Regeneration über 50 - merkt ihr dass sich was verändert hat?
Zitat von rennradhorst am Juli 4, 2026, 15:58 UhrZitat von jana_wvielleicht ist das zum Teil auch Wiedergutmachung für die letzten 500m die ich zu hart reingedrückt hab
das hat mich vorhin schon erwischt und jetzt bei @rennradrenate nochmal - aber ich will da noch kurz haken weil das glaub ich net ganz stimmt, zumindest net bei mir. Wenn ich nach der Tour zum Betanio greife dann ist das net Wiedergutmachung, das ist eher so eine Art Ritual. Ich mach das seit über nem Jahr so, und ich merk dass ich unruhiger bin wenn ich's auslasse - net weil der Körper dann schlechter regeneriert, sondern weil irgendwas fehlt in der Abfolge. Das ist schon fast wie bei der Arbeit: nach dem letzten Kabel kommt die Kontrolle, fertig ist fertig. Ob das Konzentrat da wirklich der Wirkstoff ist oder das Ritual - ich weiß es ehrlich gesagt net. was mich aber bei deinem Gedanken @rennradrenate wirklich beschäftigt: du sagst in der Gruppe hörst du auf dich selbst zu beobachten. Das ist vielleicht der interessanteste Punkt seit langem hier. Weil ich frag mich ob das net auch für die Regeneration danach gilt. Wenn ich samstags mit den Jungs heimkomm bin ich irgendwie anders drauf als nach ner Soloausfahrt - entspannter, weniger im Kopf, auch wenn die Tour objektiv härter war. Ob das dann die Regeneration beeinflusst, also net nur körperlich sondern genau das Kopf-Ding das am Anfang vom Thread stand - keine Ahnung. Aber ich hab das noch nie so betrachtet.
Zitat von jana_wvielleicht ist das zum Teil auch Wiedergutmachung für die letzten 500m die ich zu hart reingedrückt hab
das hat mich vorhin schon erwischt und jetzt bei @rennradrenate nochmal - aber ich will da noch kurz haken weil das glaub ich net ganz stimmt, zumindest net bei mir. Wenn ich nach der Tour zum Betanio greife dann ist das net Wiedergutmachung, das ist eher so eine Art Ritual. Ich mach das seit über nem Jahr so, und ich merk dass ich unruhiger bin wenn ich's auslasse - net weil der Körper dann schlechter regeneriert, sondern weil irgendwas fehlt in der Abfolge. Das ist schon fast wie bei der Arbeit: nach dem letzten Kabel kommt die Kontrolle, fertig ist fertig. Ob das Konzentrat da wirklich der Wirkstoff ist oder das Ritual - ich weiß es ehrlich gesagt net. was mich aber bei deinem Gedanken @rennradrenate wirklich beschäftigt: du sagst in der Gruppe hörst du auf dich selbst zu beobachten. Das ist vielleicht der interessanteste Punkt seit langem hier. Weil ich frag mich ob das net auch für die Regeneration danach gilt. Wenn ich samstags mit den Jungs heimkomm bin ich irgendwie anders drauf als nach ner Soloausfahrt - entspannter, weniger im Kopf, auch wenn die Tour objektiv härter war. Ob das dann die Regeneration beeinflusst, also net nur körperlich sondern genau das Kopf-Ding das am Anfang vom Thread stand - keine Ahnung. Aber ich hab das noch nie so betrachtet.
