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Rote Beete aus dem Glas vs. frisch - lohnt sich der Unterschied überhaupt?

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ich bin jetzt schon eine Weile dabei das mit der Roten Beete auszuprobieren und irgendwann stellt man sich halt die Frage ob man da nicht zu kompliziert denkt. Meine Frau kauft das fertige Zeug aus dem Glas, eingelegt, und ich hab das ehrlich gesagt jahrelang einfach mitgegessen ohne groß drüber nachzudenken. Schmeckt mir, fertig. Dann kam das mit dem Blutdruck und ich hab angefangen zu googeln. Und plötzlich heißt es überall - frisch ist besser, Saft ist besser, Konzentrat ist am besten, und das Einlegen zerstört die Nitrate oder verändert sie oder was auch immer. Echt jetzt, da widerspricht sich jeder. Was mich konkret beschäftigt: im Glas ist das ja mit Essig eingelegt. Ich hab in einem Beitrag irgendwo gelesen dass saure Einlegung die Nitrat-zu-Nitrit-Umwandlung beeinflusst aber ob das gut oder schlecht ist, das war danach nicht mehr klar. Kein Name, kein Link, nichts. Also genausoviel wert wie nix. Ich frag mich ob das für jemanden wie mich - kein Leistungssport, einfach Blutdruck im Griff behalten - überhaupt einen messbaren Unterschied macht. Frisch kochen kostet Zeit und Nerven und meine Hände sehen danach aus als hätt ich beim Bremsen geholfen. Den Saft aus dem Tetrapack hab ich zwei Wochen probiert, geschmacklich geht das so. Das Konzentrat was überall auf Sportler-Seiten beworben wird - da bin ich raus, das riecht mir zu sehr nach Marketing. Hat hier jemand das wirklich über längere Zeit verglichen? Nicht mit Messprotokoll und Tabelle, sondern einfach so - vorher das eine, nachher das andere, Blutdruck gemessen, irgendwas gemerkt?

@rainer_w64 die Sache mit den schwarzen Händen ist ein gutes Argument, ehrlich. Aber da würd ich anders rangehen - es geht nicht darum ob frisch "wissenschaftlich besser" ist sondern ob DU den Unterschied merkst. Und da kannst du nicht wirklich isoliert testen, das ist der Knackpunkt. Bei mir war es so: ich hab ne Zeit lang versucht den Saft zu trinken, regelmäßig. Aber ich hab gleichzeitig angefangen früher ins Bett zu gehen weil ich weniger Schichten hatte. Mein Blutdruck ist runter gegangen, aber ob das vom Saft kam oder vom Schlaf - keine Ahnung. Konnte ich nicht trennen. Dann hab ich den Saft nicht mehr gekauft, einfach weil mir die Gewohnheit zu anstrengend war. Mein Blutdruck ist nicht wieder hoch gegangen. Das sagt mir mehr als alles andere. Was ich sagen würde: wenn deine Frau das Glas-Zeug kauft und ihr das regelmäßig esst, ist das völlig in Ordnung. Das ist immer noch Gemüse. Die Frage ob Essig die Nitrate verändert - okay, vielleicht, aber selbst wenn, du isst es ja trotzdem auf, nicht wahr. Nicht wie bei den Konzentrat-Kapseln wo man hofft dass alles noch drin ist. Im Glas ist wenigstens klar was drin ist. Mach es einfach. Wenn du nach drei Monaten merkst dass dein Blutdruck anders ist - okay. Wenn nicht, dann war's halt lecker Gemüse.

