Rote Beete einfrieren – lohnt sich das überhaupt oder wird sie matschig?
Zitat von rotebeete_fan am September 8, 2026, 00:25 Uhrich steh seit heute morgen vor einem Berg Knollen und überlege ernsthaft ob einfrieren eine Option ist. Eingelegt hab ich schon mehr als genug und irgendwann kann man auch nicht mehr, der Keller ist voll. Meine Schwägerin hat mir mal erzählt sie friert Rote Beete einfach roh ein in Würfel geschnitten. Ich war skeptisch, hab das aber nie selbst ausprobiert. Irgendwie klingt das nach Matsch wenn man sie wieder auftaut. Auf der anderen - nein, ich sag nicht auf der anderen - ich mein einfach, Tiefkühlgemüse aus dem Supermarkt ist ja oft auch vorgegart und friert dann trotzdem ganz ordentlich ein. Hab jetzt gelesen, bei einem Kochblog, dass man die Knollen besser kurz blanchieren oder sogar ganz garen soll bevor man sie einfriert. Dann soll die Textur halbwegs erhalten bleiben. Hat hier jemand damit Erfahrung? Ich will nicht kiloweise Rote Beete einfrieren und hinterher Brei rausziehen. Was mich auch beschäftigt: ob die dann noch zum Kochen taugt oder ob man sie danach nur noch pürieren kann. Ich mach gern Scheiben für den Salat, das geht vermutlich nach dem Einfrieren nicht mehr so schön. Aber für Suppe oder Aufläufe, da könnt ich mir vorstellen dass es klappt. Mein Mann meint ich soll einfach alles verarbeiten und fertig, aber der muss ja auch nicht stundenlang in der Küche stehen. Ich frag mich ob jemand hier schon einen richtigen Vergleich gemacht hat - roh eingefroren gegen vorgekocht eingefroren, was besser rauskam.
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Selbstgemacht schmeckt's immer besser 🥰
ich steh seit heute morgen vor einem Berg Knollen und überlege ernsthaft ob einfrieren eine Option ist. Eingelegt hab ich schon mehr als genug und irgendwann kann man auch nicht mehr, der Keller ist voll. Meine Schwägerin hat mir mal erzählt sie friert Rote Beete einfach roh ein in Würfel geschnitten. Ich war skeptisch, hab das aber nie selbst ausprobiert. Irgendwie klingt das nach Matsch wenn man sie wieder auftaut. Auf der anderen - nein, ich sag nicht auf der anderen - ich mein einfach, Tiefkühlgemüse aus dem Supermarkt ist ja oft auch vorgegart und friert dann trotzdem ganz ordentlich ein. Hab jetzt gelesen, bei einem Kochblog, dass man die Knollen besser kurz blanchieren oder sogar ganz garen soll bevor man sie einfriert. Dann soll die Textur halbwegs erhalten bleiben. Hat hier jemand damit Erfahrung? Ich will nicht kiloweise Rote Beete einfrieren und hinterher Brei rausziehen. Was mich auch beschäftigt: ob die dann noch zum Kochen taugt oder ob man sie danach nur noch pürieren kann. Ich mach gern Scheiben für den Salat, das geht vermutlich nach dem Einfrieren nicht mehr so schön. Aber für Suppe oder Aufläufe, da könnt ich mir vorstellen dass es klappt. Mein Mann meint ich soll einfach alles verarbeiten und fertig, aber der muss ja auch nicht stundenlang in der Küche stehen. Ich frag mich ob jemand hier schon einen richtigen Vergleich gemacht hat - roh eingefroren gegen vorgekocht eingefroren, was besser rauskam.
