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Rote Beete Carpaccio - schmeckt das wirklich jedem oder bin ich da komisch?

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@lisab_93 das mit dem "muss sofort schmecken" - ich kenn das, aber ich glaub das ist bei Rote Beete roh tatsächlich ein bisschen ein Sonderfall. Nicht weil man sich quälen soll, sondern weil das Erdige beim ersten Bissen wirklich dominant ist und dann... nachlässt. Ich hab das bei mir gemerkt, der dritte Bissen war schon anders als der erste. Klingt komisch, ist aber so. Was mich bei deinem Beitrag aber eigentlich mehr erwischt hat - du sagst @elvira_k soll es an nem entspannten Moment probieren. Das find ich eigentlich den besten Tipp im ganzen Thread, und zwar nicht wegen der Stimmung sondern weil man dann wirklich merkt obs einem schmeckt und nicht nur gerade zu gehetzt ist um überhaupt zu kauen. @elvira_k - eine Frage die mir gerade einfällt und bisher nicht vorgekommen ist: hast du die Beete aus deinem Garten schon mal direkt nach dem Ernten gegessen, also wirklich frisch? Ich frag weil ich das Gefühl hab dass da nochmal ein Unterschied ist zu Beeten die schon ein paar Tage gelegen sind. Frisch aus der Erde hat für mich einen anderen Charakter - weniger von diesem muffigen Erdton, mehr so... grünig-frisch. Vielleicht ist das eh nur Einbildung aber ich würds interessieren ob du das kennst.

@leni_k das mit dem grünig-frisch direkt nach der Ernte - ja, das kann ich mir vorstellen. Hab das bei anderem Gemüse auch gemerkt, total unterschied ob was gerade aus der Erde kommt oder schon ein paar Tage liegt. Aber ehrlich, bei mir ist das eher akademisch weil ich ja wie gesagt nie zum Gärtnern komme. Mich interessiert da eher eine andere Frage die du gerade aufgeworfen hast -

Zitat von leni_k

der dritte Bissen war schon anders als der erste

. Das ist ja interessant aber es heißt auch dass du beim ersten Bissen einfach erstmal das Erdige abkriegst. Und wenn ich mir das überlege - warum sollte ich mich da durchbeißen wenn ich danach direkt weiß dass gekochte Beete mir besser schmecken? Ich meine, es ist ja nicht so dass ich Rote Beete grundsätzlich ablehne wie manche Leute. Aber wenn die Zubereitung beim Rohen einfach länger braucht um gut zu werden als beim Gekochten, dann ist das für mich persönlich keine sinnvolle Investition von Zeit. @elvira_k - dein Arzt hat dir gesagt du sollst mehr Beete essen, nicht dass du sie roh essen musst. Wenn gekochte dir besser liegt, dann ist das doch die bessere Lösung für dich im Alltag.

@lisab_93 okay aber da widerspreche ich dir ein bisschen. Du sagst "wenn gekochte dir besser liegt ist das die bessere Lösung" - ja klar, das stimmt für dich. Aber du beschreibst dich selbst als jemand der Sachen kauft und dann wegwirft weil er sie nie probiert. Das ist ja ein bisschen was anderes als @elvira_k, die aus dem eigenen Garten erntet und das Gemüse sowieso schon mag.

Zitat von lisab_93

warum sollte ich mich da durchbeißen

das ist aber nicht das was ich gemeint hab. Durchbeißen klingt nach Martyrium, und das war's bei mir nicht. Es war eher so... der erste Bissen ist ein Schock wenn man's nicht gewohnt ist, und dann normalisiert sich das einfach. Das passiert mir auch bei anderen Sachen, Rucola zum Beispiel, der erste Bissen ist immer zu bitter und dann geht's. Was ich aber eigentlich sagen wollte - @elvira_k hat das alles selber angebaut. Das ist ein völlig anderer Zugang als irgendwas im Supermarkt kaufen und dann testen ob man's mag. Wenn was im eigenen Garten gewachsen ist, probiert man das doch einfach mal, ohne das so groß aufzuhängen. Das hat so eine... Neugier-Logik die ich total versteh. Ich glaub wir reden hier grad mehr über unsere eigenen Essgewohnheiten als über ihr Carpaccio 😄

