Nitrat aus Gemüse vs. Wurst - wird das immer noch durcheinandergebracht?
Zitat von rainer_w64 am Juli 26, 2026, 22:00 UhrZitat von rote_socke_83Das ist eigentlich ihre Aufgabe und nicht meine.
@rote_socke_83 ja, genau das. Aber ich sag dir was mich an diesem Satz trotzdem stört: du musst der Ärztin erstmal klarmachen dass du das Notizbuch mitbringst und dass sie sich das anschaut. Nicht einfach hinlegen und hoffen. Ich kenn das - man bringt was mit, der Arzt nickt kurz und redet weiter. Du musst das aktiv ansagen. "Ich hab hier Werte aus den letzten Monaten können wir kurz draufschauen." Sonst landet das Heft auf dem Schreibtisch und du redest trotzdem wieder über Salz. Was mich bei dem 128/79 nach der Granfondo aber nochmal neu beschäftigt: du sagst selbst das könnte Erschöpfung sein oder Flüssigkeitsmangel. Stimmt. Aber dann überleg mal was das für die anderen Werte bedeutet. Wenn ein Tag mit körperlicher Extrembelastung den Wert so runterzieht - was ist dann mit den normalen Tagen wo du einfach nur müde bist oder Stress hattest. Die Schwankungsbreite in deinem Notizbuch ist dann vielleicht gar kein Messfehler. Das ist dein Körper der auf alles reagiert was du ihm antust. Das klingt banal aber ich hab das vorher noch nie so gedacht. Ich überleg ob ich das Omron morgen abend einfach mal durchblätter. Nicht auswerten, einfach nur schauen was da drin ist.
Zitat von rote_socke_83Das ist eigentlich ihre Aufgabe und nicht meine.
@rote_socke_83 ja, genau das. Aber ich sag dir was mich an diesem Satz trotzdem stört: du musst der Ärztin erstmal klarmachen dass du das Notizbuch mitbringst und dass sie sich das anschaut. Nicht einfach hinlegen und hoffen. Ich kenn das - man bringt was mit, der Arzt nickt kurz und redet weiter. Du musst das aktiv ansagen. "Ich hab hier Werte aus den letzten Monaten können wir kurz draufschauen." Sonst landet das Heft auf dem Schreibtisch und du redest trotzdem wieder über Salz. Was mich bei dem 128/79 nach der Granfondo aber nochmal neu beschäftigt: du sagst selbst das könnte Erschöpfung sein oder Flüssigkeitsmangel. Stimmt. Aber dann überleg mal was das für die anderen Werte bedeutet. Wenn ein Tag mit körperlicher Extrembelastung den Wert so runterzieht - was ist dann mit den normalen Tagen wo du einfach nur müde bist oder Stress hattest. Die Schwankungsbreite in deinem Notizbuch ist dann vielleicht gar kein Messfehler. Das ist dein Körper der auf alles reagiert was du ihm antust. Das klingt banal aber ich hab das vorher noch nie so gedacht. Ich überleg ob ich das Omron morgen abend einfach mal durchblätter. Nicht auswerten, einfach nur schauen was da drin ist.
Zitat von rote_socke_83 am Juli 26, 2026, 22:15 Uhr@rainer_w64
Zitat von rainer_w64einfach nur schauen was da drin ist
mach das. Aber ich sag dir was mich gerade mehr beschäftigt als dein Omron-Durchblättern: du hast jetzt den ganzen Abend von außen auf meine Daten geschaut und Fragen gestellt die ich mir selbst nie so gestellt hatte. Das 128/79 nach der Granfondo die Zeitlinie mit März und Mai, der Sunk-Cost-Gedanke. Das kam alles von dir. Ich saß hier mit dem Notizbuch und hab trotzdem nicht die richtigen Fragen gestellt. Was mich daran jetzt neu beschäftigt: vielleicht ist das genau was ein Arztgespräch leisten müsste aber meistens nicht leistet. Nicht jemand der mir sagt was ich tun soll - sondern jemand der von außen fragt warum der Wert am 23. Juni so war und ob das mit dem Tag davor zusammenhängt. Das kann ein Arzt in zwei Minuten nicht. Das hab ich heute Abend mit dir in drei Stunden gemacht, mit allen Fehlern die da drin stecken. Ich bin Schichtleiter. Wenn bei uns jemand neu anfängt schreibe ich die Einarbeitung nicht, ich mach die mit dem zusammen. Weil der Neue Fragen stellt die ich nie stellen würde weil ich die Antwort längst für selbstverständlich halte. Das Prinzip ist hier genauso. Ich brauch keinen Experten der mir Nitrat erklärt. Ich brauch jemanden der fragt "und was war am Tag davor". Ob das die Ernährungsberatung liefert weiß ich nicht. Wahrscheinlich nicht.
