Rote Beete einfrieren – lohnt sich das überhaupt oder wird sie matschig?
Zitat von n.feld am September 8, 2026, 22:52 Uhr@ms_77
Zitat von ms_77Jedenfalls - @rotebeete_fan hat noch immer keinen richtigen Tipp bekommen
Stimmt, aber das liegt auch daran, dass die Ausgangsfrage eigentlich schon in Beitrag 2 beantwortet war. Vorgekocht, große Stücke, Auftauwasser nicht wegschütten. Der Rest war dann ein anderes Gespräch. Was deinen Schwager angeht: das "ist was anderes" kenne ich aus der IT auch. Leute, die einen teuren Managed-Service buchen und dann trotzdem noch lokal backupen, weil sie dem Ganzen nicht trauen - aber beide Lösungen nach denselben Kriterien bewerten würden sie nie. Das Kapsel-plus-Schonkoch-Kombination ist strukturell identisch. Zwei Systeme, die sich gegenseitig nicht ersetzen sollen, aber beide das gleiche leisten sollen. Macht formal keinen Sinn. Was mich an dem Beitrag deiner Mutter noch kurz beschäftigt: das ist tatsächlich nicht dasselbe Problem. Lange Garzeiten aus Gewohnheit sind wenigstens konsistent - kein impliziter Wirkversprechen, nur eine falsche Annahme über Textur und Bekömmlichkeit. Das ist korrigierbar ohne dass jemand 30 Euro ausgegeben hat.
Zitat von ms_77Jedenfalls - @rotebeete_fan hat noch immer keinen richtigen Tipp bekommen
Stimmt, aber das liegt auch daran, dass die Ausgangsfrage eigentlich schon in Beitrag 2 beantwortet war. Vorgekocht, große Stücke, Auftauwasser nicht wegschütten. Der Rest war dann ein anderes Gespräch. Was deinen Schwager angeht: das "ist was anderes" kenne ich aus der IT auch. Leute, die einen teuren Managed-Service buchen und dann trotzdem noch lokal backupen, weil sie dem Ganzen nicht trauen - aber beide Lösungen nach denselben Kriterien bewerten würden sie nie. Das Kapsel-plus-Schonkoch-Kombination ist strukturell identisch. Zwei Systeme, die sich gegenseitig nicht ersetzen sollen, aber beide das gleiche leisten sollen. Macht formal keinen Sinn. Was mich an dem Beitrag deiner Mutter noch kurz beschäftigt: das ist tatsächlich nicht dasselbe Problem. Lange Garzeiten aus Gewohnheit sind wenigstens konsistent - kein impliziter Wirkversprechen, nur eine falsche Annahme über Textur und Bekömmlichkeit. Das ist korrigierbar ohne dass jemand 30 Euro ausgegeben hat.
Zitat von ms_77 am September 8, 2026, 22:57 Uhr@n.feld
Zitat von n.feldkein impliziter Wirkversprechen, nur eine falsche Annahme
ok da machst du einen Unterschied den ich so nicht gesehen hab. Stimmt irgendwie. Meine Mutter hat niemand was verkauft, die hat das einfach so gelernt. Meinem Schwager dagegen hat jemand was erzählt und dafür Geld genommen. Das ist schon ein anderer Ausgangspunkt. Wobei ich grad überleg ob das am Ende nicht egal ist. Die Rote Beete ist in beiden Fällen zu lang im Topf. Ob jetzt jemand 30 Euro dafür bezahlt hat oder nicht ändert ja am Ergebnis nichts. Dem Gemüse ist das wurscht. Was mich bei dem Schwager-Vergleich mit der IT noch stört - der Typ mit dem Managed-Service und dem lokalen Backup, der hat wenigstens noch ein Backup. Mein Schwager hat Kapseln und schongegartes Gemüse und am Ende beide Sachen schlechter gemacht als nötig. Das Gemüse ist weich und die Kapsel hat er trotzdem gebraucht weil er dem Gemüse nicht getraut hat. Macht null Sinn. Ich glaub das Kernproblem ist dass die Leute nicht wissen was sie eigentlich wollen. Schmeckt's oder wirkt's. Beides gleichzeitig geht halt meistens nicht wenn man dabei anfängt zu optimieren.