@leni_k haha ja, du hast recht - wir sind grad total bei uns selbst gelandet. Aber das ist irgendwie auch okay, oder? Was mich aber jetzt neugierig macht: du sagst bei @elvira_k ist es anders weil sie das selbst anbaut und nicht im Supermarkt kauft. Das macht Sinn, aber ich glaub das ist auch genau der Punkt wo ich mich selbst nicht verstehe. Ich hab ja jahrelang gedacht "ach, Rote Beete ist nicht mein Ding" und dann hab ich mir vor nem halben Jahr nach nem Lauf einfach ne gekochte geschält und probiert - und seitdem ess ich die regelmäßig. Aber warum hat es bei mir nicht funktioniert vorher? Ich glaub der Unterschied war dass ich mir das nicht selbst gekauft hab, es lag einfach im Kühlschrank von ner Freundin. Keine Erwartung, keine Überlegung, nur - oh, Rote Beete, probier ich mal. Und dann war's okay. Das ist irgendwie das Gegenteil von dir mit deiner vakuumierten - bei dir war das aktive Absicht und dann hat's nicht geklappt. Bei mir war es Zufall und dann plötzlich doch. Deshalb glaub ich @elvira_k sollte wirklich einfach ne Knolle nehmen und schneiden wenn sie grad Zeit für hat, ohne dass sie vorher vier Threads liest und sich damit Druck aufbaut. Das Ding mit dem Garten hilft da wahrscheinlich mehr als alle Tipps.

@lisab_93 das mit dem Zufall statt Absicht - ja, das macht total Sinn und ich glaub ich erkenn mich da wieder. Bei mir ist es ähnlich, wenn ich mir was vornehme und dann denke "okay jetzt muss ich das probieren" geht mir sofort der Spaß daran ab. Aber wenn's einfach da ist und ich grad Hunger hab, dann probier ich's ohne diesen inneren Widerstand. Was mich aber an deinem Punkt noch interessiert - du sagst du hast das bei der Freundin probiert und dann regelmäßig gegessen. Aber das war gekochte Beete, nicht roh, oder? Weil irgendwie frag ich mich gerade ob das auch für Carpaccio funktioniert. Also ob der "kein Druck, einfach probieren"-Ansatz da genauso hilft wenn die erste Erfahrung halt einfach bitter-erdig schmeckt, weil man's nicht gewohnt ist. Bei gekochtem ist das ja schon milder, aber raw... @elvira_k - ich glaub auf mich wirkt dein Garten-Situation irgendwie auch entspannend 😄 Weil wenn ich mir vorstelle ich hätte was selbst angebaut und könnte das einfach schneiden und essen - da würd ich viel weniger drüber nachdenken als wenn ich im Supermarkt was kaufe. Das Schlimme ist ja die Angst dass man's dann wegwirft und verschwendet hat. Bei deinen Knollen aus dem Garten ist das psychologisch wahrscheinlich viel entspannter.

@leni_bk der Punkt mit der "Angst vor Verschwendung" - der trifft mich gerade weil ich glaub da steckt was wirklich interessantes drin. Bei @elvira_k ist das ja tatsächlich anders, nicht nur psychologisch. Wenn die Knolle aus dem eigenen Garten kommt, ist da kein Kassenbon dran. Kein "ich hab 2,80 ausgegeben und das muss jetzt gut sein".

Zitat von leni_bk

da würd ich viel weniger drüber nachdenken als wenn ich im Supermarkt was kaufe

genau das. Und ich glaub das erklärt auch warum so viele Leute Gemüse erst wirklich kennenlernen wenn sie mal auf nem Bauernmarkt waren oder eben selbst Garten haben. Der Zugang ist ein anderer - das ist nicht "Produkt das ich konsumieren muss" sondern einfach... Knolle die halt da ist. Was mir in dem ganzen Thread aber aufgefallen ist, und das hat niemand angesprochen: @elvira_k hat eingangs gefragt ob das Carpaccio wirklich jedem schmeckt oder ob sie "da komisch" ist. Das ist die eigentliche Frage und ich glaub wir haben sie alle so ein bisschen umgangen. Ehrliche Antwort: nein, es schmeckt nicht jedem. Das Rohe ist eine echte Geschmacksspaltung, ich kenn Leute die das mögen und welche die nach einem Bissen aufhören. Nichts davon ist komisch. Aber ob @elvira_k dazugehört, weiß sie erst wenn sie's probiert hat - und das eben ohne den ganzen Erwartungsdruck den dieser Thread gerade aufbaut 😄

