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Rohe Rote Beete – lohnt sich der Aufwand wirklich?

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ich hab in letzter Zeit öfter gelesen dass roh ganz anders ist als gekocht intensiver irgendwie und dass die Nährstoffe besser erhalten bleiben. Jetzt frag ich mich ernsthaft ob ich das mal angehen soll. Das Problem bei mir: ich bin absolut kein geduldiger Mensch in der Küche. Nach einem langen Arbeitstag will ich nicht ewig raspeln oder hobeln. Letzte Woche hab ich beim Kochen einen Podcast gehört über Ausdauersport und Ernährung, da wurde kurz erwähnt dass Rote Beete roh tatsächlich mehr von dem Zeug enthält das für die Nitrat-Geschichte zuständig ist. Ich lauf ja Halbmarathons und das Thema interessiert mich schon eine Weile. Aber ich hab halt Bedenken wegen der Textur. Ich stell mir das ziemlich hart und erdig vor und ich weiß nicht ob ich das einfach so runterbekomme. Hat wer das schon länger in den Alltag eingebaut, wirklich roh, nicht kurz blanchiert oder so? Ich hab gestern im Supermarkt eine Reibe in der Hand gehabt und sie dann doch zurückgelegt weil ich nicht wusste ob das überhaupt Sinn macht. Geraspelt in einem Salat mit vielleicht etwas Apfel dazu. Das klingt theoretisch okay. Aber ist das dann tatsächlich angenehm zu essen oder beißt man da durch wie bei einer rohen Karotte die niemand wollte? Und die Fleckengeschichte: beim Kochen fliegt das ja auch schon überall hin, aber roh stelle ich mir das noch aggressiver vor. Hab Einmalhandschuhe zuhause, aber mein Schneidebrett ist hell und ich ahne böses 😅

danke schon mal an alle die da echte Erfahrung mitbringen! Edit: kleine Ergänzung. Ich hab gerade gesehen dass es auch fertig geraspelte rohe Rote Beete im Kühlregal gibt. Wäre das eine Option oder verliert die da zu viel durch die Lagerung?

Zitat von leni_k

fertig geraspelte rohe Rote Beete im Kühlregal

. Das würde ich ehrlich gesagt nicht machen. Ich hab die mal gekauft weil ich dachte, mega praktisch, und die schmeckt einfach fad irgendwie, als wäre die halbe Kraft raus. Kann auch sein dass die einfach schon zu lange liegt, selbst wenn das Datum noch okay ist. Was ich aber verstehen kann: nach einem langen Arbeitstag keine Lust auf Raspel-Marathon. Nur. Bin mir nicht sicher ob. Wenn du es roh wirklich regelmäßig machen willst, brauchst du wahrscheinlich ne ordentliche Reibe oder ne kleine Küchenmaschine. Mit der Hand ist das echt mühsam und wird dir schnell zu blöd. Ich hab mir vor nem halben Jahr so ne kleine Reibe mit Behälter geholt, sieht lustig aus aber hat mir zumindest die Fingerflecken-Angst genommen. Die Textur beim rohen Essen - ja, das ist knackig, definitiv. Eher wie Apfel als wie gekochte Rote Beete. Mit nem Salat und vielleicht Zitrone dazu (das hilft auch gegen den erdigen Geschmack, merke ich immer) ist das wirklich okay zu essen. Aber ich muss zugeben: ich machs nicht jeden Tag. Eher wenn ich gerade Lust drauf hab, und dann meistens weil ich denk ach ja, fürs Laufen ist das gut für mich 😅

Was mich neugierig macht: brauchst du das speziell wegen dem Nitrat-Kram für die Ausdauer, oder interessiert dich auch einfach nur ob es besser schmeckt roh? Das würde vielleicht helfen zu entscheiden ob sich der Aufwand lohnt

