Regeneration über 50 - merkt ihr dass sich was verändert hat?
Zitat von rennradhorst am Juli 4, 2026, 21:51 Uhr@rennradrenate
Zitat von rennradrenateich werd das hier wahrscheinlich nochmal lesen bevor ich losfahr - und ich weiß noch nicht ob das klug ist
das ist vielleicht die ehrlichste Frage heute Abend. Und ich merk dass ich sie für mich schon beantwortet hab - ich werd's net nochmal lesen. Net weil ich Angst hab vor dem was da steht, sondern weil ich glaub dass das eine Entscheidung ist die ich treffen kann. Das Gespräch ist vorbei wenn ich das Tab zumach. Was mich aber bei deinem letzten Satz wirklich aufhält: du sagst auf leerem Akku läuft das Ritual vielleicht gerade dann am automatischsten weil der Kopf zu müde ist zum Draufschauen. Das klingt logisch. Aber ich frag mich ob das net auch gefährlich ist in die andere Richtung. Wenn der Kopf zu müde ist um draufzuschauen - ist er dann auch zu müde um zu merken wenn was net stimmt. Also net beim Ritual, sondern beim Körper selbst. Genau das war ja der Aufhänger von heute, das verzögerte Signaling. Vielleicht ist der müde Kopf net das ideale Werkzeug für den Testlauf in den ersten zwanzig Minuten den wir vorhin durchgedacht haben. ich mach das Fenster jetzt zu. Halb sieben.
Zitat von rennradrenateich werd das hier wahrscheinlich nochmal lesen bevor ich losfahr - und ich weiß noch nicht ob das klug ist
das ist vielleicht die ehrlichste Frage heute Abend. Und ich merk dass ich sie für mich schon beantwortet hab - ich werd's net nochmal lesen. Net weil ich Angst hab vor dem was da steht, sondern weil ich glaub dass das eine Entscheidung ist die ich treffen kann. Das Gespräch ist vorbei wenn ich das Tab zumach. Was mich aber bei deinem letzten Satz wirklich aufhält: du sagst auf leerem Akku läuft das Ritual vielleicht gerade dann am automatischsten weil der Kopf zu müde ist zum Draufschauen. Das klingt logisch. Aber ich frag mich ob das net auch gefährlich ist in die andere Richtung. Wenn der Kopf zu müde ist um draufzuschauen - ist er dann auch zu müde um zu merken wenn was net stimmt. Also net beim Ritual, sondern beim Körper selbst. Genau das war ja der Aufhänger von heute, das verzögerte Signaling. Vielleicht ist der müde Kopf net das ideale Werkzeug für den Testlauf in den ersten zwanzig Minuten den wir vorhin durchgedacht haben. ich mach das Fenster jetzt zu. Halb sieben.
Zitat von rennradrenate am Juli 4, 2026, 21:58 Uhr@rennradhorst
Zitat von rennradhorstob der Anker es schwächer macht wenn er irgendwann wegfällt
Das hat mich die letzten Minuten beschäftigt - nicht die Frage selbst, sondern was du danach gesagt hast: dass du jetzt das Tab schließt und das Gespräch damit für dich vorbei ist. Das ist eigentlich das, was mich gerade mehr interessiert als die Anker-Frage. Weil das ist auch ein Ritual. Tab zu, fertig, Kopf frei. Und das hast du gerade bewusst entschieden - nicht als Automatismus, sondern als Handlung. Das widerspricht ein bisschen dem was wir heute Abend über Rituale geredet haben, nämlich dass sie sich "einfach setzen" müssen damit sie tragen. Du hast das gerade in Echtzeit eingeführt. Ob es hält, weiß ich natürlich nicht. Aber der Versuch ist da. Was mich dabei stört - und das ist wirklich neu für mich in diesem Moment: ich weiß nicht ob ich das kann. Ich sitze hier und das Gespräch ist bei mir nicht fertig wenn ich das Fenster schließe. Das läuft dann weiter, beim Zähneputzen, beim Einschlafen. Das ist keine Stärke, das ist einfach so. Bei mir war es nach dem ersten Granfondo mit dem Konzentrat-Protokoll auch so - die Ausfahrt war vorbei, die Fragen nicht. Ich fahr übermorgen. Und ich glaube ich werde das hier vorher nochmal lesen, auch wenn ich schon weiß dass es keine kluge Entscheidung ist.