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Selbstgemacht schmeckt's immer besser 🥰
Zitat von jana_w am September 8, 2026, 08:45 Uhr@rotebeete_fan ich hab das tatsächlich mal ausprobiert, roh eingefroren gegen vorgekocht - und ehrlich gesagt war der Unterschied krass. Roh war danach wirklich Matsch, ich mein, es war noch verwendbar für Suppe, aber Scheiben für Salat vergiss es. Vorgekocht, also nicht komplett weich sondern so al dente rausgezogen und dann eingefroren, das hat deutlich besser gehalten. Die Textur war immer noch etwas weicher als frisch, aber kein Brei. Was ich dabei gelernt hab: die Größe der Stücke macht auch was aus. Ich hab damals relativ große Würfel eingefroren, so 2-3 cm, und die haben sich besser gehalten als die kleineren. Warum genau, keine Ahnung, ist einfach meine Beobachtung.
Zitat von rotebeete_fanob die dann noch zum Kochen taugt oder ob man sie danach nur noch pürieren kann
für Suppe und Aufläufe taugt sie auf jeden Fall noch, das kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Ich hab letzten Winter öfter tiefgekühlte Rote Beete einfach in eine Linsensuppe geworfen, funktioniert prima. Für Carpaccio oder Salat-Scheiben würde ich sie aber tatsächlich frisch lassen oder eingelegt nehmen. Was ich mich gerade frage: hast du die Möglichkeit irgendwas zu dörren? ich hab das noch nicht mit Rote Beete probiert, aber mit Zucchini hat das bei mir letzes Jahr ganz gut funktioniert, die Knollen sind ja auch wasserreich genug
@rotebeete_fan ich hab das tatsächlich mal ausprobiert, roh eingefroren gegen vorgekocht - und ehrlich gesagt war der Unterschied krass. Roh war danach wirklich Matsch, ich mein, es war noch verwendbar für Suppe, aber Scheiben für Salat vergiss es. Vorgekocht, also nicht komplett weich sondern so al dente rausgezogen und dann eingefroren, das hat deutlich besser gehalten. Die Textur war immer noch etwas weicher als frisch, aber kein Brei. Was ich dabei gelernt hab: die Größe der Stücke macht auch was aus. Ich hab damals relativ große Würfel eingefroren, so 2-3 cm, und die haben sich besser gehalten als die kleineren. Warum genau, keine Ahnung, ist einfach meine Beobachtung.
Zitat von rotebeete_fanob die dann noch zum Kochen taugt oder ob man sie danach nur noch pürieren kann
für Suppe und Aufläufe taugt sie auf jeden Fall noch, das kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Ich hab letzten Winter öfter tiefgekühlte Rote Beete einfach in eine Linsensuppe geworfen, funktioniert prima. Für Carpaccio oder Salat-Scheiben würde ich sie aber tatsächlich frisch lassen oder eingelegt nehmen. Was ich mich gerade frage: hast du die Möglichkeit irgendwas zu dörren? ich hab das noch nicht mit Rote Beete probiert, aber mit Zucchini hat das bei mir letzes Jahr ganz gut funktioniert, die Knollen sind ja auch wasserreich genug
Zitat von n.feld am September 8, 2026, 15:19 Uhr@jana_w die Stückgröße ist tatsächlich kein Zufall. Größere Würfel haben ein günstigeres Oberfläche-zu-Volumen-Verhältnis, das heißt weniger Zellschäden relativ zur Gesamtmasse beim Gefrieren. Ist dasselbe Prinzip wie beim Fleisch - kleine Stücke frieren schnell durch, aber tauen auch schnell auf und verlieren mehr Wasser. Ob das der einzige Faktor ist, weiß ich nicht, aber plausibel ist es.