@fk_1988

Zitat von fk_1988

Mein Blutdruck ist nicht wieder hoch gegangen

ja das ist eigentlich das interessanteste an dem was du sagst. Nicht dass er runter ging - sondern dass er nicht wieder hoch ging als du aufgehört hast. Das klingt für mich nach: der Schlaf hat's gemacht. Oder irgendsowas anderes. Nicht die Rote Beete. Und ich sag das nicht um das Zeug schlecht zu reden. Aber mal ehrlich, wenn's so stark gewirkt hätte - dann hättest du's doch irgendwann gemerkt als du aufgehört hast. Entzug sozusagen. Gab's nicht. Was mich grad beschäftigt ist was ganz anderes. Du schreibst "mach es einfach" und ich versteh den Gedanken. Aber genau das ist mein Problem seit Monaten. Ich MACH es ja. Ich ess das Glas-Zeug meiner Frau, ich hab den Saft probiert, ich mess meinen Blutdruck. Und trotzdem hocke ich hier Donnerstagabend im Forum und frag andere Leute ob frisch oder eingelegt. Das sagt doch eigentlich alles. Ich hab anscheinend selbst nach Wochen kein Gefühl dafür ob da was passiert oder nicht. Kein klares Signal. Das ist das was mich eigentlich nervt. Nicht die schwarzen Hände.

Zitat von rainer_w64

Ich hab anscheinend selbst nach Wochen kein Gefühl dafür ob da was passiert oder nicht

das ist aber auch normal, ehrlich gesagt. Blutdruck ist nicht wie Muskelkater oder so - da merkst du sofort was. Der ist einfach ne Zahl die du abliest. Und wenn die täglich schwankt - und das tut sie, weil du gerade Kaffee getrunken hast oder angespannt bist - dann kannst du ohnehin nicht sehen ob da ein echtes Muster ist oder nur Rauschen. Das Problem ist denk ich nicht dass du zu kompliziert denkst sondern dass du wartest bis dein Körper dir sagt "hey, das Gemüse wirkt". Der sagt dir das aber nie. Egal ob frisch oder aus dem Glas. Du merkst es nicht weil es kein großer Effekt ist, wenn überhaupt. Oder der Effekt ist so klein dass alles andere - wie du geschlafen hast, ob du Stress hattest - das überlagert. Ich glaub das ist auch der Grund warum dich das nervt. Du willst ne klare Antwort haben, und die gibt's nicht. Nicht weil die Frage dumm ist, sondern weil Ernährung nicht so funktioniert. Messbar ja, aber nicht für den einzelnen an sich selbst, nicht in so kurzer Zeit. Was ich machen würde - und das ist jetzt nicht neu sondern nur ehrlich - ich würd aufhören das zu messen. Wirklich. Nicht den Blutdruck aber den Blutdruck in Relation zur Roten Beete. Ess das Zeug regelmäßig oder ess es nicht. Und dann kümmern wir uns um die anderen Sachen die du kontrollieren kannst - Schlaf, Stress, vielleicht Gewicht. Das merkt man schneller.

@fk_1988

Zitat von fk_1988

ich würd aufhören das zu messen

ja okay, das klingt vernünftig. Und irgendwie auch frustrierend, echt jetzt. Weil ich genau das nicht kann. Nicht weil ich ein Kontrollfreak bin - sondern weil mir mein Arzt explizit gesagt hat ich soll das dokumentieren. Morgens, abends, immer gleiche Uhrzeit. Das ist quasi Hausaufgabe. Und jetzt sitz ich da mit meinem Protokoll und guck auf Zahlen die zwischen 138/88 und 152/94 springen, und weiß nicht ob das normal ist oder ob ich heute zu viel Salz hatte oder ob der Wecker mich zu früh rausgeklingelt hat. Das Protokoll sagt nix außer: es schwankt. Was du sagst mit Schlaf und Stress - das glaub ich dir. Aber Schlaf ist bei mir seit Jahren beschissen. Schicht ist Schicht, da ändert sich nix dran. Und Stress - ich bin Vorarbeiter ich hab immer Stress. Das sind keine Variablen die ich mal eben anpacken kann. Deswegen bin ich überhaupt bei dem Gemüse gelandet. Weil das das einzige ist wo ich denk: okay, da kann ich was machen ohne dass ich meinen ganzen Alltag umbaue. Aber wenn selbst das kein klares Signal gibt - dann frag ich mich ehrlich gesagt wozu das Protokoll dann überhaupt gut ist. Ich schlepp dem Arzt da irgendwann 'ne Liste hin und der guckt drauf und sagt "ja, nehmen wir Tabletten". Das läuft darauf raus, das spür ich.