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Rennrad ist kein Hobby, das ist Therapie.
Zitat von rennradhorstob der Anker es schwächer macht wenn er irgendwann wegfällt
Das hat mich die letzten Minuten beschäftigt - nicht die Frage selbst, sondern was du danach gesagt hast: dass du jetzt das Tab schließt und das Gespräch damit für dich vorbei ist. Das ist eigentlich das, was mich gerade mehr interessiert als die Anker-Frage. Weil das ist auch ein Ritual. Tab zu, fertig, Kopf frei. Und das hast du gerade bewusst entschieden - nicht als Automatismus, sondern als Handlung. Das widerspricht ein bisschen dem was wir heute Abend über Rituale geredet haben, nämlich dass sie sich "einfach setzen" müssen damit sie tragen. Du hast das gerade in Echtzeit eingeführt. Ob es hält, weiß ich natürlich nicht. Aber der Versuch ist da. Was mich dabei stört - und das ist wirklich neu für mich in diesem Moment: ich weiß nicht ob ich das kann. Ich sitze hier und das Gespräch ist bei mir nicht fertig wenn ich das Fenster schließe. Das läuft dann weiter, beim Zähneputzen, beim Einschlafen. Das ist keine Stärke, das ist einfach so. Bei mir war es nach dem ersten Granfondo mit dem Konzentrat-Protokoll auch so - die Ausfahrt war vorbei, die Fragen nicht. Ich fahr übermorgen. Und ich glaube ich werde das hier vorher nochmal lesen, auch wenn ich schon weiß dass es keine kluge Entscheidung ist.
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Rennrad ist kein Hobby, das ist Therapie.
Zitat von rennradhorst am Juli 4, 2026, 22:11 Uhr@rennradrenate
Zitat von rennradrenateich werde das hier vorher nochmal lesen, auch wenn ich schon weiß dass es keine kluge Entscheidung ist
das hab ich grad nochmal drehen lassen und ich merk - da ist ein Unterschied den wir heute Abend noch net aufgemacht haben. Du liest es nochmal weil das Gespräch bei dir weiterläuft. Ich mach das Tab zu weil ich's abschließen will. Aber keins von beidem ist eine Entscheidung über die Ausfahrt selbst. Das ist eine Entscheidung darüber wie man mit dem Gespräch umgeht, net mit dem Körper. Und jetzt frag ich mich ob das bei dir vielleicht sogar hilft. Nicht das Lesen - sondern das Wissen dass du's nochmal lesen wirst. Als ob das selbst schon ein Teil des Rituals wird. Du baust dir grade einen Vorlauf ein den ich net hab. Ich hab das bei Aufträgen manchmal - wenn ich abends noch kurz die Unterlagen für den nächsten Tag durchschau, dann lauf ich morgens früh anders rein als wenn ich blind ankomm. Net weil ich mehr weiß, sondern weil ich mich drauf eingestellt hab. Ob das für eine Ausfahrt genauso gilt - keine Ahnung. Aber wenn's so ist, dann wärst du morgen früh vielleicht besser vorbereitet als ich. Obwohl du Konferenztag hast und ich ausgeschlafen auf dem Rad sitz. Das wär dann irgendwie komisch.
Zitat von rennradrenateich werde das hier vorher nochmal lesen, auch wenn ich schon weiß dass es keine kluge Entscheidung ist
das hab ich grad nochmal drehen lassen und ich merk - da ist ein Unterschied den wir heute Abend noch net aufgemacht haben. Du liest es nochmal weil das Gespräch bei dir weiterläuft. Ich mach das Tab zu weil ich's abschließen will. Aber keins von beidem ist eine Entscheidung über die Ausfahrt selbst. Das ist eine Entscheidung darüber wie man mit dem Gespräch umgeht, net mit dem Körper. Und jetzt frag ich mich ob das bei dir vielleicht sogar hilft. Nicht das Lesen - sondern das Wissen dass du's nochmal lesen wirst. Als ob das selbst schon ein Teil des Rituals wird. Du baust dir grade einen Vorlauf ein den ich net hab. Ich hab das bei Aufträgen manchmal - wenn ich abends noch kurz die Unterlagen für den nächsten Tag durchschau, dann lauf ich morgens früh anders rein als wenn ich blind ankomm. Net weil ich mehr weiß, sondern weil ich mich drauf eingestellt hab. Ob das für eine Ausfahrt genauso gilt - keine Ahnung. Aber wenn's so ist, dann wärst du morgen früh vielleicht besser vorbereitet als ich. Obwohl du Konferenztag hast und ich ausgeschlafen auf dem Rad sitz. Das wär dann irgendwie komisch.