Zitat von jana_whast du die Möglichkeit irgendwas zu dörren
Das ist eine der wenigen Methoden, bei der ich mir tatsächlich vorstellen könnte, dass das Ergebnis noch brauchbar ist. Ich hab keinen Dörrautomaten, aber ich hab mal Tomaten im Backofen bei 70 Grad getrocknet, das hat funktioniert. Bei Roter Beete würde ich vermuten, dass der Betaningehalt darunter leidet - niedrige Temperatur, aber lang, das summiert sich. Konkret gesagt: als Chips oder getrocknete Scheiben für Suppen wäre es wahrscheinlich okay, als Zutat die "wie frisch" schmecken soll eher nicht. Was mich bei dem ganzen Thread-Verlauf beschäftigt: es geht immer um Textur und Haltbarkeit, aber kaum jemand fragt, was die Verarbeitung mit den wasserlöslichen Inhaltsstoffen macht. Die Datenlage zu Nitrat und Betain nach Gefrier-Tau-Zyklen ist dünn, zumindest hab ich da nichts Belastbares gefunden. Für den reinen Küchengebrauch ist das vielleicht egal.
@jana_w die Stückgröße ist tatsächlich kein Zufall. Größere Würfel haben ein günstigeres Oberfläche-zu-Volumen-Verhältnis, das heißt weniger Zellschäden relativ zur Gesamtmasse beim Gefrieren. Ist dasselbe Prinzip wie beim Fleisch - kleine Stücke frieren schnell durch, aber tauen auch schnell auf und verlieren mehr Wasser. Ob das der einzige Faktor ist, weiß ich nicht, aber plausibel ist es.
Zitat von jana_whast du die Möglichkeit irgendwas zu dörren
Das ist eine der wenigen Methoden, bei der ich mir tatsächlich vorstellen könnte, dass das Ergebnis noch brauchbar ist. Ich hab keinen Dörrautomaten, aber ich hab mal Tomaten im Backofen bei 70 Grad getrocknet, das hat funktioniert. Bei Roter Beete würde ich vermuten, dass der Betaningehalt darunter leidet - niedrige Temperatur, aber lang, das summiert sich. Konkret gesagt: als Chips oder getrocknete Scheiben für Suppen wäre es wahrscheinlich okay, als Zutat die "wie frisch" schmecken soll eher nicht. Was mich bei dem ganzen Thread-Verlauf beschäftigt: es geht immer um Textur und Haltbarkeit, aber kaum jemand fragt, was die Verarbeitung mit den wasserlöslichen Inhaltsstoffen macht. Die Datenlage zu Nitrat und Betain nach Gefrier-Tau-Zyklen ist dünn, zumindest hab ich da nichts Belastbares gefunden. Für den reinen Küchengebrauch ist das vielleicht egal.
Zitat von jana_w am September 8, 2026, 15:58 Uhr@n.feld der Punkt mit den wasserlöslichen Inhaltsstoffen ist ehrlich gesagt einer den ich nie auf dem Schirm hatte und ich trinke ja selbst regelmäßig Rote-Beete-Konzentrat wegen dem Nitrat. Ich mein, wenn beim Einfrieren und Auftauen ein Teil davon verloren geht, dann wäre das für mich schon relevant - nicht nur für den Geschmack sondern auch wegen dem Grund warum ich das überhaupt esse.
Zitat von n.feldDie Datenlage zu Nitrat und Betain nach Gefrier-Tau-Zyklen ist dünn
das glaub ich dir sofort, ich hab da auch nichts gefunden als ich mal danach gesucht hab. Was ich mir vorstelle ist dass ein Teil mit dem Auftauwasser abläuft - so wie Tiefkühlspinat halt, das Wasser das sich sammelt ist ja auch grün. Bei Rote Beete wird das dann wohl knallrot sein und da schwimmt dann vermutlich einiges drin. Ob man das Auftauwasser einfach mit in die Suppe kippen sollte, das wäre vielleicht die pragmatischste Lösung. Klingt etwas seltsam, ist aber eigentlich logisch. Was mich noch beschäftigt, und das ist mir gerade beim Schreiben aufgegangen: ich hab bisher immer aufgetaut bevor ichs in die Suppe geworfen hab. Vielleicht wäre direkt gefroren reinwerfen besser - weniger Auftauverlust, die Flüssigkeit bleibt im Topf.