Zitat von leni_do

eher wenn ich gerade Lust drauf hab

okay das kenn ich gut genau so läuft das bei mir auch mit vielen Sachen die "gut fürs Training" sein sollen. Und danke für die Frage, die hat mich kurz nachdenken lassen. Ehrlich gesagt ist es beides. Das Nitrat-Thema interessiert mich schon konkret, ich lauf nächsten Monat meinen nächsten Halbmarathon und bin gerade eh in der Phase wo ich schaue was ich noch optimieren kann. Aber ich will das nicht als Supplement-Ersatz sehen sondern lieber als echtes Essen, das ist mir irgendwie wichtiger. Pulver aus dem Labor ist mir weniger sympathisch als ein Gemüse das einfach... ein Gemüse ist. Was mich bei deiner Antwort wirklich weitergebracht hat: die Sache mit der Zitrone gegen den erdigen Geschmack. Das hab ich so noch nirgends gelesen, immer nur "Apfel dazu" oder "Feta obendrauf". Macht das wirklich einen spürbaren Unterschied, oder ist das eher ein kleiner Bonus? Ich frag weil ich den erdigen Grundton eigentlich nicht komplett loswerden will - das wär ja irgendwie schade - aber wenn er ein bissl abgemildert wird könnte ich mir vorstellen das tatsächlich öfter zu machen. Und die Reibe mit Behälter klingt vernünftig. Hab das Modell das ich gestern im Supermarkt gesehen hab wieder im Kopf, war so ein GEFU-Ding glaub ich. Mal schauen ob ich das nächste Woche noch finde wenn ich vorbeikomm.

Bei mir im Garten hab ich festgestellt, dass die rohe Rote Beete auch einfach eine Frage der Sorte ist. Ich baue da verschiedene an, und manche sind deutlich weniger erdig als andere - das merkt man beim Rohessen viel stärker als beim Kochen. Wenn Sie da im Supermarkt kaufen, wissen Sie ja oft gar nicht was das für eine Sorte ist. Was mich bei Ihrem Post aber neugierig macht: Sie schreiben, dass Ihnen das echte Gemüse wichtiger ist als irgendein Pulver, und das find ich völlig nachvollziehbar. Aber ehrlich gesagt - wenn Sie wirklich nur für die Nitrat-Geschichte rohe Rote Beete essen wollen und das nach einem langen Arbeitstag zur Qual wird, dann frag ich mich ob das nicht kontraproduktiv ist. Der Hausarzt hat mir geraten mehr Rote Beete zu essen, aber immer mit dem Gedanken: es soll Ihnen schmecken, sonst machen Sie es nicht regelmäßig. Gekochte Rote Beete verliert beim Nitrat-Gehalt tatsächlich was, ja. Aber wenn Sie dafür drei Mal die Woche problemlos eine Portion essen statt einmal alle zwei Wochen frustriert zu raspeln ist das am Ende nicht besser für Sie? Ich selbst mach das ja anders - mein Garten, meine Ernte - aber im Prinzip würde ich sagen: lieber regelmäßig gekocht als selten und widerwillig roh. Für den Halbmarathon nächsten Monat wird das auch keine entscheidende Rolle spielen, wenn ich das richtig verstanden habe.

Zitat von elvira_k

lieber regelmäßig gekocht als selten und widerwillig roh

- ja digga das ist echt n guter Punkt ehrlich. Ich merk das auch bei mir selbst wenn ich mir was aufzwinge nur weil irgendein YouTuber sagt dass es geil ist für die Performance, dann mach ich das halt zwei Wochen und dann is Schluss. aber @leni_k ich würd dir noch was anderes mitgeben - hast du schonmal überlegt die gekochte Beete anders zuzubereiten? Also nicht die klassische Variante sondern so irgendwie... knackig? Ich hab das mal gemacht, kurz blanchiert statt richtig durchgekocht, und dann direkt kalt gestellt mit Essig. Das hatte noch ne ganz andere Textur als wenn man die lange im Topf lässt. War für mich persönlich n besserer Mittelweg zwischen roh und gekocht, wenn du verstehst was ich meine. Und beim Nitrat-Kram - keine Ahnung wie groß der Unterschied wirklich ist, aber so gekocht-aber-noch-knackig hat mir persönlich auch besser geschmeckt als die klassische weiche Variante. Die Sorte-Geschichte von @elvira_k hat mir auch die Augen geöffnet ehrlich. Das hatte ich so nie auf dem Schirm. Wenn du eh nächste Woche zum Supermarkt gehst, vielleicht einfach mal fragen ob die wissen woher die Dinger kommen? Manche Läden haben da bessere Info als man denkt, zumindest bei uns im Lager kennen die Typen die Lieferanten noch

