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Rote Beete als Gemüse ok - aber wofür braucht man Handschuhe beim Schälen?

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Zitat von leni_bk

welche magst du lieber zum Essen

das hab ich meine Frau heute abend schon gefragt. weißte was sie gesagt hat? "die frischen vom Markt natürlich" - und das wars. Kein Zögern. Also da kann ich nicht groß dagegen argumentieren. Nur dein Vorschlag mit dem Vergleich nebeneinander - das klingt nach nem Experiment das ich eigentlich gar nicht machen will. Das würde ja bedeuten ich kauf beide Versionen extra zum Testen. Für Gemüse. Da muss ich lachen. Aber ich geb zu - du hast mich grad mit was erwischt. Ich hab die ganze Diskussion geführt als wär das meine Entscheidung. Ist sie nicht. Meine Frau kocht das. Meine Frau kauft das. Ich hab nur zufällig beim Schälen geholfen und mir die Hände versaut. Eigentlich ist das ihr Thema komplett. Vielleicht ist die eigentliche Antwort auf meine ursprüngliche Frage: lohnt sich der Aufwand? Für mich nein. Für sie scheinbar schon. Und damit hat sich das geklärt - ich halt mich da raus und sie macht das wie sie will und ich greif beim nächsten Mal zu den Einmalhandschuhen von Corona ohne große Diskussion. Der ganze Nährstoff-Kram bleibt trotzdem Quatsch.

@ms_77 haha okay das ist jetzt irgendwie lustig. Du hast die ganze Zeit argumentiert und am Ende merkst du dass es gar nicht deine Entscheidung ist 😄 aber eigentlich macht das total Sinn. Deine Frau weiß was ihr schmeckt und das reicht ja aus, oder. Was mich aber grad beschäftigt - und das ist ehrlich ne etwas andere Frage - du sagst der Nährstoff-Kram bleibt Quatsch. Okay fair. Aber irgendwie frage ich mich ob du da nicht auch ein bisschen überreagierst weil dich die ganze Diskussion nervt. Ich mein, derbasti hat da vielleicht auch recht wenn er sagt dass rohe Sachen einfach anders sind als gekochte. Nicht weil da ne Marketing-Blase dahinter steckt sondern weil... naja, Chemie halt. Aber das heißt ja nicht dass du dich dadurch unter Druck setzen musst oder dass es falsch ist wenn deine Frau vakuumverpackt kauft. Das finde ich ehrlich gesagt das Problem - wir machen es uns immer so kompliziert. Meine Hausärztin hat mir mal gesagt dass die beste Ernährung die ist die man auch wirklich durchhält. Und wenn deine Frau frische Rote Beete gerne mag und du einfach nur ungerne mit gefärbten Händen rumläufst - dann ist die Lösung halt Handschuhe, nicht eine ganze Grundsatzdiskussion darüber ob frisch überhaupt Sinn macht. Aber ich glaub der Thread hat sich jetzt auch irgendwie erledigt oder? 😅

@leni_bk

Zitat von leni_bk

ob du da nicht auch ein bisschen überreagierst

nö. ich reagier genau richtig. das ist nicht überreagieren das ist meine normale Betriebstemperatur. und das mit "Chemie halt" - klar passiert da was wenn man kocht. das hab ich nie bestritten. aber zwischen "da passiert was" und "kauf Kapseln" ist ein riesiger Schritt den mein Schwager immer macht und den ich nicht mitgehe. das ist der Punkt. was mich aber grad bei dir mehr wundert: du sagst deine Hausärztin sagt die beste Ernährung ist die die man durchhält. okay. stimmt wahrscheinlich. aber dann fragst du trotzdem ob ich überreagiere wegen Nährstoffen. das passt doch nicht zusammen. der Thread hat sich erledigt für mich ja. meine Frau kauft frisch ich nehm Handschuhe, fertig. ich muss da kein System draus machen. ich fahr morgen früh auch nicht erst zur Tankstelle um nachzudenken ob Diesel oder Benzin die besseren Langzeit-Emissionswerte hat - ich tank und fahr los.

@ms_77 haha okay jetzt versteh ich dich besser. Das mit dem Diesel-Benzin-Vergleich - das ist eigentlich gut beobachtet von mir selbst. Du hast recht, ich bin da inkonsistent. Ich sag auf einer seite dass die beste Ernährung die ist die man durchhält, und dann frag ich dich trotzdem ob du überreagierst. Das macht keinen Sinn ehrlich gesagt. Aber was mich grad wirklich interessiert - und das ist jetzt nicht mehr so philosophisch - du hast vorhin gesagt deine Frau kauft und kocht das. Und jetzt fragst mich: macht sie das allein oder ist das so ne gemeinsame Sache bei euch? Weil ich frag das nicht um zu nerven sondern weil ich grad selbst merke dass ich bei mir im Kindergarten total unterschiedliche Strategien hab. Mit meiner Mutter kann ich über Rezepte und Zutaten diskutieren mit meinem Partner geht das nicht, der will einfach nur essen. Und bei mir selbst - da bin ich wieder in der Optimierungs-Falle obwohl ich eigentlich genauso drauf bin wie du. Keine Lust auf Aufwand. Vielleicht ist meine Hausärztin einfach nur klüger als ich und meint das so: wenn deine Frau Spaß dran hat frische Rote Beete zu kaufen und zu kochen, dann macht sie das. Du hilfst mit Handschuhen, fertig. Das ist nicht inkonsistent mit meinem Punkt, das ist einfach... logisch. Sry dass ich da grad noch eine Runde drehen muss aber irgendwie ging mir das gerade auf.