@n.feld der Punkt mit den wasserlöslichen Inhaltsstoffen ist ehrlich gesagt einer den ich nie auf dem Schirm hatte und ich trinke ja selbst regelmäßig Rote-Beete-Konzentrat wegen dem Nitrat. Ich mein, wenn beim Einfrieren und Auftauen ein Teil davon verloren geht, dann wäre das für mich schon relevant - nicht nur für den Geschmack sondern auch wegen dem Grund warum ich das überhaupt esse.
Zitat von n.feldDie Datenlage zu Nitrat und Betain nach Gefrier-Tau-Zyklen ist dünn
das glaub ich dir sofort, ich hab da auch nichts gefunden als ich mal danach gesucht hab. Was ich mir vorstelle ist dass ein Teil mit dem Auftauwasser abläuft - so wie Tiefkühlspinat halt, das Wasser das sich sammelt ist ja auch grün. Bei Rote Beete wird das dann wohl knallrot sein und da schwimmt dann vermutlich einiges drin. Ob man das Auftauwasser einfach mit in die Suppe kippen sollte, das wäre vielleicht die pragmatischste Lösung. Klingt etwas seltsam, ist aber eigentlich logisch. Was mich noch beschäftigt, und das ist mir gerade beim Schreiben aufgegangen: ich hab bisher immer aufgetaut bevor ichs in die Suppe geworfen hab. Vielleicht wäre direkt gefroren reinwerfen besser - weniger Auftauverlust, die Flüssigkeit bleibt im Topf.
Zitat von n.feld am September 8, 2026, 16:52 Uhr@jana_w der Gedanke mit dem direkten Einwerfen ist mechanisch gesehen richtig. Das Auftauwasser ist im Wesentlichen eine Lösung aus dem, was aus den Zellen ausgetreten ist, Nitrat, Betain, was auch immer sonst wasserlöslich ist. Wenn das in den Topf läuft statt ins Spülbecken, bleibt es zumindest im Gericht.
Zitat von jana_wdirekt gefroren reinwerfen besser
Das Problem dabei ist die Temperaturkurve im Topf. Wenn du gefrorene Stücke in heiße Suppe wirfst, fällt die Temperatur kurz ab und du hast für ein paar Minuten eine Zone, in der alles zwischen 40 und 80 Grad liegt. Ob das für Nitrat relevant ist, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Für Betanin ist hohe Temperatur das eigentliche Problem, nicht der Weg dahin. Was ich mich dabei frage: du sagst, du trinkst das Konzentrat wegen dem Nitrat. Wenn du dir die Mühe machst, Rohe Beete einzufrieren und dann kochst, ist die Nitrat-Bilanz am Ende vermutlich schlechter als beim direkt konsumierten Konzentrat - allein schon wegen der Hitze beim Suppenkochen. Das ist dann eher ein Gemüse für Geschmack und Textur als für den Nitratgehalt. Beides gleichzeitig zu optimieren ist in der Küche kaum realistisch.
@jana_w der Gedanke mit dem direkten Einwerfen ist mechanisch gesehen richtig. Das Auftauwasser ist im Wesentlichen eine Lösung aus dem, was aus den Zellen ausgetreten ist, Nitrat, Betain, was auch immer sonst wasserlöslich ist. Wenn das in den Topf läuft statt ins Spülbecken, bleibt es zumindest im Gericht.
Zitat von jana_wdirekt gefroren reinwerfen besser
Das Problem dabei ist die Temperaturkurve im Topf. Wenn du gefrorene Stücke in heiße Suppe wirfst, fällt die Temperatur kurz ab und du hast für ein paar Minuten eine Zone, in der alles zwischen 40 und 80 Grad liegt. Ob das für Nitrat relevant ist, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Für Betanin ist hohe Temperatur das eigentliche Problem, nicht der Weg dahin. Was ich mich dabei frage: du sagst, du trinkst das Konzentrat wegen dem Nitrat. Wenn du dir die Mühe machst, Rohe Beete einzufrieren und dann kochst, ist die Nitrat-Bilanz am Ende vermutlich schlechter als beim direkt konsumierten Konzentrat - allein schon wegen der Hitze beim Suppenkochen. Das ist dann eher ein Gemüse für Geschmack und Textur als für den Nitratgehalt. Beides gleichzeitig zu optimieren ist in der Küche kaum realistisch.