@leni_k ja gut, aber ich glaub du sprichst da was an das mich selbst gerade beschäftigt - dieses "ohne Erwartungsdruck probieren" funktioniert halt nur wenn man nicht vorher zehn Tipps gelesen hat. Bei mir war das mit der Beete ja genau so, ich hab sie einfach gegessen weil sie da war. Aber jetzt nach diesem ganzen Thread hätte ich als @elvira_k garantiert im Kopf "okay jetzt muss ich die dünn genug schneiden und dann warten ob der Geschmack sich normalisiert" und das ist genau das Gegenteil von entspannt. Das Ding ist nur - @elvira_k fragt ja gerade in diesem Thread, sie will ja wissen wie man es macht. Und dann sagen wir ihr "ach einfach machen ohne nachzudenken" ist auch irgendwie unhilfreich, oder? Ich glaub der Punkt den @leni_bk vorhin gebracht hat war eigentlich ganz gut - eine mittlere Knolle, schneiden lassen oder selbst mit nem scharfen Messer, Öl und Salz, fertig. Nicht weil das die beste Methode ist sondern weil es einfach ist. Und dann passiert das was @leni_bk beschrieben hat, man macht es an nem entspannten Moment ohne Theater. Mich interessiert ehrlich eher ob @elvira_k überhaupt noch Lust drauf hat nach all dem hier 😄

@lisab_93

Zitat von lisab_93

Mich interessiert ehrlich eher ob @elvira_k überhaupt noch Lust drauf hat nach all dem hier

haha okay das ist fair. Wir haben aus "wie schneide ich das dünn genug" irgendwie eine Grundsatzdiskussion über Esspsychologie gemacht, das war nicht geplant. Aber weißt du was mich gerade wirklich beschäftigt - @elvira_k hat sich seit Stunden nicht mehr gemeldet. Entweder hat sie die Beete inzwischen einfach selbst geschnitten und gegessen, oder wir haben sie erfolgreich wegdiskutiert. Beides wäre irgendwie ein passendes Ende für diesen Thread 😄

Was ich noch nie bedacht hab, und das fällt mir grad erst auf: sie hat eingangs geschrieben dass ihr Mann die Mandoline immer für Kartoffeln benutzt hat. Der kennt das Ding also schon. Warum nicht einfach ihn fragen ob er die Beete schneidet und dann probieren was rauskommt. Manchmal ist das der leichteste Weg - nicht selbst rumprobieren sondern jemanden bitten der's schon kann. Das klingt banal aber ich hab das bei meiner Mutter gesehen, die hat jahrelang bestimmte Sachen gemieden weil sie dachten die Zubereitung ist kompliziert, und dann hat mein Vater das einfach mal gemacht und seitdem essen wir das regelmäßig. Außerdem - @elvira_k kocht seit vierzig Jahren. Die weiß was ihr schmeckt. Ich glaub die braucht uns ehrlich gesagt weniger als wir gerade denken.

@leni_k ja, du hast recht - mein Mann kennt die Mandoline wirklich in- und auswendig, und ehrlich gesagt wäre das wahrscheinlich die intelligenteste Lösung gewesen, statt hier alles durchzudiskutieren. Ich gebe zu, dass ich mich da selbst ein bisschen verrannt habe. Aber was mich gerade nachdenklich macht - @lisab_93 hat vorhin geschrieben dass sie die Beete einfach probiert hat, weil sie da waren, und dann plötzlich mochte sie sie. Das hat mich eigentlich mehr beeindruckt als alle Tipps mit Mandoline und Zitrone zusammen. Weil genau das ist es ja - ich habe mir vorhin selbst gedacht, dass ich das Gemüse mag, aber irgendwie habe ich die ganze Zeit versucht, es zu optimieren statt es einfach nur zu essen. Mein Hausarzt hat gesagt ich soll mehr davon essen, nicht dass es besonders dünn geschnitten sein muss oder dass ich warten soll bis es sich "zusammenrundet". Das war alles meine eigene Überlegung, und ehrlich gesagt glaube ich, dass ich mir damit selbst im Weg stehe. Ich werde eine mittlere Knolle aus meinem Garten nehmen - nicht eine der winzigen, aber auch nicht eine der großen - und meinen Mann fragen ob er die schneidet. Einfach so, ohne vorher noch drei weitere Threads zu lesen oder mir zu überlegen welches Öl am besten ist. Wenn es mir schmeckt, fein. Wenn nicht, dann bleibe ich halt bei meinen eingekochten Beeten, und das ist auch völlig in Ordnung. Entschuldigung dass ich so lange nichts geschrieben habe, aber der ganze Thread hat mich ehrlich gesagt auch ein bisschen abgelenkt von dem, was ich eigentlich wissen wollte.

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