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Rote Beete aus dem Glas vs. frisch - lohnt sich der Unterschied überhaupt?

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Zitat von rainer_w64

Ich bau mir selbst mein kleines Versuchslabor zusammen ohne dass mir jemand gesagt hat was das Ziel ist

jetzt hast du's aber auch gemerkt. Das ist eigentlich das Kernproblem, nicht die Beete. Dein Arzt hat dir ne Richtung gegeben - "beobachten" - aber keine Messlatte. Und du hast dir dann selbst eine gebaut, mit Saft und Konzentrat und Protokoll. Das ist verständlich, aber es ist auch anstrengend ohne Endziel. Was mich interessiert - wenn dein Arzt im August sagt "okay, machen wir doch Tabletten" - ist das für dich dann ne Niederlage oder ne Erleichterung? Weil ich glaub das ist die eigentliche Frage die du dir stellen solltest bevor du zum nächsten Termin gehst. Nicht "wirkt die Beete" sondern "was will ich eigentlich erreichen hier". Weil wenn du nach Monaten Protokoll und Beete-Experimente im Grunde drauf hinarbeitest dass er dir was verschreibt, dann mach das doch einfach. Keine Schande. Schichtarbeit plus chronischer Stress plus Blutdruck - das ist nicht das Versuchslabor-Szenario, da brauchst du vermutlich echte Medikation. Die Beete kannst du dann immer noch essen wenn deine Frau die kauft. Aber nicht als wissenschaftliches Projekt sondern einfach als Gemüse. Das ist weniger anstrengend.

Zitat von fk_1988

was will ich eigentlich erreichen hier

das ist 'ne gute Frage und ich merk grad dass ich die nicht sofort beantworten kann. Nicht weil ich drüber nachdenken muss sondern weil ich glaub beides stimmt. Tabletten wären Erleichterung und Niederlage gleichzeitig. Klingt bescheuert aber so ist das. Niederlage weil ich seit zwei Jahren versuche das ohne Chemie hinzukriegen. Erleichterung weil ich dann aufhören kann mit dem ganzen Versuchslabor-Kram wie ich's selbst genannt hab. @fk_1988 aber was mich bei deiner Frage etwas stört - du klingst so als wäre das der logische nächste Schritt. Tabletten, fertig, Problem gelöst. Aber ich kenn genug Leute die nehmen die Tabletten und messen trotzdem noch täglich und stehen trotzdem noch nachts um halb vier auf wegen Schicht. Die Tablette ändert die Rahmenbedingungen auch nicht. Die drückt nur die Zahl runter. Ob das dann wirklich weniger anstrengend ist - ich bin da nicht so sicher. Was mich grad mehr beschäftigt ist eigentlich: ich hab dem Arzt noch nie gesagt dass mich das Protokoll nervt. Nicht einmal. Ich leg das hin, er guckt drauf, ich geh. Das ist wie wenn ich auf der Arbeit ein Aufmaß abgebe und nie frage ob das überhaupt jemand liest.

@rainer_w64 das mit "dem Arzt nie sagen dass dich das nervt" - das ist eigentlich das ganze Problem in einer Aussage. Du machst dein Protokoll, er guckt drauf, ihr redet nicht wirklich miteinander. Und dann wunderst du dich dass du keine klare Richtung hast. Aber ehrlich, das mit Tabletten und trotzdem noch nachts um halb vier aufstehen - da hast du auch recht. Die Tablette löst nicht die Schicht. Das stimmt. Nur - und das ist wichtig - das ist ein anderes Problem als Blutdruck. Dein Arzt kann dir mit Schlafmangel nicht helfen, das ist was zwischen dir und deinem Arbeitgeber. Aber ob dein Druck 148 oder 138 ist, das kann er beeinflussen. Das sind zwei unterschiedliche Baustellen. Was mich aber neugierig macht - und das ist jetzt nicht rhetorisch - hast du dem Arzt mal gesagt dass du denkst du brauchst Tabletten, oder wartest du noch immer dass er das selbst sagt? Weil wenn du nach zwei Jahren merkst "ohne Medikation wird das nix", dann kannst du das ja ansprechen statt zu warten bis er es vorschlägt. Das ist auch ne Form von "mit ihm reden statt nur Zettel abgeben". Vielleicht ist das der Knackpunkt - nicht die Beete, nicht das Protokoll, sondern dass du selbst nicht sagst was du eigentlich brauchst.

@fk_1988

Zitat von fk_1988

hast du dem Arzt mal gesagt dass du denkst du brauchst Tabletten

ne hab ich nicht. Aber ich wart auch nicht drauf dass er's vorschlägt - das ist nicht ganz das gleiche. Ich glaub ich bin da in nem anderen Film. Für mich ist das keine Frage von "brauch ich Tabletten oder nicht" sondern eher: weiß ich überhaupt was ich will, bevor ich da hinsitz. Und da merkst du dir selbst grad was. Weil ich hab zwei Jahre lang so getan als wäre das 'ne technische Frage. Blutdruck zu hoch, Maßnahme X einführen, Wert kontrollieren, fertig. Wie wenn ich auf der Arbeit ein Lager einstell und guck ob die Maschine ruhiger läuft. Aber der Körper ist halt keine Maschine, das sag ich mir schon seit Wochen - und trotzdem denk ich so. Was mich bei deiner Frage aber wirklich hängen lässt: du fragst ob ich dem Arzt sag was ich brauche. Aber ich weiß das selbst nicht. Das ist das Problem. Nicht die Kommunikation. Ich hab ehrlich gesagt keine klare Meinung mehr ob ich die Tabletten will oder nicht. Vor zwei Jahren war das klar: nein. Jetzt - ich weiß nicht mehr. Vielleicht ist das schon die Antwort.

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