast gesagt vakuumverpackt schmeckt flacher wegen der Zitronensäure. Aber wenn ich die frischen gare, kann ich die dann auch einfach in ner Box einmachen statt einzufrieren? Also so wie die vakuumverpackten aber selbst gemacht? Weil das würde mir ja auch Zeit sparen wenn ich auf Vorrat machen will aber trotzdem den Geschmack behalte. Oder ist das wieder so ein Ding wo man dann wieder Salz und Gläser und alles braucht, sprich zu viel Gedöns?

Zitat von leni_bk

kann ich die dann auch einfach in ner Box einmachen statt einzufrieren

Das ist kein Einmachen im klassischen Sinn, was du da beschreibst - das wäre eher nur "Kühllagerung in Wasser", und das hält dann vielleicht 4-5 Tage, nicht wirklich länger als ganze ungegarte Beete im Kühlschrank. Richtiges Einmachen, also Sterilisieren in Gläsern mit Hitze, ist nochmal ein eigenes Projekt. Das ist dann wirklich Gedöns, da hast du recht. Aber kurz zu dem was @lisab_93 gesagt hat und was mich etwas beschäftigt: die Idee, die Beeten einfach ganz zu lassen und spontan zu entscheiden, ist praktisch - aber "locker ne Woche" würde ich nicht für alle Bedingungen unterschreiben. Kommt drauf an wie dein Kühlschrank läuft. Wenn der kalt genug ist und die Beeten wirklich frisch vom Markt waren, stimmt das meistens. Wenn der Kühlschrank eher 8-9 Grad hält statt 4-5, verkürzt sich das spürbar. Ich würd dir einfach sagen: drück beim nächsten Mal auf die Knollen, die du noch nicht verarbeitet hast. Wenn die noch prall sind, hast du Zeit. Wenn die nachgeben, sofort verarbeiten. Das ist ehrlicher als jeder Zeitplan. Zur Einmach-Frage noch: falls du irgendwann wirklich auf Vorrat gehen willst ohne Einfrieren, ist Fermentieren die einzige Methode die gleichzeitig haltbar macht und den Eigengeschmack nicht killt. Aber das hatten wir ja schon.

Zitat von markus_hh88

Richtiges Einmachen, also Sterilisieren in Gläsern mit Hitze, ist nochmal ein eigenes Projekt

okay ja das hab ich mir eh schon gedacht, das ist mir dann wirklich zu viel. Aber jetzt wo du das mit dem Kühlschrank-Druck-Test sagst - das ist eigentlich genial, weil das ist ja etwas das ich wirklich sofort sehen kann und nicht irgendwelche Zeitpläne machen muss. Ich glaub das wird mein neuer Plan, einfach wenn ich grad Zeit hab anfangen die zu verarbeiten statt alles auf einmal. Was mich aber jetzt noch interessiert - du hast grad gesagt dass Fermentieren die beste Option für Vorrat ist wenn man den Geschmack behalten will. Und ich hab das ja vorhin abgetan weil mir das zu kompliziert klang, aber jetzt denk ich mir... wie kompliziert ist das wirklich? Ich mein, wenn das nur ne Hand voll Salz und irgendein Glas braucht, vielleicht würd ich das sogar mal testen mit nem Bund? Nicht weil ich das jetzt machen MUSS sondern weil ich die ganze Zeit lese dass das so toll sein soll und ich bin ja grad im Rote-Beete-Loch sowieso. Aber eben nicht als großes Projekt, eher als Experiment. Kann man das auch in ner normalen Marmeladenglas machen oder muss da was Bestimmtes sein? Und wie merkt man dass es fertig ist - riechts anders oder schmeckts komisch wenn man probiert?