@rainer_w64 okay, jetzt versteh ich dein echtes Problem besser. Und das hat mit Rote Beete gar nicht so viel zu tun, ehrlich. Der Arzt hat dir gesagt dokumentieren, und das ist völlig legitim - dein Blutdruck braucht ne Baseline, das ist wichtig. Aber was dich nervt ist dass du hoffst dass in den Daten irgendwann ein Muster auftaucht das zeigt "aha, das war's". Und das wird nicht passieren. Nicht weil die Daten schlecht sind sondern weil Blutdruck einfach so chaotisch ist. Du könntest morgen Tabletten nehmen und trotzdem einen Tag haben wo's 148 ist weil du schlecht geschlafen hast. Das mit Schicht und Schlaf - ja okay, das ist hart und da kann ich dir nicht helfen. Aber die Sache ist - dein Arzt guckt sich dein Protokoll an und wenn der Trend über Wochen runtergeht, dann sieht er das. Auch wenn die einzelnen Tage springen. Das ist das was zählt. Du brauchst nicht zu wissen WARUM jeder einzelne Wert ist. Du brauchst nur zu sehen ob es insgesamt besser oder schlechter wird. Was ich sagen würd: pack die Rote Beete in dein Protokoll rein wie "Beete gegessen ja/nein" oder so. Dann kannst du in drei Monaten rückwärts schaun ob an den Tagen wo du's gegessen hast die Werte anders waren. Nicht als wissenschaftlicher Beweis, aber als "okay, oder eben nicht". Das ist realistischer als jeden Tag zu fragen ob das Gemüse heute wirkt.

@rainer_w64 Ich muss ehrlich sagen das mit dem Protokoll und dem Arzt - das kenne ich so ähnlich, und mich hat das anfangs auch genervt. Der Hausarzt hat mir geraten, mehr Rote Beete zu essen wegen meines Blutdrucks, aber als ich dann angefangen habe täglich zu messen, bin ich fast wahnsinnig geworden über diese Schwankungen. Aber ich glaube, da muss ich @fk_1988 widersprechen - oder zumindest ergänzen. Das Protokoll ist nicht dafür da dass du jeden Tag ein Muster erkennst. Das hat mir dann mein Arzt auch so erklärt, und das war für mich der Knackpunkt. Sie guckt sich das alle vier Wochen an, nicht täglich. Und ja, da sieht man einen Trend, oder auch nicht. Aber wichtig ist - und das sag ich jetzt nach eigener Erfahrung im Garten - Regelmäßigkeit zählt mehr als Perfektion. Das mit der Roten Beete ist bei mir nicht so gewesen, dass ich plötzlich einen Unterschied gemerkt hätte. Aber ich koche sie selbst aus meinem Garten, nicht aus dem Glas, und ich mache das regelmäßig, nicht weil ich denke es wirkt wie eine Tablette, sondern weil es gesundes Gemüse ist. Die schwarzen Hände nehme ich dafür gern in Kauf. Das Einlegen mit Essig - das würde ich persönlich nicht machen, aber nicht wegen der Nitrate, sondern weil ich die Beete lieber frisch verarbeite. Was ich sagen würde: Vergiss für eine Weile diese Frage nach Unterschied oder nicht. Ess das Zeug, das deine Frau kauft, oder nicht - aber nicht weil du hoffst, dass du es merkst. Sondern einfach weil es Gemüse ist. Und dann lass den Arzt das Protokoll bewerten, das ist seine Aufgabe.