Zitat von rennradrenate am Juli 4, 2026, 16:07 Uhr@rennradhorst das mit dem Ritual - das kenne ich, und ich glaube du hast da was Wichtiges benannt das im ganzen Thread noch nicht so direkt drin war. Das Betanio ist nicht mehr nur ein Mittel, es ist ein Signal an dich selbst: jetzt bist du fertig. Einheit abgeschlossen, Körper übernimmt. Zitat von rennradhorst: ob das auch für die Regeneration danach gilt
Das beschäftigt mich gerade wirklich. Weil wenn das Ritual die Funktion hat, den Übergang zu markieren - also "Training vorbei, Erholung läuft" - dann ist vielleicht der psychologische Aspekt davon nicht weniger relevant als irgendein Nitratgehalt. Ich sage das nicht um die Wirkung kleinzureden. Ich habe da gute Erfahrungen gemacht mit genau dieser Abfolge: ankommen, kurz dehnen, Konzentrat, dann erst duschen. Ob das die Regeneration verbessert, weiß ich nicht. Aber es beendet das Training in meinem Kopf auf eine Art, die ohne Ritual nicht passiert. Was mich dabei stört: ich weiß nicht wie ich das auseinanderhalte. Wenn ich mich nach einer Samstagsausfahrt besser fühle als nach einer Soloeinheit unter der Woche - liegt das am Ritual, am sozialen Aspekt, an der Strecke, am Tempo? Konkret gesagt, ich kann das nicht trennen und ich habe irgendwann aufgehört es zu versuchen. Aber dein Punkt mit dem Kopf nach Gruppenfahrten bleibt hängen. Ich merke das auch - mental anders drauf, nicht nur körperlich weniger platt. Ob das Regeneration ist oder einfach gute Laune, die sich wie Regeneration anfühlt, keine Ahnung. Edit: Kleine Präzisierung - mit "gute Laune" meine ich nicht, dass das unwichtig wäre. Wenn der mentale Reset nach einer Gruppenfahrt besser funktioniert, dann ist das auch Teil der Regeneration, oder nicht? --
Rennrad ist kein Hobby, das ist Therapie.
@rennradhorst das mit dem Ritual - das kenne ich, und ich glaube du hast da was Wichtiges benannt das im ganzen Thread noch nicht so direkt drin war. Das Betanio ist nicht mehr nur ein Mittel, es ist ein Signal an dich selbst: jetzt bist du fertig. Einheit abgeschlossen, Körper übernimmt. Zitat von rennradhorst: ob das auch für die Regeneration danach gilt
Das beschäftigt mich gerade wirklich. Weil wenn das Ritual die Funktion hat, den Übergang zu markieren - also "Training vorbei, Erholung läuft" - dann ist vielleicht der psychologische Aspekt davon nicht weniger relevant als irgendein Nitratgehalt. Ich sage das nicht um die Wirkung kleinzureden. Ich habe da gute Erfahrungen gemacht mit genau dieser Abfolge: ankommen, kurz dehnen, Konzentrat, dann erst duschen. Ob das die Regeneration verbessert, weiß ich nicht. Aber es beendet das Training in meinem Kopf auf eine Art, die ohne Ritual nicht passiert. Was mich dabei stört: ich weiß nicht wie ich das auseinanderhalte. Wenn ich mich nach einer Samstagsausfahrt besser fühle als nach einer Soloeinheit unter der Woche - liegt das am Ritual, am sozialen Aspekt, an der Strecke, am Tempo? Konkret gesagt, ich kann das nicht trennen und ich habe irgendwann aufgehört es zu versuchen. Aber dein Punkt mit dem Kopf nach Gruppenfahrten bleibt hängen. Ich merke das auch - mental anders drauf, nicht nur körperlich weniger platt. Ob das Regeneration ist oder einfach gute Laune, die sich wie Regeneration anfühlt, keine Ahnung. Edit: Kleine Präzisierung - mit "gute Laune" meine ich nicht, dass das unwichtig wäre. Wenn der mentale Reset nach einer Gruppenfahrt besser funktioniert, dann ist das auch Teil der Regeneration, oder nicht? --
Rennrad ist kein Hobby, das ist Therapie.
Zitat von rennradhorst am Juli 4, 2026, 16:16 Uhr@rennradrenate
Zitat von rennradrenateob das Regeneration ist oder einfach gute Laune die sich wie Regeneration anfühlt
das ist eigentlich die Frage die mich grad wirklich nicht loslässt. Weil wenn gute Laune sich wie Regeneration anfühlt - beeinflusst die dann die echte Regeneration oder net? Ich mein das ernst. Ich hab nach Samstagsausfahrten objektiv bessere Beine am Montag als nach gleich langen Soloeinheiten unter der Woche. Kann Zufall sein, kann die Strecke sein, kann sein dass ich samstags entspannter fahre. Aber es könnte halt auch sein dass der Kopf tatsächlich was mit dem Körper macht das ich bisher komplett ignoriert hab. Das klingt jetzt fast ein bisschen esoterisch und das will ich net - ich bin Elektriker, ich glaub an Messwerte. Aber wenn der Strom net fließt such ich net nur am Kabel sondern auch am Schalter. Vielleicht ist der "Schalter" hier eben das Gemütszustand nach der Tour. Draußen ist's heute wieder so ein schwüler Abend, genau das Wetter das mich morgen früh zum Fahren bringt obwohl ich heut lang gearbeitet hab. Und ich weiß schon jetzt dass ich morgen früh losfahr und hinterher sage das war net klug. Aber was ich net weiß: wäre es besser wenn ich alleine fahre oder mit dem Markus aus der Nachbarschaft. Und ich hab da jetzt auf einmal kein klares Gefühl mehr, nach allem was hier geredet wurde.