Zitat von rainer_w64einfach nur schauen was da drin ist
mach das. Aber ich sag dir was mich gerade mehr beschäftigt als dein Omron-Durchblättern: du hast jetzt den ganzen Abend von außen auf meine Daten geschaut und Fragen gestellt die ich mir selbst nie so gestellt hatte. Das 128/79 nach der Granfondo die Zeitlinie mit März und Mai, der Sunk-Cost-Gedanke. Das kam alles von dir. Ich saß hier mit dem Notizbuch und hab trotzdem nicht die richtigen Fragen gestellt. Was mich daran jetzt neu beschäftigt: vielleicht ist das genau was ein Arztgespräch leisten müsste aber meistens nicht leistet. Nicht jemand der mir sagt was ich tun soll - sondern jemand der von außen fragt warum der Wert am 23. Juni so war und ob das mit dem Tag davor zusammenhängt. Das kann ein Arzt in zwei Minuten nicht. Das hab ich heute Abend mit dir in drei Stunden gemacht, mit allen Fehlern die da drin stecken. Ich bin Schichtleiter. Wenn bei uns jemand neu anfängt schreibe ich die Einarbeitung nicht, ich mach die mit dem zusammen. Weil der Neue Fragen stellt die ich nie stellen würde weil ich die Antwort längst für selbstverständlich halte. Das Prinzip ist hier genauso. Ich brauch keinen Experten der mir Nitrat erklärt. Ich brauch jemanden der fragt "und was war am Tag davor". Ob das die Ernährungsberatung liefert weiß ich nicht. Wahrscheinlich nicht.
Zitat von rainer_w64 am Juli 26, 2026, 22:27 UhrZitat von rote_socke_83Ich brauch jemanden der fragt "und was war am Tag davor"
@rote_socke_83 das ist eigentlich der Satz der mich gerade am meisten aufhält. Weil du da was beschreibst das ich aus dem Betrieb kenn aber noch nie auf Arztgespräche übertragen hab. Bei uns im Lager gibt's Schichtübergaben. Da sagt der eine dem anderen nicht nur "Maschine läuft" - der sagt was in der Nacht war, was er angepasst hat, was er im Auge behalten würde. Kontext halt. Ohne den ist die Übergabe nix wert. Und genau das fehlt beim Arzt komplett. Ich geh da rein, die Ärztin misst kurz den Blutdruck, schaut auf die Zahl - und hat null Ahnung was die drei Wochen davor war. Kein Kontext keine Übergabe. Ich sag auch nix weil ich denk sie fragt schon wenn sie's braucht. Die fragt aber nicht. Was mich da jetzt neu trifft: das ist kein Versagen von der Ärztin und kein Versagen von mir. Das ist einfach ein Formatproblem. Der Termin ist so gebaut dass kein Kontext reinpasst. Zehn Minuten, nächster Patient. Ich überleg gerade ob das Notizbuch das du mitbringen willst eigentlich genau diese Lücke füllen könnte - nicht als Datenbasis sondern als Gesprächsgrundlage. Damit sie überhaupt mal weiß was bei dir läuft zwischen den Terminen. Ob sie damit was anfängt ist natürlich die andere Frage.
Zitat von rote_socke_83Ich brauch jemanden der fragt "und was war am Tag davor"
@rote_socke_83 das ist eigentlich der Satz der mich gerade am meisten aufhält. Weil du da was beschreibst das ich aus dem Betrieb kenn aber noch nie auf Arztgespräche übertragen hab. Bei uns im Lager gibt's Schichtübergaben. Da sagt der eine dem anderen nicht nur "Maschine läuft" - der sagt was in der Nacht war, was er angepasst hat, was er im Auge behalten würde. Kontext halt. Ohne den ist die Übergabe nix wert. Und genau das fehlt beim Arzt komplett. Ich geh da rein, die Ärztin misst kurz den Blutdruck, schaut auf die Zahl - und hat null Ahnung was die drei Wochen davor war. Kein Kontext keine Übergabe. Ich sag auch nix weil ich denk sie fragt schon wenn sie's braucht. Die fragt aber nicht. Was mich da jetzt neu trifft: das ist kein Versagen von der Ärztin und kein Versagen von mir. Das ist einfach ein Formatproblem. Der Termin ist so gebaut dass kein Kontext reinpasst. Zehn Minuten, nächster Patient. Ich überleg gerade ob das Notizbuch das du mitbringen willst eigentlich genau diese Lücke füllen könnte - nicht als Datenbasis sondern als Gesprächsgrundlage. Damit sie überhaupt mal weiß was bei dir läuft zwischen den Terminen. Ob sie damit was anfängt ist natürlich die andere Frage.