Zitat von jana_w am September 8, 2026, 18:04 Uhr@n.feld okay das mit der Temperaturkurve macht Sinn daran hab ich gar nicht gedacht. Und dein Punkt trifft mich ehrlich gesagt etwas - ich hab das bisher nie so klar auseinandergehalten, also Rote Beete als Gemüse versus Rote Beete als Nitrat-Lieferant.
Zitat von n.felddie Nitrat-Bilanz am Ende vermutlich schlechter als beim direkt konsumierten Konzentrat
ja, das stimmt wahrscheinlich. Ich trink das Konzentrat ja auch genau weil es unkompliziert ist und ich weiß was drin ist - zumindest ungefähr. Wenn ich dagegen Rote Beete koche und einfrier und dann wieder koche, dann ist das irgendwie dreifach verarbeitet. Ich mein, ich ess Rote Beete als Gemüse ja trotzdem gern, aber ich hab mich da vielleicht selbst ein bisschen reingelogen dass das dann auch denselben Effekt hat wie das Konzentrat. Ist mir heute Nachmittag so richtig aufgegangen, draußen ist grad so ein komisches Licht, ich glaub das Wetter kippt. Was mich aber noch beschäftigt: wenn Betanin durch Hitze zerstört wird - lohnt sich dann überhaupt irgendeine Kochmethode für den Farbstoff? Also ich mein, für die Farbe in der Suppe funktioniert es ja offensichtlich, aber das wäre dann sozusagen das, was noch übrig ist und nicht weiter abgebaut wurde. Ob das dann noch irgendwas "tut" außer pink aussehen, weiß ich nicht. Ich kuck mal ob ich was dazu find, hab da ehrlich gesagt keine Ahnung was die aktuelle Studienlage sagt.
@n.feld okay das mit der Temperaturkurve macht Sinn daran hab ich gar nicht gedacht. Und dein Punkt trifft mich ehrlich gesagt etwas - ich hab das bisher nie so klar auseinandergehalten, also Rote Beete als Gemüse versus Rote Beete als Nitrat-Lieferant.
Zitat von n.felddie Nitrat-Bilanz am Ende vermutlich schlechter als beim direkt konsumierten Konzentrat
ja, das stimmt wahrscheinlich. Ich trink das Konzentrat ja auch genau weil es unkompliziert ist und ich weiß was drin ist - zumindest ungefähr. Wenn ich dagegen Rote Beete koche und einfrier und dann wieder koche, dann ist das irgendwie dreifach verarbeitet. Ich mein, ich ess Rote Beete als Gemüse ja trotzdem gern, aber ich hab mich da vielleicht selbst ein bisschen reingelogen dass das dann auch denselben Effekt hat wie das Konzentrat. Ist mir heute Nachmittag so richtig aufgegangen, draußen ist grad so ein komisches Licht, ich glaub das Wetter kippt. Was mich aber noch beschäftigt: wenn Betanin durch Hitze zerstört wird - lohnt sich dann überhaupt irgendeine Kochmethode für den Farbstoff? Also ich mein, für die Farbe in der Suppe funktioniert es ja offensichtlich, aber das wäre dann sozusagen das, was noch übrig ist und nicht weiter abgebaut wurde. Ob das dann noch irgendwas "tut" außer pink aussehen, weiß ich nicht. Ich kuck mal ob ich was dazu find, hab da ehrlich gesagt keine Ahnung was die aktuelle Studienlage sagt.