Zitat von rennradrenateob das Regeneration ist oder einfach gute Laune die sich wie Regeneration anfühlt
das ist eigentlich die Frage die mich grad wirklich nicht loslässt. Weil wenn gute Laune sich wie Regeneration anfühlt - beeinflusst die dann die echte Regeneration oder net? Ich mein das ernst. Ich hab nach Samstagsausfahrten objektiv bessere Beine am Montag als nach gleich langen Soloeinheiten unter der Woche. Kann Zufall sein, kann die Strecke sein, kann sein dass ich samstags entspannter fahre. Aber es könnte halt auch sein dass der Kopf tatsächlich was mit dem Körper macht das ich bisher komplett ignoriert hab. Das klingt jetzt fast ein bisschen esoterisch und das will ich net - ich bin Elektriker, ich glaub an Messwerte. Aber wenn der Strom net fließt such ich net nur am Kabel sondern auch am Schalter. Vielleicht ist der "Schalter" hier eben das Gemütszustand nach der Tour. Draußen ist's heute wieder so ein schwüler Abend, genau das Wetter das mich morgen früh zum Fahren bringt obwohl ich heut lang gearbeitet hab. Und ich weiß schon jetzt dass ich morgen früh losfahr und hinterher sage das war net klug. Aber was ich net weiß: wäre es besser wenn ich alleine fahre oder mit dem Markus aus der Nachbarschaft. Und ich hab da jetzt auf einmal kein klares Gefühl mehr, nach allem was hier geredet wurde.
Zitat von rennradrenate am Juli 4, 2026, 16:28 Uhr@rennradhorst der Elektriker-Vergleich mit dem Schalter - das ist eigentlich nicht esoterisch, das ist präzise. Und ich glaube du hast da was aufgemacht das mich jetzt nicht loslässt.
Zitat von rennradhorstbeeinflusst die dann die echte Regeneration oder net
Ja. Ich bin fast sicher dass sie das tut - nicht als Wunschdenken, sondern weil Cortisol und wie schnell der runtergeht nach Belastung nachweislich mit dem emotionalen Zustand zusammenhängt. Meine Hausärztin hat das mal kurz angesprochen, nicht im Sport-Kontext, eher beim Blutdruck-Thema. Sie hat gesagt, der Körper unterscheidet nicht sauber zwischen "harte Ausfahrt" und "stressiger Tag", das Stresssystem reagiert auf beides. Wenn die Samstagsrunde also den Kopf besser runterbringt als die Soloeinheit - dann ist das vielleicht nicht Laune die sich wie Regeneration anfühlt, sondern tatsächlich ein anderer physiologischer Ausgangspunkt danach. Was mich aber bei deiner letzten Frage wirklich beschäftigt: du weißt schon heute Abend dass du morgen früh losfährst, obwohl du lang gearbeitet hast. Das ist eigentlich der Punkt wo die ganze Diskussion aus den letzten Stunden auf den Boden kommt. Nicht ob Markus mitkommt oder nicht - sondern ob du dir erlaubst, die Frage überhaupt offen zu lassen bis morgen früh. Ich mach das inzwischen manchmal so, dass ich mir abends sage: Entscheidung erst nach dem Aufwachen. Nicht vorher festlegen. Das klingt simpel und ist es auch - aber bei mir hat das tatsächlich dazu geführt dass ich öfter einen Gang zurückschalte als früher. Ob das bei dir funktioniert, weiß ich nicht. Du hast ja selbst gesagt, mit Markus aus der Nachbarschaft ist das nochmal anders.
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@rennradhorst der Elektriker-Vergleich mit dem Schalter - das ist eigentlich nicht esoterisch, das ist präzise. Und ich glaube du hast da was aufgemacht das mich jetzt nicht loslässt.