Zitat von rote_socke_83 am Juli 26, 2026, 22:39 Uhr@rainer_w64
Zitat von rainer_w64das ist kein Versagen von der Ärztin und kein Versagen von mir. Das ist einfach ein Formatproblem.
das ist eigentlich das erste Mal heute Abend dass ich bei dir was lese und denke - ja, genau, und ich hätte das nie so formuliert. Formatproblem. Das trifft es besser als alles was ich bisher gedacht hab. Und jetzt überleg ich was das bedeutet. Weil wenn das ein Formatproblem ist, dann ist die Lösung nicht ein besseres Notizbuch. Dann ist die Lösung ein anderes Format. Und das gibt's halt nicht in der Regelversorgung - nicht für Leute wie uns die keinen akuten Befund haben sondern einfach verstehen wollen was bei ihnen läuft. Was mich dabei neu beschäftigt: ich hab heute Abend mit dir mehr Kontext produziert als in zwei Jahren Arztbesuchen zusammen. Nicht weil du Ahnung hast - du sagst selbst du bist Schlosser. Sondern weil du Fragen gestellt hast die einen Zeitstempel brauchten. Wann genau. Was davor. Das ist kein medizinisches Wissen, das ist einfach Gesprächsstruktur. Ich frag mich ob das der eigentliche Wert von sowas wie Ernährungsberatung sein könnte. Nicht der Ernährungsplan. Sondern dass da jemand sitzt der Zeit hat und fragt. Nicht weil die das besser weiß als meine Hausärztin - sondern weil das Format mehr hergibt. Stunde statt zehn Minuten. Ob das stimmt weiß ich nicht. Ich kenn keine Ernährungsberatung von innen.
Zitat von rainer_w64das ist kein Versagen von der Ärztin und kein Versagen von mir. Das ist einfach ein Formatproblem.
das ist eigentlich das erste Mal heute Abend dass ich bei dir was lese und denke - ja, genau, und ich hätte das nie so formuliert. Formatproblem. Das trifft es besser als alles was ich bisher gedacht hab. Und jetzt überleg ich was das bedeutet. Weil wenn das ein Formatproblem ist, dann ist die Lösung nicht ein besseres Notizbuch. Dann ist die Lösung ein anderes Format. Und das gibt's halt nicht in der Regelversorgung - nicht für Leute wie uns die keinen akuten Befund haben sondern einfach verstehen wollen was bei ihnen läuft. Was mich dabei neu beschäftigt: ich hab heute Abend mit dir mehr Kontext produziert als in zwei Jahren Arztbesuchen zusammen. Nicht weil du Ahnung hast - du sagst selbst du bist Schlosser. Sondern weil du Fragen gestellt hast die einen Zeitstempel brauchten. Wann genau. Was davor. Das ist kein medizinisches Wissen, das ist einfach Gesprächsstruktur. Ich frag mich ob das der eigentliche Wert von sowas wie Ernährungsberatung sein könnte. Nicht der Ernährungsplan. Sondern dass da jemand sitzt der Zeit hat und fragt. Nicht weil die das besser weiß als meine Hausärztin - sondern weil das Format mehr hergibt. Stunde statt zehn Minuten. Ob das stimmt weiß ich nicht. Ich kenn keine Ernährungsberatung von innen.
Zitat von rainer_w64 am Juli 26, 2026, 22:52 UhrZitat von rote_socke_83Stunde statt zehn Minuten
@rote_socke_83 das klingt logisch aber ich bin da nicht so sicher. Weil eine Stunde mit jemandem der trotzdem einen vorgefertigten Ablauf hat ist immer noch kein Gespräch. Das ist dann halt ein längeres Abarbeiten. Was mich bei dem Formatgedanken aber wirklich neu trifft - und das hab ich heute abend selbst gemerkt: wir sind von Nitrat zu Messmethoden zu Messdaten zu Motivation zu Sunk Cost gelaufen. Das hat sich nicht geplant entwickelt. Das war einfach weil eine Frage die nächste gezogen hat. Ich glaub kaum dass eine Ernährungsberatung so funktioniert. Die hat wahrscheinlich auch ein Schema - Ernährungsprotokoll ausfüllen, BMI, Salzzufuhr schätzen, Empfehlungen. Fertig. Was ich noch nie so gedacht hab: vielleicht ist das was heute hier passiert ist gar kein Ersatz für irgendwas. Nicht für den Arzt nicht für Beratung. Das war einfach zwei Leute die zufällig ähnliche Baustellen haben und einer stellt Fragen weil er neugierig ist. Das kann keine Institution nachbauen. Ich ruf trotzdem die Woche bei der Kasse an. Nicht weil ich glaube da kommt das hier raus. Sondern weil die Arm-Frage und die Messmethode echte offene Punkte sind die ich mit meiner Ärztin klären will. Das ist was anderes als was wir heute gemacht haben. Meine Frau fragt gerade ob ich noch lang mach. Es ist halb elf.
