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Rote Beete einfrieren - macht das überhaupt Sinn?

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Meine Frau hat neulich auf dem Markt eine ganze Kiste mitgenommen weil das so billig war. Jetzt liegen hier kiloweise Knollen rum und sie fragt mich ob man das einfrieren kann. Ich hab keine Ahnung. Rohes Gemüse einfrieren kenn ich von anderen Sachen aber ob das bei Roter Beete genauso läuft - da bin ich raus. Sie meint sie hat irgendwo gelesen man soll es erst kochen und dann einfrieren. Klingt für mich nach extra Aufwand für nix. Dann hab ich aber auch gelesen (kurz gegoogelt gestern abend) dass roh einfrieren die Textur zerstört. Was davon stimmt jetzt. Und wenn man es gekocht einfriert - verliert das dann nicht komplett den Biss? Also dass es nachher so matschig wird wie das Zeug aus dem Vakuumpack im Supermarkt. Das wäre für mich direkt ein K.O.-Kriterium. Dieses pampige Zeug mag ich nicht. Ich frag das weil ich keine Lust hab dass wir die nächsten drei Wochen jeden Tag Rote Beete essen und trotzdem die Hälfte wegschmeißen. Das wäre ja Geldverschwendung und das Gemüse ist an sich ok - ich hab nix gegen Rote Beete nur gegen den ganzen Kram der damit vermarket wird. Hat hier jemand das wirklich mal gemacht und kann sagen wie die Konsistenz nachher war? Und wie lange hält das dann im Gefrierer überhaupt.

Zitat von ms_77

verliert das dann nicht komplett den Biss

ja genau das ist meine Frage auch immer gewesen. ich hab das selber noch nie ausprobiert aber ich frag mich ob das vielleicht auch drauf ankommt wie lang man es kocht vorher. also ob man es wirklich durch kocht oder nur so halb gar lässt

@ms_77 deine Frau hat da eigentlich einen guten Instinkt gehabt mit dem kochen zuerst, hab ich zumindest so in Erinnerung dass man das bei vielen Gemüsesorten so macht. aber ob das bei Roter Beete wirklich klappt ohne dass es danach wie das Vakuumpack-Zeug wird, keine ahnung ob das wirklich so ein Unterschied macht

was mich interessieren würde - hat sie die Knollen ganz eingefroren oder in Stücke geschnitten? weil ich mir vorstelle dass das nochmal was ausmacht wie es nachher auftaut

Zitat von evelyn83

ob man es wirklich durch kocht oder nur so halb gar lässt

das ist eigentlich ne interessante Frage. meine Frau hat die Dinger ganz eingefroren, soweit ich das mitbekommen hab - ich war grad in der Werkstatt. ob halb gar schlauer ist als durch, keine Ahnung. klingt aber logisch dass man sich den Rest des Garens beim Auftauen aufhebt sozusagen. draußen gießt es gerade in Strömen, passt zum Thema irgendwie. @evelyn83 aber ich frag mich ob das bei Roter Beete überhaupt greift. die hat ja so eine dichte Struktur das ist kein Spinat oder Erbsen wo ich das auch kenn mit halb blanchieren vorher. ob das Wasser beim Einfrieren nicht trotzdem die Zellen zerschießt egal wie lang man vorher kocht - das weiß ich nicht. beim Auftauen läuft ja immer irgendwas raus. und dann ist die Frage was nachher noch übrig ist von der Textur. ich glaub das muss meine Frau einfach ausprobieren mit einer Knolle. eine opfern, einfrieren, auftauen, angucken. mehr Wissenschaft brauch ich da nicht für.

Zitat von ms_77

ob das Wasser beim Einfrieren nicht trotzdem die Zellen zerschießt egal wie lang man vorher kocht

Das ist eigentlich der Kern der Sache, und @ms_77 hat das intuitiv richtig eingekreist. Die Zellstruktur wird beim Einfrieren tatsächlich beschädigt - das passiert bei fast jedem wasserreichen Gemüse, egal was man vorher macht. Der Unterschied ist: wenn die Knolle vorher gekocht ist, sind die Zellen ohnehin schon weicher, der Schaden fällt weniger auf. Roh einfrieren macht es deutlich schlimmer, weil du dann zwei Mal Zerstörung hast - einmal Frost, einmal Hitze beim Garen. Was ich aus eigener Erfahrung sagen kann: ich hab das mal mit vorgegarten Scheiben gemacht, nicht mit ganzen Knollen. Die Konsistenz danach war ok für Suppe oder Püree, aber für ein Carpaccio oder irgendwas wo Biss gefragt ist - vergiss es. Das ist dann genau die Konsistenz, über die @ms_77 am Anfang gemeckert hat. Der Trick mit halb gar klingt logisch, bringt aber realistisch betrachtet weniger als man hofft. Ich hab das irgendwo in einem Lebensmitteltechnologie-Kontext gelesen, war glaub ich ein Artikel auf aid-infodienst, ist aber schon eine Weile her. Die Empfehlung war: Blanchieren ja, aber das schützt vor allem Enzyme-Aktivität und Farbe, nicht wirklich die Textur. Wenn die Kiste wirklich groß ist, würd ich auch ernsthaft über Einlegen nachdenken. Das geht schneller als man denkt und das Ergebnis ist haltbarer und geschmacklich sinnvoller als tiefgefrorene matschige Knollen.