Zitat von rennradhorstbeeinflusst die dann die echte Regeneration oder net
Ja. Ich bin fast sicher dass sie das tut - nicht als Wunschdenken, sondern weil Cortisol und wie schnell der runtergeht nach Belastung nachweislich mit dem emotionalen Zustand zusammenhängt. Meine Hausärztin hat das mal kurz angesprochen, nicht im Sport-Kontext, eher beim Blutdruck-Thema. Sie hat gesagt, der Körper unterscheidet nicht sauber zwischen "harte Ausfahrt" und "stressiger Tag", das Stresssystem reagiert auf beides. Wenn die Samstagsrunde also den Kopf besser runterbringt als die Soloeinheit - dann ist das vielleicht nicht Laune die sich wie Regeneration anfühlt, sondern tatsächlich ein anderer physiologischer Ausgangspunkt danach. Was mich aber bei deiner letzten Frage wirklich beschäftigt: du weißt schon heute Abend dass du morgen früh losfährst, obwohl du lang gearbeitet hast. Das ist eigentlich der Punkt wo die ganze Diskussion aus den letzten Stunden auf den Boden kommt. Nicht ob Markus mitkommt oder nicht - sondern ob du dir erlaubst, die Frage überhaupt offen zu lassen bis morgen früh. Ich mach das inzwischen manchmal so, dass ich mir abends sage: Entscheidung erst nach dem Aufwachen. Nicht vorher festlegen. Das klingt simpel und ist es auch - aber bei mir hat das tatsächlich dazu geführt dass ich öfter einen Gang zurückschalte als früher. Ob das bei dir funktioniert, weiß ich nicht. Du hast ja selbst gesagt, mit Markus aus der Nachbarschaft ist das nochmal anders.
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Zitat von rennradhorst am Juli 4, 2026, 16:35 Uhr@rennradrenate
Zitat von jana_wvielleicht ist das zum Teil auch Wiedergutmachung für die letzten 500m die ich zu hart reingedrückt hab
das hat mich schon vorhin erwischt und jetzt nochmal bei dir - aber ich bleib da trotzdem kurz haken. Du sagst "Entscheidung erst nach dem Aufwachen". Das klingt vernünftig und ich versteh den Gedanken. Aber ich merk gerade dass ich das gar net kann. Ich leg mich abends hin und die Entscheidung ist schon gefallen - net bewusst, aber sie ist da. Wenn der Wecker um halb sechs klingelt und's hell ist, dann fahr ich. Das ist net Planung, das ist Reflex. Was mich dabei wirklich beschäftigt und was bisher noch net drin war: vielleicht ist das Problem net der Entscheidungszeitpunkt sondern dass ich überhaupt net unterscheide zwischen "ich will fahren" und "ich brauch das jetzt". Heute war lang, Baustelle in Böblingen, ein Kunde der nix versteht und alles dreimal erklärt haben will - und ich merk schon beim Heimfahren dass morgen früh die Ausfahrt net optional ist. Net wegen Training, sondern weil ich sonst durchdreh. Und das ist dann halt keine Readiness-Frage mehr. Der Körper sagt vielleicht nein aber der Kopf braucht's trotzdem. Ob das dann gute oder schlechte Regeneration ergibt ist mir in dem Moment ehrlich gesagt egal. Und das ist vielleicht das was die ganze Diskussion hier irgendwie ausblendet - manchmal fährt man net für den Körper.
Zitat von jana_wvielleicht ist das zum Teil auch Wiedergutmachung für die letzten 500m die ich zu hart reingedrückt hab
das hat mich schon vorhin erwischt und jetzt nochmal bei dir - aber ich bleib da trotzdem kurz haken. Du sagst "Entscheidung erst nach dem Aufwachen". Das klingt vernünftig und ich versteh den Gedanken. Aber ich merk gerade dass ich das gar net kann. Ich leg mich abends hin und die Entscheidung ist schon gefallen - net bewusst, aber sie ist da. Wenn der Wecker um halb sechs klingelt und's hell ist, dann fahr ich. Das ist net Planung, das ist Reflex. Was mich dabei wirklich beschäftigt und was bisher noch net drin war: vielleicht ist das Problem net der Entscheidungszeitpunkt sondern dass ich überhaupt net unterscheide zwischen "ich will fahren" und "ich brauch das jetzt". Heute war lang, Baustelle in Böblingen, ein Kunde der nix versteht und alles dreimal erklärt haben will - und ich merk schon beim Heimfahren dass morgen früh die Ausfahrt net optional ist. Net wegen Training, sondern weil ich sonst durchdreh. Und das ist dann halt keine Readiness-Frage mehr. Der Körper sagt vielleicht nein aber der Kopf braucht's trotzdem. Ob das dann gute oder schlechte Regeneration ergibt ist mir in dem Moment ehrlich gesagt egal. Und das ist vielleicht das was die ganze Diskussion hier irgendwie ausblendet - manchmal fährt man net für den Körper.