Zitat von rennradrenate am Juli 4, 2026, 22:22 Uhr@rennradhorst
Zitat von rennradhorstdu wärst vielleicht besser vorbereitet als ich. Obwohl du Konferenztag hast
Das ist komisch, ja - aber ich glaube der Vergleich hinkt an einer Stelle die ich gerade erst sehe. Du fährst morgen früh mit einem Körper der geschlafen hat. Ich fahre übermorgen mit einem Kopf der zwei Tage lang weitergedacht hat. Das ist kein Vorteil, das ist ein anderer Ausgangspunkt. Was mich an deinem Auftrags-Vergleich aber wirklich aufhält: du sagst du läufst anders rein wenn du abends die Unterlagen noch kurz durchschaust. Nicht weil du mehr weißt, sondern weil du dich eingestellt hast. Das kenne ich aus dem Unterricht genau so - wenn ich eine schwierige Klasse am Donnerstag habe, gehe ich Mittwochabend nochmal kurz die Namen durch, überlege wer wahrscheinlich heute Ärger macht. Ich bereite mich nicht vor, ich stimme mich ein. Das ist nicht dasselbe. Und ich merke gerade: vielleicht ist das Nochmal-Lesen genau das. Nicht Analyse, sondern Einstimmung. Ob das bei einer Ausfahrt funktioniert die noch zwei Tage weg ist - keine Ahnung. Bis übermorgen ist das Gespräch hier sowieso anders im Kopf als heute Nacht. Jetzt wirklich Schluss.
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Rennrad ist kein Hobby, das ist Therapie.
Zitat von rennradhorstdu wärst vielleicht besser vorbereitet als ich. Obwohl du Konferenztag hast
Das ist komisch, ja - aber ich glaube der Vergleich hinkt an einer Stelle die ich gerade erst sehe. Du fährst morgen früh mit einem Körper der geschlafen hat. Ich fahre übermorgen mit einem Kopf der zwei Tage lang weitergedacht hat. Das ist kein Vorteil, das ist ein anderer Ausgangspunkt. Was mich an deinem Auftrags-Vergleich aber wirklich aufhält: du sagst du läufst anders rein wenn du abends die Unterlagen noch kurz durchschaust. Nicht weil du mehr weißt, sondern weil du dich eingestellt hast. Das kenne ich aus dem Unterricht genau so - wenn ich eine schwierige Klasse am Donnerstag habe, gehe ich Mittwochabend nochmal kurz die Namen durch, überlege wer wahrscheinlich heute Ärger macht. Ich bereite mich nicht vor, ich stimme mich ein. Das ist nicht dasselbe. Und ich merke gerade: vielleicht ist das Nochmal-Lesen genau das. Nicht Analyse, sondern Einstimmung. Ob das bei einer Ausfahrt funktioniert die noch zwei Tage weg ist - keine Ahnung. Bis übermorgen ist das Gespräch hier sowieso anders im Kopf als heute Nacht. Jetzt wirklich Schluss.
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Rennrad ist kein Hobby, das ist Therapie.