Zitat von n.feld am September 8, 2026, 18:20 Uhr@jana_w
Zitat von jana_wob das dann noch irgendwas "tut" außer pink aussehen
Das ist faktisch die richtige Frage, und die Antwort ist unbefriedigend: Betanin ist kein Wirkstoff im pharmakologischen Sinn, das heißt die Farbe in der Suppe sagt dir nichts darüber, wie viel noch biologisch verfügbar ist. Was thermisch abgebaut wird, ist weg. Was noch da ist, färbt. Ob das noch "wirkt", ist eine andere Frage, und die ist in der Literatur meines Wissens nicht sauber getrennt behandelt. Zur Studienlage: ich würde da vorsichtig sein mit dem, was du findest. In dem Bereich gibt es viel In-vitro-Forschung, also Zellkulturen, nicht Menschen, und die Übertragbarkeit ist regelmäßig unklar. Ich hab mal einen Artikel quergelesen, irgendwo bei PubMed, der Betanin als Antioxidans untersucht hat - die Versuchsbedingungen hatten mit dem Kochtopf ungefähr so viel zu tun wie ein Laborreaktor mit deiner Küche. Was mich an dem ganzen Konzentrat-Thema stört, ist ein anderes: wenn du Nitrat willst, ist Rote Beete als Gemüse ohnehin nur eine von mehreren Quellen. Rucola hat pro 100g teils mehr. Wird halt nicht so vermarktet. Das halte ich für symptomatisch für wie dieser ganze Bereich funktioniert, aber das führt jetzt vom eigentlichen Thread weg.
Zitat von jana_wob das dann noch irgendwas "tut" außer pink aussehen
Das ist faktisch die richtige Frage, und die Antwort ist unbefriedigend: Betanin ist kein Wirkstoff im pharmakologischen Sinn, das heißt die Farbe in der Suppe sagt dir nichts darüber, wie viel noch biologisch verfügbar ist. Was thermisch abgebaut wird, ist weg. Was noch da ist, färbt. Ob das noch "wirkt", ist eine andere Frage, und die ist in der Literatur meines Wissens nicht sauber getrennt behandelt. Zur Studienlage: ich würde da vorsichtig sein mit dem, was du findest. In dem Bereich gibt es viel In-vitro-Forschung, also Zellkulturen, nicht Menschen, und die Übertragbarkeit ist regelmäßig unklar. Ich hab mal einen Artikel quergelesen, irgendwo bei PubMed, der Betanin als Antioxidans untersucht hat - die Versuchsbedingungen hatten mit dem Kochtopf ungefähr so viel zu tun wie ein Laborreaktor mit deiner Küche. Was mich an dem ganzen Konzentrat-Thema stört, ist ein anderes: wenn du Nitrat willst, ist Rote Beete als Gemüse ohnehin nur eine von mehreren Quellen. Rucola hat pro 100g teils mehr. Wird halt nicht so vermarktet. Das halte ich für symptomatisch für wie dieser ganze Bereich funktioniert, aber das führt jetzt vom eigentlichen Thread weg.
Zitat von ms_77 am September 8, 2026, 21:20 Uhr@n.feld
Zitat von n.feldRucola hat pro 100g teils mehr. Wird halt nicht so vermarktet.
da muss ich lachen. Genau das ist das Problem mit dem ganzen Zeug. Sobald man irgendwas in ne Kapsel steckt oder als Konzentrat verkauft, kostet es das Dreifache und jeder denkt es ist was Besonderes. Rucola liegt hier im Supermarkt für 99 Cent. Sag mir einer warum der kein eigenes Hochglanz-Label kriegt. Was mich an dem Thread eigentlich am meisten beschäftigt - und das hat noch keiner so direkt gesagt - ist dass @rotebeete_fan am Anfang ein ganz normales Küchenproblem hatte. Keller voll, was tun. Und jetzt sind wir bei Betanin-Abbaukurven und Laborreaktoren. Is mir schnuppe ob was antioxidativ wirkt solange die Suppe gut schmeckt. Ich koch das Zeug wenn meine Frau es kauft, schneide es mit Handschuhen weil ich keinen Bock auf rote Finger hab wenn ich morgens beim Kunden bin, und dann landet es im Topf. Fertig. Ob da noch 40 oder 60 Prozent Betain drin sind interessiert mich null. Das mit dem Auftauwasser direkt in die Suppe find ich übrigens gar nicht so abwegig. Machen wir bei Fleisch ja auch so wenn was beim Auftauen ausläuft.
