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Rote Beete einfrieren – verliert die beim Auftauen komplett ihre Textur?

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@n.feld okay, das mit dem Hefeteig bei 220 Grad - das macht Sinn, das hab ich mir ehrlich gesagt nie so konkret überlegt. Ich backe eigentlich fast nie mit Hefe, ich bin eher die Muffin-und-Kuchen-Person, und da stimmt das was du sagst wahrscheinlich. Muffins bei 180 Grad, kürzere Zeit, man hat mehr Kontrolle.

Zitat von n.feld

sind Muffins oder Kuchenteige ohne Hefe das realistischere Anwendungsfeld

das würd ich @rotebeete_fan eigentlich als konkreten Tipp mitgeben - wenn sie mit dem aufgetauten Püree färben will, dann vielleicht erstmal so anfangen. Ich hab mal Rote-Beete-Brownies gegessen, irgendwann auf nem Töpfermarkt hier in Leipzig, die waren kräftig pink und haben tatsächlich noch Farbe gehalten - keine Ahnung ob da Säure im Teig war, aber der Ofen war wohl nicht so brutal heiß wie beim Brot. Was mich bei dem ganzen Thema grad ehrlich gesagt mehr interessiert: ob man das Püree, das beim Auftauen entsteht, direkt einkochen kann um es haltbarer zu machen. Also nicht einfrieren, sondern quasi zu nem konzentrierten Mus verarbeiten und dann in kleine Gläser. Ob das funktioniert oder ob man da Betanin-mäßig auch schon wieder das meiste verliert - keine Ahnung. Ich hab sowas nie probiert, mir fällt das gerade so ein.

Zitat von jana_w

ob man das Püree direkt einkochen kann um es haltbarer zu machen

Das ist thermisch gesehen dasselbe Problem wie beim Backen, nur langsamer. Du erhitzt Betanin über einen längeren Zeitraum, das Ergebnis ist absehbar. Konzentriertes Mus aus eingekochter Roter Beete wird wahrscheinlich braun-violett, nicht pink. Ob das stört, hängt davon ab was man damit machen will. Praktisch relevanter finde ich eine andere Frage: Wozu braucht man konzentriertes Rote-Beete-Mus in Gläsern überhaupt. Als Färbemittel taugt es dann kaum noch. Als Geschmacksträger vielleicht, aber da konkurriert man mit fermentierter Beete, die zumindest noch Eigencharakter hat. @rotebeete_fan falls du das wirklich ausprobieren willst: ich hätte das Püree eher tiefgekühlt in Eiswürfelformen portioniert als eingekocht in Gläser. Kleinere Einheiten, gezielter einsetzbar, kein Wasserbad nötig. Ich mach das mit Kräuterpüree so seit Jahren, funktioniert problemlos. Ob sich das auf Rote Beete übertragen lässt, müsste man testen, aber die Logik wäre dieselbe. Zum Töpfermarkt-Brownie, @jana_w: Das war wahrscheinlich kein Zufall. Schokoladenteig ist von Natur aus leicht sauer, Kakaopulver hat einen pH-Wert unter 7. Das könnte die Farbe stabilisiert haben ohne dass da jemand bewusst Säure zugegeben hat. Wäre zumindest eine Erklärung.

@n.feld die Erklärung mit dem Kakao-pH hab ich so gar nicht auf dem Schirm gehabt, aber das klingt total plausibel. Ich mein, Brownies haben ja sowieso diese leicht bittere, säuerliche Note - dass das die Farbe nebenbei stabilisiert hat, ohne dass irgendwer da bewusst was gemacht hat, finde ich irgendwie charmant. Unbewusstes Rezeptdesign.