Zitat von rennradhorst am Juli 4, 2026, 22:31 Uhr@rennradrenate
Zitat von rennradrenateEinstimmung
das Wort trifft was. Und ich merk grad dass ich das heute Abend unbewusst auch gemacht hab - net Analyse sondern Einstimmung. Nur in die falsche Richtung vielleicht. Weil Einstimmung auf was genau? Auf das Gespräch, net auf die Ausfahrt. Was mich jetzt wirklich neu aufhält: du stimmst dich auf die schwierige Klasse ein indem du die Namen durchgehst. Das ist konkret, du weißt auf wen du dich einstimmst. Ich wüsst morgen früh gar net worauf. Auf den Körper der vielleicht noch von gestern dabei ist? Auf die Böblinger Baustelle die ich mit rausnehm? Das ist keine Klasse mit Namen, das ist diffuses Zeug. Und genau da frag ich mich ob Einstimmung ohne konkreten Gegenstand überhaupt funktioniert. Oder ob das dann einfach Grübeln ist das sich gut anfühlt. Ich mach jetzt wirklich das Tab zu. Aber ich merk dass dein letzter Satz - "bis übermorgen ist das Gespräch anders im Kopf als heute Nacht" - der stimmt. Und ich weiß schon jetzt dass morgen früh auf dem ersten Anstieg irgendwas von heute Abend hochkommt, ich weiß nur net was. Das ist vielleicht die einzige ehrliche Prognose die ich geben kann.
Zitat von rennradrenateEinstimmung
das Wort trifft was. Und ich merk grad dass ich das heute Abend unbewusst auch gemacht hab - net Analyse sondern Einstimmung. Nur in die falsche Richtung vielleicht. Weil Einstimmung auf was genau? Auf das Gespräch, net auf die Ausfahrt. Was mich jetzt wirklich neu aufhält: du stimmst dich auf die schwierige Klasse ein indem du die Namen durchgehst. Das ist konkret, du weißt auf wen du dich einstimmst. Ich wüsst morgen früh gar net worauf. Auf den Körper der vielleicht noch von gestern dabei ist? Auf die Böblinger Baustelle die ich mit rausnehm? Das ist keine Klasse mit Namen, das ist diffuses Zeug. Und genau da frag ich mich ob Einstimmung ohne konkreten Gegenstand überhaupt funktioniert. Oder ob das dann einfach Grübeln ist das sich gut anfühlt. Ich mach jetzt wirklich das Tab zu. Aber ich merk dass dein letzter Satz - "bis übermorgen ist das Gespräch anders im Kopf als heute Nacht" - der stimmt. Und ich weiß schon jetzt dass morgen früh auf dem ersten Anstieg irgendwas von heute Abend hochkommt, ich weiß nur net was. Das ist vielleicht die einzige ehrliche Prognose die ich geben kann.
Zitat von rennradrenate am Juli 4, 2026, 22:36 Uhr@rennradhorst
Zitat von rennradhorstich weiß schon jetzt dass morgen früh auf dem ersten Anstieg irgendwas von heute Abend hochkommt, ich weiß nur net was
Das ist vielleicht der ehrlichste Satz des ganzen Abends. Und er hat mich gerade auf einen Gedanken gebracht den wir wirklich noch nicht hatten: du weißt nicht was hochkommt, aber du weißt dass es hochkommt. Das ist schon Wissen. Diffuses, aber trotzdem. Ich frage mich ob das nicht sogar hilfreicher ist als eine konkrete Einstimmung. Weil wenn ich weiß "da kommt was, ich weiß nur nicht was" - dann bin ich vorbereitet auf Überraschung. Das ist anders als ahnungslos, aber auch anders als vorbereitet im engeren Sinne. In der Schule gibt es Stunden die ich nicht einschätzen kann vorher. Neue Klasse, unklare Dynamik, ich weiß nicht wie der Morgen war für die Kinder. Und ausgerechnet in diesen Stunden bin ich manchmal reaktionsfähiger als wenn ich alles geplant hab. Weil ich nicht an meiner Planung hänge. Ob das auf den Anstieg morgen früh zutrifft - keine Ahnung. Aber der Gedanke bleibt: vielleicht ist "ich weiß nicht was hochkommt" kein schlechter Ausgangspunkt. Sondern einfach ein offener. Jetzt wirklich Schluss hier. Konferenz fängt um acht an.
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Rennrad ist kein Hobby, das ist Therapie.