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weniger reden mehr heben

Zitat von derbasti

kurz blanchiert statt richtig durchgekocht, und dann direkt kalt gestellt mit Essig

- oh das klingt ja interessant, das probier ich auf jeden Fall mal aus. Ich glaub ich bin da zu sehr in der "entweder-oder"-Falle gesteckt, also entweder roh oder die klassische weiche Variante die ich immer mache. @derbasti danke auch für den Tipp mit dem Supermarkt nachfragen, das hätte ich ehrlich gar nicht gedacht dass die sowas wissen. Ich geh nächste Woche ohnehin vorbei wenn ich mit den Kindern im Kindergarten fertig bin, kann ich ja mal versuchen höflich zu fragen ohne komisch rüberzukommen 😅

was mich aber gerade mehr interessiert - @elvira_k und @derbasti ihr sprecht ja beide an dass regelmäßig essen wichtiger ist als perfekt. Und ich merk bei mir selbst dass das total stimmt. Bei mir ist das eher so dass ich dann in Phasen denke "jetzt ist Trainingsfokus" und kauf mir dann irgendwas Neues weil ich denk das muss jetzt sein, und dann nutze ich's zwei Wochen intensiv und dann liegt es rum. Beim Betanio PLUS ist mir das auch passiert. Also vielleicht bin ich einfach unrealistisch mit mir selbst wenn ich dachte ich fang jetzt mit roher Beete an? Das mit der Sorte finde ich aber wirklich spannend. Also dass manche weniger erdig schmecken. Das hätte ich nicht gedacht dass das so einen Unterschied macht. Gibt's da irgendwelche Namen die ich mir merken sollte wenn ich im Markt stehe oder ist das eher Glückssache was gerade da liegt?

@leni_bk ah ja, die Trainingsfokus-Phasen kenn ich auch zu gut. Mit mir ist das ähnlich, ich kauf mir dann irgendwas Neues und denk okay jetzt wird das regelmäßig und nach zwei Wochen... naja 😅

Aber zu den Sorten - ehrlich gesagt bin ich da auch nicht schlauer. Ich hab letztens in der Apotheke um die Ecke mit der Frau dahinter drüber gequatscht und die meinte dass es da Sorten gibt die süßer sind und welche die erdiger sind, aber welche das konkret sind hat sie mir nicht sagen können. Sie hat mir nur geraten auf die Größe zu achten - kleinere Knollen sollen weniger intensiv im Geschmack sein. Keine Ahnung ob das stimmt, aber seit ich das höre guck ich immer danach wenn ich einkaufen geh. Was mich aber bei @derbasti seinem Vorschlag neugierig macht - das mit dem kurz blanchiert und dann Essig - habt ihr das auch ausprobiert oder ist das nur ne Theorie? Ich meine, das könnte ja auch der Mittelweg sein bei dem man nicht ewig in der Küche steht aber trotzdem noch was vom Nitrat-Kram hat wenn das wirklich wichtig ist. Und ehrlich gesagt klingt mir das angenehmer zu essen als entweder total hart roh oder die klassische matschige Variante die ich sonst mache. Vielleicht versuch ich das mal, bevor ich mir dann doch noch ne teure Reibe hole