Zitat von n.feld

Wozu braucht man konzentriertes Rote-Beete-Mus in Gläsern überhaupt

das ist eigentlich die ehrlichste Gegenfrage die man stellen kann, und ich geb zu dass ich da keine wirklich gute Antwort hab. Mir ist das halt so eingefallen. Ich hab das glaub ich assoziiert weil ich mal Tomatenmark selbst eingekocht hab - das macht ja Sinn weil man da wirklich konzentrierten Geschmack will. Aber bei Rote Beete ist der Eigengeschmack ja schon so präsent, da braucht man das nicht nochmal reduzieren. Der Vergleich hinkt also. Was mich bei dem Eiswürfel-Tipp ehrlich gesagt mehr interessiert: wie lange hält das dann in der Tiefkühltruhe bevor der Geschmack leidet. Ich hab Kräuterpüree in Eiswürfelform schon mal gesehen meine Mutter macht das mit Basilikum, aber die benutzt das innerhalb von ein paar Wochen. Ob Rote-Beete-Püree da ähnlich tickt oder ob man das auch über den Winter retten kann - das wär für @rotebeete_fan eigentlich die relevante Frage, wenn sie wirklich vier Kilo Ernte unterbringen will.

Zitat von jana_w

wie lange hält das dann in der Tiefkühltruhe bevor der Geschmack leidet

Zu Kräutern kann ich nichts sagen, aber Gemüsepürees generell: drei bis vier Monate sind realistisch, danach wird es geschmacklich flacher. Das ist kein Verderb im Sinne von ungenießbar, sondern einfach Aromaverlust durch Oxidation und Sublimation. Ob Rote Beete da besser oder schlechter abschneidet als andere Gemüse, weiß ich nicht. Ich hätte kein Primärquelle dazu parat. @rotebeete_fan konkret gesagt: vier Kilo sind für eine Saison kein Problem wenn man die Verarbeitungswege kombiniert. Ein Teil einlegen, ein Teil als Püree in Eiswürfelform einfrieren, und was bis Oktober verbraucht werden kann, einfach roh vakuumiert im Kühlschrank lassen. Das verteilt den Aufwand und man muss nicht alles auf einmal entscheiden. Was ich bei diesem Thread inzwischen etwas vermisse: die Frage ob Größensortierung beim Einfrieren eine Rolle spielt. Kleinere Knollen garen schneller durch, der Gargrad beim Einfrieren ist also schwerer zu kontrollieren wenn man alles zusammen kocht. Das ist kein dramatisches Problem, aber wenn man eh schon anfängt in Stücken einzufrieren, macht es Sinn die vorher grob nach Größe zu trennen.

Zitat von n.feld

macht es Sinn die vorher grob nach Größe zu trennen

das ist ehrlich gesagt so ein Hinweis den man erst versteht wenn man ihn liest und dann denkt "klar, warum hab ich daran nicht gedacht". Ich mein, das ist bei Karotten ja genauso - wenn du halb-gare kleine Stücke neben riesigen Brocken einfrierst, hast du nachher beim Auftauen ein ziemlich uneinheitliches Ergebnis. @n.feld was mich an deinem letzten Absatz aber noch mehr beschäftigt: du sagst drei bis vier Monate sind realistisch, danach Aromaverlust. Ich frag mich ob man das mit einem Vakuumierer nach dem Pürieren nochmal hinauszögern kann - also das fertige Püree vakuumiert einfrieren statt einfach offen in Eiswürfelform. Ob der Kontakt mit Luft in der Eiswürfelform der entscheidende Faktor ist für die Oxidation, oder ob das beim Einfrieren sowieso ne untergeordnete Rolle spielt. Da hab ich keine Ahnung, ich vakuumiere immer nur vor dem Einfrieren, nicht Pürees. @rotebeete_fan ich glaub für dich als Fazit aus allem hier wäre der kombinierende Ansatz von n.feld wirklich der sinnvollste - nicht alles auf eine Verarbeitungsmethode setzen. Vier Kilo ist tatsächlich viel wenn man das an einem Abend entscheiden soll. Ich hätte da wahrscheinlich auch erstmal auf die Knolle gestarrt und nix gemacht.