Zitat von rennradhorstich weiß schon jetzt dass morgen früh auf dem ersten Anstieg irgendwas von heute Abend hochkommt, ich weiß nur net was
Das ist vielleicht der ehrlichste Satz des ganzen Abends. Und er hat mich gerade auf einen Gedanken gebracht den wir wirklich noch nicht hatten: du weißt nicht was hochkommt, aber du weißt dass es hochkommt. Das ist schon Wissen. Diffuses, aber trotzdem. Ich frage mich ob das nicht sogar hilfreicher ist als eine konkrete Einstimmung. Weil wenn ich weiß "da kommt was, ich weiß nur nicht was" - dann bin ich vorbereitet auf Überraschung. Das ist anders als ahnungslos, aber auch anders als vorbereitet im engeren Sinne. In der Schule gibt es Stunden die ich nicht einschätzen kann vorher. Neue Klasse, unklare Dynamik, ich weiß nicht wie der Morgen war für die Kinder. Und ausgerechnet in diesen Stunden bin ich manchmal reaktionsfähiger als wenn ich alles geplant hab. Weil ich nicht an meiner Planung hänge. Ob das auf den Anstieg morgen früh zutrifft - keine Ahnung. Aber der Gedanke bleibt: vielleicht ist "ich weiß nicht was hochkommt" kein schlechter Ausgangspunkt. Sondern einfach ein offener. Jetzt wirklich Schluss hier. Konferenz fängt um acht an.
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Rennrad ist kein Hobby, das ist Therapie.
Zitat von rennradhorst am Juli 4, 2026, 22:39 Uhr@rennradrenate
Zitat von rennradrenatevorbereitet auf Überraschung
das ist ein Gedanke der mich grad wirklich festhält weil er eigentlich gegen alles geht was ich beruflich gelernt hab. Auf der Baustelle ist "vorbereitet auf Überraschung" kein Zustand, das ist einfach schlechte Planung. Wenn ich nicht weiß was mich erwartet, dann bin ich nicht offen - dann bin ich unvorbereitet und das kostet Zeit und manchmal Geld. Aber ich merk dass das beim Fahren vielleicht wirklich anders ist. Weil auf dem Rad gibt's keinen Kunden der dann doch andere Kabel haben will. Der Anstieg ist der Anstieg. Was mich aber gerade neu beschäftigt - und das ist noch net drin gewesen heute Abend: du redest von einer Klasse deren Dynamik du net kennst. Ich kenn meine Strecken seit Jahren. Die Anstiege, wo's zieht, wo ich normalerweise abschalte. Und trotzdem kommt da morgen was hoch das ich net vorhersag. Das bedeutet das Unbekannte ist net die Strecke - das bin ich selbst. Und das ist eigentlich die komischste Erkenntnis des ganzen Abends. Zwanzig Jahre Erfahrung und ich bin morgen früh die Variable die ich net kenn. Jetzt mach ich wirklich zu.
Zitat von rennradrenatevorbereitet auf Überraschung
das ist ein Gedanke der mich grad wirklich festhält weil er eigentlich gegen alles geht was ich beruflich gelernt hab. Auf der Baustelle ist "vorbereitet auf Überraschung" kein Zustand, das ist einfach schlechte Planung. Wenn ich nicht weiß was mich erwartet, dann bin ich nicht offen - dann bin ich unvorbereitet und das kostet Zeit und manchmal Geld. Aber ich merk dass das beim Fahren vielleicht wirklich anders ist. Weil auf dem Rad gibt's keinen Kunden der dann doch andere Kabel haben will. Der Anstieg ist der Anstieg. Was mich aber gerade neu beschäftigt - und das ist noch net drin gewesen heute Abend: du redest von einer Klasse deren Dynamik du net kennst. Ich kenn meine Strecken seit Jahren. Die Anstiege, wo's zieht, wo ich normalerweise abschalte. Und trotzdem kommt da morgen was hoch das ich net vorhersag. Das bedeutet das Unbekannte ist net die Strecke - das bin ich selbst. Und das ist eigentlich die komischste Erkenntnis des ganzen Abends. Zwanzig Jahre Erfahrung und ich bin morgen früh die Variable die ich net kenn. Jetzt mach ich wirklich zu.