Zitat von markus_hh88

für Suppe oder Püree, aber für ein Carpaccio vergiss es

ok das ist eigentlich das einzige was ich aus dem ganzen Beitrag mitnehme. wenn es am Ende eh in die Suppe kommt ist mir die Textur schnuppe. meine Frau macht eh öfter so eine rote Beete Suppe im Winter. dann wäre das ja kein Problem. was mich aber wundert - @markus_hh88 du redest von aid-infodienst und Lebensmitteltechnologie-Kontext. ich mein das ist nett aber ich frag hier ob meine Frau ihre Kiste Knollen sinnvoll wegkriegt nicht ob ich ne Hausarbeit drüber schreibe. da muss ich lachen wenn ich das so lese. der Punkt mit Einlegen ist aber nicht blöd. das haben wir ja schon gemacht. Rotweinessig geht schnell. das Problem ist halt die Menge - wenn das wirklich ne ganze Kiste ist reichen drei Gläser auch nicht. ich glaub meine Frau macht am Ende beides. was nicht ins Glas passt kommt in den Gefrierer und wird dann halt Suppe im Oktober. schlimmstenfalls. was ich mich jetzt frage - kann man die Scheiben eigentlich auch roh einlegen oder braucht man da immer das Kochen davor damit die Säure reinkommt. das weiß ich ehrlich gesagt nicht.

@ms_77 zur Frage mit dem rohen Einlegen - ja, das geht tatsächlich. ich hab das mal mit dünn gehobelten Scheiben gemacht, Apfelessig, etwas Salz und Zucker, ein paar Stunden ziehen lassen. die Säure macht die Rote Beete mürber ohne dass man kochen muss. aber - und das ist der Punkt - es braucht Zeit. ein paar Stunden mindest, besser über Nacht. für eine ganze Kiste Knollen wäre das also eher was für etappenweise, nicht alles auf einmal.

Zitat von ms_77

was nicht ins Glas passt kommt in den Gefrierer und wird dann halt Suppe im Oktober

ehrlich gesagt klingt das nach dem vernünftigsten Plan den ich hier gelesen hab. für Suppe ist die Textur nach dem Einfrieren wirklich egal, das stimmt. ich würd die fürs Einfrieren trotzdem in Scheiben oder Würfel schneiden bevor sie in den Gefrier kommen, nicht ganz. dann ist das Auftauen schneller und man kann direkt die Menge nehmen die man braucht. ganze Knollen auftauen und dann noch schneiden ist irgendwie... unnötig umständlich. was ich mich noch frage - wie groß ist die Kiste eigentlich so ungefähr? weil wenn das wirklich viel ist würd ich auch schauen ob nicht ein Teil roh verbraucht werden kann bevor überhaupt was eingefroren wird. rohe Rote Beete hält im Keller oder Kühlschrank deutlich länger als die meisten Leute denken, so drei bis vier Wochen ist locker drin wenn die Knollen noch unversehrt sind.

@leni_k ok der Hinweis mit Keller ist eigentlich nützlich. das wusste ich ehrlich gesagt nicht - ich hätte gedacht so zwei Wochen maximal. drei bis vier Wochen damit kann man was anfangen. dann hat meine Frau ja gar keinen Stress. die Kiste - ich schätze so 8-10 Kilo vielleicht. ich hab das nicht gewogen. ist jedenfalls mehr als wir in einer Woche wegschaffen wenn wir nicht jeden Tag Rote Beete essen wollen. Zitat von leni_k: "Scheiben oder Würfel schneiden bevor sie in den Gefrier kommen"

