Bitte oder Registrieren, um Beiträge und Themen zu erstellen.

Rote Beete einfrieren - verliert die dann komplett ihren Biss?

Seite 1 von 2Nächste

hab jetzt am Wochenende auf dem Naschmarkt ordentlich zugeschlagen, weil die Roten Beeten gerade so schön klein und fest waren. drei Bund. und jetzt steh ich in der Küche und frag mich was ich damit anfangen soll bevor die schlecht werden. ich hab einfrieren als Option gelesen aber da gehen die Meinungen ja auseinander. manche sagen vorher blanchieren, manche sagen komplett fertig kochen und dann einfrieren, und dann gibt's noch die Fraktion die sagt roh einfrieren und alles wird gut. ich trau dem roh-einfrieren irgendwie nicht so ganz, weil ich mir vorstell dass die Textur danach komplett hinüber ist. bei Beeren oder Erbsen kenn ich das die halten das gut aus. aber Rote Beete hat ja diese dichte Struktur, das ist was anderes. meine Frage ist eigentlich: was passiert da mit dem Biss? ich mag sie ja gerade deswegen weil sie so eine schöne Festigkeit haben, egal ob roh oder nur kurz gegart. wenn die nach dem Einfrieren matschig werden dann ist das für mich gestorben als Option. und noch was - verliert die beim Einfrieren auch Farbe? ich frag das weil ich sie manchmal in Smoothies mach und da ist die Farbe ehrlich gesagt auch ein Faktor. ein blasses Graurosa wär irgendwie traurig. hat wer das schon länger so gemacht, also Rote Beete auf Vorrat einfrieren? wie lange hält die realistisch, und taut ihr die dann im Kühlschrank auf oder direkt in die Pfanne? ich schau mich grad durch verschiedene Seiten aber die sind alle so vage dass ich nicht wirklich schlauer bin. danke schon mal!

Zitat von leni_k

die Farbe ehrlich gesagt auch ein Faktor

Das ist tatsächlich ein Punkt den ich noch nicht angesprochen hatte. Die Farbe hält beim Einfrieren von gegarter Roter Beete erstaunlich gut, solange du sie nicht zu lange aufbewahrst. Ab etwa vier Monaten fängt das Betacyanin an abzubauen, sichtbar wird das als leichter Farbverlust. Für Smoothies dürfte das noch okay sein, für ein Carpaccio wo die Optik zählt eher nicht mehr. Was mich bei deiner Ausgangsfrage noch beschäftigt: du hast drei Bund erwischt, die "klein und fest" waren. Das ist eigentlich der Hinweis darauf, dass du mit fermentieren wahrscheinlich mehr Freude hättest als mit einfrieren, weil du genau diesen Biss behalten kannst. Wir hatten das ja schon kurz. Aber falls das gerade keine Option ist - vollständig garen, dann einfrieren, ist für Smoothie-Zwecke die sauberste Lösung. Die Textur ist danach weich, aber das spielt im Mixer keine Rolle. Was ich aus meiner Erfahrung sagen kann: aufgetaute Rote Beete direkt in die Pfanne, also ohne Kühlschrank-Umweg, führt manchmal zu ungleichmäßiger Erwärmung, gerade wenn die Stücke dicker sind. Ich würde über Nacht im Kühlschrank auftauen lassen, auch wenn das mehr Planung braucht. Ach ja - für die Farbe in Smoothies kannst du auch einen kleinen Spritzer Zitronensaft dazu, das stabilisiert das Betacyanin tatsächlich etwas. Hab ich irgendwo im Zusammenhang mit Hibiskus gelesen, gilt aber ähnlich hier.