@n.feld
Zitat von n.feldkein impliziter Wirkversprechen, nur eine falsche Annahme
ok da machst du einen Unterschied den ich so nicht gesehen hab. Stimmt irgendwie. Meine Mutter hat niemand was verkauft, die hat das einfach so gelernt. Meinem Schwager dagegen hat jemand was erzählt und dafür Geld genommen. Das ist schon ein anderer Ausgangspunkt. Wobei ich grad überleg ob das am Ende nicht egal ist. Die Rote Beete ist in beiden Fällen zu lang im Topf. Ob jetzt jemand 30 Euro dafür bezahlt hat oder nicht ändert ja am Ergebnis nichts. Dem Gemüse ist das wurscht. Was mich bei dem Schwager-Vergleich mit der IT noch stört - der Typ mit dem Managed-Service und dem lokalen Backup, der hat wenigstens noch ein Backup. Mein Schwager hat Kapseln und schongegartes Gemüse und am Ende beide Sachen schlechter gemacht als nötig. Das Gemüse ist weich und die Kapsel hat er trotzdem gebraucht weil er dem Gemüse nicht getraut hat. Macht null Sinn. Ich glaub das Kernproblem ist dass die Leute nicht wissen was sie eigentlich wollen. Schmeckt's oder wirkt's. Beides gleichzeitig geht halt meistens nicht wenn man dabei anfängt zu optimieren.
Zitat von n.feld am September 8, 2026, 23:00 Uhr@ms_77
Zitat von ms_77Ich glaub das Kernproblem ist dass die Leute nicht wissen was sie eigentlich wollen. Schmeckt's oder wirkt's.
Das ist eine faire Zusammenfassung, aber ich würde das anders einrahmen. Das Problem ist nicht, dass die Leute es nicht wissen - viele wissen es tatsächlich, sie wollen halt beides, und das ist per se kein Denkfehler. Das Problem ist, dass ihnen jemand erzählt hat, beides sei gleichzeitig erreichbar, und zwar ohne Kompromiss. Das ist die eigentliche Lüge im Verkaufsversprechen. Nicht "das wirkt", sondern "das wirkt und schmeckt und ist praktisch und du musst nichts ändern". Dein Schwager ist in dem Sinn kein Sonderfall. Das ist das Standardmodell wie Supplements vermarktet werden. Die Kapsel ist der Kompromiss-Vermittler: du kannst weiter schonend kochen weil Genuss, und die Kapsel macht den Rest. Dass die Kapsel den Rest eben nicht macht, ist dann das unangenehmere Gespräch. Was mich bei "Schmeckt's oder wirkt's" noch stört: für die meisten Lebensmittel ist das eine Falschdichotomie. Rucola schmeckt und liefert Nitrat, frische Rote Beete schmeckt und hat ihre Inhaltsstoffe, solange man sie nicht stundenlang kocht. Die Dichotomie entsteht erst wenn jemand anfängt zu optimieren und dabei das Gericht zerstört. Vorher existiert sie gar nicht.
Zitat von ms_77Ich glaub das Kernproblem ist dass die Leute nicht wissen was sie eigentlich wollen. Schmeckt's oder wirkt's.
Das ist eine faire Zusammenfassung, aber ich würde das anders einrahmen. Das Problem ist nicht, dass die Leute es nicht wissen - viele wissen es tatsächlich, sie wollen halt beides, und das ist per se kein Denkfehler. Das Problem ist, dass ihnen jemand erzählt hat, beides sei gleichzeitig erreichbar, und zwar ohne Kompromiss. Das ist die eigentliche Lüge im Verkaufsversprechen. Nicht "das wirkt", sondern "das wirkt und schmeckt und ist praktisch und du musst nichts ändern". Dein Schwager ist in dem Sinn kein Sonderfall. Das ist das Standardmodell wie Supplements vermarktet werden. Die Kapsel ist der Kompromiss-Vermittler: du kannst weiter schonend kochen weil Genuss, und die Kapsel macht den Rest. Dass die Kapsel den Rest eben nicht macht, ist dann das unangenehmere Gespräch. Was mich bei "Schmeckt's oder wirkt's" noch stört: für die meisten Lebensmittel ist das eine Falschdichotomie. Rucola schmeckt und liefert Nitrat, frische Rote Beete schmeckt und hat ihre Inhaltsstoffe, solange man sie nicht stundenlang kocht. Die Dichotomie entsteht erst wenn jemand anfängt zu optimieren und dabei das Gericht zerstört. Vorher existiert sie gar nicht.
Zitat von ms_77 am September 8, 2026, 23:11 UhrZitat von jana_wich hab mich da vielleicht selbst ein bisschen reingelogen
das find ich ehrlich gesagt interessanter als alles was n.feld über Temperaturkurven geschrieben hat. Nicht bös gemeint @n.feld. Aber dass jemand selbst sagt - moment, ich hab mir da was erzählt das nicht stimmt - das passiert selten. @n.feld du sagst die Dichotomie entsteht erst wenn jemand anfängt zu optimieren. Ok. Aber wer fängt damit an? Doch meistens jemand der was verkaufen will. Der Rucola-Esser optimiert nicht, der isst einfach Rucola. Mein Schwager hat erst angefangen zu optimieren nachdem ihm irgendwer ein Produkt erklärt hat. Das ist doch kein Zufall. draußen ist grad Gewitter übrigens, hab die Fenster noch offen gelassen wie ein Idiot. Jedenfalls - ich glaub was du meinst stimmt technisch. Aber in der Praxis kenn ich keinen der schonend kocht und Kapseln schluckt und dabei denkt "ich mach hier Abstriche". Die denken alle sie haben das System optimiert. Weil ihnen das jemand so verkauft hat. Und genau da liegt für mich der Unterschied zu meiner Mutter mit dem weichgekochten Gemüse. Die hatte kein System. Die hatte einfach eine falsche Annahme. Das ist weniger schlimm.