@elvira_k da hast du recht, vier Wochen ist ne andere Hausnummer als täglich. Aber ich glaub @rainer_w64 sitzt da in nem anderen Problem fest. Der Arzt sagt dokumentieren, und das ist richtig. Aber gleichzeitig hoffst du unbewusst dass du in deinen eigenen Daten selbst schon sehen kannst "okay, es wirkt". Und das ist unrealistisch, und das frustriert dich dann. Das Problem ist - und das sag ich jetzt aus nem anderen Winkel - der Arzt ist nicht doof. Der weiß dass deine Messungen schwanken. Der rechnet damit. Der guckt sich die Reihe an nicht die einzelnen Werte. Aber du sitzt Donnerstagabend da und denkst "ich hab jetzt seit Wochen Protokoll und Beete und Schlaf ist Schicht und Stress ist Beruf, und trotzdem springt die Zahl". Das ist normal. Das heißt nicht dass nichts funktioniert, das heißt nur dass dein Körper komplizierter ist als ne Maschine. Was mich aber neugierig macht - du hast gesagt dein Arzt hat dir geraten mehr Beete zu essen. Hat der auch konkret gesagt wie oft, in welcher Menge? Oder war das mehr so ne "iss gesund"-Aussage? Weil wenn der konkrete Zahlen genannt hat - "dreimal die Woche ne Portion" oder so - dann kannst du das wenigstens tracken ohne zu erwarten dass du's merkst. Einfach "Hausaufgabe erledigt ja/nein". Das ist was anderes als zu hoffen dass du selbst den Effekt spürst.

moin, ich muss ehrlich sagen dass mich das mit dem Arzt und der konkreten Anweisung interessiert. @fk_1988 hat recht - wenn der nur "iss mehr Gemüse" gesagt hat ist das was anderes als "dreimal die Woche". Das ist der Unterschied zwischen Rat und Auftrag sozusagen. Bei mir war das damals mit diesem Rote-Beete-Konzentrat-Kram ähnlich. Ich hab das ausprobiert weil irgendwer im Netz sagte dass es beim Laufen hilft - keine konkrete Anweisung vom Arzt, nur so Internet-Hype. Und genau deswegen bin ich da auch wieder raus. Weil ich nie wusste ob ich es richtig mache oder wie oft oder ob es überhaupt bei mir ankommen soll. Aber @rainer_w64 - dein Problem klingt für mich weniger nach Rote Beete und mehr danach dass du seit Monaten auf ne Antwort wartest die dein Körper dir nicht gibt. Und das zermürbt. Das würde mich auch nerven. Schichtarbeit ist halt Schicht, da hast du recht, das kriegste nicht weg. Aber vielleicht fragst du deinen Arzt beim nächsten Termin nicht ob die Beete was bringt sondern ob die Messerei überhaupt noch sinn macht wenn sich an deinen Rahmenbedingungen nix ändert. Vielleicht sagt der dir dann auch mal was konkretes statt "dokumentier mal". Nicht böse gemeint aber nach Monaten brauchst du wahrscheinlich ne andere Ansage, nicht mehr vom selben.

@gg1987

Zitat von gg1987

fragst du deinen Arzt beim nächsten Termin nicht ob die Beete was bringt sondern ob die Messerei überhaupt noch sinn macht

das ist eigentlich der erste Satz seit Wochen der mich wirklich trifft. Echt jetzt. Weil ich genau das nie gefragt hab. Ich komm dahin, leg das Protokoll hin, er guckt drauf, sagt "weiter so" oder sagt nix konkretes - und ich geh wieder. So läuft das ab. Schon zweimal. Und deine Frage - ob er mir konkret was gesagt hat mit Menge und Häufigkeit - ne, hat er nicht. @fk_1988 der hat recht damit. Das war mehr so ne allgemeine Richtung. "Mehr Gemüse, weniger Salz, beobachten." Das war's. Kein Plan dahinter. Also ich bin selbst auf die Rote Beete gekommen weil ich halt gegoogelt hab, nicht weil er die empfohlen hat. Das ist irgendwie auch das was mich im Nachhinein ärgert. Ich bau mir selbst mein kleines Versuchslabor zusammen - Saft, Glas, frisch, Protokoll - und der Arzt hat das gar nicht so beauftragt. Ich hab mir das selbst zusammengezimmert. Wie wenn ich auf der Arbeit anfang ne Maschine zu optimieren ohne dass mir jemand gesagt hat was das Ziel ist. Nächster Termin ist Mitte August. Ich glaub ich frag ihn diesmal direkt was der eigentliche Plan ist.

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