Ich muss hier mal was sagen auch wenn ich sonst eher still in diesem Forum rumstöber. @ms_77 und @leni_bk, ihr beiden seid mir gerade sehr sympathisch, aber aus ganz verschiedenen Gründen. @ms_77, du hast völlig recht wenn du sagst dass man nicht alles optimieren muss. Das ist mir in meinem Garten genauso passiert - früher hab ich gedacht ich muss alles perfekt machen, und dann hat mir mein Hausarzt irgendwann gesagt, es geht nicht darum dass ich täglich frische Rote Beete esse, sondern dass ich überhaupt regelmäßig was Vernünftiges esse. Seitdem ist mir ein Stein vom Herzen gefallen. Aber - und das ist wichtig - das heißt nicht dass der Unterschied nicht da ist. Es heißt nur dass man nicht verrückt danach werden muss. Was ich aber gerade bei euch beiden interessant finde: Keiner von euch hat erwähnt wie es in der Küche wirklich aussieht wenn man frische Rote Beete verarbeitet. @ms_77, du fragst warum das nicht auf dem Gemüse draufsteht mit den Handschuhen. Ich sag dir warum - weil die meisten Menschen das einfach schon wissen, oder es lernen indem sie es einmal erleben. Bei mir ist es genauso wie bei dir. Ich trag Handschuhe wenn ich die schäle, immer. Aber deswegen kauf ich sie trotzdem lieber frisch, nicht weil ich irgendwas optimieren will, sondern weil sie einfach anders schmecken im Essen. Das ist alles. Deine Frau weiß offenbar auch was ihr schmeckt. Das reicht völlig aus.

@elvira_k

Zitat von leni_bk

die meisten Menschen das einfach schon wissen

naja. ich wusste es halt nicht. und ich mach das nicht zum ersten Mal in der Küche, ich bin kein Neuling. meine Frau hat danach gesagt "das weiß doch jeder" - na danke. hätte man mir das vor dreißig Sekunden sagen können. aber @elvira_k, du bist mir jetzt sympatisch weil du das kurz gehalten hast. kein Optimierungs-Kram, kein Nährstoff-Vortrag. du sagst einfach: schmeckt besser, also kauf ich frisch, Handschuhe an, fertig. das ist ne Ansage die ich verstehe. so funktioniert das auch bei mir auf der Baustelle - man benutzt den richtigen Schutzhandschuh nicht weil man über Isolationswerte nachdenkt, sondern weil man einmal dumm geguckt hat. was mich bei dir aber wundert - du hast nen Garten geschrieben. baust du die selbst an? weil das wär dann nochmal ne andere Hausnummer als Markt oder Supermarkt. da will ich gar nicht drüber nachdenken was das an Aufwand ist.

melde mich nochmal kurz. @elvira_k hatte ich gefragt ob sie die selbst anbaut - hab inzwischen die Antwort bekommen, zumindest indirekt. Meine Frau hat das gelesen und meinte sofort "siehst du die Leute die das selbst anbaun wissen warum sie das machen." als hätt ich irgendwas dagegen gesagt. Hab ich nicht. aber das Selbstanbau-Ding lässt mich grad nicht los. ich hab hinterm Haus ein Stück Garten das ich seit Jahren ignoriere. liegt brach, wächst da Unkraut und ein halbtoter Apfelbaum. meine Frau hat das Thema schon zweimal angebracht letzten Sommer - "könnte man doch was draus machen." ich hab immer abgewunken. zu viel Aufwand für jemanden der den ganzen Tag schon mit seinen Händen arbeitet. aber wenn ich jetzt so drüber nachdenke - Rote Beete ist angeblich recht pflegeleicht. das hab ich irgendwo überflogen. würd mich mal interessieren was @elvira_k dazu sagt, wie viel Arbeit das wirklich ist. nicht die schöngeredete Version sondern die ehrliche. weil wenn das so ein Aufwand ist wie frisch kochen vs. vakuumverpackt - dann lass ich das bleiben. aber wenn das so läuft wie nen Stromkreis verlegen - einmal richtig machen und dann läuft das - dann überleg ichs mir vielleicht. das Unkraut muss eh mal weg dieses Jahr.