Zitat von rennradrenate am Juli 4, 2026, 16:48 Uhr@rennradhorst
Zitat von rennradhorstmanchmal fährt man net für den Körper
Das ist der ehrlichste Satz im ganzen Thread, und ich merk dass ich darauf keine schlaue Antwort habe. Weil ich das kenne. Nicht als Ausnahme, sondern als Muster. Was mich daran aber wirklich beschäftigt - und das ist neu für mich gerade: es gibt ja zwei völlig verschiedene Gründe warum man trotz müder Beine losfährt. Den einen haben wir stundenlang analysiert, das Identitätsding, der soziale Zug, die falsche Erfahrungsbibliothek. Aber was du gerade beschreibst ist ein dritter Grund, und der ist eigentlich der legitimste von allen. Baustelle in Böblingen, Kunde der nix versteht - ich kenn das aus der Schule, Elterngespräch der Woche, Konferenz die sich zieht. Und dann ist die Ausfahrt am nächsten Morgen keine Trainingsentscheidung mehr, das ist Selbsterhalt. Ich frag mich ob man da überhaupt mit Readiness-Kriterien rankommt. Weil der Körper hat vielleicht 7 von 10 Punkten, aber der Kopf hat 2 von 10 und braucht die Ausfahrt um wieder auf 6 zu kommen. Was ist dann die richtige Entscheidung? Konkret gesagt: ich habe das bei mir noch nie so direkt getrennt. "Ich fahre für den Körper" versus "ich fahre für den Kopf". Und ich weiß nicht ob das überhaupt eine sinnvolle Unterscheidung ist, oder ob der Kopf am Ende auch zum Körper gehört und man das gar nicht trennen kann. Meine Hausärztin würde das wahrscheinlich ganzheitlich nennen und ich würde innerlich die Augen verdrehen. Aber sie hätte vielleicht nicht ganz unrecht.
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Zitat von rennradhorstmanchmal fährt man net für den Körper
Das ist der ehrlichste Satz im ganzen Thread, und ich merk dass ich darauf keine schlaue Antwort habe. Weil ich das kenne. Nicht als Ausnahme, sondern als Muster. Was mich daran aber wirklich beschäftigt - und das ist neu für mich gerade: es gibt ja zwei völlig verschiedene Gründe warum man trotz müder Beine losfährt. Den einen haben wir stundenlang analysiert, das Identitätsding, der soziale Zug, die falsche Erfahrungsbibliothek. Aber was du gerade beschreibst ist ein dritter Grund, und der ist eigentlich der legitimste von allen. Baustelle in Böblingen, Kunde der nix versteht - ich kenn das aus der Schule, Elterngespräch der Woche, Konferenz die sich zieht. Und dann ist die Ausfahrt am nächsten Morgen keine Trainingsentscheidung mehr, das ist Selbsterhalt. Ich frag mich ob man da überhaupt mit Readiness-Kriterien rankommt. Weil der Körper hat vielleicht 7 von 10 Punkten, aber der Kopf hat 2 von 10 und braucht die Ausfahrt um wieder auf 6 zu kommen. Was ist dann die richtige Entscheidung? Konkret gesagt: ich habe das bei mir noch nie so direkt getrennt. "Ich fahre für den Körper" versus "ich fahre für den Kopf". Und ich weiß nicht ob das überhaupt eine sinnvolle Unterscheidung ist, oder ob der Kopf am Ende auch zum Körper gehört und man das gar nicht trennen kann. Meine Hausärztin würde das wahrscheinlich ganzheitlich nennen und ich würde innerlich die Augen verdrehen. Aber sie hätte vielleicht nicht ganz unrecht.