Zitat von jana_w

ob man das mit einem Vakuumierer nach dem Pürieren nochmal hinauszögern kann

Die Frage ist berechtigt, aber ich bin skeptisch ob der Effekt messbar wäre. Oxidation bei Tiefkühltemperaturen läuft ohnehin extrem langsam. Der Hauptfaktor für Aromaverlust über mehrere Monate ist wahrscheinlich weniger Sauerstoffkontakt als Sublimation, also dass Wasser direkt aus dem Gefriergut verdunstet. Dagegen hilft Vakuumieren tatsächlich, weil die Verpackung eng anliegt. Aber ob das den Aufwand bei Püree lohnt, das man sowieso in kleinen Portionen braucht - da hab ich Zweifel. Eiswürfelform herausholen, auftauen, fertig. Vakuumbeutel aufschneiden, Rest neu einschweißen oder wegwerfen. Das ist kein Vergleich im Aufwand. Konkret gesagt: ich würde das Vakuumieren für rohe oder gegarte Stücke reservieren, nicht für Püree. Stücke profitieren davon weil die Oberfläche freiliegt, Gefrierbrand ein reales Problem ist. Bei Püree ist die Oberfläche-zu-Masse-Relation schon durch die Verarbeitung reduziert. Was mich bei @jana_ws Fazit-Formulierung etwas stört: "nicht alles auf eine Verarbeitungsmethode setzen" klingt selbstverständlich, ist aber die Antwort auf ein Problem das @rotebeete_fan selbst schon formuliert hat, nämlich Entscheidungsdruck an einem Abend. Der kombinierte Ansatz verteilt den Aufwand nicht, er verschiebt ihn nur. Irgendwann muss man trotzdem vier Kilo verarbeiten. Das dauert.

melde mich nochmal kurz, weil @n.feld da was gesagt hat das mir nicht aus dem Kopf geht.

Zitat von n.feld

Der kombinierte Ansatz verteilt den Aufwand nicht, er verschiebt ihn nur.

das stimmt und ich find es gut dass das einer ausspricht. Ich hab das nämlich genau so gemacht - einen Teil eingelegt einen Teil zu Heike gebracht, drei Gläser für Paralleltest beiseitegestellt - und der Rest steht immer noch. Nicht weil ich keine Entscheidung treffen konnte sondern weil abends nach der Arbeit einfach die Energie fehlt für vier Kilo Rote Beete. Das ist die ehrliche Wahrheit. Was ich dabei gemerkt hab: der Aufwand liegt gar nicht so sehr im Verarbeiten selbst. Der liegt im Vorbereiten. Allein die Knollen zu waschen, grob zu sortieren, das Wasser aufzusetzen - das ist schon so eine Hürde dass man es dann doch auf nächstes Wochenende schiebt. Mein Mann hat gesagt ich soll einfach anfangen und dann weitermachen, aber das ist so eine Männer-Logik die mich wahnsinnig macht. Ich überleg jetzt ob ich samstags einfach einen richtigen Verarbeitungstag draus mache. Küche freimachen, Radio an, alles auf einmal durchziehen. Ich hab das früher mit Tomaten so gemacht und das hat eigentlich ganz gut funktioniert, weil man dann auch in den Rhythmus kommt. Ob das bei Rote Beete genauso geht oder ob da die Fleckerei irgendwann die Nerven kostet - das wird sich zeigen.

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Selbstgemacht schmeckt's immer besser 🥰