ah @markus_hh88 danke für die ausführliche Antwort, aber jetzt bin ich ehrlich gesagt etwas verwirrt weil du sagst fermentieren wäre besser für den Biss und das hab ich auch gelesen - aber wie lange dauert das denn bis das fertig ist? Ich hab die Beeten ja jetzt schon da liegen und ich brauch die nicht für irgendein großes Projekt, eher so für den normalen Alltag. Wenn fermentieren zwei Wochen dauert oder sowas kann ich das vergessen weil bis dahin sind die eh verbraucht oder ich hab sie längst eingefroren. Aber mit dem Smoothie-Punkt hast du recht, da spielt die Textur natürlich null Rolle. Was mich eher nervt ist diese Planung mit dem Kühlschrank - ich bin da eher die Spontan-Köchin, wenn mir am Mittwoch plötzlich danach ist einen Smoothie zu machen dann will ich den machen und nicht erst seit Dienstag planen müssen. Gibt's da nicht irgendwas wo man schneller auftaut ohne dass es matschig wird? Oder ist das einfach ein Trade-off den ich akzeptieren muss wenn ich einfriere. Und noch eine blöde Frage - wenn ich die komplett gare vor dem Einfrieren muss ich die dann vorher noch schälen oder geht das auch mit Schale? Weil das Schälen ist ja auch immer so ein Ding mit den Flecken und alles.

Zitat von leni_bk

Spontan-Köchin

Das ist halt der Kern-Trade-off beim Einfrieren, da gibt's keinen echten Trick drumherum. Schnell auftauen in lauwarmem Wasser geht, aber dann verlierst du nochmal Textur, weil die Temperaturdifferenz das Gewebe zusätzlich stresst. Für Smoothies ist das egal, wie gesagt - da würde ich das einfach akzeptieren und die Stücke direkt gefroren in den Mixer. Kein Auftauen nötig, einfach rein. Zur Schälen-Frage: Mit Schale einfrieren geht, aber ich würde trotzdem vorher schälen. Der Grund ist weniger die Textur als die Verarbeitung danach - wenn du die gefrorene Beete erst auftaust und dann schälst, ist das eine ziemlich klebrige Angelegenheit. Ich mach das persönlich so, dass ich Einmalhandschuhe überziehe, kalt abschrecke nach dem Garen, dann lässt sich die Schale oft fast runterdrücken ohne Messer. Die Flecken-Panik die manche haben ist da meistens größer als das eigentliche Problem. @leni_bk zur Fermentation-Zeitfrage: Basis-Sauerkraut-Typ geht bei Roter Beete auch in 5-7 Tagen, je nach Raumtemperatur. Das ist kein Zwei-Wochen-Projekt. Aber ich versteh, wenn das gerade nicht das ist was du brauchst. Wenn du drei Bund hast, würde ich schlicht aufteilen - einen Teil jetzt verbrauchen, einen Teil einfrieren für Smoothies, und wenn du Lust hast einen kleinen Rest fermentieren als Experiment. Muss ja nicht alles in eine Richtung.

Zitat von markus_hh88

Basis-Sauerkraut-Typ geht bei Roter Beete auch in 5-7 Tagen

ah okay das ist tatsächlich kürzer als ich dachte. aber ehrlich gesagt wenn ich anfangen soll mit fermentieren dann brauch ich da ja auch wieder so Gläser und Salz und überhaupt... das ist mir gerade zu viel Gedöns. Dein Vorschlag mit aufteilen finde ich aber eigentlich ganz smart. Einen Teil jetzt essen, Rest einfrieren für später - das klingt realistisch für mich. Aber mit dem Gefrieren direkt im Mixer - heißt das ich kann die gefrorenen Stücke einfach so rein werfen ohne sie vorher zu garen? Ich dachte die müssen vorher gekocht sein damit sie weich genug werden für den Mixer. Oder ist das egal weil der Mixer stark genug ist um auch auf gefrorene rohe Beete klar zu kommen? Das würde mir ja massiv Arbeit sparen ehrlich gesagt. Und zum Schälen - mit Einmalhandschuhen hab ich noch nie probiert, das ist eine gute Idee. Ich hab mich da immer so unwohl gefühlt weil die Hände danach aussehen wie nach einem Verbrechen haha. Aber wenn ich die vorher gare und dann mit Handschuhen schäle geht das schneller als vorher schälen und dann alles kochen oder? Weil das wäre ja auch wieder zwei Schritte statt einem. Draußen ist grade wieder die Sonne weg, typisch für heute. Aber gut dass ich das jetzt geklärt habe, morgen kann ich dann endlich anfangen die Dinger zu verarbeiten.