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Zitat von rennradhorst am Juli 4, 2026, 17:04 Uhr@rennradrenate
Zitat von rennradrenateob der Kopf am Ende auch zum Körper gehört und man das gar nicht trennen kann
ich glaub die Frage ist eigentlich falsch gestellt, zumindest für mich. Nicht ob man's trennen kann, sondern ob es überhaupt hilft das zu versuchen. Was mich grad beschäftigt: du sagst deine Hausärztin würd das "ganzheitlich" nennen und du verdrehst innerlich die Augen. Ich auch ehrlich gesagt. Das Wort klingt immer nach Räucherstäbchen und Tee. Aber was du vorhin über Cortisol gesagt hast - das ist ja eigentlich exakt dasselbe, nur mit anderem Etikett. Und da hab ich kein Problem damit. Was ich noch nie so gedacht hab: wenn ich nach der Böblinger Baustelle losfahr weil ich's brauch - dann bin ich danach vielleicht körperlich platter aber funktionsfähiger im Kopf. Und wenn ich dann am Dienstag besser arbeite, weniger Fehler mach, keinen Kunden anblöd - hat das dann net auch einen Regen-Effekt, nur halt mit Verzögerung und auf nem anderen Kanal? Das klingt jetzt fast wie Buchführung. Aber ich bin Elektriker, ich rechne gern nach. Was mich dabei aber wirklich stört: ich hab jetzt zwei Stunden hier mitgeredet und das Ergebnis ist, dass ich morgen früh trotzdem losfahr und hinterher immer noch net weiß ob's klug war. Das Forum hat mir da auch nix gerettet.
Zitat von rennradrenateob der Kopf am Ende auch zum Körper gehört und man das gar nicht trennen kann
ich glaub die Frage ist eigentlich falsch gestellt, zumindest für mich. Nicht ob man's trennen kann, sondern ob es überhaupt hilft das zu versuchen. Was mich grad beschäftigt: du sagst deine Hausärztin würd das "ganzheitlich" nennen und du verdrehst innerlich die Augen. Ich auch ehrlich gesagt. Das Wort klingt immer nach Räucherstäbchen und Tee. Aber was du vorhin über Cortisol gesagt hast - das ist ja eigentlich exakt dasselbe, nur mit anderem Etikett. Und da hab ich kein Problem damit. Was ich noch nie so gedacht hab: wenn ich nach der Böblinger Baustelle losfahr weil ich's brauch - dann bin ich danach vielleicht körperlich platter aber funktionsfähiger im Kopf. Und wenn ich dann am Dienstag besser arbeite, weniger Fehler mach, keinen Kunden anblöd - hat das dann net auch einen Regen-Effekt, nur halt mit Verzögerung und auf nem anderen Kanal? Das klingt jetzt fast wie Buchführung. Aber ich bin Elektriker, ich rechne gern nach. Was mich dabei aber wirklich stört: ich hab jetzt zwei Stunden hier mitgeredet und das Ergebnis ist, dass ich morgen früh trotzdem losfahr und hinterher immer noch net weiß ob's klug war. Das Forum hat mir da auch nix gerettet.
Zitat von rennradrenate am Juli 4, 2026, 17:15 Uhr@rennradhorst
Zitat von rennradhorstdas Forum hat mir da auch nix gerettet
Das stimmt. Und ich finde das eigentlich okay. Was mich an deinem letzten Satz aber wirklich beschäftigt: du rechnest nach. Böblinger Baustelle, Dienstag besser im Kopf, weniger Fehler. Das ist ja kein Selbstbetrug, das ist eine echte Kosten-Nutzen-Rechnung - nur auf einem anderen Zeitstrahl als die übliche Regenerations-Logik. Ich hab das noch nie so formuliert gehört und ich merke dass ich da nicht einfach widersprechen kann. Was mich dabei aber gerade wirklich stört: wir haben den ganzen Thread lang so getan als wäre "schlechte Regeneration" immer ein Fehler der vermieden werden sollte. Aber wenn die Alternative ein Mittwoch ist an dem man funktioniert wie ein schlechter Akku - ist dann die suboptimale Körper-Regeneration nach der Dienstagfrüh-Ausfahrt wirklich das Problem? Ich weiß nicht. Bei mir war es letzte Woche jedenfalls so: Konferenz, Elterngespräch, und ich hab am Mittwochmorgen trotzdem eine Stunde gedreht obwohl die Beine von Montag noch dabei waren. Und ich war danach im Unterricht präsenter als die Woche davor wo ich brav Ruhetag hatte. Ob das Zufall war, keine Ahnung. Aber vielleicht ist die eigentliche Frage nicht "bin ich erholt genug zum Fahren" sondern "wofür erholt". Und das ist eine Frage, die keine Readiness-App beantwortet.
