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Selbsttest Regeneration: Wie unterscheidet ihr Effekt von Gewohnheit?

Ich beschäftige mich gerade wieder intensiver mit der Frage, wie man bei sich selbst überhaupt sauber unterscheiden kann, ob eine Maßnahme nach dem Training wirklich etwas bringt - oder ob man sich das nur einredet weil man es seit Monaten so macht. Konkreter Auslöser: Ich hatte letzte Woche nach einem langen Lauf (18km, Mittwoch, ziemlich warm) meinen üblichen Rote-Beete-Konzentrat-Shot weggelassen, weil ich's schlicht vergessen hatte. Und ehrlich gesagt, am nächsten Morgen war der Unterschied nicht so dramatisch wie ich erwartet hätte. Was mich ins Grübeln gebracht hat. Das Problem ist ja methodisch: Ich variiere nie nur eine Variable. An dem Tag hab ich auch besser geschlafen, weniger Stress bei der Arbeit, und war vielleicht insgesamt etwas langsamer unterwegs. Klassisches Confounding, das kenn ich aus der Softwareentwicklung bei A/B-Tests genauso. Ich hab vor ein paar Wochen gelesen (war glaub ich in einem Übersichtsartikel zu subjektiven Outcome-Maßen im Ausdauersport, leider Titel nicht mehr greifbar), dass Selbsteinschätzungen von "Muskelkater" oder "Energie am nächsten Tag" extrem anfällig für Erwartungseffekte sind. Das überrascht mich nicht, aber es macht es schwieriger, den eigenen Erfahrungen zu trauen. Was ich mich frage: Macht hier jemand sowas systematisch? Also wirklich mit Tagebuch, festen Bewertungsskalen, vielleicht sogar blinden Bedingungen so weit das zuhause geht? Ich hab mit dem Gedanken gespielt, das über 4-6 Wochen sauber zu protokollieren - Schlaf, Belastung, Ernährung, subjektives Wohlbefinden am Folgetag - aber allein die Disziplin dafür aufzubringen ist schon eine Hürde. Oder ist das zu viel Aufwand für das, was am Ende sowieso eine individuelle Reaktion bleibt?