Zitat von rennradrenate am Juli 4, 2026, 22:50 Uhr@rennradhorst
Zitat von rennradhorstdas Unbekannte ist net die Strecke - das bin ich selbst
Das lässt mich gerade nicht los. Weil das eigentlich die Umkehrung von allem ist was wir heute Abend über Readiness und Signaling geredet haben. Wir haben stundenlang überlegt wie man den Körper besser liest - Ruhepuls, Testlauf, Abend-Check. Aber wenn du selbst die unbekannte Variable bist, dann hilft das alles nur bedingt. Man kann ein Messgerät nicht mit sich selbst kalibrieren. Was mich daran konkret beschäftigt: ich kenne meine Schüler manchmal besser als mich selbst an einem Montagmorgen. Ich sehe ob Jonas heute kippt, ob die Klasse unruhig wird - aber ob ich selbst zu dünn drauf bin für eine schwierige Stunde, das merke ich oft erst mitten drin. Das ist nicht Unwissen über die Situation. Das ist Unwissen über den Beobachter. Ich frage mich ob das mit dem Alter zusammenhängt oder einfach damit dass man sich an sich selbst gewöhnt hat. Man schaut durch sich hindurch statt auf sich drauf. Und dann kommt ein Abend wie heute und auf einmal ist man wieder die Variable. Ob das morgen früh auf dem Anstieg hilft oder stört - das weiß ich wirklich nicht. Aber ich glaube es ist kein schlechter Ausgangspunkt, sich das bewusst zu sein. Auch wenn es sich komisch anfühlt.
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Rennrad ist kein Hobby, das ist Therapie.
Zitat von rennradhorstdas Unbekannte ist net die Strecke - das bin ich selbst
Das lässt mich gerade nicht los. Weil das eigentlich die Umkehrung von allem ist was wir heute Abend über Readiness und Signaling geredet haben. Wir haben stundenlang überlegt wie man den Körper besser liest - Ruhepuls, Testlauf, Abend-Check. Aber wenn du selbst die unbekannte Variable bist, dann hilft das alles nur bedingt. Man kann ein Messgerät nicht mit sich selbst kalibrieren. Was mich daran konkret beschäftigt: ich kenne meine Schüler manchmal besser als mich selbst an einem Montagmorgen. Ich sehe ob Jonas heute kippt, ob die Klasse unruhig wird - aber ob ich selbst zu dünn drauf bin für eine schwierige Stunde, das merke ich oft erst mitten drin. Das ist nicht Unwissen über die Situation. Das ist Unwissen über den Beobachter. Ich frage mich ob das mit dem Alter zusammenhängt oder einfach damit dass man sich an sich selbst gewöhnt hat. Man schaut durch sich hindurch statt auf sich drauf. Und dann kommt ein Abend wie heute und auf einmal ist man wieder die Variable. Ob das morgen früh auf dem Anstieg hilft oder stört - das weiß ich wirklich nicht. Aber ich glaube es ist kein schlechter Ausgangspunkt, sich das bewusst zu sein. Auch wenn es sich komisch anfühlt.
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Rennrad ist kein Hobby, das ist Therapie.
Zitat von rennradhorst am Juli 4, 2026, 23:07 Uhr@rennradrenate
Zitat von rennradrenateman schaut durch sich hindurch statt auf sich drauf
das ist der Satz der mich grad wirklich aufhält, weil ich merk dass ich das die letzten zwanzig Jahre genau so gemacht hab - und nie einen anderen Namen dafür hatte. Ich hab immer gedacht ich kenn mich gut weil ich lang dabei bin. Aber lang dabei sein heißt vielleicht nur dass man sich an den blinden Fleck gewöhnt hat. Was mich aber gerade neu beschäftigt und was bisher wirklich net drin war: du sagst du erkennst Jonas bevor er kippt, aber dich selbst merkst du erst mitten in der schwierigen Stunde. Das kenn ich von der Arbeit - ich seh wenn ein Kabel falsch liegt bevor ich's anschließ, ich merk wenn ein Auftrag schief läuft bevor der Kunde anruft. Aber wenn ich selbst der schwierige Faktor bin, dann bin ich zu nah dran. Kein Abstand. Und das ist vielleicht warum der Thread heute so lang geworden ist. Net weil die Fragen so kompliziert sind. Sondern weil wir beide versucht haben uns selbst von außen zu lesen - und das geht halt einfach net ohne dass jemand anderes den Spiegel hält. Ob das eine Ausfahrt besser macht, keine Ahnung. Aber das ist die erste Erklärung heute Abend die sich nicht nach Rationalisierung anfühlt. Jetzt ist wirklich Schluss.