Zitat von leni_bk

heißt das ich kann die gefrorenen Stücke einfach so rein werfen ohne sie vorher zu garen

Nein, das hab ich so nicht gemeint - sorry, das war missverständlich formuliert. Ich meinte: wenn du die Beete *vorher* garst und einfrierst, kannst du die gefrorenen gegarten Stücke direkt in den Mixer. Roh-gefroren in einen Standmixer zu werfen ist je nach Gerät eine Frage ob der Mixer das überlebt, nicht ob die Beete es überlebt. Hochleistungsgeräte wie ein Vitamix kommen damit klar, ein normaler 60-Euro-Mixer wahrscheinlich nicht. @leni_bk zum Schälen-Timing: du hast das gerade umgedreht. Wenn du erst garst und dann schälst, ist das tatsächlich weniger Arbeit als vorher schälen - die Schale löst sich nach dem Garen viel leichter. Das ist kein Zwei-Schritt-Nachteil, das ist eigentlich der Vorteil dieser Reihenfolge. Wer das roh schält, kämpft gegen eine harte Oberfläche die sich um nichts in der Welt bewegen will. Was ich noch kurz loswerden wollte, weil du "zwei Schritte statt einem" sagst: bei Roter Beete gibt es keinen echten Ein-Schritt-Weg der gleichzeitig gut schmeckt, gut aussieht und gut haltbar ist. Das ist halt ein Gemüse mit ein bisschen Aufwand. Wer das nicht mag, kauft vakuumverpackt - die ist zwar geschmacklich flacher, aber fertig.

Zitat von markus_hh88

bei Roter Beete gibt es keinen echten Ein-Schritt-Weg

okay fair, das ist ehrlich gesagt auch irgendwie beruhigend zu hören weil ich mich grad schuldig gefühlt hab dass ich das alles so kompliziert finde. aber dann frag ich mich - warum kaufen so viele Leute überhaupt frische Rote Beete wenn vakuumverpackt doch einfacher ist? Ich mein, ich hab die gekauft weil die am Naschmarkt so schön ausgesehen haben und die Typ meinte die sind grad besonders süß. Aber eigentlich könnts ich mir die Arbeit ja sparen und einfach ne Packung aus dem Supermarkt nehmen wenn's am Ende eh so ein Aufwand ist. Und zur Mixer-Frage - ich hab so einen günstigen von Lidl, also vergessen wir das mit dem Roh-Gefrieren haha. Dann gare ich die halt vorher, friere ein und fertig. Das ist eigentlich plan den ich verstehe. Aber jetzt noch ne andere Sache die mich gerade nervt - wenn ich die Beeten gare, wie lange brauchts denn bis die wirklich gar sind? Ich hab da irgendwie immer Angst dass die noch zu hart sind und dann im Smoothie so komische Fasern haben. Oder ist das nicht so ein Problem? Und muss ich die dann noch würzen bevor ich sie einfriere oder schmeckt man das später eh nicht mehr?

Zitat von leni_bk

wie lange brauchts denn bis die wirklich gar sind

Das ist tatsächlich variabel, je nach Größe. Kleine Exemplare wie die vom Markt, die du beschreibst, sind bei 80-90 Grad Wassertemperatur oft nach 30-40 Minuten durch. Große Knollen können 60-70 Minuten brauchen. Stäbchentest geht gut - wenn ein Holzspieß ohne Widerstand reingeht, ist sie gar. Nicht perfekt wissenschaftlich, aber zuverlässig. Zur Würz-Frage: Für Smoothies würde ich nichts vorher würzen, das macht null Sinn. Du weißt ja nicht, was du im Mixer dazu kombinierst - und Salz zum Beispiel zieht Wasser, das verändert die Textur beim Einfrieren nochmal.