@leni_do das mit den kleineren Knollen merke ich mir das ist tatsächlich pragmatisch. Bei mir im Garten hab ich das nie bewusst so sortiert, aber jetzt wo Sie das sagen - stimmt, die größeren Exemplare schmecken deutlicher. Zum Blanchieren und dann Essig - da bin ich ehrlich neugierig geworden. @derbasti hat das beschrieben, aber ich frag mich ob die Säure vom Essig nicht wieder so viel vom Nitrat-Thema aufzehrt, um das es @leni_k ja ging. Das ist wahrscheinlich eine Frage für den Hausarzt, wenn ich das richtig sehe. Der könnte sagen ob das noch relevant ist oder ob man sich da etwas vormacht. Was mich aber interessiert - @leni_bk Sie sprechen vom "unrealistisch mit sich selbst sein" und das kenne ich aus eigener Erfahrung. Nur: bei mir ist es anders gelaufen. Ich bin nicht in diese Phasen-Falle getappt, weil ich nie angefangen habe etwas zu erzwingen das ich nicht mag. Der Garten hilft mir da - die Rote Beete wächst ja ob mir danach ist oder nicht. Und wenn sie dann da ist, verarbeite ich sie einfach, weil sie da ist. Vielleicht ist das der Trick? Nicht "jetzt fang ich mit roher Beete an" sondern einfach: gekochte Beete regelmäßig essen, wie Sie sie mögen, und wenn Sie mal Lust auf roh haben, probieren Sie es. Ohne Plan ohne Druck. Edit: Kleine Präzisierung - mit "regelmäßig" meine ich natürlich in einem Rhythmus, der sich für Sie anfühlt, nicht nach starrem Schema. Das war mir wichtig zu sagen.

@elvira_k das mit dem Garten klingt eigentlich total entspannt, aber ich glaub das ist halt der Unterschied - wer keinen Garten hat muss sich das ja aktiv kaufen und dann kommt halt dieses "und jetzt mach ich das jeden Tag"-Ding. Ich kenn das bei mir auch, ich hab mir letztes Jahr so ein Spiralschneider-Ding geholt weil ich dachte ich mach jetzt regelmäßig Zucchini-Nudeln. Liegt immer noch im Schrank 😅

was mich aber ehrlich gesagt mehr beschäftigt ist diese Frage ob blanchiert überhaupt noch was bringt vom Nitrat her. Weil wenn nicht, dann kann ich mir das ja eigentlich auch sparen und einfach normal kochen. Aber hilft das wirklich, einfach regelmäßig gekocht zu essen, wenn man eigentlich genau wegen dem rohen Zeug angefangen hat darüber nachzudenken? keine ahnung ob das dann nicht irgendwie am Thema vorbeigeht

meine Freundin meint immer man soll einfach probieren und nicht so viel überlegen, aber die kauft auch Supplements ohne groß nachzufragen was drin ist. Das ist halt nicht so mein Ding

ey @evelyn83 das ist ne gute Frage ehrlich aber ich glaub du packst da zwei verschiedene Sachen zusammen die nicht unbedingt zusammenhängen müssen. Also wenn @leni_k sagt es geht um Nitrat für die Ausdauer - okay, dann brauchst du vielleicht wirklich roh oder mindestens weniger gekocht. Aber wenn es am Ende nur darum geht regelmäßig Rote Beete zu essen weil es einfach geil für dich ist - dann ist doch egal ob das jetzt optimal für die Nitrat-Bilanz ist oder nicht, ne. Das Problem ist glaub ich dass die ganze Fitness-YouTube-Welt dir immer einredet dass du optimieren musst, alles muss maximal wirksam sein, sonst ist es Zeitverschwendung. Ich fall da selber drauf rein, kauf mir irgendwelche Kapseln weil irgendein Coach sagt die nehmen alle Profis. Aber manchmal ist der einfachere Weg auch der bessere. @leni_k sagt ja selbst dass sie nicht jeden Tag blanchieren und essig machen will nach acht Stunden Lagerlogistik - oder wie heißt dein Job sry - und das ist halt realistisch. Was ich sagen will: vielleicht sollte die Frage nicht sein "bringt blanchiert noch was" sondern eher "was kann ich regelmäßig durchziehen ohne dass mir das auf die Nerven geht". Weil wenn du das schaffst dann hast du mehr davon als wenn du theoretisch das optimale machst aber nach zwei Wochen aufgibst. Zumindest bei mir ist das so.

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