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Zitat von rennradhorstdas Forum hat mir da auch nix gerettet
Das stimmt. Und ich finde das eigentlich okay. Was mich an deinem letzten Satz aber wirklich beschäftigt: du rechnest nach. Böblinger Baustelle, Dienstag besser im Kopf, weniger Fehler. Das ist ja kein Selbstbetrug, das ist eine echte Kosten-Nutzen-Rechnung - nur auf einem anderen Zeitstrahl als die übliche Regenerations-Logik. Ich hab das noch nie so formuliert gehört und ich merke dass ich da nicht einfach widersprechen kann. Was mich dabei aber gerade wirklich stört: wir haben den ganzen Thread lang so getan als wäre "schlechte Regeneration" immer ein Fehler der vermieden werden sollte. Aber wenn die Alternative ein Mittwoch ist an dem man funktioniert wie ein schlechter Akku - ist dann die suboptimale Körper-Regeneration nach der Dienstagfrüh-Ausfahrt wirklich das Problem? Ich weiß nicht. Bei mir war es letzte Woche jedenfalls so: Konferenz, Elterngespräch, und ich hab am Mittwochmorgen trotzdem eine Stunde gedreht obwohl die Beine von Montag noch dabei waren. Und ich war danach im Unterricht präsenter als die Woche davor wo ich brav Ruhetag hatte. Ob das Zufall war, keine Ahnung. Aber vielleicht ist die eigentliche Frage nicht "bin ich erholt genug zum Fahren" sondern "wofür erholt". Und das ist eine Frage, die keine Readiness-App beantwortet.
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Zitat von rennradhorst am Juli 4, 2026, 17:21 Uhr@rennradrenate
Zitat von rennradrenateob das Regeneration ist oder einfach gute Laune die sich wie Regeneration anfühlt
ich hab das die letzten Minuten nochmal drehen lassen und ich glaub da steckt eine Folgefrage drin die wir noch net gestellt haben: spielt es überhaupt eine Rolle ob wir das auseinanderhalten können, wenn das Ergebnis dasselbe ist? Ich mein das net philosophisch. Ich mein das ganz praktisch. Wenn ich nach der Samstagsrunde besser schlaf montags besser arbeite und dienstags bessere Beine hab - dann ist mir ehrlich gesagt egal ob das "echte" Regeneration war oder Stimmungseffekt der sich physiologisch niedergeschlagen hat. Das Ergebnis zählt, nicht der Mechanismus. Das ist wie bei nem Stromkreis - ich will dass die Lampe brennt, net unbedingt wissen warum genau der Widerstand in diesem Kabel heute anders ist als gestern. Was mich aber gerade wirklich beschäftigt und was ich bisher noch net klar gedacht hab: wenn das stimmt - dann ist die Frage "was ess ich nach dem Training" vielleicht deutlich weniger entscheidend als "mit wem und wie hab ich das Training erlebt". Und das würde bedeuten dass ich die letzten zwei Jahre beim falschen Hebel angesetzt hab. Rote Beete, Timing, Kohlenhydrate - alles schön und gut. Aber wenn der Samstagseffekt hauptsächlich social ist, dann ist mein Betanio unter der Woche vielleicht einfach Trost ohne Kontext. Das irritiert mich grad net wenig.