@n.feld
Zitat von n.feldRucola hat pro 100g teils mehr. Wird halt nicht so vermarktet.
da muss ich lachen. Genau das ist das Problem mit dem ganzen Zeug. Sobald man irgendwas in ne Kapsel steckt oder als Konzentrat verkauft, kostet es das Dreifache und jeder denkt es ist was Besonderes. Rucola liegt hier im Supermarkt für 99 Cent. Sag mir einer warum der kein eigenes Hochglanz-Label kriegt. Was mich an dem Thread eigentlich am meisten beschäftigt - und das hat noch keiner so direkt gesagt - ist dass @rotebeete_fan am Anfang ein ganz normales Küchenproblem hatte. Keller voll, was tun. Und jetzt sind wir bei Betanin-Abbaukurven und Laborreaktoren. Is mir schnuppe ob was antioxidativ wirkt solange die Suppe gut schmeckt. Ich koch das Zeug wenn meine Frau es kauft, schneide es mit Handschuhen weil ich keinen Bock auf rote Finger hab wenn ich morgens beim Kunden bin, und dann landet es im Topf. Fertig. Ob da noch 40 oder 60 Prozent Betain drin sind interessiert mich null. Das mit dem Auftauwasser direkt in die Suppe find ich übrigens gar nicht so abwegig. Machen wir bei Fleisch ja auch so wenn was beim Auftauen ausläuft.
Zitat von n.feld am September 8, 2026, 21:58 Uhr@ms_77
Zitat von ms_77Is mir schnuppe ob was antioxidativ wirkt solange die Suppe gut schmeckt.
Das ist eine vollkommen legitime Haltung. Ich will das auch nicht schlechtreden. Aber du hast selbst den Finger auf etwas gelegt, das mich tatsächlich beschäftigt: die Leute, die das eben nicht so sehen wie du, die also glauben, dass sie mit ihrer Rote-Beete-Suppe gleichzeitig Biochemie optimieren, die kochen dann womöglich ganz anders. Längere Garzeiten, mehr Flüssigkeit, weil "gesünder", und am Ende haben sie ein schlechteres Gericht und keinen messbaren Vorteil gegenüber dir. Das ist für mich das eigentliche Problem an dieser Gesundheitsrhetorik rund um Lebensmittel. Nicht dass die Forschung falsch ist, sondern dass die Übersetzung in die Küche meistens nicht funktioniert und trotzdem als Verkaufsargument durchgeht. Das Auftauwasser in die Suppe, das find ich übrigens auch pragmatisch. Beim Fleisch macht das jeder instinktiv, bei Gemüse schüttet man es weg, weil es irgendwie komisch aussieht. Rote Bete-Auftauwasser ist halt sehr rot, das schreckt wahrscheinlich ab.
Zitat von ms_77Is mir schnuppe ob was antioxidativ wirkt solange die Suppe gut schmeckt.