Zitat von leni_bk

warum kaufen so viele Leute überhaupt frische Rote Beete wenn vakuumverpackt doch einfacher ist

Realistisch betrachtet: weil Geschmack und Textur wirklich anders sind, und das ist keine Einbildung. Vakuumverpackt hat oft diesen leicht säuerlichen Unterton weil da meistens Zitronensäure drin ist, und die Beete ist durchwegs weicher. Für einen Smoothie spielt das weniger eine Rolle, für ein Carpaccio oder einen Salat merkst du den Unterschied sofort. Du hast die frischen gekauft weil sie gut aussahen und der Marktmensch sagt sie sind süß - das ist eigentlich der richtige Impuls, nicht der falsche. Was mich bei der Fasern-Frage noch interessiert: meinst du wirklich Fasern, oder eher Stückchen die nicht richtig zerkleinert wurden? Weil Rote Beete hat keine nennenswerten Fasern im Sinne von zähem Gewebe, das ist eher ein Mixer-Leistungsproblem als ein Garungsproblem.

Zitat von markus_hh88

meinst du wirklich Fasern, oder eher Stückchen die nicht richtig zerkleinert wurden

ah okay haha, das ist wahrscheinlich eher das zweite Problem. Mein Mixer ist ja nicht gerade ein High-End-Gerät, also das macht Sinn. Dann ist das einfach ne Frage ob ich die Beete klein genug schneide bevor sie rein gehen, nicht wirklich ein Garungsproblem. Das beruhigt mich irgendwie. Aber jetzt hab ich noch ne ganz andere Überlegung - wenn ich die Beete gare und dann einfriere, schmeckt die später immer noch süßlich wie frisch vom Markt oder wird das beim Garen eher fader? Weil das war ja der Punkt warum ich die überhaupt gekauft hab, die sollten besonders süß sein. Und wenn das dann beim Kochen verloren geht dann frier ich mir ja praktisch den Geschmack weg bevor ich sie überhaupt verarbeitet hab. Vielleicht bin ich da auch einfach zu ungeduldig und sollte doch einen Teil jetzt sofort verarbeiten statt alles auf Lager zu legen. Könnte ich den einen Bund nicht einfach roh raspeln und dann einfrieren? Also ohne Garen? Oder ist das komplett unrealistisch weil roh gefroren noch schlimmer wird als gekocht gefroren?

Zitat von leni_bk

Könnte ich den einen Bund nicht einfach roh raspeln und dann einfrieren?

Das ist eigentlich die interessanteste Frage die du heute gestellt hast. Roh geraspelt und eingefroren - die Struktur wird danach matschig, da haben wir das Eiskristall-Problem wie bei roh gefroren generell. Aber: für Smoothies wäre das trotzdem keine schlechte Variante, weil du durch das Raspeln die Oberfläche massiv vergrößerst. Kleinstückige gefrorene Rote Beete kommt sogar ein günstiger Mixer besser zurecht mit als mit einem großen gefrorenen Stück. Zur Süße-Frage noch kurz, weil das ein echter Punkt ist. Beim Garen passiert tatsächlich was mit dem Zuckergehalt - nicht dass der verschwindet, aber die Wahrnehmung ändert sich. Rohe Rote Beete schmeckt intensiver und schärfer süß, gekochte runder und weicher im Geschmack. Was beim Einfrieren danach verloren geht ist minimal, das ist nicht dein Hauptproblem. Das Garen selbst verändert mehr als das Einfrieren. Wenn du die Süße erhalten willst, wäre mein Tipp aus eigener Erfahrung: einen Bund wirklich jetzt sofort roh verarbeiten, also raspeln oder dünn hobeln, und den Rest so einfrieren wie wir das besprochen haben. Du hast drei Bund, das ist genug um beides auszuprobieren und zu sehen was dir für Smoothies besser passt. Das ist keine große Entscheidung, das ist einfach ein Test. @leni_bk was hast du denn sonst noch so im Mixer - Obst, Joghurt, irgendwas anderes? Das würde mich interessieren weil es beeinflusst ob du die Beete vorher würzen oder irgendwas dazugeben solltest.

Seite 1 von 2Nächste