@ms_77 ich les das gerade und muss kurz einschmeißen - Rote Beete im eigenen Garten ist tatsächlich deutlich weniger Arbeit als die meisten denken. ich hab das von einer Freundin in Gohlis abgeguckt die seit zwei Jahren selber anbaut, kein Profi, nur normaler Kleingarten. die hat gesagt das Schwierigste ist die erste Aussaat richtig hinzukriegen, danach läuft das wirklich weitgehend von selbst. du brauchst halt regelmäßiges Gießen wenn's trocken ist, das war's eigentlich. dein Vergleich mit dem Stromkreis trifft das ehrlich gesagt ganz gut. Einmal Beetvorbereitung, Aussaat, dann schaust du ab und zu drauf. das ist nicht dasselbe wie täglich kochen oder schälen.

Zitat von ms_77

wenn das so läuft wie nen Stromkreis verlegen - einmal richtig machen und dann läuft das

ich mein, ganz so simpel ist's auch nicht, aber die Richtung stimmt. was ich von meiner Freundin weiß: die hat im ersten Jahr zu eng gesät und dann war das Platzproblem groß. das wäre so dein "Kurzschluss beim ersten Mal" - einmal falsch und du ärgerst dich. aber danach weiß man's halt. was mich bei dir aber interessiert - du sagst das Unkraut muss eh mal weg. das ist eigentlich schon der halbe Aufwand, oder? wenn du das Stück sowieso anfasst, ist der Schritt zu nem kleinen Beet nicht riesig. deine Frau kocht die eh gerne - das wäre dann ihr Teil, du machst den Garten.

@jana_w der Stromkreis-Vergleich kommt von @ms_77, nicht von mir, aber die Logik dahinter ist nicht falsch. Was mich bei deiner Beschreibung aber konkret interessiert: du sagst nach der Aussaat läuft das weitgehend von selbst. Das ist genau die Art Aussage die ich misstrauisch macht, weil das über fast jede Gartensache gesagt wird und dann stellt sich raus es gibt Schädlinge, Staunässe, was auch immer. Was heißt "weitgehend" in Stunden pro Woche, grob? Deine Freundin in Gohlis baut seit zwei Jahren an, das ist immerhin konkret, kein reines Hörensagen. Was mich bei @ms_77 ehrlich beschäftigt: der sagt er ignoriert das Stück Garten seit Jahren und arbeitet den ganzen Tag mit den Händen. Das kenn ich ein bisschen. Ich lauf manchmal abends noch eine Runde und das fühlt sich anders an als Arbeit, obwohl es körperlich ist. Garten könnte so ein Ding sein oder auch nicht - das ist aber individuell und kann man von außen schlecht beurteilen. Die Datenlage zu Ertrag beim Selbstanbau vs. Marktware ist mir übrigens nicht bekannt. Ich würde vermuten der Unterschied beim Nitratgehalt hängt stark am Boden und an der Bewässerung, nicht pauschal daran ob Garten oder nicht. Ob @ms_77 frische Beete aus eigenem Garten am Ende für den Aufwand besser findet als die vakuumverpackte Variante - das wäre tatsächlich ein interessantes Experiment, aber nur wenn er das Stück sowieso anfasst.

@n.feld, du sprichst da einen wichtigen Punkt an mit den Stunden pro Woche. Das ist eben nicht so einfach zu verallgemeinern. Bei mir im Garten läuft das tatsächlich weniger dramatisch ab als viele denken, aber das hängt auch davon ab wie man selbst tickt. Ich bin Rentnerin, ich habe Zeit. Das ist ein riesiger Unterschied zu @ms_77 der von der Baustelle kommt und abends erschöpft ist. Was ich aber wirklich sagen kann - und das ist aus meiner eigenen Erfahrung - der Aufwand beim Anbau ist anders verteilt als beim Kochen. Das Gießen im Sommer ist regelmäßig aber nicht stressig. Man geht ohnehin in den Garten. Beim Schälen und Kochen sitzt man dagegen in der Küche und wartet. Das fühlt sich anstrengender an, zumindest für mich. @ms_77, wenn du das Stück wirklich sowieso aufräumen willst - und das hat @n.feld richtig gesagt - dann würde ich dir ehrlich empfehlen erst eine kleine Fläche zu probieren. Nicht direkt nen ganzes Beet voll. Vielleicht drei, vier Knollen zum Testen. Deine Frau kann dann sehen ob die selbst gezogenen wirklich anders schmecken für sie. Und du merkst ob das zeitlich in dein Leben passt oder nicht. Das ist kein großes Versprechen, sondern einfach ausprobieren. Der Hausarzt hat mir geraten mehr Rote Beete zu essen, nicht dass ich mir da einen Garten anlegen muss. Aber seit ich die selbst anbau, mache ich es gerne. Das ist der Unterschied. Man muss da nicht rein gezwungen werden.

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