Das ist eine vollkommen legitime Haltung. Ich will das auch nicht schlechtreden. Aber du hast selbst den Finger auf etwas gelegt, das mich tatsächlich beschäftigt: die Leute, die das eben nicht so sehen wie du, die also glauben, dass sie mit ihrer Rote-Beete-Suppe gleichzeitig Biochemie optimieren, die kochen dann womöglich ganz anders. Längere Garzeiten, mehr Flüssigkeit, weil "gesünder", und am Ende haben sie ein schlechteres Gericht und keinen messbaren Vorteil gegenüber dir. Das ist für mich das eigentliche Problem an dieser Gesundheitsrhetorik rund um Lebensmittel. Nicht dass die Forschung falsch ist, sondern dass die Übersetzung in die Küche meistens nicht funktioniert und trotzdem als Verkaufsargument durchgeht. Das Auftauwasser in die Suppe, das find ich übrigens auch pragmatisch. Beim Fleisch macht das jeder instinktiv, bei Gemüse schüttet man es weg, weil es irgendwie komisch aussieht. Rote Bete-Auftauwasser ist halt sehr rot, das schreckt wahrscheinlich ab.
Zitat von ms_77 am September 8, 2026, 22:36 UhrZitat von n.feldbei Gemüse schüttet man es weg, weil es irgendwie komisch aussieht
das stimmt, und ich glaub das ist auch das einzige was meine Frau davon abhält. Optik. Das rote Wasser landet bei uns bisher immer im Ausguss. Werd ihr das nächste mal sagen sie soll's einfach reinschütten. Mal schauen ob sie sich traut. @n.feld was du über die Leute schreibst die kochen "als ob sie Biochemie optimieren" - das ist genau mein Schwager. Der kocht die Rote Beete extra schonend, extra niedrige Temperatur, deckel drauf damit kein Dampf entweicht, ich weiß nicht was er sich dabei denkt. Und kauft trotzdem noch Kapseln dazu. Ich hab ihm das mal erklärt, er sagt dann immer "das ist was anderes". Was anderes. Na klar. Das mit den längeren Garzeiten wegen "gesünder" kenn ich auch von woanders. Meine Mutter hat Gemüse immer stundenlang gekocht weil sie dachte weiches Gemüse ist besser verdaulich. Stimmt ja vielleicht sogar irgendwie, aber geschmeckt hat das halt nach nichts mehr. Das ist am Ende dasselbe Problem bloß andersrum - nicht wegen Gesundheitsrhetorik sondern wegen alter Gewohnheit. Jedenfalls - @rotebeete_fan hat noch immer keinen richtigen Tipp bekommen für ihren vollen Keller. Vorgekocht einfrieren, Auftauwasser in die Suppe, fertig. Das war eigentlich alles was gebraucht wurde.
Zitat von n.feldbei Gemüse schüttet man es weg, weil es irgendwie komisch aussieht
das stimmt, und ich glaub das ist auch das einzige was meine Frau davon abhält. Optik. Das rote Wasser landet bei uns bisher immer im Ausguss. Werd ihr das nächste mal sagen sie soll's einfach reinschütten. Mal schauen ob sie sich traut. @n.feld was du über die Leute schreibst die kochen "als ob sie Biochemie optimieren" - das ist genau mein Schwager. Der kocht die Rote Beete extra schonend, extra niedrige Temperatur, deckel drauf damit kein Dampf entweicht, ich weiß nicht was er sich dabei denkt. Und kauft trotzdem noch Kapseln dazu. Ich hab ihm das mal erklärt, er sagt dann immer "das ist was anderes". Was anderes. Na klar. Das mit den längeren Garzeiten wegen "gesünder" kenn ich auch von woanders. Meine Mutter hat Gemüse immer stundenlang gekocht weil sie dachte weiches Gemüse ist besser verdaulich. Stimmt ja vielleicht sogar irgendwie, aber geschmeckt hat das halt nach nichts mehr. Das ist am Ende dasselbe Problem bloß andersrum - nicht wegen Gesundheitsrhetorik sondern wegen alter Gewohnheit. Jedenfalls - @rotebeete_fan hat noch immer keinen richtigen Tipp bekommen für ihren vollen Keller. Vorgekocht einfrieren, Auftauwasser in die Suppe, fertig. Das war eigentlich alles was gebraucht wurde.