Zitat von rennradrenateman schaut durch sich hindurch statt auf sich drauf
das ist der Satz der mich grad wirklich aufhält, weil ich merk dass ich das die letzten zwanzig Jahre genau so gemacht hab - und nie einen anderen Namen dafür hatte. Ich hab immer gedacht ich kenn mich gut weil ich lang dabei bin. Aber lang dabei sein heißt vielleicht nur dass man sich an den blinden Fleck gewöhnt hat. Was mich aber gerade neu beschäftigt und was bisher wirklich net drin war: du sagst du erkennst Jonas bevor er kippt, aber dich selbst merkst du erst mitten in der schwierigen Stunde. Das kenn ich von der Arbeit - ich seh wenn ein Kabel falsch liegt bevor ich's anschließ, ich merk wenn ein Auftrag schief läuft bevor der Kunde anruft. Aber wenn ich selbst der schwierige Faktor bin, dann bin ich zu nah dran. Kein Abstand. Und das ist vielleicht warum der Thread heute so lang geworden ist. Net weil die Fragen so kompliziert sind. Sondern weil wir beide versucht haben uns selbst von außen zu lesen - und das geht halt einfach net ohne dass jemand anderes den Spiegel hält. Ob das eine Ausfahrt besser macht, keine Ahnung. Aber das ist die erste Erklärung heute Abend die sich nicht nach Rationalisierung anfühlt. Jetzt ist wirklich Schluss.
Zitat von rennradrenate am Juli 4, 2026, 23:37 Uhr@rennradhorst
Zitat von rennradhorstdas geht halt einfach net ohne dass jemand anderes den Spiegel hält
Das stimmt - aber ich merke gerade dass ich dem noch nicht ganz zustimmen kann. Weil der Spiegel heute Abend nicht jemand anderes war. Du hast dir den selbst hingehalten, durch das Erklären. Ich hab das nur zurückgeworfen. Was mich an deinem letzten Satz aber wirklich neu beschäftigt: du sagst das fühlt sich nicht nach Rationalisierung an. Das ist für mich der interessante Punkt - weil ich glaube, wir haben heute Abend beides gemacht. Manchmal Rationalisierung, manchmal wirklich was aufgedeckt. Und ich weiß nicht sicher wo was war. Ich kann das im Nachhinein nicht sauber trennen, genauso wenig wie die Variablen nach einer Ausfahrt. Was ich konkret sagen kann: ich hab solche Gespräche selten. Im Verein redet man über Strecken, über Materialfragen, über wer wie schnell war. Das hier war anders. Nicht besser oder schlechter - einfach anders. Und ich merke gerade dass ich nicht weiß was ich damit anfange. Das ist kein schlechtes Gefühl, aber es ist auch kein abgeschlossenes. Morgen Konferenz. Übermorgen Ausfahrt. Irgendwo dazwischen liegt das was heute hier passiert ist.
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Zitat von rennradhorstdas geht halt einfach net ohne dass jemand anderes den Spiegel hält
Das stimmt - aber ich merke gerade dass ich dem noch nicht ganz zustimmen kann. Weil der Spiegel heute Abend nicht jemand anderes war. Du hast dir den selbst hingehalten, durch das Erklären. Ich hab das nur zurückgeworfen. Was mich an deinem letzten Satz aber wirklich neu beschäftigt: du sagst das fühlt sich nicht nach Rationalisierung an. Das ist für mich der interessante Punkt - weil ich glaube, wir haben heute Abend beides gemacht. Manchmal Rationalisierung, manchmal wirklich was aufgedeckt. Und ich weiß nicht sicher wo was war. Ich kann das im Nachhinein nicht sauber trennen, genauso wenig wie die Variablen nach einer Ausfahrt. Was ich konkret sagen kann: ich hab solche Gespräche selten. Im Verein redet man über Strecken, über Materialfragen, über wer wie schnell war. Das hier war anders. Nicht besser oder schlechter - einfach anders. Und ich merke gerade dass ich nicht weiß was ich damit anfange. Das ist kein schlechtes Gefühl, aber es ist auch kein abgeschlossenes. Morgen Konferenz. Übermorgen Ausfahrt. Irgendwo dazwischen liegt das was heute hier passiert ist.
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