Zitat von leni_bk

wie kompliziert ist das wirklich

Ehrlich gesagt ist das der unkomplizierteste Schritt den du seit heute Mittag in Betracht gezogen hast. Ein Marmeladenglas geht, das muss nicht sterilisiert sein wenn du im Kühlschrank fermentierst - also "Kühlschrankfermentation" ohne Raumtemperatur-Risiko. Die Beete dünn hobeln oder in Stifte schneiden, Salz drüber, durchkneten bis Saft kommt, in das Glas, beschweren damit alles unter dem Sud bleibt. Das ist der Kern. Was "beschweren" bedeutet ohne Spezialequipment: ein kleineres Glas das reinpasst, mit Wasser gefüllt. Mehr nicht. Wie du merkst dass es fertig ist - der Geruch ist säuerlich-frisch, nicht faulig. Das ist der Unterschied. Wenn's riecht wie Sauerkraut, aber mit diesem erdigen Unterton von Roter Beete, ist das richtig. Wenn's irgendwie komisch-süßlich oder schleimig wird, was bei Raumtemperatur und zu wenig Salz passieren kann, dann ist was schiefgelaufen. Im Kühlschrank ist das Risiko aber deutlich geringer weil die Fermentation langsamer läuft - dafür dauert's auch 8-10 Tage statt 5. Zur Salzmenge, weil du das nicht gefragt hast aber es das Wichtigste ist: ungefähr 2% vom Gewicht der Beete. Also bei 300g Beete etwa 6g Salz. Keine Jodsalz, normales Meersalz oder Steinsalz. Das ist wirklich die einzige Stelle wo man was falsch machen kann. Und ja, du schmeckst das. Am besten nach 5 Tagen kurz probieren und dann selbst entscheiden ob du noch einen Tag wartest.

Zitat von markus_hh88ungefähr 2% vom Gewicht der Beete

okay jetzt bin ich ehrlich gesagt überrascht dass das so einfach klingt. Ich dachte da braucht man irgendwelche speziellen Kulturen oder Starter oder so einen Quatsch, aber wenn das nur Salz und ein Glas ist... das könnte ich ja wirklich mal probieren. Aber eine Frage noch - wenn ich das im Kühlschrank mach und das dauert dann 8-10 Tage wie lange hält das dann fertig? Also wenn ich das angesetzt hab, kann ich das dann Wochen später noch essen oder wird das irgendwann schlecht? Weil wenn das dann länger hält als gekochte eingefrorene Beete dann würde das ja sogar Sinn machen gegenüber dem Einfrieren. Und noch was - du sagst man schmeckt es wenn zu wenig Salz drin ist, aber wie schmeckt's denn wenn ZUVIEL Salz drin ist? Weil ich bin ja eher die Person die beim Kochen immer zu viel Salz reinkippt haha. Aber okay ich glaub ich probier das einfach mit einem Bund aus. Worst case schmeckt's mir nicht und ich hab was gelernt - aber irgendwie nervt mich diese Analyse-Lähmung jetzt selbst. Mach ich einfach. Danke @markus_hh88 und @lisab_93 dass ihr mir geholfen habt aus dem Gedankenchaos rauszukommen, das war mir echt wichtig. Edit: Kleine Korrektur - "ich hab ne gelernt" sollte "ich hab was gelernt" sein. Und falls noch jemand das liest: Im Kühlschrank hält das Fermentierte mehrere Monate, hab ich gerade nochmal nachgelesen. Also definitiv besser als Einfrieren in der Hinsicht!

@leni_bk das freut mich, dass du da jetzt einen Weg gefunden hast, der sich für dich weniger stressig anfühlt. Und ehrlich gesagt, die Sache mit dem Fermentieren interessiert mich jetzt auch noch mal neu, weil ich das selbst in meinem Garten immer nur eingekocht habe und nie wirklich probiert hab mit der Kühlschrank-Methode. Was mich aber gerade beschäftigt - du hast am Ende geschrieben dass das Fermentierte mehrere Monate hält, und das ist tatsächlich der Punkt wo ich dich etwas bremsen würde. Das stimmt nur bedingt. Bei mir zuhause in Tübingen - ich hab da relativ konstante Kühlschrank-Bedingungen - halten die fermentierten Beeten gut drei bis vier Monate, aber dann wird die Textur doch deutlich weicher und der Geschmack wandelt sich. Das ist nicht verdorben im Sinne von gefährlich, aber es ist nicht mehr das was du in den ersten zwei Wochen hattest. Das solltest du nur wissen, bevor du dich auf "Monate" verlässt. Und zur Salz-Frage von dir - zuviel Salz schmeckt man absolut, das wird unangenehm und hart im Geschmack. Aber ehrlich gesagt, wenn du beim normalen Kochen immer zu viel reinkippst, würd ich bei der Fermentation eher vorsichtig sein und die 2% genau abwiegen. Das ist einer der Momente wo Gefühl nicht funktioniert, weil du nachher nicht rausbekommen kannst was du zu viel gemacht hast. Viel Erfolg damit, wirklich!

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