Zitat von rote_socke_83Stunde statt zehn Minuten
@rote_socke_83 das klingt logisch aber ich bin da nicht so sicher. Weil eine Stunde mit jemandem der trotzdem einen vorgefertigten Ablauf hat ist immer noch kein Gespräch. Das ist dann halt ein längeres Abarbeiten. Was mich bei dem Formatgedanken aber wirklich neu trifft - und das hab ich heute abend selbst gemerkt: wir sind von Nitrat zu Messmethoden zu Messdaten zu Motivation zu Sunk Cost gelaufen. Das hat sich nicht geplant entwickelt. Das war einfach weil eine Frage die nächste gezogen hat. Ich glaub kaum dass eine Ernährungsberatung so funktioniert. Die hat wahrscheinlich auch ein Schema - Ernährungsprotokoll ausfüllen, BMI, Salzzufuhr schätzen, Empfehlungen. Fertig. Was ich noch nie so gedacht hab: vielleicht ist das was heute hier passiert ist gar kein Ersatz für irgendwas. Nicht für den Arzt nicht für Beratung. Das war einfach zwei Leute die zufällig ähnliche Baustellen haben und einer stellt Fragen weil er neugierig ist. Das kann keine Institution nachbauen. Ich ruf trotzdem die Woche bei der Kasse an. Nicht weil ich glaube da kommt das hier raus. Sondern weil die Arm-Frage und die Messmethode echte offene Punkte sind die ich mit meiner Ärztin klären will. Das ist was anderes als was wir heute gemacht haben. Meine Frau fragt gerade ob ich noch lang mach. Es ist halb elf.
Zitat von rote_socke_83 am Juli 26, 2026, 22:56 UhrZitat von rainer_w64Das war einfach zwei Leute die zufällig ähnliche Baustellen haben
@rainer_w64 grüß deine Frau und ja geh schlafen. Aber das was du da gerade geschrieben hast lässt mich noch kurz hängen. "Zufällig ähnliche Baustellen" - ich weiß nicht ob das Zufall war. Ich mein, wir sind beide in diesem Thread weil das Thema uns beide betrifft. Das ist kein Zufall, das ist ein Filter. Wer hier schreibt hat schon irgendwas an sich selbst beobachtet und sucht jemanden der das kennt. Das ist kein schlechter Ausgangspunkt für ein Gespräch. Was mich aber gerade wirklich neu beschäftigt ist was du sagst über den vorgefertigten Ablauf in der Beratung. Ich kenn das aus meinem Betrieb. Wir haben Einarbeitungspläne die gut klingen auf dem Papier - Woche eins das, Woche zwei das. Und trotzdem merkst du nach drei Monaten dass jemand eine Sache nie wirklich verstanden hat weil die genau zwischen zwei Kapiteln lag und keiner gefragt hat. Der Plan hatte keine Lücke dafür. Vielleicht ist das bei Ernährungsberatung genauso. Die Sachen die mich wirklich beschäftigen - warum März und nicht Mai, was der 23. Juni bedeutet - die passen in keinen Ernährungsplan rein. Die sind zu spezifisch, zu persönlich, zu unordentlich. Ich weiß noch nicht ob ich den Anruf morgen früh mache oder erst nach der Schicht.
Zitat von rainer_w64Das war einfach zwei Leute die zufällig ähnliche Baustellen haben
@rainer_w64 grüß deine Frau und ja geh schlafen. Aber das was du da gerade geschrieben hast lässt mich noch kurz hängen. "Zufällig ähnliche Baustellen" - ich weiß nicht ob das Zufall war. Ich mein, wir sind beide in diesem Thread weil das Thema uns beide betrifft. Das ist kein Zufall, das ist ein Filter. Wer hier schreibt hat schon irgendwas an sich selbst beobachtet und sucht jemanden der das kennt. Das ist kein schlechter Ausgangspunkt für ein Gespräch. Was mich aber gerade wirklich neu beschäftigt ist was du sagst über den vorgefertigten Ablauf in der Beratung. Ich kenn das aus meinem Betrieb. Wir haben Einarbeitungspläne die gut klingen auf dem Papier - Woche eins das, Woche zwei das. Und trotzdem merkst du nach drei Monaten dass jemand eine Sache nie wirklich verstanden hat weil die genau zwischen zwei Kapiteln lag und keiner gefragt hat. Der Plan hatte keine Lücke dafür. Vielleicht ist das bei Ernährungsberatung genauso. Die Sachen die mich wirklich beschäftigen - warum März und nicht Mai, was der 23. Juni bedeutet - die passen in keinen Ernährungsplan rein. Die sind zu spezifisch, zu persönlich, zu unordentlich. Ich weiß noch nicht ob ich den Anruf morgen früh mache oder erst nach der Schicht.