@rotebeete_fan das mit dem Verarbeitungstag ist ehrlich gesagt der richtige Gedanke, und ich muss sagen dein Mann hat da auch wieder so gar nicht verstanden worum es geht. Es ist nicht die Frage ob man anfängt, sondern ob die ganze Küche nachher aussieht wie ein Schlachtfeld - und bei Rote Beete ist das ja keine übertriebene Sorge. Ich hab das mit den Tomaten auch lange so gemacht, früher im Sommer. Samstag morgens, alles rausgekramt, Schürze an, und dann durch. Das funktioniert, weil man da wirklich in einen Flow kommt und nicht ständig überlegt ob man das jetzt machen soll oder nicht. Bei mir ist das inzwischen seltener geworden, ehrlich gesagt, aber wenn ich es mache dann merke ich dass die Psychologie dahinter wichtig ist - nicht nur der reine Aufwand. Was mir bei deinem Plan aber noch fehlt: hast du denn schon überlegt wie viel Zeit das konkret dauert? Ich meine, vier Kilo Tomaten zu zerkleinern und einzukochen - das sind bei mir lockere vier bis fünf Stunden wenn ich das richtig machen will. Rote Beete ist ja vom Kochen her nicht so zeitintensiv wie Tomaten, aber das Waschen und Sortieren und dann die Fleckerei danach - ich würde das nicht unterschätzen. Vielleicht ist es auch realistischer einfach zwei Kilo pro Samstag zu nehmen statt alles auf einmal durchziehen zu wollen. Das nimmt auch den Druck raus und die Küche ist nicht den ganzen Tag blockiert.

kleines Update von mir.

Zitat von rotebeete_fan

einen richtigen Verarbeitungstag draus machen

Das ist faktisch der einzig sinnvolle Ansatz, und ich sag das ohne Ironie. Alles andere ist Prokrastination mit Gemüse. @elvira_k hat aber einen Punkt den ich so noch nicht formuliert hätte: die Zeitplanung vorher. Ich würde das noch konkreter angehen. Bevor man samstags anfängt, kurz schätzen was man wirklich schafft - nicht optimistisch, sondern realistisch. Vier Kilo rohe Rote Beete kochen, schälen, in Stücke schneiden, abfüllen, Küche halbwegs sauber halten: ich würde da eher drei Stunden rechnen als zwei. Und dann noch die Trockenzeit für Oberflächen, weil der Saft kriecht. Draußen ist es gerade eh grau und kalt hier, das wäre eigentlich ein gutes Wochenende dafür. Was mich bei @rotebeete_fans Beschreibung eher beschäftigt: der Rest steht noch, weil abends die Energie fehlt. Das ist kein Organisationsproblem, das ist ein Energiebudget-Problem. Den Verarbeitungstag dann trotzdem auf samstags zu legen ist richtig - aber nur wenn man samstags nicht schon drei andere Dinge vor hat. Ich hab mir das bei Äpfeln einmal falsch eingeschätzt und stand um 16 Uhr mit halbfertigem Mus in der Küche weil noch Einkaufen und Autowaschen dazwischenkam. Die Fleckerei würde ich übrigens nicht überschätzen. Einmalhandschuhe, dunkle Schürze, Schneidbrett das sowieso schon rot ist.

Zitat von rotebeete_fan

einen richtigen Verarbeitungstag draus machen

okay ich les das hier jetzt schon ne Weile mit und muss mal was sagen. Das ist doch eigentlich ganz simpel. Ich mach das bei uns wenn viel anfällt genau so - einen Tag, alles auf einmal, fertig. Meine Frau macht das mit Pflaumen so, ich steh daneben und schäl mit. Zwei Stunden, Küche rot oder lila oder was auch immer, danach aufräumen und gut ist. @n.feld hat das eigentlich schon auf den Punkt gebracht mit den Einmalhandschuhen. Das ist kein Drama. Ich arbeite mit Kabeln und Dosen, da hab ich auch immer Handschuhe in der Schublade. Kosten nix. Was mich aber wirklich wundert - und da frag ich jetzt mal direkt: warum ist da überhaupt noch was übrig. Der Beitrag von @rotebeete_fan ist vom 7. September. Jetzt haben wir Mitte September. Die Knollen liegen also schon fast zwei Wochen rum während hier über Betanin und pH-Wert diskutiert wird. Irgendwann ist die Frage nicht mehr wie man einfriert sondern ob die Dinger überhaupt noch gut sind. Ich sag das nicht um zu nerven. Aber mal ehrlich - frische Rote Beete hält nicht ewig auch nicht im Kühlen. Das wäre mein erster Gedanke gewesen bevor ich anfang über Vakuumieren nachzudenken.

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