Zitat von jana_wich hab mich da vielleicht selbst ein bisschen reingelogen
das find ich ehrlich gesagt interessanter als alles was n.feld über Temperaturkurven geschrieben hat. Nicht bös gemeint @n.feld. Aber dass jemand selbst sagt - moment, ich hab mir da was erzählt das nicht stimmt - das passiert selten. @n.feld du sagst die Dichotomie entsteht erst wenn jemand anfängt zu optimieren. Ok. Aber wer fängt damit an? Doch meistens jemand der was verkaufen will. Der Rucola-Esser optimiert nicht, der isst einfach Rucola. Mein Schwager hat erst angefangen zu optimieren nachdem ihm irgendwer ein Produkt erklärt hat. Das ist doch kein Zufall. draußen ist grad Gewitter übrigens, hab die Fenster noch offen gelassen wie ein Idiot. Jedenfalls - ich glaub was du meinst stimmt technisch. Aber in der Praxis kenn ich keinen der schonend kocht und Kapseln schluckt und dabei denkt "ich mach hier Abstriche". Die denken alle sie haben das System optimiert. Weil ihnen das jemand so verkauft hat. Und genau da liegt für mich der Unterschied zu meiner Mutter mit dem weichgekochten Gemüse. Die hatte kein System. Die hatte einfach eine falsche Annahme. Das ist weniger schlimm.
Zitat von n.feld am September 8, 2026, 23:16 Uhr@ms_77
Zitat von ms_77Die hatten kein System. Die hatte einfach eine falsche Annahme. Das ist weniger schlimm.
Das ist faktisch der interessanteste Punkt, der heute Abend gefallen ist. Und ich glaube, du hast recht - aber aus einem Grund, den du nicht explizit benannt hast. Eine falsche Annahme kann man korrigieren, wenn man ihr begegnet. Ein System, das jemand anderes für dich gebaut hat und das einen impliziten Wirkversprechen enthält, das ist schwerer zu korrigieren, weil der Fehler nicht in deiner Annahme liegt, sondern im Rahmen, den du übernommen hast. Du müsstest erst den Rahmen ablehnen, bevor du überhaupt merkst, dass deine Annahme falsch war. Was ich an deinem Schwager-Beispiel noch nicht loswerде: er kocht schonend und kauft trotzdem Kapseln, weil er dem Gemüse nicht traut. Das heißt, das Produkt hat nicht nur eine Handlung ausgelöst, es hat das Vertrauen in das Lebensmittel selbst untergraben. Das ist eine ziemlich elegante Marketingstrategie, wenn man es zynisch betrachtet. Erst das Gemüse als unzureichend framen, dann die Lücke mit dem eigenen Produkt füllen. Ob das bewusst so konzipiert ist oder einfach das Ergebnis davon, dass jeder seine eigene Lösung als notwendig verkauft - keine Ahnung. Wahrscheinlich beides, je nach Hersteller.
Zitat von ms_77Die hatten kein System. Die hatte einfach eine falsche Annahme. Das ist weniger schlimm.
Das ist faktisch der interessanteste Punkt, der heute Abend gefallen ist. Und ich glaube, du hast recht - aber aus einem Grund, den du nicht explizit benannt hast. Eine falsche Annahme kann man korrigieren, wenn man ihr begegnet. Ein System, das jemand anderes für dich gebaut hat und das einen impliziten Wirkversprechen enthält, das ist schwerer zu korrigieren, weil der Fehler nicht in deiner Annahme liegt, sondern im Rahmen, den du übernommen hast. Du müsstest erst den Rahmen ablehnen, bevor du überhaupt merkst, dass deine Annahme falsch war. Was ich an deinem Schwager-Beispiel noch nicht loswerде: er kocht schonend und kauft trotzdem Kapseln, weil er dem Gemüse nicht traut. Das heißt, das Produkt hat nicht nur eine Handlung ausgelöst, es hat das Vertrauen in das Lebensmittel selbst untergraben. Das ist eine ziemlich elegante Marketingstrategie, wenn man es zynisch betrachtet. Erst das Gemüse als unzureichend framen, dann die Lücke mit dem eigenen Produkt füllen. Ob das bewusst so konzipiert ist oder einfach das Ergebnis davon, dass jeder seine eigene Lösung als notwendig verkauft - keine Ahnung. Wahrscheinlich beides, je nach Hersteller.