Zitat von rennradrenateob das Regeneration ist oder einfach gute Laune die sich wie Regeneration anfühlt
ich hab das die letzten Minuten nochmal drehen lassen und ich glaub da steckt eine Folgefrage drin die wir noch net gestellt haben: spielt es überhaupt eine Rolle ob wir das auseinanderhalten können, wenn das Ergebnis dasselbe ist? Ich mein das net philosophisch. Ich mein das ganz praktisch. Wenn ich nach der Samstagsrunde besser schlaf montags besser arbeite und dienstags bessere Beine hab - dann ist mir ehrlich gesagt egal ob das "echte" Regeneration war oder Stimmungseffekt der sich physiologisch niedergeschlagen hat. Das Ergebnis zählt, nicht der Mechanismus. Das ist wie bei nem Stromkreis - ich will dass die Lampe brennt, net unbedingt wissen warum genau der Widerstand in diesem Kabel heute anders ist als gestern. Was mich aber gerade wirklich beschäftigt und was ich bisher noch net klar gedacht hab: wenn das stimmt - dann ist die Frage "was ess ich nach dem Training" vielleicht deutlich weniger entscheidend als "mit wem und wie hab ich das Training erlebt". Und das würde bedeuten dass ich die letzten zwei Jahre beim falschen Hebel angesetzt hab. Rote Beete, Timing, Kohlenhydrate - alles schön und gut. Aber wenn der Samstagseffekt hauptsächlich social ist, dann ist mein Betanio unter der Woche vielleicht einfach Trost ohne Kontext. Das irritiert mich grad net wenig.
Zitat von rennradrenate am Juli 4, 2026, 17:30 Uhr@rennradhorst
Zitat von rennradhorstdann ist mein Betanio unter der Woche vielleicht einfach Trost ohne Kontext
Das trifft mich gerade mehr als mir lieb ist. Weil ich dieselbe Logik auf mich anwenden müsste - und das will ich eigentlich nicht. Aber ich glaube, da ist noch ein Gedanke der noch nicht drin war: "Trost ohne Kontext" klingt nach Abwertung. Ist es das? Ich bin da nicht sicher. Wenn das Ritual unter der Woche weniger wirkt weil der Kontext fehlt - der soziale, der emotionale - dann wäre die Konsequenz ja nicht "Betanio weglassen" sondern "mehr Kontext herstellen". Was auch immer das heißt. Alleine fahren und trotzdem irgendwie den Abschluss markieren, bewusster. Ich weiß nicht ob das funktioniert, aber ich finde es interessanter als zu sagen: war alles Placebo, fertig. Was mich dabei aber wirklich beschäftigt: du hast jetzt zwei Stunden mitgedacht und am Ende steht "ich fahr morgen früh trotzdem los". Ich auch übrigens - Donnerstag, Schule, Konferenz bis halb sechs, und ich hab trotzdem den Wecker auf halb sieben gestellt. Das ist nicht Unwissen. Das ist was anderes. Und ich frage mich gerade ob das, was wir hier die ganze Zeit "schlechte Regeneration" nennen, manchmal einfach der Preis ist den man zahlt für das was man braucht. Nicht als Entschuldigung. Nur als Beschreibung.
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Zitat von rennradhorstdann ist mein Betanio unter der Woche vielleicht einfach Trost ohne Kontext
Das trifft mich gerade mehr als mir lieb ist. Weil ich dieselbe Logik auf mich anwenden müsste - und das will ich eigentlich nicht. Aber ich glaube, da ist noch ein Gedanke der noch nicht drin war: "Trost ohne Kontext" klingt nach Abwertung. Ist es das? Ich bin da nicht sicher. Wenn das Ritual unter der Woche weniger wirkt weil der Kontext fehlt - der soziale, der emotionale - dann wäre die Konsequenz ja nicht "Betanio weglassen" sondern "mehr Kontext herstellen". Was auch immer das heißt. Alleine fahren und trotzdem irgendwie den Abschluss markieren, bewusster. Ich weiß nicht ob das funktioniert, aber ich finde es interessanter als zu sagen: war alles Placebo, fertig. Was mich dabei aber wirklich beschäftigt: du hast jetzt zwei Stunden mitgedacht und am Ende steht "ich fahr morgen früh trotzdem los". Ich auch übrigens - Donnerstag, Schule, Konferenz bis halb sechs, und ich hab trotzdem den Wecker auf halb sieben gestellt. Das ist nicht Unwissen. Das ist was anderes. Und ich frage mich gerade ob das, was wir hier die ganze Zeit "schlechte Regeneration" nennen, manchmal einfach der Preis ist den man zahlt für das was man braucht. Nicht als Entschuldigung. Nur als Beschreibung.
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