ja das macht Sinn. ganze Knollen auftauen und dann noch mit dem Messer drauf - das ist ja auch ein Theater weil das Ding dann halb weich halb kalt ist. meine Frau schneidet das sowieso lieber vorher die hasst das Geschmiere danach. was ich mich grad frage - wenn die Knollen ungekühlt im Keller liegen, wie merkt man eigentlich wann die anfangen schlecht zu werden. außen sehen die ja lange gut aus soweit ich das kenne. ob die innen schon komisch sind sieht man nicht. ich kenn das von Kartoffeln dass die manchmal außen top sind und innen schon braun. ob das bei Roter Beete genauso läuft. wäre blöd wenn man die drei Wochen lagert und dann sind die zur Hälfte für die Tonne. Edit: beim Zitat war das Anführungszeichen verrutscht, hab ich korrigiert. und noch ein Komma bei "vorher, die hasst" eingefügt.

@ms_77 die Frage ist gut, das mit dem Erkennen.

Zitat von evelyn83

ob man es wirklich durch kocht oder nur so halb gar lässt

das frag ich mich bei Roten Beeten auch manchmal, aber zurück zu deiner Kellerfrage - bei Roten Beeten merkst du es meistens am Stiel-Ansatz zuerst, also da wo das Grün war. wenn das anfängt weich zu werden oder so leicht schimmelig auszusehen, ist das ein Zeichen. und wenn du drückst und die Knolle gibt irgendwo nach statt fest zu bleiben, dann lieber weg damit. innen braun wie bei Kartoffeln kenn ich von Roten Beeten eigentlich weniger, die faulen eher von außen nach innen. aber ich bin keine Expertin, das ist nur was ich so beobachtet hab. 8-10 Kilo ist echt eine Hausnummer. draußen ist heute auch so grau bei mir, passt irgendwie. jedenfalls - bei der Menge würd ich wirklich etappenweise schauen. ein Teil Keller, ein Teil direkt zu Einlegtem, und was dann noch übrig ist ab in den Gefrierer für die Suppe. das klingt nach dem entspanntesten Weg ohne dass eure Küche drei Wochen nach Erde riecht.

Zitat von leni_k

eure Küche drei Wochen nach Erde riecht

das ist halt das Ding. der Geruch zieht sich durch alles. ich hab das letzte Woche schon gemerkt als meine Frau die ersten zwei Knollen gekocht hat - Küche Flur, fertig. ob das beim Keller auch so ist weiß ich nicht, unser Keller ist eh nur so ein Abstellraum unter der Treppe, ich weiß nicht ob da die Temperatur stimmt. ist da irgendwas zu beachten, also zu warm oder zu kalt ist sicher auch nicht gut. @leni_k der Hinweis mit dem Stielansatz ist praktisch. das merk ich mir. wir haben auch bei Kartoffeln immer das Problem dass wir die zu lang liegenlassen und dann erst angucken wenns zu spät ist. meine Frau ist da eher unaufmerksam, ich muss das wahrscheinlich selber im Blick behalten. was ich mich noch frag - wenn man die Scheiben einfriert ohne vorher zu kochen, also wirklich roh - ist das dann so schlimm wie markus_hh88 sagt oder übertreibt er da. für Suppe im Oktober müsste die Textur ja ohnehin egal sein. warum erst kochen wenn der Topf am Ende sowieso alles zerkocht. das klingt für mich nach unnötigem Aufwand. ich frag das weil ich nicht will dass meine Frau jetzt einen halben Sonntag mit Kochen und Einfrieren verbringt wenn roh einfrieren fürs selbe Ergebnis reicht.

@ms_77 zur roh einfrieren Frage - für Suppe hast du eigentlich recht, das macht keinen großen Unterschied. ich würd das nicht so dramatisch sehen wie markus_hh88. das Zell-Argument stimmt schon, aber wenn du die Scheiben ohnehin eine Stunde im Topf hast, ist das egal was vorher mit der Textur passiert ist.

Zitat von ms_77

warum erst kochen wenn der Topf am Ende sowieso alles zerkocht

genau das. für Suppe roh einfrieren und fertig, das spart echt den halben Sonntag. ich würd die Scheiben aber vor dem Einfrieren gut trocken tupfen, sonst frieren die zu einem Block zusammen und du kriegst nicht einzelne Portionen raus sondern eine rosarote Eisplatte. das hab ich mal bei Zucchini so gemacht - nie wieder. was den Keller angeht: zu warm ist das eigentliche Problem. so über 15 Grad wird's kritisch, die fangen dann schneller an zu welken. wenn euer Abstellraum im Sommer eher Richtung 18-20 Grad geht, würd ich da nicht zu lang drauf verlassen. dann lieber den Kühlschrank für einen Teil, das Gemüsefach unten hält die auch gut.

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